So haben wir Familie und Beruf wirklich vereinbart

In dieser Q&A‑Folge des Gemeckerfrei‑Podcasts erklären die Gründer Uli und Bernd Bott, wie sie ihr Familienleben mit vier Kindern und ihre beruflichen Selbstständigkeiten so gestaltet haben, dass beides zusammenpasst. Sie beschreiben, dass sie von Anfang an beschlossen haben, ihren Alltag an die Bedürfnisse der Familie anzupassen, statt sich von gesellschaftlichen Systemen (z. B. Vorgaben zu Kinderzahl, standardisierte Betreuungsmodelle) einengen zu lassen. Praktische Entscheidungen – wie das Anstellen einer Reinigungskraft, der Kauf von langlebigen Bio‑Klamotten, die Nutzung von Gebraucht‑Autos und das bewusste Sparen – zeigen ihre finanzielle Priorisierung. Beide Eltern übernehmen flexibel alle Aufgaben (Kinderbetreuung, Hausarbeit, Arzttermine, Schul‑ und Kindergarten‑Engagement) und planen wöchentlich neu, um Aufträge und Fortbildungen mit den Bedürfnissen der Kinder abzustimmen. Sie verzichten bewusst auf lukrative Aufträge, wenn diese die Familienzeit gefährden, und setzen die Kinderbedürfnisse über das Einkommen. Aus diesen Erfahrungen entstand die Idee zu ihrem Unternehmen „Gemeckerfrei“, das aus der gemeinsamen Organisations‑ und Kommunikationspraxis hervorging. Abschließend betonen sie eine Haltung der Selbstbestimmung: Man soll sich nicht von äußeren Umständen begrenzen, sondern aktiv Ressourcen schaffen, Routinen anpassen und das Leben bewusst gestalten.
Chapters
Ihr fragt, wir antworten.
Ja, genau. Wir sind wieder mal in einer Q&A-Folge. Ja.
Und ich bin gespannt, über welche Frage wir heute sprechen. Und ich bin natürlich super gespannt, was, wenn du die Folge geguckt hast, deine Takeaways daraus sind. Also was lernst du daraus? Hilft dir das? Was? Also. Ja, was hast du mitgenommen? Weil das ist ja für uns gerade auch eine Premiere, dass wir so Fragen so beantworten. Und sind wir natürlich total neugierig, wie es bei dir ankommt.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Wir sind Uli und Bernd Bott. Wir sind Eltern von 4 Kindern.
Wir sind die Gründer von Gemeckerfrei. Wir sind mehrfache Spiegel-Bestseller-Autoren. Und du bist hier richtig, wenn du wie schon Tausende vor dir zu den Eltern gehörst, die wissen wollen, wie Elternsein heute wirklich geht. Die keinen Bock haben, die alten Erziehungsfehler sozusagen ihrer Eltern zu wiederholen, die aber auch keine Lust haben, ins Gegenteil zu schwenken und entweder härter zu werden, wenn deine Eltern eher laissez-faire waren, oder laissez-fairer zu werden, wenn deine Eltern eher autoritär waren. Die vielleicht auch zu den Eltern gehören, die diese ganze Gentle-Parenting-Bewegung eher kritisch betrachten und die einfach rausfinden wollen, wie Elternsein heute wirklich geht. Geht und worauf es dabei ankommt.
Ja, die nächste Frage auf unserem Fragenkatalog ist: Was war für euch der Gamechanger in Bezug auf euer Familienleben?
Hahaha. Was war der Gamechanger? Am Ende gibt es ja immer viele. Also am Ende ist ja immer, das ist ja immer wie so ein 1000-Teile-Puzzle. Ja, aus vielen Teilen zusammen besteht. Und ich finde trotzdem, dass es verschiedene Aspekte gab, die so richtungsweisend waren. Und ich würde sagen, dass einer dieser Aspekte war Dass wir schon sehr früh entschieden haben, dass unser Alltag zu uns passen muss. Ja. Also dass wir nicht von den Kindern oder von uns erwartet haben, uns in den Alltag zu zwängen, sondern dass wir schon sehr früh entschieden haben, dass unser Alltag Also dass wir einen Alltag brauchen, der zu uns passt.
