Muss ich mein Kind wissen lassen, was es falsch gemacht hat? - Podcast 130

In dieser Podcast‑Folge des Gemeckerfrei‑Podcasts diskutieren die Gastgeberinnen (Sprecher A und B) das Thema, ob Eltern ihren Kindern mitteilen sollten, wenn diese etwas falsch gemacht haben. Sie argumentieren, dass Kritik Kinder nicht verbessert, sondern ihr Selbstwertgefühl und ihre innere Stimme schädigt. Stattdessen wird ein "Ask‑First"‑Prinzip vorgestellt: Eltern sollen nur dann eingreifen, wenn das Kind um Hilfe bittet. Durch das Stellen von Bitten statt Korrekturen können Eltern Bedürfnisse aushandeln, ohne das Kind klein zu fühlen. Es wird ein Unterschied zwischen traditioneller Ordnung und einem "kreativen Ordnungssystem" (Schwestertugend) erklärt, wobei beide gleichwertig sein können. Die Folge liefert zahlreiche Alltagsbeispiele (Zwiebel schneiden, Rasenmähen, Aufräumen) und konkrete Formulierungen, wie Eltern ihre eigenen Bedürfnisse äußern können, ohne zu kritisieren. Weiterhin wird betont, dass Kinder durch das Beobachten von Eltern lernen, wie man mit Aufgaben umgeht, und dass das Vermeiden von Kritik langfristig gesündere innere Stimmen bei Kindern fördert. Abschließend wird die Bedeutung von intrinsischer Motivation, Selbstreflexion und dem Setzen von Prioritäten für Eltern hervorgehoben.
Kritik macht niemanden besser. Wir tun immer so, wir denken immer, Kinder wären blöd. Dabei sind die ja noch so viel präsenter, so viel fokussierter, so viel aufmerksamer als wir.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemecker frei Podcast, den Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und zu dir selbst. Heute wieder mit einer Folge aus Gemeckerfrei TV. Das gibt's immer Sonntagabends in unserer Facebook-Gruppe. Und heute zum Thema: Muss ich mein Kind wissen lassen, wenn es was falsch gemacht hat? Viel Freude damit, alles Liebe.
Muss ich mein Kind wissen lassen, wenn es was falsch gemacht hat? Wer kennt denn das, dass er sich die Frage stellt? Wer stellt sich denn immer mal die Frage: Soll ich jetzt was sagen oder soll ich nicht? Soll ich jetzt was sagen oder soll ich nicht? Die Nina sagt, sie kennt es. Kennt es noch jemand? Wer stellt sich die Frage? Nicole: Man denkt es oft. Wer ist jetzt genau man? Wer kennt es von sich, dass er das so gelernt hat, dass es so in ihm steckt? Ach, die Steffi ist da, wie schön! Na, das ist so, wer kennt es, dass es so in einem steckt, dass man glaubt, man müsste den Kindern doch sagen, wie es richtig geht. Man müsste den Kindern doch sagen, wie es richtig geht. Wer kennt, wer hat diesen Gedanken in sich, ne? Also ich sage jetzt mal, du bist mit deinem Kind in der Küche, ihr schnippelt Salat und die Zwiebelstücke, die dein Kind schneidet, sind riesig. Und wer neigt dann dazu, zu seinem Kind zu sagen: Du, guck mal, mach das mal so und so, dann geht's leichter. Und das ist ja auch überhaupt nicht böse gemeint, sondern ja unterstützend. Ja, ich, ne. Wer würde sagen: Du, guck mal, schneid doch die, halt die Zwiebel so, dann kannst du die kleiner schneiden, dann wird es, dann geht es leichter. Kennen ganz viele, bis vorgemeckerfrei, oder von jetzt noch, oder wie auch immer. Wann er sagt: Ich habe das früher noch viel öfter gemacht, aber festgestellt, dass er da bei vielem die Lust verloren hat. Ja klar, also wenn mir so ein Satz noch mal über die Lippen zu rutschen versucht, dann beiße ich mir echt auf die Zunge. Ich sag das nicht mehr, ich sag das einfach nicht mehr. Weil was ist denn der— also jetzt überprüft es doch mal für dich selber. Angenommen, du mähst den Rasen. Fängt ja jetzt auch bei euch bald wieder an, dass man