Wie du deine Kinder in Zeiten von Krisen begleitest - Podcast 024

In diesem Podcast‑Episod von "Gemeckerfrei" diskutieren Uli und Bernd Bott, wie Eltern ihre Kinder während äußerer Krisen – wie Krieg, Pandemie oder wirtschaftliche Unsicherheit – begleiten können. Sie beginnen mit der Beobachtung, dass die anhaltende Belastung durch Corona das gesellschaftliche Stresslevel bereits erhöht hat und neue Krisen dieses Fundament weiter erschüttern. Der zentrale Gedanke ist, dass Kinder die Emotionen ihrer Eltern spiegeln; wenn Eltern Angst unbewusst zeigen, übernehmen Kinder diese Angst. Deshalb betonen die Hosts die Notwendigkeit, die eigene Angst zu erkennen, zu regulieren und als Vorbild für Ruhe zu dienen. Sie zitieren Laura Seiler, um Angst als Erwartung von zukünftigem Schmerz und Liebe als Erwartung von Freude zu definieren, und argumentieren, dass Angst nur in der Vorstellung der Zukunft existiert. Praktische Werkzeuge werden vorgestellt: ein einfacher Check‑list‑Ansatz (satt, sicher, warm, trocken) zum mentalen Grounding, bewusste Atem‑ und Achtsamkeitsübungen, und das bewusste Lenken der Aufmerksamkeit auf positive Erwartungen. Für unterschiedliche Altersgruppen geben sie konkrete Ideen – symbolisches Verbrennen des "Angst‑Monsters" für jüngere Kinder, offene Gespräche und kritische Medienanalyse für Teenager. Sie raten, den Medienkonsum zu begrenzen, gezielt Informationen zu prüfen und gemeinsam mit den Kindern verschiedene Standpunkte zu erforschen. Der Podcast schließt mit dem Leitmotiv, dass Frieden in der Welt bei innerem Frieden beginnt: Eltern, die ihre eigene Angst in Liebe umwandeln, werden zu Leuchttürmen für ihre Familien und brechen damit die Kette von Angst und Aggression.
Chapters
Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch, wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallo und herzlich willkommen!
So schön, wir freuen uns, dass du uns jetzt heute hier wieder zuhörst.
Genau, wir haben im Team gefragt, oder beziehungsweise Eigentlich kam aus dem Team der Impuls zu sagen: Könnt ihr nicht was dazu erzählen? Wie können wir als Eltern unsere Kinder in Zeiten von äußeren Krisen gut begleiten? Und das machen wir jetzt.
Ja, dazu sprechen wir heute mal darüber.
Wir beide. Genau. Also erst mal glaube ich, ist es ja vollkommen verständlich, nachvollziehbar, normal, was auch immer man als normal bezeichnen wollen würde. Aber es ist ja völlig verständlich und nachvollziehbar, dass Krieg, kriegerische Auseinandersetzungen, gerade wenn sie auch so durch die Presse gehen wie im Moment, dass das einfach Urängste in uns weckt, auslöst. Und wir haben uns gerade so drüber unterhalten und wir würden sogar sagen, dadurch, dass wir jetzt ja auch schon so lange mit Corona beschäftigt sind, ist bei vielen Menschen das Nervenkostüm einfach sowieso schon ausgedünnt oder angespannt, strapaziert. Strapaziert, ja. Und da ist es jetzt völlig egal, ob du Angst vor Corona hast, ob du Angst oder ob dir die ganze Situation die Angst gemacht hat, ob du Angst vor Jobverlust hattest, vor Quarantäne, vor Ansteckung, vor Tod, vor Krankheit.
Oder ob einfach nur die Situation schon gestresst hat, mit Homeschooling, Homeoffice, alle auf einmal zu Hause, die sonst irgendwie den ganzen Tag unterwegs sind und so. Das hat ja viele einfach belastet.
