#gemeckerfrei werden ist unsexy - Podcast 046

In this episode of the German‑language parenting podcast "Gemeckerfrei", hosts Uli and Bernd Bott discuss why becoming complaint‑free (gemeckerfrei) often feels "unsexy" and exhausting. They use a Lego‑building metaphor: the initial excitement of starting a project mirrors the early enthusiasm for a complaint‑free lifestyle, but as the build becomes more complex, both children and parents encounter hurdles that make them want to give up. The hosts identify the core challenge as staying persistent ("dranbleiben") when progress stalls. They outline a learning strategy that includes: (1) not giving up after setbacks, (2) tolerating frustration, (3) trying different solutions, (4) asking for help, and (5) accepting support. They stress that mastering this persistence not only helps parents stay complaint‑free but also becomes a transferable skill useful in sports, music, nutrition, and other life areas, and serves as a positive model for children. The episode also highlights the importance of consciously recognizing when one avoids challenges, encourages parents to seek help (from partners, friends, or professionals), and teases upcoming community resources and support opportunities for listeners.
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Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch, wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallihallo und herzlich willkommen!
So schön, dass du uns heute wieder zuhörst.
Genau, bei einer neuen Folge mit dem Titel Gemeckerfrei werden ist unsexy. Yes, gemeckerfrei werden ist echt unsexy.
Und anstrengend.
Und auch mal, kann auch anstrengend sein.
Und genau da wird's unsexy.
Genau, weil schau mal, Wenn dein Kind neues Lego bekommt, zum Beispiel, und anfängt, die ersten Schritte aufzubauen, und voll Feuer und Flamme ist, dann ist es damit vergleichbar, dass du anfängst, dich mit Gemeckerfrei zu beschäftigen, die ersten Schritte zu gehen, die ersten Erfolge damit zu haben, zu zu fühlen, wie sich das anders anfühlt. Du bist total begeistert, du bist Feuer und Flamme.
Und es geht in dem Moment auch oft ja total leicht.
Absolut.
So diese ersten Sachen umzusetzen, genauso wie die ersten Legoteile zusammenzusuchen und zusammenzubauen. Schritt 1, 2, 3, ihr kennt, jeder kennt wahrscheinlich diese Anleitungen, ja. Und es geht für die Kinder noch ganz easy, ja, weil es übersichtlich ist.
Genau. Und dann muss man vielleicht mal ein Getriebe einbauen oder irgendwie kommen so Kombinationen, Steinkombinationen, die über die bisherige Fähigkeit oder über das bisherige Fähigkeitsniveau deines Kindes hinausgehen.
Ja, oder wenn man das Gebaute so drehen muss, das sind ja manchmal schon so, dann muss man selbst als Erwachsener sitzt man dann manchmal da und muss dreimal überlegen, wie muss ich jetzt eigentlich hinlegen, dass das wieder passt, dass ich weiß, wo ich wieder was dransetzen muss und so, ja.
Und dann sind die Momente, wo dein Kind gerade noch am Lego bauen war, total eifrig und begeistert, und du bist nur 5 Minuten kurz weg oder so, und dann ist es auf einmal, hüpft Trampolin oder sitzt in der Ecke und blättert in der Zeitschrift. Und du fragst nur, was ist denn los? Ich dachte, du wolltest Lego bauen. Und dein Kind sagt, ach nee, keine Lust mehr.
Genau. Und was geht dann oft ja In unseren Köpfen als Eltern geht dann so Gedanken los wie: Um Gottes Willen, die kann ja gar nicht dranbleiben, das kann ja nichts durchziehen.
So schwer ist das ja jetzt auch nicht.
Genau, da muss man halt dann mal weitermachen oder sich da bisschen durchwurschteln, oder vielleicht denkst du sogar durchkämpfen, durchbeißen.
Und jetzt kannst du natürlich Lego bauen, kannst Statt Lego bauen kannst du natürlich alles andere nehmen. Fahrradfahren lernen, Hausaufgaben, Schlagzeug, alles, ja, völligst wurscht. Aber jeder von uns kennt bei Kindern, bei seinen Kindern, die Momente, wo sie mit Begeisterung was anfangen und es dann unbenutzt in der Ecke liegt. Unfertig, unbenutzt in der Ecke liegt. Zumindest für ein paar Tage, manchmal für immer. Und beim Gemecker frei werden ist es ganz genauso. Ja, weil du hast so den ersten Schwung, machst vielleicht, bist vielleicht in der Challenge gewesen, hast das Buch gelesen, warst in der Toolbox, whatever, bist du deine ersten Schritte gegangen, je nach deinem Fähigkeitsniveau. Und hast erste Erfolge gefeiert?
