Tote Hose im Bett - der Beziehungskiller Podcast 204

In dieser Podcast‑Folge diskutieren Uli und Bernd Bott von Gemeckerfrei das Phänomen, dass etwa 30 % der Menschen unter 50 Jahren kaum oder gar keinen Sex haben – ein Zustand, den sie als „tote Hose im Bett“ bezeichnen und als Beziehungskiller. Sie erklären, warum fehlende Sexualität eine Partnerschaft in eine rein platonische WG‑Beziehung verwandelt und welche Folgen das für das emotionale Band, das Selbstwertgefühl und die Familien‑Dynamik hat. Die Hosts analysieren Ursachen wie eingeschlafene Berührungsgewohnheiten, Stress, Kinder‑ und Alltagsbelastungen sowie mangelnde Kommunikation. Sie betonen, dass beide Partner neue Fähigkeiten erlernen müssen: Männer sollten lernen, die Ejakulation zu kontrollieren, Frauen sollten lernen, ihre Orgasmusfähigkeit zu entdecken. Kommunikation über Wünsche, Grenzen und Ängste wird als Grundvoraussetzung genannt. Als zentrale Praxis stellen sie den „Slow Sex“ vor – eine von Tantra inspirierte, meditative Form von Sex, die auf Präsenz, langsamen Berührungen und gegenseitigem Führen basiert. Praktische Tipps umfassen Alltagsrituale (Küsse beim Aufstehen, Umarmungen, gemeinsame Duschen), geplante Intimitäts‑Verabredungen und das bewusste Wiederaufbauen von Körperlichkeit. Abschließend schildern sie die spirituellen und emotionalen Vorteile einer wiederbelebten Sexualität: gesteigerte Schöpferkraft, weniger Alltagskonflikte und ein tieferes Gefühl von Verbundenheit. Der Podcast liefert damit ein umfassendes Bild von Problem, Ursachen, Konsequenzen und konkreten Handlungsoptionen, um die „tote Hose“ zu reanimieren.
Chapters
Hast du gewusst, dass 30% der Menschen in Beziehungen quasi in einer asexuellen Beziehung leben, also so gut wie keinen Sex haben oder nur ganz, ganz wenig?
Ja, also ganz wenig heißt quasi einmal im Monat oder seltener. Und sind, na, da kommen Studien zufolge, und da ist ja auch immer die Frage, ob man in solchen Studien wirklich so ganz ob das genau das so sagt, wie es tatsächlich ist. Aber gehen wir mal davon aus, das stimmt. Also die Leute haben sich getraut, eine ehrliche Antwort zu geben. Und dann sind fast 30% aller unter 50-Jährigen, ja, die keinen oder seltener als einmal im Monat miteinander intim werden, um mal so dieses Wort zu benennen. Und das wollen wir in dieser Folge mal beleuchten wollen, da mal drauf eingehen, auch, ne, so diese, wo kommt es eigentlich her, womit hat es eigentlich zu tun, und was, was hat es für Folgen? Ja, was hat es für Folgen? Weil am Ende des Tages, also ich meine, der Unterschied zwischen einer Partnerschaft und einer Freundschaft ist einfach Sexualität. Also das, wenn du keine, wenn ihr keinen Sex habt, dann lebt ihr halt in einer WG, aber nicht in der Partnerschaft. Das ist einfach der Unterschied. Und in Sexualität liegt einfach so viel Gold für euch, für eure Beziehung, dass es einfach schade wäre, wenn ihr das verschwendet, sozusagen. Also wenn ihr eure Beziehung aufs Spiel setzt, also man kann es ja gar nicht sagen, weil eigentlich genau genommen ist die Beziehung ja schon keine Beziehung Beziehung mehr, wenn ihr keine Sexualität lebt. Das ist ja, und da geht es nicht nur um miteinander schlafen, sondern es geht ja auch viel weiter. Also es sind ja auch viele Paare, da ist auch so diese tägliche, dieses sich tägliche Berühren irgendwie eingeschlafen, dass das halt ganz normal ist, dass man nebeneinander lebt, sozusagen.
