Kinder lernen das Falsche - was Eltern jetzt tun sollten

In diesem Podcast diskutieren Uli und Bernd Bott, Gründer von Gemeckerfrei und Eltern von vier Kindern, die radikale Beschleunigung von Technologie – KI, Automatisierung und humanoide Roboter – und deren Folgen für den Arbeitsmarkt. Sie betonen, dass niemand wirklich weiß, welche konkreten Fähigkeiten zukünftige Generationen benötigen werden, und kritisieren die veraltete Vorstellung, Kinder für bestimmte Berufe auszubilden. Stattdessen plädieren sie dafür, Kindern das Lernen zu lernen und Beziehungsfähigkeit zu vermitteln, weil diese meta‑kompetenzen langfristig überlebensfähig bleiben. Sie schildern, wie traditionelle Berufe (Softwareentwicklung, Handwerk, Taxifahrer) bereits von KI bedroht sind, und zeigen, dass selbst alltägliche Aufgaben bald von Robotern übernommen werden können. Die Elternrolle wird als Schaffung einer anregenden Umgebung, als Vorbild für Selbst‑Mündigkeit und als Unterstützung beim Entdecken von Interessen beschrieben. Weiterhin diskutieren sie die gesellschaftlichen Folgen von Jobverlusten: Identitätskrisen, Sinnverlust und die Notwendigkeit, das Selbstwertgefühl nicht ausschließlich aus Arbeit zu beziehen. Sie schließen mit dem Hinweis, dass intrinsische Motivation, das Vertiefen in ein Thema und das kontinuierliche Lernen die nachhaltigste Vorbereitung für Kinder sind.
Chapters
Letzte Woche haben wir ja drüber gesprochen, über das Menschenbild. Wir haben so, also wenn du die Folge noch nicht gesehen hast, wir verlinken dir die, weil das ist eigentlich jetzt wirklich eine Fortsetzung. Aber wir knüpfen direkt da an, wo wir letzte Woche aufgehört haben. Ja, wir haben über das Menschenbild geredet, über Bildung, über wie sehen wir uns selbst? Halten wir uns für manipulierbar oder wie mündig sind wir? Genau, mündig war das. Ist ja so ein lustiges bisschen altertümliches Wort schon fast, aber es trifft es sehr. Und sind dadurch eben drauf gekommen, für wie mündig halten wir unsere Kinder schon von Beginn an und was läuft da eigentlich gerade falsch?
Ja, und was glauben wir, was müssen wir Kindern beibringen? Und haben wir wirklich überhaupt eine Ahnung, was Kinder lernen müssen? Heutige Kinder. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Jetzt habe ich fast vergessen, wie es weitergeht. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern.
Ja, wir haben mehrere Spiegel-Bestseller geschrieben und wir sind super glücklich darüber, dass so viele von euch wissen wollen, wie Elternsein heute wirklich geht. Und wir sind einfach total happy, dass wir nach so langem Suchen einen Weg gefunden haben, wie, wie, wie das funktioniert, wie Elternsein geht, wie Familie geht, wie Beziehung geht. Und wir freuen uns, dass wir das mit dir teilen können, weil ich glaube, die Welt braucht nichts mehr als das. Und genau in dieser Folge Kannst du noch mal mehr verstehen, warum wir der Meinung sind, dass Beziehungen in unserer Welt in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen werden.
Ja, und die Beziehungsfähigkeit.
Ja, genau. Die Qualität von Beziehungen.
Weil es erlernbare Fähigkeiten sind.
Ja, genau. Aber wir haben eben letzte Woche geendet, dass wir drüber gesprochen haben. Haben wir eigentlich eine Idee, was heutige Kinder lernen müssen, um, wenn sie erwachsen sind, in unserer Welt bestehen zu können? Und diese Frage will ich einfach jetzt ganz zu Anfang schon mit einem glasklaren Nein beantworten. Wir haben nicht im Ansatz eine Idee, was unsere Kinder lernen müssen, und deshalb haben wir auch nicht im Ansatz eine Idee, was wir denen beibringen sollen.
Und der Witz ist, Menschen hatten das in Wahrheit auch noch nie. Ja, weil es war eigentlich schon immer.
