Warum du nie aufgeben solltest! - Podcast 018

Uli and Bernd Bott nearly abandoned their vision of a complaint-free family after years of sibling conflict and screaming. They found their turning point by combining personal development with developmental psychology, uncovering emotional triggers like jealousy. A recent trip to Zanzibar showed their children finally supporting each other.
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Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch. Wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallo und herzlich willkommen.
Hallo, schön, dass du uns wieder zuhörst.
Genau, heute zur Folge Never give up und warum du nie aufgeben solltest. Egal ob du glauben kannst, dass du es schaffst oder nicht, dass du irgendwann noch an dein Ziel ankommen könntest. Weil genau das ist uns passiert, als wir Kinder gekriegt haben. Vielleicht weißt du das auch. Wir haben ja beide zu Hause Trennungen erlebt und eben Situationen erlebt, wo man sagt, okay, also das war eigentlich nicht die Idee, oder das ist auf jeden Fall nicht die Idee, wie wir uns Familie vorstellen. Und deshalb war es unser ganz großes Bestreben, das anders zu machen und gemeinsam gut hinzubekommen. Und ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst oder ob du es vielleicht gerade selber noch erlebst, Also jedes Mal, wenn ich eins unserer Kinder im Tragetuch hatte und nur so, wenn die noch so ganz frisch waren und man dann so mit der Nase auf das Köpfchen, sich so im Köpfchen des Babys verkriechen kann und dann duften die so wunderbar nach Neugeboren. Schon allein dafür könnte ich noch eine ganze Horde Kinder kriegen, weil es einfach so schön ist. Und ja, Jedenfalls war, ist das so ein Geruch oder ein, ein auch so diese Ähnlichkeit, wenn du so ein Baby so im Tragetuch hast, dieses Gefühl von bedingungsloser Liebe, das also mich zumindest, und ich glaube ich auch, also durchflutet hat. Ja, das ist dieses Gefühl von, ich lass Liebe durch mich fließen und ich empfinde so unendlich viel Liebe für dieses kleine Wesen, dass ich ich mir anvertraut hat. Ja, das war so mein Gefühl, das so mein Familiengefühl. Ist das bei dir eigentlich ähnlich?
Ja, das ist ähnlich. Ich hatte, wobei, und das ist, habe ich dann später festgestellt, ist eigentlich, geht vielen Männern auch so, für mich dann oft eher so die Vorstellung von später so noch, noch sehr total wichtig war. Also, und ich kann mich auch an diese Gespräche erinnern. Ja.
Ja.
Wo ich sagte, wenn wir dann zusammen was machen können, wenn wir dann miteinander irgendwas spielen oder draußen was erleben.
Oder was bauen oder so.
Ja, so wie die kleineren Kinder, mit denen irgendwie was im Garten bauen oder solche Sachen. Das waren so Ziele.
Ja, aber auch als sie dann größer waren, hast du es ja auch mit ihnen erlebt. Und hast du da dann noch mehr auch so dieses Gefühl von Liebe gespürt? Ja, diese Liebe, diese Verbundenheit. Ja, genau. Und ich glaube, das ist eigentlich, ist dieses Gefühl von Verbundenheit und von Liebe, bedingungsloser Liebe ist immer so ein großes Wort, aber ich glaube, das ist eigentlich unser Sehnsuchtsgefühl. Also zumindest ist es mein Sehnsuchtsgefühl. Und wir haben es erst letztens beim Frühstück mit unseren großen Kindern hier gehabt und haben darüber gesprochen und uns unterhalten, warum das was wir glauben, warum das eigentlich nicht in der gesamten Gesellschaft funktioniert, einander so bedingungslos zu vertrauen, wie wir das eben in der Familie tun. Und da ist mir halt nur noch mal bewusst geworden, dass es halt unsere Fähigkeit ist, also Bernds und meine, und vielleicht früher sogar meine noch ein Stückchen mehr, ja, so dieses, ich konnte mir das vorstellen, dass wir das in der Familie mit den Kindern, mit uns als Paar, dass wir das dahin bekommen, die Liebe fließen zu lassen. Dieses Gefühl, dass ich damals schon hatte, als ich die so winzig klein die ersten Male im Arm gehalten habe, oder auch als sie noch im Bauch waren oder so, dieses Gefühl wirklich in den Alltag zu transportieren und im Alltag zu erleben. Ja, das war der Plan. Ja, dann kam die Realität.
