Werdet ihr nie wütend? - Podcast 049

In dieser Episode des Gemeckerfrei‑Podcasts diskutieren die Hosts Bernd und sein Co‑Moderator (SPEAKER B) die Frage, ob sie jemals wieder wütend werden. Sie berichten von ihrer eigenen Entwicklung vom häufigen Ausbruch von Wut hin zu einem Leben ohne Wutausbrüche. Zentral ist das Bild des Eisbergs: Wut ist nur die sichtbare Spitze, darunter liegen zahlreiche unausgesprochene Gefühle wie Irritation, Frust, Überforderung oder Ohnmacht. Sie erklären, dass das Ignorieren dieser Vor‑Gefühle zu einem Aufstauen führt, das schließlich in explosiver Wut endet, und dass das Delegieren von Ärger an den Partner ein verbreitetes Muster in Beziehungen ist. Der Podcast beleuchtet die Folgen von elterlicher Wut für Kinder – Angst, das Erleben der Eltern als „Monster“ und ein belastetes Gewissen bei den Eltern – und betont, dass das Erkennen und Bearbeiten der Vor‑Gefühle die Notwendigkeit von Wutausbrüchen eliminiert. Sie stellen das Konzept der Selbst‑Ermächtigung vor: die Rückgewinnung persönlicher Gestaltungsmacht, das bewusste Erleben von Emotionen als Wegweiser und das Ersetzen von Wut durch kreative Energie. Abschließend geben sie praktische Hinweise, wie man die eigenen Vor‑Gefühle erkennt, und laden zu einem Elternseminar am 5. September ein, das weitere Werkzeuge für ein wutfreies Familienleben vermittelt.
Chapters
Hallo und herzlich willkommen, herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast, der Podcast für glückliche und liebevolle Beziehungen. Schön, dass du da bist.
Ja, wundervoll, dass du uns zuhörst und wieder oder zum ersten Mal dabei bist.
Genau, danke, dass du dich von uns inspirieren lässt, dass du uns folgst, dass du ja gemeckerfrei in dein Leben Leben integrieren möchtest, dass du ja mit uns Teil dieser Bewegung sein willst und ja, gemeckerfrei. Jetzt fehlt mir das Wort.
In deine Familie bringen willst oder mitnehmen.
Zum Beispiel. Genau, genau. Wir sind heute auf Mallorca.
Genau.
Nicht mehr in Marokko wie letzte Woche, sondern auf Mallorca mit unserem Team haben wir hier gerade ein Voll schönes, cooles Gemeckerfrei-Team-Event. Genau. Und haben einfach total Spaß und Freude miteinander, uns live zu sehen und hier wieder tolle neue Sachen für euch auszuhacken.
Ja, und uns, uns alle zusammen gegenseitig wieder mit Spaß und Freude aufzuladen für die nächsten Wochen und Monate.
Genau. Und heute wollen wir mal wieder eine Frage aufgreifen, die wir von euch gestellt bekommen haben.
Und zwar war die Frage: Werdet ihr nie wütend?
Werdet ihr wirklich nie wütend?
Werdet ihr wirklich, wirklich nie wütend?
Also nie, nie? Auch nicht ein bisschen? Oder vielleicht also doch ein bisschen, doch bestimmt, oder? Und die Antwort ist mittlerweile: Nein, nicht mehr. Genau. Nein. Also wir werden nicht wütend. Wir werden nicht mehr wütend.
Und klar, das muss man ja auch so ganz ehrlich sagen, und wir wollen dich ja auch immer mitnehmen, auch in unsere Entwicklung. Nicht mehr wütend.
Früher war das anders.
Genau, früher war das anders.
Genau. Und wir hatten das eigentlich auch ziemlich aufgeteilt, und das würde ich auch gerne hier teilen, weil das vielleicht auch das ein oder andere Elternpaar oder der ein oder andere Mama, Papa, der jetzt zuhört, das auch kennt. Weil wir hatten da so ein ganz klassische tollen Verteilung von, also auch so die Gute und der Böse sozusagen.
