Schreien ist out - sagen die Inuit - Podcastfolge 001

In der ersten Folge des "Gemeckerfrei"‑Podcasts führen Uli und Bernd Bott in ihr Konzept einer gewaltfreien, kritikunabhängigen Erziehung ein. Sie kritisieren die verbreitete "Scheinharmonie" in vielen Familien, bei der negative Gefühle und Fehler unter den Teppich gekehrt werden. Als Leitbeispiel erzählen sie von einer Frau, die zwei Wochen bei den Inuit lebte und beobachtete, dass dort weder Kinder noch Erwachsene angeschrien oder kritisiert werden. Anhand einer umgestoßenen Tasse illustriert die Inuit‑Mutter, dass das Problem nicht das Kind, sondern die Situation (die Tasse stand an einer ungünstigen Stelle) ist. Die Hosts diskutieren daraufhin die Konzepte von Schuld, Verantwortung und Perspektivwechsel, wobei sie betonen, dass in westlichen Kulturen schnell nach einem Schuldigen gesucht wird. Sie verbinden diese Haltung mit neurobiologischen Erkenntnissen: Angst blockiert Lernprozesse, während negative Emotionen wie Scham oder Angst vor Liebesentzug das Kind in einen Überlebensmodus versetzen. Weiterhin erklären sie, dass Eltern als "Normalität" und sichere Basis für das Kind fungieren; wenn Eltern plötzlich von liebevoll zu schreiend wechseln, destabilisieren sie das Kind, vergleichbar mit dem Abschneiden eines Stuhlbeins. Zwei Eltern‑Typen werden beschrieben: solche, die laut und kritisch reagieren, und solche, die bewusst gemeckerfrei bleiben, wobei die Verantwortung für die eigenen Gefühle beim Elternteil liegt. Abschließend laden sie zu einer kostenlosen 5‑tägigen "Gemeckerfrei"‑Challenge ein, bitten um Feedback und kündigen weitere, vertiefende Folgen an.
Chapters
Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch. Wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hi, hallo, herzlich willkommen beim Gemeckerfrei-Podcast. Genau, cool, dass du hier bist, dass du zuhörst, dass du eingeschaltet hast. Und der Bernd und ich, wir Wir starten mal los.
Du hast doch letztens so eine coole Geschichte erzählt. Du hast doch was gelesen.
Ja, genau.
Vielleicht willst du das mal kurz teilen.
Genau, weil wir haben uns so überlegt für die heutige Folge, dass wir mal drüber sprechen, was das mit dem Gemecker frei eigentlich auf sich hat, weil wir erleben, dass ganz viele Menschen damit eigentlich so ein bisschen Scheinharmonie verknüpfen. Ja, so, wir kehren alles unter den Teppich und man darf nicht mehr schlechte Laune haben und so.
Und Emotionen werden unterdrückt.
Ja, genau. Das wäre ungesund. Also, und das ist gemeckerfrei eben nicht. Und deshalb wollen wir dich da einfach mal mitnehmen. Und da ist uns eine coole Geschichte über den Weg gelaufen und die teile ich mit dir oder teilen wir mit dir. Und zwar habe ich ein Interview gelesen und da hat eine Frau, die zusammen mit ihrer Tochter verschiedene Naturvölker besucht hat, erzählt, dass sie total perplex war, weil sie hat unter anderem 2 Wochen bei den Inuit gelebt. Und dort werden Kinder und natürlich auch Erwachsene nicht angeschrien und nicht kritisiert. Und sie hat ein Beispiel dazu erzählt, hat erzählt, ihre Tochter hätte also also aus Schusseligkeit, würden wir hier bei uns vielleicht sagen, ja, hat also eine Tasse umgestoßen, die auf dem Tisch stand. Und dann ist der Kaffee halt über den Tisch und über den Boden gelaufen, wie wir das alle kennen. Und sie hat so gemerkt, wie sie schon ansetzen wollte, um zu schimpfen oder zu meckern oder das Kind zurechtzuweisen, dass es doch besser aufpassen solle. Und dann hat einfach eine Inuit-Frau drauf reagiert und hat direkt gesagt: „Ja, hier ist ein Lappen, und die Tasse stand aber auch an einer blöden Stelle." Und das war für die Frau ein totales Aha-Erlebnis zu merken: „Ah, okay, so kann man ja auch mit Situationen umgehen." Und in der Folge hat sie tatsächlich 2 Wochen dort erlebt, in denen sie nicht einmal jemanden hat schreien oder meckern hören.
