Ich höre das, was du nicht sagst - Podcast 078

Bernd and co-host explore non-verbal communication in relationships using the Gemeckerfrei card "Ich höre das, was du nicht sagst." They debunk the 85% claim, identify two common pitfalls, and offer a playful exercise: partners watch each other's body language shift between positive and negative feelings, signal when they notice the change, then compare observations.
Chapters
Halli hallo.
Hallo hier beim Gemeker frei Podcast.
Herzlich willkommen. Wie schön, dass du wieder da bist.
Genau, jetzt haben wir ganz vergessen zu sagen, den Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Genau. Und Wir haben uns ein neues Format überlegt, sozusagen. Es gibt jetzt mal in den nächsten Monaten immer einmal im Monat eine Folge, die ist überschrieben mit dem Titel Upgrade Your Relationship. Und wie du vielleicht schon weißt, gibt es seit Anfang des Jahres, also seit Anfang 2023, von Gemeckerfrei auch Beziehungskarten, die ihr benutzen könnt, um einfach spielerisch, liebevoll euer Miteinander abzuleveln, upzugraden. Und wir haben uns überlegt, dass wir jetzt immer eine Podcastfolge im Monat dafür verwenden, eine dieser Karten vorzustellen und noch weiter darüber zu sprechen. Also da intensiv mal über eine dieser Karten zu sprechen. Und natürlich gibt es die auch, die Karten zu kaufen im Buchhandel, bei allen großen Online—
gerne einkaufst. Das heißt irgendwie gemeckerfrei Kartenbox.
Genau, wir packen den Link natürlich in die Shownotes. Genau. Und jetzt starten wir und freuen uns, mit dir unser bestes Wissen zu folgender Karte und bestes Gefühl vor allen Dingen zu folgender Karte zu teilen.
Genau, ich erkläre noch kurz, die haben immer eine Vorderseite und eine Rückseite und vorne ist immer ein Zitat oder ein einen Satz oder auch zwei Sätze drauf für das Thema, und hinten drauf ist dann was dazu erklärt mit einer kleinen Übung. Und wir fangen jetzt natürlich erst mal mit der Vorderseite an. Ich höre das, was du nicht sagst, wie du den Körper des anderen lesen kannst.
Sollte man vielleicht noch mal wiederholen.
Ich höre das, was du nicht sagst, wie du den Körper des anderen lesen kannst.
Genau.
Und jetzt lese ich auch schon einen Teil der Rückseite vor. Wir können nicht nicht kommunizieren. Das hat schon Paul Watzlawick gesagt, denn 85% unserer Kommunikation verläuft nonverbal. Das bedeutet, dass dir der Körper des anderen viel mehr erzählt, als er es mit Worten tut.
Und das hast du ja schon erlebt. Also das ist ja nichts Neues. Ich finde halt, diese Aussage, die wissenschaftlich nicht 100% belegt ist, aber wonach halt 85% unserer Kommunikation nonverbal ist und 7% ist dann noch die Mimik und die— nee, 7% ist der Tonfall und dann bleiben noch 8% übrig. Und das ist das, was wir tatsächlich eigentlich sagen.
Also das, was du akustisch hörst.
Genau. Und so krass ist das einfach. Kommunizieren wir miteinander, unabhängig von dem Inhalt, den wir vermitteln. Und das ist einfach total spannend, da mal einen Fokus drauf zu richten, und zwar aus zwei verschiedenen Richtungen. Weil die eine Richtung ist, dass wir in das Verhalten des anderen Dinge reininterpretieren, die überhaupt nicht so sein müssen. Darin war ich zum Beispiel früher riesengroße Meisterin. Ich weiß gar nicht, ob du auch oder ob das hauptsächlich ich bei uns war. Kann ich gar nicht sagen. Was meinst du, Bernd?
Doch, doch, doch, doch. Ich bin da auch sehr gut. Das ist ja schon allein, wenn jemand müde ist, habe ich das Gefühl, an Gesichtsausdruck feststellen zu können, dass ich was falsch gemacht hatte.
