Hilfe, mein Kind spielt nie alleine - Podcast 141

In dieser Podcast‑Folge von Uli und Bernd Bott (Gemeckerfrei) geht es um das häufige Problem, dass Kinder ihre Eltern ständig zum Mitspielen auffordern und Eltern sich dadurch überfordert, genervt und in ihrer eigenen Identität eingeschränkt fühlen. Die beiden erklären, dass das Verhalten des Kindes ein unbewusster Kampf um Aufmerksamkeit ist, der sich verstärkt, wenn Eltern genervt reagieren. Dieser Teufelskreis führt dazu, dass das Kind immer mehr Bestätigung sucht und die Eltern das Gefühl haben, nur noch „Mama“ oder „Papa“ zu sein. Die Bott‑Brüder betonen, dass das Phänomen eine normale Entwicklungsphase ist: Kinder müssen erst lernen, sich selbst zu beschäftigen. Sie geben praktische Tipps, wie Eltern aus dem Kreislauf ausbrechen können: bewusst Zeit freiwillig schenken, klare, liebevolle Grenzen setzen, das Spielen als Liebes‑Dienst verstehen und sich selbst nicht über die elterliche Rolle definieren. Durch achtsame Präsenz und das Angebot von Zeit aus freien Stücken entsteht ein Gefühl von emotionaler Sättigung beim Kind, das später Empathie und eigenständiges Spielen entwickelt. Die Hosts illustrieren das mit vielen Alltagsbeispielen (Spielkaffee, Familienbett, Spielzeug‑Rituale) und schließen mit dem Hinweis, dass jede Phase endlich ist und Eltern jederzeit beginnen können, das Muster zu verändern, um langfristig gesündere Beziehungen zu ihren Kindern aufzubauen.
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Wenn du genervt bist davon, dass dein Kind will, dass du mit ihm spielst, dann gibt's ja einen Grund, warum das das Ganze verstärkt und verschlimmert, ne? Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Schön, dass du eingeschaltet hast, dass du hier bist. Wir sind Uli und Bernd Bott. Wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, sind Spiegel-Bestseller-Autoren und haben schon ganz, ganz vielen Menschen geholfen, ein liebevolleres, gemeckerfreies, glückliches Familienleben, Beziehungsleben, Leben mit sich selbst zu erschaffen. Und ja, wir freuen uns, dass du hier bist und sind hier mit einer neuen Folge heute zum Thema: Hilfe, mein Kind spielt nie allein. Und vielleicht kennst du das: Immer soll ich mitspielen.
Das Kind, keine 2 Minuten beschäftigt es sich mit irgendwas.
Kann ich nicht mal alleine auf die Toilette gehen. Mein Kaffee ist schon wieder kalt geworden.
Und ich habe einfach keine Lust mehr auf das nächste Spieltee, Spielcafé.
Ich verstehe ja, dass man, dass die Kids mich brauchen, dass das Kind mich braucht, dass ich mitspielen soll, dass das wichtig ist. Und ehrlich, es geht mir einfach auf den Senkel.
Ich würde so gern mal in Ruhe auf der Terrasse sitzen, während das Kind im Sandkasten spielt.
Ja, oder ich habe sowieso schon so eine volle To-do-Liste. Ich habe so viele Sachen, die ich noch erledigen soll. Ich habe einfach schlichtweg keine Zeit, die ganze Zeit daneben zu sitzen und das Auto von A nach B zu fahren oder wieder Spielknete zu essen, oder—
und ich wäre ja so gern da geduldig dabei und würde da gern mitmachen, wenn es nicht die ganze Zeit wäre.
