Weihnachten #gemeckerfrei - so geht´s - Podcast 013

In der Vorweihnachtsfolge des Eltern‑Podcasts „Gemeckerfrei“ diskutieren Uli und Bernd Bott, wie Familien die Weihnachtszeit stressfreier gestalten können. Sie beginnen mit dem Hinweis, dass die aktuelle Corona‑Situation zusätzliche Planungsfragen aufwirft, und empfehlen, frühzeitig ein gemeinsames Planungsgespräch mit Partner und Kindern (ab etwa 4‑5 Jahren) zu führen. Dabei sollen Erwartungen zu Ablauf, Essen, Geschenk‑Timing und Dekoration geklärt werden, um festgefahrene Traditionen zu hinterfragen. Sie zeigen, wie das Aufbrechen von Routinen (z. B. Geschenke vor dem Essen auspacken, flexible Baum‑Gestaltung) Stress reduziert und den Zauber für Kinder bewahrt. Weiterhin thematisieren sie den Umgang mit Wunschzetteln: Studien belegen, dass das Erfüllen konkreter Wünsche mehr Freude bringt als Überraschungen, wobei Eltern im Vorfeld unrealistische Wünsche ausschließen können. Die Brüder sprechen über die häufige Konkurrenz zwischen Geschwistern, betonen, dass Fairness nicht erzwungen, sondern begleitet werden muss, und geben konkrete Gesprächs‑ und Begleitstrategien (Gefühle zulassen, nicht begründen). Sie raten, Erwartungen an Verwandte zu ent‑lasten, Besuche flexibel zu planen und klare Kommunikationsregeln zu setzen, um den Druck auf Eltern und Großeltern zu mindern. Abschließend fassen sie zusammen, dass ein entspannteres Weihnachten aus offener Kommunikation, bewusster Erwartungssteuerung und kleinen, flexiblen Anpassungen entsteht, wobei die Bedürfnisse der Kinder im Fokus stehen, aber auch die eigenen Stressquellen der Erwachsenen adressiert werden.
Chapters
Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch, wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallo und herzlich willkommen. Hi! Willkommen zur Vorweihnachtsfolge.
Genau.
Und wir nehmen gleich das Thema Weihnachten als Thema für die heutige Podcastfolge und wollen dir ein bisschen Inspiration mitgeben, wie du vielleicht auch jetzt, so ein paar Tage vor Weihnachten, noch die Kurve kratzt, dass dieses Weihnachten auf jeden Fall entspannter wird als vielleicht die letzten. Oder wenn selbst das letzte schon entspannt war, dass du vielleicht trotzdem noch den ein oder anderen Impuls oder die ein oder andere Idee mitnehmen nehmen kannst, wie es noch schöner wird.
Für alle, für dich und für alle Beteiligten, für eure Kids, für euch als Kernfamilie und für alle drumrum, die auch immer noch mitfeiern.
Genau. Also als Erstes würde ich dir vorschlagen, wenn du das nicht eh schon getan hast, weil ich finde ja schon, diese Corona-Weihnachten sind ja schon noch mal irgendwie anders als die anderen. Wobei wir jetzt auch gehört haben, da kommt dann noch die Situation dazu, wie trifft man sich, wie getestet, geimpft, was weiß ich. Ja, da sind ja auch noch mal ganz andere Themen, die da mit hochploppen. Und das hat sicher auch viele Herausforderungen. Nur wir wollen jetzt mal das ein bisschen außen vor lassen und einfach zu sagen, okay, setzt euch doch mal zusammen, du, dein Partner, wenn die Kinder schon älter sind, so ab vielleicht 4 oder 5, ja, setzt euch doch mal zusammen und plant gemeinsam, wie wollt ihr eigentlich dieses Weihnachtsfest erleben?