den Rasen mähen muss, wenn man Rasen hat. Also angenommen, du mähst den Rasen, und jetzt kommt dein Partner, deine Partnerin und sagt: Übrigens, da hinten, wenn du dahin, wenn du da so und so mähst, dann geht's viel besser. Oder nimm doch an der und der Stelle besser den Ausmäher, weil das geht besser. Wer mag das, bzw. wie fühlt sich das an? Wie fühlt sich das an? Andrea schreibt: Furchtbar. Ja, jemand anders, der was dabei fühlt. Jemand hier, der sagt, das ist super. Der Besserer sagt: Ja, blöd, hast recht. Es geht nicht darum, ob ich recht habe. Dauerhaft kontrolliert, ja, voll scheiße fühlt man sich da. Ich fühle mich dann klein. Ja, aber du willst doch nicht, dass dein Kind sich klein fühlt. Das ist nervig, als ob man kleines Kind wäre. Ja, aber du willst ja nicht, dass deine Kinder sich wie ein kleines Kind fühlen. Carolin sagt: Naja, bei manchen Themen, von denen ich gar keine Ahnung habe, auch schon mal hilfreich, wenn der Ton stimmt, aber meistens als ob man unfähig ist. Ja, genau. Und worum geht es denn? Wann? Es gibt genau einen Punkt, es gibt genau einen Punkt, wann du das gut nehmen kannst. Sag mir mal, also angenommen, du mähst diesen Rasen, du machst es vielleicht zum ersten Mal, der andere kann das viel besser. Was ist da, was passiert da schon automatisch? Du glaubst, ich habe selber schon beantwortet, deshalb muss ich jetzt sagen, du glaubst dabei, dass von Haus aus, dass der andere im Vergleich zu dir der Experte ist. Was machen wir, wenn wir jemanden als Experten empfinden? Dann sind wir von Haus aus geneigter, von dem Tipps oder Ratschläge anzunehmen, nehmen. Kannst du mir dabei folgen? Wenn wir selber schon glauben, dass wir es nicht so gut können wie der andere, dann sind wir eher geneigt zu glauben, der andere kann es besser. Und wenn der uns dann noch sagt, wie wir es besser machen können, wird unsere Vorannahme, unsere unbewusste Vorannahme bestätigt. Und wir sind eher, na, also ja. Und Bettina sagt, dann frage ich um Rat. Genau. Und Das ist genau der Punkt, wann ist so ein Hinweis eine Unterstützung, eine Hilfe, wenn der andere davor um Rat gefragt hat. Also wenn dein Kind kommt und sagt: Mama, Papa, wie schneide ich denn die Zwiebeln am besten? Weil bei dir sind die immer so klein und bei mir sind die so groß. Dann kannst du sagen: Guck her, Kind, Das mache ich so. Aber solange du nicht um Rat gefragt wirst, wird der andere deine Intervention als Kritik empfinden. Der Schlüssel ist also: Hat dein Kind um Rat, um Hilfe, um Unterstützung gefragt oder nicht? Nur helfen, wenn ich um Hilfe gebeten werde. Ja. Weil nur dann ist es eine Hilfe. Jetzt kann es ja vielleicht die Situation geben, dass dein Kind diese Zwiebel schneidet und du magst nicht, du selber kannst es nicht leiden, wenn im Salat riesengroße Zwiebelstücke rumschwirren. Und es fällt dir schwer, da jetzt die Füße stillzuhalten. Was machst du dann? Wer hat eine Idee? Was machst du? Was würdest du dann machen? Was machst du dann? Johanna sagt, dann lasse ich die Stücke übrig. Ja, also ja, aber was ist denn das für ein Signal? Unauffällig nicht mitessen. Also Kinder sind echt clever. Fragen, ob ich sie kleiner schneiden darf. Ja, vielleicht, weiß nicht. Also ich würde, was ich machen würde, könnte mein Kind bitten, die Stücke für mich etwas kleiner zu schneiden. Genau, Sabine kommt ganz nah dran, weil ich würde sagen, du Danke, dass du die Zwiebeln so schneidest, wie du die gerade schneidest. Und wenn ich ganz ehrlich sein darf, ich mag die Zwiebeln im Salat lieber, wenn die kleiner sind. Könntest du die noch ein bisschen kleiner schneiden für mich? Oder, na, oder