Wie schädlich ist Wettbewerb? - Podcast 136

In dieser Podcast‑Folge des Gemeckerfrei‑Podcasts diskutieren die Gründer und Eltern Uli und Bernd Bott das Thema Wettbewerb in Familien. Sie vergleichen die typischen, oft geschlechtsspezifischen Sichtweisen von Vätern (die Wettbewerb als förderlich für Persönlichkeit sehen) und Müttern (die eher Harmonie und Zusammenhalt betonen). Sie zeigen, wie Konkurrenz zwischen Geschwistern zu negativen Gefühlen, Selbstwertverlust und destruktiven Verhaltensmustern führen kann, sowohl bei Jungen (offene Machtkämpfe) als auch bei Mädchen (subtilere Formen wie Klatsch). Die Bott‑s betonen, dass Menschen grundlegend unterschiedlich sind und dass jede Fähigkeit – sei es sportlich, künstlerisch oder intellektuell – wertgeschätzt werden sollte, ohne dass daraus ein persönlicher Wert abgeleitet wird. Sie plädieren für ein neues Verständnis von Wettbewerb, bei dem Exzellenz gefeiert wird, aber nicht als Maßstab für den Wert eines Kindes dient. Praktische Tipps umfassen das Vorleben einer gesunden Haltung, das Feiern individueller Stärken, das Vermeiden von Vergleichen, das Ermutigen zum Lernen und das Nutzen von Vorbildern ohne Konkurrenzdruck. Abschließend rufen sie Eltern dazu auf, in ihrer Sprache und ihrem Verhalten zu zeigen, dass Wettbewerb möglich ist, ohne Sieger‑und‑Verlierer‑Denken, und laden zu Feedback und Community‑Teilnahme ein.
Chapters
Lass uns doch einfach mal ehrlich sein, wir sind halt einfach alle komplett unterschiedlich.
Und ich muss mich auch nicht schlecht fühlen, weil es der andere besser kann, sondern ich darf einfach sein.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, sind Eltern von 4 gemeinsamen Kindern und Spiegel-Bestseller-Autoren. Und wir freuen uns, dass du hier bist, uns zuhörst, uns gefunden hast und genau wie wir dir einen Alltag wünschst, der einfach Freude macht. Einen Familienalltag, einen Beziehungsalltag, der jeden Tag schöner wird und der der dein Herz erfüllt und wo du nicht aus Hilflosigkeit und weil du irgendwann nicht mehr weiterweißt, doch wieder anfangen musst zu motzen, zu meckern, zu schreien, zu streiten. Weil ja, genau das ist möglich. Du kannst einen gemeckerfreien Alltag erleben und es bedeutet in keinster Weise, dass alles unter den Teppich gekehrt wird oder dass man so tut, als wäre es immer schön, sondern es kann wirklich einfach wunder-, wunderschön sein mit deinem Kids. Mit deinem Partner, deiner Partnerin, mit dir selbst, und das ein ganzes Leben lang. Heute haben wir eine Folge für dich mitgebracht, ein Thema für dich mitgebracht, das wahrscheinlich viele Eltern interessieren wird, vor allen Dingen, na, eigentlich alle Eltern, vielleicht noch mal spezifisch Jungseltern, Eltern von mehreren Jungs oder auch Eltern von mehreren Mädchen.
Oder auch Eltern.
Ja, wahrscheinlich auch gemischt.
Also, aber es ist schon am stärksten, glaube ich, unter, also wenn es Mädchen untereinander, Jungs untereinander, da ist es noch am stärksten. Es geht darum, wie schädlich ist Wettbewerb?
Ist Wettbewerb schädlich? Wie schädlich ist Wettbewerb? Und vielleicht ist es bei euch zu Hause, gerade wenn ihr zwei Jungs habt, So wie wir das oft von Kunden, Teilnehmern erzählt bekommen, weil dann haben die Eltern, der Papa und die Mama, zwei unterschiedliche Standpunkte. Meistens macht der Papa—
ja, der Papa meint meistens, naja, das gehört schon dazu, dass die sich Dass die gegenseitig in Wettbewerb gehen, dass die besser sein wollen als der andere, und dass das dann auch, dass das der eine auch blöd findet, ja. Und das auch mal besonders blöd wird immer, wenn der Kleine in irgendwas besser wird wie der Große, also der Jüngere besser wird in irgendwas als wie der Ältere.
