Süchtig und dumm - was Zucker mit dem Gehirn unserer Kinder macht

Uli and Bernd Bott explain how sugar affects children's brains like cocaine, triggering dopamine surges that dull reward systems and cause lethargy and ADHS-like symptoms. Fructose and glucose metabolism leads to fatty liver, insulin resistance, and type 2 diabetes in childhood. Sugar hides in yogurt, smoothies, and breakfast cereals, but parents can retrain their kids' taste buds and boost focus by cutting it out.
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Ich glaube, wir müssen einfach mal ein bisschen über so ein provokantes Thema sprechen.
Ja, genau, weil die wenigsten würden ja so ihrem 8-jährigen oder 6-jährigen Kind so ein Glas Bier geben.
Wie, wann, wie jetzt, einfach so, oder wie?
Ja, meine ich. Oder willst du das machen?
Natürlich nicht. Also, wir haben kein Kind mehr in dem Alter, aber ja, also im Leben nicht. Würde ja noch nicht mal mir ein Glas Bier geben.
Das stimmt. Aber selbst wenn du Bier trinken würdest, selbst Menschen, die Alkohol trinken, geben jetzt einem 6-Jährigen. Also wir gehen mal davon aus, dass 99% der Menschen in Mitteleuropa jetzt so einem Kind in dem Alter keinen Alkohol geben.
Ja, absolut.
Und ja, auch nicht am Joint ziehen lassen oder so.
Ja, oder an der Zigarette oder so.
Ja.
Und das ist ja für uns, also in unserem Kulturkreis ist es ja komplett normal, dass man das nicht tut.
Genau, da würde jeder, der das hört, sagt irgendwie, das ist doch noch ganz richtig. Also wie kommst du auf so eine Idee?
Ja, wenn ich überlege, als wir in Indonesien waren, haben ja total viele kleine Kinder geraucht. Das fanden wir auch total abstrus.
Jedes Mal, das ist so, da hat man so ein kurzes Schockding, weil das ist so, ja, weil das so Voll.
Und gleichzeitig machen wir Eltern, wir Westler Eltern oder in unserem Kulturkreis oder wie die ganze Gesellschaft, die ganze Gesellschaft. Wir machen eigentlich das Gleiche. Ja, aber wir merken es nicht. Ja, weil genau genommen, wenn wir unserem Kind zum Frühstück ein Glas Orangensaft geben oder eine Schale Fruchtjoghurt oder Noch schlimmer Frühstücks-Cerealien, dann machen wir Cornflakes. Und aber auch das gute Bio-Crunchy-Sonstwie-Müsli ist an der Stelle nichts anderes, ja, als wenn wir dem Kind zum Frühstück ein Glas Bier hinstellen würden. Und ich weiß schon, dass Dass das nicht die Common-Sense-Meinung ist, und genau deshalb müssen wir drüber sprechen. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Wir sind Uli und Bernd, wir sind Eltern von 4 Kindern, Großeltern von einem Enkel, wir sind Spiegel-Bestseller-Autoren und die Gründer von Gemeckerfrei.
Genau, und bei Gemeckerfrei lernst du, wie Elternsein heute wirklich geht. Weil du bist hier richtig, wenn du keine Lust mehr hast auf irgendwelche 0815-Tipps, die am Ende sowieso nicht funktionieren, und stattdessen einfach lernen willst, von der Pike auf, wie Elternsein heute geht. Und wir sind total happy und glücklich, dass schon viele, viele, viele tausende Menschen mit Gemeckerfrei ihr liebevollstes und glücklichstes Familienleben erschaffen konnten, und freuen uns deshalb besonders, dass du heute hier bist.
Ja, und wir haben ja schon angefangen mit Joints und Bier und Zigaretten. Mal in eine ganz andere Richtung.
Nein, wir wollen einfach über Zucker sprechen.