Ja. Ich mache das eigentlich ja auch, irgendwie mache ich das ja auch gerne, aber fühle mich so fremdbestimmt und auch überfordert, weil vielleicht gerade wenn es nicht dein erstes Kind ist, wo du sagst, boah, ich habe da noch irgendwie andere Kinder, die brauchen mich auch, ich habe noch einen Haushalt, ich habe vielleicht noch einen Job, ich habe noch Eltern, die vielleicht Unterstützung brauchen, ich habe auch noch andere Interessen, Vielleicht fühlst du dich auch einfach reduziert auf Mama oder Papa sein und sagst: Aber das ist— also so habe ich mir das nicht vorgestellt. Und jetzt schau einfach mal, an welcher Stelle hakst du da für dich ein, weil bei Gemeckerfrei geht es ja immer auch darum, herauszufinden— also es geht nicht nur um das offensichtliche Problem, sondern sondern es geht immer auch darum, wie gehen wir mit solchen Themen in uns um. Und ich erzähl dir was von mir früher, weil ich habe es eigentlich bei ganz vielen Themen so gemacht, dass ich dann, wenn mir jemand das erzählt hätte und gesagt hätte, boah, mein Kind spielt nie alleine und ich bin so angestrengt, und außerdem, das ist ja noch der nächste Punkt, der dazu gehört, dass manche Eltern sich dann Sorgen machen, ob das noch normal ist, ob das ob mit dem Kind was falsch ist, ob es sich richtig entwickelt. Und jedenfalls, wenn mir das früher eine Freundin erzählt hat, dann habe ich Folgendes gemacht: Das Problem habe ich nicht. Also das Problem habe ich nicht, bin die viel tollere Mama. So, und manche— und deshalb lade ich dich ein, diese Folge auf zwei Ebenen mitzunehmen. Zum einen thematisch, ne. Wie gehst du damit um, wenn du zumindest ab und zu mal davon angestrengt bist, dass dein Kind sich nicht so viel alleine beschäftigt, wie du das gerne hättest, oder dass du dir Sorgen machst, ob mit deinem Kind alles in Ordnung ist, ne. Nimm das, nimm diesen Aspekt, egal wo du da zum Thema stehst, mit und beobachte dich gleichzeitig. Was von diesem Thema nutzt du wieder, um um dir selber zu beweisen, was du für eine tolle Mama oder für ein toller Papa bist. Nur weil das Thema habe ich nicht, also muss ich ja toller sein.
Bullshit!
Nehme ich dir sofort weg, weil du bist die beste Mama oder der beste Papa für deine Kinder und du musst dafür nichts tun. Du bist keine bessere Mama, nur weil du zum 10. Spielcafé auch noch sagst: Oh ja, lecker! Und du bist kein schlechterer Papa, weil du nach dem 3. Spielcafé innerlich denkst: Oh, Das einfach mal vorneweg. Das kann— nutzt diese Themen nicht mehr, um dir zu beweisen, wie toll oder nicht toll du bist. Nutzt diese Themen nicht mehr, um dir zu beweisen, dass du es nicht drauf hast. Nutzt diese Themen nicht mehr, um dir zu beweisen, dass du es drauf hast, sondern nimm all diese Themen und sag: Okay, wie geht's? Wie kann ich da einen Umgang finden, der uns allen dient. Weil wenn du genervt bist davon, dass dein Kind will, dass du mit ihm spielst, dann gibt es ja einen Grund, warum das das Ganze verstärkt und verschlimmert, ne?
Also je mehr du davon genervt bist, umso mehr wird das Kind dieses fest einfordern, weil es das Gefühl hat, es muss um deine Aufmerksamkeit kämpfen.
Ja, genau.
Und wenn es darum kämpfen muss, dann wird es immer einfordern. Immer. Weil es ja nie weiß, es hat eigentlich— und das ist die Not des Kindes, ist dann, dass es ja nie weiß, wie viel gibt es davon noch?
Ja, genau.
Und ich muss jetzt, ich muss nehmen, was ich kriegen kann.
Genau.
Das macht das Kind natürlich nicht absichtlich. Wir sind ja auch wieder komplett im Unterbewusstsein.
