Podcast 146 Raus aus dem Alltagstrott Wie wir unser Leben auf links gedreht haben und wie du das

Uli Bott and Bernd discuss how predictable routines drain your brain and life. They argue that small changes like brushing your teeth with the other hand or taking a new route rewire your brain and protect against neurodegeneration. When life gets too familiar, your subconscious creates problems to find stimulation.
Chapters
Irgendwie hatte ich dann so das Bedürfnis, es müsste mehr Struktur, mehr Ordnung, mehr Routinen da sein.
Dein Unterbewusstsein sagt: Okay, wenn es so langweilig ist, dann müssen wir jetzt hier mal Action reinbringen. Und deinem Unterbewusstsein ist es halt scheißegal, ob das coole Action ist oder ob das Probleme sind.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemäcker frei Podcast. Wir sind Uli und Bernd von Gemeckerfrei. Wir sind Spiegel-Bestseller-Autoren und Coaches.
Jetzt haben wir so lange Sommerpause gemacht, dass wir uns ein Intro nicht mehr können. Der Gemeckerfrei-Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Genau.
Und jetzt käme der Teil mit Uli und Bernd, aber den haben wir schon gemacht jetzt. Schön, dass du da bist.
Schön, dass du nach der Sommerpause wieder da bist.
Ja, das ist ja schon die zweite Folge nach der Sommerpause. Aber in die erste habt ihr mich nicht reingelassen.
Eben, ich wollte gerade sagen, die erste, in der du auch wieder da bist.
Ja, schön, dass du uns hier zuhörst. Dich zu sehen wäre jetzt falsch gesagt, weil wir sehen natürlich dich nicht.
Aber schön, dass du da bist, dass du uns zuhörst, dass du dich von uns inspirieren lässt. Wir freuen uns immer mega, wenn wir von euch hören, dass ihr jede Woche auf die Folge wartet, dass ihr so viel davon mitnehmen, dass es euch inspiriert, ein glücklicheres, leichteres, schöneres Leben zu leben. Weil genau deshalb machen wir das. Und heute gibt es eine Folge zum Thema Raus aus dem Alltagstrott, wie wir unser Leben auf links gedreht haben und wie auch du das schaffen kannst.
Vielleicht sollten wir erst mal drüber sprechen, was mit auf links gedreht gemeint ist.
Genau, weil es geht jetzt nicht um: Pack deine Sachen, pack deine Koffer, verkauf deine Wohnung, dein Haus und wander aus. Genau, das ist nicht die Idee dieser Folge.
Auch wenn wir das gemacht haben, geht es jetzt gerade gar nicht darum, sondern es geht um viel einfachere Dinge.
Es geht einfach am Ende des Tages darum, dass deine Seele, also wenn du dir vorstellen kannst, dass du eine Seele hast, oder dass du, dass es in dir eine Intelligenz gibt, die mehr ist als dein Körper. Vielleicht kann man so sagen, ja. Ja, also falls du dir das vorstellen kannst, ich glaube schon, sonst wärst du nicht bei Gemeckerfrei. Also jedenfalls ist unsere Vorannahme, ist, dass deine Seele will Abenteuer erleben. Deine Seele will in diesem Leben, in diesem Körper, der du bist, immer wieder neue Dinge erleben. Die will Abenteuer erleben, die will dieses Leben auskosten. Das ist aus unserer Sicht ehrlich gesagt der einzige Grund, warum es diese ganzen Dinge gibt, die wir Menschen kaufen können oder erleben können. Genau, ja. Also ob du jetzt mit einem schnellen Auto durch die Gegend fährst, dir die Haare rot, grün, gelb, blond, sonstwie färbst, im Freizeitpark gehst, eine Wasserrutsche runterrutschst, um 3 Meter Brett springst, 17 verschiedene Möglichkeiten findest, Tiramisu zuzubereiten, Kinderkleidung mit der Nähmaschine selber nähst, 21 verschiedene Arten von Yoga machst. Genau, unterschiedliche Berufe erlernst, verschiedene Sportarten, Musikinstrumente. Dass sich all das entwickelt hat, entstammt dem Bedürfnis der Seele, nach Veränderung, nach Wandel, nach Abenteuern. Weil sonst könnten wir auch alle den ganzen Tag auf dem Stein sitzen, in der Höhle wohnen, meditieren, unseren Kindern meditieren beibringen und warten, bis wir alt sind und gestorben sind. Fertig.