Genau. Und da ist schon so ein Stress. Also wir beobachten das schon so, dass da so ein Stresslevel eigentlich wie so ein gesellschaftliches Stresslevel entstanden ist, das jetzt quasi noch mal ein negatives Sahnehäubchen obendrauf gesetzt bekommt. Von dem her ist das erst mal total nachvollziehbar, wenn du halt vielleicht auch normalerweise eigentlich ein positiv denkender Mensch bist und im Moment aber das Gefühl hast, boah, jetzt wird es aber gerade, jetzt wird es gerade viel oder es wird eng oder ich kriege Angst oder ich kriege mich nicht mehr reguliert. Oder wie eine Teilnehmerin von uns gesagt hat, bei allen anderen Themen schafft sie es irgendwie, sich wieder in eine gute Energie zu bringen, aber da rauscht sie so richtig ab. Und da wollen wir erst mal einfach ganz viel Verständnis entgegenbringen, falls es dir so geht, dass das also dass wir das total nachvollziehen können, wenn es dir so geht. Und gleichzeitig wollen wir dir eben ein bisschen was an die Hand geben, wie du da anders damit umgehen kannst, damit du eben auch deine Kinder gut begleiten kannst. Weil das Problem, jeder, der uns zuhört und uns schon ein bisschen kennt, ist unser Ansatz immer so, dass wir sagen, die Kinder, die imitieren uns einfach. Wenn wir als Erwachsene müssen wir Angst haben, wenn wir in Sorge sind, dann übernehmen unsere Kinder unsere Emotionen und wenn wir sie vielleicht noch nicht mal bewusst haben, dann übernehmen unsere Kinder die unbewusst und dann entsteht eigentlich am meisten, wie soll man sagen, Schaden wäre jetzt ein blödes Wort, aber so in die Richtung. Also wenn es unbewusst sein Unwesen treibt sozusagen, dann ist es halt für alle Beteiligten am am destruktivsten.
Du kannst es ja immer. Ich finde, ein gutes Beispiel ist immer, wenn du dir— wir haben das gestern gemacht, das war jetzt relativ harmlos oder was vorgestern, ich weiß es gar nicht mehr. Wir sind mit so einem kleinen Segelboot hier rausgefahren zum Schnorcheln. Jetzt, das ist hier, da waren keine Wellen und so, das war total harmlos. Es war eigentlich noch nicht mal so richtig viel genug Wind. Dann haben wir uns mit so Stangen da rausgestreckt. Aber wenn du dir jetzt vorstellst, du bist als Gast auf einem Segelboot. Und da sind zwei, die segeln das. Das sind der Captain und der Maat. Und die haben das drauf. Und dann wird es ein bisschen windiger und das See ein bisschen rauer. Aber die sind immer noch locker und am Rumwitzen und so, dann bist du entspannt. Aber wenn die Stress kriegen und du hast, auch wenn du keine Ahnung hast vom Segeln, dann kriegst du auch Stress, weil dann denkst du: Oh Gott, die zwei Profis kriegen Sorgen. Und so geht es den Kindern ja auch, nur dass sie es nicht bewusst merken. Weil wir Eltern sind ja die, die die Sache, die sind ja die Pros. Wir haben das ja in der Hand. Wir sind der Leuchtturm, der Captain, was auch immer, wie du es nennen magst. Und wenn wir natürlich straucheln, dann ist es ja kein Wunder, dass die Kinder sogar noch stärker vielleicht abrutschen, in Anführungsstrichen.
Ja, weil das ist ja auch wieder, worüber spricht man, wenn der Captain, also wenn man der Captain von dem Segelboot, wenn ich dein Beispiel aufgreife, wenn der dann sagen würde, wir sind gerade unsicher, ob wir das Segel hissen sollen oder nicht. Und aber es ist alles gut. Also es ist keine Gefahr, sondern wir diskutieren nur gerade, wie wir es machen sollen. Dann kannst du dich als Fahrgast ja wieder entspannen, wenn, weil du ja jetzt weißt, wo, was ist das Thema, worum geht es? Ist mein Leben in Gefahr? Whatever. Und für die Kinder, wenn du aber nur dubios Angst hast, und vielleicht selber noch gar nicht klar hast, dass du Angst hast oder die eigentlich noch so wegdrückst, weil du denkst: Na ja, und will ich eigentlich gar nicht fühlen, dieses Gefühl von Angst. Ja, dann wird es schnell bedrohlich für die Kinder, weil sie es halt überhaupt nicht einordnen können.
