Lass dieses Wort weg! - Podcast 182

Uli und Bernd Bott erklären, wie das ständige "Bitte" in der Eltern-Kind-Kommunikation verwässert und Kinder zu People-Pleasern erzieht. Klare Anweisungen statt "Wischi-waschi"-Sätze führen zu mehr Selbstregulation und gegenseitigem Respekt.
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Es ist auch eine große Verantwortung. Du schickst entweder jetzt ein paar People Pleaser in die Welt, ein paar totale Neinsager oder halt Menschen, die in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken.
Ein wirkliches Umlernen im Kopf, weil es gibt ein Wort in unserer Sprache, mit dem reiten wir uns in den Dreck. Und das ist das wunderschöne Wörtchen: Nein. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast.
Der Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Schön, dass du da bist, dass du zuschaust oder zuhörst.
Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, wir sind Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel und haben mehrere Spiegel-Bestseller veröffentlicht. Und was viel wichtiger ist, wir haben schon vielen, vielen tausend Menschen dabei geholfen, ihr liebevolles und friedliches gemeckerfreies Familienleben zu erschaffen, und freuen uns, wenn wir dich heute hier auch ein bisschen inspirieren können. Und heute geht's um ein Wort, das du bitte nach dieser Podcastfolge nicht mehr verwendest.
Und nein, schon noch verwendest, aber sehr bewusst.
Bewusst und weniger als bisher verwendest.
Genau.
Bewusst benutzt. Genau.
Bitte verwende dieses Wort nicht mehr so oft.
Genau.
Und nicht mehr so unbewusst.
Genau. Und um das noch ein bisschen in einen Rahmen zu packen, dass du ein bisschen weißt, was dich erwartet. Es geht um Kommunikation, es geht um klare Kommunikation und es geht um die Fehler, die wir als Eltern in der Kommunikation mit unseren Kids oft machen.
Ja, und zwar weil wir zu wischiwaschi sind.
Ja, weil wir rumeiern.
Ja, weil wir nicht sagen, was wir meinen. Ja, weil wir es halt in irgendwelchen ganz komplizierten Konstrukten, sprachlichen Konstrukten, verstecken.
Oder weil wir hoffen, weil wir eigentlich ganz viele Eltern machen den Fehler, dass sie nicht die Rolle übernehmen wollen oder unbewusst nicht tun, ihre Kinder anzuleiten und zu führen, sondern die versuchen, aus so einem falsch verstandenen Elternbild mit ihren Kindern freundschaftlich zusammenzuleben. Aber immer nur bis zu dem Punkt, wo das Kind nicht tut, was man will.
Ja, genau. Wenn das Kind dann nicht tut, was man will, dann kommt man schnell in so eine, auch wieder, auch eine Art Hilflosigkeit, ja.
Und dann greift man zu anderen Methoden, zu den alten, zu den, dann triggern die alten Pattern. Und da gibt es eine ganz gute Beschreibung dafür, weil Eltern und Kinder sind natürlich gleichwertig und gleichwürdig, also in ihrer Eigenschaft als Mensch haben wir alle die gleiche Würde, aber Eltern und Kinder sind einfach nicht gleichberechtigt. Du, am Ende des Tages bist du derjenige, der die Macht hat, zu entscheiden. Und es gibt eben auch Punkte, da ist es richtig und wichtig, wenn ein Kind Gefahren für sich noch nicht einschätzen kann, zum Beispiel. Und es ist aber so, dass ja auch die, geschichtlich gesehen, sind die Eltern-Kind-Beziehungen immer hierarchische Beziehungen, wo es Machtgefälle gibt, wo Eltern ihre Macht ausgeübt haben und auch ausgespielt haben. Und das ist das, was eben in Momenten, in denen unser freundschaftlicher Weg nicht funktioniert, kommen die alten Muster, wie wir selber als Kind das erlebt haben, reingeschossen. Und dann, dann machen wir das Gleiche, was wir erlebt haben. Und wenn du nicht, und dann, und ich zähle auf 1, 2, 3, und solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst. Also diese Haltung kommt dann rein. Und deshalb, weil das passiert, Wenn wir das falsch verstehen, deshalb unser Plädoyer bei Gemeckerfrei: Du musst lernen, du musst wirklich, es muss hier als Elternteil, als Mama, als Papa, musst du lernen, deine Kinder zu führen, klar und liebevoll, gleichwürdig, aber nicht gleichberechtigt.
