Weihnachten ohne Stress mit der Verwandtschaft Podcast 20

In dieser Podcast‑Folge von Uli Bott und Bernd (Gemeckerfrei) beantworten die Gastgeber die Frage einer Hörer‑in, wie man die Weihnachtszeit mit Eltern, Schwiegereltern und anderen Verwandten feiern kann, ohne dabei in Stress zu geraten. Sie stellen fest, dass es grundsätzlich zwei Wege gibt: entweder man arbeitet an der eigenen inneren Haltung und reduziert die eigene Stress‑Reaktion, oder man gestaltet die äußere Situation so, dass sie weniger belastend ist. Dazu erläutern sie, wie Erwartungen und innere Geschichten entstehen, wie man diese bewusst hinterfragt und umformuliert (Selbst‑Führung) und wie man offen und authentisch kommuniziert, um klare Grenzen zu setzen und alternative Feier‑Formate (z. B. Treffen im Januar, Feiern im Hotel) vorzuschlagen. Sie betonen, dass das Aussprechen der eigenen Belastung nicht nur dem eigenen Wohl dient, sondern auch die Beziehung zu den Angehörigen stärken kann, weil es Raum für neue, ehrlichere Interaktionen schafft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beobachtung, dass viele Frauen dazu neigen, ihre eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen, und dass reine Selbst‑Regulation ohne kommunikative Begleitung schnell wieder in alte Funktions‑Modi führen kann. Durch Beispiele aus ihrer Praxis zeigen sie, wie offene Gespräche zu überraschend positiven Reaktionen führen können. Abschließend geben sie praktische Tipps (z. B. klare Formulierungen, das Anbieten von Alternativen) und ermutigen die Hörer, authentisch zu handeln, um ein stressfreies Weihnachtsfest zu ermöglichen.
Chapters
Ich will heute mit dir über was sprechen, will dir das eigentlich erzählen. Auch ja, genau, das brauchen wir nicht mehr. Ja, genau, weil wir hatten letztens bei uns im Gemeckerfrei Practitioner, aber eine Kundin mit einer Frage zum Thema Weihnachten feiern. Und das möchte ich gerne noch mal aufgreifen. Und ich freue mich mega, dass diese Kundin das jetzt schon eingebracht hat, weil wir haben ja jetzt erst November und Anfang November und Jetzt kann man da auch gut drüber sprechen und du kannst, wenn du uns zuschaust und das umsetzen willst, das noch umsetzen, weil noch genug Zeit ist. Weil üblicherweise fallen uns diese Weihnachtsfolgen immer so nach dem dritten Advent ein und da ist eigentlich dann immer schon zu spät. Genau, und deshalb also vielen Dank an die Sandra, dass sie diese Frage gestellt hat.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Wir freuen uns, dass du hier bist und zuschaust, zuhörst.
Wir sind Uli und Bernd, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel. Und wir haben schon Zehntausenden Menschen dabei geholfen, ihr Traumfamilienleben, ihre Traumbeziehung zu erschaffen. Und hoffentlich können wir auch dir ein Stück dabei helfen.
Genau. Wir haben mehrere Spiegel-Bestseller geschrieben und schon über 200 Podcastfolgen aufgeschlagen.
Oder gerade so 208, 209. Keine Ahnung, wir haben wieder vergessen, das Jubiläum zu feiern. Vielleicht schaffen wir es bei 250.
Ja, könnten wir ja mal machen. Genau. Also von dem her freuen wir uns, dass du heute hier bist. Und unser großes Ziel ist, die Welt für Kinder schöner zu machen. Und ja, danke, dass du uns bei unserer Mission unterstützt.
So, ich bin jetzt schon ganz gespannt, weil ich weiß es ja auch nicht.
Genau, also die Frage war, die Frage war, wie mache ich das mit Weihnachten? Weil die Eltern wollen kommen, die Schwiegereltern wollen kommen, ich mag die eigentlich auch alle und würde die auch gerne sehen, aber allein die Vorstellung, die alle jetzt hier bei uns zu haben, Setzt mich schon unter Stress. Ja, und wie geht's anders?
Ja.
Und ich finde ja, es hat immer zwei, man hat immer zwei Möglichkeiten. Und unserer Kundin habe ich eine Möglichkeit genannt, weil das, weil die jetzt auch gerade in so einem Prozess ist. Aber hier würde ich gerne beide Möglichkeiten mal aufmachen. Und die beiden Möglichkeiten sind ja, ich kann entweder mit mir arbeiten, dass ich keinen Stress habe. Oder ich kann die Situation so gestalten, dass sie mich nicht stresst. Ja, das ist also nur zu sagen, es ist kein, was keine Option ist, ist dann zu Weihnachten alle einzuladen und dabei gestresst zu sein.
Also Augen zu und durch.
Das hilft nichts.
Das hilft nichts. Das macht es eher nur schlimmer, weil ich ja auch schon erwarte, dass es stressig wird. Und dann wird es ja noch stressiger.