Autsch! Es hat nicht funktioniert.
Es hat einfach nicht funktioniert.
Es hat nicht funktioniert. Und wir, ich glaube, wir sind echt fast verzweifelt.
Ja, also es waren so diese, du hast dieses Gefühl oder dieses Bild von Kindern, die, weil sie ja so geliebt werden, wundervoll gut miteinander klarkommen, weil unsere Idee war, wenn wir die bedürfnisorientiert begleiten und denen alles möglich machen, dann sind die auch zueinander nett. Weil meine Idee war, und die habe ich dann mit Bernd geteilt, unsere Idee war dann zu sagen, okay, also nur wer eben nicht satt ist emotional, wird garstig. Und so mal verkürzt. Und wir haben gedacht, wir geben denen doch alles. Also werden die auch nicht garstig. Bis zu dem Tag, als das erste Mal irgendwie die kleine Schwester auf den großen Bruder losgegangen ist, aus Gründen, die uns erst mal überhaupt nicht ersichtlich waren. So, und dann den großen Bruder auch nicht in dem Moment. Und jedenfalls ist dann, als wir so die ersten Situationen hatten mit Hauen, Beißen, Kratzen und so, sind wir irgendwie aus allen Wolken gefallen, weil wir überhaupt nicht verstehen konnten, Wieso unsere Kinder sich das gegenseitig antun. Und dann kam in der Folge natürlich auch die ganze, alles was du kennst, ja, Geschrei beim Zähneputzen, Geschrei im Supermarkt, weil wir irgendwas nicht gekauft haben, obwohl wir schon x Sachen haben aussuchen lassen und der Meinung waren, eigentlich müsste doch jetzt gut sein. Geschrei beim in den Kindergarten gehen, im Kindergarten bleiben, Beim In-die-Schule-Gehen, beim Anziehen, also alles, all die Situationen, die du wahrscheinlich von deinen Kindern auch kennst oder zum Teil kennst, die haben wir erlebt. Und wie der Bernd schon gesagt hat, wir haben immer wieder ausprobiert, immer wieder was Neues gelernt, immer wieder was Neues ausprobiert. Und irgendwann kann ich mich aber noch erinnern, hatten wir dann schon 4 Kinder. Und irgendwann habe ich mir gedacht, okay, das war so eine Zeit, da gab es eine Menge Gemecker und Geschrei bei uns zu Hause. Da habe ich irgendwann gedacht, okay, vielleicht war das einfach ein Irrglaube von mir. Also da war ich mal kurz bereit aufzugeben, da war ich wirklich mal— ich erinnere mich noch, wie als wenn es gestern gewesen wäre. Das war so Nachmittag, wo ich wieder irgendwo in irgendein Kinderzimmer gerannt bin, weil da Geschrei, Geschrei, beschreiber. Und ich habe irgendwie gedacht, dass ja, wenn man 4 Kinder hat, dann ist es vielleicht so. Also vielleicht war das nur eine romantische Vorstellung von mir, dass das ohne Geschrei und ohne Gemecker und ohne Streit möglich ist. Vielleicht haben alle, die gesagt haben, das geht nicht, vielleicht haben die doch recht.
Ja, ich kann mich auch erinnern, dass wir diese Gespräche hatten, dass wir das, dass das so immer wieder, ja, und halt jetzt auch zu diesem Zeitpunkt dann, das ist da echt so, ja, es war so ein Aktivpunkt. Und ich habe das letztens vor ein paar Tagen, habe ich das noch mal in einem Instagram-Post gelesen, einen Spruch, den ich eigentlich total doof finde, aber der auf die Zeit gut gepasst Hätte gesagt, am Ende der Nerven sind immer noch Kinder übrig. Ja, das war damals so. Es war wirklich so.
Naja, auf jeden Fall kann ich dir nicht mehr sagen, was eigentlich den Ausschlag gegeben hat, dass wir trotzdem drangeblieben sind. Also ja, weil ich habe schon gesagt, vielleicht geht es doch nicht, aber doch, es muss gehen. Gehen.
Ja, und das ist ja schon was, was wir— und das ist jetzt natürlich, da kommen wir noch mal kurz in ein anderes Thema rein, und wer jetzt gut zuhört, nimmt da noch mal den Tipp mit— was wir beide in solchen Momenten immer machen, ist, dass nur einer von uns die Hoffnung verliert, und tendenziell der andere dann schon einfach nur aus unserer Zweierdynamik raus, der andere dann, egal ob er Also der andere dann einfach die andere Position einnimmt. Das machen wir ganz viel in so Situationen.
