Ratschläge sind auch Schläge - Podcast 023

In dieser Podcast‑Folge von "Gemeckerfrei" diskutieren Uli und Bernd Bott, warum gängige Erziehungstipps häufig nur kurzfristige Lösungen bieten, die das eigentliche Problem nicht adressieren und Eltern in Selbstzweifeln verankern. Sie erklären, dass viele Tipps eine sehr kurze Halbwertszeit von etwa zwei Wochen haben, weil sie nur an der Oberfläche ansetzen und dadurch neue Probleme hervorrufen. Die Brüder führen die Metapher der "roten Knöpfe" ein: Elternliche Trigger, die von Kindern gedrückt werden und die eigentliche Ursache des Konflikts sind. Sie betonen, dass kindliches Verhalten meist ein Signal für ein Ungleichgewicht im Familiensystem ist und nicht einfach nur ein individuelles Fehlverhalten. Statt weiterer Tipps propagieren sie die "Gemeckerfrei"‑Philosophie, die auf Haltungstraining, Eigenverantwortung und spielerisches Lernen setzt. Praktische Beispiele wie die "Glitzerstaub"‑Challenge zeigen, wie man durch kreative, bewusste Haltung Veränderungen im Alltag bewirken kann. Abschließend wird ihr Buch als Lifestyle‑Leitfaden vorgestellt, das nicht als klassischer Ratgeber, sondern als Impulsgeber für eine neue, gemeckerfreie Haltung dient.
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Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch. Wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallo und herzlich willkommen.
Schön, dass du da bist bei uns im Podcast zu einer neuen Folge. Mit dem bisschen ausgelutschten Titel: Auch Ratschläge sind Schläge.
Ja, aber es ist halt zwar ausgelutscht, aber immer noch so wahr, und deshalb benutzen wir den jetzt einfach mal.
Und es ist halt auch so wichtig, also es ist uns so wichtig.
Ja, genau, weil wie du vielleicht mitbekommen hast, hatten wir letzte Woche eine Challenge mit über 3000 Teilnehmern und Da ist es halt wieder so aufgeploppt, dieses Thema Ratschläge geben. Einer fragt, 27 antworten mit Tipps, Tricks, Erkenntnissen, die bei irgendwem mal geholfen haben, die irgendjemand mal gehört hat, dass sie irgendwem geholfen haben, von denen jemand gelesen hat, die hätten mal geholfen. Also immer wieder der total gut gemeinte Versuch, anderen Menschen den Menschen zu helfen, sie zu unterstützen. Und ja, auch, ist ja auch, macht ja auch Sinn, wenn Menschen Fragen stellen. Wir beantworten ja gerne Fragen, wir helfen einander ja gerne. Und gleichzeitig sind gerade im Umgang mit Kindern Tipps, also alles, was unter das Label Erziehungstipps fällt, sind halt einfach total mit Vorsicht zu, wie sagt man, mit Vorsicht zu genießen. Genau. Und schwierig.
Ja, weil wir ja, weil natürlich ja dann nicht nur es darum geht, dass dann in der Challenge alle sich gegenseitig Tipps geben, sondern ja auch von uns immer wieder erwartet wird, dann, dass wir noch was reingeben und wir dann diese Erwartung immer wieder enttäuschen. Müssen aus unserer Sicht. Deswegen wollen wir jetzt hier noch mal darüber sprechen, auch wenn wir schon mal eine ähnliche Podcast-Folge hatten, wo wir auch schon über das Thema gesprochen haben.
Ja, die hieß Erziehungstipps sind wie Abnehmtricks. Also wenn du die auch noch anhören willst, kannst du die auch gerne natürlich noch dazu anhören, weil beim Abnehmen ist es ja eben auch so, das, was bei dem einen funktioniert, funktioniert bei dem anderen noch lange nicht. Was was bei der einen Familie funktioniert, funktioniert bei der anderen noch lange nicht. Aber wir haben jetzt einfach mal ein paar Punkte zusammengetragen, die wir jetzt kurz und knackig mit dir teilen wollen.
Ja, lass uns loslegen.
Genau, fängst du an?
