Hanta-Virus, Krieg & Co - so bleibst du angstfrei

Uli Bott and Bernd Bott examine how fear spreads through media and family dynamics, using the Hanta virus scare as an example. They argue that worst-case thinking harms children's development and suggest that adopting optimistic expectations instead creates a healthier environment for everyone.
Chapters
Auf das Thema der Podcast-Folge hat uns ja heute eins unserer Kinder gebracht.
Ja, das stimmt.
Letztens beim Abendessen gesagt, sucht ihr eigentlich mal wieder ein Thema für den Podcast? Wieso nein, nie? Doch, natürlich. Und da ist gerade was in den News. Das könnte eigentlich passen, weil das könnte Eltern helfen. Und das ist eigentlich ein wichtiges Thema. An uns war es eigentlich so ein bisschen vorbeigerauscht.
Wir hatten es erst mal gar nicht mitgekriegt.
Und das, was wir mitgekriegt haben, nicht so ernst genommen. Dann haben wir uns mit dem da beim Abendessen mit allen zusammen noch mal ein bisschen drüber unterhalten und gesagt, okay, da können wir eigentlich mal drüber sprechen.
Und am Ende des Tages geht es immer darum, was hast du für einen Blick aufs Leben im Allgemeinen? Ja, weil wahrscheinlich sind wir durch die Erfahrungen in der Corona-Zeit Einfach haben wir so unsere Wahrnehmung ein bisschen verschoben. So würde ich mal sagen. Und das ist eigentlich auch was, was uns Eltern auszeichnet in den letzten, würde ich mal sagen, 30, 40, 50, 60 Jahren, wahrscheinlich noch viel länger. Keine Ahnung, dass unsere Wahrnehmung so ein bisschen verschoben wird, dass wir schnell von negativeren Folgen ausgehen als vielleicht früher.
Ja.
Also keine Ahnung, ob sich vor Corona irgendjemand dafür interessiert hätte, wenn auf irgendeinem Kreuzfahrtschiff irgendein Virus ausbricht. Ja. Und jetzt ist es irgendwie in gefühlt aller Munde und Riesenthema, ob dieses Schiff jetzt irgendwo anlegen darf, nicht anlegen darf, wie die Passagiere da in Quarantäne geflogen werden und mit Feuerwehrbegleitung ins Krankenhaus gebracht werden und solche Geschichten.
Und vor allen Dingen ja auch das, was jetzt da draus, was jetzt so draus alles passieren könnte und was halt alles für Bilder gemalt werden, was das jetzt das nächste, die nächste Pandemie sein kann oder sonst irgendwas.
Ja, und wir sind einfach in den letzten Jahren verstärkt Meister darin geworden, immer das negativere Ergebnis zu planen. Und was du damit auch im Gehirn deines Kindes auslöst, darüber wollen wir jetzt einfach mal ein bisschen sprechen. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei. Wir freuen uns, dass du hier zuschaust und uns zuhörst. Wir haben 3 Spiele-Bestseller geschrieben, sind Eltern von von 4 Kindern, aber das Allerwichtigste ist, dass wir die Gemeckerfreie Methode entwickelt haben und damit schon Hunderttausenden Eltern helfen konnten, sich ihren liebevollsten und entspanntesten Familienalltag zu erschaffen.
Schön, dass du da bist.
Ja. Wenn du das Intro gesehen hast, wo ich davon ausgehe, wo wir natürlich davon ausgehen, dann weißt du jetzt auch, dass das Ganze initiiert ist von dem Hunter-Virus, heißt der, glaube ich. Und uns geht es jetzt nicht drum, großartig über Viren und Pandemien und sowas zu sprechen. Das ist überhaupt nicht Thema dieses Podcasts, sondern wie du ja schon das so cool gesagt hast, was macht eigentlich dieses, diese Angewohnheit, die sich so in den letzten Jahrzehnten schleichend eigentlich immer mehr verstärkt hat, den Menschen immer so das das Negative zu sehen oder die, die auf die Zukunft halt so sorgenvoll zu gucken, dabei halt immer wieder so, so diese Worst-Case-Szenarien eigentlich zu sehen. Und es ist ja nicht nur, dass das machen ja nicht nur die Individuen, das kommt natürlich auch aus den Medien und so weiter.
