Wenn die Welt Kopf steht: Unser Umgang mit unvorhersehbaren Krisen

Uli und Bernd Bott, Gründer von Gemeckerfrei, berichten von ihrer Flucht aus Dubai im September 2023, als Raketen- und Drohnenangriffe ihre Familie bedrohten. Sie beschreiben die nächtliche Evakuierung über den Oman und verbinden ihre Krisenerfahrung mit ihrer Philosophie von Resilienz und Selbstbestimmung in der Familie.
Chapters
Manchmal ändert sich das Leben einfach schneller, als man denkt.
Ja, und auch sehr überraschend. Ja, tatsächlich sehr überraschend.
Letzte Woche am Samstag hatten wir noch Workshop.
Ja, genau.
Und eigentlich bis dahin, also morgens sind wir noch auf dem Balkon gesessen und das war alles normal. Und dann haben wir 2 Stunden Workshop gemacht.
Und zack, hat es sich die Welt einmal gedreht, verändert. Genau, mit einem Wumms.
Ja, genau, verändert. Und wie ihr am Hintergrund auch seht, wenn ihr uns folgt, wenn du öfter hier zuschaust, sind wir auch gerade nicht zu Hause. Und wir erzählen dir heute, wie wir mit Krisen umgehen. Genau.
Und zwar nicht nur wir zwei.
Ja.
Und vor allen Dingen nicht, es geht jetzt nicht um Krisen zwischen uns oder so. Nein, überhaupt nicht. Sondern es geht um Krisen, die von außen kommen und wie wir als Familie eigentlich auch damit umgehen.
Ja, genau.
Und um dir damit einfach das mal zu zeigen, auch ein Update zu geben, was mit uns gerade los ist. Wenn du vielleicht Kunde oder Teilnehmer von uns bist, hast du auch so ein bisschen gemerkt gerade jetzt in den letzten Tagen, dass wir nicht so verfügbar waren. Und warum, wieso, weshalb?
Here we go.
Yes! Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel und die Gründer von Gemeckerfrei, Spiegel-Bestseller-Autoren.
Und wir sind für dich da, wenn du keine Lust mehr hast auf gängige Erziehungstipps, die sowieso nach 2 Wochen wieder in der Tonne landen, sondern wirklich lernen willst, wie Elternsein geht.
Genau. Wenn du uns schon länger kennst, dann weißt du, dass wir eine ganze Zeit lang, 4 Jahre lang auf Reisen waren, auf Weltreise waren, komplett immer wieder an anderen Locations und aus dem Koffer gelebt haben. Und Vielleicht hast du auch schon mitbekommen, das haben wir aber gar nicht so groß erzählt, dass wir uns vor ungefähr 5 Monaten eine feste Base zugelegt haben, weil sich unsere Kinder das gewünscht haben.
Ja genau, unsere Kinder wollten wieder ein Zuhause haben sozusagen und da sind wir den Kids gefolgt.
Genau.
Also da haben die Kids, wir haben eine Liste gemacht, was uns wichtig ist und dann sind wir den Kids gefolgt und sind haben dann eine Homebase gesucht und wohnen deshalb seit September, ja, seit September in Dubai.
Ja, in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Ja, genau.
Und wir mögen da einiges und jetzt, wir zwei könnten auch, wir reisen auch immer noch viel, die Kids müssen dann eben nicht mehr immer mit. Genau. Und jetzt war eben am Wochenende Hat sich die Welt einmal umgedreht. Gerade in der Region.
Ja, wo man ja eigentlich, also tatsächlich, also ich hätte bis, hättest du mir vor 10 Tagen gesagt, dass ich das mal erleben würde, dann hätte ich gesagt, im Leben nicht. Wir waren dann eben Samstag, samstags nach der Challenge waren wir frühstücken oder Mittagessen eigentlich. Ja, so erst zum Mittagessen. Dann gab es den ersten lauten Wumms und wir haben halt in der Luft gesehen, so eine Rauchwolke in der Luft gesehen, am Himmel, also in der Luft, am Himmel ganz weit weg.