Ja, nur ich glaube, wenn ich jetzt so, ich habe mich ja in letzter Zeit auch noch mal viel damit beschäftigt, und wenn man das aus den verschiedenen Perspektiven betrachtet, also einerseits wissenschaftlich, aber auch vielleicht astrologisch oder spirituell, also wenn man die verschiedenen Disziplinen, oder man muss vielleicht sagen wirtschaftswissenschaftlich oder also so technisch und astrologisch und spirituell, was ja alles irgendwie Wissenschaft, ja, so ist gar nicht so voneinander abzutrennen. Wenn man es aus den verschiedenen Disziplinen betrachtet, dann kommen wir glaube ich gerade in eine Geschwindigkeit, die uns halt dazu bringt, dass das, dass wir keine Ahnung haben, wie es geht, dass uns das deutlicher bewusst werden.
Ja, weil, also ich glaube, früher hatte man das auch nicht nur das Problem. Der Vorteil früher war, dass die Zukunft viel langsamer gekommen ist.
Ja, genau, das, was funktioniert hat, hat noch viel länger funktioniert.
Genau, es hat viel länger funktioniert. Erstmal hat es einigermaßen funktioniert, dann hat es mittelmäßig funktioniert, dann hat es schlecht funktioniert, und irgendwann hat es gar nicht mehr funktioniert. Da konnte man noch das so mit Nivellieren und damit leichten Anpassungen hinkommen. Die Zeiten sind vorbei seit ein paar Jahren in Wahrheit. Genau. Weil Beispiel ist ja, also vor 10 Jahren hat man noch gesagt zu den Kindern, werd Softwareentwickler. Vergiss es, Handwerker und sowas, werd Softwareentwickler. Softwareentwickler werden immer gebraucht. So, was sind die ersten Jobs, die die AI erledigt hat. Und ich kann es aus meinem, also ich bin kein Softwareentwickler, jetzt irgendwie schon so ein bisschen. Wir haben eine AI in unserem Programm, eine Uli AI, die quasi Fragen, also die wirklich sehr gut arbeitet schon. Die habe ich komplett selber entwickelt. Ich kann aber nicht programmieren, keine einzige Zeile. Ich habe mit AI eine AI programmiert, was auch wieder sehr lustig ist, weil es so nach Inzest klingt. Aber und das, was ich da jetzt, was ich da in den letzten 4, ist jetzt genau 4 Wochen, ist es, gibt's es, vor glaube ich 6 bis 8 Wochen habe ich damit angefangen. Wahrscheinlich hätte mir, also wenn ich so früher, ich habe mir schon früher schon mal Angebote machen lassen von Entwicklern, von Entwicklern und Softwareagenturen, die sowas bauen, Das hätte ein halbes Jahr gedauert und hätte mich 50.000, 60.000 Euro Minimum gekostet bis zu dem Punkt, wo es jetzt ist, plus noch weitere Kosten, die dann dazukommen. So, und davon hätten natürlich in der Zeit auch wieder 2, 3 Entwickler gelebt. Ja, braucht es nicht mehr. Ja, hat mich keine 10% davon gekostet, geht heute von selber. Also die Softwareentwickler ist es, der Zukunftsberuf ist vorbei. Jetzt hat man schon noch Vor ein paar Jahren haben wir noch drüber geredet.
Wir waren auf Weltreise und haben ja da gesehen, dass oft so handwerkliche Dinge halt in einer minderwertigen Qualität gemacht waren. Also dass so Fenster, wie Fenster schließen, wie Türen zugehen und solche Sachen, wie irgendwas verputzt ist. Bauqualität ist einfach im Vergleich zur deutschen Bauqualität oft minderwertiger gewesen, was wir so gesehen haben. Dann haben wir so gedacht, also Hand, Also wenn du ein Handwerk kannst, da bist du ja, also gerade wenn du es in Deutschland gelernt hast, da kannst du auf der ganzen Welt mit arbeiten. So war so unsere Meinung.
So, jetzt gibt es humanoide Roboter und die sind ja quasi fertig.