Wir wollen über Zucker sprechen. Und es ist nicht dieses, es geht nicht darum, dass die Kinder ein Bonbon in der Apotheke kriegen oder Traubenzucker. Das ist auch blöd, aber es geht noch um viel mehr. Weil es geht, es ist viel fundamentaler und die Sache ist viel krasser und gefährlicher, als das gerade allen bewusst ist. Warum? Weil die Auswirkung sich erst in 20, 30 Jahren zeigt.
Zucker ist einfach die am meisten verkannte Droge unserer Gesellschaft. Ja, wir halten das für normal, dass Kinder mit Zucker aufwachsen und Dass, wenn man sich die— ist es dann die biologische Wirkung im Körper? Ich glaube, so würde man das nennen. Wenn man die biologische Wirkung von Zucker im Körper betrachtet, macht Zucker im Körper das Gleiche wie Kokain.
Ja, ja. Und es ist so krass, weil ich habe letztens einen Post gelesen von der Chefredakteurin einer großen Zeitschrift für Familien in Deutschland, die da drin geschrieben hat, dass sie ihren Kindern Traubenzucker mitgibt in die Schule für die Konzentration. Immer noch. Also ich weiß, dass das bei uns manchmal von meinen Schulklassenkameraden, meine Eltern haben mir so was nicht gekauft, aber weil es dafür kein Geld ausgeben wollten, aber die das auch dabei hatten und so. Aber das ist ja schon 100 Jahre her gefühlt, also 30 oder 40, aber Dass das immer noch so ist, wo ich mir denke, das müsste doch eigentlich schon jeder verstanden haben, dass das totaler Unsinn ist. Aber nein, anscheinend eben nicht.
Ja, und das Problem ist, dass wir selber so süchtig danach sind. Wir Erwachsenen sind selber so süchtig nach Zucker. Und da sprechen wir gleich auch noch ein bisschen drüber, wie das, wie diese Sucht entsteht, dass wir das nicht aus, also dass uns das so schwer fällt, deshalb den Zucker aus dem Leben unserer Kinder fernzuhalten, weil wir ihn ja auch aus unserem Leben nicht fernhalten wollen. Ich habe auch neulich einen Beitrag gelesen von einer, ich, irgendwo in Social Media. Ihr Kind hatte Geburtstag und hat irgendwie von jedem, an jedem Geschenk hing noch so eine ganze Tüte Süßzeug mit dran. Also so nach dem Motto, willst du, willst du vergiftet werden. Hier, bitteschön. Ja, und auf diesem Post gab es wahnsinnig viel Hate und so auch, weil, und das war so ein bisschen, dass ich gedacht habe, wir müssen über Zucker sprechen. Das ist einfach so wichtig, dass dazu mehr Wissen auch zu dir kommt, weil ich meine, ja, und ich, es geht nicht darum, dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Ja, also weil so dieses, ja, wir wissen alle, Zucker ist nicht gesund und so. Ja, aber vielleicht lass uns wirklich noch mal hingucken, was macht denn Zucker? Im Körper und vor allen Dingen, wo ist denn überall Zucker drin? Ja, also vielleicht gehst du, nachdem du diese Folge gehört hast, einfach mal an euren Kühlschrank, an das, was du üblicherweise einkaufst, und schaust einfach mal drauf. Wo sind diese ganzen Zucker versteckt und wo sind die überall drin? Da würde ich jetzt gar nicht so lange noch drüber reden wollen, weil da haben wir schon mal eine Podcast-Folge dazu gemacht.