Und dann irgendwann kam der Punkt, der bei den meisten kommt und auch bei den meisten Dingen, die man so erlernt, ja, eigentlich sogar ja immer kommt, der eigentlich immer kommt, wo du sagst, auf einmal komme ich an eine Stelle, da weiß ich jetzt nicht mehr gleich, wie komme ich jetzt da weiter. Was kann ich da jetzt tun? Und dann wird es halt unsexy.
Genau, weil jetzt geht es ums Dranbleiben. Und da ist es dann auch nicht, wir hatten das letztens in unserer Gruppe auch noch mal, zu sagen, gib uns die Zauberformel, gib uns den ultimativen Tipp. Wie geht es leicht, dass der Partner mitmacht? Wie geht es? Ihr wünscht euch dann immer so sehr diesen Tipp, der es löst.
Die Pille.
Die Pille. Genau, das ist ungefähr so, wie das Kind vor dem Lego sitzt und sagt, das soll jetzt aber einfach funktionieren. Ja, so, und da wird gemeckerfrei werden wollen für viele einfach anstrengend. Und wenn es anstrengend wird, wird es oft eben unsexy. Und da sind wir als Eltern genauso gefordert, dranbleiben zu zelebrieren, also dranzubleiben, wie wir das uns oft von unseren Kindern erhoffen, erwünschen und ja auch von ihnen verlangen. Und wenn du dich an die Folge von letzter Woche erinnerst, was bedeutet denn dranbleiben? Dann sind es eben diese Sachen wie: Gebt nicht auf bei einem Misserfolg, bleibt hartnäckig, hält Frust aus, probiert verschiedene Lösungswege und Möglichkeiten aus. Und das ist das, was du beim Gemecker frei werden immer und immer und immer wieder eben auch tun darfst und tun musst, weil nur so kommst du dahin, dass es deine DNA wird, dass es dein neues Normal wird. Weil erst mal nach der ersten Begeisterung ist es viel bequemer, den alten Weg zu gehen, genauso wie es für dein Kind viel bequemer ist, eine Zeitschrift anzugucken, Trampolin zu springen, Fernsehen zu schauen, was anderes zu machen, außer sich der Herausforderung zu stellen, an der Sache dranzubleiben, die es gerade, wo es gerade schwierig ist. Und was, wenn dich das bei deinem Kind nur so nervt, wenn es nicht dranbleibt, weil dein Kind dir eigentlich nur ein Schild hochhält und dich selber piekst und dir quasi vor Augen hält, dass du selber in einigen Punkten deines Lebens eben auch nicht dran bleibst bisher, weil du es vielleicht als Strategie auch nie wirklich erlernt hast.
Ja, und weil es dir vielleicht gar nicht so bewusst ist, weil dir vielleicht bisher, und dafür ist jetzt diese Folge ja auch da, da wollen wir dir ja auch helfen, dass du siehst, ach ja, stimmt, XYZ, zum Beispiel gemeckerfrei werden, Habe ich nicht weitergemacht, bin ich, ich bin nicht weitergegangen, weil ich an so einer Hürde war. Du merkst es ja oft nicht. Wir machen das ja nicht, meistens nicht bewusst, dass wir jetzt sagen, okay, jetzt überlege ich mir irgendwas, warum ich jetzt das nicht weitermachen muss oder, oder sonst irgendwas. Sondern es ist ja, das läuft ja von selbst ab, eben unbewusst. Und jetzt zu sagen, okay cool, ich erkenne das und jetzt kann ich überlegen, wie Was kann ich denn dagegen tun?
