Lass die Masken fallen - Podcast 073

In dieser Podcast‑Folge diskutieren die beiden Moderatoren, warum wir im Alltag – besonders als Eltern und Partner – häufig emotionale Masken tragen und Rollen spielen, die aus unserer Kindheit stammen. Sie zeigen, wie das Verstecken von Gefühlen (z. B. "gute Miene zum bösen Spiel" oder ein Poker‑Face) zu Missverständnissen, Wutanfällen und gemecker‑gefüllten Interaktionen führen kann. Durch gezielte Selbst‑Reflexion sollen Hörer erkennen, wo sie nicht authentisch sind, und lernen, Gefühle frühzeitig zu benennen, bevor sie eskalieren. Praktische Beispiele aus dem Familienalltag (z. B. beim Kochen, beim Umgang mit vergessenen Geburtstagen oder verspäteten Handys) illustrieren, wie unausgesprochene Emotionen unter der Oberfläche brodeln. Die Hosts betonen, dass Kinder von Natur aus authentisch sind und uns als Lehrer dienen können, wenn wir ihre Ehrlichkeit zulassen. Sie geben konkrete Kommunikations‑ und Wahrnehmungs‑Strategien: frühzeitiges Benennen von Stress, offene Ansprache ohne Schuldzuweisungen, gegenseitiges Feedback in Partnerschaften und das bewusste Entscheiden, die eigene Maske abzulegen. Abschließend wird die Idee vermittelt, dass mehr Authentizität zu weniger Gemecker, weniger explosiven Konflikten und zu tieferen, echten Beziehungen führt.
Chapters
Hallihallo und herzlich willkommen hier beim Gemäcker frei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen zu dir selbst, zu deinen Kindern und zu deinem Liebsten. Deiner Liebsten. So schön, dass du da bist.
Ja, herzlich willkommen.
Genau. Heute gibt es eine Fasnachtsfolge.
Genau. Mit dem Titel: Lass die Masken fallen.
Genau. Und wir wollen mal über Masken und über Rollen sprechen. Also Masken, die wir aufziehen, Rollen, die wir spielen und wie du das nutzen kannst für einen gemeckerfreien Alltag. Weil wir machen die Erfahrung, dass viele von uns Masken und Rollen zwar benutzen, weil das haben wir ganz, ganz früher als Kinder gelernt, aber nicht unbedingt auf die für uns dienlichste Art und Weise nutzen, sondern eigentlich eher so, dass es eher zu Gemecker oder zu Wutanfällen oder Ausrastern deiner Kinder führt und nicht dazu, dass ihr einfach das schönste Leben euch kreieren könnt. Und ja, sei gespannt, was wir dazu mit dir teilen wollen.
Genau, weil was auch noch kommt, um jetzt bisschen die Spannung aufzubauen, ist, was du dabei eben dann von deinen Kindern auch wieder lernen kannst.
Genau. Also Als Erstes wollen wir dich einladen, einfach mal zu reflektieren, zu sagen, okay, vielleicht hast du auch ein paar Minuten Zeit, während du die Folge hörst, und kannst mal so in dich gehen und sagen, okay, wenn ich mal mich traue, ehrlich zu mir selber zu sein, wo sage ich eigentlich nicht, wie ich mich wirklich fühle? Also, wo sage ich eigentlich nicht, was ich wirklich gern hätte, was ich brauche, wie es mir geht? Ja, wo verstecke ich mich sozusagen hinter einer Maske? Und das fängt an bei so profanen Fragen: Wie geht's dir? Und hört und geht weiter. Ich weiß gar nicht, ob es irgendwo aufhört, aber geht dann weiter, quasi auch wenn wir so gute Miene zum bösen Spiel machen, also wenn wir so ein Pokerface aufsetzen und so tun, als würden Dinge uns nichts ausmachen, also Angenommen, einer deiner Lieblingsmenschen vergisst deinen Geburtstag und du bist total traurig darüber, aber lässt dir nicht anmerken, dass du traurig bist. Oder bist total genervt, weil dein Kind wieder, was weiß ich, die Brotzeit im Ranzen hat verschimmeln lassen. Und weil du also, aber Du machst gute Miene zum bösen Spiel. Also es geht jetzt nicht darum, dass du explodierst und ein Kind anschreist. Das wäre jetzt auch nicht die andere, die Reaktion. Aber so dieses Runterschlucken, also dieses, na, wo machst du so ein Pokerface? Und da kommen wir jetzt an der Stelle schon zu einem ganz wichtigen Punkt, weil wir machen diese Pokerfaces nicht so oft unseren Kindern gegenüber. Die kriegen es eher ab.