Ja, und das war ja auch, das passt ja auch zu einer vorigen Folge, wo wir drüber gesprochen haben, wie wir uns kennengelernt haben, weil wir ja, weil was an uns ja äußerlich überhaupt nicht gepasst hat, aber innerlich ja gepasst hat, ist, dass wir eigentlich, du hast es da so schön gesagt, dass wir neue Wege gesucht haben. Also wir haben halt auch und wir waren halt beide nicht im System, also wir haben beide nicht in das System gepasst, wie man das so gerne nennt. Und das hat sich halt fortgesetzt. Also wir haben halt dann auch, wir wollten halt auch als Familie uns nicht von Systemen in irgendwas reinpressen lassen.
Und das waren so ganz viele Kleinigkeiten. Also wir hatten zum Beispiel, als unser ältestes Kind klein war, hatten wir bei uns im Ort so eine Krabbelgruppe und da waren halt dann Mütter dabei, die halt gesagt haben: Ja, ich weiß jetzt nicht, ob ob noch mehr als 2 Kinder— ob das irgendwie vertretbar ist? Ob das machbar ist? Ob wir das bezahlen können und so mein System sofort so brrr! Ich lass mir doch nicht von irgendwelchen— Also wenn ich 4 Kinder haben will, dann kriege ich 4 Kindern. Wenn ich oder wenn wir 4 Kinder haben wollen, dann kriegen wir 4 Kinder und das wird dann finanziell schon irgendwie funktionieren.
Aber jetzt nicht im Sinne von Wir kriegen dann Bürgergeld. Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Das muss man auch sagen. Wir kriegen das schon hin, wenn es weniger, 4 Kinder werden. Dann können wir das schon bezahlen, Uli.
Also ich komme nicht auf die Idee, meinen Geldbeutel darüber entscheiden zu lassen, wie viele Kinder ich kriege, sozusagen. Also das war so einer der Aspekte. Oder auch so dieses, nur weil wir dann irgendwie einen Garten hatten, haben wir nicht gesagt, also war das nicht so, dass wir gesagt hätten, ja, natürlich muss man den Rasen mähen und natürlich muss man jetzt die Büsche schneiden und natürlich muss man jetzt dies und das und jenes machen.
Und Blumen und da Blumen und sonst was.
Ja, sondern hatte halt so dieses, also wenn wir halt, dann war es halt irgendwie samstags und um uns rum waren alle irgendwie am Heckenschneiden und wir sind halt mit unseren Kindern auf den Spielplatz gegangen, waren halt 4 Stunden auf dem Spielplatz. So, dass so diese Nichtbereitschaft, uns, wie du das so schön gesagt hast, uns in Systeme zu pressen, dass das glaube ich war für uns Und auch dafür, dass wir gemeckerfrei entwickeln konnten, halt so ein wesentlicher Aspekt. Es war ja dann auch so, wir hatten, also ich meine, ich war Studentin, du warst Musiker, also wir waren sau jung. Also wir hatten halt echt nicht viel Geld, also wirklich richtig wenig. Und trotzdem war das so, dass wir halt gesagt haben, also wir brauchen jemanden, der uns sauber machen hilft, weil das kriegen wir halt, das macht nur Stress, wenn wir das selber machen. Und dann haben wir halt jemand gesucht, der einmal die Woche kam, 3 Stunden und da irgendwie geputzt hat. Und das hat uns halt mega geholfen. Und dann sind wir halt lieber, also natürlich sind wir nicht in Urlaub gefahren oder, also es gab Zeiten, da war ich die Frau mit dem roten Pulli, weil ich hatte halt irgendwie 2 Pullover und der eine davon war rot und den mochte ich von den beiden lieber und den hatte ich halt eigentlich immer an, wenn er nicht gerade nass war. Ich weiß, dass ich dann, haben wir halt Klamotten, Bio-Klamotten gekauft und das war, also da war halt jede Hose war quasi eine Investition. Also das war, da habe ich 3 Jahre überlegt, so ungefähr, ob ich jetzt eine neue Hose kaufe. Aber im Gegenzug haben wir halt unser Essen im Bioladen gekauft, weil das wäre halt jetzt Das war uns halt wichtig.
