Unsere Learnings nach 8 Monaten auf Reisen - Podcast 050

Bernd and his family spent eight months traveling from Sansibar to Costa Rica to Egypt and back to Germany with their teenage sons. They learned that slow traveling (4-8 weeks per place), moving faster than fear, and dropping judgment about cultural differences made the biggest difference. Minimal luggage and letting kids learn through joy instead of effort changed everything.
Chapters
Hallo, herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast für liebevolle Beziehungen.
Heute zur 50. Folge.
Genau, und heute mal wieder seit 5 Monaten zum ersten Mal ein aus Deutschland.
Das good old Germany.
Genau. Wir sind hier gerade ganz im Norden, Sankt Peter-Ording an der Nordsee und treffen uns mit meinen Eltern, bevor wir nächste Woche wieder uns auf den Weg nach Afrika machen.
Geht's wieder eigentlich back to the roots.
Ja, genau.
Also von den einen Roots zu den anderen Roots kann man sagen. Genau. Und das ist ja so spannend, weil gleichzeitig wollen wir ja genau heute Darüber auch reden.
Genau, weil uns das eben so aufgefallen ist, dass wir jetzt seit 5 Monaten gar nicht in Deutschland waren und jetzt seit 8 Monaten quasi in der Welt unterwegs sind. Und deshalb haben wir gedacht, wir teilen mal mit dir unsere Learnings aus 8 Monaten Reisen, weil vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die irgendwo tief in sich diesen Traum haben, lange Zeit auf Reisen zu gehen. Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die sich das so gar nicht vorstellen können, wie das überhaupt auch mit Kindern funktioniert. Und ja, wir wollen dich einfach mal ein bisschen in unseren Alltag, in unser Leben mitnehmen und unsere Learnings mit dir teilen und dich auch damit inspirieren.
Genau. Und vielleicht fangen wir einfach mal an damit, dass wir mal so ein bisschen erzählen, was eigentlich in den, wo wir in den 8 Monaten so waren.
Genau.
Das sind diese Genau.
Unsere Reisehistorie.
Unsere Reise, wenn wir jetzt natürlich ein Video hätten, würden wir das vielleicht auf irgendeiner Weltkarte darstellen oder so, aber so erzählen wir es, ist eigentlich viel geiler.
Genau, wir sind ja in Sansibar gestartet. Das war unsere Testreise sozusagen. Wir haben mit unseren jugendlichen Söhnen letztes Jahr im November besprochen, wie das wäre, mal längere Zeit auf Reisen zu gehen und Sind dann zu dem Schluss gekommen: Wir wollen das einfach mal ausprobieren. Und sind deshalb für 8 Wochen nach Sansibar.
Also die Jungs wollten das auch ausprobieren? Unbedingt. Die fanden das also cool. Und dann haben wir das alles geregelt.
Genau, haben den Johannes befreit in der Schule und sind mal für 8 Wochen nach Sansibar. Und wir waren da eigentlich, also wir waren in verschiedenen Unterkünften, aber wir waren die ganze Zeit am gleichen Strand. Das ist ein sehr langer Strand, da kann man locker 10, 12 Kilometer lang laufen. Aber wir waren die ganze Zeit am selben Strand, weil das eben auch die Möglichkeit geboten hat für unsere Kids, dass die dort kitesurfen und auch bei derselben Schule bleiben, bei denselben Leuten bleiben und wir uns da auch eben angefangen haben auszukennen. Und so nach 3, 4 Wochen haben dann beide Jungs entschieden, dass sie das also dauerhaft gerne ausprobieren, machen wollen, dass wir also auf Reisen gehen. Und wir haben es auch entschieden. Also wir haben zu viert einfach das entschieden, haben ja dann, waren dann ja noch mal kurz in Deutschland, um dort alles zu regeln, unser Haus zu verkaufen, was glücklicherweise einfach total schnell, oder nicht glücklicherweise, sondern ja auch manifestierterweise sehr schnell funktioniert hat.
