Schluss mit Schreien: So erreichst du dein Kind wirklich

Uli Bott explains why parents shouldn't blame their kids for their own emotions. He uses neuroscientist Jill Taylor's 90-second emotion cycle and Viktor Frankl's concept of the space between stimulus and response to show that parents choose the meaning they give events, and thus their feelings. Screaming at your child makes them responsible for your emotions, which traps them in a traumatic loop they can't escape.
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Wie du nie wieder dein Kind für deine Gefühle verantwortlich machst und stattdessen ruhig und gelassen bleibst, was auch immer passiert. Hallo, ich bin Uli von Gemeckerfrei. In diesem Video erfährst du, was du tun kannst, wenn dein Kind dich triggert. Und dazu müssen wir erstmal eine alte Grundvorstellung sozusagen in die Tonne treten, weil wir Menschen denken immer, andere Menschen wären dafür verantwortlich, wie wir uns fühlen. Weil deren Verhalten in uns Gefühle auslöst. Das stimmt aber nicht, weil niemand kann ein Gefühl in dich reintun. Du läufst auch nicht durch die Welt und auf einmal springt da Ärger aus der Hecke oder Wut oder Trauer oder Freude, sondern ein Gefühl ist rein naturwissenschaftlich betrachtet eine biochemische Reaktion in dir, die du nur selbst auslösen kannst. Jetzt ist die Frage, wie lösen wir das aus? Wie geht es, dass wir Gefühle fühlen? Und das funktioniert— ich will dich hier nicht mit wissenschaftlichen Details langweilen— wichtig ist für dich zu verstehen, dass ein Erlebnis oder ein Ereignis erst dadurch mit positiven oder negativen Emotionen belegt wird, was wir diesem Ereignis für eine Bedeutung geben. Also wenn deine Schwiegermutter auf einmal vor Tür steht und das stört dich gerade total, dass die unangemeldet kommt, dann bewertest du dieses Erlebnis als: Oh Gott, Stress, nervt mich! Und in der Folge kreierst du die Emotion genervt sein, gestresst sein, whatever, Ärger. Wenn deine Schwiegermutter jemand ist, den du total liebst und es für dich total entlastend ist, wenn die einfach so vorbeikommt, dann machst du die Tür auf, siehst sie und entwickelst das Gefühl von Freude, einfach weil du die Bewertung darauf hast, dass das was Tolles ist. Also da ist ein Ereignis, du gibst dem eine Bedeutung, du bewertest das, und in der Folge kreierst du in dir eine Emotion. Eine Emotion ist eine biochemische Reaktion in deinem Körper, die dauert laut der Hirnforscherin Jill Taylor 90 Sekunden, bis die einmal abgeflaut ist. Also selbst wenn du einer Situation oder einem Ereignis eine negative Bedeutung gibst und dich in der Folge ärgerst oder wütend wirst, dann dauert es 90 Sekunden, bis diese emotionale Reaktion vorbei ist, vorausgesetzt, du denkst nicht weitere Gedanken, denen du weiter die Bedeutung gibst, dass das was Blödes ist, und dann kreierst du weiter dieselben negativen Emotionen. Also lass uns festhalten: Dein Gefühl ist die Folge dessen, was du denkst und wie du das, was du denkst, bewertest. Und daraufhin kreierst du eine Emotion. Dafür ist niemand außer dir selbst verantwortlich, weil niemand kann entscheiden außer dir. Niemand außer dir kann entscheiden, wie du eine Situation bewertest. Folglich hat es auch nichts mit Authentizität zu tun, wenn wir unser Kind wissen lassen, dass uns sein Verhalten ärgert, wütend oder traurig macht. Das wär, als wenn du vergisst, dein Auto zu tanken, irgendwo im Wald liegen bleibst und anschließend sagst: Du bist schuld, dass ich vergessen habe zu tanken. Was du stattdessen