Ja, also und auch nicht unbedingt dem Partner gegenüber.
Doch, ich finde schon. Ich finde schon dem Partner gegenüber total krass, dem Partner gegenüber, weil also und vielleicht sind wir da auch unterschiedlich, aber so dieses. Ich, ich sag nix. Also hatten wir letztens auch eine Kundin, die sagt, wenn ihr Partner dann schlechte Laune hat und irgendwie so krummelig ist eine ganze Zeit lang, hält sie das total gut aus und macht gute Miene zum bösen Spiel. Und irgendwann dann wird sie aber zu viel und dann explodiert sie doch. Und diese Phase, also je länger du gute Miene zum bösen Spiel machst, so schlimmer, so schlimmer wird die Explosion. Also, also ich glaube schon, dass man das in der Partnerschaft eher macht, weil man sich nicht erlaubt, den eigenen Standpunkt so wichtig zu nehmen wie Kindern gegenüber. Das führt jetzt bei Kindern, also ich will jetzt nicht sagen, dass das bei Kindern besser ist, wenn wir die quasi, wenn wir die anmeckern oder halt denen die wissen lassen, sozusagen, was sie falsch machen und weshalb es uns dann schlecht geht. Weil das wisst ihr ja auch schon, niemand anders kann Gefühle in dich reintun außer dir selbst. Das heißt, die Kids sind auch nie dafür verantwortlich, wie es dir geht. Nur einfach mal reflektier einfach mal für dich, wo gestehst du dir selber ein, wie es dir gerade geht? Wo zeigst du das nach außen? Wo und wo versteckst du es eben? Also wo setzt du eine Maske auf? Wo, wo machst du ein Pokerface? Wo machst du gute Miene zum bösen Spiel sozusagen? Und Wo ist es aber dann eben nicht so, dass du es dadurch gehandelt bekommst und einfach sagst, okay, also ich reg mich da jetzt halt einfach nicht drüber auf, weil ich will mich da jetzt nicht drüber aufregen. Das ist ja das, was wir oft auch empfehlen.
Und das ist ja ganz was anderes. Also das ist ja ein ganz anderer Umgang damit. Weil dann handle ich ja meine Emotionen, ich drück sie ja nicht weg.
Genau.
Sondern ich sag einfach, ach okay. Du hast jetzt einen Wutanfall, du bist jetzt gerade schlecht gelaunt. Ich entscheide mich einfach, da nicht drauf einzusteigen. Das wäre dann keine Maske.
Genau.
Aber ich dürfte auch zum Beispiel im ersten Moment einfach sagen, wenn ich merke, es berührt mich oder es trifft mich in irgendeiner Form. Es ist ja oft auch schon so, einfach nur eben nicht zu sagen: Nein, das jetzt weg damit, sondern mal zu sagen: Okay, finde ich jetzt auch gerade blöd.
Ja klar.
Diese Ehrlichkeit halt.
