Warum Weihnachten nur das Brennglas ist - Podcast 065

In dieser Podcast‑Folge diskutieren die beiden Moderatoren (SPEAKER A und SPEAKER B) das gängige Weihnachtsritual aus der Perspektive von Eltern und Kindern. Sie kritisieren, dass traditionelle Abläufe – vor allem das lange Warten auf die Bescherung und das Einfordern von Anpassung bei den Kindern – zu erheblichem Stress, Ungeduld und einem Gefühl von Unfairness führen. Die Gastgeber argumentieren, dass Weihnachten zu einem "Fest der Würde" werden sollte, bei dem die Bedürfnisse und das Erleben der Kleinsten im Mittelpunkt stehen. Sie zeigen anhand von Beispielen, wie Kinder Zeit wahrnehmen, warum das Warten auf Geschenke für sie fast wie Folter wirkt und warum das Streben nach Fairness illusorisch ist. Praktische Vorschläge umfassen das Vorziehen oder Aufteilen der Geschenkübergabe, das flexible Einbinden von Großeltern, das Reduzieren von Erwartungsdruck, das offene Ansprechen von Neid und anderen Emotionen sowie das bewusste Hinterfragen und Anpassen von Familientraditionen. Der Podcast endet mit einem Aufruf, mutig neue, kindorientierte Weihnachtsrituale zu etablieren, um ein entspannteres, liebevolles und würdevolles Fest für alle zu schaffen.
Chapters
Hallo, herzlich willkommen hier beim Gemekerfly Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Partnerschaft und der Familie.
Und heute haben wir ein Weihnachtsthema.
Genau. Kurz vor Weihnachten.
Aber du kannst dir die Folge auch anhören, falls du, falls gerade nicht Weihnachten ist, weil sie ist auch dann spannend.
Und es wird ja wieder ein Weihnachten kommen.
Genau das auch. Aber da werden wir wieder eine Weihnachtsfolge machen.
Nur das Thema eigentlich, finde ich, ist ja mit eines der Themen, was uns immer wieder passiert ist. Und vermutlich gibt es auch den ein oder anderen Zuhörer, der das auch kennt, dass dass man nach Weihnachten denkt: Oh, bis zum nächsten Weihnachten ist ja noch ewig Zeit. Und schwupp war dann schon wieder der 4. Advent. Also wann immer du die Folge hörst und für dich was mitnimmst, kannst du ja jederzeit dich eingeladen fühlen, euer Weihnachten zu überdenken und die Zeit zwischen Weihnachten und Weihnachten sowieso.
Genau. Und was mir da nämlich noch einfällt, da erinnere ich mich an ein Gespräch zwischen uns beiden, schon sehr lang her, da waren unsere Kinder noch sehr klein. Da haben wir uns eben unterhalten über Weihnachten und Traditionen und wie wir es machen wollen und haben gesagt: Ja, okay, das ist ja schön, dass es Traditionen gibt. Es gibt ja auch immer so Familientraditionen, wie man das macht. Da kommt die Oma und dann gibt es dieses Essen und was weiß ich. Und gleichzeitig geht es ja auch immer wieder darum, neue Traditionen zu erschaffen.
Ja, voll.
Also dem auch immer wieder was beizutragen, daran was zu verändern und nicht starr daran festzuhalten. Ja, und das ist so als kleiner Einstieg, weil darum geht es ja jetzt auch so ein Stück weit.
Genau. Und das Thema ist: Warum Weihnachten nur das Brennglas ist. Und der Untertitel sozusagen, oder der Der Appell, den wir gerne mitschicken wollen, ist: Lasst uns Weihnachten zu einem Fest der Würde machen.
Ja, weil eigentlich, oder nicht nur eigentlich, weil ohne Würde keine Liebe.
Absolut.
Und weil ja, Weihnachten ist ja schon das Fest der Liebe. Das ist ja schon ein Titel, den es hat.
