So machst du dein Kind fit für die Zukunft - Podcastfolge 084

Uli Bott and his co-host explain how parents can prepare kids for an AI-driven world. They highlight three learning strategies: imitation, repetition, and variation. Four-year-olds building a makeshift hot air balloon shows how variation and enthusiasm spark real learning. Parents should be space-holders, not teachers, allowing boredom and unstructured time to develop the one skill machines can't copy: creative thinking.
Chapters
Und irgendwann kamen sie dann zu mir und haben gesagt, sie bräuchten also jetzt Kerzen und Streichhölzer.
Wir als Eltern haben die Aufgabe, den, den Raum zu halten.
Also Wissen braucht ein Kind nicht anzuhäufen. Es muss nur wissen, wo es Wissen findet. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemäcker frei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen.
In der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Genau. Cool, dass du hier bist. Ab heute auch im Videoformat. Genau.
Und mit einer Folge, die heißt: So machst du dein Kind fit für die Zukunft.
Genau, so machst du dein Kind fit für die Zukunft. Und es ist einfach so, wir wollen es mal beleuchten, was braucht es in unserer heutigen Welt eigentlich, um fit zu werden für die Zukunft. Also weil wir alle wünschen uns doch, dass unsere Kinder später, wenn die erwachsen sind, dass die ihr Leben meistern, dass sie selbstständig sind, dass sie selbstbewusst durchs Leben gehen, dass sie, was haben wir uns immer noch so gewünscht, dass sie ihr Ding machen können.
Ja, dass sie finden, ihre Passion finden und die leben. Dass sie in der Lage sind, auch Entscheidungen zu treffen über ihr gesamtes Leben und auch mal zu sagen, ich treffe eine neue Entscheidung, ich verändere was, ich mache was anders.
Und so, ja, aber natürlich auch, dass sie so in allen drei großen Lebensbereichen für sich halt auch erfolgreich sind, also dass sie wirtschaftlich unabhängig sind, dass sie uns irgendwann nicht mehr auf der Tasche liegen, ja, so, dass sie die Liebe ihres Lebens finden und dass sie sich in ihrem Körper wohlfühlen und gesund sein können, fit sind. Und halt so das Beste. Das war so das, was wir uns gewünscht haben. Und da einfach mal hinzugucken, was braucht es dafür eigentlich heutzutage? Also was kannst du eigentlich deinem Kind mitgeben? Oder wie kannst du es eigentlich dabei unterstützen, dass es in ferner Zukunft, je nachdem wie alt deine Kinder sind, ja, dass es halt in ferner Zukunft diese diese, also dass das für es möglich ist, dass es diese Attribute für sich finden und erlernen kann. Und ich weiß schon, wenn deine Kinder vielleicht gerade erst klein sind, dann erscheint einem das urweit weg. Und also da können wir jetzt wirklich so wie die alten Hasen eigentlich ein bisschen sagen jetzt.
Verflixt schnell.
Unser drittes Kind ist gerade 18 geworden. Also es ist echt, dass die Zeit vergeht wie im Flug.
Und ich will das kurz korrigieren, weil für die Männer, die zuschauen und zuhören, glaube ich, die machen sich diese Gedanken schon viel früher. Also das ist, weil ich weiß von mir und von vielen anderen Vätern, dass das eher der Bereich ist, in dem wir uns kompetenter fühlen und deswegen auch diesen Gedanken schon früher machen. Deswegen sind wir auch so am Spielplatz, die, die sagen, lass den da ruhig hochklettern, mehr als dass er sich mal einen blauen Fleck holt, kann nicht passieren, weil wir das so, so das Gefühl haben, wir sind eigentlich die Trainer fürs Leben und deswegen Kann das durchaus schon früher kommen. Nur was uns dabei noch wichtig ist, ist so ein kleiner Disclaimer. Es geht uns nicht um Leistung im herkömmlichen Sinne. Es geht nicht um gute Schulnoten, es geht nicht um Druck.
Das ist ja genau das, was ich, was wir eben auch gemeint haben. Lass uns doch mal hingucken, was braucht es denn da heute? Und wir wollen eigentlich einsteigen mit einer Geschichte von unserem Sohn, der eben gerade 18 geworden ist und die das so beispielhaft darstellt. Magst du sie eigentlich erzählen oder fängst du mal an eigentlich, oder?
Ich fange mal an. Du musst sagen, wie alt er war, weil ich weiß es nicht mehr genau.