Ja, und halt nur noch, also platonisch, nur noch eine rein platonische Beziehung lebt. Und das ist halt nicht, so ist Beziehung nicht gedacht in unserer Welt.
Genau. Und wichtig ist mir jetzt an der Stelle, falls du betroffen bist, die Last, dir eine Last zu nehmen, weil da geht es jetzt nicht darum zu sagen, um Gottes Willen, ist es eure Beziehung, ist kaputt und weiß der Kuckuck, sondern es geht einfach nur darum, dass du mal dahin guckst und sagst, hey, Oida, kann doch so nicht bleiben! Also das war doch mal nicht die Idee. Ich wollte doch eigentlich— hab doch nicht— falls ihr verheiratet seid, ihr habt doch nicht geheiratet, um in einer platonischen Beziehung zu leben. Das, also das muss irgendwie anders werden. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie als Paar.
Und mit dir selbst.
Wir sind Uli und Bernd Bott.
Wir sind Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel, die Gründer von Gemeckerfrei, Spiegel-Bestseller-Autoren von 3 Büchern, und wir haben schon ganz viele tausend Menschen dabei begleitet, ihr liebevolles, gemeckerfreies Familienleben zu erschaffen.
Und wir freuen uns, dass du heute hier bist und uns zuhörst und dich dafür interessierst, Zum Thema Sex. Tote Hose im Bett. Wie geht's anders?
Ich habe jetzt das gesagt, was man sagen darf, aber nicht in den Titel schreiben darf. Wenn wir Sex in den Titel schreiben, dann wird die Folge nicht gut ausgespielt überall.
Genau. Also tote Hose im Bett und wie ihr das wieder verändern könnt.
Und was das vor allen Dingen halt für eine Wirkung hat. Also wir haben es ja genannt, der Beziehungskiller, weil es einfach wie wir jetzt ja im Teaser auch schon, also am Anfang schon drüber, wie du ja schon das so schön gesagt hast, dass du so viel verschenkst, erstmal so viel Tiefe und Verbindung, die möglich ist in der Beziehung, verschenkst. Und das ist halt auch ein Teil, der, wenn dieser Teil stirbt, ist es halt der ein Teil, der in der Beziehung schon stirbt. Das Gute ist, den kann man immer wieder reanimieren.
Das ist das.
Deswegen ist er eigentlich nicht gestorben, sondern nur eingeschlafen. Vielleicht sollte man es so nennen.
Ja, er ist eingeschlafen. Wenn man dahin kommt, dass man davon überzeugt ist, dass der wieder geweckt werden kann, weil ich glaube schon, wenn fast 30% aller Paare unter 50 nie oder fast nie miteinander intim werden, dann ist das schon an vielen Stellen mehr als eingeschlafen, weil das wird irgendwann eine Gewohnheit, dass man das einfach nicht mehr macht.
Ja, ich meinte, mit dem Eingeschlafen wollte ich auch nur die Hoffnung geben, dass man es immer wieder reanimieren kann. Das ist das Ding. Aber es ist natürlich so, wenn du das über Jahre sich so entwickelt und über Jahre so bleibt, dann geht es nicht von selber, dass du es einfach wieder anfängst.