Das ist eine total coole Geschichte. Und was ist denn das? Also was tun die denn da? Weil ich meine, wenn ich sage, die Tasse stand an einer blöden Stelle, was ist der Unterschied dazu, dass ich sage: Oh, wieso hast du die jetzt umgeschmissen? Aber das ist ja oft auch, wir sagen ja oft gar nicht sofort irgendwie: Mensch, bist du doof? Wieso schmeißt du die Tasse um? Sondern: Wieso hast du die jetzt umgeworfen?
Ja, wir sagen, glaube ich, kannst du nicht aufpassen?
Ja, oder wir sagen, kannst du nicht aufpassen und so.
Da steckt ja schon Kritik drin.
Da steckt Kritik drin, auch schon in dem, wieso hast du sie jetzt umgeworfen, steckt Kritik drin.
Also ich meine, wenn ich wüsste, warum ich sie umgeworfen habe, dann würde ich sie ja nicht umwerfen.
Ja klar. Und was ist der Unterschied?
Also ich weiß es ja.
Wir machen ja gerade eine Denkpause dazu. Wir haben uns ja, wie gesagt, auch schon vorher unterhalten. Das ist die Geschichte das erste Mal von Genau.
Also ich glaube, oder wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Inuit an der Stelle einfach einen anderen Bezugsrahmen verwenden. Sie geben eine andere Bedeutung. Und da sind wir Europäer schon, also wir sind schon echt crazy, finde ich. Wir machen uns schon selber das Leben oft total zur Hölle, weil wir eben oft und oft und oft einen Bezugsrahmen verwenden, eine Bedeutung geben, die beinhaltet, dass wir glauben, wir haben was falsch gemacht oder andere haben was falsch gemacht.
Ja, das ist so, ist dieses Konzept von Schuld ja auch ein Stück weit sozusagen. Also ich meine, wie gesagt, es ist ja einfach nur, es ist ja Nur eine Frage der Perspektive, was ich sage. Ist jetzt der schuld, der die Tasse dahingestellt hat? Also oder ist die Position der Tasse schuld? Also eigentlich geben Sie, wenn Sie überhaupt irgendjemand die Schuld geben, durch die Aussage, der Tasse die Schuld. Also die Tasse ist an einer blöden Stelle gestanden.
Ja, oder die Verantwortung, kann man vielleicht auch sagen.
Ja, die Verantwortung, weil es ist ja im Endeffekt weder der, der die Tasse dahingestellt hat, kann was dafür, weil er hat sie halt wohin gestellt, noch kann derjenige, der mit seinem Arm dagegen stößt, was dafür. Und jetzt vollkommen egal, ob es ein der oder diejenige, ob es ein Mädchen oder ein Erwachsener war oder sonst was. Weil es ist ja nur eine Idee von uns, dass jemand dran dafür verantwortlich sein müsste.
Schuld.
Oder eben Schuld. Genau. Sein müsste.
Ja, genau. Und das ist, glaube ich, das, was wir wirklich anders machen. Also in der westlichen, im westlichen Kulturkreis. Wir finden sehr schnell jemanden, der dafür verantwortlich ist. Und zwar würden wir ja Wir würden sagen entweder: Mein Gott, bin ich blöd, dass ich die Tasse umgeschmissen habe, wenn ich es jetzt selber bin. Oder ich würde sagen: Mein Gott, Bernd, bist du deppert? Warum stellst du denn die Tasse dahin? Aber wir kämen, viele von uns kämen erst mal nicht auf die Idee zu sagen: Ja, das ist aber auch eine blöde Stelle, an der die Tasse jetzt gestanden hat. Unabhängig davon, wie sie dahin gekommen ist, sondern wir würden vielleicht sogar noch rundrufen und fragen, wer die Tasse so saublöd dahingestellt hat.
