Tschüss Hausaufgabenstress - Podcast 175

This content was created by Uli Bott. This content was uploaded by Uli Bott. This is a German-language YouTube podcast episode titled "Tschüss Hausaufgabenstress - Podcast 175" (created 2025-04-03) featuring hosts Uli Bott and Bernd Bott from Gemeckerfrei. The episode is a conversational, parenting-focused discussion about reducing homework and learning stress: why it arises, shifting expectations, handing responsibility for homework back to children, celebrating mistakes and fostering a growth/error culture, promoting intrinsic motivation and efficiency, and keeping the parent–child relationship central. The hosts introduce themselves as founders of Gemeckerfrei, mention their books and coaching work, and include listener calls-to-action (subscribe/review).
Chapters
Die Hausaufgaben sind ja das Feedback für den Lehrer, um zu erkennen, ob die Kinder das, was der Lehrer im Unterricht erklärt und vermittelt hat, auch verstanden haben.
Dass wir Mitarbeiter brauchen, die in der Lage sind, Fehler zu machen und mit den Fehlern dann nicht sich irgendwie unter die Decke zu verkriechen, sondern zu sagen: Geil!
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Schön, dass du hier bist. Wir sind Uli und Bernd Bott.
Wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern und Enkeln, Opa von Opa und Oma. Ach was, ich war ja, ja, ja, Großeltern von einem Enkel, wollte ich sagen.
Genau, und der ist so süß. Oh ja, genau.
Nun, der ist noch ganz klein.
Ja, genau. Und wir sind, außerdem haben wir schon mehrere Bücher veröffentlicht, 4 genau, 3 davon sind Spiegel-Bestseller. Und wir haben, das ist noch viel wichtiger, wir haben mit tausenden Eltern gearbeitet, denen wir mit unserem Konzept dabei helfen konnten, oder die wir dabei unterstützen konnten, ihren liebevollen, ja, gemeckerfreien Familienalltag zu erschaffen und die Fähigkeit zu liebevoller und klarer Führung zu entwickeln.
Ja, und die sich jetzt miteinander einen— nicht nur, ich finde immer liebevoll ist wichtig, und ich finde auch wichtig, dass sie sich einen friedlichen Familienalltag geschaffen haben. Der wirklich einfach friedlich ist, in dem alle Emotionen da sein dürfen.
Genau. Und heute wollen wir mal über ein Thema sprechen, das vielen von euch immer und immer wieder auf der Seele brennt, und zwar über Hausaufgaben, Hausaufgaben und Lernstress.
Ja, also eigentlich haben wir extra das sogenannte Tschüss-Hausaufgaben-Stress.
Genau, weil es ist möglich, dass du mit diesem Thema so entspannt wirst, dass du dich deshalb nicht mehr stressen musst.
Genau. Und zwar jetzt nicht, jetzt nicht für alle, die jetzt denken, jo, jetzt erzählen die wieder, wir sollen uns abmelden oder auswandern oder so. Nein, also das könnt ihr natürlich auch machen. Das ist vielleicht auch eine gute Idee. Aber jetzt da, das keine Sorge, das wird jetzt nicht die Pauschallösung werden.
Genau, sondern es geht darum, wie kannst du in deinem Alltag den Stress aus diesem Hausaufgabenthema rausnehmen, wenn du eben gerade in dem System bist, wo dein Kind, deine Kinder zur Schule gehen, wo Hausaufgaben euer tägliches To-do sind sozusagen, wo ihr damit ständig und immer wieder konfrontiert werdet.