Das hilft uns sehr.
Und das hilft uns sehr. Also von dem her, nimm den gerne mit für alle Situationen. Und das ist wahrscheinlich, haben wir das da auch so gemeint. Jetzt kann ich mich jetzt nicht genau erinnern, aber wahrscheinlich haben wir das da genauso gemacht.
Genau. Und dann sind wir weitergegangen und drangeblieben und haben an diesem Tiefpunkt entschieden, dass Aufgeben und Scheitern keine Option ist.
Dass wir an unserem Ziel einfach dranbleiben, dass wir diese Familie so erleben wollen, wie wir es uns schon die ganze Zeit vorgestellt haben.
Genau, und dass wir dieses Gefühl fühlen wollen, dass wir dieses tiefe, liebevolle Gefühl fühlen wollen. Und dann sind wir weitergegangen, und dann haben wir angefangen, Persönlichkeitsentwicklung zu kombinieren Kombinieren mit allem, was wir schon wussten aus der Entwicklungspsychologie. Und das war der entscheidende Schlüssel. Damit hat sich's gedreht, weil damit sind wir wirklich an die Ursachen gekommen, die in unserer Dynamik dazu geführt haben, dass unsere Kinder uns gespiegelt haben und ausgeflippt sind, wenn wir was in uns unterdrückt haben. Und das ist Neid und Konkurrenz und all diese Dinge zwischen den Kindern gab. Und dadurch, dass wir das kombiniert haben und damit ja quasi die Grundlage für gemeckerfrei heute geschaffen haben, dadurch hat sich für uns aufgelöst. Und es ist jetzt glaube ich 3 Jahre her, dass wir im November zusammengesessen sind und einfach gesagt haben, okay krass, wird überhaupt nicht mehr laut und schau mal, und es ist wie Wir sind ja wirklich, wir leben ja wirklich gemeckerfrei. Und dann haben wir uns zurückerinnert und dann ist uns eingefallen, dass das letzte Mal davor, als es zwischen uns und den Kindern oder auch zwischen den Kindern, also in unserer Familie laut geworden ist, war im Mai davor. Das heißt, wir hatten da schon 5 Monate oder was, wenn ich jetzt richtig zähle, ja, 4, 5 Monate, in denen einfach kein Streit mehr stattgefunden hat. Und ich weiß nicht, ob du das von dir auch kennst, das passiert ja ganz oft, dass man das erst, also wenn es besser wird, fällt einem eigentlich oft erst in der Retrospektive auf. Also wenn es schlechter werden würde, würde man es viel schneller merken, als wenn es besser wird, ne. Und da waren wir einfach schon so, wir haben schon die ganze Zeit gemerkt, es läuft irgendwie gut, das ist, und es war so ein Prozess Von dem Moment an, wo ich eben, wo wir entschieden haben, dass Aufgeben keine Option ist, wurde es halt die ganze Zeit ein bisschen besser. Es wurde halt immer ein bisschen besser. Wir sind immer ein Stück weiter, ein Stück weiter, ein Stück weiter gegangen, bis wir dann irgendwann eben an dem Punkt waren, dass wir gesagt haben, okay, jetzt läuft es im Großen und Ganzen gemeckerfrei. Und bis heute ist es so, dass wir noch jeden Tag weitergehen, dass wir noch jeden Tag weiter forschen, dass dass wir noch jeden Tag an den Beziehungen zu unseren Kindern in Anführungszeichen arbeiten und dass wir jeden Tag noch liebevoller gestalten. Und wir sind ja jetzt gerade hier zu sechst in Sansibar und hatten heute zum Beispiel einen wunderschönen Ausflugstag. Wir haben einen Ausflug in die Stadt gemacht und haben da den Markt besucht und so, und es war für zwei von unseren Kindern für einen Moment mal bisschen anstrengend.