Die Schöne und das Biest.
Weil das kann man jetzt schon einfach so sagen. Du warst derjenige bei uns, Bernd, der einfach wütend geworden ist. Absolut.
Ich konnte sowas von wütend werden.
Ja, genau. Und ich eigentlich, also ich habe das einfach an dich delegiert. Ich habe mich innerlich aufgeregt und Du bist dann explodiert oder wütend geworden.
Ja, und das ist ja ein Mechanismus, den darüber hinaus viele Paare machen in ganz verschiedenen Themen. Dinge, die nicht jetzt ausgeglichen beide haben, die verteilt man dann durchaus mal so sehr. Der eine das eine Extrem und der andere das andere.
Genau. Also von dem her, wenn du jetzt zuhörst und sagst: Ja, ich, also weil ich, das erzähle ich so, weil ich hätte das mein früheres Ich, ich vor 15 Jahren, hätte vielleicht diese Folge gehört und hätte gesagt, ja, also mit Wut habe ich kein Thema.
Ja, und in Wirklichkeit hast du doch ein Thema mit Wut, auch wenn du selber nicht wütend wirst, weil es eben dein Partner übernimmt.
Genau, und weil es ein Familienthema ist. Also Wut, egal ob dein Partner wütend wird, ob deine Kinder wütend werden, das ist einfach ein Wut, dann ist Wut einfach ein Thema in der Familie und das betrifft alle in der Familie gleichermaßen, egal wer jetzt dann am Ende des Tages der Wüterich ist, sozusagen. Und Wut ist einfach die Spitze des Eisbergs, sozusagen. Ein Wutausbruch ist die Spitze des Eisbergs. Das ist einfach, wenn es wirklich dann komplett eskaliert. Und vor Wut entsteht, entstehen viele, viele andere Gefühle und Emotionen. Und das ist mir auch total total wichtig, dass nicht wütend zu werden nicht bedeutet, emotionslos zu werden, und das heißt auch nicht, irgendwas unter den Teppich zu kehren.
Genau, weil das ist, weil es nämlich, wenn du nicht mehr wütend wirst, so wie es jetzt, wie wir es jetzt verstehen und wie wir es dir, wie wir es ja unseren Teilnehmern und so auch beibringen, ist es dann eben kein Eisberg mehr, weil das Problem am Eisberg ist, dass ja zwei Drittel siehst du ja nicht.
Genau.
2/3 sind unter Wasser und nur 1/3 ist sichtbar. Und deswegen sagen wir natürlich, Wut ist die Spitze des Eisbergs. Und eigentlich kann man so sagen, wir holen den Eisberg an Land und dann schmilzt er ab oder so.
Also ja, oder wir machen halt die Teile des Eisbergs bewusst, die eigentlich unterbewusst sind, die unter Wasser, die unter der Wasserlinie liegen. Weil wenn du viel früher ansetzt, und anders mit all deinen Emotionen umgehst, dann kommst du nicht an den Punkt, dass du wütend werden musst, weil sich so viel aufgestaut hat. Und selbst wenn du jetzt sagst, meine Wut kommt aber von jetzt auf gleich, da hat sich nichts aufgestaut. Doch, da hat sich auch was aufgestaut. Es ist nur so unterbewusst, dass du es nicht bemerkst. Das ist wie wenn du eben gegen den Eisberg fährst unter Wasser und sagst, den habe ich doch nicht gesehen, also ist er doch nicht da. Doch, er ist trotzdem da. Also wenn du wütend wirst, dann hast du an irgendeiner Stelle dich entmächtigt. Du hast deine Macht abgegeben. Du hast Emotionen, die dir schon gesagt haben, oh, hier geht's in die falsche Richtung, das tut dir nicht gut, die hast du nicht ernst genommen, nicht wahrgenommen, denen bist du nicht gefolgt. Und dadurch ist Wut so, hat sich Wut so aufgestaut, dass es irgendwann, dass du dir irgendwann nicht mehr anders zu helfen wusstest, als zu explodieren.