Ja, und jetzt zu erkennen, Dass wenn ich das nicht schaffe, mich dahin zu regulieren, dass es mich nicht stresst, dann bin ich doch auch kein guter Gastgeber.
Ja, nein, bin ich nicht.
Weil ich meine, willst du irgendwie, willst du irgendwo sein, wo du schon spürst, dass der andere eigentlich nicht will, dass du da bist? Und jetzt spürt man vielleicht nicht, dass man nicht da sein will, aber es fühlt sich halt schon verkrampft von Anfang an an.
Ja klar.
Und ich meine, wir Menschen sind ja so fühlig, also wir spüren das doch.
Ja, wir spüren das. Und die einen können es halt direkt, also spüren es bewusst. Und die anderen geraten halt dann auch unter Stress und laden dann im Endeffekt immer noch mehr auf dich auf, weil die dann gestresst sind. Dann sagen die vielleicht irgendwelche Sachen, die dich noch mehr stören und so weiter. Das ist ja dann ein Perpetuum mobile eigentlich.
Ja, und jetzt kannst du natürlich diesen einen Weg gehen, den habe ich unserer Kundin nicht genannt, zu sagen: Okay, was kann ich denn eigentlich mit mir tun, um mich zu entstressen? Also was Welche Vorstellung habe ich eigentlich im Kopf, mit der ich mir Stress mache?
Ja, welche Erwartungen habe ich?
Oder was glaube ich? Welche Erwartungen haben die anderen?
Genau, welche Erwartungen glaube ich? Haben die anderen? Und wir sagen extra glaube ich, weil ganz oft würde man alle von denen irgendwie in einen einzelnen Raum setzen und einzeln interviewen, würden alle sagen: Ja, ich glaube, die anderen wollen immer, dass man hier so schick angezogen ist und blablabla und dann schaukelt sich das so hoch und jeder denkt von dem anderen, er wird irgendwas erwarten. Am liebsten würden alle in irgendwelchen Jogginganzügen herumfahren.
Zum Beispiel.
Nur so als Beispiel zu nennen.
Die Erwartungen entstehen immer in unserem Kopf.
Die entstehen erst mal hier drin. Natürlich gibt es manche, die sind vielleicht auch schon mal ausgedrückt worden.
Kann schon sein.
Kann schon sein.
Aber gut, jetzt einfach zu merken, okay, wie mache ich das eigentlich, dass mich das stresst? Das ist das Erste, was du gucken kannst. Und dann kannst du schauen, okay, habe ich eine Möglichkeit, mir da eine andere Geschichte dazu zu erzählen, dass mich das eben nicht mehr stresst. Ja, das ist Selbstführung. Die zweite Möglichkeit ist zu sagen, okay, was spricht denn dagegen, genau das auch zu artikulieren? Und das habe ich unserer Kundin mitgegeben, habe gesagt, was spricht denn dagegen, wenn du zu deinen Eltern und Schwiegereltern gehst und zu denen sagst: Hört mal, ich mag euch von Herzen gerne, ich habe euch total gerne bei uns, ich feiere auch total gerne Feste mit euch. Und wenn ich ganz ehrlich sein darf, ist es mir dieses Jahr einfach ein bisschen zu viel. Und ich bin gerade da. Und das ist das, warum ich das unserer Kundin gesagt habe. Ich bin gerade in einem Veränderungsprozess. Sie macht da, ist da in so einem, der Practitioner ist ja ein sehr intensives Programm. Auch sagen: Ich bin in einem Veränderungsprozess, ich Da ist viel in mir im Umbruch, und mir persönlich ist es gerade einfach die Vorstellung, dass ihr da zu uns kommt, und dann will ich eure Erwartungen erfüllen, und dann setze ich mich selber unter Druck, und das ist mir gerade einfach zu viel. Wäre es für euch in Ordnung, wenn wir dieses Jahr Weihnachten anders feiern? Können wir was anderes ausmachen, wann wir uns sehen? Jetzt weiß ich nicht, wie die räumlichen Entfernungen sind. Kann man sich auch mit so einem— ja genau, kann man ein anderes— kann man sich im Hotel treffen? Kann man miteinander irgendwo auswärts feiern? Das würde das schon entstressen. Kann man sagen, okay, man trifft den einen teils oder auch— ja, dann sagen wir, treffen uns im Januar. Also, aber halt einfach zu sagen, na, ich werde euch nicht gerecht wenn ich euch einlade, obwohl ich schon merke, dass es mich stresst? Und was für eine Authentizität oder eine Wahrhaftigkeit würde das denn in eine Beziehung reintragen?
