Wenn Liebe weh tut: 3 Optionen, wenn´s nicht mehr passt - Podcast 179

In dieser Podcast‑Folge von Uli und Bernd Bott, den Gründern von Gemeckerfrei, wird das zentrale Thema behandelt, warum Liebe manchmal schmerzt und welche Handlungsoptionen Paare haben. Die beiden, selbst seit 30 Jahren ein Paar und Eltern von vier Kindern sowie Großeltern, stellen zunächst das destruktive Täter‑Opfer‑Spiel vor, das viele Beziehungen in eine Spirale aus Schuldzuweisungen und emotionaler Lähmung führt. Anschließend präsentieren sie drei mögliche Reaktionsweisen: 1️⃣ Trennung – als legitime, aber oft zu früh gewählte Lösung, die nur in Fällen von Gewalt oder unüberwindbarer Untreue wirklich sinnvoll ist; 2️⃣ Aussitzen bzw. passives Aushalten – ein vermeintlich sicherer Weg, der jedoch langfristig Partner, Kinder und das eigene Wohlbefinden aushöhlt, weil er das Herz verschließt und negative Emotionen verstärkt; 3️⃣ Losgehen – ein aktiver Ansatz, bei dem beide Partner bewusst in die Beziehung investieren, alte Muster hinterfragen und gemeinsam ein neues, positives „Wir“ erschaffen. Dabei betonen die Bott‑Brüder die Bedeutung, als Beziehungsvorbilder für die Kinder zu dienen, ehrlich zu sein (Lügen führen zu psychischer und körperlicher Krankheit) und die Beziehung als erlernbare Fähigkeit zu verstehen, die tägliche kleine Gesten und bewusste Kommunikation erfordert. Sie schließen mit einem Aufruf, den Podcast zu abonnieren, zu bewerten und ihre Botschaft zu teilen, um mehr Familien zu einem gemecker‑freien Leben zu verhelfen.
Chapters
Es gibt eine Verhaltensweise, die viele Menschen an der Stelle benutzen, die euch nachhaltig ins Verderben führt.
Darunter leiden alle.
Ja, ihr macht euch zum Opfer, ihr spielt ein Täter-Opfer-Spiel, vice versa. Mal ist der eine der Täter, mal ist der andere das Opfer. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Schön, dass du hier bist. Schön, dass du uns zuschaust oder zuhörst. Wir sind Uli und Bernd Bott. Wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern und Enkel— Großeltern von einem Enkel.
Wir sind auch Eltern von einem Enkel, in den wir voll verknallt sind, weil der ist erst ein paar Wochen alt. Deshalb müssen wir das hier immer noch erzählen. Und wir sind außerdem Spiegel-Bestseller-Autoren von mehreren Büchern und haben schon viele, viele tausend Menschen dabei begleitet, ihr liebevolles und gemeckerfreies Familienleben zu erschaffen. Und zu einem gemeckerfreien Familienleben gehört eben auch die beste, die allerbeste Paarbeziehung. Beziehung. Und wenn diese Folge veröffentlicht wird, sind wir gerade 30 Jahre zusammen, der Bernd und ich. Und wir wollen dir einfach Mut machen, dass es möglich ist, auch in der heutigen Zeit, auch mit all den Schwierigkeiten, die es gibt, auch wenn man älter ist, dass man als Paar gemeinsam durchs Leben gehen kann, dass es möglich ist, jeden Tag noch verliebter ineinander zu sein. Und deshalb gibt es heute eine Beziehungsfolge für alle, die vielleicht jetzt gerade an einer ganz anderen Stelle stehen und sich nicht fragen, wie kann ich noch knallverliebter sein, sondern die sich eher fragen, passt's noch?
Um den Titel, den du sicher schon gelesen hast, noch mal zu wiederholen. Es geht darum, wenn Liebe weh tut, ja, die 3 Optionen, wenn es nicht mehr passt, also gerade nicht passt, könnte man eigentlich sagen, ja.