Oder Autos hatten auch nur halt irgendeinen Schrott, gebrauchten Schrott oder was die Verwandtschaft als abgestoßen hat oder so was. Das war alles halt nur.
Na also.
Ja, deshalb. Ich meine, wir hatten dann, wenn wir ein Tragetuch gekauft haben, haben wir ein richtig gutes, so was weiß ich, Kindersitze oder so was. Da haben wir dann schon immer, da hat man schon so ganz klare Prioritäten.
Ein Tragetuch oder ein kurzes, ein langes oder so. Also wir hatten jetzt auch nicht 17 Tragen oder irgendwie so was, sondern das war halt alles sehr— Also wir waren da schon sehr—
Wir hatten halt eine klare Präferenz. Also das war sehr effizient. Ja, wie für die Kinder haben wir total viel gemacht und sind auch irgendwo ins Schwimmbad gefahren, in Indoor-Spielplätze gegangen und so weiter.
Oder eine Stunde zum homöopathischen Kinderarzt, wo man 3 Stunden im Wartezimmer gesessen hat, bis man dran gekommen ist.
Genug, um eine Zusatzversicherung abzuschließen, kann man die auch nicht so bezahlen.
Damit man nicht davon auch noch arm wird. Ja, so, also das immer so den Alltag, also so ganz klar zu wissen, was uns wichtig ist. Also das glaube ich. Und da einfach keine Kompromisse einzugehen. No matter what. Also so, und wenn wir nicht wussten, wie wir es bezahlen, haben wir gesagt, es wird schon irgendeinen Weg sich geben. Also uns hat halt dann immer irgendwie funktioniert. Also das, das war so ein wichtiger Aspekt. Und dann eben, was auch, was auch das Arbeiten angeht. Ja, so, also nur um das noch mal so einzuordnen. Also unser ältestes Kind ist mit knapp 4 in den Kindergarten gekommen. Halbtagskindergarten. Halbtagskindergarten von 9 bis 12. Ja, und die anderen dann mit 3. 3,5, sowas. Und aber auch alle nur halbtags. Und es war eigentlich immer so, dass, also jedes Kind hat garantiert mindestens einmal in der Woche einen Zuhause-Tag gemacht. Also wir hatten eigentlich immer, waren Kinder auch zu Hause.
Also es war eigentlich später, als die alle in der Schule waren, war dann ständig, also das ist ja bei 4 Kindern, hast eigentlich keine Woche, wo nicht einer mal irgendwie krank ist oder so.
Oder halt gerade keine Lust hat oder einen Pausetag braucht oder weiß der Kuckuck. Whatever. So, also, und für uns, wir hatten auch keine Großeltern in der Nähe oder so, also die waren alle mindestens 600 Kilometer entfernt, 500, irgendwie so was noch weiter. Also wir waren da quasi auf uns gestellt, auch mit der Kinderbetreuung. Und wir wollten das halt miteinander hinbekommen. Also wir haben halt einfach entschieden, dass wir miteinander um unsere Kinder drumherum arbeiten, sozusagen. Und da war ein zweiter wichtiger Aspekt, den ich da noch mit reinnehmen würde, was für uns ein Gamechanger war, ist ein, oder was heißt Gamechanger, also der so ein Kriterium, das für uns halt relevant war, dass wir halt beide davon ausgegangen sind, dass wir außer Stillen beide bei alles können. Also dass wir halt, also es gibt nichts, also natürlich hat sich das so rauskristallisiert und natürlich war das so, dass manchmal die Kinder zum Trösten eher zu mir gekommen sind und zum Abenteuer erleben eher zu dir. Oder dass du den größeren Klamauk mit denen gemacht hast und ich mit denen mehr gekuschelt habe. Oder also jetzt, was weiß ich, so dieses Das ganze Baby- und Kindermassagen-Thema, das war schon meins. Das hast du, glaube ich, weniger gemacht. Aber, und so schlechte Witze erzählt hast erst mal nur du. Also so, so, und Fahrradfahren, glaube ich, haben die alle von dir gelernt und solche Sachen. Aber grundsätzlich waren wir so vielseitig oder haben uns auch gegenseitig da so vertraut, dass Ich konnte weg sein und du hast alles übernommen und du konntest weg sein und ich habe alles übernommen. Von Kinderarzt über Geburtstagsgeschenke, über Essen kochen, Wäsche waschen.