Genau, und deshalb wollen wir dir eine Folge dazu schenken, wo wir so unsere, unseren Standpunkt oder unsere Meinung dazu mit dir teilen, um dich dabei zu unterstützen, dass du das wieder verändern kannst, dass du auch alleine anfangen kannst, da wieder eure Beziehung in eine andere Richtung zu lenken und aus eurer platonischen WG-Miteinander-Sein, eurem platonischen WG-Leben wieder eine Beziehung Beziehung machen kannst. Weil ich meine, wenn du hier bist, dann habt ihr Kinder, und die sind ja daraus entstanden, dass ihr miteinander Sex hattet. Und schau mal, was da für eine Kraft drin steckt, was das für eine gewaltige Energie ist, die da drin steckt. Und das gilt einfach für euch und für eure Beziehung zu nutzen, und zwar auf eine Art und Weise, dass es für alle von euch, für euch beide erfüllend ist. Und da kommt noch eine zweite Umfrage mit dazu, die wir mit euch teilen wollen, weil von 4 Frauen kommen 3 Frauen üblicherweise nicht zum Orgasmus. Das bedeutet, für 3 von 4 Frauen ist Sexualität an sich nicht erfüllend. Weil ganz ehrlich, wenn du keinen Orgasmus hast, dann ist es für uns als Frauen nie fertig. Es ist eigentlich wie so, der Kellner bringt dir ein leckeres Essen, tut es dir vielleicht noch einmal um die Nase, und dann nimmst du es wieder mit. Ja, genau. Oder wenn es noch mal, wenn es für dich gar, also wenn du als Frau Sex Sexualität als überhaupt nicht schön erlebst, dann ist es so, dass du vielleicht was bestellst, was dir üblicherweise vielleicht schmecken könnte, und es kommt verbrannt sozusagen. Also das ist, dass du dann keine Lust mehr darauf hast, das ist irgendwie vollkommen klar. Dass das der Mann dann auch keine Lust mehr darauf hat, ist auch vollkommen klar, weil das Erfüllende ist ja, also ein Teil von der in der Sexualität zu Erfüllung führt, ist ja, dass man sich dabei gegenseitig gut tut und was schenkt, ne. Und wenn, wenn du, wenn dir das nicht gefällt, was der andere tut, dann ist es ja auch für den anderen nicht erfüllend. Kann man das so sagen? Ja, so. Und deshalb muss das Ziel auch sein, dass du als Frau lernst, Orgasmen zu haben, dass ihr als Paar lernt, wie du als Frau Orgasmen haben kannst. Und gleichzeitig ist für den Partner überhaupt nicht so relevant, ja, zu ejakulieren.
Also eigentlich müssen— es ist quasi gegenseitig. Also in unserer westlichen Welt ist es für die allermeisten so, dass es eigentlich genau anders, dass eigentlich jeder genau das lernen muss, von dem, was er nicht gewohnt ist. Ja, also der, als Mann musst du an sich lernen, erstens mal nicht zu schnell zu kommen. Da werden jetzt viele wissen, ja okay, das ist generell ein Riesenthema, da gibt es auch 1000 Kurse, Anleitungen und sonst was dazu. Und sogar aus dem, aus dem Tantra raus, dem den Approach zu haben, sagen, ich komme überhaupt nicht zu einer Ejakulation, ich kann das zurückhalten, ja, und kann dadurch natürlich auch viel länger intim sein und habe damit die Zeit, die Ruhe und die Energie und den Fokus, die Partnerin dabei zu unterstützen, dass sie tatsächlich zum Höhepunkt kommt. Und das ist das Konträre.
Ja, genau.
Die Frauen müssen lernen, oder viele dürfen lernen, einfach überhaupt wieder so weit zu kommen.
Ja, also das Empfangen zu können, das Empfangen zu können, das auch zuzulassen.
Da muss man natürlich als Paar auch lernen, drüber zu sprechen. Ja, was will ich, was will ich gerade nicht. Das auch in Kauf nehmen, dass es manchmal weird ist, manchmal wird's lustig, und dann auch lustig wird, und dann vielleicht auch dann mal wieder vorbei ist, wenn man einfach irgendwie raus, wenn man zu viel reden musste gerade. Kann halt passieren. Das aber alles, wenn man das, das rausnimmt, worüber wir gleich noch sprechen wollen und jetzt nicht teasern will, dann geht auch das, weil dann ist der Raum dafür da.