Ja, und jetzt würden wir bei kleinen Kindern, würden wir dann unter Umständen sagen: Ja, das tut mir leid, ich habe die ja auch doof dahingestellt und spielen damit das gleiche Konzept. Also wir bürden es nicht direkt dem Kind auf, aber wir machen ihm vor, dass trotzdem wieder jemand verantwortlich sein muss.
Genau. Und was, wenn Tassen einfach umfallen können, so wie einfach, wie es regnen kann, wie die Sonne scheinen kann?
Blätter von den Bäumen fallen, so wie jetzt gerade.
Ja, genau. Also, und das, was ich auch noch so spannend daran finde, ist, dass wenn wir dann zum Beispiel hören, ja, die Inuit, die meckern ihre Kinder nicht an oder die kritisieren sich nicht gegenseitig und die schreien sich nicht an, dann kommt in unseren Köpfen, guck mal, fühl mal selber nach, was da in deinem Kopf passiert. Weil in meinem Kopf zum Beispiel passiert dann, oder ist früher dann schnell so was passiert, wie dass ich gedacht habe, na ja, die können das halt aus, also bei denen ist es halt so, ja, und ist ja auch cool. Also fand ich dann schon auch, dass ich so, wow, cool, aber habe mir dann gleichzeitig so ein Begründungspaket überlegt, sozusagen. Na ja, die haben ja auch nicht so viel Stress und bei denen ist ja auch, was weiß ich, meistens friert der Kaffee in der Tasse eh schon ein, bevor die Tasse umfallen kann.
Außerdem haben die ja nichts zu tun, außer Fische zu fangen.
Whatever. Ja, also jetzt, also ich hätte irgendeine Begründung gewählt, warum ich das bei denen zwar cool finde, aber mir trotzdem noch nicht vorstellen kann, dass das für mich und für uns hier in dieser Welt auch möglich sein kann. Weil prüft mal nach, wer von euch hat sich jetzt gedacht, wer mir dazugehört hat? Ja, cool und großartig. Und wer vielleicht? Würde ich mir auch wünschen. Und wer glaubt gleichzeitig immer noch, Dass das ja nicht funktionieren kann, wenn wir unseren Kindern nichts sagen, wenn wir sie nicht wissen lassen, wenn sie was falsch machen. Und weil das ja oft nichts hilft, wenn man das nur nett sagt, glauben viele von uns Eltern, dass wir dann laut werden müssen und garstig und meckerig und am besten noch schreien müssten.
Weil wir, also ich stelle eine These auf, weil wir doch immer noch glauben, wir würden am besten lernen. Also wir würden am besten lernen, wenn es uns irgendwie wehtut, wenn es uns emotional betrifft.
Ja, das ist ein totaler— also das ist wirklich so, das hat sich in so vielen Menschen so eingeprägt, dass Lernen durch negative Emotionen oder Lernen durch Angst passiert.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Ja, genau.
Also das ist ja jetzt einerseits wird es natürlich, weil wird es früher für Prügelstrafen und so benutzt. Das ist jetzt heute für die allermeisten, sage ich mal, Vergangenheit. Aber ist ja so das Ding mit der heißen Herdplatte zu sagen, ja, dann muss man sich halt mal verbrennen. Also ich kenne jetzt viele Menschen, die haben sich nie an der heißen Herdplatte verbrannt und fassen trotzdem nicht drauf.
Ja, ja. Und gleichzeitig kann man jetzt an der Stelle ja auch mal so alles, was man aus der Neurobiologie oder aus der Lernpsychologie weiß, noch heranziehen, wo ja einfach vollkommen klar ist, dass Angst jegliches Lernen komplett unterdrückt, weil du bist ja sofort im Alarmzustand sozusagen, bist eher auf Flucht ausgerichtet, bist auf Überleben ausgerichtet, bist auf, da müssen erst mal die Vitalfunktionen gestärkt werden. Du bist überhaupt nicht in einem Zustand. Dein Gehirn befindet sich nicht in einem aufnahmebereiten Zustand, wenn du Angst hast. Also dass da Lernen funktionieren würde aus Angst, das ist mit einer der größten Irrglauben, der so durch die Welt geistert.