Aber man hat das schon sehr gut gehört.
Und das war also, weil da eben feindliche Geschosse von der Raketenabwehr abgewehrt wurden, was die sehr großartig machen. Und da also das Einzige, was passiert, ist, dass irgendwelche Trümmerteile dann runterfallen.
Also ganz selten. Noch mal kurz, für die, die den Podcast vielleicht auch in einem halben Jahr erst sehen oder so was. Wir sind jetzt am, der Podcast erscheint am 5. März. Das ist der Donnerstag, der 5. März. Und am 28. Februar quasi hat der Konflikt USA-Israel-Iran begonnen. Sagen wir es mal so ganz wertfrei. Dieser Konflikt sich in einen bewaffneten Konflikt, also in einen Krieg, der Konflikt war schon vorher eigentlich. Da ist es zum Krieg geworden. Und dann hat der Iran ja angefangen, eben unter anderem, also viele der Golfstaaten zu bombardieren, aber am stärksten eigentlich die Vereinigten Arabischen Emirate, die ja von denen ja Dubai ein Teil ist.
Genau.
Es ist nicht die Hauptstadt, wie immer wieder fälschlicherweise gedacht und gesagt wird, aber es ist eben ein Teil der Vereinigten Arabischen Emirate. Und jetzt haben die Vereinigten Arabischen Emirate ein sehr gutes Raketenabwehrsystem, oder zumindest nennen es alle gut. Und wenn die Zahlen so, wie sie sind, sind, dann kann man das glaube ich auch so sagen. Ich habe jetzt wenig Vergleich, aber es kommt wenig durch. Die wehren also diese ganzen Drohnen und Raketen Die werden quasi von anderen Raketen abgefangen und dann knallt's.
Genau, es ist halt tatsächlich, du sitzt quasi am Balkon und erlebst sozusagen ein Feuerwerk in real, ja.
Also weil das sieht halt wirklich aus wie, wie nachts, wenn du, wenn es nachts ist, dann fliegen dann brennende Teile, weil da wird ja explodiert dann etwas, entweder eine Drohne oder eine Rakete, und dann siehst du da glühende Teile runterfliegen und die Abwehrraketen da gegenfliegen, da knallt's so.
Also das ist Also, wieso Videospiel?
Ja, genau, also es ist tatsächlich sehr skurril auch.
Und es ist nicht, also jetzt mal tatsächlich, die Wahrscheinlichkeit, dass einem dort was passieren würde, ist geringer, als wenn das dich der Blitz trifft. Ja, das haben unsere Kids ausgerechnet mit der Anzahl der Verletzten und so weiter, dass die Wahrscheinlichkeit, dass einem was passiert, geringer ist, als dass du vom Blitz getroffen bist.
Jetzt muss man natürlich noch eins dazu sagen, jetzt gerade wenn du das aktuell siehst, dann bist du vielleicht im mittel- oder fälschlichen Raum oder Deutschland ist oder Schweiz, dann kriegst du durch die Medien immer wieder Meldungen mit, was weiß ich, amerikanische Botschaft von Drohne getroffen. Das stimmt alles in dem Sinne nicht. Und das kann ich jetzt auch aus, also weiß ich aus unabhängigen Quellen von Menschen, die einfach wirklich vor Ort waren, die nicht Teil der Medien sind und das nicht irgendwo öffentlich geteilt haben. Es fallen, es ist halt immer wieder so, dann kommt so eine Drohne, dann wird die abgefangen, wird zwar zerstört, aber die Die verglüht ja nicht komplett, sondern dann fallen eben brennende Teile runter. Und die können natürlich ein Gebäude zerstören, die können zu, haben schon zu Bränden geführt.
Und haben auch schon Menschen verletzt.
Haben auch schon Menschen verletzt. Es sind auch schon Menschen zu Tode gekommen dabei. Das ist tragisch. Es sind aber nicht viele, muss man also bei 1000 Geschossen 3 Menschen und 60 oder vielleicht inzwischen 70 Verletzte.