Alle Gefühle dürfen da sein. Nur wichtig ist, dass du eben dein Kind nicht für deine Gefühle oder auch den anderen nicht für deine Gefühle verantwortlich machst und gleichzeitig aber eben halt auch bewusst und aktiv damit umgehst. Da könnte man noch mal eine extra Folge dazu machen. Das ist einfach so, so entscheidend. Nur hier an der Stelle geht es einfach mal darum, dass du dir bewusst machst, wo Wo bist du nicht authentisch? Also ein Klassikbeispiel, was ich bestimmt schon oft erzählt habe, war früher bei uns, wenn wir miteinander gekocht haben oder wenn du gekocht hast und ich bin dazugekommen und wollte noch helfen, weil ich irgendwie dachte, weil ich den Eindruck hatte, dass du so schon angestrengt und gestresst bist und ich dann helfen wollte und du dann davon total genervt warst und irgendwie das Zeug so mit Wucht auf die Arbeitsplatte gestellt hast oder halt irgendwie so hektische Bewegungen gemacht hast, aber nichts gesagt hast. Und ich dann irgendwie total verunsichert war und nicht wusste, was du jetzt eigentlich willst, weil du ja eben auf der einen Seite so gestresst davon warst, dass es noch nicht fertig war, und auf der anderen Seite durfte aber auch keiner irgendwie in der Küche dir zu nahe kommen, so ungefähr. Und dann war ich davon verunsichert und dann konntest du an 5 Fingern abzählen, wie lange es gedauert hat, bis eins unserer Kinder diese Spannung aufgegriffen hat und explodiert ist. Und Das ist eben das, was passiert, wenn wir eine Maskerade veranstalten, wenn wir nicht sagen, was ist, wenn diese Sachen im Untergrund quasi ihr Unwesen treiben, dann wird es in der Familie immer einen geben, der das nicht aushalten kann oder der es am wenigsten aushalten kann und der am schnellsten darauf reagiert.
Ja, der dann quasi den Sänger der Band macht und das Ganze nach vorne bringt. Genau.
Aber halt eben Ja, nicht so, dass du sofort den Zusammenhang erkennst. Und deshalb ist die Einladung einfach zu sagen, okay, wir gehen mal 3 Schritte zurück und setzen mal sozusagen an der Wurzel an. Und du guckst einfach mal hin, okay, wo bin ich eigentlich nicht authentisch? Und der nächste Schritt ist dann, wie geht's cool, authentisch zu sein? Aber wie gesagt, da müssten wir noch mal eine extra Folge dazu machen. Aber jetzt nimm für diese Folge folge einfach nur mal mit, dass du dich reflektierst und sagst, okay, wo bin ich authentisch und wo bin ich es nicht. Und wir haben einfach als Kinder gelernt, dass es, also schon, schrei nicht so rum, sei nicht so laut, mach nicht so ein Theater, ne. Da in der Phase, in der wir vielleicht Unterstützung gebraucht hätten zu lernen, wie wir gut authentisch sein können, haben wir beigebracht gekriegt, dass Authentizität kein erstrebenswerter Wert ist.
Ja, oder alleine ja schon, wenn du als Kind gehört hast: Jetzt komm bei Oma und Opa, sei da nicht so laut.
Ja, genau.
Weil das strengt die so an. Oder mit den Hörgeräten, dann geht es nicht so gut. Was auch immer. Also lauter so Dinge, wo du gehört hast als Kind vielleicht, wie du dich verhalten sollst jetzt, weil. Und zwar meistens eben anders verhalten sollst, als du es sonst tun würdest. Genau, da hast du gelernt. Und es ist halt einfach so, das muss man jetzt auch nicht verurteilen, nur dass du es, wenn du es bemerkst, fällt es halt leichter, dann damit umzugehen. Weil dadurch haben wir gelernt, dass wir solche Masken aufsetzen.
Genau. Und das ist eben das, wo du auch bei deinen Kindern gucken kannst, wie, wie kannst du eigentlich mit ihnen umgehen, dass sie lernen, dass Authentizität, also aus unserer Sicht zumindest, einer der höchsten Werte ist. Weil nur wenn wir uns echt begegnen, also authentisch begegnen, ist auch tatsächlicher Kontakt möglich. Das ist übrigens der Grund, warum wir immer wieder explodieren müssen, wenn wir uns mit Masken begegnen, weil wir den echten Kontakt suchen. Wir wollen den anderen Menschen in echt sozusagen fühlen können. Wir wollen den wahrhaftig erleben. Und das ist auch das, was deine Kinder wollen. Die wollen dich wahrhaftig erleben. Und dann reizen sie dich so bis aufs Blut, bis du explodierst. Weil in dem Moment, wo du explodierst, wirst du wahrhaftig.