Das machen wir einfach gesellschaftlich alle zusammen, würde ich sagen.
Ja, ja. Und naja, wir haben ja eigentlich auch so an uns gemerkt, dass man da schon auch immer wieder mal drauf reinfallen kann.
Ja, voll.
Und wie cool es aber ist, wenn man da nicht mitmacht, sondern wenn man das anders macht. Wie gesund das ist für seine eigene geistige Gesundheit und wie am Ende glaube ich auch, dass es für eigentlich auch dafür sorgt, dass man dann eine schönere Zukunft hat.
Ja, voll. Also du kannst dich ja selber mal beobachten, wenn eben jetzt sowas kommt wie so ein neuer Virus und eine Angst vor der nächsten Pandemie, ne? Kannst dich ja selber mal beobachten, was dabei in dir passiert. Ist es so, dass du das total wegschiebst und sagst, so ein Blödsinn, so ein Quatsch, jetzt fängt der Unfug wieder an, wenn du jetzt eher zu den Menschen gehört hast, die vielleicht auch bei Corona gedacht haben, was für ein Quatsch? Oder merkst du, dass du direkt ängstlich wirst, weil du halt denkst, oh Scheiße, wenn das jetzt wieder losgeht? Also kann auch sein, du hast Sorgen um die Gesundheit, sagen, wie ansteckend ist es und kann uns was passieren? Also gibt ja die verschiedensten Ebenen, die das betreffen kann und damit auch die verschiedensten Reaktionen. Reaktionen, die jeder so zeigen kann. Und das ist einfach so die erste Einladung, dass du es mal nimmst, um mal zu beobachten, um dich selber mal zu beobachten und einzuordnen. Okay, was macht es eigentlich? Also wie reagiere ich eigentlich darauf? Oder auch wenn du jetzt sagst, du gehörst zu den Menschen, die das überhaupt nicht mitbekommen haben, auch gut. Dann aber zu sagen, okay, in welchen anderen Themenbereichen mache ich das denn vielleicht? Wo bin ich denn vielleicht so, dass ich eine Unwissenlichkeit von anderen irgendwie so wegwische und sage: Was stellst du dich so an? Also weil das ist mir ganz wichtig. Das sagen wir gerade nicht. Wir sagen nicht, das ist nicht unser Standpunkt, dass wir der Meinung sind, dass es übertrieben ist, jetzt vor so einem Hunter-Virus oder wie auch immer der heißt, Angst zu haben. Wir wollen einfach nur mal so ein Spotlight drauf richten und uns einfach mal so drüber unterhalten. Von dem her zu sagen, wo sind die Themen, wo du vielleicht entweder dich drüber lustig machst? Wo sind die Themen, wo du in Sorge bist? Wo du ein negatives Ergebnis vorausplanst.
Ja, weil wir Menschen können da ja so unterschiedlich, also wir machen so Dinge ja ganz oft so partiell.
Ja.
Also die einen, die haben zum Beispiel ständig eben Angst um ihre Kinder. Also den Kindern könnte was passieren. Ja, da könnte was, was auch immer, ja, könnten krank werden, Unfall haben, entführt werden, geklaut werden quasi, ja, was auch immer. Also das so ganz groß, ja. Und gleichzeitig sagen die so, Politik, Krieg oder so was, da habe ich überhaupt keine Angst davor, ja. Andere sind mit den Kindern so total, also wenn sich jetzt zwei solche treffen, dann gibt es die anderen, die sagen, mit den Kindern, oh, dem passiert schon nichts, ne. Aber die haben total Angst vor irgendwelchen politischen Sachen oder vor irgendwelchen Pandemien oder sonst irgendwas, ja. Und Wir, und ich kenne das ja von mir selber, man ist ja oft so dann auch ein bisschen, nicht nur ein bisschen, sondern sogar sehr eingeschränkt in seiner eigenen Sicht, dass man es gar nicht bemerkt, dass man da so unterschiedlich ist. Und dann denkt man sich von denen, ja, wieso sind die so ängstlich? Ich bin ja nicht ängstlich. Weil man gar nicht merkt, dass man seinen eigenen Bereich hat, wo man das vielleicht auch ist.