Ja, die Halbwertszeit einfach der meisten Tipps beträgt so ungefähr etwas unter 2 Wochen. Weil dann stehst du immer wieder vor demselben Problem oder vor einer neuen, Klammer auf Englisch, Klammer zu, Herausforderung, und die durch das nachhaltige Lösen des ursprünglichen Problems entstanden ist. Nein, durch das nicht nachhaltige Lösen des ursprünglichen Problems entstanden ist, genau. Also die Tatsache, dass du zwar mit dem Tipp an etwas, ich sag mal ganz böse, rumgedoktert hast, das hat kurzfristig was geholfen, nur weil es eben nicht nachhaltig ist, weil es eben nicht auf der Ebene angreift, auf der das Problem entstanden ist. Deswegen kommt es halt einfach so oder in ähnlicher Verkleidung wieder vor.
Ja, das kannst du ganz einfach erkennen. Du hast zum Beispiel die Schwierigkeit, dass das Kind die Zähne nicht putzt, dann findest du Kriegst einen Tipp, was weiß ich, irgendein Belohnungssystem oder irgendein Lied, ein Spiel, eine besondere Zahnbürste. Also nimmst irgendeinen Tipp, nutzt irgendeinen Tipp, dann funktioniert von mir aus das Zähneputzen. Aber dann meint das Kind auf einmal, dass es nur noch im Stehen pinkelt oder den Schlafanzug nicht anzieht oder Irgendwas, also an irgendeiner anderen Stelle entsteht dann ein neues Problem, das aber nur deshalb entsteht, weil du eben versucht hast, auf der falschen Ebene das erste Problem sozusagen zu lösen. Genau, was so total blöd ist, wenn wir Tipps ausprobieren, die dann bei uns nicht funktionieren, ist, dass es immer und immer die Selbstzweifel von uns Eltern verstärkt. Weil ganz ehrlich, du kommst ja nur auf die Idee, einen Tipp auszuprobieren, wenn du schon an dem, was du selber tun würdest, zweifelst. Weil wenn du nicht zweifeln würdest, wenn du dir total sicher wärst, dass du weißt, wie es geht, dann wärst du überhaupt nicht empfänglich für Tipps. Und du hast bestimmt auch Lebensbereiche, wo du überhaupt nicht auf die Idee kommst, dir von irgendjemandem reinreden zu lassen. Also mir ging es ja, mir ging es bei ganz vielen Sachen immer wieder so, dass ich einfach gedacht habe, nee, da kannst du mir schon erzählen, was du glaubst dazu, aber ich entscheide, was ich haben will.
Ich so, ja, absolut, genau.
Aber wenn du als Mama, als Papa sowieso schon verunsichert bist und dann um Tipps fragst, und die dann ausprobierst aus dieser Energie von verunsichert sein, ehrlich gesagt, kurzer Spoiler, funktioniert dann sowieso nicht. Dann bist du noch stärker verunsichert und deine Selbstzweifel nehmen zu. Und wenn deine Selbstzweifel zunehmen, verschlimmert sich die Situation.
Ja, und genau genommen brauchen wir überhaupt keine weiteren Tipps. Wir brauchen keine Blogs, Podcasts, Bücher. Wir haben alle schon mehr als genug Wissen angesammelt. Wir wüssten eigentlich, wie es gehen könnte, und ich habe extra dieses Fuck-up-Wort eigentlich jetzt benutzt, ja. Wir kriegen es aber trotzdem nicht hin. Und warum? Es ist ganz einfach. Die Kinder drücken deine roten Knöpfe, meine roten Knöpfe, unsere roten Knöpfe. Da hilft dir aber auch nicht der 527,13. Tipp, weil der einfach an der Oberfläche rumkratzt. Und dann eben die Kinder, wie Uli ja gerade beschrieben hat, halt dann nicht beim Zähneputzen den Knopf drücken, sondern weil gerade die Zahnpasta gut schmeckt, halt beim Schlafanzug anziehen.
