Gibt es das Christkind wirklich? - Podcast 063

Bernd and Speaker A discuss whether the Christkind is real, drawing on the 1897 letter "Yes, Virginia, there is a Santa Claus." They argue belief isn't about facts but about fostering wonder, generosity, and love. Ask your child if they want to believe, and treat it as personal truth.
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Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemäcker frei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie und als Paar. Genau. Und heute wollen wir mit dir über eine Frage sprechen, philosophieren, die wahrscheinlich alle Eltern irgendwann mal gestellt bekommen.
Und zwar die Frage: Gibt es das Christkind wirklich?
Genau.
Oder ist das nur eine Erfindung von Eltern?
Genau. Also gibt es das Christkind wirklich? Und wie du da eigentlich auch darauf antworten kannst, wie du damit umgehen kannst, ohne damit was zu zerstören und ohne eine Lüge zu erzählen.
Genau.
Weil das ist ja der schmale Grat, auf dem man sich in diesem Thema bewegt.
Ja, weil man will ja einerseits ehrlich sein, andererseits ja nicht diesen diesen Zauber zerstören.
Ja, genau. Und was wissen wir schon darüber, ob es das Christkind wirklich gibt? Ja. Also jedenfalls gibt es dazu eine über 100 Jahre alte Geschichte. Weil 1897 hat ein 8-jähriges Mädchen, eine Virginia in den USA, diese Frage an eine Zeitung geschickt: Gibt es das Christkind wirklich? Weil Freunde von ihr hatten gemeint, dass es das Christkind nicht wirklich gibt, und deshalb begann sie zu zweifeln. Diese Frage der kleinen Virginia war dem Chefredakteur so wichtig, dass er einen erfahrenen Kolumnisten mit dem Fall betraute. Dieser schrieb einen Artikel, der bis in die heutige Zeit Seit über 100 Jahren. Und die Antwort von diesem Kolumnist liest der Bernd euch mal vor.
Liebe Virginia, deine kleinen Freunde haben Unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, dass sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder von Kindern, ist immer klein. In diesem unseren großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist. Ja, Virginia, es gibt das Christkind. Es existiert so zweifellos, wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen. Und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. Oh weh, wie öde wäre die Welt, wenn es kein Christkind gäbe! Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht. Nicht an das Christkind glauben? Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben. Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, um das Christkind zu fangen. Aber was würde das beweisen? Niemand sieht das Christkind, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es das Christkind nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen. Du kannst eine Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt. Aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer und Frauen aller Zeiten auseinanderreißen könnte. Nur Glaube, Fantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger. Kein Christkind, Gott sei Dank, es liebt und es liebt auf ewig. Noch in 1000 Jahren, Virginia, nein, noch in 10 mal 10.000 Jahren wird es fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen. Frohe Weihnachten, Virginia, dein Francis P. Church.
Immer wieder schön. Immer wieder schön.
Und natürlich ist die Geschichte oder der Brief ist überhaupt nicht kindgerecht. Also die Sprache ist natürlich Kinder nicht verstehen, aber das ist ja auch in der Zeitung veröffentlicht worden, diese Antwort quasi, und wahrscheinlich hat er dem Kind das noch mal ein bisschen verständlicher persönlich zurückgeschrieben. Das wollen wir mal so hoffen.
Genau, oder zumindest würden wir das tun aus der Gemeckerfrei-Sicht. Nur um für dich diesen Spagat zu zuschließen zwischen: Wie kann ich die kindliche Mystik erhalten und gleichzeitig nicht schwindeln? Dafür ist diese Geschichte wundervoll, weil alles, was du glaubst, es war— der Glaube, Glaube kannst du gerne mal googeln im Duden, bedeutet eine feste Überzeugung, von etwas, das nicht bewiesen werden kann. Und wenn ihr zusammen an das Christkind glaubt, ist es wie an die Liebe zu glauben. Du kannst die Liebe auch nicht sehen. Du kannst die Liebe fühlen. Du kannst glauben, dass sie da ist, aber du kannst sie nicht sehen. Und wenn das Christkind Liebe ist, Dann bringt die Liebe zum Beispiel Geschenke. Ja, einfach zu sagen, das ist einfach eine liebevolle Geste. Das ist die Magie, die das Leben bunt macht. Das ist der Zauber. An solche Dinge zu glauben ist der Zauber, die Magie, die das Leben ein bisschen lebenswerter macht, ein bisschen liebenswerter macht.
Und es ist ja nicht nur so, das will ich noch kurz dazu sagen, weil das ist was, was glaube ich auch immer bei dem, dieses, ja, alles was ich glaube, ist wahr. Alles, auch alles was dein Kind glaubt, ist wahr. Das ist ja, das ist ja eben total wichtig, auch das wirklich auch dem Kind, also das auch den Kindern beizubringen, auch zu sagen, ja, wenn du das glaubst, ist es wahr. Und Du kennst es ja aus Spielsituationen. Manche Kinder spielen manchmal alleine und haben eigentlich noch jemanden mit dabei. Ja, da ist irgendjemand, den wir als Erwachsene natürlich nicht sehen, aber die sprechen mit dem, der macht mit, oder es kann manchmal auch ein Plüschtier sein oder eine Puppe oder so, ne. Und für das Kind ist es in dem Moment einfach die Realität. Und genauso funktioniert es für die Kinder ja auch mit dem Christkind. Und wenn wir da Anstatt eigentlich die Kinder dahin zu begleiten, dass sie das irgendwann nicht mehr glauben, sollten wir uns vielleicht mehr begleiten lassen, es wieder zu glauben. Und wie Uli das gerade so gesagt hat, ja, wenn das, was, wenn das Christkind die Liebe ist, oder was, wenn das Christkind die Liebe verschenkt, ja, und das, was wir verschenken als Menschen untereinander an materiellen Dingen, eigentlich nur ein Transportmittel ist, dafür.