Kannst du ja auch googeln oder bei ChatGPT rausfinden. Da fragst du ChatGPT: Sag mir mal alle Zuckerarten, die in Zutatenlisten vorkommen. Dann kriegst du die ganzen Begriffe. Das wäre jetzt hier, das würden wir ja auch noch vorlesen. Aber wichtig ist einfach zu wissen, dass wir an sich in einer Welt leben, wo wir, wenn wir uns normal ernähren und dann nicht ganz stark drauf achten, immer überzuckert sind. Ja, alle. Ja, auch wenn du sagst, ich esse keine Süßigkeiten. Es geht überhaupt nicht um Süßigkeiten. Die meisten Menschen essen schon viel zu viel Obst, ehrlich gesagt. Das hört sich komisch an, wenn man sagt, Obst und Gemüse ist gesund. Ja, Früher war das schon so, als es in Deutschland nur Äpfel gab, weil erstens und die halt nur immer in der Saison quasi, und die waren auch nicht so süß, wie sie heute gezüchtet sind und hatten dann auch nicht so viel Zucker. Aber die Zeiten sind vorbei. Du kannst nicht 4 Äpfel und 3 Bananen am Tag essen, zum Beispiel. Das ist einfach schon viel zu viel.
Ja, weil, und das würde ich jetzt gerade an der Stelle schon mal reinbringen, normaler Zucker besteht zur Hälfte aus Glukose und zur Hälfte aus Fruktose. Obst enthält Fruktose, Fruchtzucker. Es gab Zeiten früher, da hat man gesagt, Fruchtzucker ist der gesündere Zucker. Papperlapapp, Entschuldigung, ein Scheißdreck ist es, der gesündere Zucker, weil nämlich Fructose nur in der Leber verstoffwechselt werden kann. Und das führt dazu, dass schon kleine Kinder unter einer Fettleber leiden. Ja, früher hat man gesagt, eine Fettleber, das ist so eine Erkrankung, das haben alte Menschen. Und heute haben schon ganz viele Kinder das Problem, dass sie unter einer Fettleber leiden. Und das siehst du denen von außen überhaupt nicht an. Das kann sein, die sind total schlanke, zierliche, zarte Kinder, deren Leber aber aufs Doppelte— nein, doppelt nicht, keine Ahnung, die halt einfach verfettet sind. Ja, und das Problem bei der Fettleber ist ja noch ein ganz anderes. Ist ja nicht nur die Leber, die dann betroffen ist.
Nee, die Fettleber ist an sich, da beginnt Diabetes Typ 2.
Ja, die Fettleber, hört es noch mal ganz gut. Die Fettleber ist Was ist die Ursache für Typ-2-Diabetes?
Genau. Also Typ-1-Diabetes ist es da, das hat nichts mit der Ernährung zu tun.
Das ist einfach eine Krankheit.
Darüber sprechen wir nicht. Typ-2-Diabetes ist eigentlich dieser Altersdiabetes. Früher hat man gesagt Altersdiabetes, aber das ist der, den Begriff Alters muss man davon inzwischen weglassen, weil das schon 10-Jährige, 15-Jährige schon anfangen, darunter zu leiden. Und auch die führt zu Sehschwächen bis zur Erblindung, zu Amputationen und so weiter.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer.
Kein Spaß.
So, heute mussten Menschen, die irgendwie halt mit 60 Altersdiabetes gekriegt haben, die haben halt dann noch 10, 20, 30 Jahre mit den Folgen gedealt. Aber ein Kind, das schon Altersdiabetes hat mit 10, muss quasi sein ganzes Leben mit den Einschränkungen klarkommen.
Und das eben, das ist halt das Problem, ist, dass die Fettleber nicht diagnostiziert wird, weil bis sich das im Blut bis das im Blutzucker sich zeigt, ist es eigentlich schon zu spät.
Ja, da ist ja schon ganz viel kaputt gegangen. Und es kommt ja jetzt auch keiner so erst mal auf die Idee, bei so einem Grundschulkind oder bei einem Teenager da ständig den Blutzucker zu messen.
Hat ja auch nicht wirklich Symptome unter Umständen.
Ja, genau. Was ja dabei passiert, ist diese Insulinresistenz. Dass der, die Zellen werden quasi mit so viel Zucker überschwemmt, dass die irgendwann quasi Wenn man es mal ganz vereinfacht nur darstellt.