Und haben wir noch ganz viele Möbel und so ja auch verschenkt und Hilfsorganisationen gegeben und so weiter, um halt das alles loszuwerden. Und schon da, da würde ich jetzt gerne schon eine Sache teilen, weil das hat sich einfach schon total großartig angefühlt. Jetzt wirst du natürlich sagen, okay, irgendwie in so ein paar Wochen, weiß gar nicht mehr wie viel, 2 Wochen, 2 Wochen, ja, also irgendwie so ein ganzes Haus ausräumen und so, und es hat sich einfach nur cool angefühlt, ja, auch so, ja, Ballast loswerden, ja. Jetzt waren wir noch gar nicht so lang, war noch gar nicht so lang her, dass wir schon mal, dass wir da erst hingezogen waren, von dem her Man kann jetzt nicht sagen, dass es aus 20 Jahren quasi alles an Zeug war, aber es war trotzdem echt eine ganze Menge. Und es hat sich total gut angefühlt. Ich habe mich immer, es gab da so ein Sozialkaufhaus, da sind wir immer hingefahren. Die haben sich immer schon gefreut, wenn wir gekommen sind und so. Und wir haben uns total gefreut, die Sachen loszulassen. Also selbst die Kids bei ganz vielen Sachen waren da einfach total, es hat sich auch für die total leicht angefühlt. Und das hat mich damals schon verwundert eigentlich. So leicht ging.
Wir haben natürlich die Lieblingsspielsachen haben wir eingelagert und aufgehoben. Das muss man jetzt auch vielleicht dazu sagen. Aber das ist ja auch vollkommen okay.
Da hatte jeder so viel Freiheit, wie er will, also sich da Sachen zu packen. Bei den Jungs, glaube ich, war das jeweils eine Kiste oder vielleicht zwei oder so.
Genau. Und was da aber auch, finde ich, auch ein ganz wichtiges Learning ist an der Stelle passiert, nämlich du musst schneller sein als deine Angst. Wenn du so was machst, machen willst, das funktioniert nicht, wenn du das alles im Kopf durchplanst, durchdenkst und abwägst, weil dann wirst du es nie machen.
Genau. Und dazu vielleicht das wirklich noch so teilen. Also wir haben noch aus Sansibar mit unserem Makler telefoniert. Also unser Makler hört sich so an, als hätten wir den. Das war halt der, der uns auch das Haus verkauft hat. Und dann haben wir gedacht, wir nehmen den gleich, weil der kennt sich noch aus.
Genau.
Und der hat mir jemand, der aufs Haus aufpasst, der hat ihn dann schon reingelassen, dass der schon— haben die sogar schon Besichtigung gemacht.
Ja, ja, genau. Es war ja dann schon klar, wer es kauft, als wir zurückkamen.
Ja, genau. Also das—
Sei schneller als deine Angst. Das ist wirklich eins unserer Learnings. Wenn was nicht passt, sei schnell, triff schnelle Entscheidungen. Wenn wir auch irgendwo gewesen sind in einer Unterkunft, die sich nicht gut angefühlt hat, das hatten wir auf Sansibar, das hatten wir jetzt in Marokko. Wann immer wir so was haben, innerhalb von wenigen Stunden einfach zu entscheiden: Hier fühlen wir uns nicht wohl, wir müssen woanders hin, wir müssen das verändern. Also sei schneller als deine Angst, immer und immer wieder schnelle Entscheidungen treffen, weil das Herz ist schnell. Du weißt sofort, ob du dich mit was gut fühlst oder nicht gut fühlst, und dann sofort eine Entscheidung zu treffen, das ist wirklich eines der Sachen, die wir auch jetzt in den letzten 8 Monaten noch mal extrem trainiert haben, weil eben so wenig— es ist ja so, wenig vorhergesehen. Also es ist vorgegeben, so muss man sagen. Unser Alltag ist ja total fluide und jeden Tag geht es ja darum, sich anzupassen an das, wo man gerade ist, und neu rauszufinden, wo kann man einkaufen, wie verbringen wir den Tag, wo macht man Sport, wie gestaltet man das. Und wenn was dabei ist, was sich nicht gut anfühlt, muss man schnell, also haben wir so für uns gelernt, schnell Entscheidungen zu treffen, das wieder zu zu verändern, weil so in Situationen festzuhängen, die sich nicht gut anfühlen, es kostet einfach zu viel Energie. Ja, also das ist so ein wichtiges Learning. Dann erzählen wir aber mal weiter, weil dann sind wir ja, dann waren wir noch eben kurz in Deutschland, um auszuräumen, dann sind wir schon auf die Kapverden geflogen, weil ich gesagt habe, wenn ich jetzt noch länger hier bleibe, dann fängt mein Hirn an, mir Geschichten erzählen, ob es nicht doch besser wäre, das also in Deutschland zu bleiben und ob das nicht alles eine Schnapsidee war. Ja, und abgesehen davon war dann unser Haus schon so leer, schon das Geschirr verkauft.