Ja, vor allen Dingen, wenn wir ja dabei Angst haben, dass wir die Liebe dieser wichtigsten Bezugsperson verlieren. Also wir haben ja diese grundlegende Angst davor. Das ist ja nicht so wie dieses bisschen Angst haben, ich klettere jetzt auf einen Baum und es ist so ein bisschen eine riskante Nummer, aber ich finde es so geil, dass ich das unbedingt mache. Das ist ja eine anregende Angst. Das zu überwinden ist ja das, was das Gehirn auch wachsen lässt. Aber die Angst, wenn jetzt meine Mutter oder mein Vater mich kritisieren oder ich die Sorge habe, wenn ich was falsch mache, dann Endet das im Endeffekt in Kritik, was ja weitergedacht in eine Art Liebesentzug führt. Das ist ja eine Angst, die einfach total schädlich ist, die einfach ja total blockiert.
Ja, absolut. Und ich glaube, wir müssen an der Stelle, ich habe fast das Gefühl, wir sind ein bisschen davongaloppiert und wir holen mal meine Lieblingsbeschäftigung. Ja, meine ja auch. Also von dem her, wenn du jetzt beim Zuhören denkst, die schlagen hier aber, was die hier für Schleifen schlagen, dann schick uns gerne auch ein Feedback und lass uns das mal wissen, ob du uns folgen kannst. Und ich mache jetzt einfach noch mal eine Schleife rein, weil ich glaube, was wir einfach im Blick haben dürfen, wenn wir unsere Kinder anmeckern, wenn wir sie anschreien, dann werden wir für unsere Kinder zu Monstern. denen sie nicht auskommen. Weil schau, dein Kind ist ja komplett von dir abhängig, sehr komplett auf dich angewiesen. Du bist ja der, du bist ja die Sicherheit, du bist der Ernährer, du bist ja für dieses Kind alles.
Du bist Normalität sogar. Also du bist ja das, du setzt den Rahmen für das, was dein Kind als normales Leben betrachtet.
Ja, und dass es überhaupt überleben kann, das ist ja das Wichtige. Und jetzt verwandeln wir Eltern, also uns für das Kind nicht nachvollziehbar, von einem Moment zum anderen von einem liebevollen, fürsorglichen Unterstützer in ein schreiendes, schimpfendes, zickiges Monster. Und für das Kind ist halt bricht damit ja jegliche Stabilität weg. Also das kann sich höchstens halt durch Wiederholung irgendwann lernen, ah, die beruhigt sich schon wieder, oder der kriegt sich schon wieder ein. Aber im ersten Schritt ist das wirklich so, als würdest du einem Stuhl ein Bein absägen, ne. Das Kind sitzt auf dem Stuhl, und mit unserem Meckern oder Motzen sägen wir diesem Stuhl ein Bein ab, und das Kind ist komplett irritiert und versteht die Welt nicht mehr, weil das ist ja Wirklichkeit ist ja immer nur das, was wir für wahr halten. Also selbst wenn ich jetzt das Gefühl habe, das Kind hat absichtlich die Tasse umgeschmissen und kaputt gemacht, meine Lieblingstasse, whatever, dann hat das Kind das ja nicht mit Absicht gemacht. Also das Kind ist ja nicht hergegangen, hat gesagt, ich ärgere jetzt den Papa, ich ärgere jetzt die Mama, ich mache jetzt diese Tasse kaputt, damit die whatever. Ja, da gibt es natürlich auch wieder instrumentalisiertes verhalten und so, da gehen wir auch irgendwann noch mal drauf ein. Das gibt es auch, aber davon wollen wir jetzt im ersten Schritt hier mal nicht ausgehen, sondern wir gehen einfach nur mal davon aus, das Kind versucht, wie so oft, diese Welt zu verstehen und sein Leben zu leben. Und da passieren ihm halt ab und zu Missgeschicke und es tut Dinge anders, als wir das erwarten würden. Und dann muss es damit klarkommen, dass wir manchmal selber gut damit klarkommen, wenn das Kind irgendwelche Missgeschicke fabriziert. Und andere Male werden wir zur Furie. Und wir glauben einfach, dass das nicht die besten Bedingungen sind für Kinder, um gut aufwachsen zu können, oder?