Ja, es macht ihr beide nicht absichtlich. Nur das, was dann passiert, ist also dein Kind sagt hier Spielkaffee, du bist innerlich genervt. Und dein Kind spürt es, weil Kinder haben da einfach voll die Antennen für. Und jetzt merkt es, es muss um deine Aufmerksamkeit ringen, kämpfen. Also wird es noch lauter, noch mehr, noch schneller, noch öfter wieder ankommen. Also die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind dann irgendwann anfängt, sich allein zu beschäftigen, geht gegen null. Außer es ist irgendwann so frustriert, weil du überhaupt nicht mehr reagierst, dass es in eine innere Resignation und später in eine Depression verfällt. Aber das will ja kein Mensch erreichen. So, also das passiert, wenn du genervt bist, fängt das Kind an, um deine Aufmerksamkeit zu kämpfen, und dann kämpft ihr unbewusst miteinander. Du kämpfst, spiel doch mal alleine, und das Kind sagt, spiel doch mal mit mir, sei doch mal für mich da. Und das ist ein endloser Teufelskreis.
Ja, weil du kannst dann in dem Moment das Bedürfnis auch nicht erfüllen, egal wie viel du spielst.
Genau. Und deshalb, dann ist es auch so, wenn du jetzt sagst, ich nehme jetzt eine halbe Stunde Zeit und da habe ich auch voll Freude und Spaß, dann wird dein Kind trotzdem, wie der Bernd eben gesagt hat, immer in Habachtstellung sein, sagen: Wann ist es vorbei? Wann muss ich wieder kämpfen? Und woran du auch merkst, vielleicht, falls ihr das schon länger spielt, dieses Spiel, oder das bei euch schon so ein bisschen etabliert ist. Es gibt so ein Anzeichen, woran man das an Kindern auch bemerkt, dass sie in diesem Muster festhängen. Und das ist dieses: Schau mal, Papa, schau mal, Mama, schau mal, was ich gemacht habe. Guck mal hier, guck mal da. Also so Kinder, die zwar dann irgendwann schon irgendwie sich alleine beschäftigen, können, aber ständig dann wieder die Bestätigung oder das Feedback oder die Rückmeldung brauchen, also die quasi die ganze Zeit darauf angewiesen sind. Ich habe da so ein, ich habe ein Kind im Kopf, das war mal eine Freundin von einem unserer Kinder, die war, wenn die bei uns zu Besuch war, dann stand die alle 2 Minuten, ernsthaft, nicht gelogen, alle 2 Minuten stand dieses Kind neben mir und hat mir irgendwas erzählt, was es jetzt wieder gemacht hat und das ist, und hat sich von mir, wollte sich von mir abholen, dass es das gut gemacht hat. Oder wenn Kinder dann anfangen zu petzen und kommen, sagen, der hat und die hat und dieses passiert und das passiert, ist alles, das entsteht alles da draus.
Also er versucht, dich wieder mit reinzuziehen.
Ja, genau, genau, wieder diese Aufmerksamkeit zu bekommen. Und jetzt wollen wir dir natürlich nicht nur erzählen, was da irgendwie Blödes passiert, sondern wir wollen ein bisschen drüber sprechen, was tun kannst.
Und eins der wichtigen Dinge, und das können wir auch aus unserer Erfahrung mitbringen, weil unser jüngstes Kind ja inzwischen 15 ist und das älteste 24. Also mach dir klar, dass es vorbeigeht und dass es schnell vorbeigeht. Es ist nur ein ganz, ganz kurzer, auch wenn es im Moment ewig vorkommt. Ich weiß, I feel it. Aber es ist nur eine ganz kurze Episode oder Phase, sagt man gerne. Ich sage lieber Episode, weil ich das Wort Phase so oft mit irgendwelchen Labels schon wieder benutzt habe. Es ist nur eine kurze Episode und du wirst nur in dieser Episode diese Rolle für dein Kind spielen, diese Wichtigkeit haben. Das hört wieder auf.
Absolut.