Und da ist überhaupt kein Fehler. Also das ist einfach so. Viele von uns haben das nicht gelernt oder haben eher gelernt, dass man Emotionen zurückhält und damit halt genau das System gelernt, dass halt die Wut so schön langsam vor sich hinkochen lässt.
Genau. Und dann halt noch zusätzlich gelernt, dass man ja Wut auch ausleben muss, dass es ja schlecht ist, die zu unterdrücken. Und ja, es ist auch aus unserer Sicht, macht es keinen Sinn, Emotionen zu unterdrücken. Allerdings hat halt Wut den Nachteil, dass das eine so heftige Emotion ist, dass deine Kinder, wenn du deine Wut auslebst, halt vor dir wahnsinnig erschrecken, weil die dich als Monster wahrnehmen. Und sich, na, das hat so eine Wucht oft, dass es einfach für die Kinder so bedrohlich ist, dass du das halt nicht einfach wieder aus der Welt wischst, selbst wenn du dich anschließend entschuldigst. Und das ist das, was wir eben auch erfahren und erlebt haben. Natürlich sind wir früher wütend geworden oder vor allem eben auch der Bernd. Oder aber auch ich bin ärgerlich geworden und laut geworden. Und das Blöde ist ja, dass wir uns alle danach gleichermaßen beschissen fühlen. Also wir als Eltern haben ein sauschlechtes Gewissen. Bernd, du ja auch. Also spätestens in dem Moment, wo die Wut dann wieder verraucht ist, kommt ja das schlechte Gewissen. Ja, und Die Kinder erschrecken sich vor uns. Das ganze Gefüge hat einfach Schaden gelitten von so einem Wutanfall oder von so einem Wutausbruch. Und ich kann mich dann anschließend natürlich entschuldigen und dem Kind sagen: Du, das tut mir total leid, dass mir das passiert ist, und es war nicht meine Absicht, und das wollte ich eigentlich auch nicht, aber ich konnte es nicht anders. Und das ist natürlich viel besser, als zu zusagen, ja, also weißt du, Kind, wenn du dich jetzt nicht so falsch verhalten hättest, dann wäre ich auch nicht wütend geworden. Also von dem her ist Entschuldigen schon auf jeden Fall, oder das Bedauern auf jeden Fall die bessere Idee. Und gleichzeitig kann man halt schon dazu sagen, dass du kannst dich, also überleg dir das, wie ist das, wenn dein Partner fremdgeht und anschließend kommt und sagt, es tut ihm leid, dann kannst du ihm schon glauben, dass es ihm leidtut. Aber trotzdem macht es das Geschehene ja nicht ungeschehen oder vergessen.
Also nimmt ja auch nicht die Verletzung, die du, die oder den Schreck und die Angst, die dabei entstanden sind. Aber ist ja Angst, was bei den Kindern entsteht.