Genau, und dir halt tatsächlich das an die Hand geben, dass du die Macht hast, da dran was zu verändern. Und deswegen bleib jetzt dran. Genau, also hallo, ganz kurz zwischenrein, ne, wir haben festgestellt, bei diesem Podcast sind die meisten unserer Zuhörer und Zuseher, ganz genau gesagt sind es 74% der Zuschauer und Zuhörer sind nicht Abonnenten unseres Kanals oder des Podcasts. Und deswegen will ich dich jetzt bitten, wir würden diese Zahl gern auf unter 50% senken und dafür brauchen wir deine Hilfe. Also geh jetzt kurz, wenn du auf YouTube bist, musst du einfach nur unter dem Video auf Abonnieren klicken. Ansonsten in der Podcast-Plattform, wo du gerade bist, sei so nett und lass uns ein Abo da. Wenn du nach der Folge begeistert bist und sogar noch Zeit hast, freuen wir uns auch noch über eine Bewertung, am besten natürlich mit 5 Sternen. Und damit hilfst du uns, dass wir diesen Podcast weitermachen können, dass wir euch weiter hier coole Themen bringen können, und unterstützt damit die Gemeckerfrei-Mission, die Welt für Kinder schöner zu machen. Vielen herzlichen Dank und jetzt viel Spaß weiterhin mit dieser Folge.
Um mal zu gucken, wie du den Hausaufgabenstress loswirst, müssen wir als Erstes mal gucken, wie da überhaupt Stress entsteht. Warum gibt es überhaupt Hausaufgabenstress?
Weil Eltern das Gefühl haben, sie müssten sich darum kümmern, ob die Kinder das machen. Jetzt mal ganz grob gesagt.
Ja, und weil Eltern und Kinder unterschiedliche Erwartungen haben daran, wie, was wann gemacht wird.
Vielleicht sogar ob.
Ja, wie, wann, was, ob das gemacht wird. Und immer wenn unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallen, entsteht Konfliktpotenzial. Und immer wenn Konfliktpotenzial entsteht, entsteht gleichzeitig in vielen von uns Stress, weil wir wollen es ja gerne friedlich, harmonisch, liebevoll. Wir wollen eigentlich nicht mit unseren Kindern kämpfen. Wir wollen nicht mit denen streiten. Am liebsten hätten wir, dass die nach der Schule nach Hause kommen und sagen: Mama, Papa, ich mache schnell meine Hausaufgaben. Sich hinsetzen, das machen, fertig, aus die Maus. Und das ist nur ja in der Regel nicht unbedingt die Realität, sondern in der Regel sieht das eben anders aus, dass Wir glauben mir was anderes, glauben, was und wie Kinder an der Stelle funktionieren müssten. Wir hatten letztens im Coaching eine Teilnehmerin, die eben auch sich an dem Thema schon seit Jahren immer wieder die Zähne ausbeißt. Die Kinder sind mittlerweile schon in weiterführenden Schulen und es stresst sie immer noch. Und Weil der Sohn halt in ihren Augen faul ist. Auch hier wieder unterschiedliche Erwartungen. Nur jetzt kannst du das natürlich auch einfach drehen und kannst sagen, der ist ja nicht faul, weil der kommt gut mit, der tut nur nix. Und dann ist er nicht faul, sondern ist einfach effizient. An vielen anderen Stellen finden wir Effizienz mega wert. Also keiner von uns würde jetzt die, also würde jetzt also vorausgesetzt oder für den Fall, dass du noch Wäsche bügelst, würde doch niemand die Wäsche bügeln, anschließend auf den Boden schmeißen, drauf rumtrampeln, sie dann wieder in die Waschmaschine schmeißen und halt noch mal den ganzen Prozess tun. Und so fühlen sich mitunter Hausaufgaben oder Lernen für Kinder an, die halt schon verstanden haben, um was es da geht. Also das ist mal so der erste Dreh zu sagen, wechsel doch mal die Perspektive. Wenn dein Kind mit Schulthemen eigentlich gut klarkommt, aber halt in deiner Welt oder für deine Wahrnehmung faul ist oder zu wenig tut, dann einfach zu sagen, der tut gar nicht zu wenig, die tun nicht zu wenig, der ist nur effizient.
Ja, ja, das ist mal so als ein, ein schon mal schneller. Absolut.
Ja.
Und keiner muss ja das ausmaximieren. Also das ist ja nicht, der hat später kein besseres Leben, bloß weil er sich jetzt von, wenn er zwischen 2 und 3 oder selbst zwischen 3 und 4 so locker mitkommt, ohne was zu tun, hat er kein besseres Leben, wenn er sich jetzt die Zeit opfert oder wenn du ihn dazu zwingst, dass er jetzt auch zwischen 1 und 2 kommt.