Ja, oder statt bei den Hausaufgaben, bei der Medienzeit. Nimm das, was einfach zu deiner Situation und Alter deiner Kinder passt. Ja klar, weil im Endeffekt geht es ja immer darum, und das ist auch das, was an Gemeckerfrei so outstanding ist, dass es eben ja auch darum geht, die roten Knöpfe aufzumachen, lösen. Weil das hilft ja gar nichts, wenn du nur sagst, da ist ein roter Knopf, nicht draufdrücken, nicht draufdrücken, nicht draufdrücken, sondern eben zu sagen, okay, was, wenn ich meine roten Knöpfe einfach umstreichen kann, wenn die einfach weiße Knöpfe werden können? Was, wenn ich da mich total entspannen kann, weil ich weiß, dass mein Kind mich gar nicht mehr triggern kann?
Weil diese roten Knöpfe sind ja bei dir, mit denen hat dein Kind ja nichts zu tun in Wahrheit.
Genau, die drückt dein Kind ja nur, damit du heilst.
Genau.
Tipps beziehen sich immer auf einzelne Situationen. Dadurch brauchst du immer wieder neue Tipps für neue Situationen und wirst dadurch abhängig vom Tippgeber, statt dein Familienleben selbst aktiv gestalten zu können. Also ich sehe zum Thema Erziehungstipps, sehe ich immer jemanden mit so einem Ratgeber vor meinem inneren Auge, der dann je nach Situation von Seite 1 bis Seite 257 blättert und verzweifelt versucht rauszufinden, wo jetzt der Tipp für die jetzige Situation steckt.
Ja, es gibt diese Bücher mit Checklisten.
Ja, und das braucht halt kein Mensch.
Ja, eben, weil Kinder sind ja kein Flugzeugcockpit.
Ja, und du hast ja auch nicht die Zeit. Also wenn da streiten sich zwei deiner Kinder, während das dritte am Klo sitzt, und dann klingelt noch das Telefon und an der Tür und die Waschmaschine fiept auch noch rum, weil sie fertig ist, da hast du doch um Gottes willen keine Zeit, irgendwo nachzublättern, wie du dich jetzt am besten verhältst. Und es geht auch nicht darum, dass du Kindererziehung wie Vokabeln auswendig lernst, dass du abends da sitzt und irgendwelche Tipps auswendig lernst und Verhaltensweisen studierst, wie du dich am besten verhältst. Also das ist ja, da wird es ja komplett skurril. Das ist ähnlich skurril, und jetzt mache ich noch mal den Essensvergleich, weil ich finde, das ist ähnlich skurril wie ständig Kalorien zu zählen. Das macht ja auch keinen glücklich.
Ja, und vor allen Dingen hilft ja auch nichts.
Und ich schlag.
Führt auch nicht zum Ziel. Ja, und dann beziehen sich ja die meisten Tipps auf das sichtbare Problem, also auf die Oberfläche. Es liegen aber immer andere Ursachen dahinter oder darunter, weil ich jetzt Oberfläche gesagt habe, ja. Und damit wird es eben nicht gelöst, sondern das Problem verlagert sich nur. Weil du vielleicht an der Oberfläche die eine Stelle glatt bügelst, dann macht es halt schwupp, geht ein bisschen weiter an eine andere Stelle und taucht da wieder auf.