Und wie du eigentlich am besten damit umgehst und welches— ich spoiler schon mal, weil es gibt eine Verhaltensweise, die viele Menschen an der Stelle benutzen, die euch aber nachhaltig ins Verderben führt.
Also die ganze Family, ja, genau.
Also bleibt unbedingt dran, wenn du wissen willst, wie du es nicht machst und wie es stattdessen besser geht. Also 3 Wege, 3 Verhaltensweisen, wenn es, wenn Liebe wehtut, wenn es gerade nicht mehr passt. Ich meine, die erste voll offensichtliche Lösung wäre die Trennung. Ja, ja, das, was viele Menschen heute auch, den Schritt, den viele auch gehen. Ich meine, es ist vollkommen klar, niemand macht es leichtfertig, vor allem nicht, wenn Kinder noch dabei sind. Genau, von dem her, eine Option ist natürlich, du kannst gehen.
Hallo, ganz kurz zwischenrein, ne, wir haben festgestellt, bei diesem Podcast sind die meisten unserer Zuhörer und Zuseher, ganz genau gesagt sind es 74% der Zuschauer und Zuhörer, sind nicht Abonnenten unseres Kanals oder des Podcasts. Und deswegen will ich dich jetzt bitten, wir würden diese Zahl gern auf unter 50% senken, und dafür brauchen wir deine Hilfe. Also Geh jetzt kurz, wenn du auf YouTube bist, musst du einfach nur unter dem Video auf Abonnieren klicken. Ansonsten in der Podcast-Plattform, wo du gerade bist, sei so nett und lass uns ein Abo da. Wenn du nach der Folge begeistert bist und sogar noch Zeit hast, freuen wir uns auch noch über eine Bewertung, am besten natürlich mit 5 Sternen. Damit hilfst du uns, dass wir diesen Podcast weitermachen können, dass wir euch weiter hier coole Themen bringen können und unterstützt damit Die Gemeckerfrei-Mission, die Welt für Kinder schöner zu machen. Vielen herzlichen Dank und jetzt viel Spaß weiterhin mit dieser Folge.
Ihr könnt euch trennen, mit allen Konsequenzen, aber eben für, für dich, für deinen Partner, deine Partnerin, für eure Kids, für den Alltag. Und ich denke, das darf man gut beleuchten, und es wird auch jeder, der den Schritt erwägt, gut beleuchten. Was manchmal passiert, ist, dass einem das so als Lösung erscheint, als leichte Lösung erscheint, und die Schwierigkeiten entstehen dann erst hinterher.
Aber gut, naja, ich finde schon wichtig, dass man einfach, dass man, also ich meine, klar, wie du sagst, jeder denkt darüber nach und macht sich das auch sicherlich irgendwie bewusst. Wenn ich mir anschaue, auch unter unseren Kunden, Menschen, die dann getrennt leben mit Kindern, dann ist schon echt ein Hassel. Also das ist schon, wenn du das dann für die Kinder auch gut machen willst, dass die möglichst flexibel sind, dass die sich, dass die da auch Wahlfreiheiten haben und nicht fest, weil jetzt ist halt Wochenende und jetzt musst du da sein und so. Das wird schon, das ist schon nicht leicht.
Ja, also nur mal zu sagen, eine, die erste Option ist tatsächlich, sich zu trennen. Wir erzählen auch gleich noch was dazu, wann schon eine coole Option auch ist. Also so, aber jetzt lass uns mal auf die zweite und die dritte Option gucken.
Die zweite Option, die ist aushalten oder aussitzen.
Genau, so in die Hoffnung, dass es besser wird.
Ja, aber ohne, also eine passive Hoffnung, so ein Schneckenhaus, so ein Denken, okay, dann muss das jetzt halt so sein, zumindest bis die Kinder aus dem Haus sind oder so.