Ja, weil das ist ja so spannend. Viele haben so feste Abläufe, die so dieses, ja, die ihr bewusst oder unbewusst so übernommen habt. Und es kann einfach total spannend sein und total befreiend, wenn man mal miteinander das entwickelt oder einfach erst mal nur drüber spricht. Was gefällt mir eigentlich? Was gefällt mir nicht? Wie hätte ich es gerne? Und um da halt auf euren Weg zu kommen.
Ja, weil ganz oft stellt man dann fest, dass man zum Beispiel für die Kinder was macht, was die Kinder total doof finden.
Genau.
Also so was wie, weiß ich nicht, dass man den Weihnachtsbaum nicht schmücken darf, zum Beispiel, weil das Christkind schmückt den Weihnachtsbaum. Das finden wir Eltern vielleicht total toll und die Kinder warten nur drauf, dass sie endlich alt genug sind, bis sie diesen Baum mitschmücken dürfen. Nur so als Beispiel. Oder auch zu sagen: Jetzt bist du ja alt genug, jetzt glaubst du ja nicht mehr ans Christkind. Und auf einmal hört der Zauber auf, obwohl die Kinder vielleicht sich eigentlich ganz gerne noch weiter verzaubern lassen wollen würden. Also auch es gibt ja diese Phase, das meistens vielleicht so, wenn die Kinder so 7, 8 sind, aber ich will mich gar nicht so festlegen, weil es ja wieder bei jedem individuell, da sprechen die schon drüber und sagen: Ich weiß schon, du bist das Christkind. Und trotzdem glauben sie an Weihnachten noch dran.
Ja, also so ein Zwischenstadium.
Genau.
Es ist halt total schön, wenn man sie in dem Zauber lassen kann, wenn sie da bleiben können.
Ja, und von dem her einfach zu sagen: Okay, setzt euch doch mal zusammen und sprecht mal ab. Wer mag das Essen, das es an Heiligabend gibt? Wer mag eigentlich das Essen, das es am ersten, zweiten Weihnachtsfeiertag gibt? Wer mag eigentlich, wie wir Weihnachten feiern? Und was davon mögen wir und was davon mögen wir nicht? Also zum Beispiel ist in vielen Familien das Tradition, dass die Geschenke erst nach dem Essen ausgepackt werden und die Kinder hibbeln rum und die Erwachsenen sind gestresst, weil die Kinder rumhippeln und irgendwie ist dann schnell, schnell und alle ärgern sich, weil man das Essen gar nicht gemütlich genießen kann, statt einfach festzustellen, okay, für die Kinder ist es ist halt die Qual hoch 10 zu warten, bis das blöde Essen vorbei ist. Und wir entstressen uns alle zusammen, wenn wir vorm Essen die Geschenke auspacken. Und dann können die Kids einen Happen essen und mit ihren Geschenken spielen. Und die Erwachsenen können in Ruhe so lange am Esstisch sitzen, wie sie das gerne möchten. Vorausgesetzt, man schenkt nicht Dinge, wo die Kinder dauernd Hilfe beim Aufbauen brauchen. Ja, aber verstehst, was ich meine, ne? Also wer legt denn fest, wann die Geschenke ausgepackt werden. Wer legt denn fest? Also ich meine, das soll das Fest der Liebe sein, und in ganz vielen Familien ist der ganze Tag oder sind die ganzen Tage alles andere als liebevoll, weil ständig irgendjemand irgendwie angespannt, gestresst ist. Sei es beim Weihnachtsbaum aufstellen, sei es bei der Frage, wie der Weihnachtsbaum geschmückt wird. Dürfen die Kinder auswählen, was da dran kommt und wo die Sachen hängen, oder hast du da irgend so ein Perfektionismus Aktionismus, wie der Baum aussehen sollte. Und dann gibt es, bist du schon angespannt, wenn irgendjemand anders was hinhängt? All diese Themen, all diese Themen mal aufzudecken, mal zu sagen, was hat mich eigentlich letztes Jahr gestresst? Wo war ich eigentlich angespannt? Und wie hätte ich es gerne eigentlich anders?
