Geschwisterstreit - der meist unterschätzte Grund - Podcast 079

In dieser Podcast‑Folge von "Gemeckerfrei" diskutieren die Gastgeber (SPEAKER A und Bernd) den häufig übersehenen Kern von Geschwisterkonflikten: Kinder werden nicht in ihrer jeweiligen Geburtsreihen‑Position gesehen und Eltern verhalten sich oft hierarchisch zueinander. Sie argumentieren, dass das gängige Irrglauben‑Muster – das Verhalten der Kinder zu "doktern" – kaum wirkt, wenn die zugrundeliegenden Positions‑ und Macht‑Dynamiken unbeachtet bleiben. Der Dialog erklärt, warum jedes Kind (erstgeboren, mittleres, Nesthäkchen etc.) einzigartige Qualitäten und Aufgaben hat, die von den Eltern bewusst benannt und wertgeschätzt werden sollten. Sie zeigen, wie das ständige Vergleichen und das Aufrechterhalten von Eltern‑Hierarchien (z. B. ein dominanter Partner) die Kinder in Konkurrenz treiben und Konflikte entfachen. Praktische Empfehlungen umfassen das bewusste Benennen der kindlichen Rollen, das Zuordnen von Rechten und Pflichten passend zur Position, das Vermeiden von Hierarchien und Vergleichen, sowie das Etablieren einer gleichwertigen Entscheidungsfindung zwischen den Eltern. Durch das Auflösen dieser beiden Ursachen – fehlende Anerkennung der Geburtsreihen‑Position und elterliche Macht‑Ungleichheit – können Kinder sich in ihrer Rolle entspannen, Konkurrenzgefühle schwinden und Geschwisterstreit reduziert sich von selbst.
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Hallihallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, in der Beziehung und mit dir selbst. Genau. Heute haben wir ein, wie wir finden, super spannendes Thema rausgesucht.
Und zwar geht es um Geschwisterstreit und um den meist unterschätzten Grund, warum es Streit gibt unter den Geschwistern.
Ja, genau. Und warum das ein Grund ist oder warum du diesen Grund niemals lösen kannst, indem du am Verhalten der Kinder rumdokterst.
Genau, weil das ist, und das finde ich spannend, darauf noch mal ein bisschen einzugehen, weil das ist nämlich das große Missverständnis. Oder Missverständnis ist schon fast zu schwach. Ist vielleicht einfach ein riesengroßer Fehler. Denkfehler.
Also vielleicht ein Irrtum. Vielleicht könnte man es Irrtum nennen.
Das ist genau der Begriff.
Genau, es ist ein Irrtum, dass wir glauben, wir müssten an den Kindern rumdoktern, damit deren Gestreite aufhört. Da gibt es auch Methoden, die funktionieren an manchen Stellen auch. Aber wenn der Grund, über den wir heute sprechen, sprechen wollen, zutrifft, dann kannst du dir mit allen anderen Tools quasi die Zähne ausbeißen.
Genau. Und gerade wenn das, wenn Geschwisterstreit ein durchgängiges Thema ist, das immer wieder auftritt, dann liegt es eben genau an diesem Grund und nicht an irgendwas, was in den Kindern begründet liegt.
Ja, oder es liegt nicht daran, dass es nicht zwei blaue Autos gibt oder nicht, was weiß ich, zwei Bagger oder irgend so was. Ja, genau. Kannst es nicht mit einer Materialschlacht auflösen. So, aber ich glaube, jetzt haben wir euch lang genug auf die Folter gespannt. Und der meist unterschätzte Grund für Geschwisterstreit, die meist unterschätzte Ursache für Geschwisterstreit ist, wenn die Kinder nicht in ihren Positionen gesehen sind, wenn die sich nicht wertfrei in ihren Positionen entfalten können. Und da gibt es 2 Aspekte, die wir hier in dieser Folge beleuchten wollen. Und der erste Aspekt ist die Position der Geschwister zueinander. Also wie oft betonst du das, dass zum Beispiel ein erstgeborenes Kind eben das erstgeborene Kind ist, dass das zweite das zweite, das dritte das dritte und so weiter.
