In diesem deutschsprachigen YouTube‑Monolog erklärt Uli Bott von „Gemeckerfrei“, warum das häufige äußere Lob von Eltern das Kind langfristig von seiner eigenen intrinsischen Motivation abhängig macht und die Freude am Lernen untergräbt. Er illustriert anhand eines Beispiels, wie ein Kind zunächst aus reiner Lust malt, dann aber durch wiederholtes Lob das Verhalten anpasst, schneller arbeitet und schließlich nur noch das Lob sucht, wodurch die Qualität der Arbeit sinkt. Bott analysiert die psychologischen Hintergründe: Eltern loben, weil es ihnen ein gutes Gefühl gibt und weil sie unbewusst das Kind nach eigenen Vorstellungen formen, was das Lob zu einer manipulativen Bewertung macht. Als Gegenmaßnahme schlägt er das Prinzip „Wahrnehmen statt bewerten“ vor: Statt wertende Kommentare zu geben, beobachtet man das Kind, benennt konkrete Aspekte (z. B. „Du hast viel Blau verwendet“) und stellt offene Fragen nach dem Erleben. Er betont, dass das Kind nicht ignoriert werden darf, aber das Lob sparsam und nur bei echten ersten Erfolgen eingesetzt werden sollte, um die Eigenmotivation zu erhalten. Abschließend fordert er die Zuschauer auf, ihre typischen Lobsätze in den Kommentaren zu teilen, um das Bewusstsein für die eigene Sprache zu schärfen.
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Hör auf, dein Kind zu loben. Ja, du hast richtig gehört. Streich jedes „Super gemacht", „Toll" oder „Du bist so schlau" aus deinem Wortschatz. Weil jedes Mal, wenn du das sagst, dann denkst du wahrscheinlich, du baust das Selbstbewusstsein deines Kindes auf. Aber in Wahrheit machst du es gerade systematisch von dir abhängig und zerstörst seine intrinsische Freude am Lernen. Weil stell dir mal vor, das Kind sitzt am Tisch und malt. Es kommt strahlend zu dir und zeigt sein Bild. Du sagst: Super, was für ein schönes Bild! Das Kind geht zurück, malt weiter, kommt 3 Minuten später mit dem nächsten Bild. Du sagst wieder: Toll gemacht! Schon bisschen weniger emotional. Das Kind geht wieder zurück. Ab jetzt malt's immer schneller. Nach dem dritten, vierten, fünften Bild sind nur noch ein paar hastige Striche auf dem Papier zu sehen. Es rennt zu dir, fordert das nächste Lob ein und das nächste. Beim ersten Bild war dein Lob wahrscheinlich noch echt. Aber spätestens beim dritten oder vierten Bild kannst du gar nicht mehr authentisch loben. Und jetzt steckst du in der Falle, weil du kannst nicht nix sagen, das wird dein Kind nicht zulassen. Also wirst du irgendwie versuchen, unehrlich weiterzuloben. Aber das ist fatal, weil dieses halbe Lob, dieses inkongruente, unehrliche Lob erzeugt immer weniger Wirkung im Kind. Und in der Folge kommt es noch öfter zu dir, um um diesen Lob-Kick einzufordern. Unsere Kinder sind schon in jungen Jahren zum Lob-Chunky geworden. Hallo, ich bin Uli Bott von Gemeckerfrei, und in diesem Video zeige ich dir, warum jedes Lob von außen dein Kind abhängig macht, wie wir Lob unbewusst als manipulatives Erziehungswerkzeug missbrauchen, und wie du deinem Kind stattdessen seine intrinsische Motivation und die Freude am Tun gibst. Erstmal ist Lob ja was Tolles. Vielleicht bist du ja auch damit aufgewachsen, auch mit diesem Spruch: Nicht geschimpft ist gelobt genug. Ja, das galt bei meinem Papa zu Hause, also von da kam das: Nicht geschimpft ist gelobt genug. Und in der Folge sind wir natürlich voll, als Eltern wollen wir es besser machen und loben und loben und loben unsere Kinder, denken, wir tun ihnen was Gutes. Der Deshalb wird dich dieses Video vielleicht auch wütend machen, oder es wird dich pieksen, oder ja, motivieren, das zu überdenken. Lob macht einfach abhängig, egal ob du sagst, du bist so klug, oder ob du sagst, das hast du super gemacht, oder du siehst wunderschön aus. Alle diese Lobe, das ist immer eine Bewertung von außen. Und Lob macht immer abhängig von der externen Bewertung, weil wenn dein Kind malt, dann macht es das