auch zu sagen: Darf ich dir zeigen, wie ich die kleiner schneide? Also wie, na, also kannst du die für mich ein bisschen kleiner schneiden? Und wenn das Kind dann sagt: Aber wie geht das? Ich kann das nicht. Dann kannst du sagen: Kann ich dir Kann ich dir zeigen, wie ich das machen würde? Dann macht das Kind, dann lässt du dein Kind wissen, dass das dein Bedürfnis ist, dass du die Zwiebel gern kleiner hättest. Damit sagst du nicht, an dem, wie das Kind die Zwiebeln geschnitten hat, ist irgendwas falsch. Und diesem Wunsch wird jedes Kind total gerne nachkommen. Und wenn das Kind sagt, ich mag aber die großen Stücke Zwiebel, dann könnt ihr es ja auch Dann könnt ihr ja, dann das wäre der Punkt, wo ich sagen würde, okay, dann schneiden wir ein paar klein und die anderen lassen wir groß, und ich darf meine großen Stücke bei mir rausfischen und gebe sie dir. Ja, es ist wieder so ein, für alle Toolboxer ist wieder so ein klassischer Fall von Bedürfnisaushandeln. Und das mit allem. Jetzt übertrag das mal, ne, übertrag das mal in deinem Kopf auf andere Lebensbereiche, wo du bisher glaubst, du müsstest deinem Kind sagen, wie es was, wo es was falsch macht. Und kannst mal noch eine Frage reinschreiben, wenn du eine Frage dazu hast. Oder bei welchen Themen fällt es dir besonders beim Aufräumen? Schreibt die Theresa schon, ne? Ihr anderen auch? Bei welchen Themen fällt es euch besonders schwer, die Kids nicht zu kritisieren? Schau, und wir sind gerade— ich erzähle noch was dazu, weil wir sind gerade Das mit dem Salat schneiden, Zwiebeln schneiden, war jetzt gerade so eine Phase, in der unser 15-Jähriger, der das halt gelernt hat. Und dann kam unsere Tochter, die ist ja 22, hat irgendwann, kam die nämlich zu mir, weil die haben jetzt oft zusammen gekocht, die zwei. Und dann kam die oft zu mir und hat gesagt, ja, wie mache ich denn das? Soll ich jetzt Soll ich gar nichts sagen? Soll ich— na, da genau haben wir das so, da habe ich so gehört, lass ihn doch machen und macht es doch so. Und wie klein kann der jetzt Zwiebeln schneiden? Was glaubt ihr, wie klein schneidet der jetzt Zwiebeln, ohne dass jemals jemand was zu ihm gesagt hat? Fast am kleinsten. Von uns allen. Unsere Tochter ist so eine Kleinschnippel, Kleinschnipplerin, die schnippelt alles irgendwie, die hat da Spaß dran, alles super klein zu schneiden. Und er hat sich das von ihr abgeguckt. Und jetzt stehe ich beim— wenn wir zusammen kochen, stehe ich nur neben ihm und sag: Krass, mit was für einer Geduld du hier die Paprika kleinschneidest! Ich bin beeindruckt. Fertig, Ziel erreicht! Ohne ein Wort von: Mach das mal so, guck mal, das geht so, schau mal, so ist richtig, guck mal, so ist falsch. Beim Aufräumen: Mach mir das ein bisschen konkreter, Theresa, damit ich weiß. So, Aufräumen ist so ein Thema. Mach's mir konkreter, dass ich was habe, wo ich ansetzen kann. Andrea sagt, Schuhe wegstellen, Jacke aufhängen. Na ja, schau, am Ende des Tages wird Reden nichts verändern. Und wer alles— oh, das ist eine coole Frage, die kann ich mal wieder euch allen stellen. Hi Martina, hallo Jana! Wer von euch war als Teenager mal unordentlich? Oder als Kind? Schreibt mal rein, wer von euch war mal unordentlich. Gibt es jemand hier, der von sich sagen würde, ich hatte mal Chaos im Zimmer? Gibt ein paar. Gibt es auch jemand, der mittlerweile viel ordentlicher ist, als er damals war? Stefanie kann mittlerweile ihre Jacke aufhängen. Yes! Ja, gibt es jemand, der heute ordentlicher ist, als er es damals war? Ja, und immer noch. Also die meisten von euch schreiben gerade, ja, manche sagen, okay, heute bin ich auf jeden Fall