Und das als Also auch, dass du halt Dinge hast, wo du sagst, die haben mich immer gestresst. Nimm das als Geschenk und als den Hinweis, auf dessen Basis du jetzt eben was neu machen kannst. Weil das ist eigentlich immer wieder das Mega-Ding, sich nicht drüber aufzuregen und nicht mehr so, ach, das ist immer so doof und immer so, sondern zu sagen, ach ja, cool, da sehe ich ja genau, wie ich es anders hätte. Oder zumindest sehe ich genau, was ich nicht mehr will.
Und dann kannst du dich von den anderen Menschen in deiner Familie unterstützen lassen, wie ihr es verändern könnt.
Ja, und gerade wenn eure Kinder schon so alt sind, dass sie da mitreden können und wollen, dann haben die meistens sowieso die kreativsten Ideen, was das angeht. Das ist total schön.
Ja, oder auch so, was ist das Weihnachtsessen? Was isst man, weil es die Tradition ist an Heiligabend? Und da weiß ich, dass unsere Kinder zum Beispiel haben sich irgendwann gewünscht, dass es an Heiligabend Bratäpfel gibt. Und dann gab irgendwann immer Bratäpfel. Aber gleichzeitig gab es nachmittags Plätzchen und dann abends Bratäpfel. Und nach den Bratäpfeln sind uns allen irgendwie die Bäuche zusammengeklebt, ja, wo wir dann irgendwie festgestellt haben, okay, also dürfen wir irgendwie anders machen, weil so viel Zucker will hier irgendwie keiner essen. Und alle machen es nur, weil wir es halt jetzt schon 4 Jahre oder 5 Jahre so gemacht hatten. Und haben es dann wieder verändert und haben wieder gesagt, okay, gut, klar, kann es Bratäpfel mal geben, und gleichzeitig darf es auch was was geben, was jeder gerne isst. Immer wieder neu, immer wieder anpassen, immer wieder gucken. Wenn die Kinder älter werden, vielleicht ist es dann besonders schön, die Geschenke erst spät abends auszupacken, weil jeder das schon gut aushalten kann. Vielleicht ist es auch da immer noch so, dass es euch leichter ist, wenn ihr den Rummel halt zuerst schon habt. Und genauso für den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag. Wo kommt, es gibt ja viele Familien, die sind sehr viel unterwegs, von der einen Verwandtschaft zur nächsten, zur übernächsten. Und alle sind im Vorfeld da schon eher nervös oder angespannt. Und da einfach zu sagen, okay, welche, also wie, niemand ist darauf festgelegt, dass man sich nur an Weihnachten treffen kann. Wie sehr kann man es für alle schöner machen? Wenn man den Zeitstress da rausnimmt und die Erwartung daraus nimmt, dass man sich unbedingt an Weihnachten gesehen haben muss, und wie viel entspannter kann es für alle werden, ne? Weil wenn es jetzt an Heiligabend tolle Spielsachen für die Kinder gibt, dann haben die natürlich am ersten Weihnachtsfeiertag keine Lust, irgendwo hinzufahren, wo sie das nicht mitnehmen können. Weil natürlich, die wollen damit spielen, ist ja eigentlich auch voll logisch und voll nachvollziehbar.