Also um das mal so einzuordnen und auch so das Bild, das vielleicht in den deutschen Medien oder so gezeichnet wird, noch mal zu relativieren, weil wir auch von vielen, vielen Teilnehmern und Kunden angeschrieben werden, ob es uns gut geht und so weiter. Also von dem her ist das alles, wie gesagt, nicht gefährlicher, als dass du vom Blitz erschlagen wirst. Die Wahrscheinlichkeit, dass du im Verkehrsunfall stirbst, ist wesentlich größer. So, das muss man einfach mal als erste Baseline setzen. Gleichzeitig ist es natürlich so, dass das Geräusche macht. Also wenn die, wenn das, wenn dann über unserem Haus sind öfter eben so Geschosse abgefangen worden, dann klirren die Scheiben dann. Also du siehst, also das ist schon einfach total crazy. Und das haben wir einfach gemerkt, das hat unsere Kinder wahnsinnig gestresst. Das hat auch mich auf jeden Fall mehr gestresst als dich. Und das hat vor allem dazu geführt, dass wir halt so angefangen haben zu überlegen, okay, wie lange ist das verantwortungsvoll, oder wie lange können wir das eigentlich verantworten, vor Ort zu bleiben, sozusagen.
Und jetzt muss man dazu sagen, dass Dubai an sich, die Menschen da sind sehr relaxed. Das geht alles weiter wie bisher. Das ist auch, die Menschen gehen essen, die Menschen sind am Strand. Also am Sonntag war erst mal ein bisschen ruhiger am Strand. Also sieht man von uns vom Balkon aus. Und dann aber so mittags war dann schon wieder fast Normalbetrieb, sage ich mal. Also die Menschen lassen sich jetzt nicht, oder keine Panik, keine Panik. Es gab auch keine Hamsterkäufe oder so was. Nur für uns war es einfach so, dass wir ja, wir für uns ganz speziell, und jetzt kommen wir natürlich bei allem, was wir jetzt an, an Dramen dazu erklären wollten, zu dem, wie haben wir das eigentlich gemacht, oder wie haben wir, wie sind wir zu einer Entscheidung gekommen, wie wir damit umgehen. Weil für uns war es einfach so, dass wir halt gemerkt haben, okay, die Belastung dadurch ist uns zu groß, weil das Nervensystem geht halt einfach in Alarmmodus.
Also das ist, sobald es irgendwie laut rumst, schreckst du wieder zusammen. Oder also wenn dann mal einen halben Tag nichts war sozusagen, dann hat man dann, oder dann konnte man schon wieder so denken, ja, das ist ja weit weg und passiert ja nichts und ist alles gut. Aber wenn dann halt wieder, wenn halt diese Salven dann quasi wieder kamen, es kam immer in so Wellen, dann hast du halt einfach gemerkt, wie das Nervensystem in Alarmzustand gegangen ist. Unsere Kids haben nicht mehr geschlafen, ich war die halbe Nacht wach. Dann kam so Alarm-SMS aufs Handy immer wieder, dass man Schutz suchen soll und so weiter. Also das ist einfach das so, dass wir gesagt haben, okay, das ist eine Situation, egal wie gefährlich die jetzt tatsächlich gerade ist, was, was jetzt im ersten Moment so aussieht, als ist es nicht besonders gefährlich, aber gleichzeitig kann man es, also erzeugt halt Stress im Körper, und es kann ja keiner einschätzen, wie das weitergeht. Geht. Und dann hast du so einen klugen Satz gesagt, weil du hast gesagt, wenn wir gehen, schlimmstenfalls kommen wir wieder und sagen, wir sind umsonst gegangen.
Ein bisschen Urlaub.
Ein bisschen.
Da sind wir halt noch mal ein bisschen rumgereist.
Genau.