Ja, ja.
So, und deshalb wollen wir hier jetzt einfach mal noch mal auf Angst gucken, auf Angst und wie du eigentlich im ganz Kleinen anfangen kannst, dich eben nicht zu einem Teil dieser Aggression zu machen, also dieser Krise zu machen. Und zwar möchte ich gerne ein Zitat mit euch teilen, oder wollen wir ein Zitat mit euch teilen von Laura Seiler, die mal gesagt hat: Angst ist die Erwartung von Schmerz in der Zukunft und Liebe ist die Erwartung von Freude in der Zukunft. Also Angst ist die Erwartung von Schmerz in der Zukunft. Angst zu haben bedeutet immer, ich male mir die Zukunft in düsteren, dunklen Farben aus. Ich plane in meiner Zukunft Ereignisse, die ich nicht mag. Das ist Angst.
Genau. Das ist ja mit dem Schmerz gemeint. Dinge, die ich halt nicht mag, die mir irgendwie schlechte Gefühle bereiten. Es muss nicht immer körperlicher Schmerz sein.
Ja, aber also quasi Angst ist nicht, du kannst nicht im Hier und Jetzt Angst haben. Jeder, der das schon mal erlebt hat, dass er in einer brenzligen Situation war im Verkehr, also im Straßenverkehr oder da auch eine brenzlige Situation mit einem Kind erlebt hat oder so. Du hast nie in dem Moment, wo das passiert, Angst, sondern entweder hast du Angst davor oder du hast Angst danach, wenn dir bewusst wird, was jetzt gerade alles hätte passieren können. Aber du hast Du hast nicht in dem Moment Angst, weil Angst kannst du nicht in der Gegenwart haben. Wenn du im Hier und Jetzt bist, kannst du keine Angst haben. Und du kannst gerade bei so Krisen jetzt, hast du Angst, nur eigentlich, das ist eine Mischung. Du weißt, was Krieg früher mal bedeutet hat, und du planst ähnliche Ereignisse in deiner Zukunft und siehst dein Leben jetzt schon bedroht. Und das macht Angst.
Ja, noch dazu, wo du— es ist, du hast ja auch nur fremde Bilder dazu. Du hast ja noch nicht mal selber—
Die meisten von uns haben das noch nicht mal selber erlebt.
Die meisten von uns haben ja selber noch keinen Krieg im Ansatz erlebt.
Glücklicherweise.
Ja, das ist ja super. Und das wollen wir auch gar nicht. Wir sind alle froh, dass wir es nicht erleben müssen.
Ja, und wir gehen auch davon aus, also der Bernd und ich gehen auch davon aus, dass wir das das nicht erleben werden. Ja, so, und ohne jetzt zu sagen, du auch nicht, wir alle nicht, wir, die das zuhören. Und gleichzeitig eben zu sagen, ganz viel Mitgefühl und Verständnis für die Menschen, die das gerade erleben, und gleichzeitig zu sehen, es gibt die ganze Zeit kriegerische Auseinandersetzungen auf der Welt. Es gibt die ganze Zeit, haben wir noch die Situation, dass Mädchen beschnitten werden, dass Kinder verschwinden, dass Kinder verhungern. Also wir haben ganz viel Leid auf dieser Welt, das wir aber ausblenden. Wir haben jetzt nicht— du hast nicht, weil irgendwo Kinder verhungern, hast du nicht die ganze Zeit Angst, dass Kinder verhungern könnten.