Dann, also, und da spielt natürlich die Gesellschaft auch so rein. Ja, wenn aus Liebe Wärme wird, dieses, also, dauerverliebt wäre ja auch anstrengend. Also natürlich verändert sich eine Beziehung, wenn Kinder dazukommen. Ja, mit der Zeit hat man sich nicht mehr so viel zu sagen. Also das sind ja alles so Glaubenssätze, mit denen wir konfrontiert werden, die die dazu beitragen, dass wir geneigter sind als davor, sozusagen, dass wir dieses Aushalten, Aussitzen als wirkliche Option betrachten. Genau genommen ist es aber so, dass alle Beteiligten dabei Stück für Stück mehr oder weniger verkümmern.
Absolut, weil du ja nicht mehr— du musst dazu ja einen Teil von dir verschließen. Ja, du musst dich verschließen dem Partner, der Partnerin gegenüber. Und da das Problem ist, dass du das— in Wahrheit können wir das nicht so selektiv. Nein, wir verschließen damit unser Herz und wir verschließen es für uns selbst, für die anderen und eben auch für alle anderen. Und dann leiden halt alle Beteiligten drunter und vor allem eben auch die Kinder. Ja, und die Beziehung zu den Kindern und die Beziehung und von den Kindern, und wenn du mehr Kinder hast, auch die Beziehungen zwischen den Kindern.
Ja, und was halt auch so eine große Rolle spielt, ist, dass wir als Eltern leicht übersehen, was für eine Bedeutung wir für unsere Kinder als Beziehungsvorbilder haben, also wie wichtig wir dafür sind, was Kinder über Beziehung lernen. Und das kannst du auch mal für dich nehmen und überprüfen und sagen, okay, was von dem, wie wir uns vielleicht gerade als Paar verhalten, kennen wir eigentlich, kenne ich eigentlich? Ich könnte euch auch drüber unterhalten, sagen, was kennt ihr von euren Eltern?
Und es geht dabei als Beziehungsvorbild gar nicht darum, dass ihr perfekt sein müsst, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, das wäre auch wieder schwierig. Das ist oft viel schwieriger, als wenn klar ist, okay, es ist auch mal nicht so cool, und dann bewegt ihr euch aber wieder aufeinander zu, tut was dafür, egal wie unbeholfen oder holprig das ist. Ja, das ist überhaupt nicht relevant. Relevant ist nur, dass ihr aktiv an der Veränderung dran bleibt. Genau, also eben nicht es aussitzt und euch verkriecht oder so.
Ja, das Dritte, der dritte Punkt, die dritte Option, die ihr habt, ist losgehen. Eure Beziehung zu dem machen, was ihr euch wünscht, also zu dem, was sie vielleicht mal war, oder noch besser zu dem, wie ihr es gerne hättet. Also ich hätte mir vor 30 Jahren nicht denken können, dass das mal so cool wird, Mit dir, ja, so, also mit dem Bernd. Genau, und das ist, das passiert, wenn du losgehst, wenn du sagst, ich bin bereit, in diese Beziehung zu investieren, ich bin bereit, das Beste daraus zu machen, ich bin neugierig, was für ein Wir noch auf uns wartet.
Und einer der ersten richtigen Schritte dabei ist, dass du erst mal bereit bist zu glauben, dass da noch was Neues auf dich wartet, auf euch wartet. Also dass ihr noch, dass es anders werden kann, dass ihr nicht Opfer der Umstände seid, sondern dass ihr einfach losgehen könnt und miteinander das Schritt für Schritt zu was Neuem, Cooleren, Schöneren entwickeln könnt, als es gerade ist.
Absolut, ne, dass da, dass ihr, dass euer Wir, dass da Potenzial drin steckt, dass ihr im Moment nur einfach nicht lebt. Und wenn gerade viel Kampf, viel Anspannung, viel Streit, viel Kritik, viel Verletztsein ist, dann ist das einfach nur viel Energie, die sich gerade sozusagen einen falschen Kanal gesucht hat. Also da müsst ihr die einfach nur wieder dahin lenken, dass das was Konstruktives Konstruktives, Positives für euch wird. Und jetzt haben wir quasi schon mit unserer Beschreibung quasi wahrscheinlich schon vorweggenommen, was aus gemeckerfrei Sicht natürlich die, die beste bzw. die doofste Variante ist. Und aber lass uns da einfach trotzdem noch mal drauf eingehen, ja. Ich habe vorher gesagt, Trennung, es gibt schon Gründe, wo Trennung vollkommen in Ordnung ist.