Das ganze Termin organisieren, dorthin fahren, Elternsprechtage, ganze Gedöns, Gerümpel.
Mal warst du Schulsprecher, also Schulelternsprecher in der Schule. Mal war ich im Vorstand vom Kindergarten und so. Also das haben wir einfach Da, da, das haben wir einfach dynamisch geguckt. Wer hat gerade wie viel, auch beruflich sozusagen? Wer braucht gerade wie viel Zeit und wer übernimmt was? Also so und so haben wir es halt dann auch. Also wir mussten, also ich habe das ja so ein bisschen ausgeholt, weil das ja quasi braucht, um zu verstehen, dass wir quasi, wir mussten quasi 24/7 die Betreuung unserer Kinder abdecken. Und wir wollten beide arbeiten.
Ja, und beide für die Kinder da sein. Genau.
Wir wollten beides. Genau. Und das hat halt dann dazu geführt, dass wir halt super flexibel— jetzt waren wir beide selbstständig, aber bedeutet, wir mussten halt super flexibel damit sein, wer wann sich wie um die Kinder kümmert. Und das hat dann zum Teil auch dazu geführt, als ich noch studiert habe für Ich weiß nicht, erinnerst du dich? Da warst du in der Musikschule. Dann haben wir uns, weil es halt vom Zeitplan nicht anders ging.
Du konntest diesen einen Stein nur irgendwie Montagabend um 19 Uhr machen oder was weiß ich. Das gab es immer nur da.
Wir haben uns auf halber Strecke an der Tankstelle mit den Kindern im Auto getroffen, weil egal welches Scheißwetter war, auch ich erinnere mich gerade an so ein Bild im Schnee.
Ja, wo ich voll pitschnass von dem Weg ins andere Auto.
Genau, wo wir uns an der Tankstelle getroffen haben, die Autos getauscht haben, weil in dem einen Auto halt die Kinder saßen. Und dann ist der eine nach Hause gefahren und der andere—
Du bist mit Uli gefahren und ich bin mit den Kids nach Hause gefahren.
Also total irre. Ja, also so, da haben unsere Kinder auch ein bisschen was mitgemacht.
Voll, ja.
Aber gleichzeitig hat es halt dazu geführt, dass wir halt ohne Fremdbetreuung da zurechtgekommen sind und das halt gewuppt haben. Und das hat aber auch dazu geführt, dass wir halt jede Woche neu geplant und überlegt haben: Kann ich den Auftrag annehmen? Kannst du da sein? Habe ich hier die Möglichkeit, diese Fortbildung dann vorzubereiten? Kannst du die Tage? Brauchst du was? Brauchst du was? Musst du für deine Gigs vorbereiten? Also so, das hat eine Menge Absprachen erfordert. Hat uns aber halt auch in der Kommunikation gehalten.
Ja, voll.
Ja, weil wir sind, das hätte nicht funktioniert, wenn wir nicht viel miteinander gesprochen hätten.
Ja, und es hat im Endeffekt dazu geführt, dass es jetzt Gemeckerfrei gibt. Also nicht nur inhaltlich, sondern ja auch, weil wir gesagt haben, okay, wie geil wäre das eigentlich, wenn wir jetzt, wenn die, weil also wenn man so Kinder in dem Alter hat, wo man so ständig ja damit auch was zu tun hat, ist das ja auch so ein gemeinsamer Brennpunkt, den man hat. Wo wir irgendwann so gemerkt haben, als die älter geworden sind, okay, unsere Nachbarn sind weg. Unsere Nachbarn waren ja, also wir waren ja, wir sind ja da so in so einem Wohngebiet gelandet, wo eigentlich alle älter waren. Oft ist es ja so, die sind alle gleich alt, weil die haben die Häuser zur gleichen Zeit gebaut. Das war da so und die waren eigentlich alle schon 20 Jahre oder 30, ich weiß gar nicht genau, ist auch egal, viel älter als wir. Die waren schon Richtung Rentenalter.