Und die Papas sind oft der Meinung, dass sie sagen, ja, komm hier, ja, Das stärkt die Persönlichkeit und es stärkt das, also auch wenn sie es doof finden, wenn die Kids es erstmal doof finden oder eins der Kinder das doof findet, am Ende des Tages profitieren sie davon. Das ist oft so eine männliche Sicht.
Weil ja auch das Leben so ist, ne? Genau. Man gewinnt oder man verliert.
Genau. Und man will natürlich im besten Fall immer gewinnen.
Ja.
Das ist ja noch, steckt ja noch mit dahinter. Wir Mamas, wir machen das eher anders. Wenn wir jetzt feststellen, dass unsere Kids anfangen, sich miteinander zu vergleichen, wenn die anfangen, in Konkurrenz zu gehen, was machen dann wir Mamas meistens? Also wenn du als Mama oder, na, wenn du als Mama so bist, wie ich war, oder halt deine Partnerin, falls du jetzt als Papa zuhörst, so ist, wie ich war, Dann sagst du zu deinen Kindern: Ach, ist doch nicht so wichtig, habt euch lieb! Weil wir Mamas wollen eigentlich immer nur, dass die sich lieb haben, dass die sich verstehen, dass sie sich nicht streiten, dass sie sich im besten Fall noch unterstützen, die Kinder. Und wir wollen eigentlich das immer ausblenden. Es ist auch eigentlich schon Ein bisschen geschlechtstypisch, weil, na, Jungs tragen ja schon immer ihre Grabenkämpfe sozusagen, Machtkämpfe, die werden ja viel offener ausgetragen schon. Also als wir Kinder waren, war das schon so, und auch bei unseren Kindern war das so. Und bei den Mädels, da ist es ja oft eher sowas Unterschwelliges.
Subtiler.
3 Mädels stehen zusammen und lästern über die 4. So, die Jungs, die sagen: Ich kann das besser und ich bin stärker und du bist eh doof. Und bei den Mädels ist es einfach subtiler. Das bedeutet nicht, dass es da nicht da ist, und das heißt auch nicht, dass es besser wäre. Darfst einfach nur drauf achten, wie das bei euch ist, womit deine Kinder konfrontiert sind, was du erlebst. So, und jetzt wollen wir einfach mal hingucken, weil sowohl diese männliche Sicht von „Ja, haut drauf, der Stärkere gewinnt", und es ist wichtig, dass die sich durchsetzen können, also sowohl diese Sicht ist aus unserer Sicht nicht so hilfreich, und genauso wenig ist es aber hilfreich zu sagen „Habt euch einfach nur lieb und komm, streitet nicht und vertragt euch, und es ist doch nicht so wichtig." Ja, und vor allen Dingen ja auch dieses, das ist ja was so gefährlich wird, was manchmal ja auch in Schulen passiert, ist dann so, alle sind gleich gut, also alle können alles gleich gut, ja, das überhaupt nicht mehr, auch nicht mehr, ne.
Und darum, da kommen wir ja auch dann gleich dazu, dass es ja auch nicht darum geht, das, was einer besonders gut kann, nicht herauszustellen, ne.
Das ist das, was eben oft dann im Gegenzug, das finde ich total wichtig, dass du das gerade noch sagst, was im Gegenzug passiert, dass der richtig gut in was ist, auch dafür nicht mehr gefeiert oder gesehen wird, aus Angst, dass der andere sich dann schlecht fühlen könnte. Ja, was ja, also wir Menschen, lass uns doch einfach mal ehrlich sein, wir sind halt einfach alle komplett unterschiedlich.
Ja, und die einen können eben das besser, die anderen können das besser, die einen können besser singen, die anderen besser Fußball spielen, die anderen schneller rennen, die anderen schneller denken, was auch immer.
Ja, die einen sind empathischer, die nächsten können Die einen können sich besser zurücknehmen, die anderen können sich besser ausdrücken. Die einen lesen gern, die anderen rechnen lieber. Wat? Was auch immer, ja, ist ja vollkommen wunderbar, dass Menschen verschieden sind. Und stell dir nur mal vor, wir wären alle komplett gleich. Wir würden alle dieselben Dinge gerne mögen, wir würden alle dieselben Dinge gut können. Dann gäb's vielleicht lauter Dachdecker Aber keinen, der Spülmaschinen reparieren kann, niemanden, der Häuser malern kann, niemanden, der Sachen verkauft im Supermarkt.