Ja, da war er 4.
4 Jahre, genau. Also der hatte Freunde zu Besuch und wie gesagt, 4 Jahre, es war Sommer, es war schönes Wetter und die haben so gespielt bei uns im Garten und dann hatten wir auch so einen Hof und dann sind die irgendwann in den Hof gegangen, hatten ihren Schlitten. Ja, dabei, es war aber Sommer oder Frühling oder Herbst. Das war auf keinen Fall Winter. Aber bei uns war halt alles immer Spielzeug. Also bis auf so Bohrmaschinen und gefährlichere Dinge. Und dann hatten sie die Idee, einen Heißluftballon zu bauen. Oder sagen wir mal so, sie hatten die Idee zu fliegen.
Ich war da so mit dabei und habe, also es war so, dass die waren da so beschäftigt. Die haben diesen Schlitten in den Hof gefahren. Wir hatten da irgendwie gerade noch eine Baustelle. Dann haben sie sich, sind sie schon irgendwie gekommen und haben sich Plastiktüten geholt und Schnüre und Gummis und waren da irgendwie zugange und Regenschirme. Und irgendwann haben sie mich dann geholt. Ich habe erst so gedacht, ich habe die einfach machen lassen. Ich war glaube ich mit, ich war mit unserem Säugling damals beschäftigt und habe die einfach machen lassen, habe mich gefreut, dass die Spaß hatten. Weil das kennst du ja vielleicht, wenn Kinder so in diesem Feuereifer, wenn die mit Begeisterung bei der Sache sind und so voller Feuereifer und da einfach beschäftigt sind. Und dann kamen sie halt immer wieder, haben Tüten geholt, haben Gummis geholt, haben Schnüre geholt und Regenschirme. Und Irgendwann kamen sie dann zu mir und haben gesagt, sie bräuchten also jetzt Kerzen und Streichhölzer. Und ich so, was habt ihr vor? Und dann kam eben, wir wollen Heißluftballon fahren. Und dann habe ich gesagt, wie genau so? Und dann habe ich also Kerzen gepackt und Streichhölzer gepackt und bzw. denen gegeben und bin mit denen in den Hof. Und dann saßen die also zu dritt auf diesem Schlitten, haben 2 Regenschirme mit Schnüren an diesen, an diesem Schlitten befestigt und haben außen am Schlitten hingen lauter Säckchen mit Steinen und Sand drin. Also das waren die Plastiktüten. Und dann haben sie also vorne, haben sie so ein Holzbrett auf den Schlitten gestellt, da wo eben dieses, wo normalerweise keine Streben mehr sind quasi, ne. Und da sollten jetzt die Kerzen drauf stehen. Und dann haben sie den Regenschirm da oben drüber, also haben wir die Kerzen da drauf gestellt, angezündet, und dann haben sie den Regenschirm da drüber gehalten und und haben darauf gewartet, dass das Ding jetzt abhebt. Und es hat überhaupt nichts ausgemacht, dass das nicht tatsächlich abgehoben hat. Aber die saßen da drauf, bestimmt eine halbe Stunde und sind Heißluftballon gefahren und haben sich dabei erzählt, was sie alles sehen. Und ich bin nur auf der anderen, ich bin auf die andere Straßenseite rübergegangen, hatte den Johannes im Tragetuch und habe denen zugeschaut und war nur fasziniert. Also ich, das ist wirklich, hatte Gänsehaut beim Zugucken, weil es einfach so großartig war. Wie sie da, was da in ihren Gehirnen passiert ist, wie sie da gelernt haben und was sie gemacht haben. Und das war so einer der Momente, wo ich mich einfach gefreut habe, dass ich das Wissen dazu habe, zu verstehen, was da passiert. Und das wollen wir jetzt mit dir eben bisschen teilen, damit du in Zukunft solche Situationen auch noch mal aus der anderen Perspektive wahrnehmen kannst und eben erkennen kannst, wie da Lernen funktioniert. Funktioniert.
Und man nennt es ja Lernstrategien.
Genau.
Das ist jetzt so ein Fachwort, damit hauen wir mal hier um uns.
Genau, es gibt eigentlich 3 Lernstrategien, die für Menschen relevant sind. Das ist Nachahmen, da machen die uns einfach alles nach. Dann wiederholen sie alles irgendwie 1000 Mal. Und dann kommt eben die Strategie, die jetzt hier zum Einsatz kam.