Gleichzeitig war es natürlich so, dass ja sowieso schon, das wissen ja jetzt auch alle, also die, die es jetzt aktuell sehen, wissen das, dass ja die Flughäfen geschlossen worden sind, natürlich, weil da fliegen aber Geschosse rum mit drauf. Jetzt inzwischen gibt es auch schon wieder Flüge, dass die ganzen Touristen ausgeflogen werden können. Da würde man jetzt aber zum Beispiel auch keinen Platz kriegen. Also es war schon so, dass wir dann auch so gemerkt haben, okay, also wenn wir noch einen Plan B irgendwie haben wollen, dann müssen wir uns darum kümmern.
Ja, und du hast halt immer das Problem an der Stelle, war für uns, weshalb wir dann entschieden haben, uns schnell auf den Weg zu machen und auszureisen, ist einfach, weil du kannst ja nicht wissen, ob es zu früh ist. Also du kannst ja, wenn du zu lange wartest, kannst du höchstens sagen, es war zu spät.
Ja, wenn es zu spät ist, kannst du nicht mehr raus.
Ja, so. Und dann war halt Montagmorgens, war halt noch mal so eine richtig krasse Attacke eigentlich. Ja, war auch sehr nah bei uns. Ja, und dann haben wir einfach entschieden, so, das ist das Mal, also das, dem setzen wir uns nicht aus. Und dann haben wir eben unsere Ausreise organisiert, sind über den Oman ausgereist und Und ja, haben da eben, sind für uns einfach so den Weg gegangen, gemerkt, die Kids sind unter Stress, wir können es nicht mehr verantworten. Und dann eben zu sagen, no matter what, wir finden jetzt einen Weg, wie wir halt da rauskommen.
Man muss ja dazu sagen, um schon mal ein bisschen die Brücke auch zu Gemeckerfrei zu schlagen, ist ja, dass Gemeckerfrei in der Erweiterung. Also wenn du bei Gemeckerfrei bist und du bist irgendwann gemeckerfrei mit deinen Kids, mit dir selbst und mit deinem Partner, dann wird Gemeckerfrei zur Gemeckerfreiheit. Und dann geht es darum, und es ist ja auch für viele unserer Kunden dann so, sich ein Leben zu erschaffen, das auch eine Freiheit mit sich bringt, die nicht nur die Freiheit von Gemecker ist, sondern auch die Freiheit ist, Selbst zu entscheiden, wann und wo und wann ich sein will. Wo lebt man? Wie ist das? Wie ändert man das wieder? Und das ist eben für uns, obwohl wir jetzt wieder ein Zuhause haben, weil sich eben auch unsere Kids das gewünscht haben, ist für uns wichtig, dass wir diese Freiheit, dass es für uns auch eine Freiheit bedeutet. Und in dem Fall haben wir uns auch für diese Freiheit entschieden und gesagt, wir können jetzt einfach anders hingehen, und wir machen das jetzt.
Ja, und einfach, weißt du, man könnte ja auch sagen, na ja, also wir haben auch Freunde und so, die sagen, es ist doch sicher, und das macht ihnen alles nichts aus. Und das ist ja vollkommen in Ordnung, es kann ja jeder, jeder wirklich so entscheiden, wie es für ihn passt. Und gleichzeitig weiß ich nicht, ob ich jemand sein möchte, der sagt, das macht mir nichts aus, wenn mir Geschosse um die Ohren fliegen, weil das halt einfach nicht eine, das, also das entspricht halt einfach nicht einem Lebensumfeld, in dem ich halt sein will, sozusagen. Ja, also ich will nicht mein Nervensystem darauf trainieren, damit klarzukommen, dass— ja, so, das klar.
Bei Menschen, die, sage ich mal, nach 2 Jahren Ukrainekrieg da geflüchtet sind und jetzt in Dubai leben, die sagen natürlich, egal, Menschen, die lange schon in Israel gelebt haben und jetzt in Dubai sind oder in Thailand oder sonst wo, wo ich überall Menschen aus Israel getroffen habe, die sagen zu sowas Das ist natürlich auch, ja, aber das ist ja den ihr Standard. Das ist aber der Unterschied.