Ja, das wird ausgerollt in den nächsten Jahren.
Das heißt, die können dir, also angenommen, man kauft sich so einen für zu Hause. Ja, der ist ein Klempner. Ja, der kann bügeln. Der kann bügeln, der kann kochen, der kann waschen. Haare schneiden. Der kann sogar Haare schneiden, was auch immer. Ja, und jetzt sagst du, okay, Scheiße, jetzt habe ich gedacht, ich werde Elektriker, weil cool, Handwerk kann nicht so leicht eine AI machen, weil unsere Idee war, eine AI ist ChatGPT im Computer drin, in Anführungsstrichen. Stimmt nicht. Uber-Fahrer, Taxifahrer.
In selbstfahrenden Autos.
In selbstfahrenden Waymos sind unterwegs, das funktioniert jetzt inzwischen schon ziemlich gut.
Und das dauert noch ein halbes Jahr oder ein Jahr oder was, ist ja egal. Also nur wenn deine Kinder jetzt Kinder sind, dann sind da, das ist ja noch, also das ist einfach astronomisch weit weg, wie lange das dauert, bis die quasi einen Beruf ausüben werden. Und jetzt, wenn man, ich habe letztens ein Interview gehört mit einem AI-Experten, der wirklich mit zu den, also der seit 20 Jahren beschäftigt sich der mit AI und der sagt halt, In 3 Jahren oder gesagt in 5 Jahren, ist ja jetzt am Ende auch egal, gibt es von 100 Jobs, die es heute noch gibt, gibt es 99 nicht mehr, weil du das einfach nicht mehr brauchst. Quer durch alle Disziplinen, durch alle. Und er sagt dann auch, dann sitzt er im Taxi in den Staaten, irgendwo in LA glaube ich, und spricht mit dem Taxifahrer, Uber-Fahrer und sagt, ja, was glauben Sie denn so über Ihren Job und AI und Selbstfahrer? Fahrende Autos und so, und dann sagt der, niemand kann so Auto fahren wie ich, niemand kennt die Abkürzungen wie ich, niemand, da kommt kein selbstfahrendes Taxi dran. Und es ist einfach gelogen, es ist einfach nicht wahr. Also was heißt gelogen, da ist es einfach eine Fehleinschätzung, weil diesen Job wird es einfach in ein paar Monaten oder in ein paar Jahren nicht mehr in der Form geben. Und wir wollen da jetzt gerade überhaupt nicht schwarzmalen oder irgendwie Angst zu machen oder gar nichts, sondern einfach zu sehen, wenn all das, was was wir bisher für normal halten, sich gerade in einer Geschwindigkeit verändert, die wir bisher nicht kannten. Und da nehme ich jetzt so einen astrologischen Aspekt noch mit rein. Ja, irgendwie hat Uranus jetzt gerade noch in eine bestimmte Laufbahn gewechselt für die nächsten 7 Jahre, und der steht halt für Geschwindigkeit. Das bedeutet, alles was— also, und das ist ja auch dieses Jahr, gilt ja als Jahr des Feuers oder Feuerdrachens oder wie auch immer, kannst immer je nachdem, welchen Aspekt was du da, wem du da zuhörst und auf welchen Aspekt du den Fokus richtest. Aber das hat ja schon insgesamt dieses Jahr eine krasse Geschwindigkeit, ja. Und jetzt kommt das noch dazu, das ist jetzt, war jetzt letzte Woche, ist das seit letzter Woche, haben wir den Uranus jetzt in dieser Umlaufbahn. Das heißt, die Geschwindigkeit dreht noch mehr auf. Und jetzt zu sagen oder die Idee zu haben, ich wüsste wir wüssten als Eltern, was unsere Kinder lernen müssen, damit die später in dieser Welt bestehen können. Das ist einfach eine perverse Illusion. Ja, ja, ist eine perverse Illusion. Entschuldigung, ich habe jetzt gerade wirklich überlegt, ob ich an der Stelle pervers sagen darf, aber ich finde, es ist eine perverse Illusion, Also, wenn man eine Sache sagen kann— ich bin heute echt im Redefluss— wenn man eine Sache sagen kann, dann müssen Kinder lernen, sich selbst zu führen. Sie müssen lernen, wie Lernen geht, und sie müssen in der Lage sein, Beziehungen zu führen. Ja, das ist das, worauf ich es konzentrieren kann.