Ja, und gleichzeitig ist es aber dann oft eine Farce, weil es also aus unserer Sicht wird es oft als Farce gelebt, weil die Grundemotion an Weihnachten oft was anderes ist, aber nicht Liebe und auch nicht Würde, weil das ganz oft mit ganz viel innerer Anspannung einhergeht und weil wir Erwachsene nicht gelernt haben, mit unserer eigenen Anspannung umzugehen und dann eigentlich Es hört sich ein bisschen fies an, wenn ich das so sage. Ich weiß selber. Aber wir treten dann eigentlich nach unten. Also wir fordern dann von unseren Kindern Anpassung an eben alte, gewohnte Traditionen und übersehen dabei, dass unsere Kinder eigentlich an der Stelle die schwächsten Glieder sind, weil die die wenigste Lebenserfahrung haben, den kürzesten Weitblick haben, weil die eigentlich noch gar nicht wirklich in der Lage sind, das zu überblicken. Und wir mit dem Wunsch, dass das Fest gelingt und dass alle glücklich sind, eben schnell dazu neigen, von den Kindern Anpassung zu erwarten, wo die eigentlich gar nicht in der Lage sind, sich anzupassen.
Ja, und da ist ja so dieser, dieser Gedanke dahinter, dass wenn die Kinder sich anpassen, sind die anderen glücklich. Aber in Wirklichkeit ist keiner glücklich, wenn die beteiligten Kinder nicht glücklich sein können.
Ja, und die, die— ich finde auch, dass selbst wenn ich als Erwachsener dann glücklich und zufrieden bin, weil ich denke, es hat alles irgendwie funktioniert, läuft läuft es aus meiner Sicht trotzdem verkehrt, weil ich, also die Kinder sind nicht für mein Glück verantwortlich und ich kann nicht, also es geht nicht darum, glücklich zu sein, weil die Kinder funktioniert haben, sondern ich kann glücklich sein, weil die Kinder Kinder sein konnten. Ja, weil ich kann glücklich sein, wenn die Kids glücklich waren. So, dass die Nummer funktioniert. Aber die Kinder sind nicht für mein Glück verantwortlich. Und in dem Moment, wo ich Anpassung einfordere, mache ich die Kinder für mein Glück verantwortlich. Und jetzt lass uns einfach mal angucken, so paar Beispiele, wo wir eigentlich oft von den Kids gerade an Weihnachten so unfassbar viel Anpassung einfordern. Das erste Beispiel ist ja einfach mit der Bescherung und dem Warten.
Ja, mit dem Zeitpunkt der Bescherung, was da alles noch davor passieren muss. Von der Christmette bis zum Abendessen.
Dann stehen vielleicht die Geschenke schon den ganzen Tag unterm Baum und man sieht die schon immer und man darf sie aber nicht anfassen. Oder keiner weiß eigentlich genau, wann es die Geschenke, wann die kommen. Und das ist alles irgendwie eigentlich für die Kinder den ganzen Tag Anspannung auf endlich Bescherung. Wir machen das ja bei Kindern, also wenn die Kinder Geburtstag haben. Ich weiß nicht, wie ihr das macht, aber bei uns gibt es die Geschenke am Geburtstag in der Früh und gab es die schon immer in der Früh, damit die Kids eben nicht warten müssen. Und als ich neulich einen Text dazu geschrieben habe, der jetzt auch so ein bisschen, der uns jetzt auch ein bisschen inspiriert zu der Folge, ist mir das noch mal so krass in Erinnerung gekommen, als unser Jüngster geboren wurde. Und dann haben die noch ein paar Sekunden wahrscheinlich nur gebraucht, als der geboren war, bis sie ihn mir auf den Bauch gelegt haben. Und ich war quengeliger als jedes kleine Kind, bis ich den endlich wieder bei mir hatte, sozusagen. Und das ist aber für mich der Inbegriff, also dieses Gefühl von: Ich kann jetzt nicht warten. Das ist das, wie ich mir vorstelle, dass sich Kinder fühlen, wenn da ein Berg voll Geschenke vor ihrer Nase liegt und sie soll noch warten. Und da einfach zu sagen: Okay, wie viel entspannter wäre denn Weihnachten für uns alle, wenn die Bescherung zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet? Wie viel entspannter könnte das uns den Tag machen?