Und gleichzeitig können ja diese Treffen auch total schön sein. Und auch da kann es ja hilfreich sein, im Vorfeld vielleicht jetzt mal die Gelegenheit zu ergreifen und zu sprechen. Wie sind denn die Erwartungen bei allen? Wenn ihr immer zu irgendjemandem am ersten Weihnachtsfeiertag geht und ihr merkt, die sind total gestresst, dann könnt ihr einfach, kannst du einfach hingehen und mal sagen: Pass auf, ich habe überhaupt keine Erwartungen. Ich habe überhaupt, ich will einfach nur eine schöne Zeit Zeit mit euch verbringen. Und wenn ich das mit Kochen zu sehr stresst, dann kommen wir einfach nachmittags. Alle bringen selber gemachte Plätzchen mit. Die Kinder machen einen Riesensauerstall mit dem Lego oder gekaufte Plätzchen. Ja, die Kinder machen einen Riesensauerstall mit dem Lego und wir haben alle gemütlich Spaß und sitzen einfach nur zusammen, um auch da diesen Stress rauszunehmen. Weil es muss sich heute ja keiner mehr was beweisen. Und wir sind ja alle, wir leben in einem Land, wo wir alle ständig gut essen, ob wir jetzt da noch mal Was gibt es da für einen Grund, sich oft so einen Stress zu machen?
Ja, selbst auch wenn die, die Oma oder die Schwiegermama oder die Mama oder wer auch immer da das total gerne hat, wenn ihr alle kommt an Weihnachten. Ja, was, was ich total nachvollziehen kann. Ich mag das auch. Und gleichzeitig nehmt denen doch auch die Last, dass da irgendwas aufgefahren werden muss. Oder guckt doch einfach, wie Wie kann es so gestaltet werden, dass auch, was weiß ich, deine Eltern untereinander keinen Stress kriegen müssen? Oder da, weil diese Anspannung, die dann so unterschwellig überall drinsteckt, die macht ja gerade für die Kinder und auch für uns Erwachsene das Erlebnis in Anführungszeichen kaputt. Da sind wir ja alle nur froh. Deine Eltern oder Schwiegereltern sind froh, wenn ihr wieder weg seid, und ihr seid froh, wenn ihr wieder Auto sitzt und irgendwie haben wir da nicht so wirklich was davon gehabt. Und von dem her einfach zu sagen, okay, wie, wie, wie, wie tut es uns denn gut? Wie wollen wir es denn haben? Und einfach ins Gespräch gehen und zu sagen, okay, lass doch mal alles, was man so macht, weg und schaut hin, wie passt es für euch?
Weil erfahrungsgemäß entspannen sich auch gerade die, von denen du es am wenigsten glaubst, total. Wenn man ihnen auf einmal diese Tür überhaupt aufmacht zu sagen: Okay, du kannst es anders machen, du kannst diesen Druck weglassen, du kannst einfach—
Es muss keine Ganz geben.
Es muss keine Ganz geben. Es kann auch eine Halb geben. Genau.
So, also es darf. Und es kann auch sein, dass es im ersten Moment ein bisschen auf Widerstand stößt, aber dann einfach zu sagen: Bleib dran, bleib einfach dran und mach die Tür immer wieder auf. Zu sagen: Wie tut es uns? Gemeinsam gut, wie schaffen wir das? Und man darf da schon auch einfach sehen, ja, für die Kinder ist das, die sind einfach noch am kleinsten, für die ist morgen einfach noch am allerweitesten weg. Ja, im Verhältnis zu deiner Lebenszeit ist morgen halt schon total nah da, für so ein Kind ist morgen noch total weit weg. Und wenn du dem sagst, heute kannst nicht mit dem ferngesteuerten Auto spielen, weil wir fahren zur Oma, da ist kein Platz, aber morgen kannst wieder damit spielen, dann ist das halt Schaltjahre für dieses Kind entfernt und total nachvollziehbar, wenn es das nicht gut aushalten kann. Und dann eben zu sagen, okay, wie finden wir denn einen Weg, dass es für die Kinder auch entspannter wird? Weil die sind ja auch so aufgeregt mit Christkind und Geschenke und was weiß ich, ja, vielleicht noch irgendwelchen Aufführungen, oder die sind ja so besonders angespannt und brauchen eigentlich unsere Unterstützung in den Tagen am allermeisten. Und wenn es denen gut geht, ist ja auch gleichzeitig wieder so, dass es uns Erwachsenen gut geht. Also könnte man durchaus auch das Wohlbefinden der Kinder an die erste Stelle setzen, einfach sagen, okay, gerade solange die noch kleiner sind, sind das halt in jedem Fall die wichtigsten Personen in dieser Zeit. Genau, und dann kommen wir noch zu einem zweiten großen Thema, über das wir kurz sprechen wollten. Und zwar ist das das Thema Geschenke, weil das ist ja auch oft so ein Stress- oder Streitthema, gerade wenn es mehrere Kinder gibt, gerade wenn die Kinder Dinge bekommen, die, oder Dinge nicht bekommen, die sie sich unbedingt gewünscht hätten. Wenn sie das Gefühl haben, der eine kriegt mehr, der andere kriegt weniger, dann ist ja auch oft, da hängt ja auch oft der Haussegen schief und es gibt Tränen und dann Stress und Streit in der Folge. Und deshalb wollen wir da gerne noch ein bisschen drauf eingehen.