Also Insulin ist ja dafür da, ist quasi der Türöffner bei der Zelle, um die Energie reinzulassen. Das Insulin kommt zur Zelle, sagt: Hallo, aufmachen, hier kommt Energie in Form von Glukose. Ja, das ist eigentlich das, was Insulin macht. Insulinresistenz bedeutet, dass immer so viel Insulin da ist, dass die Zellen sagen: Ich mache dir nicht mehr auf. Das ist so, wie wenn quasi dauernd jemand bei dir Klingelstreich macht. Dann machst du auch nicht mehr auf, wenn der DHL-Fahrer deine geile Amazon-Bestellung bringt, weil du denkst: Leck mich doch am Arsch. So, ja, okay, ich wollte jetzt keine Werbung machen, aber das ist es. Das ist die Insulinresistenz.
Und dann verhungerst du quasi am gedeckten Tisch.
Genau. Und das passiert im ganzen Körper. Und das passiert ganz besonders schlimm im Gehirn.
Ja, ja, das. Und du kennst dich einfach von uns beiden da noch viel besser aus.
Deshalb würde ich einfach dir, Uli, ja, wenn das im Gehirn passiert, dann hast du Alzheimer. Ja, und das ist es. Das ist tatsächlich also diese, die Korrelation zwischen zu viel Zucker und Demenz und Alzheimer, die ist einfach bewiesen. Gleichzeitig ist es bewiesen, dass auch Menschen, falls du jetzt in der Verwandtschaft jemand hast, einen älteren Menschen, wo du schon merkst, der wird vergesslich, Wenn die komplett auf Zucker verzichten, also auch komplett auf alle Kohlenhydrate und ihre Ernährung komplett umstellen, ist es reversibel. Ist der Vorteil, dass das Gehirn immer plastisch ist, auch bei uns Erwachsenen. Aber bei Kindern ist, kann der, der Zuckerkonsum, wo das Gehirn sich ja noch entwickelt, bis wann entwickelt, wann ist es eigentlich wirklich fertig?
Ehrlich, das weiß ich gerade gar nicht.
Aber es geht ja bis ins Jugendalter oder bis ins Erwachsenenalter. Also natürlich sehr ständig noch so in einer, also Es ist immer plastisch, also auch mit, mit 40, 50 kannst du dein Gehirn wieder komplett regenerieren und so. Aber es ist bei denen, es ist ja nicht nur plastisch bei Kindern, sondern es ist ja eine Entwicklung, das ist ja noch mal ein Riesenunterschied, ja. Und Zucker erzeugt halt diese Proteine, deren Namen kann ich mir nicht merken, die sind diese Schmutzproteine im Gehirn, und die gleichzeitig quasi wie lauter ganz kleine Entzündungsherde wirken. Okay, und dann bilden sich halt keine Synapsen, weil dann ist ja dann Entzündung da, was ja einfach für den Körper ein anderes Problem darstellt, ne. Und das ist einfach, das führt dazu, dass tatsächlich der Zuckerkonsum in Kindheit und Jugend einfach deine, die Fähigkeit, sich zu fokussieren, wird schwächer ausgebildet. Die Fähigkeit, Ablenkungen zu ignorieren, wird schwächer ausgebildet. Das ist auch das, was man oft so diesem Zappeligen, was dann auch im Volksmund, sage ich mal, immer mit ADHS schnell mal gesagt wird, der kann sich nicht, ja, das ist also, ich will jetzt ADHS und so weiter, ist wieder ein anderes Thema. Darum geht es jetzt nicht.
Was du beschreibst, ist eine Zuckervergiftung. Diese Zuckervergiftung, das Zappelige, hat eine Zuckervergiftung. Das ist, du würdest dich, wenn du dem Kind irgendwie Alkohol gegeben hast und es liegt in der Ecke und schläft seinen Rausch aus, würdest du dich nicht wundern, dass das Kind schläft, wenn du dem Kind Zucker gibst, wunderst du dich am Ende noch, warum es danach zappelig ist? Brauchst dich nicht wundern, weil— und das ist eben nicht nur die Tüte Gummibärchen oder Schokolade, oder, sondern das ist irgendwie eben die super gesunden Crunchy von Bio sonstwie Müsli oder das Ketchup.