Ja, da reißt du dir die Maske vom Gesicht. Das ist, wer schon mal Mission Impossible gesehen hat, der kennt das. Die haben die auch immer, diese, diese Silikonmasken, und die müssen sich dann so vom Gesicht abziehen, weil die richtig festgeklebt sind, ne?
Genau, und das ist, was bei Explosionen passiert, sozusagen bei Wutanfällen, bei Streit. Und deshalb ist natürlich auch so, dass wenn du nicht gelernt hast, in diesen echten Kontakt zu kommen, einfach mit guten Gefühlen, dann fühlt sich das logischerweise auch so an, als müsste Streit und Konflikt und so dazugehören, weil dein Unterbewusstsein ja gelernt hat, dass nur dann wahrhaftiger Kontakt entsteht. Ja, das ist crazy, oder? Aber es geht eben auch anders, weil du kannst auch echt und authentisch sein, einfach Einfach nur so. Und du kannst heute damit anfangen, indem du einfach entscheidest, dass du sagst, was ist.
In dem Moment, wo es ist.
Genau.
Weil ganz wichtig dabei ist immer der Zeitpunkt. Das haben wir vorher schon gesagt, aber das ist mir noch mal so wichtig, weil das geht so viel auch rum. Ich habe das letztens auch wieder von so einem Männercoach gelesen irgendwo. Und es stimmt einfach nicht. Das ist einfach falsch. Also eine Emotion auszudrücken bedeutet nicht, dass es schon ins Extrem geht. Nee, dann ist es eigentlich schon viel, viel, viel zu spät. Derzeit.
Was hat der Männercoach gesagt?
Er hat gesagt, ja, ich krieg es nicht mehr wortwörtlich hin. Aber der hat gesagt, dass eben authentisch sein ist auch, dass man seine Wut mal mit voller Wucht auslebt und dann schreit man rum und dann ist es auch für alle gut und so weiter. Nein, weil es ist dann schon viel, viel, viel zu zu spät. Da hat jemand noch nicht verstanden, wo eine Emotion anfängt und sich dann durch das Deckel draufhalten. Das ist wie ein kochender— das beste Beispiel ist eigentlich ein Topf mit Nudelwasser. Wenn du den Deckel draufdrückst und lässt den Herd auf volle Pulle, dann fliegt dir der Deckel irgendwann um die Ohren, weil du nicht mehr zuhalten kannst, weil der Druck zu hoch wird. Und genauso ist es bei den Emotionen auch. Du musst den richtigen Zeitpunkt erwischen.