Ja, und was das Coole ist, würde ich jetzt gerne dazu sagen. Nicht, dass sich jetzt jemand schlecht fühlt an der Stelle, wenn, um Gottes willen. Was habe ich da bisher alles verhunzt? Das Coole ist, dass du ja genau deswegen, wie wir gerade eben beschrieben haben, dass wir als Eltern ja die Basis sind, die Normalität sind, wir das auch ganz schnell immer wieder verändern können. Ja, also das ist immer egal, was gewesen ist. Du kannst an der Stelle jederzeit das Verändern, das Umdrehen und wirst deinem Kind damit ein Riesengeschenk machen. Nicht nur, weil du es dann anders machst, sondern weil du dem Kind auch zeigst: Schau, wir sind Menschen, wir machen Dinge auf eine bestimmte Art und Weise, erkennen vielleicht irgendwann, das wollen wir nicht mehr und können es dann anders machen.
Ja, absolut. Und Kinder sind ja nicht nachtragend. Das heißt also, falls du jetzt Angst hast, dass da irgendwie schon was weiß ich was kaputt gegangen ist. Die kannst du auch, diese Angst kannst du auch einfach mal verabschieden, schaukeln schicken, sagen wir gerne, oder mal schreibst auf einen Zettel und verbrennst den Zettel und sagst einfach und ab jetzt anders. Weil ich glaube, wir sind einfach, es gibt zwei, wenn man sagen wollen würde, ich glaube, es gibt zwei Gruppierungen von Eltern. Die einen, die eben sagen, also Ich muss einfach sagen können, wenn mir was nicht passt, und es muss auch mal laut sein, und das gehört eben auch dazu. Und da das alles andere ist ja auch nicht, ist ja auch weltfremd. Die Kinder müssen ja auch lernen, in dieser Welt zurechtzukommen. Das ist die eine Gruppe Menschen, und da würde ich einfach gerne dazu sagen: Klar kannst du mal wütend sein, klar kannst du mal ärgerlich sein, klar kannst du mal genervt sein. Das sind wir auch, das ist ja gar keine Frage an dieser Stelle. Die Frage an der Stelle ist nur: Mache ich mein Kind dafür verantwortlich, dass ich mich so fühle, oder nehme ich die Verantwortung für meine Gefühle zu mir? Und die andere Gruppe von Eltern ist die, würde ich sagen, das sind diejenigen, die schon wissen, dass sie nicht meckern und schreien und schimpfen wollen und denen es aber halt trotzdem immer mal passiert, weil die Kinder die roten Knöpfe drücken. Und denen würde ich einfach gerne noch zusätzlich mitgeben wollen, dass ja, Ja, das ist so. Deine Kinder sind zu dir gekommen, damit du dich entwickeln kannst. Und die drücken die roten Knöpfe bei dir, damit du wachsen kannst. Und da ist einfach deine, wenn du möchtest, die Herausforderung, die du annehmen kannst, ist zu sagen: Okay, ich färbe meine roten Knöpfe um. Ja, ich sorge dafür, dass ich halt nur noch grüne Knöpfe habe. Und mit jedem Tag gelingt es mir besser, ohne Gemecker und Geschrei, mit meinen Kindern den Alltag zu gestalten. Und wenn es dann doch mal laut wird, aus welchen Gründen auch immer, dann kann ich anschließend immer noch sagen: Liebes Kind, du, das tut mir total leid, das wollte ich nicht, ich konnte es gerade nicht besser. Und morgen ist ein neuer Tag und wir probieren es wieder neu. Nur was uns wirklich am Herzen liegt, ist, dass wir als Eltern wirklich die Verantwortung für uns und unser Verhalten übernehmen. Und das nicht den Kindern in die Schuhe schieben, indem wir ihnen sagen: Jetzt, ich muss jetzt rumschreien, weil du wieder nicht die Hausaufgaben gemacht hast. Bist ja selber schuld. Hättest mal dein Zimmer aufgeräumt und nicht so rumgetrödelt, dann würde es jetzt keinen Ärger geben. Das ist einfach Bullshit, weil Ärger gibt es, weil du dich entscheidest, dich über das nicht aufgeräumte Zimmer gerade ärgern zu wollen.