Ja, es ist wie beim Lego. Weißt du, das Kind fängt an, das Lego zu bauen, dann kommt es an den Punkt, wo es schwierig wird, dann stellt es das Lego weg oder geht aus der Situation raus. Und dann kann es durchaus passieren, dass dieses Legoteil nie wieder fertig gebaut wird. Das ist nicht, weil das Kind sich vornimmt, dass es das nicht mehr baut, sondern es stellt sich einfach der Herausforderung nicht. Und dann nutzt es ein Vermeidungsverhalten, dass es sich gar nicht mehr, dass es ausblendet, dass es dieses Lego hat sozusagen und beschäftigt sich einfach mit was anderem. Und so machen wir das bei anderen Dingen eben auch, dass wir, weil wir so glauben und uns so unter Druck setzen, das ist das zweite Geschenk heute in der Folge für dich, neben dem, dass es dir bewusst wird, ist das Geschenk, dass du einfach verstehst, ach so, wir sind so getrieben, erfolgreich zu sein, dass wir überhaupt keine Ausdauer entwickeln etwas wirklich von der Pike auf zu erlernen. Sobald es nicht schnell genug so erfolgreich ist, wie wir uns das wünschen, schmeißen wir es in die Ecke, im sprichwörtlichen Sinne, und geben auf und sagen, das ist es doch nicht, und ich brauche was anderes, das funktioniert bei mir nicht, das war eine blöde Idee, wie auch immer, anstatt einfach zu sehen, ach so, ich komme halt einfach an der Hürde vorbei. Es ist halt total normal in jedem Lernprozess, dass es Phasen gibt, in denen geht es mir leicht von der Hand, und andere Phasen, da ist es mal haarig. Und da gilt es einfach, genau diese Lernstrategie des Dranbleibens und Standhaltens selbst anzuwenden.
Und dabei ja auch immer die wieder zu üben und die zu verbessern. Das ist ja das Coole dran, ist, dass du dann nicht nur über diese Hürde kommst, sondern du erlernst ja auch noch eine Fähigkeit, die du dann wieder in anderen Sachen, in anderen Themen benutzen kannst.
Genauso wie du ja zum Beispiel mit Sport angefangen hast irgendwann, um eben dieses Dranbleiben zu trainieren. Ja, weil man kann jede Lernstrategie einfach trainieren und auch mit Themen, bei denen es einem vielleicht erstmal leicht leichter fällt, wo man sich nicht so unter Druck setzt, wie auch immer. Also da gibt es ja ganz viel Verschiedenes. Und wenn du die Strategie einmal erlernt hast, das ist ja das, was wir letzte Woche auch erzählt haben, dass es nicht um das Ergebnis geht. Also es geht jetzt nicht darum, dass du gemeckerfrei bist zum Beispiel, sondern es geht darum, dass du die Lernstrategie des Dranbleibens beherrschst, weil dann kannst du die anwenden auf Sport machen, auf Musikinstrumente spielen, auf eine bestimmte Art, dich zu ernähren, auf gemeckerfrei sein, auf deine Kinder Kinder begleiten, auf was auch immer du möchtest. Die Fähigkeit, dranzubleiben, zu trainieren, hilft dir selbst auch für dein ganzes Leben. Und dann bist du natürlich auch wieder das Vorbild für deine Kinder, das einfach erkennen kann, ah, hier fällt's dem Kind gerade schwer, dranzubleiben. Da muss ich nicht meine Unzufriedenheit mit mir selbst in die Situation reinbringen, sondern ich kann einfach mein Kind dabei begleiten, die Lernstrategie zu entwickeln.
Genau, und ganz oft kann man ja jetzt Kindern dann in so einer Situation auch ganz leicht helfen, indem man sie einfach ein bisschen ermutigt, ja, noch mal das Lego, noch, wenn ich jetzt noch mal unser Beispiel nehme vom Lego, es ermutigt, das Lego noch mal in die Hand zu nehmen. Und das ist natürlich, was du dir selbst als, als Erwachsener auch holen kannst, diese Unterstützung, ja, jemanden, der dir einfach sagt, okay, jetzt schau halt noch mal hin, schau, es geht, du kannst es, ja. Weil das ist es, das sind die Dinge, die einen dazu bringen, weiterzugehen. Es hilft nichts, wenn du dem Kind jetzt 2 Schritte Lego weiter baust, ja, genau, sondern es hilft aber, wenn du dich hinsetzt und sagst, schau mal, guckst dir doch noch mal an, wo gehört das Teil hin, ja. Und das kannst du entweder mit dir selber machen für dich selbst, oder halt dir jemanden suchen in deinem Umfeld, oder auch jemand professionell quasi, der dir eben da, also uns zum Beispiel, ja, der dir da eben den Support gibt.
Ja, okay.