Man kann das, finde ich, auch in der Beziehung total sehen, also in der Paarbeziehung. Was haben wir früher auch versucht, Lösungen zu finden für so Themen wie, was weiß ich, wer stellt die Mülltonnen raus, wer kümmert sich um den Rasen, wer schneidet die Hecke, wer räumt die Spülmaschine aus, also so, wer kocht wann, da haben wir da diskutiert, bis wir immer wieder gemerkt haben, es geht eigentlich darum, wie gleichwertig wir die Aufgaben verteilen, wer für was zuständig ist, also wo Verantwortlichkeiten sind, wo auch Kompetenzen, wo Menschen auch Kompetenzen haben können, also da sind einfach ganz viele Themen, über die wir nicht reden, wenn wir über das Problem reden. Und zum Beispiel die meisten Kinder, die zum Beispiel in der Abendschlafensituation eskalieren, sage ich jetzt mal, die eskalieren nicht, weil die jetzt Schlafanzug anziehen so schrecklich finden, sondern die eskalieren, weil der Tag zu anstrengend war, weil zu wenig Mama-Papa-Zeit war, weil zu viel Emotionen in dem Kind noch lebendig sind, die nicht gelebt werden konnten, weil zu viel Anpassung nötig war, weil das Kind schon übermüdet ist. Also da sind 100.000 Gründe, Gründe für das sichtbare Verhalten. Und wenn du nur am sichtbaren Verhalten rumdokterst, kann sich halt nichts verändern. Der nächste Punkt ist: Erziehungstipps setzen oft am Verhalten des Kindes an, dass wir sagen, okay, das Kind streitet immer mit seinem Bruder, was müssen wir machen, dass das Kind nicht mehr mit seinem Bruder streitet? Und Ganz ehrlich, Kinder streiten zu 99% in 99% der Fälle nicht, weil die einander nicht leiden können oder weil die sich miteinander streiten müssen, sondern die streiten, weil die eine Spannung ausleben, die bei euch im Familiensystem steckt. Und das hat überhaupt nichts mit dem Verhalten des Kindes zu tun, beziehungsweise die Kinder wollen über ihr merkwürdiges Verhalten, also merkwürdiges Verhalten, eigentlich darauf hinweisen, dass irgendwo was krankt und schief hängt. Also die Kids wollen uns eigentlich mit ihrem merkwürdigen Verhalten helfen zu erkennen, wo in unserem System was schiefläuft. Und wenn wir dann an dem Verhalten herumdoktern und ihnen dieses schwierige Verhalten wegzunehmen nehmen versuchen, mit Hilfe von irgendwelchen Tipps, dann bringen wir die Kinder total in die Bredouille. Kann ich schon nicht mehr reden. Bringen wir die Kinder total in die Bredouille, weil das ist ungefähr so, wie wenn das Auto quietscht, weil die Bremsen kaputt sind, und du schmierst halt Öl hin. Das wird halt auch nicht helfen.
Ja, das sind genau—
und das Blöde ist, dass wenn du das jetzt versuchst mit Hilfe von Tipps zu lösen, dann fühlt sich das Kind zusätzlich nicht gehört, nicht verstanden und muss eigentlich noch mehr Gas geben.
Ja, weil es ja eigentlich immer eine Form der Kommunikation ist. Das Verhalten des Kindes ist eigentlich eine Form der Kommunikation.
Immer, absolut. Und Verhaltensweisen von Kindern, die uns nicht gefallen, die zeigen einfach nur immer auf, wo in unserem Familiensystem irgendwas im Ungleichgewicht ist. Und wenn wir das halt versuchen auszumerkeln, ohne das Ungleichgewicht auszugleichen, kann es halt nicht dauerhaft funktionieren.
Und diese Tipps sind einfach immer nur was, was bei jemand anderem funktioniert hat. Es werden aber eben meistens nicht alle Bestandteile, also Gedanken, Gefühle, alles was davor war, die da zum Erfolg geführt haben, übermittelt quasi, also mit wiedergegeben, und deshalb kannst du es dann nicht adaptieren, also dann nicht übernehmen, weil die Person, die den Tipp dir gibt oder aufgeschrieben hat, das Ganze im Endeffekt aus einer ganz anderen, aus einem ganz anderen Umfeld, aus einer ganz anderen Position heraus gemacht hat.
Also ich mache ein Beispiel: Wenn jemand ganz entspannt ist damit, wie die Kinder aufräumen, und dann sagt, wir singen ein Aufräumlied, und dann funktioniert Aufräumen bei uns perfekt. Dann, dann versuchst du auch ein Aufräumlied zu singen, und es passiert halt nichts, und es wird halt nur geschreit. Das Kind sagt, hör auf zu singen, es hält sich die Ohren zu. Was weiß ich, funktioniert gar nichts, weil deine innere Haltung ist nicht Aufräumen ist easy und mit einem Lied machen wir es uns noch witzig, sondern deine innere Haltung ist: Oh Gott, aufräumen, ich probiere jetzt ein Lied zu singen, vielleicht funktioniert das ja. Und damit hast du aber nur die Spitze vom Eisberg übernommen und nicht das komplette Ding. Wenn ich zum Beispiel total klar bin und zum Jakob sag: Du Jakob, Wenn du jetzt nicht mehr Fahrrad fährst vor der Schule, dann machst du irgendeinen anderen Sport, damit du dich bewegst. Und ich bin in dem Moment total klar, weil ich weiß, dass Bewegung für ihn halt total wichtig ist, und da gibt es kein Links und Rechts an der Stelle. Dann funktioniert auch die Ansage zu sagen, welche Art von Sport machst du denn, und ihm da die Wahlmöglichkeit zu geben. Wenn jemand aber sagt, na ja, mal gucken, mein Kind sitzt die ganze Zeit nur am Rechner und der sollte jetzt mal Sport machen, und das ist total blöd, ich weiß gar nicht, wie ich den da hinbringen soll, dass der mal Sport macht. Und dann sagst du zu dem: Du, welche Art, also irgendeinen Sport solltest du schon machen. Welche Art von Sport machst du denn? Und das Kind sagt: Leck mich. Und du sagst: Scheiße, da haben die gesagt, du musst es nur sagen, und dann machen die das. Quatsch! Weil, wenn die Haltung nicht stimmt, sind die Worte, die du sagst, halt vollkommen irrelevant.