am Anfang aus purer intrinsischer Motivation, also aus sich heraus. Es hat einfach Freude am Tun. Aber in dem Moment, in dem du das Ergebnis bewertest, und zwar ist es egal, ob du sagst, da hast aber einen schönen Elefanten gemalt, oder ob du sagst, toll, was für ein tolles Bild, oder großartig, was du da gemalt hast. Das sind alles Bewertungen, und damit verschiebt sich mit der Zeit— nicht von Tag ein, von einem Tag auf den anderen, aber mit der Zeit verschiebt sich der Fokus des Kindes. Es malt dann nicht mehr, weil es das Malen so liebt, sondern es malt, um dein Lob zu bekommen, und es verliert die Freude am Prozess, und damit verliert es auf Dauer auch die Ausdauer und die Lernbereitschaft dranzubleiben, wenn mal was nicht sofort klappt oder nicht sofort beklatscht wird. Aber warum machen wir das dann? Warum loben wir so viel? Loben wir, weil es uns ein gutes Gefühl gibt? Wenn wir ehrlich sind, ja, auch, und weil wir dem Kind was Gutes tun wollen. Aber wir nutzen Lob auch unbewusst, um unsere Kinder nach unseren eigenen Vorstellungen zu formen. Wenn wir es toll finden, dass ein Kind ein Wildfang ist und ständig voller Matsch nach Hause kommt, dann loben wir genau das. Wenn wir es toll finden, dass ein Kind ruhig ist und süß aussieht, dann loben wir das. Wir belohnen mit unserem Lob also das Verhalten, das uns Erwachsenen gefällt. Und wir glauben, wir stärken damit das Selbstbewusstsein des Kindes, aber in Wahrheit lernt das Kind dadurch nur, wie es sich verhalten muss, wie es sein muss, damit es uns gefällt. Es lernt nicht damit, wie es sich selbst gefällt, und in der Folge verliert es den Kontakt zu sich selbst. Und das ist der Moment, in dem Lob zur Manipulation wird. Die Lösung, wie du es anders machen kannst, ist: Wahrnehmen statt bewerten. Wie kannst du das machen? Heißt es, du sollst dein Kind ignorieren, wenn sie dir was zeigen? Auf gar keinen Fall, weil keine Bemerkung, kein Lob, wenn man Lob erwartet, ist schlimmer als eine geäußerte Kritik. Aber ich lade dich einfach ein, dass du als Mama oder Papa aufhörst zu bewerten, dass du anfängst wahrzunehmen. Wenn dein Kind dir also das nächste Mal ein Bild zeigt, dann sag nicht: Das ist aber schön, oder ist aber ein tolles Bild, sondern sag doch zum Beispiel mal: Ich sehe, du hast ganz viel Blau verwendet. Oder du fragst nach: Du hast gemalt, was hast du dir dabei gedacht, als du gemalt hast? Oder du fragst: Hat es dir Spaß gemacht zu malen? Du zeigst echtes Interesse, du bist präsent, du siehst dein Kind, aber du bewertest es nicht. Du lässt die Freude bei deinem Kind, statt sie durch dein Urteil an dich zu reißen. Und das ist vielleicht die größte Herausforderung für uns Eltern, weil wir müssen lernen, unsere eigenen Erwartungen zurückzunehmen und unsere Kinder einfach nur zu sehen, ohne sie durch unser ständiges Loben in eine Form zu pressen. Und natürlich gibt's Situationen, in denen ist ein Lob durchaus mal angebracht. Wenn dein Kind irgendwas zum allerersten Mal geschafft hat, dann ist natürlich, dass du sagst: Toll, super, großartig, dass du ein Tor geschossen hast. Aber spätestens das dritte Tor in Folge kannst du nicht mehr in der Form positiv bewerten. Und am Ende willst du, dass dein Kind Fußball spielt aus Freude am Fußball. Spielen und nicht der Tore wegen. Deshalb sei ultra sparsam mit Lob, ultra sparsam, und trainier stattdessen, wie du dein Kind wirklich sehen kannst, wie du in Kontakt kommst, in Verbindung kommst, weil du es wahrnimmst. Meine Frage an dich ist jetzt einfach: Was ist dein typische Lobsatz, der dir im Alltag immer wieder rausrutscht, obwohl du ihn vielleicht gar nicht so meinst? Ist es super gemacht, oder ist es toll, oder prima, oder großartig? Was sind diese Wörter, mit denen du eigentlich jeden Satz einleitest, oder welches Lob nutzt du? Schreib's mir in die Kommentare, ich lese jeden einzelnen und antworte persönlich. Bis bald, bleib liebevoll!