Ja, und das Das ist ein sehr spannendes Thema, weil man dabei merkt, wie unehrlich unsere Sprache oft ist, also unsere Kommunikation oft ist. Und das ist dann nicht nur gegenüber Kindern, sondern wir sind ja gegenüber Erwachsenen genauso. Ja, ganz.
Wir sagen nicht, was wir wollen. Wir reden um den heißen Brei und gehen davon aus, mehr hoffend als wissend, dass der andere das doch bitte genauso versteht wie wir. Komm, Schatz, lass Lass uns doch dann mal ins Bad gehen und deine Zähne putzen. Wer hat sich das, so einen Satz, schon mal zu seinem Kind sagen hören? Oder: Du musst doch jetzt auch müde sein, es ist ja schon spät. Komm, wir gehen mal ins Bett.
Ja, oder wir verstecken es hinter Höflichkeit. Wir verstecken es hinter Höflichkeit und Wie du jetzt ja auch schon gesagt hast, machen so halbe Fragen.
Ja, das wäre doch, was wäre so eine halbe Frage?
Ja, das ist schon so, ne? Wäre das nicht schön, wenn wir jetzt einfach mal ins Bett gehen und ich lese dir noch was vor?
Ja, genau.
Und jetzt ist es ja wichtig, dass du in dem Moment, wenn du die Frage so stellst, erwartest du ja nicht, dass das Kind sagt Nix da, habe ich keine Lust drauf, ich will noch spielen, will was vorlesen.
Ja, genau, sondern du willst ja eigentlich, dass das Kind dir dann entspricht, deiner Vorstellung folgt. Nur das, was du sagst, ist keine Führung, das ist Wischiwaschi, Rumgeeier, ne? Und das beinhaltet, dass du eigentlich willst, dass das Kind abends um 7:30 Uhr sagt, komm, ich Ich möchte jetzt wirklich schlafen gehen. Mama, Papa, kann ich noch eine Geschichte vorgelesen kriegen? Und wenn aber du selber schon nicht so klar bist, von wem soll denn dann dein Kind gelernt haben, so klar zu sein? Finde den Fehler an dieser Stelle.
Und gleichzeitig ist es oft an sich sogar sehr manipulativ, was man da macht.
Ja, voll.
Wenn man sagt, na, wäre das jetzt nicht schön, wenn du dich mal ins Bett kuschelst oder so? Ja, das ist ja In Wahrheit ist es tatsächlich, es ist manipulativ, weil du ja mit der, mit so einer Frage, wäre das jetzt nicht schön so, du bringst ja schon so eine Bewertung mit rein, versuchst das Kind da auf deine Seite zu ziehen.
Ja, zu überzeugen, zu überreden, wie auch immer. Und manchmal nutzen wir auch so Fragen, die sind eigentlich total fies, also die haben so einen fiesen Hintergedanken. Angenommen, du gehst willst deinem Kind gute Nacht sagen, gehst im Bad vorbei, guckst die Zahnbürste an, stellst fest, die staubt trocken, und gehst dann ins Kinderzimmer und sagst zu deinem 7-jährigen Sohn: Hast du eigentlich schon deine Zähne geputzt? Und das ist ja nur, also ich meine, dass diese Frage kann dein Kind nicht beantworten und sein Gesicht dabei wahren, weil in dem Moment, wo es ja sagt, sagst du: Stimmt nicht, ich habe schon geguckt, deine Zahnbürste ist trocken. Und wenn das Kind nein sagt, sagst du: Ja, aber wieso liegst du denn schon im Bett? Ich habe dir doch Zähneputzen Hallo, ganz kurz zwischenrein.
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Du verleitest dein Kind dazu, dich anzulügen an der Stelle. Und ganz oft: Wieso hast du jetzt schon wieder deinen Bruder geschlagen? Ja, weil er blöd ist.
Was soll das Kind sonst sagen?