Ja, genau, irgendwie war zwar noch die Küche drin und so, weil das ist ja drin geblieben, aber wir hatten eben nichts mehr. Mussten dann schon immer Essen bestellen und so. Also ist jetzt auch nicht so schlimm, aber ja, war nicht mehr gemütlich. Und waren auch schon die ersten Betten weg und so, und dann war einfach Schluss.
Dann war klar, wir müssen da wieder Genau, dann waren wir auf den Kapverden und das war schon so Westafrika. Das hat sich schon anders angefühlt als Ostafrika. Und dann sind wir noch mal, dann waren wir noch mal kurz in Deutschland und dann sind wir nach Costa Rica geflogen, weil wir da unseren ältesten Sohn getroffen haben. Und das war auch so eine spannende Erfahrung, weil wir wollten eigentlich länger in Südamerika bleiben und haben gedacht: Oh, wer weiß, vielleicht sind wir ganz lang nicht mehr in Europa oder—
Wir waren ja schon mal im Jahr davor schon mal auf Costa Rica, in Costa Rica. Kannten das ja eigentlich schon ein bisschen, ne?
Aber es war nicht so cool.
Die Jahreszeit war so ein bisschen anstrengend.
Ja, genau, es war so schwül und es gab so viel Algen. Und dann haben wir einfach auch da wieder schnelle Entscheidung, ne? Es waren viele Unterkünfte waren ausgebucht. Und da haben wir das zweite wichtige Learning nämlich schon gelernt. Wir haben nämlich festgestellt, wenn wir nur für 2 Wochen wissen, wo wir wohnen, sozusagen, dann kriegen wir die Krise, weil das einfach, wenn da kommst du irgendwo an und bist eigentlich schon wieder auf dem Sprung, weil du sofort schon wieder suchen musst, wo gehe ich als Nächstes hin? Deshalb haben wir so für uns jetzt in diesen 8 Monaten festgestellt, dass wir also nur mal zwischendurch für eine Woche oder 2 irgendwo hingehen können. Aber wir brauchen immer wieder Phasen, wo wir 4 Wochen, 6 Wochen, 8 Wochen am selben Ort sind.
Ja, weil das hört sich immer so an, ja, ihr reist rum, ja, aber das heißt wirklich, wir sind eben mal normalerweise, also häufiger sind wir wo 2 bis 3 Monate, als dass wir jetzt irgendwie irgendwo nur 2 Wochen wären. Ja, das ist jetzt gerade so, dass wir hier eine Woche in Deutschland sind, weil sich das halt ergeben hat. Ja, davor waren wir eine Woche Team-Event. Das war jetzt. Aber wir sind schon alle so ein bisschen so am Anschlagen gerade. Wenn wir jetzt auf Sansibar sind, die Kids auch, die sagen, wo ich jetzt mit da sind. Und dann weiß ich schon, am ersten Tag werden alle irgendwo in der Strandliege sich auf die Strandliege legen und werden es erst mal genießen, dass wir wissen, wir müssen jetzt irgendwie 6 oder 8 Wochen nicht mehr umziehen.