Und das ist die Strategie von Variation, also variieren. Und das Variation zusammen mit Begeisterung befeuert das Lernen.
Was bedeutet denn Variation eigentlich?
Variation heißt, ich nehme Dinge, die ich vorher ja wiederholt habe oder nachgeahmt habe, und füge die zusammen oder verändere die.
Also ich füge, eigentlich bedeutet es ja genau, dass ich das Verändern ist wichtig, dass verschiedene Dinge, die du vorher gelernt hast, zusammensetzt zu etwas Neuem. Dass du verschiedene, also zum Beispiel eben zu sagen, ich kann Sand in Tüten machen. Das haben sie schon trainiert mit, ich mache Sand in Förmchen, ich mache Sand in Eimer. Und jetzt ist eine Variation von, ich mache Sand in Tüten.
Es ist sogar schon eine Variation am normalen Heißluftballon, hängt ja ein Sack aus Stoff. Und dann zu sagen, was nehmen wir da? Stoffsäcke haben die meisten Leute von uns nicht zu Hause rumliegen. Deswegen nehmen Sie halt Plastiktüten.
Ja, das ist ja eigentlich ein Korb dran.
Nee, als Ballast hängen die Tüten dran. Der Schlitten ist auch schon eine Variation. Genau, der zieht ja, also der ist schon geil, weil da muss man erst mal drauf kommen. Ja, das ist eben, dass der Schlitten der Korb sein kann im Heißluftballon.
Genau. Und dass der Regenschirm der Ballon sein kann und dass man dann auch zwei Schirme nehmen könnte damit. Also ja, und das die Kerzen quasi die Gasflamme darstellen. Also all diese Dinge sind Variationen und Variieren bedeutet eben, aus Dingen, die man schon kennt, was Neues kreieren, also irgendwie das anders zusammensetzen. Und wenn man jetzt zum Beispiel mal hinguckt an, was Steve Jobs gemacht hat, zum Beispiel als er den iPod erfunden hat. Ja, und es geht hier überhaupt nicht um Werbung für irgendeine Firma.
Ist aber unbezahlte Werbung.
Ja, genau. Also zu sagen, okay, also es gab gab dann schon Computertechnologie und es gab schon die Idee, tragbar Musik mit sich rumzutragen, oder wie auch immer. Genau. Und dann zu sagen, okay, das muss doch auch cooler gehen, das muss doch auch einfacher gehen. Und so ist sowas wie ein iPod entstanden. Oder auch noch viel früher, eine Glühbirne ist entstanden aus der Idee von, wir brauchen, wir hätten es gerne nachts hell, und Öllampen sind halt ein bisschen gefährlich, weil ständig irgendwelche Dörfer und Städte und Häuser abfackeln. Also wie kann man denn das Feuer anders, also wie kann man das Licht, das das Feuer macht, irgendwie geschützt zur Verfügung stellen?
Und dann gesehen, dass Elektrizität Funken erzeugt. Und dann zu sagen, okay, wo Funken sind, kann auch was glühen und so weiter und so fort. Oder das Elektroauto. Du sagst, da gibt es Batterien, es gibt Elektromotoren, es gibt Autos, die aber noch mit anderen Motoren fahren. Und so weiter. Da gibt es natürlich 100.000 Dinge aus der Erwachsenenwelt. Und wenn man sich dann aber diese Menschen anguckt, die so was entwickelt haben, dann haben die als Kinder eben auch schon so crazy Zeug gebaut.
Ja, weil du brauchst also das Gehirn des Menschen muss diese Fähigkeit der Variation entwickeln und das passiert eben im Kindesalter, um später diese Brücken bauen zu können. Und das ist eben, was wir versucht haben die jetzt auch aufzuzeigen, das, was Erfinder tun. Also von Edison zum Beispiel ist bekannt, dass der über 2000 Versuche gebraucht hat, bis diese Glühbirne funktioniert hat. Und da kommt der nächste Punkt mit rein, nämlich die Begeisterung. Der muss dafür gebrannt haben, im wahrsten Sinne des Wortes.
Er muss sogar der Überzeugung gewesen sein, dass es funktioniert.
Ja, auch wenn er noch nicht weiß, wie.
Auch wenn er sagt, es geht schief und es geht schief und ich weiß, das muss funktionieren. Und das ist dieses kindliche Dieser totale, und ich meine, wichtig ist natürlich, jetzt greife ich vielleicht ein bisschen vor, aber dass sich keiner einmischt an der Stelle, weil die haben das einfach weitergemacht. Und es war sogar vollkommen egal am Ende, die waren auch total happy, auch wenn das Ding nicht abgehoben ist.