Genau, weil die sind so abhängig von uns. Die können nur überleben, wenn wir für sie da sind. Und wenn die uns dann als Monster erleben, das wird lebensbedrohlich. Das ist wie wenn dir jemand deine Lebensgrundlage entzieht. Und du auf einmal kein Schlüssel mehr für deine Wohnung hast oder kein Geld mehr auf dem Konto oder wie. Also es ist für Kinder einfach lebensbedrohlich, wenn sie uns wütend erleben. Und von dem her sind wir die Letzten, die sagen, das darf nicht passieren, weil es ist uns auch passiert. Unsere Kinder haben es auch überlebt, sozusagen. Und gleichzeitig sehen wir uns schon heute auch in der Verantwortung, weil wir eben wissen, wie Wut entsteht, weil wir wissen, wie du anders mit deinen Emotionen umgehen umgehen lernen kannst, wie du dahin kommst, dass du Wut nicht mehr brauchst, dass du dich ermächtigst und einfach deine Kreativitätsenergie auslebst und die nicht umlenken musst in Wutenergie. Weil wir wissen, wie das geht, sehen wir uns in der Verantwortung, dich da zu begleiten, mitzunehmen, dir Mut zu machen und dir auch aufzuzeigen, dass es eben, selbst wenn wir es nicht wollen, trotzdem halt Schaden anrichten kann, den wir gar nicht überblicken können. Und deshalb ist einfach unser Approach heute, oder unsere Aufforderung, oder unser Wunsch an dich, sagen: Ja, es ist wirklich möglich, ohne wütend zu werden, zu leben. Also ich habe neulich mal drüber nachgedacht, ob ich mich erinnern kann, wann es bei uns das letzte Mal Wut gab. Also Egal ob das nur ein kleines Gefühl von Wut in mir war oder Wut, die sich im Außen gezeigt hat. Und ich, also ich muss einfach wirklich sagen, es ist mal mindestens ein Jahr her, weil das ist der Zeitraum, den ich noch überblicken kann. Und davor kann ich mich auch nicht erinnern, dass wir mal wütend waren. Also es ist wirklich schon Jahre her, seit Wut in unserem Leben ein Begleiter unseres Lebens war, sozusagen. Und das Kannst du auch lernen. Und ja, wenn wir sagen, wir werden nicht wütend, dann werden wir wirklich nicht wütend. Und es ist kein Unterteppich kehren, das ist kein Wegdrücken, es ist kein So tun als ob, sondern es ist einfach so, dass wir die Emotionen kennengelernt haben, die vor der Wut sind. Und das sind Emotionen wie irritiert sein, wie genervt sein, wie verärgert sein, wie sich überfordert fühlen, wie angestrengt sein, wie ausgelaugt sein. Und dann kommt Wut. Und am Ende des Tages ist Wut immer Anzeichen für ein Gefühl von Ohnmacht und Entmächtigung. Und da geht es immer darum, die Gestaltungsmacht für sein eigenes Leben zu sich zurückzuholen. Und das ist das, was wir mit Gemeckerfrei und der Gemeckerfreiheit in die Welt tragen wollen, dass du anfängst, das Leben zu leben, das dir wirklich entspricht. Weil natürlich, ich weiß schon, der ein oder andere, der jetzt zuhört, der wird sich jetzt so Dinge denken wie, was weiß ich, wenn ich jetzt auf Weltreise wäre und immer irgendwo aufs Meer gucken könnte, dann wäre ich auch nicht mehr wütend.
Ich kenne auch Weltreisende, die immer noch wütend werden.
Das ist jetzt auch keine Frage.
Und du nimmst dich ja immer mit.
Und gleichzeitig ist es eben so, dass du sagst: Ja, kann schon sein, dass du weniger wütend werden würdest, wenn du dir Lebensumstände erschaffst, die entspannter sind, dass du genug Schlaf bekommst, zum Beispiel, oder halt nicht mehr viele Dinge tun musst, die du nicht gerne machst, oder was auch immer. Nur das ist ja uns auch nicht zugefallen, sondern das ist ja auch ein Teil dieses Weges, den wir gegangen sind, dass wir eben gesagt haben, wir, wir sind nicht bereit, Wutanfälle und erschreckte Kinder und schlechtes Gewissen bei uns als Teil unseres Alltags zu akzeptieren. Und das ist ja mit einer der Gründe gewesen, dass wir los und immer weitergegangen sind. Und ein Teil von diesem Weitergehen ist eben Selbstermächtigung, zu sagen, wie will ich mein Leben leben, dass mich, dass mein Leben mir Freude macht, dass ich einfach jeden Tag morgens voller Dankbarkeit aufstehen kann und voller Dankbarkeit schlafen gehen kann. Das heißt nicht, dass nicht auch mal dumme Sachen passieren. Also wir waren jetzt ja ein paar Wochen in Marokko und haben keine Nacht durchgeschlafen, weil die ganze Nacht irgendwie entweder der Muezzin gerufen hat, der Hund gebellt, der Esel geblökt oder der Hahn gekräht hat. Und das haben wir natürlich auch gemerkt, dass wenn du mal 2, 3, 4 Wochen jede Nacht x-mal wach bist, das ist schon auch einfach ein bisschen—
Hat so wieder an ganz frühere Zeiten mit ganz kleinen Kindern erinnert.