Ja, genau, weil das schon. Also Das Rum-, also Reisen können ist großartig und ich liebe es. Und wir lieben es alle. Und gleichzeitig ist das schon, wenn man so reisend ist, so wie wir es machen, ist Slow Travelling. Es geht auch nicht darum, überall wo wir sind, jede Sehenswürdigkeit anzugucken, weil wir haben ja auch noch nebenbei ein Business. Also wir wollen ja jetzt Wir arbeiten ja auch total gerne, alles, was wir für Gemeckerfrei tun. Wir lieben das. Nur dafür braucht man ja auch Zeit. Das bedeutet, da auch eine Organisation oder auch im Ausland einen Alltag zu schaffen, der eben auch Freiräume dafür bietet. Also da sind wir nicht die ganze Zeit, dass wir von einer Sightseeing-Attraktion zur nächsten hüpfen, sondern das sind immer wieder mal so Wochen wie jetzt in Ägypten, waren wir mal 2 Wochen. Unterwegs und haben uns eben die Pyramiden und das Tal der Könige und die alte ägyptische Kultur und so weiter angeguckt, die Gräber und Tempel und so weiter. Und auch in Marokko haben wir eine Zeit lang.
Da sind Sie schon, da sind Sie ja noch gar nicht da.
Wir sind ja noch gar nicht da.
Wir sind ja immer noch auf den Kapverden oder in Costa Rica.
Costa Rica waren wir schon. Genau, danach waren wir in Zypern. Nach Costa Rica sind wir dann nämlich nach Zypern geflogen, weil wir da das neue Buch Buch geschrieben haben. Falls du es noch nicht vorbestellt hast, kleiner Teaser, bestell es unbedingt vor.
Unten in den Shownotes findest du den Link.
Genau, weil knallverliebt alt werden, für immer knallverliebt sein mit deinem Lieblingsmenschen an deiner Seite ist möglich. Und wir zeigen dir, wie es geht. Aber es war so, dass wir da Space gebraucht haben, um das Buch zu schreiben. Da nicht umziehen wollten in der Zeit und einfach Sport machen konnten, schönes Wetter hatten, gutes Essen, und es ist halt uns alles gut.
Ist ja auch die Insel der Liebe, fällt mir jetzt gerade auf, muss man jetzt ehrlich sagen, dass wir das vorher nicht bedacht hatten. Aber weil er da die—
hat es schon gepasst.
Genau, Aphrodite heißt sie, die ist da, war da irgendwie. Genau, so genau weiß ich nicht.
Und dann sind wir von Zypern, sind wir nach Ägypten Ägypten. Genau, und dann waren wir ganz lange erst am Meer, und dann haben wir eben noch ein bisschen Sightseeing gemacht auf dem Nil und so. Das hast du vielleicht auch schon irgendwo mitbekommen, haben wir schon immer wieder erzählt.
Also das war halt, das war großartig, ja. Und also muss man eigentlich davor, und jetzt kommen natürlich schon bisschen, dass wir wollten ja auch das, was wir immer wieder gefragt werden, also was vor allen Dingen unser Jüngster so immer wieder gefragt wird, ist Wie machst du denn das jetzt mit der Schule? Oder wie machen wir das mit ihm, mit der Schule?
Wie lernt er denn?
Lernt er denn? Genau. Und dann fragen natürlich manche, fragen auch so, ja, macht er irgendeine Online-Schule und so? Nein, macht er nicht. Aber in Ägypten war es so spannend, weil da gab es eine Haiattacke. Ja, das hast du vielleicht auch mitgekriegt schon in Deutschland.
Das haben wir glaube ich sogar auch schon erzählt.
Haben wir vielleicht sogar schon mal erzählt.