Das ist ja, was uns einfach klar sein muss, ist, dass dieses Bewertungssystem, das in Schule benutzt wird, grundsätzlich unmenschlich ist, ne? Weil Menschen zu bewerten, Leistung zu bewerten in besser oder schlechter, und da ist vollkommen egal, ob es Punkte sind, ob es Blümchen sind, ob es Noten sind, es ist vollkommen wurscht. Bewertungssysteme sind immer eindimensional, die werden nie der Vielschichtigkeit von Menschen gerecht, und deshalb sind sie in gewisser Weise immer unmenschlich. Und das muss man sich einfach bewusst machen. Und viele Eltern, mit denen wir sprechen, und das war früher auch eine meiner Hauptmotivationen, ja, mir ging es nie darum, dass unsere Kinder irgendwie gut sind in der Schule, aber was mir voll den Schmerz bereitet hat, ist, wenn ich einfach Sorge hatte, dass die Kids, ich dann selber, dass die demotiviert sind, dass die frustriert sind, dass die selber nicht gut damit umgehen können, wenn sie es nicht hinbekommen. Also wenn sie dann schlechte Bewertungen, schlechte Noten kriegen, wenn, wenn sie Ärger in der Schule kriegen, was auch immer. Also ich, da haben sie mir einfach, da hat mir immer so mein Herz geblutet. Ja, vielleicht kennst du das auch. Und da wollen wir einfach, weil solange deine Kinder in die Schule gehen, kannst kommst du dieser Bewertung nicht aus. Wir haben selbst an freien Schulen gibt es Formen von Bewertung. Das ist, du kommst, also ich, wir haben mit den 10 oder 11 Schulen, die unsere Kinder ausprobiert haben, haben wir kein, wir haben nichts gefunden, wo man wirklich dauerhaft dieser Bewertung auskäme.
Ja, geht ja nicht, weil die sich ja an die ganzen Regeln halten müssen, an die Gesetze und so weiter. Und das heißt, früher oder später kommen da auch diese Bewertungen einfach mit rein.
Genau, und was wir dir eben mitgeben wollen, ist, dass du lernst oder dass du einen Weg findest, wie du deine Kinder darauf vorbereitest, dass Versagen, also eine schlechte Bewertung bekommen, nicht schlimm ist. Und da hat der Bernd eine Geschichte für euch.
Ja, weil was wir nämlich nicht haben, und das, da haben wir so eine geile Divergenz, bevor ich zu der Geschichte komme, die wirklich gut ist, Wir haben da eine krasse Divergenz, weil alle möglichen Personalabteilungsleiter, heißt es so, ja, HR-Leute, whatsoever, auch Unternehmer wie wir es sind und so, werden dir sagen, dass wir eine Fehlerkultur brauchen, dass wir Menschen brauchen, dass wir Mitarbeiter brauchen, dass wir Teammitglieder, was ich eigentlich lieber dazu sage, brauchen, die in der Lage sind, Fehler zu machen und mit den Fehlern dann was zu machen. Was das Wichtige natürlich ist, nicht sich irgendwie unter die Decke zu verkriechen und loszuheulen, sondern zu sagen: Geil, Fehler, jetzt weiß ich, was ich besser machen kann. Und das ist es, was, was fehlt in den Schulen, ist diese Fehlerkultur. Und da habe ich ein geiles Beispiel von Sarah Blakely. Britische Unternehmerin, ich glaube britisch, die die Spex-Unterwäsche erfunden hat, diese für Frauen ohne Naht und so, diese unsichtbare Unterwäsche. Genau, unsichtbare Unterwäsche. Und jetzt hat sie irgendwelche Heels entwickelt, die angeblich bequemer sind. Kann ich nicht beurteilen, weil ich noch nicht mal normale angezogen habe bisher. Genau. Und ihr Vater hat was gemacht mit ihnen. Immer am Abendessentisch hat der gesagt: Was hast du heute für einen Fehler gemacht? Und der hat so lang, ist den Kindern so lang bisschen auf die Nerven gegangen, bis die gesagt haben: Ja, das und das. Und dann hat er das gefeiert. Dann hat er gesagt: Boah, cool, dass du den Fehler gemacht hast. Was könntest du denn daraus gelernt haben? Was wäre denn das, was du das nächste Mal machst?