Genau. Und die Einladung ist quasi Sexualität als Paar, gerade als reiferes Paar, wenn ihr halt schon länger als ein Jahr oder zwei oder drei zusammen seid, noch mal neu zu zu lernen. Also das ist ja bei vielen Paaren so, wenn, ne, am Anfang ist man vielleicht sehr verrückt nacheinander, aufeinander, dann kommen vielleicht irgendwann Kinder, dann ist man in dieser Kleinkindphase und mit Stillen und was weiß ich und schläfst nicht, und da ist es halt einfach vielleicht auch mal weniger. Und dann geht's halt darum, eine neue Form von Sexualität miteinander zu erlernen, und dann geht's genau darum, was der Bernd gerade gesagt hat, dass wir gegensätzlich das lernen, was wir beide eigentlich nicht können. So diese, ja, dass es am Ende die Erfüllung darin steckt, wenn er lange Zeit genau auf diesen gerade kurz vor, vor dem Samenerguss sich da so drauf tanzen kann, weil das ja auch für euch Männer besonders erfüllt ist, und gleichzeitig damit halt so dieses gemeinsame Spiel entsteht, wo, wo du als Frau dann eben dich tatsächlich in den Orgasmus reingeben kannst, und, und da so sehr loslassen kannst und dich so hingeben kannst, dass du dann diese Glücksexplosion im Hier und Jetzt erleben kannst. Und wenn ihr jetzt gerade an dem Punkt seid, dass ihr gar keinen Sex habt, dann ist das nicht das, wo du jetzt heute Abend hingehst und sagst, übrigens, das machen wir jetzt so, jetzt zu, und ich gebe mich jetzt hin, sondern das natürlich eine Reise, das ist natürlich ein Weg, den ihr dahin gehen dürft. Und da geht es natürlich darum, erstmal zu sprechen, erstmal zu sagen: Du, können wir mal irgendwie— komisch, dass wir gar nicht mehr oder selten— und ich würde es gerne wieder lernen, können wir das irgendwie anfangen zu lernen? Also darüber ins Gespräch zu kommen, wieder mit diesen Alltagsberührungen zu starten, das wieder zur Normalität zu machen, dass ihr euch küsst, wenn ihr aufwacht, dass ihr euch küsst, bevor ihr einschlaft, dass ihr euch küsst, wenn ihr euch verabschiedet, dass ihr euch in der Küche begegnet und euch mal in den Arm nehmt, dass ihr euch mal unter der Dusche trefft, whatever, ja, dass ihr diese Körperlichkeit einfach wieder anfangt zu eurer Normalität zu machen und dass ihr dann anfangt, drüber zu reden und auch drüber zu reden, was Will ich eigentlich? Was tut mir gut? Was tut mir nicht gut? Na, bin ich eigentlich verspannt, während wir intim werden, wenn es noch manchmal passiert, weil es mir einfach überhaupt nicht gut tut, weil ich mich gar nicht gesehen fühle, weil ich mich nicht— weil ich das Gefühl habe, es geht nur darum, dass der andere schnell fertig wird, oder mache ich mir Druck, um irgendwas hinzubekommen oder nicht hinzubekommen?
Ja, will ich irgendwie performen, was auch immer. Und da kann sein, dass ihr die ersten Abende nur drüber redet.
Ja, das ist wunderbar, weil es geht einfach bei Sexualität überhaupt nicht um Leistung. Es geht nicht darum, wer kommt jetzt wie zum Orgasmus. Es geht nicht um Technik, sondern es geht um Präsenz, es geht um Spüren und es geht um Verbindung. Und das neu zu entdecken und Ja, am Anfang, wenn man so frisch verliebt ist, dann, dann ist da einfach viel Anziehung und viel sexuelle Energie vielleicht auch, und dann lebt ihr das in dem Moment. Und wenn ihr dann ein reiferes Paar seid, dann geht es einfach darum, dieses Verliebtsein, dieses Knistern, diese Erregung auf dem Fundament von einer tiefen Liebe zu entwickeln. Und da geht es auch darum, sich da rein zu verlieben, dass sich natürlich im Laufe der Jahre wir Menschen auch verändern. Ich meine, wir sind über 30 Jahre zusammen, also wir sehen ja heute nicht mehr so aus wie vor 30 Jahren, und wir finden uns aber trotzdem noch mindestens so attraktiv wie vor 30 Jahren.
