Werden Kinder so überlebensfähig? [Ohne Meckern] - Podcast 093

Two hosts debate whether children raised without constant criticism and external pressure become resilient adults. They argue that conscious, judgment-free parenting creates intrinsically motivated people who can navigate real challenges, rather than requiring parents to "toughen them up" through pressure and punishment.
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Werden Menschen lebensfähig, wenn sie Subjekt bleiben dürfen?
Und mit lebensfähig meint man damit ja meistens, können die sich durchsetzen, halten die das aus, wenn die später von einem Chef mal gesagt kriegen, dass das Scheiße war, was sie gemacht haben, ja.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemücker frei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen Jungen, in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Genau. Heute wollen wir uns mit einem Thema beschäftigen, das glaube ich viele von euch beschäftigt.
Ja, und gerade auch so im Zusammenspiel als Paar und Eltern sein kommt das Thema immer wieder auf.
Genau. Besonders Papas sind da immer sehr Ich würde mal sagen besorgt. Ja, also das ist ja als Erstes ist es einfach eine Sorge. Und zwar wollen wir darüber sprechen, ob Kinder lebensfähig werden in unserer Gesellschaft, wenn sie gemeckerfrei aufwachsen, wenn sie so aufwachsen. Also wenn werden Menschen lebensfähig, fähig, wenn sie Subjekt bleiben dürfen.
Und mit lebensfähig meint man damit ja meistens, oder meinen die, die auch so diese Frage oder auch bisschen die Skepsis eben an uns herantragen, ja, können die sich durchsetzen? Halten die das aus, wenn die später von einem Chef mal gesagt kriegen, dass das Scheiße war, was sie gemacht haben?
Ja, wir hatten da zum Beispiel auch vor einiger Zeit auch ein Reel dazu zu sagen, okay, darf Kind einfach liebevoll begleitet werden. Und dann hatten wir eine Menge Kommentare eben auch so im Sinne von, ja, das hört sich ja schön und gut an, aber eben wenn dann, warte nur, bis der erste Chef kommt. So ungefähr. Und so mit der Idee oder mit der Frage, müssen wir Kinder hart machen? Also müssen wir die auflaufen lassen? Müssen wir die damit konfrontieren, dass es es eben in Anführungszeichen böse Menschen gibt. Also müssen wir jetzt, ich sag's jetzt mal ganz krass auf den Punkt, müssen wir zu unseren Kindern böse sein, damit sie später im Leben zurechtkommen?
Und müssen die auch lernen, sich zum Beispiel unter den Geschwistern durchzusetzen? Ja, da kommen wir auch dahin. Muss man das Streiten lernen? Muss man das Kämpfen lernen?
Genau. Und Also wir wollten einfach gerne jetzt mal so unsere Gedanken hier mit dir dazu teilen, weil das ja nicht so ist, dass wir uns diese Fragen nicht auch gestellt haben. Also wie oft sind wir da gesessen und haben genau das diskutiert? Weil ja ganz klassisch eher von dir auch die Fragen kamen zu sagen, ja, werden die Kinder dann durchsetzungsfähig? Kommen die denn damit klar, wenn mal jemand von ihnen was erwartet? Worauf sie jetzt vielleicht keine Lust haben, aber auch so, na, können sich die in eine Gesellschaft einfügen? Sind die in der Lage, ein Beitrag zu sein? Aber vielleicht kannst du auch noch mal ausführen.
Wenn die irgendwo in einem Konzern arbeiten, in einer größeren Firma, kommen die da mit der Kultur klar, dass man sich vielleicht ein bisschen mit den Ellbogen durchsetzen muss.
Oder falls es im Handwerksbetrieb so wäre.
Im Handwerksbetrieb, wie auch immer. Ja, wenn die dann mit Fußball, allein nur wenn sie Fußball spielen in der Fußballmannschaft. Wie setzen sie sich da durch?
Genau.
Und wie kommen sie auch, wie können sie darauf reagieren, wenn eben andere Menschen, Lehrer, der Meister im Handwerksbetrieb, wer auch immer, der Fußballtrainer, Wenn die nicht so freundlich reden und keine gewaltfreie Kommunikation können, sagen: Hey Arsch, mach mal oder so. Was passiert dann mit denen? Wie können sie damit umgehen?