Es gäbe niemanden, der schön singen kann, der schön Geige spielen kann, der tolle Bilder malt, der künstlerisch begabt ist, der das auch ausleben darf und kann.
Was, wenn es total wichtig ist, dass wir alle unterschiedlich sind? Und was, wenn es total wichtig ist, dass es Menschen gibt, die bestimmte Dinge besonders gut können? Und was, wenn es auch total herauszuheben ist, wenn eins deiner Kinder die eine Sache besonders gut kann und das andere Kind kann eine andere Sache besonders gut?
Also wenn auch Exzellenzen entstehen dürfen wieder, wenn exzellentes Talent und Freude an etwas sich auch zu großartigen Ergebnissen entwickeln darf, ne? Das muss schon, das muss eben ja auch da sein, ne? Das darf ja nicht weggehen.
Wir wünschen uns an der Stelle einen anderen Umgang mit Wettbewerb oder mit einem anderen Umgang mit Konkurrenz, weil nur weil ich in einer Sache richtig gut bin, heißt es nicht, dass ich besser bin als du. Das heißt auch nicht, dass du schlechter bist, und vor allen Dingen bedeutet ist nicht, dass ich mehr wert bin oder liebenswerter bin als jemand anders. Wenn dein Kind besonders gut Fußball spielen kann, dann ist es großartig, wenn du es dafür feierst, dass es gut Fußball spielen kann. Aber das hat nichts damit zu tun, dass es ein tolleres, besseres Kind ist als dein anderes Kind, das vielleicht gut singen kann, oder wo du im Moment vielleicht auch sagst, ja, weiß noch nicht, was das besonders gut kann.
Ja, weil sich gar nicht alles jetzt Fußball oder also Sportliche, es ist ja dann, ob jetzt Fußball oder dann in Amerika wäre es halt Basketball oder Baseball, es ist ja auch so davon abhängig, was man Berührung kommt. Wenn Sie jetzt, wenn jetzt ein Kind eine sehr sportliche Begabung hat, das kann sich schon sehr früh zeigen. Es gibt ja andere solche Dinge, die zeigen sich einfach auch erst später.
Ja, also alles, was ich richtig gut kann, das wäre nichts gewesen, was man mir als Kind schon so richtig gut zusprechen konnte.
Ich weiß nicht, wie viel du geredet hast. Das Kind, das konntest du auch schon viel reden. Das könnte sein.
Genau. So, aber jetzt einfach zu sagen, also worauf wir hinaus wollen, ist zu sagen, lass uns doch als Eltern dafür gehen, dass wir einen anderen Umgang mit Wettbewerb erlernen. Vorleben und in unsere Familien tragen. Weil du hast es so cool gesagt, als wir uns über das Thema unterhalten haben, weil Wettbewerb bedeutet ja nicht, dass es einen Besiegten gibt. Es muss ja keiner, es muss keine Einteilung in besser oder schlechter geben. Ich muss nicht, kann den einen dafür feiern, was er besonders gut kann, ohne ein Wort darüber verlieren zu müssen, dass der andere das nicht kann und dass der andere sich deshalb jetzt irgendwie schlecht fühlt. Müsste.
Ja, und ich kann eben zum Beispiel gerade meine eigenen Kinder ja auch darin anleiten, dass es vielleicht gar nicht immer darum geht, sich in denselben Bereichen zu messen.
Ja, und selbst wenn es so wäre, ne, einfach zu sagen, okay, das, was der eine kann und dass der vielleicht exzellent kann, ist einfach nur Maßstab im Sinne von, ah, da, ah so, das ist möglich, ne. Wenn du jetzt zum Beispiel an dieses Beispiel denkst, als Das erste Mal ein Mensch die Meile unter 4 Minuten gelaufen ist, wo alle gesagt haben, das geht nicht. Und der hat gesagt: Doch, das geht, und ich trainiere das und ich kann das. Und dann hat er es geschafft.