Und zwar nicht nur anstrengend, sondern es war einfach stressig. Ja, sie haben auch bisschen so eine Art von Angst. Und sie weiß nicht, ob du diese Märkte kennst, ne? Da kommt von links einer, von rechts einer, alle wollen dir was verkaufen, und es riecht mal bisschen komisch, und dann liegen da irgendwie tote Fische rum und so. Das war für unsere Vegetarierkinder jetzt auch nicht so, also das war noch nicht mal für mich lecker manchmal und so. Also das ist ja so, das ist ja das zum Teil das Schöne, und das ist ja immer so eine Mischung aus Faszination und so ein bisschen Ekel oder auch Stress. Und das hat die auch ein bisschen, eigentlich hat sie es geängstigt, aber alleine schon das, dass wir das eben erkennen können, dass ein Kind da ein bisschen, wie soll ich jetzt sagen, motzig ist vielleicht der falsche Ausdruck, aber schlecht gelaunt wird oder so.
Angestrengt, ich will jetzt nach Hause oder irgendwie so was.
Und das Spannende jetzt heute war eben, dass das gar nicht nur wir aufgefangen haben, sondern die Kids haben es untereinander aufgefangen. Also dann fängt der eine dem Jüngsten, der so ein bisschen gestresst ist, an, irgendwas zu erzählen, ein Thema, von dem er genau weiß, dass das den anderen fesselt. Ich glaube, über Star Wars kann man hier überhaupt was sagen. Und erzählt da irgendwas und fragt ihn dazu irgendwas. 10 Minuten später sind die zwei in einem Gespräch vertieft, wo du denkst, okay, du musst jetzt nur aufpassen, dass die nicht vor lauter Dings gegen eine Hauswand laufen, weil die so miteinander sprechen.
Aber das Coole ist, dass der Kleine dann zu dem Größeren sagt: Boah, voll danke, dass du das gemacht hast, weil du hast mir gerade geholfen, da rauszukommen, und jetzt geht's mir wieder gut. Und dann sagt der Große: Ja, das war der Plan.
Ja, genau.
Das war die Idee. Wenn also, das sind einfach die Momente, in denen unser Elternherz wirklich vor Glück überläuft, weil es nicht nur einfach, wenn wir zusammen sind, immer so ein schönes Miteinander, also es ist ein schönes Miteinander, aber es ist eben auch so eine unterstützende Atmosphäre, wo jeder für den anderen da ist, komme, was wolle. Und da fühlt sich wirklich genauso an für uns wie wir uns das früher vorgestellt haben, wie wir gern hätten, dass Familie ist. Ja, und in den unterschiedlichsten Konstellationen holen sich die unterschiedlichsten Menschen von den unterschiedlichsten anderen Unterstützung und profitieren wieder beide gleichermaßen davon. Und das ist einfach total, total schön zu beobachten und macht uns auch stolz und glücklich, dass wir das, dass wir da drangeblieben sind. Und das wollen wir, da wollen wir dir einfach Mut machen, wollen dich bestärken, dass du, wenn du ein Bild in dir hast, wie du dir Familie vorstellst, wie du dir Beziehung vorstellst, wie du dir Elternsein vorstellst, wenn du ein Bild oder ein Gefühl in dir hast, wie du es gerne haben möchtest, wenn du heute da noch nicht bist, dann Lass dich nicht von irgendwelchen anderen Menschen entmutigen, sondern bleib dabei, geh weiter, bleib dran und setz das für dich um. Weil du wirst, wenn du dir das vorstellen kannst, kannst du es auch erreichen. Und klar sind wir gerne an deiner Seite und unterstützen dich, weil natürlich haben wir auf dem Weg auch Fehler gemacht und sind Umwege gegangen. Und wir zeigen dir natürlich gern die Abkürzung, Kürzung, dass du so schnell wie möglich das schönste Familienleben erlebst. Einfach weil wir wissen, wie viel weniger Energie uns das Elternsein kostet, seit wir nicht mehr damit beschäftigt sind, Streits zu schlichten oder Gemecker aus der Welt zu schaffen. Und ich weiß auch, wie ich das oft noch früher persönlich genommen habe, wenn ich angemeckert worden bin und mich dann schlecht gefühlt habe. Also das kostet einfach viel Energie. Und wenn du die Energie einfach lieber für was anderes zur Verfügung hast und den schnellsten Weg in dieses Familiengefühl finden willst, ja, dann sind wir gerne hier und an deiner Seite und unterstützen dich. Und für heute aber einfach die Botschaft: Never give up, ja, bleib dran, egal wie schwer es gerade aussehen will. Du kannst es schaffen, wir wissen aus eigener Erfahrung: Es ist möglich, das Familienleben zu kreieren, von dem du träumst. Alles Liebe!
In diesem Sinne, genau, bis zum nächsten Mal. Danke dir, tschüss!
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