Ja, also ich habe mich da früher immer super angegriffen gefühlt, wenn du einfach erschöpft warst und dann entsprechend angespannt warst. Ich habe das immer auf mich bezogen. Ich habe immer gedacht, dich stört irgendwas an mir oder ich habe irgendwas falsch gemacht. Und jetzt habe ich ja, würde ich sagen, das geht wahrscheinlich vielen Frauen so, also ich will mich da gar nicht jetzt als was Besonderes hinstellen, aber ich habe da sehr feine Sensoren und eine sehr geringe Toleranzschwelle. Also das ist, ich glaube, ich bin da schon relativ feinfühlig und das fällt einem natürlich in solchen Situationen manchmal dann noch auf die Füße, weil man halt irgendwie sofort irgendwas in Frage stellt, die Beziehung in Frage stellt, sich selbst in Frage stellt. Und was dann ja oft passiert ist, wenn man sich selbst in Frage stellt, das ist mir dann früher oft passiert. Ich konnte ja dann nicht sagen, was habe ich denn jetzt wieder falsch gemacht? Sondern ich habe dann gesagt, was passt dir denn jetzt schon wieder nicht? Ja, also wir pointen das dann wieder auf den anderen, um irgendwie besser damit umgehen zu können. Also das ist die eine Interpretationsweise, die wir oft benutzen, wenn wir diese wabernde Masse an nonverbaler Kommunikation irgendwie zu greifen versuchen. Und das andere ist ja, dass wir einfach nicht merken. Zum Beispiel, du willst mit deinem Partner, deiner Partnerin irgendwas besprechen und du merkst, du fängst an zu reden. Oder ihr habt vielleicht auch ausgemacht, ihr besprecht es zu einem bestimmten Zeitpunkt und du fängst an zu reden und hast überhaupt keinen Blick dafür, dass der andere gerade überhaupt nicht bei dir ist. Also, dass der mit seiner Aufmerksamkeit, und dass der vielleicht gerade voll in sich zurückgezogen ist, dass der gar nicht fokussiert bei dir ist. Also, ich merke das zum Beispiel beim Bernd manchmal, wenn ich dem irgendwas erzähle, und dann sagt er: Ja, ja. Da weiß ich halt schon voll, und das ist überhaupt nicht bös gemeint, aber dann weiß ich halt, ich habe den Punkt übersehen, darauf zu achten, ob du gerade in einer aufnahmebereiten mir zugewandten Verfassung bist.
Ja.
Also das sind die zwei Aspekte, die man betrachten kann, wenn man sich mit nonverbaler Kommunikation beschäftigt. Und du wolltest gerade was sagen und ich habe da reingekretscht.
Nein.
Okay. Siehst du, und so geht es einfach. Das ist ja jetzt, wenn ich jetzt, ich habe gesehen oder ich meinte gesehen zu haben, der Bernd hätte Luft geholt, um was zu sagen. Und vielleicht hat er einfach nur Luft geholt, um Luft zu holen. Und Ich habe weitergeredet. Jetzt kann ich entweder direkt, so wie ich es jetzt gerade gemacht habe, meinen Satz fertig machen und sagen: „Oh, du wolltest ja gerade was sagen." Und dann kann der Bernd sagen: „Nee, wollte ich gar nicht." Und damit ist die Situation wieder sofort aus der Welt geschafft. Wenn ich jetzt aber denken würde, der wollte was sagen und ich Tu dann so, als hätte ich es nicht gemerkt und red einfach weiter. Dann habe ich unter Umständen die ganze Zeit diesen Gedanken im Hinterkopf, ob ich ihm jetzt das Wort abgeschnitten habe, ob er sich jetzt ärgert, weil ich ihn nicht zu Wort kommen lasse, whatever. Und dann läuft es in meinem System die ganze Zeit noch mit. Und wenn du jetzt tatsächlich was hättest sagen wollen, dann wird in deinem System ja auch noch mitlaufen: Nie lässt sie mich zu Wort kommen.
Ja, und schon ist man einfach nur, ohne irgendwie quasi ein Wort über das Tatsächliche, den tatsächlichen Elefanten im Raum gesprochen zu haben, ist man an sich mittendrin oder mitten unten schon total, ne. Beide fahren sich runter und treffen sich dann auf einer Ebene, auf der es garantiert nicht konstruktiv wird.
Ja, und das ist das eine, was finde ich passiert. Und das zweite, was passiert, ist, dass du für alles, was du weitermachst, halt nur noch ein Teil deines Fokus zur Verfügung hat, weil ein Teil mit diesem ganzen unbewussten inneren Gelaber beschäftigt ist. Ja, genau. Also wir wollen dich einfach einladen, dass ihr in eurer Beziehung eine Ebene kreiert, wo ihr einfach diese Offenheit habt, dass ihr darüber sprechen könnt. Was, ob ihr nonverbale Signale richtig deutet, falsch deutet, also wo ihr einfach eine Ebene miteinander entwickelt. Das kannst du dir ein bisschen vorstellen wie multikulturelle Paare. Da spricht, da ist es so offensichtlich, weil da spricht jetzt zum Beispiel der eine, weil wir jetzt gerade in Thailand sind, der eine spricht Thai und der andere spricht von mir aus Deutsch. So, und gemeinsam sprechen die vielleicht Englisch. Und dann ist vollkommen klar, dass die eine andere Achtsamkeit auf Sprache haben müssen, damit sie sich überhaupt verstehen können, wie jetzt, wenn du und dein Partner, deine Partnerin, wenn ihr dieselbe Muttersprache habt. Und genauso ist es mit der nonverbalen Kommunikation. Ich muss einfach lernen, den anderen, die nonverbale Kommunikation des anderen kennenzulernen, meine eigene nonverbale Kommunikation kennenlernen, und ich brauche eine Ebene, dass ich darüber spreche, sprechen kann, dass ich mich darüber austauschen kann. Und da wollen wir dir einfach von dieser Karte, von über die wir gerade sprechen, da haben wir ein Spiel drauf beschrieben, und das wollen wir dir einfach mal vorstellen, wie du das machen kannst, dass ihr diese nonverbale Kommunikation, wie der Bernd so schön gesagt hat, den Elefanten im Raum, dass ihr den einfach greifbar macht und über den sprechen könnt.