Ja, und es ist einfach die Einladung, dich da mal mit dir selber auseinanderzusetzen. Wo, wo gehst du eigentlich immer vom Best-Case-Szenario aus? Also wo glaubst du immer, dass das Beste passiert? Und wo glaubst du eigentlich immer irgendwie, dass was schiefgehen könnte? Na, das geht jetzt auch, kann auch sein, dass du eigentlich immer davon ausgehst, dass deine Beziehung irgendwie scheitern könnte, oder dass du eigentlich grundsätzlich davon ausgehst, dass Geld verdienen schwierig ist, oder dass du grundsätzlich davon ausgehst, dass alt werden bedeutet, gebrechlich zu werden, oder 40 alt wird. Ja, also egal, Das Wechseljahre schwierig sind, dass Pubertät mit den Kindern schwer ist. Also das sind alles so Dinge, wo du quasi von, wo du das Worst-Case-Szenario für normal oder für real hältst. Und das Problem dabei ist ja, dass manche Menschen sagen, ja, wenn ich vom Schlimmsten ausgehe, dann ist es nicht so, dann kann es nur besser werden.
Der stimmt halt aus meiner Sicht überhaupt nicht, weil— und jetzt kommen wir natürlich ein bisschen so einen spirituellen Bereich auch rein, ja. Aber und gleichzeitig wird der immer weniger spirituell, weil das ja immer mehr bewiesen wird, dass es so ist, ja. Aber die Realität formt sich halt auch danach, wie ich sie mir erdenke. Also sprich, die Gedanken sind eigentlich die, ist eigentlich der Teil, der die Realität erst erschafft. Und wenn du vom Schlechtesten ausgehst, vom Schlimmsten ausgehst, dann wirst du halt auch das Schlimmste erleben, oder zumindest was Schlimmeres, als wenn du vom Besten ausgehst. Wenn man es mal noch, es ist ja energetisch, und es gibt natürlich auch Menschen, die Die sagen ja, ich gehe vom Schlimmsten aus, die glauben aber auch nicht wirklich so dran, dass sie das, dass es so schlimm wird, ja. Aber sie ist halt trotzdem eine Energie, die einfach tendenziell ins Negative tendiert, ja, und damit halt auch das aussendet und damit dann auch das wiederum anzieht. Und wenn du halt, oder ich meine, wir haben einfach so die Erfahrung gemacht, und jetzt aber nur bei uns bleiben, ohne daraus schon ein Naturgesetz zu machen, auch wenn ich glaube, dass es eins ist. Wenn du es halt andersrum machst, wirst du halt tendenziell auch viel mehr die positiven Dinge erleben. Ja, die Best Cases und nicht die Worst Cases.
Absolut. Und was aus unserer Sicht so eine ganz große Falle ist, ist so, das wegzuschieben und zu sagen, ja, das sind die anderen, die jetzt wieder durchdrehen. Weil alleine schon die Tatsache, wenn du da eine Bewertung drauf hast, ist ein sehr sicheres Zeichen dafür, dass du selber auch noch an der einen oder anderen Stelle eben skeptisch aufs Leben schaust. Also dass du selber dich von einer Angst leiten lässt. Und von der Angst lässt man sich einfach leiten, wenn man nicht im Vertrauen ist. Und nicht im Vertrauen ist man einfach immer, wenn man in irgendeiner Form im Überlebensmodus steckt. Also wenn du am Kämpfen bist, am Fliehen bist, am Erstachen bist, also wenn dein Nervensystem auch im Überlebensmodus ist.