Genau.
Oder eben die Frage: Müssten sie das nicht zu Hause schon lernen, dass das Leben halt mal hart ist oder so?
Ja, und wir haben uns die Fragen gestellt und irgendwann so ein Zwischenschritt war dann, dass wir gedacht haben, ja, okay, dann Es ist ja auch die Frage, ob unsere Kinder überhaupt so sich einen Ort im System sozusagen suchen. Also ich meine, man hat ja auch immer die Möglichkeit, zum Beispiel selbstständig zu sein oder sich halt die Firma danach auszusuchen, wie die Leute halt miteinander umgehen. Also weil dann war so der erste Gedanke, dass du dann auch gesagt hast, okay, vielleicht sind die dann ja nicht für jeden Ort, für jede Umgebung, jede Firma, jede Fußballmannschaft oder so, oder jeden Sport quasi gemacht. Also so mit der Idee, dass wir uns halt gefragt haben, kann es dann sein, dass unsere Kinder manche Dinge oder für manche Orte auf der Welt eben nicht vorbereitet sind? Aber könnten also, und auch so mit der Idee, könnten wir das ertragen, in Anführungszeichen, weil Also je, wenn man genau hinguckt, dann ist es ja immer so. Also Kinder von Musikern haben eine andere Affinität zu Musik oder eben gerade gar nicht. Kinder von Sportlern oder von Politikern, von Unternehmern, egal wo du guckst. Das ist ja immer das, was die Eltern ausmacht, spielt oder wie die Eltern sind, spielt natürlich immer da mit rein. Was und wie die Kinder quasi werden.
So, jetzt hat es kurz geklingelt.
Genau.
Schnell dem Housekeeping noch Bescheid gegeben und jetzt suchen wir unseren Einstieg wieder.
Genau. Also wir waren ja gerade so dran, dass wir alle auch sehr unbewusst unseren Kindern Dinge mitgeben. Dadurch, dass wir sind, wer wir sind, dass wir die Erfahrungen gemacht haben, die wir gemacht haben. Und das prägt unser Elternsein. Das ist ja mal gar keine Frage. Also das war so unser Zwischenschritt, dass wir gedacht haben, okay, das passiert ja zumindest unbewusst sowieso überall. Und vielleicht passiert das bei Eltern, die ihre Kinder gemeckerfrei begleiten, halt eben schon mal bewusst. Das ist ja schon mal ein Fortschritt im Vergleich zu das passiert unbewusst. Und unbewusst passiert es ja auch so wie, also ich habe immer Hockey gespielt, also spielt mein Kind auch Hockey zum Beispiel? Oder ich spiele Klavier, also so, ich Kriegt mein Kind gleich Klavierunterricht? Oder ich habe Klavierspielen gehasst, deshalb darf mein Kind gar kein Klavier spielen.
Also ich hätte es gern gekonnt und deswegen macht es mein Kind.
Ja, genau, wo es eben auch unbewusst passiert. Und dann haben wir gedacht, okay, der erste Schritt ist ja zu sagen, okay, ist ja schon mal cooler, wenn es bewusst passiert. Und dann haben wir unsere Kinder beobachtet. Und haben weiter darüber gesprochen und sind immer mehr zu dem Schluss gekommen, dass ermächtigte Menschen und Kinder, die gemeckerfrei begleitet werden, werden zu ermächtigten Menschen. Also sie sind ermächtigte Kinder und werden zu ermächtigten Menschen und Erwachsenen. Ja, Erwachsenen. Kinder sind ja auch welche. Genau, danke. Erwachsene. Und die sind sich ihrer Subjekthaftigkeit bewusst. Ja, also um da einfach noch mal diesen Begriff auch mit reinzubringen, zu sagen, Menschen, die wissen, wer sie sind, die wissen, was sie wollen, und die für sich durchs Leben gehen, die sind Subjekte geblieben, ne. Also die sind sich ihrer selbst bewusst, die haben sich nicht zu Objekten machen lassen. Und Menschen, die ermächtigt sind, die können eben auch ganz bewusst wählen und entscheiden, In welchem Kontext begebe ich mich? Und die können dann eben auch in einem Konzern arbeiten, in dem ihnen vielleicht das Miteinander nicht so gut gefällt, wenn sie einen klaren Purpose, ein klares Ziel haben, warum sie das tun.