Genau. Ich beschreibe es jetzt einfach mit eigenen Worten, weil das jetzt komisch ist, das hier so vorzulesen. Also du vereinbarst mit deinem Partner, ihr vereinbart miteinander, dass wenn ihr euch gegenübersetzt, so dass ihr euch gut sehen könnt, beobachten könnt, dass er über ein Thema nachdenkt, das ihm gute Gefühle macht. Einfach eine Zeit lang darüber nachdenkt. Und irgendwann soll er seine Gedanken abschweifen lassen. Und du beobachtest ihn. Und sobald du das Gefühl hast, dass er nicht mehr bei der Sache ist, sagst du Stopp. Und danach sprecht ihr darüber, ob du den Moment erkannt hast, ob du zu früh warst, zu spät, was auch immer. Und das macht ihr natürlich gegenseitig.
Genau. Also da geht es darum, dass wir, wenn alleine, wenn wir Gedanken denken, einen bestimmten Körperausdruck bekommen. Also wir müssen noch nicht mal laut sprechen, um nonverbal zu kommunizieren. Passieren, sondern wir können das vollkommen still machen. Und wenn du zum Beispiel jetzt über was nachdenkst, was dir richtig gute Gefühle macht, dann kann es sein, dass du dabei lächelst, dann kann es sein, dass du so einen seligen Gesichtsausdruck bekommst, es kann sein, dass du dich auf dem Stuhl vielleicht entspannst, es kann sein, dass du irgendeine andere, dass es eine bestimmte Handhaltung gibt, die du dann hast, wenn du dich besonders gut fühlst. Und genauso ist es, wenn wir uns schlecht fühlen. Also wer hat das schon beobachtet, wenn er sich schlecht fühlt oder angespannt ist, dass er die Füße, also die Zehen in den Boden gekrallt hat? Oder wer überschlägt dann besonders krampfhaft die Beine oder windet die Hände? Oder also alles, alle möglichen nonverbalen Signale, die wir einsetzen, je nachdem, ob wir uns gerade innerlich gute oder schlechte Gefühle machen.
Ja, und du setzt also du, du Du zeigst diese Signale unbewusst und du nimmst sie in Wahrheit oft auch unbewusst wahr als Gegenüber. Und deswegen ist die Übung so spannend. Das ist ja das, was man kennt, das ja aus dem Pokerspiel, wo man sagt, das ist der Tell. Er zuckt da mit der linken Augenbraue oder sonst irgendwas. Es wird in Filmen immer ein bisschen natürlich so dargestellt, als sei das nur eine Sache. Meistens ist es eine Kombination aus vielem. Aber selbst wenn du bei der Übung jetzt Wenn du der bist, der nachdenkt und versuchst, dein Gesicht dabei zu entspannen, weil du sagst, okay, ist jetzt zu einfach, wenn ich lächle, und dann höre ich auf zu lächeln. Selbst wenn du anfängst, so was bewusst zu kontrollieren, wirst du trotzdem eben irgendwelche Zeichen geben.