ordentlicher als damals. Manche schreiben, ich bin immer noch unordentlich. Ja, ist doch in Ordnung, weil was, wenn einfach Ordnung für dich keinen Wert darstellt? Das ist im Deutschen, ist es in Deutsch, also in der deutschen Kultur so abgefahren, weil jetzt wechsle ich bisschen das Thema, weil es gibt, also der Gegen-, es gibt, jeder Wert hat einen Gegenwert. Also Ordnung, also was weiß ich, muss anders sagen, jeder Wert, jeder Wert hat immer einen Gegenwert, also eine sogenannte Schwestertugend, was, was dazugehört, was die, was die andere andere Seite der Münze darstellt. Und eigentlich sind der Wert und der Gegenwert oder die Schwestertugend beide gleichermaßen wertvoll. Bei Tag und Nacht zum Beispiel, du brauchst beides, es geht nicht eins ohne das andere. Und was Ordnung angeht, Gibt es im Deutschen keine Schwestertugend, keinen Gegenwert, der nicht sofort eine negative Bewertung enthält? Und weil eigentlich ist der Gegenwert zu Ordnung, ist kreatives Ordnungssystem. Also das ist mal ein Begriff, den wir mal definiert haben. Kreatives Gegenwert, die zweite Seite der Medaille zu Ordnung, ist eigentlich kreativer Umgang mit Ordnung. Und da gibt es im Deutschen schon gar kein positives Wort dafür. Also das ist ja ein voll das komplizierte Wort: kreatives Ordnungssystem. Weil wir würden sagen, der Gegenwert zu Ordnung ist Unordnung, ist Chaos. Das stimmt aber nicht, weil das ist schon quasi, das ist schon die negative Ausformung davon. Das daran merkst du, dass Ordnung so überbewertet wird in der deutschen in der deutschen Sprache, in der deutschen Kultur, wie auch immer. Genau, Johanna schreibt: Mein Bruder hat immer gesagt, das Genie beherrscht das Chaos. Genau, und das ist dieses— es sind Menschen, deren Hauptwert eben nicht Ordnung, sondern kreatives Ordnungssystem ist. Und vollkommen, das ist vollkommen legitim. Deshalb kann es sein, dass du bis heute das Gefühl hast, du bist nicht ordentlich, weil es eben nicht dein Hauptwert darstellt, weil ordentlich sein nicht dein Hauptwert ist, weil du nicht einsiehst, da so viel Zeit rein zu investieren, wie auch immer. Also für alle, die sagen, ja, leider immer noch, nimm doch mal die Bewertung raus, dass da was dran schlecht sein könnte. Nimm doch mal die Bewertung raus, dass da was dran schlecht sein könnte. Und zum Beispiel hat unser jüngster Sohn, da war der 4 oder 5, Da, ja, ein bisschen älter muss er gewesen sein, 6 oder 7. Da war er bei seinen Großeltern paar Tage, und dann habe ich in der Zwischenzeit sein Zimmer aufgeräumt und sein Playmobil sortiert, weil ich dachte, ich mache ihm eine Freude. Und er war höchst empört, als er wiederkam, weil er voll und vollkommen hat: Das ist total blöd, und jetzt finde ich nicht mehr, was ich brauche, und ich wusste genau, wo was gelegen hat, und jetzt kann ich nicht mehr hier spielen. Ich habe mich dann entschuldigt und habe es nie wieder gemacht. Ja, also nimm mal die Bewertung raus, dass es eine richtige und eine falsche Form von Ordnung geben könnte, und dann kannst du nämlich auch viel entspannter mit deinen Kindern sein. Und wenn für dein Kind das zum Beispiel keine Rolle spielt, ob die Jacke jetzt am Bügel hängt oder an der Garderobe hängt oder auf dem Boden liegt, aber es für dich wichtig ist, na ja, dann frag doch dein Kind, ob es in Ordnung wäre, wenn du die Jacke aufhängst, weil das dein Bedürfnis ist. Und dein Kind wird seine Form von Ordnung irgendwann erlernen. Und vielleicht seid ihr jetzt an dem, an der Stelle und an dem Punkt, wo ihr euer eigenes Verhältnis zur Ordnung und die Wichtigkeit von Ordnung zum Beispiel noch mal überprüfen könnt. Dass