Ja, bestimmt.
Und da ging es schon los, weil dann kam also der Johannes mit seinem ganzen Wissen über Haie und Wale und Kann sich da immer noch mehr und noch mehr. Jeden Abend hat er noch was erzählt. Schön langsam habe ich dann gedacht, ich weiß es eigentlich schon alles, aber der wusste immer noch was und immer noch was und immer noch was. Und das ging dann weiter, als wir eben das Sightseeing in Ägypten gemacht haben, weil Ägypten ist da halt großartig, ne, was man da alles sehen kann, was die auch alles geschaffen haben und so. Das war phänomenal. Und eben zu betrachten, wie die Kinder da das eigentlich in sich aufsaugen und immer noch mehr und noch mehr. Dann lesen die natürlich ständig im Internet noch irgendwas nach und so, ja, und schauen dir dann ein Wissen um die Ohren, Alter, und machen halt auch dann schon so viele Transfers, ne, so wie ist das heute, was haben die eigentlich alles rausgefunden, was war denn damals schon so cool, ne, warum machen wir das heute eigentlich nicht wieder genauso und so weiter.
Ja, ja, voll. Und dann sind wir ja von Ägypten um das noch mal fertig zu machen, nach Marokko. Genau, haben da ja auch 4 Wochen oder so verbracht, glaube ich, an der Atlantikküste. Und was uns da so aufgefallen ist, ist, wie viel entspannter wir schon mit afrikanischen Märkten geworden sind. Am Anfang, als wir das erste Mal auf so einem Markt waren, wo man ja einfach dauernd angequatscht wird, wo man herkommt, und dass man jetzt hier im im besten Shop das beste Produkt kaufen soll. Für nur 1 Dollar. Oder am besten sogar geschenkt. Und am Anfang waren wir echt angespannt und unsere Jungs waren total gestresst. Das erste Mal sind wir irgendwie da so durch so einen Markt gelaufen und sind irgendwie ganz schnell wieder zurück ins Hotel, weil das haben wir nicht, also die Jungs gar nicht und wir auch nicht wirklich ausgehalten. Und da einfach zu sehen, wie das sich mit Wir waren halt in jeder Stadt dann wieder auf so einem Markt und die wollten das auch. Und mittlerweile sind die voll cool und voll entspannt damit. Der Johannes ist der Verhandler vor dem Herrn, der feilscht da rum. Der kommt da voll durch damit. Es ist total lustig. Also da einfach zu sehen, das ist auch so was, was die halt gelernt haben, sich mit dieser Kultur, mit diesem Handeln, mit dem Feixen, mit dem Spaß machen, mit den Verkäufern, mit ins Gespräch kommen. Kommen, ja, was man so jetzt aus Deutschland ja gar nicht unbedingt kennt. Aber das ist für die heute schon normal, und da haben die ihren Horizont schon erweitert, wie man auch Geschäfte machen kann, anders als sie das aus Deutschland von früher gewohnt waren. Und ich würde jetzt hier aber gerne noch ein drittes Learning für uns noch mit reingeben. Also das erste Learning, ich will es noch mal wiederholen, das erste Learning war: Triff schnelle Entscheidungen und sei schneller als deine Angst. Das zweite Learning, das war das, was ich gerade erzählt habe, über das, dass wir länger, also Slow Traveling, dass wir Slow Traveling machen, dass wir länger an einem Ort bleiben. Und aber, was ich als zweites Learning gesagt habe, was nicht passt, muss weg. Ja, sobald sich was nicht gut anfühlt, muss man es verändern. Es hilft nichts, es irgendwie auszuhalten. Und das dritte Learning, das wir gemacht haben, ist zu beobachten, wie schnell man dabei ist, was zu bewerten. Also wie, weil du erlebst eine andere Kultur und du vergleichst das fast schon automatisch mit dem, wie man es, wie wir es von früher kennen. Also wir