Genau. Und jetzt hast du was Spannendes gesagt, und deswegen will ich kurz korrigieren.
Bitte.
Du hast gesagt, sie müssen lernen, wie Lernen geht. Und ja, müssen sie, nur gleichzeitig können sie das ja an sich schon.
Ja, ja, wenn ich jetzt—
Und sie müssen natürlich lernen, irgendwann, dass sie auch wie sie strukturiert lernen.
Ich glaube, das Problem, also ich beziehe mich da so ein bisschen auf so diese neuseeländische Idee von Lernen lernen, wo und grundsätzlich, wenn wir uns nicht einmischen würden, bin ich bei dir, dass sie das von selbst könnten. Weil wir oft uns so einmischen als Eltern in die Lernprozesse. Und wahrscheinlich sind wir da schon ganz nah beieinander.
Was ich gemeint habe, ist, dass wir, wenn, weil wir ja auch über die Perspektive, die wir auf das Kind haben, gesprochen haben, und es darum geht zu sagen, okay, ein Kind kann an sich, also wir Menschen, wenn wir auf die Welt kommen, und ein Kind ist ja auch Ein Mensch. Aber das ist wichtig, weil auch durch den Begriff Kind machen wir— der ist schon gut und richtig, der muss ich jetzt nicht komplett weglassen, nur einfach zu sagen, okay, nur weil ich sage Kind, ist es trotzdem ein Mensch in seiner vollen Würde und in seiner vollen Mündigkeit auch. Natürlich kann ein Kleinkind intellektuell, hat ja eine Gehirnentwicklung, da machen manche Eltern auch falsch, die einem Zweijährigen irgendwas erklären.
Vergangenheit, Zukunft, keine Ahnung.
Gehirn ist einfach noch nicht Da war ich immer sehr dankbar für dich und sehr dankbar für die Bücher, die wir auch dazu hatten, weil das sollte man eigentlich alle 3 Monate nachschauen, wenn man ein kleines Kind hat, um zu sagen, wie weit ist denn das Gehirn gerade? Okay, so weit. Also das ist für den Bereich, wenn ich über die Zukunft rede, ist ein zweieinhalbjähriges Kind zum Beispiel einfach noch in dem Sinne dumm, weil es gibt es nicht.
Ja, wir hatten das ja neulich zum Beispiel auch in einer Challenge in so einem Q&A-Call. Wo es irgendwie darum gehen kann, ist ein Kind dafür verantwortlich, was es heute entscheidet für in 2 Tagen? Und einfach festzustellen, also für ein 4-jähriges Kind sind 2 Tage halt so weit weg wie für einen, die Mutter war irgendwie 37, wie für die 37-jährige Mutter halt irgendwie 19 Tage weg waren. Als ob du heute wüsstest, was du in 19 Tagen gern essen möchtest. Ja, das ist ja abstrus. Genau.
Aber zurück, ja. Genau, also zurück zu dem, das sollte man immer eigentlich so im Monatsabstand im Blick haben, wie weit ist so ein Gehirn überhaupt schon entwickelt, weil sonst übertreibt man das da ständig und redet halt gegen eine Wand in dem Sinne, ja. Aber also Kinder, sonst könnten die ja nicht laufen lernen oder schon mal krabbeln lernen oder sich hinsetzen lernen und so, weil Kinder haben an sich Oder wir Menschen haben das, da war ich ja, ich war ja bei dem Begriff, wir Menschen haben die Fähigkeit, Dinge zu lernen.
Ja, genau.
Die ist in uns grundsätzlich angelegt, weil wir ja im Vergleich zu Tieren einen total schlechten, also einen miserablen Instinkt haben.
Ja, und eine miserable Ausgangsposition. Wir sind ja richtig dumm, wenn wir auf die Welt kommen.