Du wirst dir irgendwann da sitzen denken, na ja, Eigentlich war das auch nicht so scheiße, wenn ich es mit heute vergleiche vielleicht.
Und mach dir bewusst, dass mit deinem Kind alles normal ist. Das ist also, Kinder müssen auch dieses mit sich, mit sich selbst beschäftigen lernen. Und also lass uns mal ehrlich sein, gibt ja auch viele Erwachsene, die können sich nur mit sich selbst beschäftigen, wenn sie unter irgendeinem Druck stehen oder unter irgendeiner Anforderung stehen. Also wenn sie glauben, sie müssten jetzt putzen oder sie müssten jetzt arbeiten oder sie müssten jetzt dies oder das. Also schau doch mal, wie gut gelingt es dir, wenn du mal eine Viertelstunde Zeit hast, die Zeit für dich gewinnbringend zu füllen, ohne irgendeine Erwartung zu haben, was du jetzt erreichen oder erlangen müsstest.
Ja, es ist ja auch so, dass viele in der Arbeitswelt, wir wissen es ja auch von unseren Mitarbeitern, also dass Menschen gibt, die einfach sagen, ich muss im Team arbeiten, ich kann das nicht alles für mich alleine machen, ich muss da Menschen des Mitmenschen zusammenmachen.
Genau.
Also es ist erst mal ein ganz normales menschliches Bedürfnis und Verhalten. Verhalten.
Also mit deinem Kind ist alles normal. Das wird es lernen, alleine in seine Welten einzutauchen und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Und im Moment ist es halt so, dass dein Kind gerne Zeit mit dir verbringt, was ja eigentlich Lass uns ehrlich sein, ziemlich cool ist, weil, also es gibt eine Menge Kunden von Teenagern, Kindern, die sich wünschen würden, dass der Teenager, das Teenager, die Teenager, wie auch immer, sich auch mal freiwillig mit ihnen wieder Zeit verbringen. Ja, und nicht nur ständig im eigenen Zimmer sitzen oder sobald sie am Esstisch sind, auch wieder im Handy versinken oder überhaupt nicht da sind. Ja, so, also was, wenn das einfach eine wundervolle Zeit sein kann, die du deinem Kind schenkst?
Und das Schenken passt ja schon zum nächsten Punkt perfekt, weil sobald du anfängst, ihm deine Zeit aus freien Stücken zu schenken, Ja, dann kann sich dein Kind entspannen, weil dann nicht diese Sorge entsteht, ich bekomme das nicht. Weil in Wahrheit brauchen die Kinder das gar nicht 24/7, nur dann, wenn sie das Gefühl haben, sie müssen sich quasi jedes Stückchen erfeiten. Und wenn du aber da, wenn du es freiwillig gibst, auch in Momenten, wo die Anforderung eben noch nicht kommt, also wenn du mal sagst, wo wollen wir mal Lego spielen, willst du mir mal einen Spielkaffee kochen, irgend sowas machst, ja, dann ist es ein von dir freies Schenken. Und das Kind wird lernen mit der Zeit, ach okay, Mama, Papa nimmt sich für mich einfach Zeit, und ich muss nicht, ich muss mich nicht als Kind drum kümmern, dass ich das bekomme.
Und in dem Moment wird dein Kind emotional satt und macht die Erfahrung, dass seine Bedürfnisse wichtig sind. Und das ist die Grundlage für Empathie, weil dadurch lernt das Kind später, auf die Bedürfnisse anderer zu achten. Mir jetzt hat, mir hat da auch immer die Idee gefallen, oder dieser Satz, ja, das war so eine Leitlinie für uns, oder so, dieses in der Hingabe Erfüllung zu finden, zu sagen, ich, ich schenke Ich gebe dem Kind jetzt gerne meine Zeit, weil das ist ein Liebesdienst, den ich an meinem Kind tun kann, für mein Kind tun kann. Das ist gelebte Liebe, weil es ist total einfach zu sagen, ich liebe mein Kind. Das ist auch heutzutage schon relativ einfach für Eltern, ihrem Kind zu sagen, ich liebe dich, oder ich habe dich lieb. Das hat sich ja in den letzten Jahren auch sehr, sehr verändert. Aber es geht ja nicht nur darum, um Lippenbekenntnisse, sondern es geht ja um gelebte Liebe. Und in der Hingabe, Erfüllung zu finden, ist gelebte Liebe. Das ist ein Liebesdienst, den du an deinem Kind vollbringst, sozusagen.