Ja, das ist das Training, glaube ich, auch das Wahrnehmungstraining, sich so kennenzulernen, zu merken, wo entsteht eigentlich die Emotion? Also wann fängt es eigentlich an, dass ich verstimmt bin, also dass ich mein Wohl, mein inneres Wohlgefühl verliere? Wo fängt es eigentlich an? Und je innerlich wacher du wirst, umso früher bemerkst du das und umso authentischer kannst du werden. Und wenn Wenn ihr in einer coolen Beziehung lebt, wo ihr über so Sachen auch sprechen könnt, dann könnt ihr euch da auch gegenseitig unterstützen. Also wir machen das auch, dass wir einfach, dass wir uns gegenseitig auch feedbacken, zu sagen, oh, ich glaube, hier kommt gerade Stress, also merkst du schon, also, ne, weil das eben, der andere ist nicht absichtlich gestresst zum Beispiel oder angestrengt und macht nichts dagegen, sondern, und also verändert es nicht, sondern meistens ist der andere einfach angestrengt oder schlecht gelaunt oder was auch immer, weil er und merkt noch gar nicht selber, dass es so ist. Es läuft quasi noch unter seinem eigenen Wahrnehmungsradar. Und da könnt ihr euch gegenseitig einfach wahnsinnig gut unterstützen, indem ihr euch einfach drauf aufmerksam macht. Das ist ein bisschen so, wie der eine halt schon beim Halskratzen sagt: Oh, ich muss mal gurgeln, ich muss mal. Ein Bekannter von dir, der immer sagt, hier in dem Moment, in dem er merkt, dass eine Erkältung nur im Anflug ist, legt ich schon mal 2 Tage ins Bett, um das auszukurieren. Und die anderen, die das, andere Menschen, die da irgendwie überhaupt keinen Fokus drauf geben und keine Wahrnehmung dafür haben und halt einfach erst kurz vor der Lungenentzündung dann mal zu Hause bleiben, sozusagen. Das so, wie wir da unterschiedlich gestrickt sind, ist es eben auch bei der Wahrnehmung von Emotionen. Und gemeckerfrei zu werden, gerade auch gemeckerfrei mit dir selbst zu werden, bedeutet halt, dass du du diese Gefühle in dir immer früher erkennst und immer früher dann auch veränderst oder mit denen umgehst.
Ja, weil an diesem frühen Zeitpunkt ist es überhaupt kein Problem, das Gefühl zuzulassen, weil da kommst du gar nicht so in die Gefahr, auch andere dafür verantwortlich zu machen, weil du noch viel mehr, weil es eben sich nicht schon so hochgeschaukelt hat.
Ja, und weil du einfach zum Beispiel sagen kannst, boah, ich bin gerade so gestresst, ja, nur Damit sagst du ja noch nicht, ich bin so gestresst, weil du so ein Depp bist. Das ist das mit dem, den anderen dafür verantwortlich machen. Natürlich kannst du zu deinem Kind sagen, wenn du jetzt irgendwie merkst, es geht, was weiß ich, auf die Schlafenszeit hinzu und es ist eigentlich ausgemacht, dass das Kind um eine bestimmte Uhrzeit sein Handy abgibt und es ist schon wieder 5 Minuten nach der Zeit und das Handy ist immer noch nicht da. Da kannst du halt bemerken, dass dich das gerade anstrengt und dann kannst du einfach zu dem Kind gehen gehen und kannst sagen: Du Kind, es strengt mich echt an, wenn ich jeden Tag wieder selber zu dir laufen muss, obwohl wir das doch so vereinbart und abgesprochen haben. Wie können wir das denn anders regeln? Nur wenn du— und dann ist es überhaupt kein Thema, eine Lösung zu finden. Und wenn du aber noch eine halbe Stunde wartest, dann nutzt du die halbe Stunde in der Regel, um innerlich schon hochzufahren. Schau mal, wie viel. Und dann ändert es nämlich dann so, dass er: Schau mal, wie viel Uhr es ist und schon eine halbe Stunde wieder zu spät und kann man sich nie auf dich verlassen und so weiter. Dann kommt dieser Sermon und damit hast du dann die Verantwortung für deinen emotionalen Zustand dem Kind quasi übergestülpt. Jetzt in dem Beispiel.
Ja, du könntest die halbe Stunde. Es kann trotzdem eine halbe Stunde dauern, wenn du sagst, zum Beispiel, du merkst, dass es hochkommt und sagst, ich könnte jetzt nicht nach 5 Minuten zum Kind gehen und das entspannt. Irgendwas entspannt sagen, dann kannst du dich hinsetzen, die halbe Stunde, bis das Kind vielleicht von selber kommt, aber dann eben zu spät dafür nutzen, um dich runterzufahren und dann ganz, wenn das Kind kommt, zu sagen: Du, finde ich jetzt nicht so cool, wenn es immer so lange dauert oder wenn wir die, wenn die Vereinbarung nicht klappt und so weiter. Was können wir denn da besser machen? Auch dann wärst du authentisch. Also es ist schon manchmal, finde ich so, dass es dass auch wenn ich es im ersten Moment bemerke, keinen Sinn macht, dann mit jemand anderem drüber zu reden, sondern es ist dann wirklich oft so, sagen okay, einfach erst mal mit sich selber, wie du gerade gesagt hast, dann stehe ich vielleicht mal. Also klassisches Bild bei mir ist am Laptop, ich arbeite irgendwas, das funktioniert nicht und dann einfach mal aufzustehen und sagen, boah, das stresst mich jetzt gerade, dass das und das nicht funktioniert, um nicht das auf irgendjemand anderen zu pointen an der Stelle.