Und das ist auch eine, also das ist sowohl bei dem Blick auf dich selbst einfach eine Entscheidung, das zu mögen, und auch beim Blick auf den anderen.
Ja, weil natürlich, also ich meine, ich habe voll die Schwangerschaftsstreifen, ich habe natürlich nicht mehr so einen flachen Bauch, wie ich mit 18 hatte. Ich auch nicht. Also das natürlich, also ich meine, das wäre ja auch komisch, wenn des Lebens keine Spuren hinterlassen hätte, und es trotzdem zu mögen, oder gerade deshalb anziehend zu finden, erotisch zu finden, sich da reinzugeben. Und dann kann es sein, dass es eine, ein Ansatz gibt, über den wir gleich noch kurz sprechen wollen, der euch dabei helfen kann.
Und das ist der Slow Sex oder langsamer Sex, nennt man so. Und das ist inspiriert durchs Tantra, aber in die— also Tantra ist an sich was total Extremes, und das ist jetzt auch, kann man auch machen, aber das ist jetzt was sehr, das ist ja schon eine eigene Lebensphilosophie quasi wieder, aber halt Dahin zu kommen, okay, es geht erstmal überhaupt nicht, es hat kein Ziel. Ja, genau, das ist ja auch, was wir jetzt schon so gesagt haben, ne. Erstmal fangen mit den Berührungen wieder an, fangen erstmal an, wieder Körperlichkeit, Intimität zu leben, auch im Alltag. Heute, was nicht immer gleich heißt, nackt ausziehen und ins Bett hüpfen, ja, einfach auch küssen, berühren, ja, nah sein. Und wenn man dann aber sich dafür Zeit nimmt, also da geht's aber auch darum, man kann sich auch dafür verabreden, also das solltet ihr sogar, weil erstens mal, wenn Kinder habt, geht es sowieso nicht anders. Dieses spontan, wir sehen uns und jetzt nachmittags um 3 können wir mal irgendwie eine Stunde Sex haben, das ist ja für die meisten Menschen im Alltag schwer realisierbar. Und wenn, dann ist mal gut, dann kann man die Chance ja nutzen. Aber in Wahrheit verabreden wir uns quasi dafür und das ist auch total gut. Das muss überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, gerade wenn ihr es wieder beleben wollt, ist diese Verabredung total wichtig, weil sich jeder darauf einstimmt. Und sich dann einfach in Präsenz und in Ruhe füreinander da zu sein und überhaupt nicht das Ziel zu haben, wir müssen noch nicht mal wirklich miteinander schlafen, wir müssen einfach nur uns berühren, uns anfangen zu küssen, uns wieder mal eine gewisse Erotik und Erregung wieder aufzubauen.
Ja.
Und es auszuprobieren und immer wieder drüber zu sprechen und auch mal zu lachen. Oh, das klingt jetzt irgendwie so, sorry. Auch wenn man tollpatschig ist dabei noch, ja. Das ist, vergesst mal alles, was ihr auch aus den Filmen kennt oder so was, weil das ist ja eh nur gefaked.
Totaler Unfug.
Das ist alles totaler Unfug. Kein Mensch hat solchen Sex.