Und dann können sie auch in so einer Umgebung, in so einem System bestehen. Sogar erfolgreich sein und in meiner Welt sogar dieses System positiv beeinflussen, weil sie gar nicht nötig hätten, jetzt wenn wir jetzt von dieser Ellbogenmentalität mal sprechen, gar nicht, es gar nicht nötig haben, darauf einzusteigen, sondern andere Wege finden, wie sie da auch wirken und strahlen können in der Umgebung.
Ja, und Also ich muss Menschen nicht unter Druck setzen, damit sie leistungsfähig werden. Das ist ja auch so eine Frage, die ihr dann oft stellt. Ja, aber wenn ich das jetzt nicht von meinem Kind erwarte, wenn ich jetzt nicht die Daumenschrauben anziehe, wie soll es dann lernen, mal an was dranzubleiben? Und da steckt immer noch der, der Fehlgedanke dahinter, dass Menschen extrinsisch, also von außen motiviert werden müssen. Und Natürlich, wenn ich Angst habe vor Kritik, wenn ich in einem Leistungsmuster stecke, wenn die Bonuszahlung winkt sozusagen, dann werde ich auch 80 Stunden arbeiten, um eben diese äußeren Faktoren, Belohnungen zu bekommen bzw. Strafen abzuwenden. Also aufgrund dieser äußeren Faktoren werde ich dann auch diese 80 Stunden arbeiten, aber ich werde immer getrieben sein dabei. Ich werde werde es nie aus einer intrinsischen Motivation heraus tun. Ich mache das nie aus einer inneren Freude, sondern ich mache das ja aus einem Zwang, aus einem inneren Druck, aus einem äußeren Druck. Ich bin, und dann bin ich nicht im Flow. Und Menschen, die nicht im Flow sind, die verbringen zwar zum Beispiel viele Stunden in der Arbeit, aber die sind dabei nicht besonders effektiv oder produktiv oder innovativ. Weil Innovation, gerade Innovation, entsteht aus der inneren Verbundenheit mit dir selbst, also aus dem, wenn du Zugang hast zu deiner Intuition, und das ist der Flow.
Und sie brennen langfristig einfach aus, weil irgendwann dieses Nichtvorhandensein eines Ziels, eines Purpose, eines Sinns hinter dem Ganzen, einer inneren Motivation, einfach dazu führt, dass es, dass man in so ein Gefühl der Sinnlosigkeit kommt. Und dann hat man keine Kraft mehr. Und das ist das, was du dann als Burnout oder Depression erlebst.
Genau, was viele von euch ja auch kennen oder im Kollegenkreis kennen, im Ansatz kennen oder Freunde haben, Kollegen haben. Also das ist ja ein weit verbreitetes Phänomen. Und da einfach zu erkennen, okay, also Diese Vorgehensweise, Kinder unter Druck zu setzen, Leistung einzufordern, hart mit ihnen zu sein, um sie damit auf ein Leben später vorzubereiten. Das ist einfach ein Irrglaube.
Das ist einfach, es ist sogar zerstörerisch. Am Ende des Tages macht es krank, es ist zerstörerisch und Klar kannst du sagen, ja, aber ich sehe ja nur Leute, die nach dem Muster funktionieren. Ja, nur wenn wir es niemals anders ausprobieren, dann wird es halt auch immer so bleiben.