ihr noch mal überprüfen könnt, welchen Wert gebt ihr Ordnung? Was lebt ihr vor? Und darf kreative Ordnung auch sein? Ist vielleicht jetzt die Zeit gekommen, dass nicht mehr jedes Kind sich sofort chaotisch, als chaotisch empfindet, nur weil nicht alles blitzblank ist? Nein, Andrea, die Kinder müssen nicht tiptop kennen. Die Kinder dürfen kennen, die Kinder dürfen kennen, wie ihr es macht. Und wenn ihr kreative Ordnung liebt und eure Zeit lieber in andere Dinge investiert, dann lernen sie von euch halt kreative Ordnung. Und dann können sie nachher immer noch entscheiden, ob sie es für sich selber ordentlicher haben wollen oder weniger ordentlich? Ist doch wunderbar. Was, wenn es keine Rolle spielt? Was, wenn es gut ist, wie es ist? Bin ich ein bisschen vom Thema abgeschweift, aber am Ende des Tages sind wir genau wieder da, wo wir angefangen haben. Weil wer von euch, die immer noch behaupten, sie wären chaotisch, kritisiert sich eigentlich immer noch selber dafür? Schreibt mir mal rein, die von denen, die sagen, es ist besser geworden, aber sie sind immer noch chaotisch, oder die sagen, sie per se sagen, sie sind immer noch chaotisch. Wer von denen hat eigentlich, wenn er ehrlich ist, immer noch diese Stimme im Ohr, wie es ordentlicher sein müsste? Doris sagt: Ich. Katja: Ich. Johanna sagt: Ich. Andrea: Ich. Angelika sagt: Ja, die Stimme ist da, täglich. Nina: Nein. Sehr cool. Und da merkst du einfach nur, für alle, die jetzt ja geschrieben haben, oder auch, das kannst du natürlich auf alle anderen Situationen auch übertragen, alle, die jetzt ja geschrieben haben, Das ist, was Kritik macht. Da erkennst du, was Kritik auslöst. Da erkennst du, was Kritik auslöst. Und das wäre für mich an deiner Stelle, das würde ich mir mitnehmen, zu sagen: Ach so, will ich wirklich, dass mein Kind sein Leben lang von sich denkt, es wäre nicht ordentlich, es wäre nicht schnell genug, es würde die Zwiebel nicht klein nicht klein genug schneiden, es wäre nicht freundlich genug zu seinem Bruder, es wird nicht— was auch immer. Will ich das verantworten? Wenn da Nein kommt, natürlich nicht, was ich hoffe, dann fang an, die Klappe zu halten. Vielleicht kaufst du dir eine Packung Hubba Bubba, schmecken zwar ekelhaft, aber dann hast du so einen großen Kaugummi im Mund, dann fällt es leichter, still zu sein. Weil das, wie wir heute mit unseren Kindern sprechen, werden ihre inneren Stimmen. Und jetzt überleg dir, was willst du, dass deine Kinder für innere Stimmen entwickeln? Ich mag, wenn meine Kinder innere Stimmen entwickeln wie: Es macht mir Freude, mit dir zusammen zu sein. Ich liebe deine Geduld und deine Ausdauer. Ich sehe, wie konzentriert arbeitest. Ich habe Spaß mit dir. Ich freue mich zu sehen, wie du für deine Bedürfnisse einstehst. Ich bin so dankbar, dass du hier bist. Ich verbringe gern Zeit mit dir. All diese Sätze. Doris sagt: Was kann ich tun, um das Kind nicht mehr zu verbessern? Wie schaffe ich es, mich zurückzuhalten? Schau in dein Messenger-Postfach, da weißt du selber, wie es geht. Weil in dem Moment, wo du dich mit deinen Zielen beschäftigst, hört es automatisch auf, hast du keine Zeit mehr. Dann hast du keine Zeit mehr, an den anderen rumzukritisieren. Das ist einfach immer wieder das Gleiche. Christina hat vorhin auch gefragt, wie geht das mit den Scheren? Na, dann räum sie halt weg, räum sie halt einfach weg. Ja, Mechtild summt immer eine Melodie, genau. Na, und klar, manchmal, wenn es gefährlich wird, geht es auch einfach darum zu sagen, geht es auch einfach darum zu sagen, okay, hier ist jetzt gefährlich, hier muss ich mal, also merkst du für dich, dass