Das hat überhaupt keine Rolle gespielt. Also es war überhaupt nicht relevant.
Das Ziel, also dieser Kalenderspruch, der Weg ist das Ziel, der stimmt da, den kannst du an solchen Beispielen nehmen.
Genau. Wichtig ist dabei einfach zu sehen, also noch mal kurz: Das Gehirn entwickelt sich nur, wenn es begeistert benutzt wird. Dann entstehen Synapsen im Gehirn, dann wächst das Gehirn. Deshalb ist es ja auch so sinnfrei, von deinem Kind Lernen zu erwarten, wenn es nicht, also zu erwarten, dass es was lernt, für das es nicht begeistert ist, weil da im Gehirn einfach nichts passiert. Und deshalb ist so wichtig, damit dein Kind für die Zukunft fit wird, um den Bogen wieder zu spannen, dass es eben lernt, zu variieren, begeistert zu variieren und da dranzubleiben. Weil das ist auch am Ende des Tages das Einzige, was dein Kind oder was unsere Kinder, wie sich unsere Kinder, wie wir Menschen uns über kurze oder lange Frist unterscheiden von Maschinen oder eben auch künstlicher Intelligenz, ne. Weil alle Jobs, die nur nachgeahmt und wiederholt werden müssen, die machen sowieso schon seit Jahrzehnten Maschinen. Und jetzt kommt eben noch dazu, dass durch die künstliche Intelligenz fallen noch mehr Jobs weg, die auch ein bisschen einen kreativen Anteil haben, sozusagen. Und jetzt geht es noch mehr darum, wenn du also deinem Kind die Voraussetzung mitgeben möchtest, dass es in der, in der Welt, in der zukünftigen Welt, in der es selbst erwachsen sein wird, dass es da in der Lage ist, was zu können, was die Welt auch braucht, was nicht schon Maschinen oder eine künstliche Intelligenz kann, dann geht es darum, dass du ihm das, dass du ihm ermöglichst, Variation zu lernen und eben begeistert zu sein. Und ich habe jetzt extra, ich habe kurz gestoppt, weil ich wollte beibringen sagen. Das ist natürlich nichts, was du einem Kind beibringen kannst, sondern das ist was, was natürlich in dem Kind angelegt ist und wo du aus dem Weg gehen musst, damit es das entwickeln entwickeln kann.
Und das ist total entscheidend, weil wir sind als Eltern nicht Lehrer. Also das Konzept Lehrer, wie wir es kennen, ist sowieso überholt. Das erzeugt kein Lernen oder Erfahren und selbst was entwickeln und mit Begeisterung was tun, wie wir es jetzt hier beschrieben haben und wie es eben notwendig ist eigentlich für die, für die jetzige Welt schon und für die Zukunft erst recht.
Weil man ja sehen muss, dass das Schulkonzept, und ich meine nicht Nicht umsonst gibt es, oder nicht von ungefähr, gibt es ja so viel Kritik am Schulsystem, weil das ja im Endeffekt immer noch das Gleiche oder sehr ähnlich ist, wie es halt mal entstanden ist. Ja, also das hat sich jetzt nicht so wahnsinnig weiterentwickelt. Da wollen wir jetzt aber nicht weiter drauf eingehen, sondern einfach nur zu sehen, dein Kind braucht für seine Zukunft andere Dinge als die, die du gelernt hast.
Genau, und wir als Eltern haben die Aufgabe, den den Raum zu halten. Und deswegen war das so gut, dass du gesagt hast, du bist auf die andere Straßenseite gegangen, ne. Und das war ja auch mit Kerzen und so, man darf ja dann auch bei Vierjährigen in der Nähe bleiben, ist jetzt ja nicht so, ne. Aber gleichzeitig eben zu sagen, okay, ich sag nichts, ja. Auch so dieses Ding mit, ne, was so schnell passiert, ja, mit dem Regenschirm funktioniert es nicht. Einfach nichts, ne. Am besten noch nicht mal denken, das können wir nicht immer unbedingt abstellen, aber einfach Sich raushalten, den Raum halten. Ja, das ist dabei wichtig.
Genau. Und verstehen, dass dein Kind muss nicht Wissen anhäufen, weil das kann Google wissen oder ja, alles andere, ja, Suchmaschine.