Und ich werfe jetzt mal eine Frage ein.
Mach.
Weil das heißt ja eigentlich, dass eigentlich nur klar sein muss, wer der Chef ist.
Genau, also, oder nicht. Ja, genau, ja, genau, ja, nicht, ne? Weil einfach, es geht nicht darum, dass eine Position besser ist als die andere. Und das ist in vielen unserer Köpfe drin, dass wir denken, der Älteste ist der Klügste, der darf am meisten, whatever, das ist die beste Position. Oder der Älteste denkt sich, boah, wäre ich mal das Nesthäkchen, die dürfen ja Alles für die habe ich alles aus dem Weg geräumt. Palabera baba. Da sind ja 100.000 Aspekte drin, die wir selber erlebt haben und die wir als Kinder unfair gefunden haben. Und deshalb sind viele Eltern so darauf erpicht, ihre Kinder gleich zu behandeln und zu sagen: Alle gleich, alle dürfen das Gleiche, alle kriegen das Gleiche, alle kriegen Geschenke im gleichen Wert, alle Ja, also die einen machen es generell gleich, die anderen sagen okay, in der 5.
Klasse gibt es ein Handy, was auch immer, dann wird es so über die Zeit gleich gemacht.
Ja, und dabei vergessen sie, dass jede Position was ganz Einzigartig Besonderes ist. Also ich kann zum Beispiel sagen, dass unser ältester Sohn, der hat uns einfach zu Eltern gemacht. Das kann kein weiteres Kind bewirken, dass es dich, deinen Partner, deine Partnerin, dass es euch zu Eltern macht. Das schafft nur das erste Kind.
Ja, und das erste Kind ist ja bei allem das erste.
Genau.
Also das ist das erste, das Laufen gelernt hat. Das ist das erste, das Weihnachtsgeschenke bekommt, überhaupt erst mal. Also das hat diesen ganzen Zauber, der der ersten Male.
Ja, der Zauber der ersten Male und eben auch die Pest der Unfähigkeit, dass wir halt oft das Gefühl haben, wir wissen noch nicht, wie es geht.
Ja, und das ist alles immer mit zwei Seiten.
Genau. Und das ist halt die Position des Erstgeborenen. Und wenn du jetzt zum Beispiel, wenn dein erstes Kind jetzt zum Beispiel ein Junge ist, dann kannst du halt immer wieder benennen: Boah, du bist mein erster Sohn. Du hast mich zur Mama, du hast mich überhaupt zur Mama gemacht oder zum Papa gemacht. Du hast uns zu Eltern eines Jungen gemacht. Ja, also so. Das ist, wie du halt einfach diese Position des Erstgeborenen bestärken und benennen kannst. Und dann jetzt zum Beispiel unsere Tochter, die ist halt zu uns gekommen und hat absolut unsere Herzen geöffnet. Die hat einfach die Liebe mitgebracht, also noch mal auf einem neuen Level quasi. Und sie hat uns zu Eltern eines Mädchens gemacht. Ja, so. Und unser dritter Sohn. Dazwischen hatte ich noch eine Fehlgeburt, aber das spielt jetzt nicht so eine Rolle, sondern der nächste Sohn, der war dann quasi das dritte lebende Kind und damit wieder der zweite Sohn und der vorletzte. Und der hat so diese ganz viel Klarheit zu uns gebracht, ja, so ganz viel pointierte Klarheit. Und der letzte, das ist dann unser letzter Sohn, der hat so die Stabilität und die Wurzeln und die Ruhe und so zu uns gebracht. Und so hat jeder, jedes Kind hat so eine ganz eigene Qualität mitgebracht und hat so ein einzelnes Puzzleteil in unserer Familie. Und es wäre total fatal, wenn wir die alle über einen Kamm scheren würden und bei allem sagen würden, ihr seid halt unsere Kinder.