Was machst du das nächste Mal anders?
Ja, was? Was kannst du daraus ziehen? Wie kannst du damit besser werden? Und damit hat er ihr beigebracht, Fehler zu wollen. Direkt. Also, und der Witz ist, das passiert nicht. Man macht dann nicht absichtlich Fehler, weil das ist das, was, wo wir die menschliche Natur verstehen müssen. Die menschliche Natur will nichts falsch machen. Nur den Mut zu haben, was zu machen und was auszuprobieren, also zu experimentieren und sagen, okay, in Kauf zu nehmen, dass es dabei— Experiment heißt in Kauf nehmen, dass es schiefgeht, und in Kauf nehmen, dass es vielleicht funktioniert. Und wenn du sogar in die Naturwissenschaft gehst, sind ganz viele Entdeckungen dann durch Zufall entstanden. Sie haben nach was ganz anderem experimentiert, dann ist was schiefgegangen. Oh, das ist ja auch cool. Und haben was ganz Neues dabei entdeckt. Also das ist Experimentieren, das ist Fehlerkultur.
Von Thomas Edison gibt es das Beispiel, dass der über 2000 Versuche gebraucht hat, bis er die Glühbirne so entwickelt hat, wie er sie dann entwickelt hat. Und das hat bedeutet, dass er 1999 mal Fehler gemacht hat und bereit war, weiter daran zu arbeiten, obwohl es wieder schiefgegangen ist. Entschuldige.
Ja, ich glaube, es waren sogar 10.000. Ist ja egal, die Zahlen variieren. Was er gesagt hat, was ein geiles Zitat ist, dann zumindest wird es ihm zugeschrieben. Vielleicht hat es auch später jemand erfunden. Was er gesagt hat, ist: Ich habe nicht 2000, ich habe nicht die Glühbirne erfunden, oder ich habe nicht den Weg gefunden, wie es funktioniert. Ich habe 1999 Sachen gefunden, die nicht funktionieren. So ist es manchmal. Das ist jetzt eine sehr hohe Zahl. Der hat das natürlich nicht alleine gemacht.
Der hat auch schon Mitarbeiter.
Egal. Aber das ist es. So funktioniert es in Wahrheit. Elon Musk, dem explodieren ständig irgendwelche Raketen und das sagt er auch. Okay, ist halt dumm, kostet viel Geld. Ja, schöner ist natürlich, wenn es funktioniert. Aber wir haben wieder was draus gelernt.
So, und jetzt einfach noch mal zurück. Wenn du dein Kind dafür feierst, wenn es Fehler macht. Wenn du dein Kind dafür feierst, dass es Dinge ausprobiert und jetzt zum Beispiel zu sagen, es hat eine Schularbeit, also eine Prüfungsarbeit, heißt Schularbeit, heißt Schularbeit, Klausur, das heißt überall anders. Also hat so ein Ding und hat gesagt für sich, ich will jetzt mal ausprobieren, was ich da hinbekomme, wenn ich nicht extra dafür lerne. So, und jetzt kommt's, macht das, kommt wieder, hat eine 5, und du feierst es dafür, dass es diese 5 hat und dass es den Mut hatte, das auszuprobieren. Und in der Folge verliert dein Kind seine Angst vor Fehlern, seine Angst vor negativem Feedback, seine Angst vor negativer Bewertung. Und natürlich kannst du dann weitersprechen, sagen, okay, also geil, dass du dich das getraut hast, das auszuprobieren. Ist jetzt eine 5 rausgekommen oder eine 6? Dann, okay, hm, ist das das, was du in Zukunft haben möchtest? Oder wie hättest du es denn, was könntest du denn daraus lernen? Die Frage zu stellen und dann mal gucken, was das Kind darauf antwortet, und dann geht ihr eben damit. Also es geht nicht darum, dem Kind zu sagen, ja, ist ja alles scheißegal, und dann schreibst du halt nur noch Sechser, und dann fällst du halt immer durch. Also das ist, oder interessierst dich überhaupt nicht mehr dafür, also soll das Kind sich halt nicht mehr für Schule interessieren und soll es halt durchfallen. Also das ist nicht gemeint, sondern gemeint ist, du gibst die Verantwortung an dein Kind ab, du feierst es für Misserfolge und hilfst ihm zu erkennen, wie es ein Misserfolg beim nächsten Mal in den Erfolg verwandeln kann.