Ja, da würde ich mal mit einer Studie anfangen. Studie, nicht Studio, sondern eine Studie anfangen, von der ich letztens gehört habe. Und zwar ging es darum zu vergleichen: Sind individuelle Geschenke, also Geschenke, die sich der Schenkende überlegt, ob die als wertvoller empfunden werden von dem, der beschenkt wird, oder ob quasi gewünschte Geschenke da größere Freude oder größeres Glück erzeugen. Das hat man anhand von Hochzeitspaaren untersucht, weil das ja so eine Situation ist, wo das irgendwie ganz üblich ist, dass man so eine Wunschliste ja auch veröffentlicht. Und dann gibt es ja immer wieder Menschen, die sagen, ich nehme nichts von der Liste, weil ich will was Individuelles. Und so weiter. Und es hat sich aber herausgestellt, dass die Menschen viel glücklicher sind. Also wenn jemand eine Liste macht, eine Wunschliste, was die meisten Kinder, den klassischen Wunschzettel machen, dann macht es den Menschen glücklicher, wenn er was geschenkt bekommt, was da draufsteht, und nicht wenn du dir was anderes überlegst. Außer es gibt eine Ausnahme, außer wenn du es total Wenn du es so überrascht, also was weiß ich, das Kind hat zum Beispiel, traut sich gar nicht, sich ein Handy zu wünschen, weil es irgendwie denkt, das kriegt es eh nicht. Und du gehst da so drüber, dass du sagst, okay, das weiß ich, das findet er total geil. Das ist nur außerhalb seines Ranges. Das kann man bei Kindern natürlich schon machen. Aber ansonsten ist es eben total, macht es Menschen nicht glücklich, wenn du da nicht den Wunschzettel erfüllst, sondern was anderes nimmst. Und auch wenn es ja bis hin dazu führt, dass du, weil man denkt ja so, na ja, die Überraschung ist ja dann nicht so da.