Sondern wir machen das ja heute sogar noch, wo jetzt ja unsere zwei, die zwei Ältesten schon über 20 sind, ja, immer noch, wenn wir zusammensitzen, dass wir auch darüber sprechen, ne. Ja. Und dann wieder, sagen wir wieder, ja, das war aber für den Ersten cool, dass er XY erlebt hat. Oder wir sagen auch, na ja, das ist natürlich, ne, da siehst du jetzt deinen kleinsten Bruder, ne, der hat's da natürlich leichter, ja, weil da juckt sich jetzt keiner mehr drum, ob du um 9 oder um 10 nach Hause kommst oder was auch immer, ja. Genau. Das ist, und Das Ding ist, du kannst eigentlich diese Veränderungen nicht verhindern, die du ja auch als Eltern durchläufst. Natürlich bist du bei deinem zweiten, dritten, vierten Kind, wenn es jugendlich ist, viel entspannter.
Ja, oder wenn was passiert ist mit den größeren Kindern, bist du halt unentspannter. Also du veränderst dich halt. Du bist ja jeden Tag eine andere Mama, ein anderer Papa, weil immer der Tag, also jedes Gestern prägt dich ja und verändert dich ja. Und deshalb ist es einfach so wichtig, dass du den Kindern immer wieder diesen Raum gibst, dass sie in ihrer Position besonders sind, dass du das einfach rausstellst. Was ist, was macht, welchen Beitrag leistet dieses Kind zu euch als Familie? Was empfindet ihr als Eltern das? Und das eben auch zu koppeln an die Position, die das Kind in der Familie einnimmt und auch bestimmte Rechte zum Beispiel an so eine Position zu knüpfen. Weil häufig verknüpfen wir nur Pflichten damit, dass wir sagen, du bist jetzt schon so alt, du kannst jetzt mal die Spülmaschine ausräumen. Aber gleichzeitig wollen wir immer noch, dass sie zur selben Zeit ins Bett gehen, weil wir zum selben Zeitpunkt Feierabend haben wollen. Und da, dass es dann Clinch gibt, ist ja vollkommen klar, weil das Kind sagt: Na ja, groß werden bringt mir ja nur Ärger und Pflichten. Ja, und aber das ist halt auch, dass man eben so Dinge auch sagt wie: Weil du unser Erster bist, weil du der große Sohn bist, weil du schon 7 bist, kannst du jetzt den und den Part übernehmen. Oder weil du so gelassen bist, Kannst du für uns mal rausfinden? Oder weil du so ein offenes Herz hast, deshalb bist du total wichtig dafür, die Beziehungen zwischen deinen Geschwistern immer wieder zu managen. Ja, also das sind so Sachen, die wir dann oft auch benutzt haben. Ja, und da einfach rauszufinden, was ist die Besonderheit, die dein Kind in seiner Geschwisterposition, in der Reihenfolge, in der es zu euch gekommen ist, einfach einnimmt? Und welche spezielle Qualität hat es aufgrund dieser Position, weil bei uns Kind 2, 3 oder 4 hätten nicht die Position einnehmen können wie Kind 1. Ja, weil das brauchte erst Kind 1. Und gleichzeitig kann zum Beispiel, wenn Kind 1 bei euch zum Beispiel so ein angepasstes Kind ist, kann Kind 2 kein angepasstes Kind mehr sein, weil die Position des angepassten Kindes ist einfach schon belegt.
Und es wäre auch total blöd, weil nämlich gleichzeitig ja das unangepasste Kind dem angepassten Kind auch hilft, ein bisschen weniger angepasst anders zu werden und umgekehrt.
Genau, weil es sind immer ja zwei Seiten, es sind ja immer zwei Seiten.
Und was mir jetzt noch wichtig ist, um meine provokante, lustige Frage von vorher, dass eigentlich immer klar sein muss, wer der Chef ist, noch mal aufzugreifen und jetzt kurz ernsthaft zu sagen, es geht eben, und das war ja an deinen Beispielen auch deutlich, ich möchte es nur noch mal wirklich klar gesagt haben, es geht nicht darum, eine Macht herzustellen zwischen den Kindern.