Weil was du damit machst, was das Ergebnis davon ist— aber Achtung, das Ergebnis braucht ein paar Jahre, muss man dazu sagen— das Ergebnis ist, dass du Kinder bekommst und damit junge Menschen und junge Erwachsene damit ins Leben begleitest, die aus sich heraus, wenn sie es wollen und sich dafür entscheiden, eine schon fast brutale Leistungsbereitschaft haben. Ja. Weil jetzt, wenn wir das Beispiel weitermachen, sagt der: Na, ich finde das Fach aber blöd, ich habe eine 5, ich mag da nicht viel lernen. Okay, mit gar nichts tun habe ich eine 5 gemacht. Beim nächsten Mal hocke ich mich am Tag vorher 2 Stunden hin und dann schaue ich mal, ob ich eine 4 kriege. Und vielleicht reicht es, oder er findet die 5 so blöd, macht dann beim nächsten Mal viel mehr und tariert sich damit aus. Und das ist zum Beispiel bei mir eine der wichtigsten Sachen, die ich in der Schule gelernt habe, ist diese Effizienz auf den letzten Drücker. Ich habe meine Hausaufgaben, wir mussten immer Hausaufsätze schreiben, die habe ich immer in der Nacht vorher gemacht. Ungefähr 22:30 Uhr, nachdem ich noch ferngesehen habe, habe ich angefangen, den zu schreiben. Morgens früh um 6 war der fertig und ich hatte meistens eine 2 in diesen Aufgaben.
Also die Effizienz, aber eben dieses, was wir immer fördern wollen als Eltern, oder was ich, was wir dir an die Hand geben wollen, was es zu fördern gilt, ist die intrinsische Motivation. Also dieses, okay, ich habe Fehler gemacht, ich habe gemerkt, da passiert nichts Schlimmes, ich kann selber entscheiden, mag ich das so weiter, mag ich das nicht so weiter, bin ich bereit, die Konsequenz zu ertragen. Also wäre ich im schlimmsten Fall bereit, zum Beispiel die Klasse zu wiederholen, wo ja jetzt auch nichts dabei ist, ja, nur das Kind muss halt, oder der Jugendliche muss für muss ich halt entscheiden, will ich das oder will ich das nicht. Wenn ich das nicht will, weil ich von meinen Freunden nicht weg will, dann muss ich halt einen Weg finden, wie ich halt zumindest das Klassenziel schaffe. Und wenn ich als Eltern die Fehler feier und gleichzeitig mich unterstützend anbiete dazu, dass ich da bin, um zu helfen, wie kannst, was kannst du aus dem Fehler lernen, wie kannst du es anders machen, dann steigert das die intrinsische Motivation Motivation. Und über diese intrinsische Motivation, das ist das, was der Bernd eben gemeint hat, da wächst dann bei Themen, die diese Menschen interessieren, die Leistungsbereitschaft, weil die genau wissen, wie sie sich selber führen und steuern können, weil die nicht davon abhängig sind, Dinge zu tun, weil du gesagt hast, jetzt muss das getan werden.
Ja, und im Endeffekt lernen die auch, wenn sie es eben selbstständig erfahren dürfen, lernen die auch dann mal, das ist ja auch so oft so ein Argument, dann lernen die ja nie, dass man mal was tun muss, was man auch nicht so geil findet. Doch, das lernen die dabei eben schon.
Und eben nicht nur, weil jemand hinter ihnen steht mit der Peitsche und sagt, du musst jetzt aber.