Weil es ist einfach so, dass also Kinder haben kein Zeitgefühl. In Wahrheit haben wir Erwachsene das auch nicht. Wir haben zwar gelernt, dass wir ungefähr wissen, wie lange eine halbe Stunde ist. Und wir haben halt auch gelernt, uns zu gedulden. Aber Kinder sind dazu überhaupt nicht in der Lage. Wenn du sagst, das dauert jetzt noch eine Stunde, das ist für das Kind genauso, wie wenn du sagst, das dauert jetzt noch 5 Minuten. Das macht keinen Unterschied. Und deswegen sind ja auch Kinderbücher oder auch Kinderfilme, sind ja immer so, die sind für uns Erwachsene nicht spannend, weil die, wenn die für die für Kinder wirklich geeignet gemacht sind, dann haben die einen Spannungsbogen von mal 3 Minuten oder so, und dann wird das eigentlich schon wieder aufgelöst. Und alles andere ist für die Kinder dann eben zu aufregend. Und daran kannst du eigentlich sehen, so ein ganzer Tag, das ist die pure Hölle.
Ja, und was mir immer total geholfen hat, ist einfach mal rechnen. Wie viel ist ein Tag oder 5 Stunden oder 10 Stunden? Im Verhältnis zu meiner Lebenszeit, im Vergleich zur Lebenszeit eines Kindes. Also wenn jetzt, was weiß ich, das Kind 5 Jahre alt ist, wie viel sind 10 Stunden in seiner Welt im Vergleich zu 10 Stunden in meiner Welt? Und dann kann ich einen Faktor errechnen. Mach das gerne mal, nimm mal einen Taschenrechner, errechne dir da einen Faktor und Multipliziere dann mal die 10 Stunden mit dem Faktor und dann weißt du, wie viel, wie lange du im Verhältnis warten müsstest, um genauso lange zu warten wie dein zum Beispiel 5-jähriges Kind. Was uns passiert, wenn wir eben die Geschenkebescherung beim traditionellen abendlichen ereignisbelassen sozusagen, dann ist es eigentlich kein Wunder, wenn die Kids dann super aufgeregt sind, ungeduldig sind und dann durchs Zimmer toben wollen, weil die Spannung muss irgendwie raus und sich dann aber benehmen sollen, möglichst ruhig am Tisch sitzen sollen und im besten Fall noch die Gespräche der Erwachsenen nicht stören sollen. Und das ist ehrlich gesagt ja auch für einen 10-Jährigen noch die reinste Folter. Das ist sogar für mich die reinste Folter. Ich finde immer, das beste Beispiel ist, wenn ihr euch zusammen über— der Johannes, der Jakob und der Bernd, wenn die sich zu dritt über irgendwelche technischen Details oder über irgendwelche Filme unterhalten. Ja, die, die geguckt haben. Und dann geht es 10 Minuten oder eine Viertelstunde und ich sitze daneben und langweile mich zu Tode. Und dann kriege ich echt, entweder will ich mein Handy rausholen, was bei uns am Esstisch einfach keinen Platz hat, oder ich will weglaufen, weil ich es einfach so uninteressant finde. Und als ich das das erste Mal erlebt habe, ist mir bewusst geworden, wie langweilig das Selbst wenn man mit zwei Kindern spricht und das dritte sitzt nur dabei und hört zu, wie langweilig das für dieses dritte Kind sein kann. Und gerade an Weihnachten ist das echt die Pest in Dosen, weil man ja noch ständig drauf wartet, dass alle bitteschön möglichst schnell jetzt fertig werden, damit man dann endlich die Geschenke auspacken kann. Also mach's dir da wirklich leichter.
Und ich glaube, man darf das oft gar nicht unterschätzen, das habe ich auch schon von vielen gehört, dass wenn dann jemand mal ein paar Wochen vor Weihnachten den Impuls so in die Verwandtschaft, die sich halt vielleicht alle trifft an dem Heiligabend, den Impuls reingebracht hat und gesagt hat: Pass auf, wollen wir das nicht mal anders machen? Dann sagt auf einmal die älteste Oma am Tisch sagt: Ja, das wollte ich eigentlich schon immer. Oder: Das ist doch mal eine gute Idee, immer dieser Affenwahnsinn da, den wir hier veranstalten oder so, ne. Also weil ganz oft passiert ja das, alle denken, der andere braucht es, um sich wohlzufühlen.
Ja, genau.
Der braucht diesen Rahmen. Und in Wirklichkeit sagen alle schon längst, wir können es auch anders.
Keiner traut sich, die Tradition in Frage zu stellen, weil alle denken, die anderen brauchen die Tradition.