ertappen uns gegenseitig immer noch dabei, wenn wir sagen, bei uns ist es so und so. Ja, also wo wir sagen, was ist denn bei uns? Es gibt ja gar nicht mehr in Deutschland bei uns so. Und einfach zu merken, wie schnell man da ist, was zu bewerten und zu vergleichen und wie sehr einen das trainiert und schult, immer offener zu sein, immer neugieriger zu sein, immer flexibler zu werden und immer mehr in eine Beobachterrolle zu gehen und jeden Gedanken, der in Richtung Bewertung geht, halt zu verändern und neugierig zu sein, mehr über dieses Land zu erfahren. Und das finde ich, weitet den Geist. Unfassbar. Ja, also das weitet den Geist einfach extremst, wie ich finde. Ja, und macht totale Freude. Und das vierte Learning, das hast du eigentlich ganz am Anfang schon gesagt, das finde ich, ist auch ein total wichtiges Learning, wie erleichternd das ist, mit wenig Gepäck durchs Leben zu gehen. Also wie cool das ist. Das haben wir jetzt auch, als wir wieder nach Deutschland gekommen sind. Wir waren jetzt in Marokko, dann waren wir auf Mallorca, hatten da Team-Event, sind jetzt eben gerade in Deutschland und haben hier ein Auto gemietet, um halt hier mobil zu sein und haben uns letztens drüber unterhalten, wie cool sich das anfühlt, gar kein Auto mehr zu besitzen, sozusagen, sondern eben zu sagen: Okay, eigentlich, man braucht eigentlich nichts. Also wir brauchen so wenig. Und selbst das, was ich noch dabei habe, ist eigentlich noch zu viel. Und zu sagen, es ist so eine Erleichterung, wenn man sich von diesem ganzen Ballast löst, was wir so normalerweise an Zeug mit uns durchs Leben schleppen. Und also das ist das vierte Learning, dass man wirklich eigentlich mit sehr wenig sehr gut leben kann. Und das fünfte Learning, ich hau hier gerade eins am anderen raus, der Bernd kommt gar nicht mehr zum Mitreden. Das fünfte Learning hast du aber schon angeteasert, weil da geht es darum, wie ist das eigentlich mit den Kids und dem Lernen? Und mir ist oder uns ist wirklich eine Sache noch mal durchs Erleben so unfassbar klar geworden, nämlich Lernen aus Freude Fühlt sich nie nach Lernen an.
Ja, genau. Und deswegen kann ein Johannes, der irgendwo am Abendessenstisch mit anderen Leuten zusammensitzt und der dann gefragt wird: Und was lernst du jetzt? Oder: Wie lernst du jetzt? Und so, dann sagt der, also inzwischen nicht mehr, weil er es jetzt schon gewohnt ist, aber am Anfang hat er gesagt: Ich lerne gar nichts, ich mache gerade gar nichts.
Genau, aber genau genommen lernt er die ganze Zeit mit einer Leichtigkeit und eine Menge an unterschiedlichen Dingen, dass man nur so mit den Ohren schlackert. Nur das Lernen, was du aus dem Flow in Leichtigkeit tust, fühlt sich nie nach Lernen an. Wenn sich also für deine Kinder nach Lernen anfühlt, so wie wir lernen, mit Schwere gelernt haben, dann ist dein Kind nicht im Flow. Und dann geht es einfach darum zu gucken, wie kommt ihr dahin, dass es auch vielleicht Dinge für Schule aus derselben Energie macht, wie es zum Beispiel Lego baut oder Bügelperlen macht oder was es halt gerne tut, was dein Kind gerne tut. Und Lernen erfolgt automatisch, wenn du intrinsisch motiviert bist und im Flow bist. Und dann fühlt es sich nicht nach Lernen an. Und das ist die fünfte Erkenntnis. Und insgesamt, als Zusammenfassung, kann man vielleicht wirklich sagen, okay, wenn du mit dem Gedanken spielst, auch mal eine längere Reise zu machen, auf Weltreise zu gehen, auszuwandern, wie auch immer, wenn du mit dem Gedanken spielst, dann geh dafür los.