Ja, also zum Beispiel, wenn Gewalt im Spiel ist, da brauchen wir nicht drüber sprechen. Auch wenn, also kann ich mir vorstellen, kann ich ja nicht nachvollziehen, weil habe ich ja natürlich nie erlebt, wenn irgendwie Untreue auf eine Art und Weise weiterer Beziehungen mit im Spiel sind, womit das einfach nicht mehr lösbar scheint. Also es gibt Situationen, da kann ich mir das Da, und das wirst du selber wissen, wenn du in so einer Situation steckst, wo es einfach diesen Ausweg nicht mehr gibt, wo es den Ausweg, dass ihr zusammen sein könnt, nicht mehr gibt.
Nur was wichtig zu sehen ist, ist, dass viele Menschen dieses Gefühl, dass es keinen Weg mehr geben könnte, es gemeinsam hinzubekommen, viel, viel früher entwickeln, als wir das empfehlen würden. Deshalb jetzt, also wenn ihr wirklich Wenn du mit dem Rücken an der Wand stehst, wenn du sagst, ich habe alles ausprobiert, es ist, ich muss mich schützen, ich muss die Kinder schützen, dann mag Trennung zumindest für den Moment die beste Option sein, einfach damit du auch aufrecht, also damit du für dich einstehen kannst. Nur hab immer im Blick, dass eben viele, viele Menschen diesen Schritt viel, viel, viel zu früh gehen. Ein Coach von uns hat einfach mal so einen total spannenden und wichtigen Satz gesagt: Wenn du eine Beziehung beendest, dann nimmst du eine Person immer mit, und das bist du selber. Und dein Partner, deine Partnerin, mit dem es jetzt gerade vielleicht schwer ist, ist halt dein, dein bester Arschengel, dein, dein, dein bester Lehrmeister, dein bester Spiegel für für Dinge, die du in dir verändern, lösen, bearbeiten, auflösen kannst, die es zu heilen gilt. Und solange diese Themen in dir nicht transformiert sind, wird auch der nächste Partner und der übernächste Partnerin— ihr wisst immer, weißwürser— der wird auch der nächste, der übernächste irgendwann dich an den Punkt bringen, dass du mit den selben Themen wieder neu konfrontiert bist. Und deshalb, ja, es kann wirklich Punkte geben, wo Trennung eine coole Idee ist. Aber das ist viel seltener der Fall, als wir normalerweise glauben. Von dem her haben wir jetzt das Thema Trennung als Option abgehandelt. Zweiter, zweites, zweites war ja Aussitzen, Aushalten, sich verkriechen und erdulden. Vogelstrauß-Technik.
Ja, genau. Und das ist aus unserer Sicht die schlechteste Option.
Die blödste Idee.
Es war jetzt auch nicht so schwer, sich das an zwei Fingern, drei Fingern abzuzählen. Das ist die blödste Idee, weil das ist die, darunter leiden alle.