Aber es macht anscheinend nichts, auch wenn die Überraschung dann nicht so da ist, beziehungsweise ist die Freude einfach groß, wenn, es geht uns ja auch so, wenn du dir beim Lieferdienst eine Pizza bestellst, dann freust du dich ja auch, wenn die kommt. Die du bestellt hast und der nicht sagt, ich schmeiße jetzt irgendwas anderes drauf, weil Frau XY wird das gerne essen wollen. Sondern einfach zu sagen, okay, wenn ich, was ich mir wünsche, das habe ich mir ja auch überlegt, das hätte ich ja dann auch gerne. Und deshalb zu sagen, okay, mach es dir einfach und schenk was vom Wunschzettel. Und gleichzeitig kannst du ja immer, man nennt es primen, ja, vorab immer schon mal klarmachen, wenn es da, wenn da was draufsteht auf dem Wunschzettel, was es auf gar keinen Fall geben wird, dann kannst du das in den Tagen vor Weihnachten oder auch in den Wochen vor Weihnachten ja schon immer wieder fallen lassen. Immer wieder. Wir haben auch zum Teil dann gesagt, du, also das kannst du schon draufschreiben, aber also auch als das noch mit Christkind und so war, aber also ganz ehrlich, Also ich habe was flüstern hören, das verschenkt das Christkind nicht. So, ja, oder einfach damit da schon der Erwartungsdruck auch bei den Kindern rausgeht, dass da gar nicht die Enttäuschung so groß sein kann. Ja, und ansonsten eben Enttäuschungen sind ja, entstehen ja, wenn man der Täuschung auffliegt. Und die Idee, die die Kinder haben, ist, dass sie einen Wunschzettel schreiben und alles, was da draufsteht, dann bekommen. Und du darfst halt gucken, okay, bei welchen Wünschen hast du das Gefühl, wenn die jetzt nicht erfüllt werden, ist das Drama groß? Und das machst du, nimmst du halt schon vorweg, dass es die nicht geben wird. Dann ist zwar die Überraschung kleiner, aber gleichzeitig, wie der Bernd ja gerade erzählt hat, stehen Menschen gar nicht so sehr auf Überraschungen. Also nur die Schenkenden, aber nicht die Beschenkten. Geschenken stehen auf Überraschung. Von dem her, mach's dir leicht und schließ schon vorher aus, was es nicht geben wird. Und dann wird die Enttäuschung niedriger sein an Heiligabend, selbst wenn die Kinder die Geschenke auspacken. Zweiter Aspekt dazu ist immer so Konkurrenz unter Geschwistern. Der hat aber, wieso habe ich nicht?
Und der ist unfair.
Das ist unfair.
Als ich so alt war, habe ich das noch nicht gekriegt.
Und Das ist gerade, wenn du mehrere Kinder hast und die ein bisschen größeren Altersabstand auch haben, dann ist das immer wieder für die Kids eine Challenge und eine Herausforderung. Und was ich an der Stelle, was wir dir an der Stelle gerne mitgeben wollen, ist: Du wirst das Thema Konkurrenz unter Kindern, Konkurrenz unter Geschwistern nicht unterm Weihnachtsbaum auflösen. Das heißt, wenn deine Kinder sich miteinander vergleichen, wenn deine Kinder unterm Jahr immer wieder Konkurrenzkämpfe ausfechten, wenn die immer wieder gucken, was hat der andere, was habe ich. Also wenn das ein Thema ist, wenn Fairness bei euch zu Hause ein Thema ist, wirst du es nicht vermeiden, dass es auch an Weihnachten wieder passiert. Ja, und da einfach zu sagen, okay, also ich stelle mich schon drauf ein, ohne es vorwegzunehmen. Ich kann ja immer noch eine Wunschrakete abschicken und sagen, Wie cool wäre es denn, wenn es dieses Jahr total entspannt wäre? Und gleichzeitig zu sagen: Okay, meine Kinder, unsere Kinder haben noch nicht gelernt, dass es keine Fairness gibt. Da haben wir ihnen bisher was Blödes beigebracht. Und deshalb ist es jetzt so, dass sie auch diese Weihnachten vermutlich mit Konkurrenz beschäftigt sein werden. Oder es wird ein Thema sein. Also mache ich mir schon mal Gedanken darüber, wie kann ich das gut begleiten? Und am besten begleitest du das nicht, indem du eben nicht, am besten begleitest du es, indem du nicht begründest, weil das funktioniert überhaupt nicht zu sagen, ja, das ist ja auch klar, der hat das gekriegt, weil, und du hast das gekriegt, weil, und das ist so und so, weil nein, das begründen die anderen mit, dann fangen deine Kinder auch zu begründen, das ist aber trotzdem nicht fair, weil, und dann bist du in einer ewigen Diskussion, weil du kannst kannst mit dem Kopf, also mit Begründungen, keine Gefühle wegreden. Das heißt, wichtig ist einfach, dass das Gefühl da sein darf, dass du einfach dich neben das Kind setzt und sagst, sagst ihm, das ist aber ganz schön traurig jetzt, oder?