Und sei dabei schneller als deine Angst.
Ja, sei schneller als deine Angst, sei mutig und mach's dir möglich. Niemand muss sich das möglich machen. Nur wenn du den, wenn der Samen in deinem Kopf schon gepflanzt ist, wenn du immer wieder, weißt du, mir ging es jahrelang so, dass ich Leuten zugeguckt habe, die das gemacht haben, und immer entweder habe ich mir erzählt, wie blöd es doch ist und dass man das doch nicht machen kann und was da alles was da alles schiefgehen kann. Oder ich habe im gleichen Moment gedacht, eigentlich will ich das gerne auch, eigentlich hätte ich das gerne auch. Und die Erfahrung, die wir machen, ist, du kommst nicht zur Ruhe, wenn du so einen, wenn da schon so ein Same gesät ist und du das versuchst wegzudrücken oder dem nicht folgen willst. Du kommst, es holt dich immer wieder ein. Also mich hat es immer wieder eingeholt. Und von dem her, wenn da schon die Sehnsucht ist, ist, dann geh dafür los. Und es macht dich unfassbar flexibel. Also was wir auch so merken, vielleicht kennst du das auch, und wir hatten das eben früher auch, wenn wir irgendwo fremd waren und die erste Nacht in einem fremden Bett, haben wir eigentlich nie gut geschlafen, und zwar unabhängig voneinander. Und jetzt so vor ein paar Wochen haben wir so festgestellt, dass wir das nicht mehr haben, dass wir mittlerweile so und so weiterentwickelt haben, so ausgedehnt haben, so flexibel geworden sind, dass wir überall gut schlafen können. Also auch in der ersten Nacht. Und das finde ich, ist das größte Geschenk am Reisen überhaupt, dass du eben so viel fremde, neue Dinge kennenlernst und dich selber, deine inneren Grenzen so weitest, um dich immer spontaner, flexibler auf andere Umstände einstellen zu können.
Ja, und man stellt sich ja auch auf die— das ist eigentlich, das ist auch so spannend, wie leicht man sich mit der Zeit auf die kulturellen Unterschiede einstellt, ja, also wie leicht es einem irgendwann fällt, die Einheimischen quasi so nachzumachen, weil du kennst es vielleicht, wenn du in fremdem Land bist und du stehst am Zebrastreifen und ich meine, Es gibt vielleicht, außer, ich weiß nicht, ob es Länder gibt außer Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo am Zebrastreifen die Autos stehen bleiben, wenn du nicht schon forsch drüber gehst als Fußgänger. In Marokko und in Ägypten, deswegen, da komme ich jetzt gerade drauf, da ist es natürlich so bei so einem Zebrastreifen, wenn du nicht wirklich einfach drauf gehst, dann bleiben die Autos auch nicht stehen. Wenn du als Fußgänger stehen bleibst, fahren die natürlich weiter. Natürlich, sage ich schon. Und wir waren halt in Kairo. Kairo ist die größte Stadt Afrikas. Afrikas mit über 20 Millionen Einwohnern. Da ist ein Riesenverkehrschaos und da musst du, da gibt es noch nicht mal Zebrastreifen, glaube ich, zumindest habe ich keinen entdeckt, aber es geht auch nicht, weil lauter Autos auf den Straßen unterwegs sind, würde man auch nicht sehen. Und da gehst du halt über eine sechsspurige Straße, musst halt einfach so drüber gehen als Fußgänger. Und das haben unsere Jungs ganz easy, die ersten Tage war das für uns alle ein bisschen spooky, aber mit der Zeit gewöhnt man sich einfach dran und macht es. Und ist so in diesem gemeinsamen Flow drin. Und dann in Marokko ist mir aufgefallen, weil bei uns so Zebrastreifen, okay, guckt, sind die Autos weit genug weg, dass ich draufgehen kann und die dann stehen bleiben. Und er war so in diesem kompletten Flow. Ja, da habe ich so gemerkt, okay, wie man so anfängt, einfach die Kultur auch anzunehmen.