Oder Müsli-Riegel. Jeder Scheiß Müsli-Riegel ist totaler Mist. Ketchup, wie du sagst, zum Beispiel, ist auch egal, ob das vom Egal welche Firma, Marke, Bio, handgelutscht, Fairtrade, das hilft dabei nichts. Also und wir sind jetzt, wir sind, wir kaufen schon im Bioladen ein, da war die Hälfte der Sachen, die du da gekauft hast, abgelaufen und verschimmelt. Also wir sind da eigentlich, wir sind wirklich Fans davon, aber das ist bloß, weil es Bio ist, ist es nicht gesund.
Nein, absolut nicht. Und Smoothies, diese, diese Quetschis, dieses, also alles, was Obst in pürierter Form enthält, alles, was am Ende sogar noch Obst und Zucker enthält. Alles, was flüssig ist und süß schmeckt, ist einfach, würden wir einfach empfehlen, komplett vom Speiseplan zu streichen.
Und zwar auch die Dinge, die mit Stevia oder irgend so was gesüßt sind. Weil was total wichtig ist, ist, dass du auch den Geschmack der Kinder anders trainierst. Ja, dass man sich dran gewöhnt, dass man einfach Wasser trinkt, das nach nichts schmeckt. Ja, oder auch, dass man mal ein bisschen was Bitteres isst, dass man mal was bisschen Scharfes isst, dass man nicht, dass es nicht immer stark süß und stark salzig sein muss.
Weil das hängt ja auch wieder damit zusammen bei der Insulinresistenz. Also wenn der Insulinstoffwechsel austritt, wird der Salzhunger so groß. Also das hängt auch wieder, gehört auch wieder zueinander. Was mir noch wichtig wäre, dass wir da noch mal kurz drüber sprechen, und da würde ich echt deine Expertise anzapfen wollen, ist, dass du noch mal was zu Dopamin und Zucker sagst. Also was eigentlich mit den Hormonen und so was da eigentlich im Gehirn passiert, wenn, wenn wir Zucker essen.
Ja, weil da ist Zucker, und da ist es wirklich so wie Alkohol, wie Nikotin, wie Marihuana, wie alles, dieser ganze Schrott, sage ich jetzt ganz ehrlich, ist Zucker genauso. Was passiert ist, dass es eine Dopaminausschüttung erzeugt. Und Dopamin ist das Belohnungshormon. Das brauchen wir, weil das treibt uns an. Das ist schon, das ist vollkommen cool. Du spielst Mensch-Ärgerlich nicht, du gewinnst, du freust dich. Dopamin. Ja, du aber auch. Du machst Sport. Du schaffst heute 12 Liegestützen statt gestern 10. Du freust dich. Du schießt ein Tor beim Fußball, ist zwar schon fix und fertig, weil schon den ganzen Tag spielt, aber hat ein Tor geschossen. Zack, kommt wieder Energie. Dopamin. Ja, das ist die Belohnung für einen Erfolg. Wenn du jetzt aber durch den, durch den vielen Zucker, Zucker erzeugt diese Dopaminausschüttungen, was erst natürlich dazu führt, und das kennst du von Kindern natürlich, du sagst ja, du kriegst jetzt mal ein Stück Schokolade, 2 Minuten später willst das nächste. Ja, warum? Weil es der Körper, das System sagt einfach geil, gib mir mehr davon. So eine ganz normale, natürliche Reaktion von uns Menschen. Jetzt passiert es aber dauernd durch den Zucker, viel zu oft, als wir es eigentlich verkraften können. Und was passiert? Das ganze Belohnungssystem stumpft ab. Und das ist genau das, was bei Rauchern passiert, was bei Menschen, die zu viel Alkohol trinken— sie müssen noch nicht Alkoholiker sein, oder die Joint rauchen, was auch immer, scheißegal. Ich weiß es bei mir vom Rauchen auch, da habe ich das definitiv gemerkt, dass es eine ganz lange Zeit gedauert hat, bis ich wieder Erfolgserlebnisse hatte ohne eine Zigarette. Ja, und weil das ist, was man ja dann macht als Raucher, ist man sagt: Oh geil, jetzt raus! Das war ja cool, jetzt rauche ich eine. Und dann kommt auch das Dopamin, aber es ist dann immer wieder verknüpft, weil der Körper stumpft ab. Und das tut er mit Zucker genauso.