Ja, und wenn aber die Antwort, dass es weil er blöd ist, die würdest, oder weil er die, die, die, die gemacht hat. Ja, aber wir schlagen uns nicht. Also diese Frage, die bringt dein Kind immer nur dahin, dass es entweder lügen muss oder halt sich selber bloßstellen muss, weil es kommt da eigentlich nicht erhobenen Hauptes raus. Also lass diese Art von Fragen weg. Und stattdessen kannst du einfach andere Sachen sagen. Du gehst zu diesem Kind, das mit nicht geputzten Zähnen im Bett liegt und du weißt eben, weil die Zahnbürste ist trocken, sagst du: Du musst noch schnell deine Zähne putzen, geh ins Bad, mach das gerade schnell. Das ist eine ganz klare Ansage, was jetzt zu tun ist. Oder sagen: Ich kann sehen, dass du wütend bist auf deinen Bruder, dass du dich über ihn ärgerst und Da braucht es eine Lösung, verstehe ich, ich helfe gerne und wir schlagen uns nicht. Fertig. Ist eine klare Ansage, damit führst du klar und gibst dem Kind die Möglichkeit, mit dir in Verbindung zu kommen.
Und was auch so ganz blöd zu stellen, weil wenn du sagst, du weißt doch, dass wir uns nicht schlagen. Ja, ja, das ist so, das ist auch blöd, weil du das Kind eigentlich bloßstellst, ja, weil du ihm noch mal so vor dem anderen auch sagst, okay, du weißt doch, das machen wir hier nicht. Also das ist Das würdest du von dir selber auch nicht wollen. Und die Kinder wissen das ja.
Ja klar.
Also ja, wir reden jetzt wieder mal nicht von 2- oder 3-Jährigen vielleicht. Die wissen das einfach noch nicht. Da ist es noch anders als bei den 2-Jährigen vor allen Dingen. Nur wenn sie das an sich schon gelernt haben und es auch kognitiv verstehen können.
Und wenn sie vor allen Dingen auch von euch zu Hause erleben, dass ihr sie nicht schlagt, dann ist es Normalität für sie, dass man sich nicht schlägt.
Genau, dann wissen sie schon, dass das nicht geil ist.
Ja, so, also erlaub dir klar zu sagen, was Sache ist. Dafür musst du dir natürlich erstmal selber im Klaren darüber sein, was jetzt Sache ist. Und manchmal wird es dann aber zu kompliziert, wenn dann so Sätze rauskommen wie: Wenn du dir die Zähne nicht putzt, mache ich mir Sorgen, dass du Karies bekommst. Bitte putz dir deine Zähne so lange, wie die Sanduhr läuft. Dann wird es einfach, also erstens bist du schon gefordert, dass dir in so einer Situation so ein Satz einfällt, und zweitens ist es einfach, sag ich das Kind so, hä? Also wenn du dir die Zähne nicht putzt, mache ich mir Sorgen, dass du Karies kriegst. Ich habe das Bedürfnis, dass deine Zähne noch viele Jahre gesund sind. Bitte putz dir die Zähne, bis die Sanduhr abgelaufen ist. Sagt das Kind so, hä?
Ja, es ist einfach vergeudete Mühe und es ist vor allen Dingen, gewöhnst du auch deinen Kindern an, alles mit noch irgendwie dreimal Scheiß, den man sich gerade überlegt, zu begründen. Ja, es reicht vollkommen aus, sagst schau, Zähneputzen hast du vergessen, geh bitte noch deine Zähne putzen. Nein, nicht.
Ja, geh deine Zähne putzen.
Wollte es noch gar nicht verraten, aber jetzt habe ich es schon gezeigt.
Geh deine Zähne putzen. Genau, und da merkst du jetzt an Bernd, und danke für das Beispiel, weil mir passiert es auch ständig. Mir passiert habe ich das auch immer wieder. Und das ist wirkliches Umlernen im Kopf, weil es gibt ein Wort in unserer Sprache, und jetzt hast du es wahrscheinlich schon gemerkt, das uns, mit dem reiten wir uns in den Dreck. Und das ist das wunderschöne Wörtchen bitte.
Ja, weil wenn du genau das Beispiel nimmst, ich sage zu dem Kind, geh bitte deine Zähne putzen, dann sagt das Kind, wenn es jetzt sprachlich fix ist, sagt es, nö, weil du hast ja bitte gesagt.