Ja, genau, und die unterschiedlichen Kulturen und sich dadurch einfach ausdehnt. Also es wird, du weitest dich dadurch einfach, weil du viel mehr Handlung Optionen für möglich hältst. Wenn du jetzt gleichzeitig, wenn es einem jetzt gleichzeitig noch gelingt, nicht in die Bewertung zu gehen, also nicht zu sagen, was weiß ich, Kairo ist besser oder Deutschland ist besser oder Marokko ist besser oder was auch immer, sondern einfach nur zu sagen, okay, hier ist es so, ich beobachte, ich, was kann ich, ich frage mich, was kann ich lernen, was kann ich von den Menschen hier lernen und was davon mag ich dann in mein Verhaltensrepertoire übernehmen, auch auch für, wenn ich nicht mehr zum Beispiel in Marokko bin. Und dadurch erschaffe ich mir, ja, also werde ich wieder ein Stück ein anderer Mensch, einfach weil ich neue Möglichkeiten für mich oder in mir integrieren kann. Ich stöpsel bissl rum, weil es nicht so leicht auszudrücken ist, aber das sind so unsere 5 bis 6 großen Learnings aus den letzten 8 Monaten. Und wir würden es auf jeden Fall wieder ganz genauso machen. Also wir haben es nicht einen Tag bereut bisher und wir haben auch nicht eine Station, die wir hatten, bereut und freuen uns einfach nur auf alles, was noch kommt und vor uns liegt und wie wir immer genauer wissen, wie wir es haben wollen und wie wir immer flexibler werden und uns immer besser anpassen können, auch uns unsere Bäuche immer besser werden, in fremde Hygienebedingungen und Essgewohnheiten zu ertragen, zu meistern. Genau. Und ja, schick uns doch gerne, also gib uns doch gerne bei Instagram oder Facebook einen Kommentar. Lass uns mal wissen, ob dich das interessiert, auch so über unsere Reise zu erfahren. Ob es dich inspiriert, ob du auch schon mal über Auswandern nachgedacht hast, ob das für dich gar kein Thema ist. Also wir freuen uns darüber, wenn du mit uns ins Gespräch kommst, wenn du ja einfach uns wissen lässt, wie es dir damit geht, weil das ist ja für uns auch immer die Frage, teilen wir das mit euch, interessiert euch das?
Und ich glaube, und es ist cool, wir haben jetzt noch gar nicht gesagt, wo es als Nächstes hingeht, und das sagen wir jetzt auch gar nicht. Weil das darfst du jetzt raten als Hörer für dich selbst, weil in der nächsten Folge werden wir natürlich sagen, von wo wir dich begrüßen.
Genau.
Und dann weißt du es.
Genau. Und dann will ich noch ganz kurz einen kleinen Teaser machen zu unserer Toolbox, die am Sonntag wieder startet. Und wenn du die noch nicht gemacht hast und wenn es noch Tage gibt, an denen du meckerst und Geschrei und Gestreit zu Hause in deiner Family ist, dann melde dich einfach schnell noch an. Sei dabei. Frei und wertgemeckerfrei, weil wir könnten dieses Leben nicht leben, das wir heute leben, wenn wir mit unseren Kindern meckern und streiten müssten, weil dann hätten wir die Kraft und die Energie dafür nicht. Und das wünschen wir uns für dich, dass du deine Kraft, deine Energie für die Dinge einsetzen kannst, die dir Spaß und Freude machen. Und wenn du nicht gerne meckerst, dann lern von uns, wie du es seinlassen kannst. Genau. In diesem Sinne, alles Liebe für dich.
Wir freuen uns, wenn du wieder einschaltest.
Bis zum nächsten Mal. Bis dann, tschüss. Ciao.
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