Ja, genau. Und das ist ja das, was dann dazu führt, dass Kinder lethargisch werden. Und das ist das, wo sich so viele ja immer aufregen, auch gerade bei den Jugendlichen, die dann immer nur noch im Zimmer hocken und nichts tun wollen und so, sie so lethargisch sind. Aber das hat eben damit zu tun, dass dieser, durch das, durch dieses, diesen Zucker, der Dopaminüberschuss im Gehirn eigentlich so groß ist, dass sie gar keine Produktion mehr stattfindet, weil die Abstumpfung so ist.
Dann müssen auch die Computerspiele immer krasser werden, weil du brauchst immer den höheren Reiz. Es passiert, keine Ahnung, wenn du jetzt Fußball spielst und du schießt ein Tor, das kannst du nie so, weil das schaffst du gar nicht, ne? Da ist es immer, du musst ja was dafür tun. Selbst wenn du ein, ich halte im Computerspiel für noch besser als für Zucker essen. Weil du musst was dafür tun und du wirst es nicht immer schaffen. Ja, das ist, wenn die Aufgabe schwer ist, dann ist das Dopamin ja verdient. Das soll ja nicht, du sollst ja Dopamin haben, das brauchen wir ja alles, mögen wir alle. Wir haben das auch, wenn wir jetzt mit dem Podcast fertig sind und es ist eine gute Folge geworden, dann geht es uns ja auch so. Das ist ja, das ist total cool. Aber du musst was dafür getan haben, nicht nur was gegessen.
Ja, wir müssen jetzt nicht anschließend sagen, jetzt haben wir den Podcast gemacht, komm, Stück Kuchen. Ja, genau, weil das wäre halt totaler Unfug an der Stelle. Ja, und was mir noch wichtig ist zu erwähnen, dass durch diese ganzen Mechanismen im Körper, also zum einen die Insulinresistenz, oder eben bevor dieses, dieses, was ja damit einhergeht, ist auch dieses Verlangen ständig nach mehr Zucker, ne. Also das ist ja zum einen wegen dem Dopamin, aber auch wegen dem Insulin und Und das führt einfach dazu, dass das ein nicht vom Kind gewollter, bewusster Vorgang ist, dass das Kind immer nur noch Süßes essen will. Also wenn du ein Kind hast, das nur noch Süßes essen will oder ständig nach irgendwas Süßem verlangt und eben gar nichts anderes mehr isst, dann ist dieser— dann hat das Kind das Problem, dass sein Stoffwechsel schon aus dem Tritt ist. Das ist nicht, weil das Kind irgendwie Weil, weil das irgendwie, weil das sonst wie ein Schlag oder irgend so was hätte oder einen komischen Geschmack hat, oder, sondern da ist einfach der Stoffwechsel aus dem Tritt. Genauso bei Kindern, die an der Kasse quengeln, dass sie jetzt noch irgendwas Süßes haben wollen. Die sind nicht unverschämt zu dir, sondern die sind wahrscheinlich gerade in diesem Unterzucker und brauchen wieder die Zuckertroge, um wieder ihr Level zu erreichen.
Und diese, diese Peaks werden ja immer schlimmer, je süßer das ist, was du was da gibt, dann hast du immer so einen Peak und der höhere Peak erzeugt wieder den stärkeren Abfall. Und so weiter.