Und das ist total cool. Ich würde da gleich noch mal mit dem weil du das entscheidest, da würde ich gerne noch mal kurz was dazu sagen für alle, für die es jetzt wirklich neu ist, weil die uns noch nicht kennen. Du triffst ganz viele Entscheidungen unbewusst. Das ist dabei wichtig. Du sagst, das habe ich ja nicht entschieden, sondern das passiert ja einfach. Unbewusst hast du die Entscheidung doch getroffen. Und das ist das, was wir damit meinen.
Also ja, ich glaube, in dieser Folge, wenn ich jetzt uns beiden so zuhöre, da sind schon wieder so viele Themen drin, die wir in den nächsten Folgen einfach noch mal detaillierter, wo wir noch mal detaillierter darauf eingehen werden. Weil das war tatsächlich auch so ein Grund, warum der Podcast erst jetzt startet, weil wir irgendwie dann da saßen und gesagt haben: Krass, wo fangen wir denn jetzt jetzt um Himmels willen einfach mal an. Ja, weil das, wir sind ja schon so in dieser Materie so, so tief gedeift, sozusagen so tief drin, dass wir, dass das ist, glaube ich, einfach auch ein paar Folgen dauern darf, bis du die Intention von Gemecker frei für dich nachvollziehen oder fühlen kannst, wenn du uns eben bisher noch nicht kennst.
Genau, weil wir sind tatsächlich, dadurch, dass wir das Buch geschrieben haben, dadurch, dass wir seit 3 Jahren eigentlich ja nichts anderes mehr machen.
Ja, seit 22 Jahren nichts anderes machen.
Und seit 3 oder 4 Jahren eigentlich das ja auch noch ständig allen beibringen und erklären und drüber sprechen, können wir dann natürlich vom Hundertsten ins Tausendste zukommen. Und es ist total großartig, dass du, dass du zuhörst und dass du dich da mit auf die Reise begibst.
Ja, und gib uns echt Feedback. Gib uns wirklich Feedback, damit wir von dir lernen können, wie, wo du gerade stehst und wie wir dich gut inspirieren können. Weil das ist das, was wir hier wollen, weil unsere Zielsetzung ist, gemeckerfrei in die Welt zu tragen, weil wir wollen gerne, und da komme ich wieder zum Anfang zurück, wäre es nicht wundervoll, wenn auch alle anderen Kinder, nicht nur die Inuit-Kinder, erleben dürfen, wie sich eine Kindheit anfühlt, in der sie nicht angemeckert, angeschrien oder kritisiert werden? Weil in dem Moment, wo ich eben keine Angst haben muss, dass sich meine Lieblingsmenschen zu Furien oder Monstern entwickeln, wo ich keine Angst haben muss, kritisiert zu werden, kann ich dieses Gefühl, bedingungslos geliebt zu sein, in mir bewahren. Und dann muss ich als Erwachsener gar nicht nach der Liebe im Außen suchen, weil ich es ja in mir noch fühlen kann. Und das ist eine unserer großen Zielsetzungen. In diesem Sinne freuen wir uns auf dich in der nächsten Folge.
Genau. Alles Liebe für dich.
Alles Liebe.
Bis zum nächsten Mal.
Tschüss.
Vielen Dank dir fürs Zuhören. Wir, Uli und ich und das Gemeckerfrei-Team, wollen dich jetzt noch einladen zur Gemeckerfrei-Challenge. Erlebe 5 Tage in einer wundervollen Gemeinschaft, wie gemeckerfrei funktioniert, wie effektiv bereits kleine Impulse sein können, wenn du weißt, wie es geht, und wie du direkt erste Erfolge erzielst, die deinen Alltag sofort entspannen. Und das Beste dabei: Die Challenge ist komplett gratis. Anmelden kannst du dich unter gemeckerfrei.de/chg. Du findest den Link natürlich auch ganz einfach in den Shownotes. Wir freuen uns auf dich in der Challenge. Und wenn dir die Podcastfolge gefallen hat, dann klick jetzt noch schnell auf Abonnieren, damit du auch wirklich keine Folge mehr verpasst. Bis zum nächsten Mal, alles Liebe für dich!
More from Uli

Wieso du machmal dein Kind an die Wand klatschen könntest (obwohl du es liebst)