Ja, so die direkten Nachbarn.
Ja, genau.
War ein bisschen Straße weiter, waren auch jüngere und so, aber wir haben das Haus halt quasi dann, wir waren schon die zweite, dritte Besitzer-Generation in diesem Haus. Dadurch haben wir das halt bei denen mitgekriegt, dass die in Rente gegangen sind und sich halt zu Tode gelangweilt haben.
Flop, so ungefähr. Innerhalb von nach ein paar Wochen steinalt ausgesehen. Langeweile ohne Ende. Nur noch Zeit, sich drüber zu beschweren, ob wir die Straße sauber gekehrt haben und so weiter.
Ja, und dann haben wir gesagt, das passiert uns nicht.
Genau. Und dann haben wir gesagt, dann brauchen wir einfach was, was wir zu tun haben. Also was wir halt auch gemeinsam zu tun haben, weil wir gleichzeitig bei denen auch gemerkt haben, okay, die fallen halt auch als Paar auseinander irgendwie. Die haben sich jetzt nicht getrennt, dafür waren die alle zu alt, aber das ist so Ja, einfach so. Das war so, dass wir gedacht haben, das hat nicht Freude gemacht, die anzugucken. Das ist wie halt aus so einem Floatie, aus so einem Lufttier, wo du irgendwie den Stöpsel ziehst und dann geht so die Luft raus. Also eigentlich ist eher die Luft rein, weil viele auch zugenommen haben.
Ja, however. Jedenfalls war das halt so, dass wir gedacht haben, okay, das wollen wir nicht, dass uns das passiert. Und dann haben wir gesagt, okay, also diese ganze Nummer mit dem Gemeinsamen, also diese gemeinsame Orga und dieses Dinge gemeinsam gestalten, das haben wir halt über diese Jahre Jahre mit den Kindern halt extrem trainiert. Und das war dann halt am Ende der Grund, warum es heute Gemeckerfrei gibt.
Genau.
Ja, und ich würde aber noch einmal kurz eine Schleife kurz zurück machen, weil dieses den Alltag um die Kinder drumherum zu gestalten, da bin ich mir gerade nicht sicher, ob wir das groß genug gehighlighted haben. Also eben auch zu sagen, okay, klar geben wir alles, um interessante Aufträge anzunehmen, aber gleichzeitig hätten wir nie irgendwelche— wir hätten einfach keine Aufträge angenommen, wenn das bedeutet hätte, dass die Kids darunter gelitten hätten.
Ja, ich hatte zum Beispiel mal einen relativ lukrativen Auftrag für 5 Tage auf so einem Schiff. Mitzufahren und da Musik zu machen und so weiter. Und das habe ich halt nicht gemacht, weil das hätte einfach nicht funktioniert, weil das war bei uns halt nicht drin. 5 Tage komplett weg, weil dann kannst du ja—
dann hätte ich nichts, hätte ich meine Kunden irgendwie—
funktioniert einfach nicht. So Sachen haben halt nicht funktioniert.
Ja, oder jetzt, was weiß ich, als du hast ja auch, als dann immer so um die Geburten oder so, da hast du natürlich immer schon irgendwelche Wochenenden dir freigehalten. Aber dann hast du auch einige Auftritte, hast du abgesagt, weil halt Ja, dass die Hebamme gesagt hat, oh, das könnte gleich losgehen und so, und dann hast du halt Aufträge schon abgesagt und so, damit du halt da sein konntest und so. Also diese Bereitschaft, die Bedürfnisse der Kinder da höher zu ranken als auch unsere Karrieren sozusagen.
Ja, und auch unser Einkommen.
Und unser Einkommen.
Das war ja immer direkt korreliert mit dem Einkommen.
Ja, mit dem Geld, klar.