Ja, genau. Und das ist ja das, also dass deine Kinder verhungern könnten. So genau. Und wir wollen dich halt so ein bisschen einladen, auch wenn wir da jetzt gar nicht groß drauf eingehen wollen. Aber wir wollen halt ein bisschen einladen, dass du da auch diese Entscheidung zu dir zurückholst, von was von außen du dich halt da reinziehen lässt, beeinflussen lässt. Ja, weil das ist schon sehr, sehr klar zu sehen, dass halt manche Themen, Konflikte oder manches Leid auf der Welt viel größer gemacht wird und viel mehr medial ausgeschlachtet wird als jetzt anderes.
Genau. Und gleichzeitig wollen wir noch eine Sache reingeben. Schau, wenn du dich jetzt umguckst, wo du jetzt gerade bist. Also ich meine, du hörst uns gerade in einem Podcast zu. Das heißt, deine Situation kann gerade nicht lebensbedrohlich sein, weil sonst hättest du jetzt keinen Kopf dazu, uns zwei Hanswurschten hier zuzuhören. Zuhören. Also es kann gerade nicht lebensbedrohlich sein. Das heißt, du bist vermutlich satt oder weißt, wann du das nächste Mal was zu essen kriegst. Du hast ein Dach überm Kopf, es ist dir— du kannst wohin gehen, wo dir warm ist. Du bist sicher, deine Kinder sind sicher, alles ist eigentlich gut. Und da dich einfach mal kurz ins Jetzt zurückzuholen und zu sagen: Jetzt ist gerade alles gut. Selbst wenn es so wäre, dass dieser Konflikt, der da gerade ist, irgendwann sich ausweitet, würde dir es nicht, also es würde dir nichts helfen oder es würde dich nicht schützen, heute schon Angst davor zu haben. Du machst es nicht besser, wenn du jetzt schon Schmerz in der Zukunft erwartest. Ganz im Gegenteil, Gesetz der Anziehung machst du es damit noch wahrscheinlicher, dass du den Schmerz auch erleben wirst, also dass du solche Erfahrungen machen wirst. Deshalb einfach zu sagen, okay, manchmal hilft auch rationales Abchecken, wie so eine Checkliste zu sagen: Satt, sicher, warm, trocken. Ich, meine Lieben, alles gut.
Selbst wenn der Strom teurer wird, selbst wenn das Gas teurer wird, bedeutet das noch keine lebensbedrohlichen Einschränkungen.
Genau. Und einfach da zu sagen: Ich bin sicher, ich bin sicher. Und dass ich gerade Angst gespürt habe, ist nur der Hinweis für mich, dass ich mir Sicherheit für mich wünsche, dass ich einfach sage, okay, ich mache das größer, dass ich sicher bin, dass ich dem Leben vertrauen kann, dass mir nichts passiert. Mir und meinen Lieben und allen anderen auch.
Ja, genau. Und es ist tatsächlich für mich schon immer so ein Moment, den ich dir eben jetzt da draußen auch empfehlen würde, sich wirklich dann auch mal, sich wirklich dafür mal hinzusetzen, also eine Minute dafür Zeit zu nehmen oder auch mal 5, um zu sagen: Okay, dieses Abchecken, wie wir gerade schon gesagt haben, und ruhig auch mal die Augen zumachen, tief atmen und zu sagen: Okay, jetzt hatte ich gerade Angst, warum auch immer. Du musst auch gar nicht nachdenken, worüber, wovor du genau Angst hattest. Das ist egal eigentlich. Und dann gehst du da gestärkt wieder, gehst du da gestärkt aus der Situation, also aus dem Moment raus und kannst einfach mit Zuversicht weitergehen.