Und was immer passiert, wenn— also, ne, wir haben ja ähnliche Sachen schon immer wieder mal auch mit, mit Teilnehmern und so gemacht, und selber ja auch schon selber so gemacht. Was immer passiert, wenn du das, was Was du jetzt beschrieben hast, denn wenn man sich so öffnet, jetzt auch den und oft den verknorksten Verwandten, verknorkstesten, Schwachsinn, ich weiß schon alle Deutschlehrer, Verwandten gegenüber, öffnet es so viel und dann sagt auf einmal die Schwiegermutter, die immer so, wo es immer schwierig war, und sagt: Boah, weißt du, du hast es da gesagt an Weihnachten und ich habe darüber nachgedacht und ich habe gemerkt, Ja, ich muss das eigentlich auch viel öfter mal machen. Und dann sagt die vielleicht mal, wenn ihr sonntags zum Kaffee dort verabredet seid, und dann ruft die vielleicht auch mal samstags an und sagt: Boah, können wir das nur verschieben? Ich kann gerade nicht. Und auf einmal sind alle auf so einem offenen Miteinander, weil du das angefangen hast. Also was das für ein Geschenk sein kann, wenn man diesen Mut mal aufbringt. Weil es kostet wahrscheinlich Mut.
Ja, klar. Nicht nur wahrscheinlich, aber eben halt so auch das genau. Und das würde ich gerne noch mal rausbringen, deshalb auch so zu rüber zu vermitteln. Ich habe gerade, wollte gerade verkaufen sagen, aber ich meine vermitteln, das so zu vermitteln, dass das nicht gegen den anderen ist, sondern eigentlich für den anderen. Weil ich ja kein, ich wäre ja gestresst, bin ich ja kein gutes Gegenüber. Ich bin ja nicht dienlich für den anderen, wenn ich von der Situation angestrengt oder gestresst bin, auch wenn ich das nur im Kopf selber mir mache. Und natürlich habe ich immer die Möglichkeit, mich selber zu handeln, zu führen und zu sagen, dann, dann wie komme ich dahin, dass ich nicht gestresst bin? Gleichzeitig ist es halt bei vielen Frauen, also ich sage jetzt absichtlich Frauen, ich weiß nicht, wie es bei Männern ist, aber bei vielen Frauen ist halt das Thema, dass die immer funktionieren, dass die immer ihre eigenen Bedürfnisse nach hinten stellen. Und, und, na, also, und da ist dieses sich selber führen können, hat nichts mit Bedürfnisse unterdrücken zu tun. Und das, den Unterschied kennen viele nicht oder können viele nicht. Und deshalb würde ich auch, wenn du jetzt zuhörst, würde ich dir auch, wenn du nicht schon jahrelang den gemeckerfreien Weg gehst, würde ich dir ans Herz legen, eher den zweiten Weg zu gehen, so offen zu kommunizieren, dass es dir gerade zu viel ist. Weil die Gefahr bei der Selbstführung, wenn du da noch nicht sehr geübt drin bist, halt schnell ist, dass du dich selber wieder in diesen Funktionsmodus schubst.
Und das ist eine Form von Selbstaufgabe am Ende.
Ja, und so eine Selbstkontrolle und so ein: Das macht man doch nicht.
Ja, das hat nichts mit Bedürfnissen zu tun, sondern das hat mit dem Erfüllen irgendwelcher Gesellschafts— passt halt, ja, aber nicht mit den Bedürfnissen, mit den eigenen. Die muss man eigentlich erst wieder erkennen. Das ist ja oft das, das ist ja der Prozess, den du auch gerade meinst, wahrscheinlich bei der, bei der Kundin, dass es darum geht, eben in sich selber erstmal wieder zu bemerken, was ist ein Bedürfnis, ja, also was ist mein Bedürfnis, ja, und was ist irgendwas, was man so zu tun hat oder zu fühlen hat, ja.
Und eben auch, also na, bevor man sich eingesteht, dass einen das eigentlich stresst oder dass einem das zu viel ist, kommt man halt ganz schnell dahin, dass man sich das gut redet. Sind ja nur ein paar Tage und ist ja auch nett, und dann habe ich vielleicht auch, dann sind ja auch mit den Kindern, dann habe ich mal eine Stunde Paarzeit, whatever, dass man sich das so schön redet. Aber das Grundgefühl von eigentlich stresst mich schwingt halt immer noch mit. Von dem her, was würde denn dagegen sprechen? Für dich einzustehen, und zwar nicht, indem du dem anderen die Keule auf den Kopf schmeißt und sagst, du Depp, ich will dich nicht sehen, sondern sagst, boah, ich will dich so gerne sehen, aber ich will, wenn wir uns sehen, weil es vielleicht auch nicht so oft ist, das in einer Situation tun, wo ich wirklich mich für dich öffnen kann. Und gerade merke, ich kann nicht, das nicht, aus welchen Gründen auch immer. Und es hat nichts mit dir zu tun, sondern es hat mit mir zu tun. Und ich erlaube mir, diesen Schonraum mit mir zu sein. Ja, bin gespannt, wie ihr Weihnachten feiert dieses Jahr, und hoffe, dass wir dich ein bisschen inspirieren konnten.
Vielen Dank fürs Zuschauen und Zuhören. Vielen Dank für alles, was du uns an Daumen hoch, Bewertung und Kommentar hinterlässt.
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