Genau, sondern weil sie einfach sagen, okay, das ist zwar Mist, das ist Latein, weiß nicht, ob man das heute noch machen muss, aber ist egal. Ich stehe auf einer 4,5, ich muss jetzt, muss ich eine 3 kriegen, dass ich das Jahr schaffe. Also wird jetzt eine Woche reingeklotzt, und das tun sie dann auch aus einer Motivation.
Absolut. Und ich habe vorher in einem Nebensatz, und da habe ich schon mal erwähnt, und ich will es jetzt noch mal highlighten, zu sagen, okay, Schule ist der Tanzbereich, ist der Verantwortungsbereich deines Kindes. Das ist nicht dein Verantwortungsbereich. Und Schule macht das mittlerweile immer wieder so, dass, also zumindest hören wir das immer wieder und haben das auch so erlebt, dass Lehrer quasi aus ihrer eigenen Überforderung heraus Aufgaben, die eigentlich in die Schule gehören, sozusagen an die Eltern versuchen outzusourcen. Und das musst du nicht mitspielen, na, einfach.
Ja, also auch wenn schon Lehrer in den— ich kann mich schon an erste Elternabende, an diese Elternabende vor der Einschulung, wo Lehrer schon gesagt haben, also bitte sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder die Hausaufgaben machen, wo ich sage, Ja, ich gucke natürlich bei einem Erstklässler, dass der da mal so dran denkt. Aber wenn ich merke, dass dieses, jetzt kommt mein Lieblingsbeispiel, dieses Schultüten ausmalen, was sowieso total, kann mir keiner erklären, dass das irgendwie Sinn macht für irgendwas. Also kann man ja freiwillig aufgeben, aber gut. Und wenn ich halt merke, das quält das Kind, dann sage ich zu dem Kind, dann gehst du da morgen hin und sagst, ich habe nur so viel ausgemalt. Oder ich habe eine einfarbige Schultüte gemalt.
Auch da schon wieder, auch schon in der ersten Klasse den Mut zur Lücke, den Mut zum Fehler zu trainieren und eben nicht per se alles mitzumachen. Und eben die Verantwortung für die Hausaufgaben liegt beim Kind. Also achtet darauf, dass Hausaufgaben nicht dazu dazu führen, dass die die Beziehung zwischen dir und deinem Kind beschädigen dürfen, weil das ist es nicht wert.
Ja, das ist so schade, das wäre einfach so schade.
Ja, es ist nicht wert. Und die Hausaufgaben sind der Verantwortungsbereich deines Kindes. Du kannst immer wieder nachfragen, kannst sagen, wie sieht's aus, hättest du gerne meine Unterstützung? Klar, bei einem Erstklässler, einem Zweitklässler, der gerade das lernt zu tun, kann man sich sich mit dem zusammen hinsetzen. Wir haben dann oft einer von uns hat irgendwas selber gechannelt oder geschrieben, irgendwas gemacht, eigentlich oft auch was Handschriftliches, sich daneben gesetzt und gesagt, okay, wenn du Hilfe brauchst, dann sag Bescheid, einfach so, um im Fokus zu unterstützen.
Weil das war jetzt für mich das Spannende eigentlich, dass sie schon natürlich lernen, sich dann mal hinzusetzen und da vielleicht konzentriert was zu arbeiten. Da haben wir dafür halt für das Umfeld gesorgt. Quasi, aber nicht die Hausaufgaben mit den Kindern gemacht oder die irgendwie dann kontrolliert oder dann nachgerechnet und gesagt, das stimmt nicht, das musst du nochmal rechnen. Dafür ist ja der Lehrer da.
Die Hausaufgaben sind ja das Feedback für den Lehrer, um zu erkennen, ob die Kinder das, was der Lehrer im Unterricht erklärt und vermittelt hat, auch verstanden haben. Wenn du zu Hause die Hausaufgaben kontrollierst, dann hat der Lehrer gar nicht mehr die Chance, das Feedback aus seiner Hausaufgabe zu ziehen. Und in der Regel werden die Hausaufgaben dadurch immer schwerer und immer schwerer und immer schwerer, weil der Lehrer ja das Gefühl hat, die Kinder können das alles. Ja, was halt nicht stimmt.