Keine Hierarchie.
Genau, keine Hierarchie. Also es ist nicht so, weil du der Älteste bist, müssen deine kleinen Geschwister tun, was du sagst.
Hahaha, nein.
Ganz blöd gesagt, so wird es jetzt keiner sagen, aber achtet da mal drauf. Das darf dabei natürlich nicht passieren.
Oder eben auch diese Vergleiche unter den Kindern. Schau mal, dein großer Bruder kann das schon. Oder dein großer Bruder konnte schon mit 4 Jahren Fahrrad fahren. Jetzt stell dich doch nicht so an. Also das ist natürlich die totale Pest, weil du musst einfach die Einzigartigkeit deines Kindes erkennen und den Beitrag erkennen, lernen. Und das ist einfach ein Weg, den es für euch als Familie mitbringt und auch die Qualitäten, die an ihm besonders sind. Also zum Beispiel unser jüngster Sohn, den kannst du antreiben, wie du willst, der wird nicht schneller dadurch, weil der ist halt so entspannt und so gelassen in sich. Der sieht halt überhaupt keinen Grund darin, sich für irgendwas irgendwie zu beeilen. Aber von dem her, wenn ich dem jetzt sagen würde, sei mal so schnell wie, schau mal, dein großer Bruder kriegt es ja auch hin, Jetzt beeil dich doch mal. Das, damit würde ich, damit würde ich nur seine Qualität runterregeln. Und das ist immer das, was so wichtig ist, dass du die Qualitäten erkennst und die groß machst, weil da liegt ein Zauber drin, da ist ein Talent drin. Wenn du das gleich machst, weil du alle Kinder gleich haben willst, weil du erwartest, dass alle die Dinge auf die gleiche Art und Weise tun, dann machst du unter Umständen, drehst du die Melodie der Seele deiner Kinder leise, weil du ihnen nicht ermöglichst, sich auf ihre ganz spezielle Art und Weise auszudrücken. Hätten wir zum Beispiel von unserer Tochter erwartet, dass sie so logisch mathematisch denken lernt wie ihr ältester Bruder, dann hätten wir ihre Emotionalität bestimmt kaputt gemacht. Und das ist einfach total wichtig, dass du sowohl in der Kommunikation der Kinder gegenüber als auch für euch als Eltern, dass du immer klar hast, jedes Kind ist einzigartig und jedes Kind ist in seiner Position Position so genauso, wie es ist, richtig und wichtig. Und das Kind muss das wissen, dass es bestimmte Dinge aufgrund seiner Position auch darf, also ein Beitrag sein kann für euch als Familie. Du hast immer zu Anja gesagt, dass du von ihr kuscheln gelernt hast. Das erzählt die bis heute mit so einem Grinsen im Gesicht, weil das für sie so wertvoll war, dass sie da dieser Beitrag sein konnte. Oder wir sagen ja bis heute ständig, dass unsere Kinder die wahren Helden sind hinter Gemeckerfrei, weil ohne die hätten wir das gar nicht gefunden. Und da können wir zu jedem Kind eine eigene Geschichte erzählen, warum die Qualität dieses Kindes dazu beigetragen hat, also wie die Qualität dieses einzelnen Kindes in Gemeckerfrei hineingeflossen ist.
Ja, und da findet jeder, also auch jeder von euch Zuhörern jetzt einfach Geschichten, Momente, Dinge, Veränderungen, die in deinem Leben aufgetreten sind, wo du sagen kannst, Boah, das habe ich eigentlich durch mein Kind, durch dieses Kind, durch Kind 1, 2, 3, 4, 5, 6, je nachdem, so erleben dürfen.
