Wie wir unseren Kids mit unserem Gemecker schaden Podcast 162

In this episode of the Gemeckerfrei podcast, hosts Uli and Bernd Bott discuss how parental criticism, shouting, and non‑verbal negative reactions—collectively called “Gemecker”—damage children. They define Gemecker in its many forms (harsh words, sarcastic remarks, eye‑contact denial, facial expressions) and explain why it creates fear, blocks learning, narrows a child’s experiential horizon and destabilises emotions. The hosts argue that criticism functions like animal dressage: it teaches through pain rather than curiosity. They propose a shift to emotional self‑responsibility: parents should recognise that their feelings are internal, not caused by the child, and should minimise outward negative affect. Practical alternatives are offered, such as externalising the mistake (“the cup was in a bad spot”) instead of blaming the child, and developing a “Fehlerfeierkultur” (error‑celebration culture) so children feel unconditionally loved. An Inuit anecdote illustrates a culture that never scolds children; when a toddler spills a cup, the adult calmly points out that the cup was placed poorly, avoiding blame. The episode concludes with concrete advice: take responsibility for one’s own emotions, show as little negative affect as possible, and celebrate errors as normal human experience, thereby fostering healthier family relationships.
Chapters
Das ist Dressur. Also auch wenn Lernen über Kritik, über Schimpfen, über Angst funktioniert, das ist nichts anderes, wie ein Tier damit zu dressieren, indem es geschlagen wird.
Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst. Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 hier schon großen Kindern, mehrfache Spiegel-Bestsellerautoren, haben schon vielen, vielen, vielen tausend Menschen dabei geholfen, ihr liebevolles Familienleben zu erschaffen. Freuen uns, dass du heute hier bist und zuschaust und zuhörst.
Wenn du beim ersten Mal da bist, dann hab schon mal daran viel Freude, dich auf was Neues einzulassen. Und wenn du uns schon kennst, dann hab viel Spaß.
Genau, heute wollen wir darüber sprechen, wie wir unseren Kindern schaden, wenn wir meckern.
Oder schreien.
Oder sie kritisieren. Oder unseren Unmut kundtun. Also das kann man ja auch ohne Wort.
Ja, das kann man ohne Worte. Oder man kann das auch mit vermeintlich ganz freundlichen Worten.
Du weißt schon, dass das jetzt nicht die beste Idee war, oder? Das ist auch Gemecker.
Ja, das ist auch Gemecker.
Oder: Also, ich hätte es ja jetzt anders gemacht.
Oder auch nur so: Da hast du aber nicht gut aufgepasst.
Ja, oder auch so: Naja, hätte man anders machen können.
Ja, aber auch schon einfach nur Reaktionen. Also, das ist, wie du ja gesagt hast, so Gesichtsausdrücke oder einfach so so Körperhaltungen, ne? Blicke, ja, sowieso wissen wir, Blicke können töten.
Im Krassesten, also wenn man es mal bis ins Extrem nimmt, dann ist schon die Verweigerung von Blickkontakt Gemecker.
Ja.
Also wenn dein Kind den aus, also wenn dein Kind zu dir oder jeder andere Mensch auch Blickkontakt zu dir sucht, um sich Bestätigung durch deinen Blickkontakt abzuholen, und du verweigerst den Blickkontakt, ist schon eine erste Stufe von Gemecker.
Und es ist ja gerade, wenn Kindern so ein, wenn Kindern ein, nehmen wir es mal, Missgeschick passiert, dann ist es eigentlich, suchen sie dann ganz oft den Blickkontakt, um sich so zu versichern, weil sie finden es ja eh nicht geil. Das ist ja immer der, man implementiert das leicht oder man impliziert es leicht, dass sie das vielleicht so locker nehmen und so, aber in Wahrheit suchen sie zum Beispiel ganz schnell den Blickkontakt. Ja, wenn du dich jetzt genervt wegdrehst und so, dann ist es schon eigentlich der erste Schruff.