Und stundenlang neben einer Baustelle zu stehen und dem Bagger zuzugucken oder auf dem Spielplatz zu sein und beim Balancieren, Hochklettern, sonst irgendwas zu helfen oder Löwe oder sonst irgendwas zu spielen oder Elefant oder was du gerade sein sollst. Das ist genau das. Ja, das ist das. Passt auch wieder zu dem, dass es nur eine kurze Episode ist, weil die Chance dafür hast du nur in dieser Phase.
Ja, und du hast das große Geschenk oder das große Glück, dass dein Kind dich dadurch dazu einlädt, dein Herz weiter zu öffnen und wieder im Moment anzukommen. Weil in dem Moment, wo du neben der Badewanne sitzt und irgendwie dir da ein— und dann mit dem Kind da Wasser von einem Becher in den anderen schüttest, zum Beispiel, oder ein Auto auf dem Badewannenrand hin und her fahren lässt. In dem Moment bist du im Hier und Jetzt. Und dein Kind wird so lange einfordern, dass du da bist, bis du da bist, bis du nicht mehr im selben Moment über das nächste To-do auf der Arbeit oder den Einkaufszettel oder was noch zu putzen ist nachdenkst, sondern wo du wirklich da bist. Und das ist die Einladung, die unsere Kinder uns mitbringen, wieder im Hier und Jetzt anzukommen und unser Herz für den Moment zu öffnen.
Ja, ist der alte Spruch: Geben ist seliger denn Nehmen, den wir alle gern mal irgendwo postulieren. Und der passt halt hier einfach. Ja, das ist wirklich— du kannst dir das auch auf deiner Karma-Liste irgendwie als Punkte eintragen, quasi so vorstellen.
Wir geben dir einfach nur verschiedene Aspekte an die Hand, wo du sagst, ach so, stimmt, das ist eigentlich, tue ich da was? Also ich kann mir das positiv, kann das positiv konnotieren. Vielleicht sagst du auch, ich kann es mir schönreden. Ja, am Ende des Tages geht es darum, dass du einen Weg findest, wie du es anfängst zu mögen, Zeit mit deinem Kind zu verbringen.
Mal ganz ehrlich, ist ja diese Zeit, das ist Elternsein. Also das ist ja eine wichtige Essenz des Ganzen. Und in Wahrheit ist es auch das, warum du ja Kinder haben wolltest, ne? Und dieses, das geile Learning da drin ist, und das ist eins der großen Learnings am Elternsein überhaupt, und am Gemeckerfrei-Sein dann auch, ja, ist diese Kontrolle loszulassen, zu lernen sich hinzugeben und im Moment zu sein. Es ist, du kennst es vielleicht, mir ist es früher oft aufgefallen an Großeltern, also nicht nur von unseren Kindern, sondern auch so bei den Nachbarn oder sowas, ja. So manche Opas, die auf einmal, wir kommen, die Enkel, und die gehen da so voll auf, und die haben eine Geduld, ja. Die eigenen Kinder denken sich, das hat er mit mir nie gehabt, ja. Das ist, kommt vielleicht auch mit dem Alter zusammen, mit der Lebenserfahrung, mit der Chance, es dann noch mal wenigstens anders zu machen, weil man merkt, weil man dann schon weiß, wie schnell diese Zeit vergeht und wie, was für ein Geschenk das ist, mit so kleinen Kindern sich an sich da, sich darauf einzulassen. Ja, und wenn du dir das als Vorbild nimmst und denkst, ich will nicht, ich will das zwar, wenn ich mal Oma, Opa, Uropa, sonst was bin, auch machen, aber trotzdem auch jetzt schon als Eltern. Das ist ein Riesengeschenk.