Da kannst du die noch so geübt haben oder ganz genau wie Vokabeln quasi nachsprechen, An sich ist es vollkommen egal, was du sagst. Viel wichtiger ist eben dabei dann, wie und aus welcher Haltung du es sagst.
Genau, und deshalb sind wir bei Gemeckerfreiheit an dem Punkt, dass wir sagen, wir trainieren deine Haltung. Und es ist mir schon klar, dass manche dieser Dinge dann für dich im ersten Moment auch vielleicht wie ein Tipp daherkommen, weil ja, ganz ehrlich, gerade wenn wir jetzt 5 Tage Challenge machen, da ist halt auch unsere Zeit begrenzt, weil was wir dir mitgeben können. Aber was wir dir auf jeden Fall versprechen können, oder was auf jeden Fall immer so ist: Wir geben dir immer was mit, was du bei dir verändern kannst. Und damit fängst du an, deine Haltung zu verändern. Und wenn du deine Haltung veränderst, verändert sich das, wie du deinen Kindern begegnest, und dann verändert sich euer Miteinander. Und das ist schon mal ein riesengroßer Unterschied, zu sagen: Okay, das, was in unserem Familienleben mir nicht gefällt, das hat mit mir zu tun und nicht mit meinen Kindern, und das verändere ich bei mir. Und dann gucke ich, inwieweit ich das Ergebnis dann mag, weil das ist noch der letzte Punkt.
Ja, du bist einfach individuell und deine Kinder sind eben genauso einzigartig. Was für dich und für euch funktioniert, kannst nur du wissen bzw. herausfinden. Und wir wollen dich halt darin bestärken, dass du genau dieses Vertrauen wiederfindest, dass du eben auch fühlen kannst, was was und wann etwas für deine Familie, für dich, für deine Kinder stimmig ist. Weil dann kannst du in dir ankommen und aufhören, ständig auf der Suche nach dem nächsten Tipp, nach der nächsten Methode, nach der nächsten Abnehmpille zu sein.
Ja, genau. Ich finde, das ist mit dem Abnehmen, ist da echt so ein gutes Beispiel, weil das kennen wir halt einfach alle, dass du ne, die eine Ernährungsform probierst, die andere probierst, die übernächste probierst und immer wieder quasi Reset und jetzt, das muss doch jetzt klappen. Aber solange du nicht natürlich schlank bist oder eben intuitiv essen kannst, solange wirst du eben auch nicht dein Wunschgewicht erreichen, egal ob es jetzt nach oben oder nach unten sich verändern soll. Genau, und wir wollen jetzt zum Abschluss noch mal kurz drüber sprechen, was denn dann gemeckerfrei ist, wenn es eben nicht um Tipps geht. Ich habe ja eben gerade schon mal kurz angefangen, ne, dass es drum geht, deine Haltung zu verändern. Und ich möchte wirklich, wir wollen wirklich da noch ein bisschen drüber sprechen, weil die Frage kommt ganz, ganz, ganz oft. Und gemeckerfrei ist einfach ein Lifestyle. Gemeckerfrei ist, wenn du magst, eine Philosophie, eine Art und Weise, das Leben zu betrachten.