tun kannst, ist die Verantwortung für deine Emotionen radikal zu dir zurückzunehmen und zu lernen, dass du entscheiden kannst, wie du reagierst. Weil es ist, hat schon Viktor Frankl gesagt, es gibt einen Raum zwischen Reiz und Reaktion, und in diesem Raum habe ich die Möglichkeit zu wählen, welche Reaktion auf einen Reiz folgt. Also wenn der Reiz da ist, muss ich nicht zwangsläufig sofort reagieren, sondern ich kann den Reiz wahrnehmen Ding, ding, ding, Pause machen und wählen, wie ich den Reiz bewerte und was ich deshalb für eine Emotion in mir entstehen lassen will. Das hört sich ein bisschen kompliziert an, da steckt natürlich auch ein bisschen Übung drin, aber das führt dazu, dass du sehr viel mehr Seelenfrieden in dir entwickelst, weil du hast immer die Möglichkeit zu entscheiden, worauf du deinen Blick richten willst. Welche Wahl du treffen willst und welche Entscheidung du in der Folge triffst, welche Reaktionen, na, für welche Reaktion du dich entscheidest. Das ist deine Entscheidung. Dein Kind, das seinen Schulranzen im Flur hinschmeißt, wenn es aus der Schule kommt, da kannst du sehen, jetzt hat das Kind schon wieder nicht den Ranzen weggeräumt, obwohl ich das schon 10 Mal gesagt habe. Wenn du diese Bedeutung gibst, dann wirst du dich ärgern. Wenn du sagst, oh cool, mein Kind ist zu Hause, ich freue mich, dass es da ist, und es hat seinen Ranzen da schnell hingeschmissen, weil es wollte so schnell zu mir in die Küche kommen, dann kreierst du eine andere emotionale Reaktion. Und solange du die Verantwortung dafür, wie du dich fühlst, auf dein Kind überträgst und sagst, weil du deinen Schulranzen dahingeschmissen hast, muss ich mich jetzt ärgern, gibst du deine Macht an dein Kind ab. Du tust damit so, als wärst du nicht in der Lage, selbst zu wählen, wie es dir geht, und damit tust du so, als wärst du vollkommen abhängig vom Verhalten anderer Menschen, von den äußeren Umständen, und es stimmt einfach nicht. Das ist eine Lüge, das ist ein in der Kindheit erlerntes Muster, das du heute hinter dir lassen kannst, um endlich in die Rolle eines Erwachsenen zu schlüpfen, der sich selber führen kann und kompetent wählt, in welcher Situation er sich wie fühlen möchte, also welche Bewertung er welcher Situation gibt. Und damit hat dein Kind dann die Chance, dass es sich an dir orientieren kann, dass du ihm Halt gibst. Solange du nämlich dein Kind dafür verantwortlich machst, wie du dich fühlst, gibst du deine Macht immer wieder an dein Kind ab. Hatten wir schon. Aber in der Folge muss dein Kind die Rolle des Erwachsenen übernehmen, übernehmen, wozu es einfach noch nicht in der Lage ist. Und weil es dazu nicht in der Lage ist, wird es dann versuchen, irgendeinen Ausweg zu finden, der am selben, der am Ende dann im selben Trauma endet, das du gerade hast. Denn das, womit du dich da gerade rumschlägst, also dass du die Verantwortung für deine Gefühle an dein Kind abgibst, ist am Ende eine Traumareaktion. Und die kannst du heute überwinden, um die Traumaschleife zwischen dir und deinem Kind endgültig zu beenden. Du musst ja nicht mögen, wie dein Kind sich verhält, und trotzdem kannst du ruhig bleiben. Weil ganz ehrlich, dein Meckern, Schreien, Schimpfen hat noch nie geholfen, dass dein Kind sein Verhalten langfristig verändert. Ganz im Gegenteil, Meckern, Schreien, Schimpfen führt nur dazu, dass die Beziehung zwischen dir und deinem Kind leidet. Schau dir dazu gerne dieses Video an: Meckern ist kein Erziehen.
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