Genau. Und am Ende auch kann der Haushalt oder alles, was du glaubst, was so wichtig ist, ja, also Das kannst du ja in 3 Jahren immer noch machen. Da läuft ja nix weg. Und es ist ja, also es gibt doch, das hat unsere Hebamme uns damals vorgelesen oder geschenkt. Es gibt so ein Gedicht, vielleicht kannst du es googeln und findest es dann auch. Achtung, mein Freund, wenn du dieses Haus betrittst, bedenkt, dass es hier Kinder gibt, die man mehr als Putzen liebt. Und das ist genau das, worum es geht. Weil, dein Kind wird umso lieber dir später zur Hand gehen und mit dir zusammen, sauber machen oder aufräumen, je mehr du jetzt bereit bist, in eure gute Beziehung und euer Miteinander zu investieren. Weil ganz ehrlich, wenn dein Kind jetzt immer darum kämpfen muss, dass du mit ihm Zeit verbringst, warum würde es denn später gerne für dich da sein wollen. Warum würde es denn später gerne mit sich Zeit verbringen, wenn es jetzt die Erfahrung macht, dass seine Bedürfnisse nicht zählen? Warum sollte es dann irgendwann empathisch werden und deine Bedürfnisse ernst und wichtig nehmen?
Und ich mache es noch mal ganz radikal: Wenn du, wenn dein Kind jetzt als kleines Kind die Erfahrung macht, dass es alleine sich beschäftigen soll, wenn du das immer einforderst, Dann wird es halt, wenn es 13 ist, 14 ist, komplett tun, weil dann hat es genau das gelernt. Dann hat es gelernt, Beziehung zu meiner Mama, zu meinem Papa bedeutet, ich ziehe mich zurück. Und das wird dir dann auf die, ganz ehrlich gesagt, voll auf die Füße fallen, weil das dann halt, ja, weil du brauchst diese Zeit, bis es 18 ist, um für die Beziehung vorzubauen, die du dann hast, wenn das Kind erwachsen ist. Weil dann sagen wir immer, ne, du bist viel länger von einem erwachsenen Kind als von einem kleinen Kind oder als von einem Kindkind. Und die 18 Jahre, und gerade die, die der Anfang dieser 18 Jahre, da legst du das Fundament dafür.
Und das bedeutet jetzt nicht, dass wenn dein Kind schon älter ist und wenn du erkennst, oh, so ist es bei uns, ja, dann kannst du es ja immer noch verändern. Das ist ja das Coole an Gemeckerfrei, dass du in jedem Moment anfangen kannst und in jedem Moment starten kannst und immer noch die Chance hast, das zu verändern. Und vielleicht, ich möchte noch ein Beispiel zum Abschluss damit reingeben, weil als wir Eltern geworden sind, war zum Beispiel das Familienbett noch total verpönt. Also das, ne, da war das noch total, also du musst dein Kind im eigenen Bett schlafen lassen und was weiß ich, ja, und so. Und mittlerweile hat sich das ja in vielen Familien durchgesetzt, dass es Familienbetten gibt, dass die Kinder bei euch schlafen können und so weiter. Und ich glaube auch, dass viele, die uns hier zuhören, für die ist das total normal. Und genauso wie eben, na, und im Familienbett schlafen die Kinder mit euch, solange wie sie das brauchen, und dann ziehen sie aus. Und genauso ist das mit dem Spielen, ne. Solange sie dich brauchen zum Spielen, solange sie dich als Spielpartner, als Unterstützer, als Helfer, als als Kontaktperson in dem Moment brauchen und du bist einfach da und stellst dich zur Verfügung, dann können sie aus freien Stücken diese Entwicklung gehen, dass sie irgendwann so weit sind, dass sie sich innerlich diese Geschichten erzählen können, dass sie die, die geistige Reife haben, wo sie mit