Genau, eine Bitte. Eine Bitte beinhaltet die Möglichkeit, die Bitte abzulehnen, sonst ist es keine Bitte. Wenn du zu dem Kind sagst: Kannst du bitte die Spülmaschine ausräumen? Und du denkst, das ist halt ein höfliches Bitte. Nein, das ist kein höfliches Bitte. Ein Bitte macht aus einem Satz eine Wahlmöglichkeit. Da könntest du genauso gut sagen: Du kannst wählen, ob du jetzt die Spülmaschine ausräumst oder ob du es bleiben lässt. Das ist das, was du eigentlich sagst, wenn du sagst: Kannst du bitte die Spülmaschine ausräumen? Wenn es dir— und es gibt ja, es gibt ja Momente, wo du sagst, das wäre irgendwie nett, aber es jetzt auch nicht nötig. Und dann kannst du sagen: Kannst du, könntest du vielleicht bitte die Spülmaschine ausräumen? Na, dann machst du es als Bitte. Oder aber du sagst halt: Räum jetzt die Spülmaschine aus, du bist dieses Mal dran. Wenn du das nicht diskutieren willst, aber wenn du bitte sagst, musst du damit rechnen, dass das Kind sagt: Nö, weil du hast mich gefragt, ich habe nein gesagt, ich mag gerade nicht.
Ja, das ist genauso wie wenn du sagst: Könntest du die Spülmaschine ausräumen? Ist auch eine offene Frage, und es ist eben cool, das auch so zu machen. Das heißt nicht, dass du immer sagen sollst: So, du räumst jetzt die Spülmaschine aus.
Ja, weil du darfst ja sagen: Könntest du die Spülmaschine ausräumen? Oder: Kannst du bitte die Spülmaschine ausräumen? Wenn du dem Kind eben die Möglichkeit geben willst, ja oder nein zu sagen. Weil das ist ja auch eine wichtige Fähigkeit, die Kinder erlernen dürfen, dass sie lernen zu kooperieren und dass sie aber auch lernen, ihre eigenen Bedürfnisse mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft abzugleichen. Und wenn ich sag, kannst du gerade mal bitte die Spülmaschine ausräumen, dann macht es bei dem Kind, dass es anfängt zu überlegen, ist mein Bedürfnis nach Spielen, Fußball, Kicken oder Schlafen grad größer, oder kann ich das ein Stück zurückstellen und das Gemeinschaftsbedürfnis oder den, die, die Bitte meiner Mama oder meines Papas erfüllen? Und dann lernt das Kind an der Stelle auch wieder eine Form von Selbstregulation.
Also es ist total wichtig, dass du auch immer wieder solche offenen Fragen stellst, aber wirklich mit der, und das ist, das ist ein großes Lernfeld für uns als Eltern, wirklich so hingehen zu können, dass du die Frage auch so stellst, dass das Kind auch die Wahl hat. Also sprich, dass du mit der, wenn es Nein sagt zum Spülmaschine ausräumen, dass du damit vollkommen fein bist, sagst okay, dann mache ich es.
Ja, oder fragst ein anderes Kind oder was auch immer. Aber halt zu sagen, es ist, jede Antwort ist gleichermaßen gut, weil wenn du bitte sagst und aber erwartest, dass das Kind es tut. Also wenn du sagst, räum mal bitte die Spülmaschine aus, in der Erwartung, also wenn es eigentlich ein versteckter Appell ist. Und wenn du das immer so machst, dann lernt dein Kind, also dann kommen zwei unterschiedliche Ergebnisse dabei raus. Entweder wird dein Kind ein People Pleaser, der jede Bitte als Appell hört und die erfüllt, Das war zum Beispiel bei uns früher ein Thema, weil du hast es so gelernt.
Auch wenn jemand so was sagt, sagt man nicht nein.
Ja, genau. Und ich habe den Bernd halt immer wieder Dinge gefragt, ob er das machen könnte. Bitte, vielleicht. Und weil ich es halt auch noch nicht besser wusste an der Stelle. Für mich vollkommen offen, dass es für mich vollkommen in Ordnung gewesen wäre, wenn er gesagt hätte: Nee, geht grad nicht, kann ich grad nicht. Wie auch immer. Und du hast halt gehört, du sollst es jetzt machen.