Genau, wir können ja nichts gut. Wir können nicht schnell laufen. Also das Einzige, was Menschen können, ist lange laufen. Das können viele Tiere nicht. Ansonsten sind wir einfach dumm. Wir haben weder können wir gut, wir haben nichts, womit wir ein anderes Tier einfach töten können. Wir haben nichts. Also wir müssen alles lernen. Und aber das ist genau der Witz. Wir können eben lernen. Wir können lernen. Und wenn man sich die letzten 100 Jahre oder so mal nur anschaut, können wir sogar immer wieder Dinge lernen, von denen alle anderen sagen, das geht nicht. Ja, ja. Also selbst im Sport und so immer wieder gibt es ja das Ding mit der Meile in unter 4 Minuten. Das ist ja das klassische Beispiel. Das haben wir auch schon oft zitiert. Ja, oder halt dieser Spruch: Alle haben geglaubt, es geht nicht, bis einer kam, der wusste nicht, dass es nicht geht, und der hat es gemacht. So, das heißt, wir sind unglaublich gut im Lernen. Und das auch so, um diese Angst rauszunehmen, zu sagen, ja, es gibt dann von 99 Jobs, von 100 Jobs gibt es nur noch einen. Auch diese Angst rauszunehmen. Und ich habe da große Zuversicht in uns Menschen, weil wir eben lernfähig sind. Und jetzt die Kunst bei Kindern ist eigentlich ja nur, nur in Anführungsstrichen, ihnen das nicht abzugewöhnen, dass sie das Lernen nicht verlernen, sondern auch im Lernen immer mehr werden und damit besser werden. Und dass sie ihre Begeisterung erhalten.
Ja, und ihre intrinsische Motivation und einfach Davon auszugehen, du musst es lernen, nicht formen, also auch den Menschen nicht formen, sondern es geht darum, dass unsere Kinder zu Experten in ihren Bereichen werden. Und Experte wirst du, irgendwie habe ich mal gelesen oder gehört, oder gibt es so eine Zahl, wenn du 5000 Stunden mit was verbracht hast, dann wirst du 10.000, also ja, also wenn du wirklich, wirklich, wirklich viel Zeit damit verbringst. Ja, und das machst du aber nur mit einer Sache, für die du selber brennst, für die du begeistert bist. Das machst du nicht für binomische Formeln, wenn dir das zum Hals raushängt. Ja, aber wie viel entspannter könnten denn wir Eltern sein, wenn wir einfach sagen würden, okay, das Kind wird genau das— ich also anregungsreiche Umgebung, ne. Und jetzt vertraue ich darauf, dass das Kind sich selbst bildet in den Themenbereichen, die für das Kind relevant sind. Gleichzeitig bin ich als Mama oder Papa an seiner Seite, besorge natürlich zusätzliches Material, wenn das Kind mehr braucht, aber bin eben selber auch in der Lage, mit Also entwickle meine Beziehungsfähigkeit und entwickle die Fähigkeit, mich selbst zu führen, und unterstütze das Kind dabei, das im Kontakt mit mir für sich zu erwerben. Ja, weil da kommt ja der nächste Aspekt dazu: Wenn es wirklich dahin kommt, dass so viele Jobs wegfallen, dann müssen wir uns ja auch als Gesellschaft komplett neu erfinden. Weil wie viele Menschen sind denn heute, definieren sich denn heute über ihre Arbeit? Selbst dieser Taxifahrer, von dem ich gerade erzählt habe, der definiert sich darüber, dass er der Taxifahrer mit der besten Ortskenntnis ist. Aber das ist eine Identität. Wenn du Arzt bist, dann ist es deine Identität, Arzt zu sein. Wenn du wie wir Coaches bist, ist es die Identität, Coach zu sein. Nur wenn du deine Berufung, wenn du deinen Hauptwert, deine Hauptbestätigung aus deinem Beruf ziehst, und dann gibt's den Beruf nicht mehr, ja, worüber, wie definierst du dich dann? Was ist dann deine Identität? Und wenn du nicht auch die Identität entwickelst von der Person, also von eine, also von, dass wenn Beziehungen nicht den Stellenwert in deinem Leben haben, dann kannst du dich nicht darüber definieren und dann hast du, wenn dein Job wegfallen sollte, ein echtes Problem.