Und dann schon wenige Wochen später, ja, ein Monat, 5 oder 6 Wochen später ist sein Weltrekord schon wieder gebrochen worden, weil es der Nächste geschafft hat.
Ja, genau. Was davor jahrelang undenkbar erschien. Und da jetzt zu sagen: Ach so, Exzellenz, wenn jemand exzellent ist in was, wenn wir Wettbewerb auch zulassen, dann, und das aber eben vom Wert der Person entkoppeln, dass es sich nicht für ein Kind so anfühlt, wie dass es jetzt ein Versager ist, dass es schlecht ist, dass es nichts drauf hat, weil es halt vielleicht nicht das Tor geschossen hat oder was auch immer. Dann kann halt Wettbewerb dafür da sein, dass alle besser werden. Hätte Elon Musk kein Tesla gebaut, gäbe es heute wahrscheinlich, weiß ich nicht, deutschen Autobauern noch keine Elektroautos in der Masse. Ja, also immer was einer kann. Wenn wir nicht vorleben würden, dass ein gemeckerfreier Familienalltag möglich ist, dann weiß ich nicht, ob schon jemand auf die Idee gekommen wäre, dass es geht. Und deshalb einfach zu sagen, ach so, wie kann ich denn die Exzellenz groß machen? Wie kann ich den Wettbewerb auch groß machen, ohne dass es dabei einen Sieger und einen Verlierer geben muss? Das ist ein bisschen so wie im Fußball, wenn jetzt zwei Fußballer, die in der Nationalmannschaft miteinander spielen, in zwei verschiedenen Vereinen spielen und da gegeneinander spielen.
Oder wieder umgekehrt, ja auch. Bei der Weltmeisterschaft treffen sich ja oft in gegnerischen Mannschaften Spieler, die sonst das ganze Jahr beim FC Bayern zusammenspielen, und dann sind sie auf einmal gegeneinander. Und die können das aber total gut. Die meisten von diesen Fußballern können es total gut, die können das trennen.
Sagen, das hat doch nichts damit zu tun, das ist eine andere Ebene.
Kämpfen bis auf den letzten Kraftfizzelchen da gegeneinander, und danach ist wieder alles Es hat nichts mit Ihnen als Mensch zu tun.
Es ist nicht persönlich.
Genau.
Ich glaube, das ist der Punkt an der Stelle. Das alte Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken bemisst Ergebnisse als Maßstab oder nimmt Ergebnisse als Maßstab her, um über den Wert einer Person zu entscheiden. Und in dem Moment, wenn ich dann verliere, dann nehme ich das persönlich, weil ich ich abgewertet fühle. Und das ist das, was an Konkurrenz auch unter Geschwistern so fatal ist, weil wenn einer sich immer abgewertet fühlt, dann fühlt er sich irgendwann in der Familie wie ein fünftes Rad am Wagen. Und dann brauchst du dich nicht wundern, wenn der, wenn dieses Kind Strategien entwickelt, mit denen es dir so richtig auf den Sack geht, weil es sich darüber halt versucht, wieder zugehörig zu fühlen. Wenn du das aber, wenn dir das aber gelingt, einfach nur eine Fähigkeit herauszustellen und zu sagen, ach so, ja, das Das könnte man können und ein Kind von unseren Kindern kann das schon und das andere Kind kann sich einfach ausprobieren, ob es das auch können will. Aber es hat nichts mit seinem Wert zu tun, wenn es es noch nicht kann. Weißt du, das ist, also es gibt doch 100.000 Sachen, die du selber nicht kannst, da fühlst du dich doch nicht für alles, was du nicht kannst, schlecht. Also ich kann zum Beispiel nicht auf, ich kann nicht mit diesen, wenn die hier an den Palmen Kokosnüsse pflücken, kann ich nicht, kann ich einfach nicht. Aber fühle ich mich deshalb schlecht? Nein, nicht die Bohne, weil ich halt einfach sage, ist ein Skill, den habe ich nicht gelernt, fertig, aus. Hier sprechen alle Französisch, kann ich gut Französisch? Nein, eigentlich kann ich fast überhaupt nicht Französisch.
Im Vergleich zu mir kannst Du schon ziemlich viel, ich kann gar nichts. Ja, aber ich fühle mich deswegen auch nicht schlecht. Manchmal fühle ich mich bisschen hilflos, oder?