Und ich würde dir gerne noch was sagen, was du gerade gesagt hast, mit dem, wenn man sagt, ja, die anderen drehen da jetzt gerade durch oder so was. Man kann ja Angst auch outsourcen. Man kann Angst outsourcen. Das machen zum Beispiel Paare ganz oft miteinander. Männer sind ja tendenziell, gerade wenn es um Söhne geht, so ein bisschen, ah, naja, da passiert schon nichts. Tut er sich halt mal weh, ist nicht so schlimm, fällt er halt vom Fahrrad, was auch immer. Und das können die umso leichter sein, umso mehr Sorgen sich die Mutter macht. Und wenn jetzt, angenommen, die Mutter würde sich jetzt keine Sorgen mehr machen oder ist nicht da, dann werden dieselben Väter oft total ängstlich. Weil sie es nicht mehr, ich nenne das, die Angst outsourcen. Das passiert auch, wenn so gesellschaftlich so was passiert, wie jetzt Corona oder auch bei kleineren Dingen, wo so viele Menschen oder die Medien so Angst machen. Da sagen viele, ja, also so schlimm ist es ja nicht. Das ist ja leicht zu sagen, Wenn alle anderen auf 150% durchdrehen schon, kannst du mit 100% Angst immer noch sagen, ich bin ja noch gelassen. Stimmt aber ja nicht in Wahrheit. Und das ist ein bisschen so, wie du das auch sagst, wenn man sagt, da drehen die wieder alle durch, lass die mal, die beruhigen sich schon wieder. Da darf man sich halt selber auch ganz gut kennenlernen. Wo du sagst, mach's an der Stelle nur aus oder setz dich nur in die Relation und denk dann, ja, dann in der Relation bin ich ja noch ganz cool. Klar, es gibt immer einen, der mit irgendwas noch extremer ist.
Die Frage ist einfach, was willst du deinen Kindern vorleben? Gehst du davon aus, dass das Leben jeden Tag und in jedem Moment Geschenke für dich bereithält und dass dein Leben grundsätzlich jeden Tag besser wird? Ist das deine Grundannahme? Ist es die Grundvorannahme, mit der du aufs Leben schaust? Oder ist deine Grundvorannahme eher, dass du ja ein Worst-Case-Szenario planst in irgendeiner Form? Und das merkst du eben an ganz vielen Kleinigkeiten im Alltag. Darf dein Kind alleine zur Schule laufen oder fährst du es mit dem Auto, weil du Angst hast, es geht verloren? Also darf dein Kind sich ausprobieren und Erfahrungen ohne dich machen. Darf dein Kind auch mal, in Anführungszeichen, auf die Nase fallen, in dem Wissen, dass natürlich was passieren kann, aber mit der Vorannahme, dass Leben halt lebensgefährlich ist, und wenn was passieren soll, dann wird was passieren. Also mir geht es jetzt nicht um Leichtsinn, nur dass wir das noch mal abgegrenzt haben, aber du kannst anstatt jetzt deine Gedanken auf irgendwelche Viren zu richten und da wieder irgendeine Position dazu einzunehmen, kannst du halt auch anfangen, dieses Szenario dafür zu nutzen, dich zu fragen: Wo schaust du eigentlich vertrauensvoll in die Zukunft? Wo planst du das Best-Case-Szenario? Und wo schaust du ängstlich in die Zukunft und planst das Worst-Case-Szenario?
Best-Case-Szenario. In diesem Sinne, wir hoffen, das hat dir bisschen was mitgegeben und wünschen dir ein schönes Best-Case-Szenario planen und einen vertrauenvollen Alltag. Alles Liebe, bis zum nächsten Mal.
Tschüss.
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