Genau, und in Wirklichkeit braucht es keiner, oder es findet vielleicht sogar die Hälfte sowieso schon immer doof, weil sie eigentlich auch weiß, ihr Geschenk aus packen wollen oder was auch immer.
Ja, also auch selbst wenn jetzt, wenn du es jetzt kurz vor Weihnachten hörst, kannst du immer noch sagen, okay, wie können wir es denn noch neu denken, dass es für alle einfach entspannter wird? Weil es ist ja auch für die Großeltern viel netter, wenn die womöglich dann mit euch mal am Tisch sitzen sitzen können und mal ein paar Sätze sprechen können, weil die Kiddies vielleicht sogar mit ihren Geschenken schon beschäftigt sind. Oder es macht ja auch mehr Spaß für eine Oma oder einen Opa, sich mit einem Kind an einem Geschenk zu erfreuen, als irgendwie dafür Sorge zu tragen, dass nicht irgendwie das halbe Wohnzimmer samt Weihnachtsbaum über den Haufen gerannt wird, sozusagen, weil die Kids halt so unter Strom stehen. Ja, und dann wollten wir noch was zu Geschenken erzählen, weil wir haben es neulich erst in unserer Gruppe gelesen, weil wir da gerade so eine Dankbarkeits-Challenge haben, wo manche geschrieben haben, sie haben jetzt endlich alle Geschenke und sie hoffen, dass alle glücklich sind und dass es fair ist für alle und so. Und verabschiede dich von dem Gedanken, dass du es jemals schaffen könntest, dass es fair ist. Weil erstens gibt es überhaupt keine Fairness, es ist nur ein empfundenes Gefühl. Habe ich genug bekommen? Bin ich genährt worden? Je entspannter der Tag insgesamt ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich jedes Kind genährt fühlt. Je angespannter der Tag ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eins der Kinder nicht genährt fühlt. Und dann ist eine Möglichkeit, dass sich das eben an den Geschenken äußert, weil die Kinder das gut verknüpfen können. Da können sie eine gute Begründung dafür finden. Weil eigentlich weinen sie vielleicht, weil weinen sie vielleicht. Und wenn du sie fragst, warum sie weinen oder warum sie betrübt in der Ecke sitzen, sagen sie, dass sie das unfair finden, dass das andere Kind XY gekriegt hat und sie aber nicht. Und eigentlich ist das aber nur die abgefallene Anspannung von dem ganzen Tag, die von dem Kind gerade abfallen kann.
Ja, weil was dann nämlich oft passiert, dass genau das Kind, dem es im ersten Moment, das eben, jetzt sage ich mal, traurig in der Ecke gesessen ist oder so, dass das dann eine halbe Stunde später auf einmal eins von seinen Geschenken entdeckt, von dem es erst gar nicht so begeistert war, und dann auf einmal darin versinkt, während die anderen schon wieder durch sind mit allem und so. Und daran erkennst du eben, dass das ist halt unser Gehirn, und das machen wir Erwachsene in Wahrheit genauso, das sucht sich ja immer die leichteste Begründung, die naheliegendste, nicht die leichteste, sondern die naheliegendste.