Und du hast gerade was Wichtiges gesagt. Jetzt hast du jetzt so nebenbei, hast du gesagt Veränderung, Wandel und Abenteuer. Das ist ja total wichtig, weil Abenteuer entsteht ja durch Veränderung, entsteht durch neue Dinge, nicht durch das Gewohnte, sondern eben durch etwas, was du anders machst, was vielleicht anders ist in deiner Umgebung oder eben in deinem, in jedem deiner Tage, also in deinem Alltag.
Ja, und damit in deinem Leben. Ja. Und viele von uns Wir hören irgendwann auf, so im Erwachsenwerden hören viele von uns auf, abenteuerlustig zu sein, ja, oder flexibel zu sein. Also irgendwie fangen wir an, und meistens hat es auch damit zu tun, wenn wir Kinder kriegen. Also zumindest kannte ich das bei uns eine Zeit lang auch, dass da war das so quirlig mit diesen ganzen vielen Kindern und so. Und irgendwie habe ich, hatte ich dann so das Bedürfnis, es müsste mehr Struktur, mehr Ordnung, mehr Routine da sein, damit irgendwie unser Alltag funktioniert.
Ja, und viele, für viele ist es ja auch so, viele sehnen sich vielleicht nach einer Sicherheit oder so was, ja, und die geben sie sich auch durch solche Strukturen. Und dabei gab es bei den meisten eine Zeit im Leben eben, wo das schon sehr quirlig war, weil sich automatisch alles verändert hat. Du hast bist aus der Schule raus mit irgendeinem Abschluss, ja, hast dann Ausbildung oder Studium angefangen, dann vielleicht einen neuen Job, neuen Arbeitgeber, ja, umgezogen, zu Hause ausgezogen, Beziehung angefangen, vielleicht ist auch eine Beziehung gescheitert, nächste Beziehung und so weiter. Ja, genau, lauter solche Dinge.
Absichtlich rein quasi, um dieses Bild zu malen.
Es sind so ganz viele Dinge passiert, passiert. Einige hast du gewählt, andere sind einfach aufgrund des Lebenslaufs so passiert. Und wir haben aber so die Vorstellung, weil wir es halt, weil es viele so vorgemacht bekommen, dass sich das irgendwann ändert oder dass es auch gut ist, dass sich das ändert. Weil da sagt man ja, da ist man ja noch jung, da kann man das ja noch machen und so weiter.
Und dann viele sagen dann, und dann bin ich ruhiger geworden.
Genau, ja, da bin ich ruhiger geworden, dann habe ich mal ein Haus gebaut, Kinder gekriegt oder erst die Frau.
Mir die Haare rot, blau, gelb, grün zu färben, nachts mir die Nächte um die Ohren zu schlagen und so, oder manchmal die Haare abgeschnitten, so wie in meinem Fall. Ich bin erwachsen geworden.
Ja, ja, genau.
Nur was wir dabei vergessen, ist, weil ja auch wenn dann, wenn du es dann in eine Zeit fällt, in der ihr vielleicht geheiratet habt, ein Haus gebaut habt, Kinder gekriegt habt, da passiert ja auch noch viel. Nur irgendwann hört es dann auf. Irgendwann habt ihr so Routinen erschaffen, irgendwann sind Gewohnheiten entstanden, irgendwann wird euer Leben immer eintöniger. Dann geht das Kind in Kindergarten, dann geht es in die Schule, dann geht es in die andere Schule, und das Geschwister dann auch. Und dann, na, ihr habt so eure Karriere-Steps gemacht.
Zweimal die Woche ist Fußballtraining mit den Kids, genau, immer samstags wird Geburtstag. Was weiß ich, irgendwann wird das Auto gesaugt, dann macht man den Wocheneinkauf, Urlaub, den macht man auch immer auf dem gleichen Bauernhof, weil die Kinder mögen es da ja so gerne.
Und jetzt heißt es nicht, dass du all diese, dass das bei dir, dass jeder all diese Punkte hat, aber prüf einfach mal nach, wo in deinem Leben haben sich so Routinen eingeschlichen, die ihr immer wieder gleich macht. Also wir haben da eine Zeit lang zum Beispiel, um es uns leichter zu machen, immer mal so Speisepläne mit den Kindern gemacht, Und dann gab es am Ende alle 2 Wochen irgendwie das Gleiche zu essen. Und wir hatten dann so Routinen wie, dass wir immer montags Wocheneinkauf gemacht haben und donnerstags dann noch mal ein bisschen oder irgendwie so. Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber also halt, da wird das Leben in eine Form gepresst, weil wir aus dieser ganzen Trubeligkeit vielleicht auch kommen und sagen, wir brauchen Ordnung und Struktur und Routine und, und dabei ziehen wir uns damit selber den Stecker und fangen an, uns zu Tode zu langweilen.