es gefährlich ist, und dann eben zu sagen, was gilt es zu tun. Nina sagt, mir hilft Ölziehen für die Zähne, da halte ich die Klappe, es tut den Zähnen gut. Ja, da musst du immer einen Löffel Öl in der Nähe haben. Also ich weiß nicht, ob du immer in der Situation gerade wo dir irgendwas rauskommen will, die Ölflasche. Also ich habe, ich stelle mir dich jetzt so vor, wie du so mit der Öl-, mit dem Ölfläschchen in der Hosentasche durch den Tag läufst. Da muss ich ein bisschen lachen, aber wenn es funktioniert, ist es auch gut, dann freue ich mich, dass du mich zum Lachen gebracht hast. Also wunderbar, findet einen Weg, der für euch einfach funktioniert, zu sagen, okay, beiß mir auf die Zunge, ich halte die Klappe, ich tralalala, wie auch immer. Bin ruhig. Und wenn es einfach zu gucken, wie kann ich es positiv formulieren, wie kann ich die Situation so gestalten. Und bei den 3 Situationen in der Woche, wo es wirklich gefährlich wird, da auch mal zu sagen, hier muss ich mal, hier kann ich mal, wenn das 3, jetzt habe ich mich selber unterbrochen, Entschuldigung. Also wenn das 3-mal in der Woche vielleicht passiert, dass es irgendwo gefährlich wird, oder meistens ja noch seltener, ja, da dann einfach entweder da kannst du es wortlos ändern, oder du kannst halt, gibst deiner Befürchtung Ausdruck, möglichst nicht das noch besonders groß zu machen, weil natürlich willst du auch nicht sagen, oh Gott, wenn ihr jetzt mit dem Messer rennt, dann könnt ihr euch dies und das und jenes, könnt ihr das und das und das tun, sondern vielleicht einfach nur zu sagen, okay, Rennen, Rennen oder Messer. Ja, zu den Scheren habe ich ja schon was gesagt, ne? Was, wenn du nicht— wenn das nicht die Aufgabe der großen Geschwister ist, dafür zu sorgen, dass die Umgebung für die kleinen Geschwister sicher ist? Was, wenn es einfach unsere Aufgabe als Eltern ist? Was, wenn das einfach unsere Aufgabe als Eltern ist, dafür zu sorgen, dass die Umgebung für die kleinen Geschwister sicher ist? Und es ist wie beim Essen kochen, ne? Du sagst den Kindern ja auch nicht, also, warum du jetzt Gemüse ins Essen geschnippelt hast und dass da diese Vitamine und dieses und das und warum es das jetzt alles braucht, ne? Sondern du Am Ende des Tages, also wir haben das immer mal gemacht, dass wir versucht haben, Gemüse so gut wie möglich zu verstecken, also indem wir zum Beispiel mal Möhren geraspelt haben und in der Tomatensoße versteckt haben, weil sie dann keiner, weil dann keiner gemerkt hat, dass er Möhren isst. So, ne, also du versuchst es halt einfach, versuchst halt das, was dir wichtig ist, in den Alltag zu integrieren. Ohne groß zu glauben, du müsstest dem Kind jetzt dabei irgendwas beibringen. Carolina sagt: Ja, aber wenn ich alles aufräumen muss, den Lärm aushalten muss, das Chaos am Esstisch, dann kümmere ich mich auch nicht um meine Bedürfnisse. Sagt ja keiner, dass du alles aufräumen musst. Ging gerade um Scheren oder mal um eine Jacke. Wenn dir das wichtig ist, wenn du sagst, mir ist jetzt gerade wichtiger, meinen Kaffee zu trinken, Und die Jacke liegt da und die Schuhe stehen da und das Lego steht da. Das ist eine Frage von Prioritäten setzen und eben dafür Sorge tragen, dass du genug Zeit mit dir selbst verbringst, wo du dich um deine Bedürfnisse kümmerst. Und das ist ein Weg, natürlich ist das ein Weg. Ja, also ich habe nicht gesagt, ihr sollt alles tun. Ich habe gesagt, die Dinge, die dir wichtig sind, die kannst du tun. Und du kannst natürlich auch dein Kind darum bitten. Du kannst sagen: Würdest du deine Jacke für mich aufhängen? Es wäre mir wichtig. Und dann ist es eine Frage, und