Ja, genau. Und je offener du darüber auch sprichst, je mehr du das zu einem Teil eurer Alltagskommunikation machst, umso weniger müssen die Kinder miteinander in Konkurrenz gehen, weil du vergleichst, also ein Apfel versucht ja auch nicht, eine Birne zu sein oder eine Erdbeere, sondern ist halt einfach ein Apfel. Und wenn ein erstes Kind einfach nur ein erstes Kind sein darf und ein zweites Kind einfach nur ein zweites Kind sein darf, ohne da im Vergleich zu landen, dann müssen die halt nicht miteinander in Konkurrenz gehen und sich nicht, genau, und dann müssen sie nicht kämpfen und streiten.
Ja, und die machen es sogar, die werden ja sogar untereinander genau damit anfangen. Die werden ja dann dir das auch wieder nachmachen und anfangen, sich gegenseitig diese Wertschätzung zu geben.
Ja, voll. Das ist eigentlich das, wo wir immer da sitzen und fast heulen vor Rührung, weil es einfach so berührend ist. Genau. Jetzt kommen wir noch zum zweiten Grund, wo die Positionen missachtet werden könnten.
Ja, das ist auch sehr, sehr spannend.
Weil manchmal ist es nämlich auch so, dass deine Kinder streiten, weil dein Partner, deine Partnerin und du, weil ihr als Eltern nicht gleichwürdig auf Augenhöhe miteinander agiert, sondern weil es zwischen euch eine Hierarchie gibt. Und das kann sein, das kannst du dir, kannst du ganz einfach eigentlich mal überprüfen, wenn du ehrlich zu dir bist. Machst du mal die Augen zu und stellst dir deinen Partner, deine Partnerin und dich nebeneinander vor und schaust einfach mal hin. Seid ihr gleich groß? Also siehst du euch gleich groß? Könnt ihr euch auf Augenhöhe in die Augen schauen, oder ist einer größer, einer kleiner? Und da geht es jetzt nicht um die körperliche Größe, sondern Sondern um die energetische Größe. Und wir haben immer wieder Teilnehmer in unseren Coachings, wo mal die Frau die Größere ist, wo mal der Mann der Größere ist, wo die Frau sich kleiner fühlt, wo die Frau sich größer fühlt und wo einfach eine Hierarchie zwischen den Eltern gelebt wird. Und das ist was, was die Kinder einfach überhaupt nicht aushalten können. Und zwar auf zwei verschiedene Arten können sie das nicht aushalten. Entweder fühlen sie sich dann eingeladen. Also jetzt nehmen wir mal das Beispiel, Frau macht sich größer. Sieht sich größer als der Mann. Dann, und es gibt zum Beispiel eine Tochter und einen Sohn, dann hat die Tochter schnell, entweder hat die Tochter das Gefühl, sie muss auch größer sein als der Sohn, egal ob sie die Erste oder die Zweite ist, und dadurch kommt Unruhe in die Geschwisterposition. Oder aber genau andersrum, die Tochter macht genau das Gegenteil von dem, was was die Mutter macht. Und dann macht die Tochter sich, geht ins Kleinsein, ist vielleicht die Erstgeborene, macht sich aber klein. Der Sohn macht sich groß. Und das ist immer eine Dynamik zwischeneinander. Ich habe es jetzt nur mal vom Bild der Frau aus kurz mal skizziert. Ich hoffe, dass das verständlich war. Also jedenfalls, entweder machen deine Kinder euch genau nach oder sie machen genau das Gegenteil. Und eigentlich zeigen sie damit auf, dass sie sich damit nicht wohlfühlen, dass ihr als Eltern miteinander eine Hierarchie entstehen habt lassen.
Und damit ja ein Machtgefälle einfach.
Genau, weil es gibt, und das ist ja das, was gesellschaftlich auch total üblich war, also dass die Männer über den Frauen stehen und dann die Emanzipationsbewegung genau andersrum, dass die Frauen auf einmal sich aufgeplustert haben und so. Und am Ende des Tages ist es nämlich einfach so, dass Frau und Mann sein, also wenn man jetzt mal davon ausgeht, ihr lebt in einer klassischen Beziehung, sonst ist ja vollkommen wurscht. Also weil du bist ja als Frau oder als Mann nicht per se besser oder schlechter als der andere, sondern ihr seid ja beide gleich wertig, gleichwürdig. Und im besten Fall begegnet ihr euch eben auf Augenhöhe. Das bedeutet auch, dass eure Standpunkte, eure Meinungen, eure Ansichten beide gleichwertig sind und dass es immer wieder darum geht, einfach einen gemeinsamen Weg zu finden, eine gemeinsame Meinung zu finden, so dieses kleinste gemeinsame Vielfache einfach.