Ja, das ist ja auch das wahre Problem an Arbeitslosigkeit, daher weiß man das ja schon, dass so viele Menschen da doch Wenn sie dann 3, 4 Monate lang keinen neuen Job finden, in eine Sinnkrise fallen, weil ihnen eben diese Bestätigung fehlt, weil sie sich immer darüber definiert haben. Und das ist es. Also eine wahrscheinliche Theorie für diese Zukunft ist halt, dass es einfach nicht mehr so viel Arbeit gibt und dass wir nicht mehr 60, 80 oder auch nur 40 Stunden die Woche Arbeit haben werden. Und dann müssen wir das einerseits die Zeit füllen.
Das ist jetzt auch weniger, das wäre schon wahrscheinlich auch bei Rentnern, weiß man es ja auch, wird dann auch ein Thema.
Aber das viel Schlimmere und warum es vielen dann so schwerfällt, diese Zeit zu füllen, glaube ich, ist eben, weil wir dafür unsere Identität shiften müssen.
Ja, das ist ja auch, das erleben ja auch viele Eltern. In Elternzeit. Ja, dass du gerade wenn, also der Alltag mit Kindern ist ja oft einfach schwer, weil wir nicht wissen, wie es geht. Dann haben wir wenig Erfolgserlebnisse im Alltag mit den Kindern und die Erfolgserlebnisse und die Bestätigung aus dem Job fällt weg und zack entsteht eine Sinnkrise oder eine Art von Mama- oder Papa-Burnout.
Und es müssen ja noch, der Witz ist ja, es müssen ja noch nicht mal die vielen Erfolgserlebnisse sein, weil am Ende tut dir das auch gut, wenn jemand sagt, das war nichts. Also auch ein Misserfolg, den du im Job einfach, wo du sofort das Feedback bekommst, ist ja auch eine Leitplanke und du weißt dann immer, wo du stehst. Wenn du jetzt natürlich ständig nur auf die 12 kriegst, ist das auch nicht, aber im Unterschied dazu als Eltern, Du hast ja erst mal gar kein Feedback. Also du merkst nur, es ist anstrengend. Du kommst, du schläfst zu wenig. Was weiß ich?
Kriegst nichts geschafft.
Kriegst nichts geschafft. Kannst nicht mal alleine aufs Klo gehen mit so richtigen Kleinkindern XYZ. Also so, ne? Und das ist irgendwie, du weißt, und dann hast du so diese Unsicherheit. Macht es überhaupt richtig? Weil du weißt ja nicht. Also selbst fängst jetzt mit einem Neugeborenen an. Nach 2 Jahren weißt du ja immer noch nicht.
Macht es irgendwie Sinn, was er macht?
Wird da was draus? Oder bleibt es so? Was weiß ich?
Also genau, also von dem her, um da jetzt nicht zu tief einzusteigen, das ist quasi so, das sind diese Identitätsfragen, die mit diesem gesellschaftlichen Wandel einfach einhergehen werden. Und deshalb gehen wir davon aus, dass einfach innerfamiliäre Beziehungen oder insgesamt Beziehungen halt in unserer Welt einen anderen Stellenwert bekommen werden. Und deshalb glauben wir, dass Beziehungsfähigkeit halt entsprechend relevant und wichtig ist. Ja, ich möchte jetzt noch wie so einen kleinen Disclaimer einschieben, weil man könnte das jetzt so verstehen, dass wir wie der Taxifahrer sind, ne? Weil der Taxifahrer, der sagt, er kann das, also er wird nie wegrationalisiert. Ich gehe nicht davon aus, dass wir nicht durch eine ersetzt werden. Auch weil ich jetzt sage, Beziehungsfähigkeit ist wichtig, wir bringen Menschen bei, wie Beziehungsfähigkeit geht. Ich glaube nicht. Also ich habe keine Idee dazu, ob es uns in Person in 5 Jahren noch für Gemeckerfrei braucht. Keine Ahnung. Ich bin schon der Meinung, dass es die Fähigkeiten, die hinter Gemeckerfrei stecken, dass es die noch lange brauchen wird. Genauso wie ja auch selbstfahrende Autos wissen müssen, wo sie hinfahren müssen.