Ja, einfach zu sehen, dass sich Telefone haben sich weiterentwickelt, Schreibmaschinen haben sich weiterentwickelt. Das Schulsystem ist einfach immer noch relativ gleich geblieben. Also da einfach zu sagen, ach so, ja, ich mache es einfach anders. Ich kann neue Wege gehen. Ich kann diesen Tank an Vertrauen, an intrinsischer Motivation, an Lernen aus Begeisterung, den kann ich so füllen bei meinen Kindern, dass ich weiß, dass die immer, was auch immer die tun werden, eine bewusste Entscheidung treffen und Für und Wider abwägen können und dann für sich entscheiden können, zum Beispiel Beispiel: Bin ich so innerlich, also will ich dieses Ziel, was weiß ich, will ich Flugzeugbauer werden, und dazu muss ich halt bei einem großen Konzern arbeiten. Und weil ich aber das so geil finde, was ich da als Job machen kann, weil mich das so erfüllt, weil ich da so eine Freude dran habe, kann ich die anderen Dinge ausblenden, weil ich ja auch mit einer inneren gestärkten Persönlichkeit überhaupt erst in die Situation komme, komme. Ich bin ja nicht so verunsichert, dass ich das positive Feedback oder das negative Feedback von außen als regulativ brauche, sondern ich bin ja in mir gesettelt. Und jetzt kann ich vollkommen ermächtigt einfach anhand meiner Ziele wählen und entscheiden, welchen Weg gehe ich und welche, na, welche Schritte gehe ich zu meinem Ziel, und was, wo kann ich Kompromisse schließen, weil ich weiß, ich bin ja unterwegs zu meinem Ziel.
Am Ende des Tages hat ja ein Kind, das gelernt hat, dass es auch nichts persönlich nimmt. Ja, wenn ich jetzt denke, ja, was wir oft, was in unseren Programmen oder auch in den Beziehungsprogrammen ja ein total wichtiges Thema ist, ne, nimm es nicht persönlich, egal was dein Gegenüber, ob es jetzt ein Partner ist oder dann halt ein Chef, das ist ja, oder ein Lehrer oder wer auch immer, Mitschüler, ein Fußballmitspieler oder was auch immer, ist ja vollkommen egal. Wenn du gelernt hast, es nicht persönlich zu nehmen, dann bist du eigentlich noch viel besser gewappnet dafür, dass du vielleicht einen Chef hast, der mehr anmeckert, als dir vielleicht positives Feedback gibt, weil du sagst, okay, das ist halt seine beste Option. Ja, ist halt cool. Solange er was an mir auszusetzen hat, will er, dass ich besser werde. Dann kann ich das so umdeuten und dann macht es mir eigentlich gar nichts mehr aus.
Genau, das ist nämlich die zweite Fähigkeit, die Kinder, die ermächtigt aufwachsen, haben. Die lernen, für sich immer wieder diesen Perspektivwechsel anzuwenden. Und die sehen immer die beste Option und die machen aus allem Gold. Und wieso würde ich diese Fähigkeit, die in jedem Menschen angelegt ist, wieso würde ich die zerstören wollen, damit sie anschließend ins System passen? Lasst uns doch das lieber groß machen und, ne, also bestärken, damit diese Menschen später vielleicht mit dazu beitragen, dass sich Systeme von innen heraus verändern und das auf jeden Fall die Kids später in der Lage sind, ihr Leben zu leben, ihren Weg zu gehen, für sich einzustehen, ihre Ziele zu erreichen. Und ganz bestimmt müssen wir sie nicht erst fertig machen und niedermachen, damit sie das irgendwann können, sondern da ist unser, unser Job als Eltern, ist so liebevoll und klar wie irgendwie möglich zu sein, selber persönlich zu wachsen, um diese Muster für uns loszulassen, um sie nicht weiter zu übertragen. Und also in unserer Welt, und wenn wir unsere 4 Kids angucken, von denen 3 erwachsen sind, dann macht der gemeckerfreie Weg auf jeden Fall extrem lebensfähig, und sogar noch viel früher als jetzt ein klassischer Weg auch. Ja, also das, da können wir dir nur Mut zusprechen, dass du wirklich da keine Sorge haben musst. Dass du Härte zeigen müsstest, damit deine Kinder in der bestehenden Welt überleben können, sondern ganz im Gegenteil, je mehr du sie bestärkst, umso lebensfähiger werden sie sein.
Das war ein tolles Schlusswort.
Fand ich auch.
In diesem Sinne, hat's schön. Danke fürs Zuhören und Zuschauen. Bis zum nächsten Mal.
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