Und man könnte halt sagen, okay, würde man sich jetzt die Zeit nehmen wollen, das lernen zu wollen, könnte man das lernen. Und das ist ja mit allen Dingen so. Alles, was du können willst, kannst du lernen. Und das ist das, was dein Kind auch lernen kann, dass alles, was es wirklich können will, kann es lernen. Weil am Ende ist eine Fähigkeit immer Talent plus Fleiß.
Und der Anteil von Fleiß ist viel höher bei den allermeisten Sachen. Also um dann, um das wirklich irgendwann exzellent zu können, brauchst du Fleiß. Das weißt du vielleicht von vielen Biografien. Wenn wir schon beim Fußball waren, Oliver Kahn, der war überhaupt nicht der beste Torwart. Er sagt selber, er war eigentlich total schlecht, er war nur die zweite Wahl immer. Aber er hat sich halt Er hat halt geackert dafür, wirklich, und gemacht und gemacht. Ja, das gibt es. Gibt es ganz viele Beispiele, die da.
Und wenn, selbst wenn du jetzt ein besonders talentiertes Kind hast, kann es sein, dass der kleinere Bruder oder die größere Schwester oder wie auch immer in genau dieser Sache noch viel mehr Exzellenz entwickelt, weil sie angetrieben wird, weil dieses Kind dann angetrieben wird von der natürlichen Exzellenz, die am Anfang natürlich größer ist, weil die Kinder natürlich noch nicht diese jahrelange Zeit haben, um was zu üben und zu trainieren. Aber im Verlauf des Lebens kann sich das noch mal komplett umdrehen. Und dann, da geht's einfach nur drum, also warum wir da so drüber rumreden jetzt, ist einfach, ich hole das noch mal hoch, neues Verständnis von Wettbewerb zu sagen, wenn jemand was gut kann, dann ist es nur die Einladung an jemand anderen, erkennen zu können, was möglich ist. Und ich muss das nicht benutzen als ein Maßstab oder ein Kriterium über den Wert.
Ja, und ich muss mich auch nicht schlecht fühlen, weil es der andere besser kann, ja, sondern ich darf einfach sagen, ach cool, das ist also auch möglich.
Okay, will ich auch können.
Oder will ich nicht können.
Das ist mir zu mühsam, will ich nicht. Ist egal. Aber das ist also, weißt du, so wie du halt nicht sagen würdest, mein eines Kind ist besser, weil das mag Blau und mein anderes Kind ist schlechter, weil es mag Grün. So geht es halt genauso drum, nicht zu sagen, das eine Kind ist besser, weil das kann Fußball und das andere kann es nicht. Also, und da eben, da sind wir als Eltern gefordert, dass die Kids das lernen, weil das hat damit zu tun, wie wir mit den Kindern sprechen. Es hat damit zu tun, wie wir was wir vorleben, was für eine Haltung wir da reinbringen und wie wir die Kinder auch sehen.
Also wie wir das auch, das ist auch, wenn du merkst, ich gebe dem eigentlich viel mehr Wert, das Kind. Es passiert bei Männern manchmal leichter, sagt er. Ja, bei Frauen auch wahrscheinlich. Da weiß ich halt nicht so, ob es jetzt meine Erfahrung als Frau ist, ist marginal, auf Karneval ab und zu. Aber Dass sie vielleicht dann sagen: Ja, der spielt so toll Fußball, das ist der Wahnsinn, das macht er so gut. Und die Fähigkeiten des anderen Kindes, die sich vielleicht auch nicht in so was Vergleichbarem zeigen.
Das vielleicht einfach nur nie übers Essen meckert.
Genau.
Und alles einfach isst. Oder wenn du zu dem sagst: Räum mal die Spülmaschine aus, dann macht das Kind das einfach.
Also so dieses Spiel.
Oder kann sich gut alleine beschäftigen.
Oder, oder hat du, oder du, ich finde, man, es gibt da immer wieder Kinder, die haben zum Beispiel zu den Haustieren, die da sind, so einen besonderen Draht. Das ist das, was du erstmal gar nicht merkst. Später wird die vielleicht Tierärztin, Pferdetrainerin, was auch immer. Also das sind ja alles, oder Pferdetrainer, und jetzt gar nicht schon wieder ins Klischee gendern, aber ne, so, da, das sind ja die Dinge, die sich eben erst später oft zeigen.