Also wir würden einfach wirklich, und ich weiß, dass das in unserer Welt eine Herausforderung ist, das ist mir vollkommen klar. Und wir würden trotzdem empfehlen, Zucker und Zuckerersatzstoffe und alles, was Fruktose heißt, was Glukose heißt etc. pp., soweit es wie es irgendwie geht, vom Speiseplan zu verbannen.
Und dazu gehört auch, wenn du eine Salatsauce machst, da halt kein, auch kein Agavendicksaft, auch kein Honig. Mach halt einfach eine Salatsauce, die bisschen sauer schmeckt, und gewöhnt euch daran.
Und so in die Tomatensoße muss kein Süß, und in Weiß- Also überall einfach diese versteckten Süßungsmittel rauslassen, aber eben auch diese: Ich will meinem Kind was Gutes tun, ich bringe ihm eine Tüte irgendwas mit. Ja, nein, lass es einfach. Du tust ihm nichts Gutes. Du würdest ihm auch keine Flasche Bier mitbringen. Du würdest auch nicht mal eben schnell noch einen Gramm Koks besorgen. Das würdest du alles nicht tun. Behandle Zucker wie eine harte Droge und geh vielleicht erstmal selber in den Entzug und hör auf, dich selber zu vergiften. Und ich weiß, dass das möglich ist, ja. Ich, ich weiß, dass das geht. Ich war früher auch wirklich zuckersüchtig, ja. Ich, also wir, wir beide, ja.
Wäre ich früher Influencer gewesen, hätte ich eine Mars-, eine Kooperation mit dem Schokoriegel Mars locker gekriegt, so viel wie ich davon gegessen habe. Das war in jedem Geschäft, habe ich das mitgenommen und so weiter. Und jede, in jeder Bäckerei bin ich stehen geblieben und habe irgendwas gegessen früher. Und heute esse ich jetzt zum Beispiel gerade im Moment, ich esse noch nicht mal irgendwelche Kohlenhydrate, also gar nichts, null. Und es geht auch.
Ja, und das Spannende finde ich, dass wenn du es einfach eine Zeit lang machst, da war ich ja selber vor mir vor ein paar Monaten so, Da habe ich mich so gefreut oder war so überrascht, weil da sind wir. Es gibt hier so eine, hier bei uns um die Ecke gibt es so eine Bäckerei, Konditorei, die backen Kuchen und Torten und so Riegel, so komplett zuckerfrei und also schon mit so Xylit oder so was. Ja, also was einfach auf den Stoffwechsel eine andere Wirkung hat. Und dann waren wir abends mal da, sind wir da noch hingegangen und haben da ein Stück Kuchen gegessen und ich habe das allererste Mal in meinem Leben gespürt, nachdem ich die ersten 2 Bissen gegessen habe, was dann auch die letzten 2 Bissen waren, dass ich lieber noch mehr Salat gegessen hätte. Und du kannst deinen Geschmack da umprogrammieren, weg von süß hin zu herzhaft. Und es ist so eine Erleichterung, wenn du selber auch von diesem Insulin-Rush runterkommst, weil der Heißhunger verschwindet. Du kannst einfach ein-, zweimal am Tag was essen, bis bist dann super satt den ganzen Tag, hast nicht ständig irgendwelche Heißhungerattacken, hast nicht mehr diese Energiedips und lebst halt einfach ein viel aktiveres und gesünderes Leben. Und das ist, was die Folge ist, wenn du Zucker aus deinem Leben verbannt für dich und für deine Kinder. Und vielleicht als allerletzten Satz noch dazu: Das ist ja auch so, dass wenn du als Mama, als Papa da wieder den Weg vorausgehst, gehen auch da die Kinder wieder hinterher.
Und du hast mehr und länger was von deinem Leben.
Absolut.
Weil du hier fit bleibst.
Weil du wach im Kopf bist.
Und hier auch.
Ja, von dem her viel Freude beim Zuckerverbannen. Danke fürs Zuhören.
Dankeschön. Alles Liebe. Tschüss.
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