dann kann dein Kind sagen: Ja, kann ich machen, klar, warum auch nicht? Oder: Ich will gerade nicht. Und dann ist sein Bedürfnis, es gerade nicht zu tun, größer als deins. Hat er gesagt, seit wir einen Hund haben, ist das Wohnzimmer aufgeräumt. Ja, jetzt die Frage, ob du lieber ein Wohnzimmer aufräumst oder dich lieber um Hund kümmerst. Also, um das noch mal zusammenzufassen: Ist es angekommen? Also, Kritik macht niemanden besser. Ich kann einen Verbesserungsvorschlag machen, wenn ich danach gefragt werde. So haben wir angefangen. Dann haben wir über das Beispiel Ordnung festgestellt, dass das, wie wir kritisiert worden sind als Kinder, unsere innere Stimme produziert hat, mit der wir uns bis heute selber kritisieren oder toll finden. Wenn unsere Mama immer gesagt hat, du bist das ordentliche Kind, dann müssen wir quasi ordentlich bleiben, um diesen— da müssen wir immer ordentlich sein, um diesen Ruf zu erfüllen. Ist eine self-fulfilling prophecy, steckt dich auch in der Box. Und wenn du möchtest, dass dein Kind andere innere Stimmen später mit sich rumträgt, dann halt die Klappe und gib nur Unterstützung, wenn du danach gefragt bist. Und wenn dein Bedürfnis so groß ist, dass du es gerade nicht, ne, also wie gesagt mit der Jacke, wenn dein Bedürfnis nach Ordnung größer ist als das deines Kindes, dann kannst du entweder die Jacke selber aufhängen oder du bittest dein Kind, für dich zu tun, weil es dir wichtig ist. Und dann gestaltet ihr ein Miteinander, und dein Kind lernt ganz automatisch. Das lernt ja schon, weil wie du es machst, das lernt, wie es andere Erwachsene tun, wie es die Mama macht, der Papa macht, wie es die Oma, der Opa macht, der Onkel, die Tante, und findet da mit der Zeit für sich seinen Weg. Rom ist ja nicht an einem Tag erbaut worden. Kinder werden nicht an einem Tag erwachsen, es geht eh viel zu schnell, also sehr schnell. Aber ne, das, die müssen das nicht von, die müssen das heute noch nicht können. Und Erklärungen helfen sowieso ganz wenig, und wenn, dann nur, wenn du danach gefragt hast. Wenn ich jetzt jemandem gesagt hätte, du musst jetzt dieses Gemeckerfrei-TV angucken und du musst jetzt anfangen, deine Kinder nicht mehr zu kritisieren. Geht nicht. Warum guckt ihr hier zu? Schreibt mal rein. Warum guckst du hier zu? Weil du dich gezwungen fühlst, hier zuzugucken? Oder weil du dir eine Frage auf eine Antwort auf eine Frage stellst, erhoffst, die du dir selber schon gestellt hast? Weil du es schöner haben willst? Weil ich es besser machen möchte und es mich interessiert? Ja, es ist die einzige Voraussetzung, dass die einzige Möglichkeit, wie Lernen geht, Du stellst eine Frage, du willst eine Veränderung, und du suchst dir jemanden, von dem du das annehmen kannst, weil es euer Bedürfnis ist, weil ihr besser werden wollt, weil ihr mir gern zuschaut, weil ich euch inspiriere, wie schön, weil ich möchte, dass wir es besser haben. Ja, that's it. Aber die Motivation ist intrinsisch in dir. Wenn dein Kind gerne mit dir Zwiebeln schneidet, weil es gerne Zeit mit dir verbringt, weil es gerne ein Beitrag sein möchte. Dann hat es nicht gesagt: Sag mir jetzt, warum ich noch zu blöd bin, Zwiebeln richtig zu schneiden. Ich danke euch, danke fürs Feedback. Nur einfach das zu bemerken: Ich mache das, weil ich mich entschieden habe, von diesen Menschen zu lernen. Ich mache das, weil mir das— weil ich merke, mir tut es gut. Wenn dein Kind kommt und sagt: Mama, wie kann ich denn die Zwiebeln noch kleiner schneiden? Ich sehe, bei dir sind die immer so klein und mir gelingt es irgendwie nicht. Natürlich kannst du dann sagen: Guck mal, hier, so