Ja, die, die wir uns selber glauben und bei der wir auch glauben, dass wir damit auf offene Ohren stoßen, sozusagen. Da kannst du ein ganz profanes Schulbeispiel nehmen. Wenn ein Kind Hausaufgaben zu machen hat und kommt und sagt: Ich habe keine Lust, die Hausaufgaben zu machen, das ist voll blöd. Dann sagen die wenigsten Eltern: Ja klar, dann mach es halt einfach nicht. Wenn das Kind aber kommt und sagt: Ich habe solche Angst, ich kann das nicht, ich kriege das bestimmt nicht hin und ich bin wirklich zu Ich bin zu doof dafür, dann sagen die allermeisten Eltern: Na komm, mach erst mal eine Pause. Wir schauen es uns nachher mal zusammen an. Ich helfe dir. Das kriegen wir schon hin. Also die Art der Begründung, die ein Kind wählt, sagt total viel darüber aus, was es für eine Reaktion von uns erwarten kann. Und wenn wir Erwachsene sowieso schon angespannt sind, ob wir mit den Geschenken denn ins Blaue getroffen haben oder den Nagel auf den Kopf getroffen haben oder eben nicht, dann werden die Kinder genau die Stelle nehmen, um das als Begründung für ihr Unwohlsein zu benutzen. Und gleichzeitig kann es einfach manchmal sein, dass auch ein Gefühl von Unfairness einfach mal vorbeikommt. Kann einfach sein, dass du Bei allem, bei aller Mühe, die du dir gegeben hast, kann einfach sein, dass mal ein Geschenk nicht gefällt. Es kann einfach passieren. Und es kann einfach passieren, dass ein Kind das Gefühl hat, es wird benachteiligt im Vergleich zu seinen Geschwistern. Und dann eben zu gucken, wie kannst du auch diese Gefühle da sein lassen? Wenn nicht so ein großer Druck auf diesem Weihnachten und dass das der tollste Tag im Leben so ungefähr oder im Jahr wird, wenn da nicht so ein Druck drauf ist, Dann kann es menschlicher sein und dann können alle Gefühle auch einfach da sein. Und in dem Moment, wo sie da sein dürfen, können sie auch einfach durchfließen und wieder gehen. Und dann entsteht gar kein Drama draus, weil gar nicht der Versuch entsteht, den Deckel auf den Topf zu drücken und Anpassung einzufordern, weil dieser Deckel muss irgendwann runter explodieren. Implodieren, wenn es im Topf eben schon anfängt zu köcheln. Ja, ich hoffe, dass das jetzt ein bisschen verständlich war.
Man kann sich den Podcast ja noch mal zurückspulen und noch mal anhören.
Genau.
Ich fand es schon sehr gut verständlich.
Und manchmal sind wir halt auch neidisch, weil wir uns gerade selber nicht gut fühlen. Und das kennen wir ja auch alle, das, ich kenne das total gut, dass ich ich mir früher dachte, was weiß ich, bei der einen Freundin, das sieht immer, der gelingt das alles immer viel leichter als mir. Oder die andere, die irgendwie essen konnte, was sie wollte und immer schlank war. Und einfach sozusagen, wir sind manchmal einfach neidisch auf das, was andere haben. Und auch das ist ein Gefühl, mit dem unsere Kinder lernen dürfen klarzukommen. Und die Botschaft hinter dem Gefühl gefühlt zu verstehen. Und da können wir sie einfach begleiten, indem wir den Raum aufmachen, dass auch an Weihnachten diese Gefühle da sein dürfen. Auch wenn die Omas da sind, auch wenn die Verwandtschaft zusammenkommt, auch wenn vielleicht andere dann sagen: Oh Gott, ihr müsst den Kindern mal einen Riegel vorschieben. Dann kannst du an der Stelle einfach sagen: Du, danke für deine Meinung dazu, und ich fühle mich Ich fühle mich mit der Art, wie wir mit unseren Kindern umgehen, echt wohl. Und ich mag das auch so weitermachen. Und das ist, da kommt nämlich der nächste, wir kommen wirklich so von einem Thema zum nächsten heute, weil da ist nämlich das ganz wichtige nächste Thema. Wir fordern nämlich so oft von unseren Kindern Anpassung ein, weil wir selber noch so schrecklich angepasst Weil wir uns gar nicht— uns ist es so, vielen von uns ist es so wichtig, dass Weihnachten für alle Beteiligten toll wird, dass wir gar nicht für uns oder dann auch für unsere Kinder, dass uns das gar nicht leicht fällt, für die einzustehen, zu sagen: Hier, wir machen jetzt die Bescherung. Schon um 4 oder um 3 oder um 2 oder wann auch immer. Ja, und es gibt was zu essen, was die Kinder gerne essen. Bei uns zum Beispiel gab es irgendwann Bratäpfel als Weihnachtsessen. Und ja, weil das halt, weil die Kinder sich das gewünscht haben und damit haben wir irgendeine alte Tradition über Bord geworfen. Und prüf mal für dich nach, wann du von deinen Kindern Anpassung wünschst oder einforderst, weil du selber dich nicht traust, für dich und deine Bedürfnisse einzustehen. Und dann wäre das Kind, das schreit, meckert und ausflippt, eigentlich nur dein verlängerter Arm.
Das ist dann, was du dir in Wahrheit wünschst, genau, tun zu dürfen.