Auch Leute, die überhaupt, also es musste jetzt auch mal der ganze Weg sein, dass die überhaupt selbst fahren können. Es braucht doch immer noch Leute, die darauf gucken und schauen, wird es besser, weil das ist, es geht nicht darum, dass wir Menschen uns, also wir sind ja überhaupt keine Schwarzseher an der Stelle, wir werden uns nicht abschaffen, nur es wird sich halt extrem verändern.
Genau, und weil es sich so verändern wird, haben wir als Eltern im Moment keine Idee, was unsere Kinder lernen müssen, um gut auf auf ihre Zukunft vorbereitet zu sein. Und deshalb macht's halt Sinn, in den jetzigen Moment zurückzugehen und zu gucken, was ist das, was dem Kind jetzt Freude macht, was es jetzt begeistert, was es jetzt gerne lernt, in der Annahme, dass wenn es sich damit viel beschäftigt, wird's darin gut. Und Menschen, die gut sind in was, werden immer gebraucht werden.
Ja, vor allen Dingen Menschen, die einmal dies geschafft haben, in einer Sache sehr gut zu werden, auch noch dazu, wenn ihnen diese Lernfähigkeit und diese Begeisterungsfähigkeit erhalten geblieben ist, Das sind die Menschen, die schon immer historisch seit 100.000, also seitdem es Menschen gibt, Achtung, dass ich keine falschen Zahlen sage, aber schon immer, die immer auf jede Veränderung reagieren konnten. Das sind die, die immer, die haben halt dann was Neues gelernt. Wenn du mal in einer Sache besonders gut geworden bist, wird es leichter, in der nächsten Sache besonders gut zu werden, selbst wenn die aus einem ganz anderen Bereich kommt. Weil du diese Fähigkeit entwickelt hast und weil du zum Beispiel lernst Patterns zu sehen, du lernst Dinge miteinander zu verknüpfen. Das sind ja alles Grundsatzfähigkeiten. Dein Gehirn wird immer plastischer, je mehr solche, je mehr schwere Sachen du lernst.
Ja, absolut.
Je mehr komplexe Dinge du lernst, umso schneller wirst du neue komplexe Dinge lernen. Und dann ist vollkommen, irgendwann ist es vollkommen egal, aus welchem, aus welchem Themenbereich die sind. Und das hat schon immer gegolten. Das ist, glaube ich, und deswegen ist das die einzige und gleichzeitig die nachhaltigste Vorbereitung, die du Kindern geben kannst.
Ja, also um noch mal einen Abschluss zu bringen, auch zu der ersten Folge, also zu der Folge vorab: Sich mit seinen Interessen auseinandersetzen zu dürfen, ist eine Form von Mündigkeitsentwicklung. Also sozusagen, ich gestehe dem Kind zu, Sich mit dem zu beschäftigen, was es gerade interessiert, worin es gerade, womit es gerade, wo es gerade aufblüht, das lässt das Kind mündig sein. Und wir als Eltern dürfen die Umgebung bereitstellen und das Vertrauen haben, dass das Kind dabei genau die Dinge lernt, die es lernen muss, wenn wir gleichzeitig, weil wir ja als Vorbild so relevant sind, wenn wir gleichzeitig unsere eigene Mündigkeit trainieren, selbst diesen Schritt gehen, weil jeder, der jetzt nicht schon kurz vor der Rente steht oder kurz, na, also schon uralt ist, den betrifft es ja auch, ne. Dann geht's ja auch darum, was ist eigentlich deine Expertise, worin wirst du Zeland. Und wie bereitest du dich selbst auf diesen gesellschaftlichen Wandel vor?
Weil auch wenn du von dir denkst, na ja, ich bin ja durchs normale Schulsystem gelaufen, ich habe diese Lernfähigkeit und so nicht mehr, es ist in uns Menschen drin. Und auch du kannst es wieder in dir hochholen, aktivieren und Spaß dran haben. Das ist nämlich das Wichtigste.
Alles Liebe für dich. Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal. Danke fürs Zuschauen.
Ciao.
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