Ja, genau. Also das ist auch, solche Zeiten gibt es und trotzdem Trotzdem muss keiner wütend werden, weil wir einfach gelernt haben, mit den Emotionen davor umzugehen. Und das kannst du auch lernen. Das ist, jeder kann es lernen.
Ja, und das Schöne ist, dass du ja einen ganz neuen Teil von dir kennenlernst, weil du einfach dich ja in diesen emotionalen Situationen auf einmal kennenlernst und merkst, wie gut es eigentlich tut, die wahren Emotionen auszuleben und nicht erst die Explosion, die dann in Wut Sicher, weil der Ärger, der da ist, die Frustration, die da ist, das Irritiertsein, das sind ja auch Emotionen, die schon da sind.
Nur die übergehen wir halt meistens und wundern uns, warum es uns nicht so wirklich gut geht. Und wenn du einfach erkennst, dass eine Emotion immer nur ein Wegweiser ist, die dir immer nur sagt, okay, jetzt bist du gerade vor einer positiven Emotion, ist immer ein Verstärker, der sagt immer, okay, bist in in der richtigen Richtung unterwegs, sozusagen. Also im Sinne von: Wo willst du hin? Bist du zu deinen Zielen hin unterwegs? Und eine negative Emotion macht einfach deutlich, dass du irgendwo hin unterwegs bist, wo du nicht hin willst. Und das ist am Ende des Tages das Einzige, wozu Emotionen gut sind, dass sie dir Weg weisen, ob du in Connection mit dir selbst, mit deiner Seele bist, ob du dem Ruf deiner Seele folgst oder eben nicht. Und es hat überhaupt nichts mit deinen Kindern zu tun, ob du wütend bist, sondern deine Kinder sind nur der Spiegel und nur der Weckruf, der dir aufzeigt, dass du vielleicht gerade nicht in allen Bereichen des Lebens lebst, dass du gerne leben wollen würdest. Und dann werden wir nicht müde, dich dazu aufzurufen, dir deine Macht zurückzuholen. Hol dir deine Macht Macht zurück, ermächtige dich, lass dich dabei begleiten, wie das geht. Wenn du jetzt zuhörst und sagst, ich habe no fucking idea, wie das gehen soll. Aber am Ende des Tages haben wir alle als Kinder unsere Macht abgegeben. Wir haben alle, wir sind alle entweder im Elternhaus oder dann im Kindergarten, in der Schule mit Menschen konfrontiert worden, die uns entmächtigt haben, von denen wir uns haben entmächtigen lassen. Weil mit dem Argument, dass wir das nicht wüssten, weil wir ja Kinder sind.
Ja, weil eigentlich die schon selbst entmächtigten Menschen dann halt weiter entmächtigen, weil es einfach als die Normalität empfunden wird. Und wir wollen dich eben einladen, mit uns und vielen anderen zusammen da eine neue Normalität zu erschaffen.
Genau.
Für dich und dann eben, und das ist immer das Coole, und ich sage das so gern, weil ich weiß, dass das den meisten Eltern so geht, dass sie noch lieber für ihre Kinder Dinge tun als für sich selbst. Und das ist immer, wenn du diesen Schritt gehst, dann lebst du in deinen Kindern vor, und sie brauchen ihn dann nicht selber zu tun, weil es für sie eben ihr Normal ist. Und das ist einfach großartig.
Absolut.
Deswegen will ich dich dazu einladen.