Ja, keine Werbung machen, auch wieder unbezahlte Werbung.
Also Wissen braucht dein Kind nicht anzuhäufen. Es muss nur wissen, wo es Wissen findet. Und dafür ist auch wieder die Fähigkeit der Variation wichtig. Und das können zum Beispiel unsere Kids einfach hervorragend, viel, viel besser als ich zum Beispiel. Ja, weil die wissen, welche Wörter müssen sie miteinander kombinieren, damit sie zu einem guten Suchmaschinenergebnis kommen. Und das ist auch wieder eine Folge dieser Fähigkeit zu variieren, ne. Und es muss in der Lage sein, das ist ganz, ganz wichtig, ja, dein Kind muss, um später in der Welt zurechtzukommen, in der Lage sein, eigenständig zu denken. Und dafür musst du aufhören, von ihm zu erwarten, dass es sein Gehirn ständig nur mit totem Wissen füttert oder dass es Dinge tut, wie du sie schon gemacht hast, weil das ist nur Wiederholen. Um zu wiederholen, muss man nicht eigenständig denken können. Erst zum Variieren braucht man die Fähigkeit, eigenständig zu denken. Und das bedeutet, dass wir aushalten müssen, dass die Kinder Lösungen finden, die anders sind als das, was was wir uns denken würden.
Genau, also zu dem eigenständigen Denken muss das grenzenlose Denken eben erhalten bleiben, weil das ist das, was, wenn wir uns einmischen, dann setzen wir diesem Denken Grenzen, völligst unabsichtlich.
Genau, weil das muss auch so sein. Alles, was die Kinder da tun, muss so sein. Also die müssen, das muss man eigenständig denken, bedeutet Probleme zu definieren und dafür eigenständig Lösungen zu finden. Und diese Lösungen, die da entstehen, die dürfen dich überraschen, die Die dürfen dich verwirren, die dürfen so sein, dass du sagst: Was ein Quatsch! Ja, die müssen dich irritieren, weil nur dann sind Lösungen, die über das, was du schon denken kannst, hinausgehen. Und nur so entsteht Fortschritt. Das ist— ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, diese Art von Heißluftballon zu kreieren. Im Leben nicht. Hätte ich mir nicht denken können. Und dann nicht frustriert zu sein, dass das Ding halt nicht tatsächlich fliegt. No way, no way, wäre für mich nicht möglich gewesen. So, also das noch mal zusammengefasst: Alle Lösungen, die deine Kinder finden, müssen von der Tendenz her so sein, dass du die nicht checkst, dass die dich irritieren, dass du nicht dran glaubst, dass du sie nicht verstehst, dass die ungewohnt oder neu für dich sind. Weil nur so entsteht Neues. Und jetzt ist einfach die Frage: Wie kommt ihr dahin, dass dein Kind diese Fähigkeit der Variation begeistert erlernen kann.
Und einer der wichtigsten Faktoren dafür ist Zeit, und zwar Zeit ohne Kalendereintrag und ohne irgendwelche Begrenzungen. Also wirkliche freie Nachmittage, freie Samstage, freie Sonntage, was auch immer, ja, freies Wochenende, einfach wo keine Termine sind, wo du nicht sagst, ja, jetzt ist aber 14 Uhr, ne, jetzt ist Fußballspiel oder was auch immer.