Ja, weil irgendwann, weil, weil was uns Menschen, das glaube ich, ich verallgemeinere das mal, weil das ist tatsächlich eine Verhaltensweise, die Menschen einfach zeigen, dass sie einfach ein Konzept, das an einer Stelle funktioniert, auf alles übertragen. Nur weil das vielleicht cool ist. Und da ist ja unter Umständen gar nichts dabei, wenn du sagst Wir machen halt Wocheneinkauf montags, weil ich habe montags frei und dann muss ich nicht am Samstag einkaufen. Das kann ja total cool sein und das ist in dem Fall eine super Routine und das wird dich jetzt auch nicht groß unterscheiden, ob du jetzt dienstags einkaufen gehst. Nur dieses Konzept dann auf alle Bereiche zu übertragen und es überall so zu machen, das führt halt zu dieser Langeweile, weil dann alles so starr wird.
Ja, und das ist einfach immer, also wenn, wenn dein Alltag so vorhersehbar und wiederholbar wird, also wenn du eigentlich für viele Dinge schon gar keinen Terminkalender nicht mehr brauchst, weil das jede Woche gleich ist, dann sagt deine Seele irgendwann: Das war nicht das, wie wir uns Leben vorgestellt haben. Und deine Kinder sagen dann durch ihr Verhalten: Leute, hier ist mir zu langweilig, das ist— ich will nicht so leben. Und dann werden die wütend, und dann begehren die auf, und dann protestieren die, wenn die wieder ihr Zimmer aufräumen sollen, oder warum sie jeden Tag Hausaufgaben machen sollen, und am besten noch zur selben Zeit, und warum sie zur selben Zeit Abendessen sollen, und wieso immer— wieso sie immer Zähneputzen sollen. Und Und, na, und dann sind wahrscheinlich 80, 90% der Ausbrüche, die in eurem Alltag stattfinden, da basieren darauf, also Ausbrüche der Kids, die in eurem Alltag stattfinden, basieren darauf, dass euer Alltag für eure Kinder nicht passend ist. Und ein Aspekt, warum der Alltag nicht passend sein kann, ist eben, dass es zu langweilig ist, dass zu wenig Veränderung passiert, dass es zu eintönig ist und dass diese, die Struktur und die, die diese Routinen, die du dir erschaffen hast oder die ihr euch erschaffen habt, um den Alltag leichter zu machen, halt zu, zu viel Langeweile führen.
Und es gibt sogar noch ein, wenn wir mal die Kinder noch mal kurz außer Acht lassen, dann wirst sogar du selbst anfangen Probleme zu kreieren.
Klar.
Also dein Unterbewusstsein sagt, okay, wenn das so langweilig ist, dann müssen wir jetzt hier mal Action reinbringen. Und deinem Unterbewusstsein ist es halt scheißegal, ob das coole Action ist oder ob das Probleme sind. Das ist dem egal, ob du Rückenschmerzen hast oder ob dein Auto ständig kaputt geht oder dein Nachbar dich ständig verklagt, weil Zwetschgen über den Zaun fallen oder whatsoever. Es wird dir einfach Probleme präsentieren, dass du was zu tun hast, dass du Herausforderungen hast. Und das ist halt schade, weil das sind ja eigentlich die, die man nicht haben will.
Ja, und das verpulvert so viel Energie für nichts und wieder nichts. Ja, genau. Anstatt einfach zu sagen, boah, cool, ich habe hier so ein Leben geschenkt bekommen. Kannst mal kurz da vielleicht auch kurz mal mit dem, was du gerade, während du uns zuhörst, tust, vielleicht mal kurz dich unterbrechen und mal, mal da noch mal eintauchen, zu sagen, boah, ich habe ein Leben geschenkt bekommen. Meine Eltern haben mir ein Leben geschenkt. Ich habe dieses Leben geschenkt bekommen, jeden Tag, 24 Stunden.
Die Fähigkeit, mit meinen Sinnen Dinge zu erfahren, zu spüren, ja, zu schmecken, zu riechen, heiß, kalt zu fühlen, mein mit meinem Körper Dinge anzustellen, Erfahrungen zu machen, in Austausch, in Verbindung mit anderen Menschen zu sein.