Wir haben halt so gesagt, wir wollen uns da nicht dran gewöhnen. Also meckerfrei, gemeckerfrei sein, also um nicht mit in der Familie keinen Streit zu haben und sich nicht anzuschreien und da den Stress rauszunehmen, aber dann gleichzeitig an einem Ort zu sein, wo man quasi von außen mit dem Stress bombardiert wird, jetzt im wahrsten Sinne des Wortes. Das macht halt in unserer Welt einfach überhaupt keinen Sinn. Und dann geht Krisenmanagement in Gemecker frei eben so, dass du aufhörst zu denken, ob das also aufhörst zu denken und einfach nur den Weg findest, der dir halt das ermöglicht, da wegzukommen oder die Lösung dafür zu finden. Und dann sind wir eben in Oman gefahren und haben da noch haben da noch übernachtet und sind dann quasi über den Oman ausgeflogen und haben an der Stelle einfach auch tatsächlich Batzen Geld in die Hand genommen.
Ja, also das ist jetzt auch so, weil dieser Vorwurf immer kommt, die deutschen Influencer würden sich jetzt vom Staat ausfliegen lassen. Also wir erstens mal sind wir keine Influencer, Deutsche sind wir schon, Staatsbürger. Aber wir haben das alles auf unsere eigene Kappe gemacht. Wir haben die Fahrten selber bezahlt, selber organisiert. Wir haben dafür sehr viel Geld in die Hand genommen, um uns hier ausfliegen zu lassen. Haben darauf auch noch lustigerweise dann 2 Tage gewartet, weil das gerade ein paar mehr Leute diese Idee hatten und die ganzen Flugsicherheitsbehörden nicht so viele, was weiß ich, was die alles noch reingegeben haben, irgendwelche Erlaubnisse, was weiß ich.
Ja, war auch ein Geldschwamm.
Haben noch mal eine Nacht im Hotel verbracht.
Ja, und eine Nacht am Flughafen.
Erst eine Nacht am Flughafen und dann noch eine Nacht, die zweite Nacht dann wartend, haben wir gesagt, dann können wir auch ins Hotel gehen.
Ja, deshalb sehen wir heute auch, glaube ich, ein bisschen müde aus, weil wir auch in den letzten 3 Tagen, glaube ich, habe ich 6 Stunden geschlafen oder so, bisschen im Flieger oder so, ja, auf einem Stuhl.
Genau, und wir sind jetzt in Istanbul, ja, um das jetzt aufzulösen, was ja vielleicht auch ganz spannend ist. Ist jetzt auch nicht Endstation, ist diese kleine Zwischenpause. Für ein paar Tage bleiben wir jetzt mal hier und schauen, wie es weitergeht. Und wir haben, das Spannende ist, also jetzt haben wir gerade gesagt, wir haben da eine Nacht am Flughafen verbracht, weil es immer hieß, ja, der Flieger kommt, na, der kommt doch nicht, der kommt, der kommt doch nicht, Es ging immer so, dass eigentlich jeder, der hätte eigentlich an seinem Zwischenstopp weiter starten können und wäre in 2 Stunden da gewesen, hätte sich also nicht gelohnt, irgendwie in ein Hotel zu fahren, sondern eigentlich sind wir die ganze Zeit davon ausgegangen, der kommt noch irgendwann. Dann so um 7 Uhr morgens haben wir dann gesagt, okay, jetzt kommt er auch nicht mehr.
Oder wann kommt er denn jetzt?
Ja, was auch immer. Und das, also eigentlich sind es total stressige Situationen. Alle übernächtig. Es ist auch keine, das ist jetzt keine Business-Lounge gewesen, man konnte da schon bequem sitzen, das muss man sagen, aber das war Keine Dusche oder so, keine Dusche, nur Toiletten, kein Essen, bisschen Wasser. Und der Flughafen jetzt auch nicht so, dass da 15 Restaurants gab, sondern gab es einen, so eine Kaffeebar.
Ja, das war alles gut.