Oder wenn man eben mich noch mal nimmt, also wenn wir uns jetzt, wären wir Geschwister gewesen und du wärst eben immer der gewesen, der auf allem rumtrommelt, jedes Klavier und jedes Instrument, das du in die Hand kriegst, irgendwie spielen kannst. Und ich war halt nur die sozusagen, die halt gemerkt hat, was so energetisch zwischen Menschen passiert. Das sieht ja keiner. Und jetzt—
Wenn du es selber noch nicht ausdrücken kannst dann—
Ich habe mich ja erstmal einfach nur komisch gefühlt, weil ich gedacht habe, mit mir stimmt was nicht. Und da halt einfach zu sehen, es kann sein, dass du die besondere Gabe oder Fähigkeit von einem deiner Kinder gar nicht sehen kannst. Und dann gilt's, dann ist dein Job als Mama oder Papa, das zu finden, das rauszufinden, und dann eben alle Fähigkeiten gleichwertig nebeneinander stehen zu haben und einfach nur zu sagen, okay, na, wer ist in was vielleicht ein Vorbild, oder wo kann man was Wem kann man was nacheifern? Aber nur, und das kann man eben auch so formulieren, zu sagen, boah, voll cool, dadurch, dass dich Wale so interessieren, können wir jetzt alle voll intelligent und klug werden, voll gescheit werden in Bezug auf Wale. Würden wir ohne dich jetzt, hätten wir gar nicht die Chance dazu. Dann feierst du das Dieses Interesse und das Wissen und die Begeisterung von einem Kind für Wale macht sie groß. Und so machst du das halt mit allem, was deine Kinder bringen. Und dann ist Wettbewerb durchaus da, im Sinne von, also Wettbewerb im Sinn von Exzellenz.
Ja, und ich messe mich durchaus auch mal an dem anderen oder nehme eben das, was der schon kann, als Inspiration und probiere als jüngeres Kind oder auch das ältere, ist ja eigentlich egal, als das Kind, das da noch nicht ist, aus ob ich da auch hinkommen kann.
Ja, also zum Beispiel unser ältester Sohn hat halt immer schon total viel und gerne gelesen und das haben wir halt immer wieder auch groß gemacht. Und das hat halt bei den ein oder anderen Kindern dazu geführt, dass die halt auch total gerne lesen. Ja, so, und gleichzeitig hat jetzt eins unserer Kinder zum Beispiel ganz lange nicht gerne gelesen und hat jetzt vor kurzem angefangen, viel zu lesen. Also Das ist einfach, nur weil was vielleicht sich in der direkten Kindheit noch nicht zeigt, heißt es auch nicht, dass es nie kommt. Und eben gleichzeitig zu sagen, Exzellenz darf gesehen werden, weil das führt dazu, dass wir uns als Gesellschaft und im kleinen Sinne als Familie, dass ihr euch als Familie weiterentwickelt. Nur Exzellenz zu sehen bedeutet nicht, Dass es einen Sieger und einen Besiegten gibt, bedeutet nicht, dass es eine Konkurrenz im Sinne von besser oder schlechter geben muss. Und vor allen Dingen bedeutet es nicht, dass Menschen, dass der Wert eines Menschen davon abhängt, welche Fähigkeiten er erworben hat oder nicht erworben hat. Und wenn du das als Maßstab nimmst, dann wirst du merken, dass du einen ganz anderen Zugang und einen ganz anderen Umgang mit diesem Thema entwickelst. Und dann wird sich das ganz von selber bei euch Zuhause sowieso entspannen und diese vielleicht bisherigen Konkurrenzkämpfe lösen sich in Luft auf.
In diesem Sinne, hast indirekt jetzt einen kleinen Sonnenuntergang miterlebt, vielleicht bisschen hier hinten im Spiegel hinter uns gesehen, der Scheibe.
Und wir freuen uns über dein Feedback.
Ja, schreib uns gerne hier in die Kommentare, je nachdem wo du es hörst oder siehst, oder auf Social Media, in unserer Facebook-Gruppe. Wo auch immer.
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