Okay, wenn ich am Wochenende nicht rausfahre, waren es halt x Euro weniger. Ja, genau.
Klar, logisch klar. Und das haben wir halt in Kauf genommen. Das haben wir halt. Das war für uns halt keine Frage. Und das hat uns nicht geschadet.
Nee, ganz im Gegenteil.
Ganz im Gegenteil. Und einen Gedanken hatte ich noch. Und genau, es war ja auch mit einer der Gründe, die auch zu Gemeckerfrei geführt haben, war ja, dass unser jüngster Sohn dann irgendwann mich ja immer so gefragt hat: Mama, bist du heute Mittag zu Hause? Und immer dann musste ich halt immer sagen: Nee, bin ich nicht. Und so. Das hat ja mit dazu geführt, dass ich gesagt habe, ich habe keine Lust mehr.
Weil das dann war so eine Zeit, wo du ja Montag bis Freitag eigentlich Fortbildungen gemacht hast, da warst du schon mehr weg als ich.
Ja, da war ich mehr weg als du.
Ich war halt dann am Wochenende weg, aber das ist natürlich nur 2 Tage.
Ja, genau. Und da halt einfach zu merken, dass da bin ich, das ist so entstanden und der Erfolg war ja irgendwie auch cool und das Geld war auch cool und so, aber dann halt zu merken, dass das halt einfach den Kindern nicht gut tut. Und dann eben sagen, okay, dann braucht's einfach eine neue Richtungsentscheidung.
Und dann haben wir den Pivot gemacht, haben halt beide unser Ding aufgegeben und was komplett Neues gemacht.
Ja, ohne dass es schon— also wir haben beides aufgehört, bevor das Neue funktioniert hat.
Wir hatten auch kein finanzielles Polster, überhaupt nicht.
Ganz im Gegenteil, Schulden ohne Ende. Ja, ja, ja, ja. Deshalb, das ist ja so noch als letzten Satz dazu, das ist ja immer das, weshalb Das legt ihr uns manchmal ja als großkotzig oder unverschämt aus, wenn wir den Glauben in dich haben, dass du dir unser Coaching möglich machen kannst. Dann hat es nichts damit zu tun, dass wir dich in den Ruin treiben wollen oder an dein Geld wollen, sondern es hat damit zu tun, dass unser ganzes Leben so funktioniert, funktioniert, dass wir Entscheidungen treffen für einen Weg, den wir gehen wollen, und das dann möglich machen. Und damit fahren wir seit über 30 Jahren gut. Und das ist das, was du von uns lernen kannst, auch zu sagen: Ich lass mich nicht von den Umständen— die Umstände bestimmen nicht mein Leben. Wenn ich was lernen will, lerne ich das. Wenn ich dafür Geld brauche, dann kreiere ich das.
Wenn ich ich mich verändern will, also mich nicht vom System da eingrenzen will, dann lasse ich mich da nicht eingrenzen, dann ändere ich was dran.
Und wenn ich jetzt zum Beispiel Teilnehmer habe, die sagen, ja, ich habe kleine Kinder und ich kriege das nicht hin mit Meditieren und Sport und weiß ich nicht und so, dann ist halt mein— und ich weiß, also ich habe früher auch dann meditiert beim Abspülen und so Sachen, weil ich halt wenig Zeit hatte und gleichzeitig halt zu sagen, ich lass mich davon nicht aufhalten. Wenn ich merke, dass ich Dinge in meinem Leben nicht tun kann, weil mein Alltag das gerade nicht hergibt, dann habe ich den falschen Alltag. Dann muss ich an meinem Alltag was verändern, damit ich das Leben leben kann, das ich leben möchte. Weil am Ende des Tages weißt du erstens nicht, wie viele Tage dir noch bleiben. Zweitens vergehen auch 70, 80 oder 90 Jahre am Ende so viel schneller, als du denken kannst. Und es ist einfach jeder Tag, den du nicht glücklich leben kannst, ist halt einfach ein vergeudeter Tag.
In diesem Sinne vielen Dank fürs Zuhören und wir gehen mal Mittagessen. Alles Liebe.
Alles Liebe. Tschüss.
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