Für mich gab es das nicht, dass man das sagt.
Genau.
Dann erzeugst du jemanden, der nicht Nein sagen kann.
Ja, genau.
Das geht total vielen Menschen so, aber das kommt genau daher. Das ist der Grund dafür, dass wir gelernt haben, eine Bitte sei ein Appell. Und das ist halt Quatsch, deswegen macht es anders. Deswegen seid ihr in der Kommunikation klar. Eine Bitte ist eine Bitte. Die hat 50-50-Chance.
Ja, genau.
Und wenn du ein Bedürfnis hast, wenn du was dringend brauchst, musst du es sagen.
Und zwar nicht, dass du sagst, ich habe jetzt das Bedürfnis nach Ruhe, ich muss mich jetzt ausruhen, ich bin gerade so erschöpft, könntest du bitte und so weiter, sondern zu sagen, hier, heute ist es dein Job, die Spülmaschine auszuräumen. Ja, und das machst du natürlich nur, wenn du nicht, weil du so erschöpft bist, sondern das machst du, indem da gleichst du in deinem Kopf ab, ob das ein Appell ist, den du an dieses Kind jetzt gerade richten kannst, und ob dieses Kind in der Lage ist, diesen Appell so auszuführen. Das ist unsere Verantwortung als Eltern, dass wir nicht reihum Aufgaben vergeben und sagen, und jetzt wird das gemacht, und jetzt wird das gemacht, und jetzt wird das gemacht, sondern dass du die Aufgaben immer auf eine Art und Weise vergibst oder die Appelle auf eine Art und Weise formulierst und anbringst, dass du weißt, das ist für das Kind in diesem Moment und in dieser Situation auch leistbar. Das ist unsere Kompetenz als Eltern in der klaren Führung. Das ist wie bei, bei, hier noch mal Mitarbeiterbeispiel, du würdest so eine Mitarbeiter, als guter Chef verlangst du von einem Mitarbeiter nichts, was er nicht leisten kann, sondern du überlegst dir bei einer Aufgabe, wer kann das vielleicht tun, haben wir jemanden, wie kann, wie muss ich das anbringen, formulieren, was braucht es dafür, dass ich ein gutes Ergebnis bekomme. Und genauso ist es mit Kindern, wenn du die führst, du fragst dich halt, okay, ich habe jetzt hier die Spülmaschine zum Beispiel, und wie, wen von meinen Kindern, von, zu wem sage ich das jetzt, und wie komme ich dahin, dass wir da ein gutes Ergebnis bekommen. Zu dem einen Kind kannst du zum Beispiel sagen, wenn ich nochmals Zähneputzen nehme: Geh jetzt ins Bad und putz dir die Zähne. Zu dem anderen Kind sage ich: Komm, steh auf, wir gehen zusammen ins Bad und putzen deine Zähne. Zum nächsten Kind sage ich: Oh, bist schon so müde? Soll ich dich gerade ins Bad tragen, damit wir deine Zähne putzen können? Also du darfst damit spielen und gucken, was funktioniert, welche Form von Appell funktioniert für welches Kind. Nur was nicht funktioniert, ist: Bitte sagen, aber nicht bitte meinen. Weil da kommt entweder eben dieser People Pleaser raus, der nicht nein sagen kann, Bruders kommt so ein totaler, so ein, Entschuldigung, Kotzbrocken dabei raus, der halt zu allem immer nein sagt, der grundsätzlich nein sagt, dagegen hilft. Ja, genau, einfach immer in Widerstand zu gehen, immer. Und das sind die Kinder, mit denen du halt als Eltern echt ein Thema hast, weil das halt saumäßig anstrengend ist, wenn egal was du sagst, immer nur Feuer dagegen kommt. Ja, ist gesünder für das Kind, weil es weniger Emotionen in sich unterdrückt, aber für uns Eltern ist es natürlich saumäßig anstrengend. Von dem her, lerne, deine Kinder klar zu führen. Und wenn du uns jetzt gerade zuhörst, wir sind auch in dieser Folge, in dem, wie wir dich ansprechen, sehr, sehr klar und sehr auch vielleicht durchdringender, als du uns aus anderen Folgen kennst. Weil das ist, das ist diese liebevolle und klare Führung, dass du einfach genau weißt, wo willst du hin, dass du die Worte dafür wählst, die dich dahin bringen und dass du genau führst, auf den Punkt führst.