Genau, und das ist, du darfst einfach sehen, und da auch, da geht es ja wieder darum, die Erwartungen rauszunehmen, nicht dann in dem Moment zu sagen, ach, jetzt ist Weihnachten und jetzt Jetzt ist da wieder Stunk oder sind die irgendwie schlecht drauf oder so, sondern einfach sagen: Für die Kinder ist es also, und eigentlich ja für uns alle, ist es ja ein Tag wie jeder andere. Also ja, es ist irgendwie ein Feiertag und wir machen irgendwie ein paar besondere Aktionen. Nur auch an Weihnachten darf ein Kind mal gut drauf sein und dann auch mal kurz schlecht drauf sein. Und das ist halt dann auch unser Elternjob auch dafür einfach wieder da zu sein in dem Moment.
Ja, und gleichzeitig ist halt Weihnachten, du sagst auf der einen Seite, ist ein Tag wie jeder andere und gleichzeitig ist für die Kinder halt voll der Stress, weil die meisten Kinder sind voll unter Stress, weil sie uns auch was schenken wollen. Dann gelingen die, also ich kann mich an mich erinnern, ich wollte immer irgendwelche großartigen Dinge basteln, die nie funktioniert haben. Und ich war noch den Heiligen, den halben Heiligen Abend war war ich noch irgendwie damit beschäftigt, irgendwas fertig zu kriegen. Und das war für mich riesiger Stress. Also das fand ich ganz gruselig. Also von dem her war ich deshalb schon gestresst. Dann hat vielleicht auch mein Bruder was Tolleres aus dem Hut gezaubert für meine Eltern oder so. Dann fand ich das noch mal extra blöd. Und dann eben die Nummer, dass es sich manchmal dann so anfühlt, gerade wenn irgendwelche wichtigen Wünsche nicht erfüllt wurden, das ist, und der andere hat was Wichtiges, was Tolles gekriegt, dass man sich unfair behandelt fühlt. Und hinter dem sich unfair behandelt fühlen steckt ja immer gleich das Gefühl, man wird nicht geliebt. Das ist ja das, das ist ja das Blöde daran. Wenn es nur um Unfairness gehen würde, könnten die meisten Menschen das ganz gut aushalten. Aber die Verknüpfung, dass man weniger geliebt wird, die tut halt so weh. Und da braucht es Kind deine Begleitung, diesen Schmerz zu verarbeiten. Ja, und was dann auf gar keinen Fall hilft, ist irgendwie so als Erwachsener mit in den Schmerz einzusteigen und so was zu sagen wie: Das Kind ist so undankbar, oder jetzt hat man sich schon so wieder, was weiß ich, die Füße ausgerissen, ist den ganzen Tag in der Küche gestanden, hat sonst was gemacht, und du sitzt hier und schreist und findest es unfair, dass du nur 7 Päckchen gekriegt hast. Ja, also das ist, wenn du so, wenn du in so eine Haltung kommst, dass du so in Anführungszeichen motzig wirst, dann ist es ein Feedback für dich, dass du den Tag überfrachtet hast. Da war zu viel für dich drin. Und dann würde ich einfach direkt nach Weihnachten zusammen überlegen, wie soll es nächstes Jahr aussehen?
Genau.
Und auch Weihnachten gemeinsam und als Familie. Familie zu feiern, ist ein Langzeitlernprojekt. Und wir wünschen dir viel Freude bei all den Erfahrungen, die du in diesem Jahr sammeln wirst, und hoffen, dass wir dich ein bisschen inspirieren konnten, das ein oder andere zu überdenken und vielleicht anders zu machen als bisher. Und dann wünschen wir dir alles Liebe, schönen Tag noch, alles Liebe, tschüss!
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Wieso du machmal dein Kind an die Wand klatschen könntest (obwohl du es liebst)