Absolut. Und ich würde immer, um es einfach noch ein bisschen praktisch zu machen, ich würde, oder was wir gemacht haben, ist, dass wir unsere Kinder gefragt haben: Möchtest du denn glauben, dass es ein Christkind gibt? Und wenn das Kind sagt: Ja, will ich. Dann sag ich: Ja, wenn du das glaubst, dann ist es so. Das ist deine Wahrheit. Und dann kann das Kind ja mich fragen: Glaubst du ans Christkind? Und dann sage ich: Ja, natürlich glaube ich ans Christkind, weil ich glaube natürlich nicht daran, dass da irgendwie ein kleiner Zwerg rumläuft, der irgendwelche Geschenke aus dem Himmel zieht und unter den Baum legt. Also das ist nicht meine Vorstellung von Christkind. Aber meine Vorstellung von Christkind Christkind, und es ist nur meine, ist eben, wie der Bernd es so schön sagt, es ist ein Transportmittel, um gegenseitig unsere Herzen zu öffnen. Das Christkind ist aus meiner Sicht dafür da, die Herzen zu öffnen. Und ich bin saufroh, dass es für mich ein Christkind gibt, bis heute, ja, weil ich, und ich eigentlich sogar an jedem Tag im Jahr, weil ich immer weil ich mein Herz weiter öffnen will und weil ich immer dazu beitragen möchte, dass andere Menschen ihre Herzen weiter öffnen. Und wir glauben von so vielen Dingen, die wir nicht sehen können, dass es die gibt. Wir glauben auch an unsere Ängste, übrigens. Wir glauben, dass es sinnvoll ist, vor irgendwas Angst zu haben. Da könntest du ja auch wenn du schon ein bisschen dich mit Gemecker frei beschäftigst, die Zeit nutzen und lieber ans Christkind glauben und an die Liebe glauben, an die Magie, an die Romantik, anstatt dein Hirn mit so einem Quatsch wie Angst zu füttern. Also ja, es gibt aus unserer Sicht, gibt es ein Christkind. Aus unserer Sicht kannst du in die Welt schreien, dass es ein Christkind gibt, kannst mit deinem Kind zusammen das Christkind feiern und kannst das Gefühl und das Herz groß machen. Weil, wie Francis P. Church so schön geschrieben hat, wir haben Gehirne wie Ameisen im Vergleich zu dem unendlich mystischen Großen Ganzen, das die Welt umspannt und ausmacht. Und das kann man sogar neurowissenschaftlich erklären, weil wir sind zu 99,12 mal eine 9, ich kann die Zahl jetzt sogar auswendig, bestehen wir aus Energie. Nur zu 0,12 Nullen, nee, 11 Nullen und eine 9, 0,11 Nullen und eine 9.
Nee, und eine 1 dann, oder?
1, genau, und eine 1 bestehen wir aus Materie. Also so geringfügig wenig, Das schon, ob es 0,000001 oder 9 ist, ist schon fast irrelevant. Aber nur das noch mal zu sehen, das, was wir für real halten. Das ist ein Mückenschiss im Vergleich zu dem, was die Welt ausmacht. Und vielleicht, wie der Bärenforscher schon gesagt hat, nimmst du diese kindliche Mystik zum Anlass, Selber wieder einzutauchen in das große Ganze, dich zu verbinden mit Himmel und Erde, die Weihnachtszeit zu nutzen, um dich mit deinen Geistwesen zu verbinden, wieder mit deinem Schutzengel zu sprechen, wie du es als Kind getan hast. An die Magie zu glauben, dass Wunder möglich sind, und einfach dein Herz für die Liebe zu öffnen.
Und dann wird Weihnachten ja genau das, was alle immer sagen, was es sein soll, was nur vielen ja so schwerfällt, das tatsächlich umzusetzen, weil dann wird's einfach das Fest der Liebe. Es ist in Wahrheit das Fest der Liebe. Und das ist das, und das Christkind ist der Bote der Liebe, oder wie auch immer du das bezeichnen möchtest, ja. Und das ist eigentlich das Einzige, was zählt, nicht nur an Weihnachten natürlich, sondern jeden Tag. Aber immer wieder Weihnachten als Anlass zu nehmen, es noch mal zu intensivieren, noch mal hoch zu zu fragen und auch gemeinsam drüber zu sprechen. Einfach mit, auch mit, gerade mit kleineren Kindern ist es so inspirierend oft, wenn man mal drüber, wenn man mal fragt, was ist denn für dich Liebe, wie fühlt sich denn für dich Liebe an? Und dann, da kommen so schöne Antworten von den Kindern, die uns Erwachsene immer wieder inspirieren. Und dann können wir, weil wir selber auf einmal wieder merken, oh wow, so Habe ich auch mal gefühlt. Und so fühle ich jetzt einfach auch wieder, weil ich es möchte, weil es so schön ist.
Ja. Und wenn du aufhören könntest zu glauben, dass deine Kinder halt irgendwann nicht mehr ans Christkind glauben, dann nimmst du das halt auch nicht schon vorweg, sondern du könntest auch sagen: Wir sind die Familie, in der die Magie bestehen bleibt. Wir hoffen, wir konnten dich ein bisschen inspirieren und wünschen dir eine wundervolle Weihnachtszeit. Alles Liebe für dich, bis bald!
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