Ja, was wir nicht machen hier, das ist mir ganz wichtig, wir machen hier jetzt keine Mimikresonanz, oder also wir deuten keine Gesichtszüge, irgendwie so Sachen wie wer nach rechts oben schaut, lügt oder so was. Das, das, so was machen wir hier gar nicht, sondern wir wollen dich dafür sensibilisieren, dass eine, eine unbewusste Kompetenz entwickelst, wie es deinem Gegenüber gerade geht. Und natürlich, wie der Bernd gerade schon gesagt hat, geht es jetzt nicht darum, dass du dich so zum Beispiel in ein gutes Gefühl versetzt und dann absichtlich Dinge tust, von denen du glaubst, dass sie dem anderen zeigen, dass du jetzt ein gutes Gefühl hast, sondern du machst schon so ein bisschen, eigentlich ist es schon so ein bisschen ein Rätsel, also du fühlst dich einfach nur gut, du machst nichts, du konzentrierst dich auf nichts, anderes, als darauf, dich gut zu fühlen. Oder wenn ihr es zum Beispiel dann mit negativen Emotionen mal spielen wollt, du konzentrierst dich darauf, dich schlecht zu fühlen und nichts anderes. Und je öfter oder je krasser der Wechsel ist, also wenn du deine Gedanken nur abschweifen lässt, ist es noch relativ schwierig wahrzunehmen, wann der Punkt ist. Und wenn du aber von einem guten Gefühl in ein negatives Gefühl switchst, Je größer der Wechsel ist, umso leichter ist es für das Gegenüber, den Wechsel und den Change in deinem Verhalten, in deiner nonverbalen Kommunikation wahrzunehmen. Und das könnt ihr einfach spielerisch ausprobieren. Das ist ein bisschen wie zusammen Tischtennis spielen lernen oder so was. Einfach halt wirklich zu sagen, okay, wir entdecken ein neues Level zwischen uns.
Genau, und unsere Einladung ist auch wirklich, das einfach so spielerisch zu nehmen. Also nimm dem gleich irgendeine Schwere, die überhaupt kommen könnte, weil es ist einfach eine Art und Weise, sich wieder mal auf einer neuen Ebene kennenzulernen.
Ja, und sich zu entdecken und auch Missverständnisse zu entheddern. Ja, wo ihr vielleicht bisher immer wieder, wo du immer wieder vielleicht das Gefühl hattest, du bist dem anderen nicht wichtig, und dabei stimmt es überhaupt nicht, sondern der fühlt sich Einfach nur überfordert von dem, was du von ihm gerade willst, zum Beispiel. Also das wäre jetzt so was gewesen, was bei uns früher stattgefunden hätte. Und da einfach das, was nicht gesagt wird. Wie gesagt, sind 92% unserer Kommunikation, ist nicht der Inhalt. Und das auf die Bühne zu holen und zu sagen, lass mal da gucken. Wie schwingen wir hier miteinander und wo können wir, wo deuten wir uns wie? Und schau, selbst uns passiert es, dass wir uns dann mal missverstehen. Hast du ja eben gerade mitgekriegt, als ich dachte, der Bernd wollte was sagen. Und das macht doch überhaupt nichts, weil in dem Moment, wo man einfach easy peasy darüber sprechen kann, ist es ja immer sofort aus der Welt geräumt. Also große Elefanten oder um das mit unseren anderen Tieren hier zu benennen, große innere Motzkühe und Motzkuhherden werden das, wenn jeder mit seinen Fehldeutungen alleine ist und sich dann daraus irgendwelche Gedankenberge baut. Nie hört er mir zu, ich scheine ihm nicht wichtig zu sein, ist ja sowieso vollkommen klar. Ich bin wohl wieder die Einzige, die sich um unsere Beziehung kümmern soll, und er kümmert sich da nie drum. Und überhaupt, ich mache auch den ganzen Haushalt, und für die Kinder ist er auch nie da. Und merkst du was? So Wird von einer, nur davon, dass du das Gefühl hast, er hört dir nicht zu, weil du vielleicht in der Situation versucht hast, mit ihm zu sprechen, wo er gerade gar nicht aufnahmebereit war. Und daraus wird ein inneres Gedankenkonstrukt, was dazu führt, dass du den anderen nach einem oder zwei Tagen oder nach einer Woche irgendwie einfach runtermachst und anschreist und anmeckerst, weil du so schlechte Laune hast, weil der andere anscheinend so Depp ist. Dabei hast du das nur selbst konstruiert. Ich soll nicht aufs Bett hauen, sagt der Bernd. Genau, ja. Und da ist einfach, spielt damit, ja, nutzt es.
Es ist einfach, es macht einfach Spaß. Und es ist auch vielleicht noch der letzte Impuls, der für alle solche Dinge gilt. Macht es immer mit Spaß. Macht es nicht, weil ihr irgendwelche Probleme loswerden wollt, sondern weil ihr es noch schöner haben wollt.
Genau.
Mit der Haltung kommt ihr da in eine freudvolle Weiterentwicklung.
Ja, weil das soll ja nicht verbissen werden.
Nein, um Gottes Willen.
Ja, sondern es soll Spaß machen. Also wie wenn ihr zusammen ein Hobby neu anfangt. Ja. Also wie gesagt, wir verlinken euch die Karten, wünschen euch total viel Freude mit der Folge und falls ihr Lust habt, mehr davon zu haben, hört in einem Monat wieder rein oder kauft euch gleich die Karten.
Ihr könnt natürlich auch nächste Woche wieder reinhören, da haben wir auch ein spannendes Thema sicherlich.
Danke Bernd. Genau. Alles Liebe für dich. Alles Liebe. Tschüss.
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