Ja, also, und auch eben mit dem, dass es kein Kalendereintrag ist, dass Freizeit kein Kalendereintrag ist, dass es nicht so ist, dass du sagst, okay, jetzt zwischen ab 15 Uhr nach den Hausaufgaben bis 16:30 Uhr zum Fußball oder zum Gitarre oder zu dies oder zu jenem hast du jetzt freie Zeit, sondern einfach zu sagen, okay, da sind Nachmittage freie Zeit, da ist, oder eben auch wenn dein Kind in der Ganztagsbetreuung ist, auch zu sagen, finde ich eine Betreuung, wo eben darauf beachtet wird, dass den Kindern Zeit geschenkt wird, ja, wo die Kinder wachsen können, ne. Also im Unterschied zum Großziehen, wo immer wenn du Angebote machst, wenn du sagst, jetzt lernen wir dies, jetzt machen wir jenes Projekt, jetzt machen wir noch das und jenes und so, dann ziehen wir in der Tendenz unsere Kinder groß, anstatt sie einfach wachsen zu lassen. Aber wir wissen ja schon von den Pflanzen, dass das Großziehen nicht funktioniert, sondern dass wir die wachsen lassen müssen, indem wir die geeigneten Bedingungen dafür schaffen. Und um dein Kind für die Zukunft fit zu machen, ist eine entscheidende Grundvoraussetzung, dass es wachsen kann, ist, dass du ihm Zeit schenkst. Und auch wenn du ein Kind hast, das sagt, aber ich will zur Gitarre, aber ich will zu Ballett, aber ich will zum Reiten, aber ich will, ich will, ich will, ne, dann hat es oft auch damit zu tun, dass das Kind noch nicht gelernt hat, mit sich mit sich selbst zu beschäftigen. Und dann gilt es auch, da in liebevoller Klarheit die Führung zu übernehmen und zu sagen, ein oder zwei Hobbys in der Woche sind einfach mehr als genug, und ich achte jetzt dafür, ich bin der Hüter über deine Zeit, ne. Das kann schon Zeit sein, wo die sich mit Freunden treffen, natürlich, in der, in der, also so dieser Kreationsmodus passiert oft mit anderen zusammen, aber Dann geht es einfach auch darum, den Raum so zu gestalten, dass du deinem Kind eben, dass du für dein Kind auch da Sorge trägst, dass du nicht zu jeder Hobbyidee Ja und Amen sagst, sondern einfach sagst, du, also wähl mal aus, du hast jetzt hier 5 Ideen, wähl mal eins aus oder wähl mal zwei aus und damit ist gut. Und dann gilt es natürlich, auszuhalten, wenn dem Kind langweilig ist. Weil erst durch das Durchschreiten von Langeweile kann die Kreativität geweckt werden. Da gibt es eine extra Podcast-Folge schon dazu, zur Langeweile. Die kannst du dir, wenn du willst, dazu noch anhören. Nur eben zu sagen, okay, wie kann ich Zeit zur Verfügung stellen, damit das Kind seine Begeisterung finden kann und eigenständig lernen lernt.
Und was auch noch dazu gehört, ist: Nimm Schule nicht so wichtig. Genau, weil Schule vermittelt, Uli hat schon gesagt, einfach totes Wissen. Und es ist jetzt aus unserer Erfahrung auch egal, in welcher Schulform und so weiter es gerade ist. Nimm es einfach nicht so wichtig. Ja, wenn deine Kinder in die Schule gehen, dann lass sie da das machen, was sie davon begeistert, was sie vielleicht gerne machen, aber Nimm da den Pressure raus.
Ja, vielleicht so, dass du sagst, okay, also die, da gibt's auch wieder schon Podcastfolgen dazu, ne, dass Schule die Verantwortung des Kindes ist. Einfach, wenn du einfach siehst, wenn du einfach verstehst, jede Zeit, die du von deinem Kind erwartest, dass es lernt oder Hausaufgaben macht, die ist höchstens dafür gut, nachzuahmen und zu wiederholen. Die freie Zeit, die dein Kind mit seinem, mit seiner Begeisterung füllen kann, die ist dazu gut, dass es diese Fähigkeit der Variation lernt und dass es eben lernt, dass es normal ist, für Dinge begeistert zu sein. Weil was wir zum Beispiel mit unseren Kunden gerade im VIP-Programm immer und immer wieder trainieren, ist erst mal wieder die eigene Freude zu finden, zu fühlen, was sie denn überhaupt begeistert, weil sie so weit davon weg sind, weil sie sich abtrainiert haben im Laufe der Jahre. Und wir stehen einfach dafür, oder wir, wir gehen dafür, dass unsere Kinder mit der ihnen angeborenen Begeisterung ins Leben starten und durch ihr Leben gehen können, weil wir felsenfest davon überzeugt sind, dass das, die Fähigkeit kreativ denken zu können plus die Fähigkeit begeistert zu sein in unserer heutigen und der Welt von morgen, die Zutat sein wird, die uns Menschen von Maschinen unterscheidet und die dazu beiträgt, dass unsere Kinder und eben dann auch deine Kinder ihren Platz in unserer Welt finden können. Und Wir freuen uns, wenn du mit uns diesen Weg gehst und deinen Kindern diese Voraussetzungen ermöglichst, weil wir es einfach so unfassbar wichtig finden.
Ja, das war ein Schlusswort. Vielen Dank fürs Zuschauen, fürs Zuhören und alles Liebe für dich. Bis zum nächsten Mal.
Tschüss.
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