Genau. Und deswegen haben wir auch, da möchte ich jetzt gerne mal auf unser Buch zu sprechen kommen, weil wir da ja auch immer wieder hören, da ist so viel, haben wir so viel erzählt über uns und wie wir es gemacht haben und so weiter. Aber genau Darum geht es. Wenn du dieses Buch liest, und natürlich, wenn du jetzt einen Ratgeber erwartest, dann lies das Buch nicht. Aber wenn du das Buch liest und es einfach in dich aufnimmst, dann kannst du da genau diesen Lifestyle erleben in dem Buch.
Du kannst fühlen, was es macht.
Ja, genau.
Und dann kannst du anfangen zu lernen, das Schritt für Schritt für dich zu adaptieren und umzusetzen, indem du eine gemeckerfreie Haltung entwickelst. Indem du eintauchst in diese Philosophie, indem du anfängst, dass du die Verantwortung für alles in deinem Leben selbst übernimmst und aufhörst, den Kindern zum Beispiel die in Anführungszeichen Schuld in die Schuhe zu schieben. Dass du sagst, okay, alles, was in meinem Leben ist, hat mit mir zu tun. Dass ich alles, was in mein Leben kommt, als Geschenk sehen kann. Dass ich weiß, ich kann bei mir alles verändern, und dann verändert sich alles. Dann hört es eben auch auf mit der Frage, ob ob der Partner mitmacht, nicht mitmacht, weil du weißt, in dem Moment ist es völlig irrelevant, ob er mitmacht, weil du veränderst einfach alles, indem du losgehst. Deine Kinder verändern sich automatisch, indem du was veränderst. Ja, das war total faszinierend wiederzusehen jetzt letzte Woche in der Challenge. Da war die eine Aufgabe, war Glitzerstaub über Situationen zu streuen, wo natürlich kann man darüber lächeln und sagen, was sind das für Esos oder Spinner hier, aber ich glaube, das denkst du nicht, sonst würdest du uns nicht zuhören, ja, aber wie viel positive Erfahrungen die Teilnehmer damit hatten, dass sie einfach in Situationen, die sie gestern noch gestresst haben, heute einfach mal Glitzerstaub gestreut haben und damit einen Separator gesetzt haben, sich selbst aus der Situation genommen haben und neu starten konnten, genau in diesem Moment. Und da kannst du auch sehen, das hört sich so ein bisschen spielerisch an, ja, weil die sind davon überzeugt, dass wir am liebsten halt spielen wollen. Wir Menschen wollen spielen, wir lernen spielerisch, wir lernen nicht mit Ernst. Das haben wir alle in der Schule gemacht, das hat da schon nicht funktioniert, ja, es war da nur stressig. Wir lernen, wenn es spielerisch ist, wir lernen, wenn die Kreativität in uns geweckt wird, wir lernen übers Gefühl, wir lernen nicht mit Ernst und Strenge. Und gleichzeitig hat alles, was wir dir bei Gemecker frei vermitteln, hat dermaßen Hand und Fuß, Fuß, dass du sicher sein kannst, dass jedes, jeder, jeder Pups auch didaktisch durchdacht ist, so dass wir genau wissen, warum wir dir an welcher Stelle welchen Impuls geben und was das bei dir für eine Veränderung bewirkt, weil wir mittlerweile eben schon so viele Menschen dabei begleitet haben, diese Philosophie zu adaptieren und in diese Philosophie so viel hineinzuwachsen. Und ja, wenn du Lust hast, dann wachs auch mit rein, werd gemeckerfrei, weil es einfach so viel schöner ist, wenn dir die Energie zur Verfügung steht, die du bisher gemeckert oder gestritten hast, wenn dir die dafür zur Verfügung steht, dein schönstes gemeckerfreies Leben zu erschaffen und mit deinen Kindern zusammen Spaß zu haben und immer wieder neue Welten zu entdecken, weil im Leben geht es immer um Wachstum und Weiterentwicklung. Ja, also das ist, warum wir finden, Ratschläge sind auch Schläge, und warum es viel besser ist, wenn du die Person wirst, die du tief aus deinem Herzen gerne sein möchtest, und ja, dein Herz für dich selbst öffnest.
In diesem Sinne, alles Liebe, vielen Dank fürs Zuhören.
Tschüss, ciao.
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