Ja, genau. Und gleichzeitig ist es ja total unfair, wenn wir dann von den Kindern erwarten, dass sie das tragen. Nur weil wir nicht in der Lage sind, für uns einzustehen, sollen die Kinder sich anpassen, damit die Oma zufrieden ist. Das ist doch irgendwie verquer, weil da dürfen wir uns schon noch mal bewusst machen, dass die Kinder einfach das schwächste Glied in der Kette sind, weil das die Jüngsten sind. Die haben am wenigsten Lebenserfahrung, die haben noch am wenigsten Weihnachten erlebt, die haben diese Flexibilität einfach nicht.
Und die kann ich auch von, also auch von Großeltern erwarten, eigentlich diese Flexibilität, weil absolut Die sind einfach die, die dieses Mehr an Erfahrung haben. Die haben auch schon so viele Weihnachten erlebt. Da macht nichts, wenn jetzt eins mal anders ist.
Genau. Und was wir da einfach festgestellt haben, ist, je sicherer wir darin waren, dass wir Weihnachten kindorientiert gestalten wollen, umso weniger hat es irgendjemand anders in Frage gestellt. Also weil da ist ja auch wieder so, wenn du jetzt Wenn ihr darüber sprecht und da kommt irgendwie Kritik oder Gegenwind, sagen wir mal so, dann ist es ja oft nur deine innere Stimme auf laut gestellt. Das ist das, was wir selber befürchten, äußern die anderen Menschen dann laut.
Und wenn du da selber stabil bist, wenn du selber einfach weißt, wie du es gerne hättest, dann kommt da eben gar nicht der Gegenwind, genau, sondern dann kommt eher das, was wir schon am Anfang gesagt haben, ne, dass dann ganz viele sagen von den Beteiligten, ja, das ist doch mal eine gute Idee, ja, wenn das schon letztes Mal gedacht ist, Das ist doch irgendwie blöd für die Kinder oder was auch immer.
Ja, genau. Also habt da einfach Mut, Traditionen zu hinterfragen, einfach zu gucken, wo macht ihr Dinge gerade auch an Weihnachten, weil man die so macht, weil es schon immer so gewesen ist? Und wie könnt ihr das verändern? Wie könnt ihr es an den Bedürfnissen eurer Kinder, wie sagt man da, ausrichten? Wie könnt ihr es an den Bedürfnissen eurer Kinder ausrichten? Weil am Ende des Tages, wenn die Kinder happy sind an Weihnachten, sind alle anderen auch glücklich. Und wenn die Kids angespannt sind und ihr mit euren Kindern angespannt seid, dann sind auch die Großeltern und jede andere Verwandtschaft mit angespannt. Entweder weil sie sich erinnern, wie man sich fühlt als Eltern von kleinen Kindern, wenn es Knatsch gibt mit den Kids, und sie sich selber daran erinnern, wie unangenehm sie sich dabei selber gefühlt haben und sich unsicher sind, ob sie helfen sollen, wie sie helfen können, ob sie sich einmischen sollen, ob sie sich— das ist ja, da sind ja ganz viele Themen, die da auf die Bühne kommen. Wenn ihr mit euren Kindern sehr beschäftigt seid, weil die eben durchdrehen dann kommt vielleicht auch bei dem ein oder anderen Verwandten ein Gefühl von nicht beachtet werden oder nicht gesehen werden. Also da passieren so unterschwellig so viele Dinge, wenn Anspannung sich in eurem Raum breitmacht, dass unser Vorschlag und unser Tipp an der Stelle wäre: Einfach guck, wie kannst du jegliches Maß an Anspannung so so weit wie möglich reduzieren? Wie könnt ihr den Tag so gelassen wie nur irgendwie möglich miteinander verbringen? Und wie könnt ihr auch jetzt, ein paar Tage vor Weihnachten, da noch drüber sprechen und es entsprechend anpassen, dass es eben wirklich ein Fest der Liebe werden kann, ein Fest der Würde, wo die Bedürfnisse der Kleinsten an der ersten Stelle stehen. Und selbst wenn der Kleinste ein Teenager ist, dürfen dem seine Bedürfnisse an der ersten Stelle stehen. Und alle anderen sorgen zusammen dafür, dass ihr miteinander eine schöne Zeit verbringt, beide aufeinander achtet und dadurch in Liebe miteinander in Verbindung seid.
In diesem Sinne: Schöne Weihnachten! Schöne Weihnachten!
Alles Liebe!
Alles Liebe! Bis zum nächsten Mal!
Tschüss!
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