Genau. Und weil Angst ist die Erwartung von Schmerz in der Zukunft. Freude ist die Erwartung von Liebe in der Zukunft. Und dann einfach zu gucken, worüber oder worauf könntest du dich denn freuen? Gleich hole ich mein Kind aus der Kita ab. Ich freue mich. Gleich oder heute Abend treffe ich die Nachbarin. Ich freue mich. Dann kann ich ein Buch lesen oder hören. Ich freue mich. Also worauf kannst du ganz bewusst deine Freude lenken, um eben die Liebe größer zu machen? Und was ja nämlich vollkommen klar ist: Wenn wir ängstlich sind, dann sind wir nicht in einer guten Energie. Wenn wir nicht in einer guten Energie sind, sind wir angespannt. Wenn wir angespannt sind, dann stören uns Dinge, die uns sonst ganz gelassen sein lassen. Wenn uns Dinge stören, fangen wir an zu meckern. Das heißt, je mehr du dir erlaubst, in dieser Angst abzusinken, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit deinen Liebsten und dir selbst anfängst, mehr und mehr und mehr zu meckern. Und je mehr und mehr und mehr du meckerst, umso umso mehr sinkt die Energie in eurer Familie ab. Und dann machst du dich, macht ihr euch zu einem Teil in diesem Kreislauf des Schmerzes, ja. Weil auch ein Krieg ist ja nichts anderes als eine überdimensionierte Aggression. Und wir sagen immer gerne: Frieden in der Welt beginnt mit Frieden zu Hause, und Frieden zu Hause beginnt mit Frieden in mir. Also in dem Moment, wo ich mich bewusst gegen die Angst und ich mich für die Liebe entscheide, entscheide ich mich auch für Frieden in mir. Und jeder von uns kann ein Leuchtturm sein in dieser Zeit, indem er sich für Frieden in sich entscheidet und sich dafür entscheidet, kein, kein Rädchen in diesem Kreislauf des Schmerzes zu werden und so die Angstenergie, die global gerade ja auch zu spüren ist oder zumindest europaweit zu spüren ist, um die nicht noch weiter zu befeuern. Weil Kriege hören auf, wenn Menschen nicht mitmachen. Und in dem Moment, wo du dich für die Liebe entscheidest, kannst du nicht mehr mitmachen. Machst du nicht mehr mit. Ja, machst du einfach nicht mehr mit.
Und das ist im Endeffekt der einzig dauerhaft wirksame Einsatz für einen Frieden. In dieser Welt.
Für ein friedvolles Miteinander.
Für ein friedvolles Miteinander, egal ob es eben unter Nachbarn ist oder unter Staaten ist. Es kann nur da beginnen.
In dir und in den ganz engen familiären Beziehungen. Und alles, was wir im Großen erleben, ist nur eine Spiegelung dessen, was wir im Kleinen haben. Wie oft, und das piekst den ein oder anderen jetzt vielleicht ein bisschen, weil wann immer wir als Eltern unsere Macht den Kindern gegenüber ausüben, indem wir zum Beispiel sagen: Und ich habe das aber gesagt, und du machst es jetzt aber, und das passiert jetzt aber, und du hast nichts zu melden, weil du bist das Kind. Immer wenn wir solche Sachen sagen, dann sind wir als Eltern Aggressoren. Dann spielen wir unsere Macht aus und machen die Kinder zu Objekten. Und wer als Kind zum Objekt gemacht wurde, macht auch andere Menschen zu Objekten. Also das ist einfach so, entsteht diese, diese Kette. Also als so werden Glieder, Glied um Glied um Glied für die Kette des Schmerzes aneinandergereiht. Und das gilt es einfach unserer Meinung nach zu durchbrechen. Und gleichzeitig gilt es eben auch geht es darum, wie wir eben unsere Kinder in so einer Zeit auch begleiten. Und wir haben jetzt so lange über uns Erwachsene gesprochen, weil das ja bei Gemeckerfrei immer der Ansatz ist, weil eben auch zu sagen, okay, wenn ich meine Angst händeln kann, mit meiner Angst anders umgehen kann, dann bin ich der Leuchtturm für mein Kind, mit dem, wo das Kind sich orientieren kann und sagen kann, da ist zwar irgendwas, aber es scheint nicht schlimm zu sein, weil meine Eltern sind ganz in entspannt.