Ja, war schon gut. Ich sage jetzt nur, es war nicht luxuriös. Worauf ich hinaus will, ist, dass das eigentlich eine, für so eine Familie selbst mit so alten, also großen Kindern in Anführungsstrichen wie unseren, schon eine Stresssituation hätte sein können. Und gleichzeitig hat sich schon an der Stelle gezeigt, wie eine Entspannung eingesetzt hat, weil unseren Kids ging es total gut. Gut, weil die raus waren aus dieser Stresssituation. Und gleichzeitig haben alle 5 das mitgetragen, dass das jetzt mit dem Flieger nicht so schnell funktioniert. Was weiß ich, wir waren ja schon 4 oder 5 Stunden im Auto gesessen.
Wir sollten eigentlich zum Flughafen kommen und direkt abfliegen. Das war eigentlich der Plan. Und dann sind wir halt am Flughafen angekommen, abends um 8 oder so, nachdem wir schon, ja, also 6, 8 Stunden waren wir schon im Auto gesessen, muss man mal dazu sagen. Also wir sind um 12, halb 1 mittags losgefahren. Und waren um 8:30 Uhr abends am Flughafen und sollten eigentlich— eigentlich haben wir dann jede Minute auf den Flieger gewartet. Und um das noch zu beenden, schlussendlich abgeflogen sind wir dann heute Morgen um 4:30 Uhr. Also das war Mittwochmorgen. Also statt Dienstag, statt Montagabend sind wir Mittwochmorgen abgeflogen. Also so lange hat es dann noch gedauert. Und da steckt ja dann auch immer noch drin, dass du nicht weißt, wird der Flugraum doch gesperrt? Kommt der Flieger überhaupt? Kommt man da noch raus? Haben wir uns die beschissen? Ja, genau.
Also es war dann irgendwann schon klar, dass die uns haben.
Ja, aber das waren halt so die ganzen Unwägbarkeiten, die da drin gesteckt sind. Und dann ging uns das, oder mir ging das dann schon auch kurz mal so zu sagen, okay, war das jetzt wirklich die beste Entscheidung, die wir getroffen haben? Und das ist eben auch so ein Aspekt von Gemeckerfrei, dass wir das gemeinsam immer handeln. Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, dann stehen wir kommen wir halt zu dieser Entscheidung.
Genau. Und warum das, warum dann sowas der Familie gut tut, ist genau das, was du gerade gesagt hast, dass wir den Fokus darauf haben, die Energie hochzuhalten, dass wir den Fokus darauf haben und uns da auch gegenseitig so ja kennen, drüber sprechen, sagen, okay, also mir ist es jetzt gerade zu viel, dann übernimmst du, oder wie auch immer. Also eigentlich nicht, wir machen das eigentlich nicht, dass wir sagen, jetzt übernimmst du, sondern wir bauen uns dann gegen, wir ziehen uns halt gegenseitig wieder hoch. Also wie mit dem, das, unser Bild ist ja immer in den Aufzug, kannst in den Aufzug nach unten oder den nach oben einsteigen. Und wir entscheiden uns halt immer, dass der, der gerade den Knopf nach oben findet, ist der, der den Lead übernimmt an der Stelle und den anderen mitnimmt. Und das ist das Wichtige. Und das ist das, warum das auch die Kids dann stabilisiert, weil es das ganze System hält. Es hält den Raum, sagen die Coaches.
Ich kann diesen Satz nicht mehr hören, weil das auch immer ChatGPT sagt. Aber es ist tatsächlich so. Das passt schon.
Das passt schon, der Begriff.
Passt schon. Und dann eben zu sagen, wir sind halt auch nur, wenn wir selber in einer guten Energie sind, gut für gemeckerfrei und damit gut für dich. Und das halt immer an die erste Stelle zu setzen, sagen, ich habe halt nur eine begrenzte Zahl an Tagen auf dieser Erde und ich bin halt nicht bereit oder wir sind nicht bereit, die Qualität dieser Tage zu opfern, wenn wir eine Möglichkeit haben, es zu verbessern. Jetzt kannst du natürlich sagen, das kannst du auch alles im Kopf machen, und das ist ja alles nur Mindset, und du musst nur resilient sein und so. Und ich sag halt, ich will nicht dafür resilient sein, dass mir Bomben um die Ohren fliegen, weil dann könnte ich auch sagen, ist doch egal, wenn ihr in der Familie meckert, du musst nur resilient sein, dass es dir nichts macht. Nee, ich finde, das ist menschlich Das einem, das was macht.