Der sagt, schau mal hier, vielleicht willst du das mal so ausprobieren. Ja, oder weil es sind ja oft nur eine Hürde, oder ein Coach von mir hat das immer mal gesagt, du rennst halt irgendwann gegen eine Mauer, Ja, weil gerade wenn es eine Zeit lang leicht geht, dann guckt man nicht mehr geradeaus, dann rennt man mit dem Kopf gegen die Mauer. Und jetzt stehst du halt davor und du siehst ja nur die Mauer. Und wenn jemand anders sieht aus einer anderen Perspektive oft, na ja, du kannst außen rumgehen, du kannst drüber klettern, da unten gibt es einen Tunnel durch oder du gräbst halt einen. Also gibt immer verschiedene Wege, mit so einer Mauer oder Hürde eben umzugehen. Nur selber sieht man sie halt meistens nicht. Absolut. Genau.
Ja, und es ist ja auch eine Lernstrategie, Ich muss jetzt noch ein bisschen spoilern für die nächste, die quasi nach dem Dranbleiben kommt. Da geht es darum, sich auszudrücken und mitzuteilen. Und da geht es eben auch darum, zum Beispiel um Hilfe zu bitten, zu sagen, was einem schwerfällt. Weil schau, eigentlich würden wir uns von dem Kind ja wünschen, wenn es da mit Lego spielt und dann kommt eine Stelle, wo es schwer wird, dass das Kind einfach zu uns kommt und sagt: Da ist es schwer, kannst du mir helfen? Weil wir würden, wir helfen ja gerne, nur das Kind hat neben der Tatsache, dass es eben noch nicht gelernt hat, dranzubleiben, mitunter auch noch nicht gelernt, um Hilfe zu bitten. Und deshalb verschwindet es aus der Situation. Und jetzt überprüft das einfach mal für dich. Wo machst du das auch? Wo fragst du nicht um Hilfe, sondern verschwindest aus der Situation? Und das können total banale kleine Dinge sein. Du bist in einem Geschäft, willst einen kleinen kleid anprobieren oder eine Hose, und die gibt es nicht in deiner Größe, hängt die nicht da auf der, auf dem Ständer, ne? Und wie oft bist du schon aus dem Laden gegangen, weil du gedacht hast, die gibt es wohl nicht in deiner Größe, anstatt dass du gefragt hättest? Wie oft würdest du im Restaurant vielleicht eine andere Kombination, eine andere Beilage zu einem Essen haben wollen, aber du traust dich nicht zu fragen, ob der, ob das möglich ist, dass du was anderes bekommst. Also wie oft bist du selber nicht in der Lage, um Hilfe zu bitten? Und ist es vielleicht dadurch auch ganz normal, dass dein Kind sich bisher von dir abgeschaut hat, dass man nicht um Hilfe bittet? Und die Kombination dranbleiben zu lernen und um Hilfe zu bitten und die Hilfe dann auch anzunehmen, die ist einfach ein Turbo, der dich und dann eben auch dein Kind superschnell erfolgreich macht. Und jetzt geht's. Ich habe so gezögert, weil es geht ja nicht ums Erfolgreichsein. Aber natürlich, wenn ich jetzt so ein Lego zusammenbauen will, dann macht mir das einfach gute Gefühle, wenn ich die Schritte auch gehen kann. Wenn ich gemeckerfrei sein will, wenn ich sportlich sein will, wenn ich Klavier spielen können will, dann macht mir das einfach gute Gefühle, wenn ich merke, dass ich da vorankomme. Und der Zauber, also ein Zauberschlüssel dabei ist eben diese Kombination aus Dranbleiben und Umhilfe bitten und die Hilfe auch annehmen.
Ja.
Und jetzt können wir schon ein bisschen spoilern, weil übermorgen gibt es schon wieder eine Möglichkeit, wie du Ach, morgen stimmt. Morgen. Ja, ja, genau.
Ich bin verschoben. Genau.
Morgen gibt es schon wieder eine Möglichkeit, wie du dich unterstützen lassen kannst, auf deinem Weg gemeckerfrei zu sein, besonders auch mit deinem Partner in deiner Beziehung und dadurch mit deinen Kindern. Und folg uns auf Social Media und oder in den E-Mails und dann kriegst du es mit. Und wir freuen uns.
Ja, jetzt hast du schon gespoilert quasi, dass wir unsere Folgen ganz oft immer erst am Abend vor Veröffentlichung aufnehmen. Deswegen sind die immer so exklusiv.
Genau. So, wunderbar. Dann wünschen wir dir alles Liebe. Tschüss.
Tschüss.
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