Ja, und ich finde, man kann ja auch, also abhängig vom Alter des Kindes, wobei das auch kleine Kinder schon verstehen, also gerade dieses Ding zu erklären: Schau, wenn wir jetzt alle Angst haben, dann tun wir ja niemandem was Gutes. Diese Angst hilft ja keinem. Und wenn wir aber Freude haben, wenn wir die Dinge, wenn wir miteinander Dinge aus Liebe tun, dann bringen wir Liebe in die Welt. Das sind ja, das verstehen schon die kleinsten Kinder und sind eigentlich sehr empfänglich für sowas. Ja, und das kann man wirklich schon so, also um jetzt auch aktiv, was kann ich aktiv tun? Wie du gesagt hast, reden wir natürlich immer viel über uns Erwachsene, aber so diese Gespräche, das sind die Gespräche, die die Kinder da auch wieder abholen, weil die hören ja auch von außen irgendwelche komischen Dinge. Also das ist ja, da muss ja nur mal ein Radio irgendwo laufen.
Genau, aber gleichzeitig eben auch zu sagen, seid doch mal sehr viel achtsamer, wie viel Information Informationen dürfen überhaupt in eure Familie fließen? Also läuft immer ein Radio, läuft immer ein Fernseher, laufen Nachrichten, ja, berieselt ihr euch mit dem, mit diesen Dingen, oder sagt ihr ganz gezielt, nee, das machen wir nicht, weil das tut uns nicht gut? Das, ne, natürlich kann man sagen, ich will schon irgendwie informiert sein, dann, was weiß ich, kann einer von euch einmal am Tag irgendwo reingucken und sagen, wie ist gerade der Stand der Dinge, aber eben nicht diese dauernde unterbewusste Berieselung. Und auch dann, wenn du Teenagerkinder hast, eben zu sagen: Hier, lass uns mal alternative Informationen dazu finden. Lass uns mal, es gibt ja auch hier wieder andere Standpunkte dazu, lass uns mal da verschiedene Standpunkte dazu erforschen, um einfach auch zu sagen: Okay, wie wird denn eigentlich Meinungsbildung Meinungsbildung betrieben? Das haben wir mit unseren Jungs zum Beispiel hier gemacht, zu sagen, wie wird eigentlich Meinungsbildung betrieben und wer hat da hier eigentlich gerade welchen Standpunkt? Und das Ganze mal so ein bisschen sachlich auch zu beleuchten und nicht nur sich von dieser Emotionalität der Presse einfach so kaufen zu lassen, da ein bisschen bewusst auch damit umzugehen und auch bei den Kindern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es eben nicht unbedingt förderlich ist, jeden Newsticker auf dem Handy aktiviert zu haben, sondern da eben zu sagen: Okay, es sind meine Gedanken und Gefühle, erschaffen meine Realität. Und wie, was, also was lasse ich da rein? Was darf überhaupt in meinen Kopf, in meine Gedanken? Womit setze ich mich auseinander, um innerlich stabil bleiben zu können. Du würdest ja auch nicht hier irgendwelchen Müll ins Wohnzimmer kippen, weil du sagst, alle haben Müll im Wohnzimmer, ich hole mir jetzt auch, kipp mir nur eine schwarze Tonne voll stinkenden Müll ins Wohnzimmer. Würdest du ja auch nicht machen. Und genauso eben zu sagen, okay, was an Infos darf eigentlich überhaupt in unser System? Und da die Teenager gerade auch dafür sensibilisieren, das ist total wichtig.