Ja, ihr macht euch zum Opfer. Ihr spielt ein Täter-Opfer-Spiel, vice versa. Mal ist der eine der Täter, mal ist der andere das Opfer. Ihr lebt euren Kindern vor, dass es jemand gibt, der Schuld hat. Ihr lebt euren Kindern vor, wie Beziehung nicht funktioniert. Also ihr lebt dysfunktionale Beziehungsmuster vor. Ihr verschließt alle eure Herzen. Ihr werdet euch nur— irgendwann werdet ihr euch nur noch in negativen Emotionen begegnen. Das heißt, es wird viel Gestrei Geschrei, Gestreite, Gekämpfe bis hin zu ätzender Stille geben. Diese Stille, wo alles in dir laut schreit, aber keiner was sagt, das ist besonders krankmachend, gerade auch für die Kinder. Also Aussitzen und sagen, ich mache jetzt nichts mehr, weil ich bin schon so oft verletzt worden, das bitte, bitte, bitte macht es nicht. Wenn du dich nicht aufraffen kannst, loszugehen für eure Beziehung, dann trenn dich. Aber bleib nicht in dieser Lähmung, in dieser Erstarrung, in diesem, in dieser ungesunden Beziehungsdynamik stecken, am Ende noch über Jahre. Weil dann, und dann am Schluss trennt ihr euch, wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann leben, müssen die Kinder ihr ganzes Leben damit leben, oder müssen das ihr ganzes Leben lang ertragen, dass ihr wegen ihnen zusammengeblieben seid und wegen ihnen nicht glücklich wart.
Und das ist halt, das ist eine Bürde. Und gleichzeitig, du bringst ihnen ja auch bei, dass man nicht miteinander kommuniziert. Also Nichtkommunikation ist ja was total, das ist, also es gibt ja keine Nichtkommunikation, ist ja auch eine Art der Kommunikation, aber es ist halt keine offene Kommunikation. Situation. Und das willst du nicht, das ehrlich gesagt, das will am Ende niemand, der ehrlich ist mit sich selbst.
Ja, und wir haben ja erst vor kurzem eine Podcast-Folge gemacht zum Thema Lügen. In dem Moment, wo du halt in so einer unklaren Situation bist, lügst du auch oder schwindelst und bist unehrlich, nicht authentisch. Also das ist das, was wirklich dazu führt, dass ihr am Ende alle psychisch oder sogar körperlich krank werdet, weil ihr zu sehr, zu viel Zeit in negativen Emotionen verbringt, weil zu wenig Verbindung da ist über positive Emotionen. Und weil negative Emotionen, wenn du viel negative Gefühle fühlst, führt einfach dazu, dass dein Körper minderwertige Proteine produziert, und die machen dich einfach körperlich krank. Krank. Also bitte, bitte, bitte vermeidet das. Und deshalb Variante Nummer 3: Geh los! Ja, geh los! Und selbst wenn du alleine losgehst— wir haben so viele Paare, in denen ist sie alleine losgegangen, und heute leben die ihre Traumbeziehungen mit dem Partner, der schon vorher da war, der sich für gemeckerfrei erstmal überhaupt nicht interessiert hat, und Das sogar abgelehnt hat zum Teil. Ja, voll glücklich war.
Und dann jetzt einfach voll mit dabei ist.
Ja.
Also da, das ist, also ja, wir haben das ja vorher gesagt, es gibt Situationen, wo eine Trennung vielleicht auch unausweichlich ist oder in gewisser Weise sogar der letzte Schritt oder der sinnvollste Schritt ist. Nur bei den allermeisten ist das nicht der Fall.
Weil in dem Moment, in dem ihr noch zusammen seid, könnt ihr das Ruder rumreißen. Ja, ihr könnt es in jeder Situation neu, ihr könnt euch neu erfinden als Paar. Ich stelle mir das ja immer vor wie eine Schere, ne, da man geht so auseinander, und in dem Moment, in dem du die Schere wieder zumachst, ist wieder Nähe da. Und dann geht's einfach darum, einen Weg zu finden, wie ihr miteinander gehen könnt. Und das passiert einfach, wenn ihr mehr darüber lernt, wie Beziehungen funktionieren. Weil eine Beziehung zu führen ist am Ende des Tages wie Mathe oder Deutsch oder irgendein anderes Schulfach, ist einfach nur eine Fähigkeit, die jeder erlernen kann und von der wir aber üblicherweise glauben, dass man das halt kann.