Ja, Resilienz brauchst du eben für das, was wir jetzt gerade machen, dass du so eine, dass du so eine Aktion durchziehst. Ja, dafür brauchst du ja auch Resilienz, ne? Und du brauchst auch Resilienz, nicht in Panik zu verfallen, weil aus Panik raus machst du, triffst du Fehlentscheidungen. Ja, aus Panik triffst du Fehlentscheidungen.
Und das war, und das ist, das ist gut, danke, dass du das gerade noch mal sagst, weil das ist total wichtig. Wir sind nicht aus Angst ausgegangen, überhaupt nicht. Also wir hätten das locker auch aussitzen können da. Also das ist nicht das, das ist nicht das Problem. Wir sind nicht aus Angst gegangen, wir sind gegangen, weil wir entschieden haben, dass wir uns der Situation nicht aussetzen wollen.
Genau, und das ist, das ist das Wichtige, ja, dass du nicht, weil aus Angst reagieren wäre ja auch wieder aus Panik reagieren.
Ja, das macht überhaupt keinen Sinn.
Nee, das macht überhaupt keinen Sinn, weil dann bist du ja auch ein Opfer. Ja, dann entmächtigst du dich.
Ja, und gemeckerfrei sein ist genau, ja, ermächtigt sein, und zwar jeden Moment. Ja, und sich davon nichts aufhalten lassen. Und ich möchte noch einen Bogen— ich weiß, wir haben schon ziemlich lang, aber ich möchte noch einen Bogen schlagen, weil das mir echt so ein Herzensanliegen ist, weil Jeder von euch, wenn du jetzt diese Folge hörst, wenn du dich davon inspirieren lässt, einen Schritt weiterzugehen in deiner, auf deiner Gemeckerfrei-Reise, weißt du, weil das ist, Frieden in der Welt beginnt mit Frieden zu Hause, weil wir könnten diesen Krieg gerade nicht haben, wenn wir nicht Krieg in unseren Familien hätten, weil das sind nicht die bösen USA, Israel, Iran, wer auch immer, wir haben ja eben extra gesagt, Wir haben überhaupt keine Meinung dazu, wer da Aggressor oder wie auch immer ist, ist vollkommen wurscht. Nur es könnte so eine Situation in unserer Welt nicht geben, wenn es in unseren Familien und in unseren engen Beziehungen Frieden gäbe. Und das darf uns einfach sowas von saumäßig bewusst sein, ne. Und da, das rührt mich jetzt tatsächlich schon fast zu Tränen, weil das ist das, wo du du ganz, ganz alleine, du wirklich einfach losgehen kannst, weitergehen kannst und ein Beitrag sein kannst für den Frieden in der Welt. Und da spielt es, da geht es nicht darum, dass du irgendwo demonstrieren gehst, da geht es nicht darum, dass du mit irgendjemandem drüber redest, wer jetzt da der Bösewicht ist, da geht es nicht darum, dass du dich drüber aufregst, da geht es nicht darum, dass du dir um uns oder sonst wen Sorgen machst, sondern da geht es nur darum, dass du sagst: Wie viel liebevoller, wie viel liebevoller kann ich heute sein mit meinen Kindern, mit meinem Partner, meiner Partnerin und mit mir selbst? Und wie viel weiter kann ich mein Herz aufmachen? Und dann kommen wir hoffentlich irgendwann dahin, dass wir Frieden haben in der Welt, weil wir Frieden zu Hause haben.
Das hast du sehr schön gesagt.
Jetzt habe ich fertig.
In diesem Sinne, danke fürs Zuschauen und Zuhören und alles Liebe, alles Liebe, bis zum nächsten Mal.
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