Das ist total wichtig. Und dann halt, wenn es Themen sind wie jetzt gerade, wo du ja nicht, dem du auch nicht auskommst, also gerade mit Teenagerkindern und so, dann nutzt es doch auch und schärft da mal ein bisschen den Sinn für Geschichte, sich das mal anzugucken. Also unsere Jungs haben jetzt da ein wahnsinniges Wissen schon sich reingeholt, einfach weil wir halt gesagt haben, okay, man muss erst mal verstehen und wir wussten es dann auch nicht so genau natürlich, weil hat ja nicht immer jede Länderbeziehung so auf dem Schirm, aber dann wirklich mal, holt mal die Informationen aus den verschiedenen Ecken. Und genau, das ist eben dann ja auch wieder Bildung, die quasi selbst gewählt entsteht in dem Moment. Und das ist großartig. Dann beschäftigen sich auf einmal solche Teenager auch mit aktuellen und sinnvollen Dingen.
Ja, und gleichzeitig ist ist das genauso, wie man sagen kann, okay, wie man so abchecken kann, bin ich satt, bin ich sicher, ist auch das Beschäftigen, so ein rationales Beschäftigen mit so einem Thema hilft auch. Da hilft auch diese Sachlichkeit, um eben aus dieser Emotionalität, die oft aus der Presse kommt, da so ein Stück Abstand zu gewinnen und einfach zu sagen, so ist es und so ist es und so. Und jetzt habe ich mein Bild. So habe ich mir so ein Bild entwickelt. Okay, und das ist jetzt so, da habe ich so ein Konstrukt, mit dem kann ich umgehen. Das ist ja eigentlich das Einzige, um was es geht. Also sowohl für dich als Erwachsener als auch dann eben, wenn du eben ältere Kinder hast, dass du die dabei begleitest. Was ist das Konstrukt, mit dem ich zurechtkomme, mit dem ich klarkomme? Weil ganz ehrlich, wenn wir das an emotionalen emotional an uns heranlassen würden, dass jeden Tag tausende Kinder verhungern, dann würden wir hier sitzen und unseres Lebens nicht mehr froh werden. Das können wir nur aushalten, weil wir gelernt haben, das zu dissoziieren, also da auf Abstand zu gehen. Und wir würden dir einfach empfehlen wollen, dass du anfängst, zu dieser Krise, zu diesem Krieg auch emotionale Distanz aufzubauen, ohne dass, das heißt ja nicht, dass du nicht auch für die Menschen was Gutes tun kannst. Das heißt auch nicht, dass du nicht eben sagst: Okay, Liebe zu Hause, Liebe zu Hause, Liebe zu Hause, Liebe, Liebe. Wir lieben die Welt heil. Ja, wir sagen das ja immer gerne: Gemeckerfrei, mit gemeckerfrei wollen wir die Welt heil lieben. Und das macht es auf jeden Fall. Das ist total wichtig. Auf jeden Fall. Das machen wir auch, keine Frage. Aber eben, dass dass du nicht dich emotional kaufen lässt von der Angst.
Ja, genau.
Und so, je weniger Angst du hast, deine kleinen Kinder, die sind völlig entspannt, wenn du keine Angst hast. Und je älter die Kinder werden, umso mehr darfst du es eben thematisieren und dann auch mit den Kindern Wege finden, wie ihr das Angstmonster, also mit so Grundschulkindern könnte ich mir zum Beispiel auch vorstellen, dass du einfach ein Angstmonster mal verbrennst im Garten, Lagerfeuer machst und sagst: Wir verbrennen das Angstmonster. Oder wir schreiben mal auf, wovor wir Angst haben und wir schmeißen die, wir wickeln das um Steine und schmeißen es in den See. Einfach zu sagen: Okay, ich gebe der Angst Gehör und dann darf sie aber auch gehen und wir fokussieren uns auf die Liebe.
Genau.
Frieden zu Hause. Frieden in der Welt beginnt mit Frieden zu Hause. Und Frieden zu Hause beginnt mit Frieden in dir. Und du entscheidest, bist du ein Glied in der Kette des Schmerzes oder ein Glied in der Kette der Freude, der Liebe und der guten Gedanken und Gefühle. Alles Liebe.
In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuhören und viel Erfolg beim umsetzen. Mach's gut, ciao!
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