Ja, oder es ist ja für viele noch nicht mal eine Tätigkeit. Das ist ja das, ne, das, was man, was man eigentlich begreift und was du jetzt durch sowas Was du aus so einer Situation, in der du vielleicht auch gerade bist, eigentlich lernen kannst, oder was ihr da lernen könnt, ist zu begreifen: Okay, Beziehung ist was Aktives. Das ist etwas, was ich tue. Das ist nicht nur, dass ich am Anfang ist es aktiv, also in der Anbandelung und dann auch am Anfang, bis man so mal verheiratet, Kind, Haus, Auto, Job, dann fängt meistens halt so eine Routine an. Und dann muss ich eben anfangen, okay, ach, Beziehung ist was Aktives. Und auch wenn du jetzt hier zuhörst und sagst, bei mir ist alles gar nicht so schlimm, dann ist auch das der Hinweis zu sagen, okay, ich kann wieder ein Stück aktiver werden. Die Kinder sind vielleicht nicht mehr, ihr seid vielleicht nicht mehr dauernd nur noch am Windel wechseln und so was, ja, wo sowieso keine Zeit für irgendwas ist. Und dann geht's los, dann darf man mal wieder einen Blumenstrauß mitbringen, dann darf man mal wieder sagen, oh, du siehst aber toll aus heute. Und so weiter und so fort. Dann darf es wieder bewusster, aktiver werden. Allein diese Kleinigkeiten bringen schon wieder was Neues mit rein. Bringen eine Veränderung mit rein.
Jetzt bin ich gerade— ich hatte gerade noch so einen guten Gedanken und der ist jetzt gerade weggesprungen und vielleicht kommt der gleich wieder zurückgehüpft. Aber vielleicht ist er auch einfach nicht wichtig, ne? Lieben ist eine Tätigkeit, und wenn du losgehst, wird dein Partner, deine Partnerin über kurz oder lang mit losgehen. Genau, jetzt habe ich es wieder. Und dann könnt ihr nämlich euer Wir kreieren, weil schau, aus eurem Wir sind eure Kinder entstanden. Das ist ja schon ein Wunder ohne Ende. Und euer Wir, also die Verschmelzung von euren beiden Energien, die kann was erschaffen, was größer ist, als du dir im Moment vielleicht vorstellen kannst. Schau, dass es Gemecker frei gibt, ist die Verschmelzung aus Bernds und meiner Energie. Und wer weiß, was das bei euch ist. Es ist jedenfalls was total Uniques, was total Einzigartiges, und da liegt euer Gold drin. Nur im Moment verpulvert ihr vielleicht eure Energie damit, dass ihr euch zofft und zankt oder nicht miteinander redet und in Anspannung lebt und euch drüber daran reibt, wer den Müll rausbringt. Bringt. Und wie cool wäre es, wenn ihr lernen könntet, eure Energien zu verschmelzen, Synergien zu erzeugen und ein Wir zu erschaffen, mit dem ihr vielleicht sogar ein Beitrag für die Welt sein könnt, für eine friedlichere Welt, für eine liebevollere Welt. Weil ich denke, das brauchen wir gerade am allermeisten. Und Auch wenn du im Moment noch keine Idee hast, wie das vielleicht aussehen könnte, mit jedem Schritt, den du gehst, kommst du der Idee einen Schritt näher. Und ich bin heute schon gespannt, wer uns in ein paar Monaten oder in einem Jahr schreibt und sagt: Nach dieser Podcast-Folge bin ich losgegangen, und heute haben wir ein Wir kreiert. Das hätte ich mir damals im Leben nicht erträumen können.
Ja, wir lieben diese E-Mails. Uli und Bernd, ihr werdet es nicht glauben, aber genau, genau. Fertig für heute.
Viel Freude.
Heute fertig. Vielen Dank fürs Zuschauen und Zuhören. Wir hoffen, du konntest viel mitnehmen und du bist beim nächsten Mal wieder mit dabei.
Genau. Alles Liebe.
Tschüss.
More from Uli

Wieso du machmal dein Kind an die Wand klatschen könntest (obwohl du es liebst)