Ja, und das Coole daran ist, dass wenn du jetzt das bei dir erkennst, dass es bei euch so ist und dass daher auch eure, die Konflikte unter deinen Kindern entstehen, dann ist deshalb genau die Einladung, jetzt da dran zu gehen. Weil das ist, also Hierarchien fallen uns, von den allermeisten Menschen fallen Hierarchien viel leichter als dieses gleichwürdige Zusammensein.
Voll, haben wir ja so gelernt.
Ja, das haben wir so gelernt, das.
Und solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, das ist einfach tief verankert.
Und deswegen ist es auch überhaupt nicht besonders, wenn das jetzt bei euch so ist. Nur es ist halt jetzt hier von uns wirklich die Einladung zu sagen, okay, lass uns doch mal schauen, wie wir das wegbekommen.
Ja, und das könnt ihr auch angehen, indem ihr themenweise vorgeht, dass ihr sagt, okay, wie ist es denn eigentlich bei den Kindern? Wer entscheidet denn am Ende des Tages, wie es gemacht wird? Sind wir da wirklich gleichwertig? Entscheiden wir wirklich zusammen? Oder bist du als Mama da, die den Ton angibt?
Ja, und da geht es jetzt natürlich nur um die Dinge, die halt auch für beide wichtig wichtig sind. Wenn jetzt dem einen der Garten sowieso wurscht ist und der andere macht den, dann ist es jetzt ja nichts, wo ich gemeinsam betroffen bin. Das ist ganz wichtig. Das hat ja auch nichts mit einer Aufgabenteilung zu tun. An der Stelle geht es ja um die Entscheidung.
Genau, um die, wer hat die Hosen an? Ja, genau. Wer hat, ja, der Satz. Aber wer hat die Hosen an, wenn es um die Finanzen geht? Wer hat die Hosen an, wenn es um die Urlaubsplanung geht? Wer hat hat die Hosen an, wenn es um Wochenendplanung geht? Wer hat die Hosen an, wenn es darum geht, wie ordentlich es zu Hause ist? Wer entscheidet das? Und ist das abgesprochen? Sind da beide fein damit oder ist da eine Hierarchie versteckt? Und das ist einfach die zweite Einladung, wenn das hier da einfach hinschaut, wie der Bernd gerade schon gesagt hat. Und es führt dann einfach beide Aspekte, die wir jetzt genannt haben, auch wenn die erst mal vielleicht gar nicht so viel miteinander mehr zu tun haben, führen die beide dazu, dass deine Kinder, wenn du die löst, diese Aspekte, dass deine Kinder sich in ihrer Position entspannen können, sich in ihre Position hinein entspannen können. Im einen Fall, weil sie sich entspannen können, dass sie in ihrer Geschwisterreihenfolge gesehen werden, und im anderen Fall, weil sie sich entspannen können, weil sie nichts mehr für zeigen, aufdecken, übernehmen, ja, tragen, ans Tageslicht bringen müssen. Und dadurch kann sich dein Kind, können sich deine Kinder in ihre Position hinein entspannen. Und dann hört Konkurrenz und Streit und all dieses Zeug an vielen Stellen von selber auf. Und sonst kannst du natürlich mit vielen weiteren Tools, die du bei uns auch lernen kannst, auch weiter dann Streitsituation auflösen. Aber das ist eben aus unserer Sicht der meist übersehene Anlass für Geschwisterstreit.
In diesem Sinne vielen Dank fürs Zuhören.
Alles Liebe.
Bis zum nächsten Mal.
Tschüss.
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