Ja, und dabei einerseits lernst, weil es ist ja immer, wir müssen als Erwachsene erstmal selber lernen, weil du lernst dann auch deine Bedürfnisse zu kommunizieren, auszudrücken, klar auszudrücken, und damit lernen es dann auch deine Kinder, weil die auch davon, die lernen Kommunikation ja nur von dir. Also 90% der Kommunikation bis so zum 8. Lebensjahr bist du als Eltern oder als Haushalt zu Hause das Wichtigste. Dann werden die Gleichaltrigen irgendwann genauso wichtig. Aber da hast du ja noch, du hast da einen Rieseneinfluss. Du hast den Rieseneinfluss und bringst es ihnen bei. Auch wenn du es bis jetzt anders gemacht hast, kannst du es ändern. Kein Problem. Nur das ist auch eine große Verantwortung. Weil du bist, du schickst entweder jetzt ein paar People Pleaser in die Welt, ein paar totale Neinsager. Oder halt Menschen, die in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken, und gibst ihnen damit ein Riesengeschenk. Weil das ist ja nicht nur in der Beziehung mit Kindern wichtig, sondern auch in der Beziehung als Paar. Gerade wenn man neu zusammenkommt, ist es ja total wichtig, dass man lernt, wie kommuniziere ich miteinander, wie, wie, wie, wie handle ich Bedürfnisse aus? Und später im Berufsleben genauso, ganz egal, ob man Chef ist oder ob man in einem Team arbeitet. Das ist immer wieder, immer wieder Thema und immer wieder eins der größten Probleme, dass Menschen nicht in der Lage sind, was, was sie wollen, was sie brauchen, klar auszudrücken, dass alle anderen wissen, wo sie dran sind.
Ja, und voll cool, dass du jetzt zu dem Punkt so gekommen bist, weil ich hatte noch einen Aspekt im Kopf, den ich gerne noch hier mit euch teilen wollte, und der passt jetzt genau, weil wenn du klar führst, und die, dann lässt du die anderen Menschen wissen, wo sie dran sind. Und dadurch bist du echt, bist authentisch und gibst den anderen Menschen, und jetzt im Fall bei Gemeckerfrei deinen Kindern, die Möglichkeit, sich wirklich mit dir zu verbinden. Weil die Kinder auch nicht mehr überlegen müssen, was meint er jetzt, ist der jetzt sauer, weil ich was falsch gemacht habe, habe ich jetzt was falsch gemacht, was, was wird da in der Luft sondern es ist ganz klar, na, da sagst du halt auch so Sachen wie: Ich brauche jetzt von dir, dass du heute die Spülmaschine ausräumst, weil ich bin einfach zu erschöpft gerade, z.B. Oder: Es ist jetzt einfach Zeit ins Bett und wir gehen jetzt ins Bad. Ich kann nachvollziehen, dass du lieber noch spielen möchtest, und jetzt ist der Moment gekommen, wo dein Spieltag für heute endet.
Und das Coole ist, wenn du diese Klarheit irgendwann erreichst, musst du dann auch nichts mehr begründen, weil das ist die Begründung, ist eh nur eine Geschichte. Begründung ist am Ende immer versuchte Manipulation.
Ja, und dann, da können wir noch mal eine andere Folge drüber machen, weil dann, was nämlich dann passiert, ist, wenn du eine Begründung gibst Dann fängt das Kind an, mit dir über die Begründung zu diskutieren, und dann haben wir Eltern eigentlich sowieso immer verloren. So, viel Freude beim Lernen, wie du liebevoll und klar deine Kinder führst, wie du klar kommunizierst. Und bin gespannt, was du bei dir beobachtest, wie oft du bitte sagst und wie du ab sofort dieses Wort in deinem Alltagssprachgebrauch reduzierst.
Alles Liebe fürs Zuschauen und Zuhören.
Bis zum nächsten Mal, tschüss!
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