sich selbst sein können, wo sie dich nicht mehr unbedingt dafür brauchen. Und das ist einfach nur ein Entwicklungsprozess und ein Kind wird anfangen, alleine alleine zu spielen, wenn es entwicklungsmäßig soweit ist. Vorausgesetzt, es hat— ihr habt nicht diese Dynamik entwickelt, dass es um deine Aufmerksamkeit kämpfen muss, damit es die bekommt. Weil dann fängt es nie an, alleine zu spielen, weil es immer merkt, oh cool, wenn ich will, dass Mama, Papa mit mir spielen, und wenn die dann nicht wollen, dann kriege ich negative Aufmerksamkeit, dann springt der Magnet an, dann sind wir emotional miteinander verbunden. Irgendwann fordern die Kids dann nämlich nicht mehr ein, dass du mitspielst, weil sie dich so als Spielpartner brauchen, sondern sie fordern ein, dass du mitspielst, weil sie sich dann über die negative Emotion mit dir verbinden können. Und wenn du darauf verzichtest, wenn du einfach da bist, wie wir jetzt gesagt haben. Wenn du dich nicht mehr dagegen wehrst, mit deinem Kind Zeit zu verbringen, sondern wenn du anfängst, das als Liebesdienst zu betrachten, dann hat das Kind die Freiheit, dann den Schritt zu gehen, sich mehr und mehr alleine zu beschäftigen, wenn es eben so weit ist. Und dann wird es dir vielleicht so gehen wie mir, dass ich mich erinnern kann, dass ich eine Zeit lang bin ich wirklich, habe ich echt viel Zeit. Wir hatten damals so ein orangenes Sofa am Esstisch stehen, und ich habe viel Zeit auf diesem Sofa verbracht, in der Wartestellung, bis ein Kind kommt und was von mir will. Und dann irgendwann ist mir, irgendwann ist mir aufgefallen, dass so nach einer halben Stunde, 40 Minuten, dass ich da jetzt schon saß und keiner kam und wollte was von mir. Und das fand ich im ersten Moment total seltsam. Dann gab es noch die komische Phase, dass ich dann irgendwie so nach einer Viertelstunde, 20 Minuten angefangen habe, irgendwas selber zu tun. Und genau in dem Moment Kam dann eins von den Kids, ja, etwas gebraucht. Und irgendwann habe ich einfach verstanden, dass die Kids jetzt so weit sind, dass sie mich nicht mehr ständig brauchen. Und dann entwickelst du dich als Mama, als Papa wieder weiter und gehst den nächsten Schritt in deinem Mamasein oder Papasein. Und die Grundlage ist, dass du einfach Frieden damit schließt, dass dein Kind jetzt gerade vielleicht gerne zu Zeit mit dir verbringt. Und wenn es gerade nicht gerne Zeit mit dir verbringt, dann kannst du dir vorstellen, wie dein Kind gerne wieder Zeit mit dir verbringt, und kannst einfach mal gucken, was braucht's, wie geht's, dass mein Kind heute, egal wie alt es ist, gerne mit mir Zeit verbringt. Habe fertig.
In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuschauen und oder Zuhören.
Alles Liebe, bis zum nächsten Mal.
Wir freuen uns, wenn du das nächste Mal wieder mit dabei bist.
Ja, genau. Alles Liebe, ciao.
Danke fürs Zusehen. Was ist deine Meinung zu dem Thema? Was willst du uns vielleicht dazu fragen? Was willst du uns dazu sagen? Schreib's hier in die Kommentare. Wir freuen uns drauf, mit dir in Interaktion zu treten. Und wenn dir das Video gefallen hat und du ab sofort nichts mehr verpassen willst von uns, dann klick jetzt auf Abonnieren, hier oder hier, je nachdem, wo du es gerade anguckst. Vielen Dank und alles Liebe bis zum nächsten Mal.
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