Wenn du hier den Gemeckerfrei-Podcast hörst, hast du sogar das Geschenk bekommen, dass du selber Kinder hast, wahrscheinlich. Und jetzt einfach sagen: Wow, krass, ich habe ein Leben geschenkt bekommen! Und begegne ich diesem Leben, begegne ich diesem Geschenk mit Hochachtung? Ehre ich jeden Tag? Ehre bin ich dankbar für die Möglichkeit, jeden Tag wieder auf diesem wundervollen Planeten unterwegs sein zu dürfen.
Oder deine Seele, die könnte ja, wenn deine Seele Ruhe haben will, dann könnte die sagen, pass auf, dann lassen wir die Spielchen hier und ich gehe wieder und ich gehe da hoch oder runter oder wo auch immer du das verortest, in das Nirvana, whatsoever. Weil da habe ich nicht das, dann habe ich halt keinen Körper gerade, dann bin ich aber einfach so in meinem Nichts. Aber diese, dieses Sein, dieses Sein hier in dieser Welt als Körper ist ja, ist eben genau dafür gedacht, diesen Spaß zu haben und das alles, das alles zu erleben, was es hier zu erleben gibt, ja, und das auszuprobieren und damit rumzuspielen.
Absolut. Na, und wenn du deinen Alltag in Routinen presst, in feste Strukturen presst, in die immer gleiche wiederkehrende Ordnung presst, dann missachtest du das, dieses Bedürfnis deiner Seele oder diesen Wunsch deiner Seele nach Abenteuern. Na, du, du bist halt so, wie wenn du ein Fotokalender von jemandem geschenkt bekommst und du stellst den, du legst den im Regal ins unterste Fach und stellst irgendwie alle Bücher drauf, auf dass du auf gar keinen Fall jemals irgendwie diesen Fotokalender anguckst, ja. Und wenn du eben dein Leben in Routinen ertränkst, dann, dann gehst du nicht würdevoll mit deinem Leben um. Und deshalb wollen wir dich einladen, ne, wollen wir dich einladen, mal zu gucken, welche Routinen kannst du denn ab heute anfangen über Bord zu werfen? Wo kannst du denn anfangen, dein Leben wieder lebendig machen? Wo kannst du denn anfangen, Dinge wieder spontan zu tun, wieder flexibel zu werden, wieder Gestalter zu werden und nicht nur Abarbeiter?
Und ich bin mir sicher, dass jede und jeder, die hier zuhören, finden einzelne Punkte, zumindest auch die, die jetzt sagen, ja, eigentlich, ich bin ja total spontan, ne, ich gehe auch ab und zu mal einfach einen Kaffee trinken im Café nebenan oder sowas. Ja, aber es gibt immer noch einen Punkt mehr, weil vielleicht gehst du einfach schon dreimal die Woche da einen Kaffee trinken, spontan ins gleiche Café, den gleichen Kaffee mit der gleichen Milch, Hafer, Mandel, whatever. Ja, und so, und jetzt nicht, muss nicht irgendwas anderes, kannst die Milch benutzen, die du willst, aber halt so, ne. Beobachte das mal, weil auch das, was du vor 2 Monaten mal gedacht hast, das mache ich jetzt mal spontan, und machst es jetzt seitdem jede Woche einmal, ist es unter Umständen schon nicht mehr.
Also wir geben dir unseren, unsere Definition von Spontanität oder von Routine mit auf den Weg, einfach um dein Mind zu weiten, sozusagen, um dir eine neue Möglichkeit zu denken mitzugeben. Und der Bernd hat es, als wir in Australien waren, so cool auf den Punkt gebracht.
Ja, da habe ich gesagt, sobald wir, wenn ich, wenn wir irgendwo sind in einem Land und ich brauche beim Autofahren kein Google Maps mehr, um nach Hause zu kommen, um in unser momentanes Zuhause zu kommen, dann ist Zeit, dass wir weiterziehen. Dann kenne ich mich zu gut aus.
Weil dann fängt es an, eine Routine zu werden.
Oder wenn wir, wenn wir den Supermarkt, in Australien diesen Riesensupermarkt, wenn man anfängt, sich da auszukennen, wobei das haben wir noch nicht geschafft, also ich nicht, ich habe da immer noch nichts gefunden habe, dann wird es irgendwann— ist es jetzt nur für— das ist ein Beispiel aus unserem Leben— dann wird es zu viel, dann muss es mal was Neues sein.