Genau. Und da darf man einfach auch gucken und rausfinden. Wie das für einen selber gut funktioniert. Also wichtig ist halt, dass du das, dass du dich nicht, dass du nicht einsteigst in die Emotion sozusagen.
Ja, und dann so einen inneren Dialog darüber machst, der das Ganze immer noch weiter befeuert. Genau.
Jetzt haben wir doch schon mehr über den Umgang mit Emotionen geredet.
Aber das macht nichts. Es gibt auch noch mal eine Folge.
Was wir ja am Anfang versprochen haben. Ist, dass wir dir auch noch was mitgeben, was du von deinen Kindern lernen kannst. Und das möchte ich jetzt einfach noch mal, wir haben es schon implizit quasi gesagt und wollen es jetzt aber noch mal pointiert herausstellen, nämlich deine Kinder sind per se erstmal echt. Je kleiner, umso echter.
Genau, und umso direkter.
Ja, genau, weil Die machen eben, das geht schon allein von der Gehirnentwicklung her, geht das gar nicht, dass die eine Emotion oder so in sich reinfressen, weil die sind einfach zu sehr noch im Hier und Jetzt.
Dankeschön.
Sind noch viel zu sehr im Hier und Jetzt und können einfach nur, das kommt rein, geht raus, kommt rein, geht raus. Und da sind die einfach total authentisch. Und wenn du dich davon nicht mehr angegriffen fühlst, sondern einfach nur sagst, Du sagst okay, die lernen gerade, sich selbst auszudrücken und die werden immer besser darin, das auf eine Art und Weise zu tun, was auch, wie es auch in Gesellschaft, in der Gemeinschaft halt händelbar ist. Und der wichtigste Schritt für mich als Mama, als Papa ist, dass ich es eben nicht unterdrücke, verdränge, wegdrücke oder quasi, mir fällt das Wort nicht ein, also für schlecht erachte. So abwerte, verurteile, sondern eben ja, und auch nicht sanktionieren, will ich immer sagen, weil das ist doch das falsche Wort hier, oder?
Keine Ahnung.
Genau, also musste jetzt irgendwie kurz mal raus, sonst hätte ich da jetzt noch die ganze Zeit drüber nachgesiniert, sozusagen. Also du kannst dein Kind dabei unterstützen, dass du es echt bleiben lässt. Ja, dass du ihm nicht wegnimmst, echt zu sein. Und dann kannst du das dir von deinem Kind abgucken. Weil wenn dein Kind aber sagt, es ist mir hier einfach zu laut, ich will hier nicht sein, oder das ist mir hier zu voll, oder das ist mir, das dauert mir jetzt zu lange, bis mein Essen kommt, oder was auch immer, dann regen wir uns doch eigentlich ganz oft nur deshalb so darüber auf, weil wir uns das niemals erlauben würden. So zu reagieren. Und jetzt kannst du einfach das umdrehen und kannst sagen: Mein Kind ist mein bester Lehrer. Und wenn mich das triggert, dass mein Kind da echt ist, dann ist das einfach nur das Zeichen dafür, dass ich noch viel echter sein darf. Tada! Ein Schlusswort.
Perfekt.
Viel Spaß beim Ausprobieren und alles Liebe für dich. Alles Liebe. Tschüss.
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