Ja, ich würde noch mal gerne einen kurzen Schlenker zurückmachen, weil mir gerade so eine Geschichte von mir als Kind eingefallen ist, wo, was so klassisch ist für diese Entmächtigung. Also ich bin mit meiner Mama und meinem Bruder im Auto gefahren und meine Mama wollte aus einer Parklücke ausparken. Und ich habe gesehen, dass da ein Auto kommt. Und weil meine Mama aber 2 Wochen davor, als ich irgendwann mal, wie mein Papa immer gesagt hat, mein Papa hat immer gesagt, wenn einer von beiden, der Beifahrer hat immer gesagt: Rechts ist frei, links ist frei. Und hat so mitgeguckt. Und ich fand es halt total toll, da zu helfen sozusagen. Und habe auch mal halt dann vom Rücksitz irgendwie gerufen: Rechts ist frei, rechts Jetzt ist frei. Und dann habe ich den Kommentar zu hören gekriegt, dass ich da still sein soll, weil ich könnte das noch nicht wissen, weil ich bin ja ein Kind. Ich weiß ja noch nicht, wie das geht. So 1, 2 Wochen später sind wir eben im Auto gesessen. Meine Mama wollte rückwärts ausparken. Ich sehe, da ist ein Auto und habe halt nichts gesagt, weil ich davor ja— Ich sollte ja nichts sagen. Ja, so. Und da, also Solche Geschichten kann bestimmt jedes Kind erzählen, wo es einfach durch seine Verbindung zu sich selbst ein Unheil oder Unglück oder irgendwas hat kommen sehen und es nicht benannt hat, nicht darauf hingewiesen hat, weil es an anderer Stelle gelernt hat, dass sein Wort nicht erwünscht ist. Und das sind solche Sachen, oder das sind so Kleinigkeiten wie wenn du als Kind gehört hast, ja, das kannst Du jetzt nicht selber entscheiden, wann du deine Hausaufgaben machst, weil das kriegst du noch nicht hin, das kannst du noch nicht. Oder: Nee, du musst jetzt eine Mütze anziehen, weil draußen ist es kalt. Du kannst noch nicht entscheiden, ob dich friert oder nicht. All diese Sätze, all diese, das sind alles Übergriffe, die von Erwachsenen an Kindern stattfinden, wo Erwachsene ihre Macht Kindern gegenüber ausspielen. Hör dir dazu auch gern noch mal die Podcastfolge an, wann Gewalt beginnt. Und das sind all diese Schritte, wo wir selber entmächtigt wurden. Und das ist am Ende des Tages die Grundlage dafür, dass wir wütend werden als Kinder und wütend werden als Erwachsene. Und je mehr du dich ermächtigst, umso weniger brauchst du Wut. Und damit du dich ermächtigen kannst, musst du die Gefühle vor der Wut verstehen lernen und die Bedeutung von Emotionen in deinem Leben neu definieren. Und Dann löst sich Gemecker, Streit, Wut, Ärger in eurem Familienalltag easy peasy einfach auf. Und wenn du Lust hast, den ersten Schritt dahin zu gehen, dann kannst du dich super gerne anmelden für unser Elternseminar. Das stattfindet am 5. September, 20:30 Uhr. Link findest du wie immer in den Shownotes. Raus Raus aus der Motzfalle. Genau, freuen wir uns, wenn du dabei bist. Freuen wir uns, wenn du das weitererzählst, wenn du es teilst, wenn du andere mit ins Boot holst, damit wir Erwachsene uns ermächtigen und damit Wut aus unserem Familienalltag verschwinden kann und Gemecker und Streit sowieso. Und vor allen Dingen, damit du selbst das glückliche Leben leben kannst, das du selbst leben möchtest und das Vorbild sein kannst, das du gerne sein magst. Danke fürs Zuhören.
Vielen herzlichen Dank. Wir freuen uns auch über deine Kommentare bei Instagram oder deine Bewertung bei Spotify, Apple, wo auch immer du diesen Podcast hörst.
Genau. Und wenn du es noch teilen magst, freuen wir uns natürlich auch. Und wenn du nächste Woche dabei bist, sowieso. Und jetzt hören wir endlich auf.
Wünschen dir eine gute Zeit.
Genau. Und alles Liebe. Tschüss.
Tschüss.
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