Dann wird es Zeit weiterzuziehen. Und jetzt einfach für dich zu sagen, okay, ist vielleicht— vielleicht ist es weit weg von dem, wie du gerade lebst. Also vor 4, 5 Jahren, 6 Jahren wäre es weit von dem weg gewesen, was wir damals gelebt haben, und trotzdem als als Möglichkeit zu sagen, okay, wie spontan bin ich wirklich, als Einschätzung, dir das mal, den Raum mal so weit aufzumachen, zu sagen, okay, also es fängt, Routine fängt an in dem Moment, in dem ich mich irgendwo auskenne. Okay, also wo überall lebe ich in Routinen, wo überall bin ich stark, also festgeklebt, unflexibel, wo überall bin ich Ich habe noch so ein Wort auf der Zunge, das kann ich raus, mir ist auch egal. Also wo überall stecke ich fest? Habe ich mich festgeklebt in meinem Leben, in Routinen arrangiert? Und wo kann ich anfangen, wieder spontaner, flexibler zu werden? Einer unserer Coaches hat vor x Jahren mal gesagt: Ja, dann fang halt wenigstens mal an und putz dir die Zähne mit der anderen. Also nimm die Zahnbürste mal in die andere Hand oder trag deine Uhr am anderen Handgelenk oder Ja, also mach so ganz profane Dinge anders und fang an, damit dein Leben wieder spannend zu machen. Weil in dem Moment, in dem du— also ich putze mir immer mit der rechten Hand meistens die Zähne. Wenn ich jetzt anfange, mir mit der linken Hand die Zähne zu putzen, muss ich schon beim Zähneputzen wieder nachdenken, wie das geht und wie ich das mache. Wenn ich— ich trage eigentlich nie eine Uhr, aber wenn du jetzt deine Uhr an die andere Hand machen würdest, dann müsstest du erstmal— also du würdest wahrscheinlich x-mal mal sozusagen, ne. Und allein das macht schon, dass dein Gehirn wieder anfängt, lebendig zu werden, dass wieder neue neuronale Verknüpfungen im Gehirn entstehen, dass dein Gehirn wieder wächst. Und das ist eben auch raus aus dem Alltagstrott, das ist auch Gesundheitsfürsorge für deine späteren Jahre, weil Gehirne, die nicht wachsen, schrumpfen. Und in dem Moment, wo dein Gehirn schrumpft, wirst du halt anfällig für diese ganzen Gehirnerkrankungen, sei es Demenz, Parkinson, Alzheimer und so weiter. Will ich dir jetzt nicht andichten, aber halt einfach zu sagen, okay, wenn du fit alt werden willst, dann fordere dich und dein Gehirn heute heraus, immer wieder neue Dinge zu tun, damit dieser Muskel, der da, damit das trainiert bleibt.
Und das dürfen eben Dinge sein, die dich auch ein Stück überfordern, weil das ist das, weil du deswegen im Gehirn gesagt hast, diese Neuroplastizität, Ich habe es geschafft. Neuroplastizität ist eine Muskulatur. Das ist wie eine Muskulatur und die braucht Beweglichkeit und Kraft. Also die braucht Yoga und Krafttraining, wenn du es sportlich betrachten willst. Und Yoga, wer das schon mal angefangen hat, gerade wenn du vielleicht so wie ich das mit Mitte 40 erst mal das erste Mal in deinem Leben ausprobierst, merkst du: Hoppla, das sieht immer so aus, als machen die da so ein paar Dehnübungen. Das ist ganz eine andere Hausnummer. Und das braucht dein Gehirn halt auch. Und für dein Gehirn ist es immer, wenn du irgendwo bist, Deswegen habe ich das gesagt, wenn du wo bist, wo du dich nicht auskennst, du kommst in so einen Riesen-Supermarkt. Wer schon mal in Australien oder USA war, weiß, wie diese Supermärkte sind. Da kommen manche Großstadt-Malls in Deutschland nicht dagegen an quasi. Und du suchst da Haferflocken, find die mal. Das ist richtig Arbeit und das ist richtig anstrengend.
Oder ich habe neulich in Tunesien Joghurt gesucht und habe versucht, auf Arabisch, also eben aus dem Translator die Schrift die arabischen Schriftzeichen für Joghurt dann auf der Packung zu erkennen. Das war noch dazu, habe ich im falschen Regal gesucht. Von dem her war es ziemlich schwierig, aber ich wusste ja nicht, dass es kein Joghurt ist, weil ich konnte es ja nicht lesen.