Oder können es halt die Eltern.
Da weiß man ja, die Eltern können es halt. Ja, also wenn wir es jetzt noch mal kurz ein bisschen zusammenfassen: Kläre deine Erwartungen. Na, zu sehen, wo hast du andere Erwartungen an dieses Thema Schule und Hausaufgaben, als deine Kinder Erwartungen daran haben? Was ist vielleicht auch deine eigene Geschichte? Wie angepasst warst du? Was, wie viel Druck hast du dir in Schule gemacht? Wie viel Leistungsdruck kennst du überhaupt in deinem Leben? All diese Themen darfst du natürlich auch angucken, ne? Also Erwartungen. Der zweite Aspekt war, bring deinen Kindern bei, dass Fehler was Großartiges sind und helfe ihnen dadurch, mit dem Bewertungssystem in der Schule besser klarzukommen. Der dritte Aspekt war: Lass los, übergib die Verantwortung für die Hausaufgaben an deine Kinder, sei da, wenn die sich wenden, wenn die dich brauchen, aber nur dann. Und vierter Punkt ist: Achte darauf und stell sicher, dass Hausaufgaben und Lernstress, Lernen als Thema, nicht zwischen dir und deinem Kind stehen darf. Also dass die Beziehung zwischen dir und deinem Kind immer an der ersten Stelle steht. Und fünfter und letzter Punkt: Entspann dich, weil der Schulabschluss und die Noten, die dein Kind schreibt, das sagt null Komma null darüber aus, wie erfolgreich dein Kind später im Leben sein wird. Sagt nichts darüber aus, wie intelligent dein Kind Kind ist. Es sagt lediglich was darüber aus, dass dieses Kind eher visuell ist, dass es in der Lage ist, dem Schulstoff zu folgen, dass es so angepasst ist, dass es sich mit Schule besser identifizieren kann als andere Kinder. Also es sagt ziemlich viel nicht aus.
Ja, es sagt aus, dass es zu der Minderheit, der Minderheit an Menschen gehört, die in der Lage ist, aus Erklärungen zu lernen. Können nämlich die meisten nicht.
Absolut.
Die können es eigentlich nur durch Tun und durch Nachmachen und, und, und. Also da, ja, ein paar Menschen sollten Medizin studieren, das ist gut für die Menschheit, und genau diese Menschen haben meistens mit Leichtigkeit gute Noten, die dann später auch mit Spaß Medizin studieren und da erfolgreich werden. Und für ganz viele andere gibt es ganz viele Möglichkeiten, mega erfolgreich zu werden, ohne irgendwelche 1,0-Abiture.
Und selbst Der Bernd ist das beste Beispiel dafür. Der ist gerade so durchs Abi gerutscht mit 2,9 oder so was. Und, und ohne eine klassische Berufsausbildung, Studium oder sonst irgendwas. Und hat jetzt, leitet mit Gemecker frei jetzt sein drittes Unternehmen. Also nur als ein Beispiel zu sagen, das ist nicht Lass dir das nicht einreden, dass Schulerfolg irgendwas über den späteren Erfolg im Leben aussagen würde. Und wenn dein Kind im Jugendalter als junger Erwachsener die Motivation entwickelt, irgendwas zu lernen, irgendwas tun zu wollen als Erwachsener, wofür er einen guten Schulabschluss braucht, dann wird er in der Lage sein, diesen guten Schulabschluss zu zu erhalten oder zu, zu schaffen, unabhängig davon, ob er jetzt in der 5. Klasse, in der 8. Klasse, was auch immer für Noten hatte, sondern freu dich da, wenn dein Kind— das ist der 6. Punkt, den habe ich vergessen vorher aufzuzählen— feiere die Effizienz. In diesem Sinne, viel Freude bei entspannten Hausaufgabenzeiten und mehr Spaß am Nachmittag mit deinen Kids.
Alles Liebe, vielen Dank fürs Zuhören und Zuschauen.
Bis bald, bis bald, tschüss, ciao!
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