Ja, und es ist auch, weil der Bernd das gerade gesagt hat, mit dem euch dafür verabreden, das hilft halt auch total, wenn ihr vielleicht unsicher seid, euch zu begegnen. Weil wenn ihr das lange Zeit nicht oder wenig gemacht habt, dann traut man sich vielleicht gar nicht, den anderen anzugraben, sozusagen, ja, also zu zeigen, dass man jetzt gerade Lust hätte. Und da einfach, wenn ihr euch dafür verabredet, dazu verabredet, dann ist einfach diese Barriere schon mal genommen, sozusagen. Und dann zu sagen, okay, lass mal ausprobieren, lass uns mal Lass uns mal ausprobieren. Und Slow Sex ist Meditation in Bewegung. Das ist eine Liebespraxis, die Körper, Herz und Seele miteinander vereint. Das ist einfach was, was total Schönes. Und dann geht es eben darum, achtsam und präsent im Hier und Jetzt zu sein und den anderen zu berühren und zu merken, wie reagiert er denn darauf. Und dann geht es natürlich auch darum, wenn der andere dich berührt, dass du ihm die Chance gibst oder ihr die Chance gibst zu erkennen, ob dir das gefällt. Ja, um da, und da muss man nicht tausend drüber reden, das kann man mit Atem oder so ganz gut steuern, dass das, dass der andere ein Feedback kriegt, eine Rückmeldung kriegt. Weil wenn du da liegst wie so ein Fisch, wie so ein toter Fisch, und der andere gibt sich irgendwie an dir irgendwie. Das ist irgendwie halt skurril, aber weil, wenn du dir das wie ein Tanz vorstellst, du kannst kein Paartanz machen, wenn nur einer tanzt. Du musst dich mindestens führen lassen und dich in die Führung hineinbegeben. Und das ist auch was, worum es beim Sex geht, beim Slow Sex geht, dass du dich in die Führung des anderen hineinbegibst und dass das so ein Miteinander wird, dass mal der eine mal der andere führt. Und da geht es nicht um Performance, sondern es geht um Präsenz, es geht um dieses Miteinander im Moment sein.
Weil das ist das, was dabei, was Sex an sich erzeugt. Das ist eine der, in Wahrheit ist eine der einfachsten Möglichkeiten, im Hier und Jetzt zu sein.
Ja, und da finden dann auch für die Frauen die Orgasmen statt. Du kannst keinen Orgasmus haben, wenn du im Kopf bist. Du kannst nicht explodieren, orgasmisch explodieren, wenn du zumachst, wenn du Erwartungen hast, wie der andere, wo der andere jetzt was, wie tun soll. Das funktioniert nicht. Orgasmen passieren im Hier und Jetzt, in der Hingabe. Und dadurch entsteht, wenn ihr das langsam macht, wenn ihr euch Zeit nehmt dafür. Und dann kann es auch sein, dass das jetzt, je nachdem wie viel Zeit ihr halt auch habt, aber dann kann sich das auch über Stunden hinziehen. Wenn man das nimmt, noch mal hinzufügt, was du vorher gesagt hast, dass es beim Mann nicht darum geht zu ejakulieren, dann könnt ihr Männer ja auch ewig sozusagen. Und bei der Frau geht es genauso, wenn ihr das miteinander hinbekommt, dass du quasi immer und immer wieder auch auf dieser Kante zwischen kurz vorm Orgasmus bist, dann wird es einfach, also über einen langen Zeitraum, sehr, sehr, sehr erfüllend für euch beide. Ja, und das ist Slow Sex, das ist die Begegnung, die dann passiert.
Ja, das ist eine wahnsinnig tiefe spirituelle Verbindung miteinander.
Ja, und damit nährt ihr eure gemeinsame Schöpferkraft. Und das ist das, was dann alles Weitere in eurem Alltag befeuert. Weil wenn ihr gestern so ein Erlebnis miteinander hattet, könnt ihr euch heute nicht anmeckern wegen einer Spülmaschine oder irgend so was. Das geht einfach überhaupt nicht, weil ihr halt eine andere Form von Verbindung habt. Würden wir euch ans Herz legen. Also, wenn man es noch mal zusammenfassen kurz: Geht nicht— geht darum, sich nicht damit zufriedenzugeben, dass Sexualität aus dem Leben verschwunden ist, sondern das anzufangen, das wieder neu zu lernen.
Und Sex ist kein Leistungssport, es geht nicht darum, irgendwie zu performen, sondern es geht darum, in die Verbindung zu kommen, in die Präsenz, ins Hier und Jetzt.
Ja, und dann könnt ihr Slow Sex ausprobieren, weil das bringt die Liebe zurück in die Sexualität und die Sexualität zurück ins Herz. In diesem Sinne, viel Freude beim Ausprobieren.
Ja, wirklich. Und vielen Dank fürs Zuhören und Zuschauen.
Alles Liebe, tschüss, bis zum nächsten Mal.
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