So, ja, aber solche Dinge, das ist jetzt für uns in dem Fall natürlich dann relativ leicht, weil wir uns damit immer wieder voll bewusst in eine komplett neue Umgebung schmeißen. Aber such mal, find mal raus, was das für dich sein kann.
Ja, aber es könnte ja zum Beispiel schon sein, du gehst üblicherweise immer in dem einen Supermarkt einkaufen, dann geh halt jetzt mal in den anderen. Oder wenn du normalerweise immer, ich bleib bei deinen Haferflocken, Haferflocken zu Frühstück isst, dann iss halt jetzt mal, mach dir halt jetzt mal einen Smoothie oder mach dir mal Rührei oder keine Ahnung. Also tu Dinge anders. Ja, wenn du normalerweise immer— ich habe jetzt letztens zu dir gesagt, kannst dich erinnern, weiß nicht, ob du dich erinnern kannst, irgendwie meine Pinkphase ist vorbei. Ich habe jetzt einige Zeit sehr gerne Pink angehabt und jetzt habe ich so gemerkt, boah, ich habe überhaupt keine Lust mehr auf Pink. Ich muss jetzt mal gucken, was für andere Farben mag ich denn anziehen und was gefällt mir denn? Und so, ja, einfach auch da wieder zu sagen, okay, wer hat denn gesagt, dass weil ich einmal Pink gemocht habe, dass ich immer Pink mögen muss? Kein Mensch. Ja, so, und so kannst du halt überall, also Naja, es gibt eine Sache, da würde ich jetzt nicht neuroplastisch werden. Plastizitätisch werden. Also du darfst an meiner Seite bleiben.
Plastizitätisch ist wohl ein Wort nach meinem Geschmack.
Also wir machen das zusammen. Und du darfst natürlich auch Dinge in deinem Leben geben.
Ich würde jetzt mal nicht die Kinder. Ich darf so Dinge gleich lassen. Jetzt habe ich ja vorher gesagt.
Ja, wir verkaufen jetzt nicht unsere Kinder, aber alles andere können wir neu machen.
Ja, genau. Also es gibt ja schon, gibt ja manche Routinen, die helfen einem auch, ja, gerade bei Dingen, die man nicht so gerne macht, kann es ja mal ganz cool sein.
Ja, und auch da, ich habe nie die Straße gekehrt und du auch nicht. Eine gute Routine, eine Nicht-Tu-Routine. Ja, auch eine gute Idee. Also jedenfalls, du merkst schon, dass du wahrscheinlich einige Dinge in deinem Leben finden wirst, wo du aus einer Routine ausbrechen kannst, wo du Dinge anders machen kannst, wo du deine Freude wieder entdecken kannst, indem du Dinge anders machst, machst, als du es bisher machst. Und dazu wollen wir dich einfach einladen, dass du anfängst, dein Leben auf links zu drehen, indem du nicht dienliche Routinen findest oder eben überhaupt Routinen aufdeckst und das veränderst. Und dann kann das sein, dass das auch in deinem Leben am Ende dann zu größeren Veränderungen führt, ne? Weil wir sind— wären wir nicht neuroplastisch gewesen, hätten wir nicht dauernd neue Dinge gemacht, hätten wir nicht vor Jahren schon gelernt, dass es wichtig ist, immer wieder die eigene Komfortzone, um das Wort jetzt auch noch mal unterzubringen, zu verlassen, dann wären wir auch nie ausgewandert.
Ja, dann hätten wir noch nicht mal Gemeckerfrei gegründet.
Absolut, dann gäbe es das alles nicht.
Wir wären während Corona pleite gegangen und wären jetzt arme Schlucker.
Ja, genau.
Aber es gäbe Gemeckerfrei nicht, wenn wir damals nicht gesagt hätten, wir machen einfach mal was Neues.
Genau. Und das Kann halt sein, wenn du mit diesen kleinen Dingen jetzt anfängst, dass du irgendwann auch dein allerwunderschönstes Leben lebst und halt vollkommen frei bist von allen irgendwann mal erlernten Konzepten und Begrenzungen und dein Traumleben führst.
Das wäre doch geil, oder?
Genau, könnte cool werden, könnte cool werden. Also wir genießen es jedenfalls sehr, hoffen, dass wir dich ein bisschen inspirieren konnten und wünschen dir eine wunderschöne Woche. Freuen uns auf dein Feedback, deine Bewertung, und dass du nächste Woche wieder reinhörst. Bis dahin, alles Liebe, tschüss!
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