und so mache ich das. Aber du kannst natürlich auch sagen: Das ist kein Wunder, deine Hände sind noch so klein, da ist es einfach noch nicht so, da Das wirst du automatisch besser können, wenn deine Hände gewachsen sind, zum Beispiel. Du kannst immer nur lernen, wenn du intrinsisch dazu motiviert bist. Und wenn dein Kind gerade gerne Zwiebeln schneidet, weil es mit dir Zeit verbringen will, und du es dann kritisierst, dann fühlt sich das nicht nach schön verbrachter Zeit an, und dann wird es aufhören damit. Das ist übrigens ein Grund, warum ganz viele Kinder nicht gerne im Haushalt helfen. Weil am Anfang ihres Lebens, mit 2 oder 3, haben alle Kinder gerne im Haushalt geholfen. Und der Grund, warum das aufhört, ist, weil wir sie zu oft dabei kritisieren, weil wir ihnen zu oft sagen, wie es besser geht. Und dann hört es auf, Freude zu machen. Kennst du ja von dir selber auch, na, wenn du was für deinen Partner, deine Partnerin machst und der dann immer dran rumkritisiert, wie du das machst. Hast du doch auch irgendwann keinen Bock mehr, oder? Also weißt im Umkehrschluss jetzt auch, wie du das anstellst, dass zum Beispiel dein Kind wieder anfängt, gerne zu helfen. Ja, nachputzen war auch blöd. Wir tun immer so, wir denken immer, Kinder wären blöd. Dabei sind die ja noch so viel präsenter, so viel fokussierter, so viel aufmerksamer langsamer als wir. Das bedeutet, die kriegen das garantiert immer mit, wenn du nachputzt, nachschnippelst, nach dies, nach das. Aber was passiert, wenn du zum Beispiel dein Dreijähriges, wenn das mit dem Bodenwischer die Fenster putzt? Also mit so einem, na, so ein, wir hatten dann immer so ein Wischmopp mit so einem heißt nicht so ein Live-System, ne, also unbezahlte Werbung, ne. Und dann haben die halt damit mitunter die Balkontüren geputzt, weil ich meine, klar, warum nicht, wenn man das auf dem Boden macht, warum sollte man das nicht auch an den Fenstern machen? Und dann trocknet es fest und dann siehst du halt aus dem Fenster sozusagen quasi gar nichts mehr. Und dann aber abends am Tisch zu sitzen und zu sagen, schau mal, also dem Papa zum Beispiel zu sagen: Schau mal, Bernd, der Jakob hat heute voll geholfen, Fenster zu putzen. Und das groß zu machen, wie das Fenster jetzt aussieht, was das für eine Hilfe war. Damit machst du jedes dreckige Fenster 5-mal wett. Am Ende des Tages ist es vollkommen egal, wie das Fenster aussieht. Am Ende des Tages ist entscheidend, Dass das Kind für sich bemerkt, dass es einen wertvollen Beitrag zum Gelingen eurer Familie leistet. Ja, Andrea, danke fürs Feedback. Manchmal piekst das, ja, ich weiß. Und in dem Moment, wo du aushältst, dass es piekst, kannst du den Impuls nehmen, um dadurch eine Veränderung zu initiieren. Ja, und sie wachsen so unglaublich daran. Das ist das, was passiert, weil sie merken, dass sie ein wesentlicher Bestandteil eurer Familie sind, dass sie einen Beitrag leisten, dass sie wichtig sind, dass das, was sie tun, wie sie es tun, zählt. So, ihr Lieben, Zeit für euch ins Bettchen, würde ich sagen. Und wir wünschen euch, ich wünsche euch Süße Träume, schlaft schön und tschüss!
Danke fürs Zusehen. Was ist deine Meinung zu dem Thema? Was willst du uns vielleicht dazu fragen? Was willst du uns dazu sagen? Schreib's hier in die Kommentare. Wir freuen uns drauf, mit dir in Interaktion zu treten. Und wenn dir das Video gefallen hat und du ab sofort nichts mehr verpassen willst von uns, dann klick jetzt auf Abonnieren, hier oder hier, je nachdem, wo du es gerade anguckst. Vielen Dank und alles Liebe bis zum nächsten Mal!
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