Ja, das ist schon Kritik einfach, ne. Also Gemecker ist ja immer Kritik. Das, so kann man das ja auch sagen. Also wenn ich das toll finde, was mein Kind macht, wenn ich in Liebe mit meinem Kind verbunden bin, komme ich ja nicht auf die Idee zu meckern, sondern meckern tue ich, wenn ich was zu kritisieren habe. Und das ist einfach was, womit wir unseren Kindern nachhaltig schaden, wenn wir meinen, wir müssten ihr Verhalten bewerten oder wir müssten ihr Verhalten negativ bewerten, weil Kinder dann nicht lernen, dass Fehler zu machen einfach das Normalste von der Welt ist und dass es einfach eine menschliche Erfahrung ist. Und ganz im Gegenteil, dass ja eigentlich erst ein Fehler wird, ja, also eine Erfahrung, so muss man es eigentlich sagen, Erfahrung wird erst in der Retrospektive ein Fehler, dadurch dass wir hinterher sagen, mache ich beim nächsten Mal vielleicht anders.
Ja, und was uns Erwachsenen, und ich sage extra uns, weil das ist mir früher auch so passiert, was uns Erwachsenen immer so schwer fällt, ist zu verstehen, dass dieses Kind Und auch wenn dieses Kind schon 12 ist oder 14 ist, einfach noch einen viel geringeren Erfahrungsschatz hat. Und es muss gewisse Fehler einfach noch machen. Und die müssen wir es auch machen lassen. Nur wenn wir lernen, dass wir es nicht kritisieren dabei, dann können sie einfach aus diesen Fehlern und aus diesen Erfahrungen lernen, anstatt aus der Angst vor dir, weil das ist ja das, was passiert, wenn du immer sagst: Na, das war aber nicht gut so, das ist aber blöd und das darf dir nicht wieder passieren. Dann vermeintlich lernen sie auch was, aber sie lernen eigentlich nur, wie sie sich verhalten sollen, dass du nicht ärgerlich wirst.
Ja, wie sie sich so verhalten müssen, damit du mit ihnen zufrieden bist. Und das führt dazu, dass ihre Welt total klein wird, weil sie ziehen sich dann Scheuklappen auf. Die trauen sich dann viele Dinge gar nicht mehr ausprobieren, weil es könnte ja schiefgehen Und wenn es schiefgeht, und das passiert, das ist alles unbewusst, also nur, dass wir das schon mal, sind keine bewussten Prozesse, die die Kids dadurch laufen, sondern das passiert unbewusst. Und es ist einfach so, dass Kinder, die Angst vor deiner Kritik haben, die werden eng, die trauen sich Dinge nicht mehr zu oder drehen halt vollkommen auf. Auch das gibt's, ja. Das hat quasi dann damit zu tun, dass sie das diese Verhaltensweisen instrumentalisieren. Das machen wir in der Toolbox, wo du die Zauberformel kennenlernst, wie du jedes Verhalten deines Kindes verstehst, ne. Aber einfach zu sagen, okay, erstmal will dein Kind das vermeiden, von dir kritisiert zu werden, und deshalb engt das seinen Erfahrungshorizont ein. Und gleichzeitig wissen wir alle, dass uns ständig, auch uns Erwachsenen passieren ständig Fehler, ne. Wir sind jetzt gerade wieder in Thailand und ich habe mich nur daran erinnert, dass dass ich hier letztes Jahr in unserem Mietauto eine Schramme gefahren habe, weil ich halt einen Abstand falsch eingeschätzt habe und gedacht habe, ich könnte, ich würde an dem Geländer noch vorbeikommen und bin halt mit der Seitentür da dran hängen geblieben sozusagen, ja. Und ich habe es eigentlich kommen sehen und bin trotzdem nicht stehen geblieben. Also das war, könnte man jetzt unter, also mit dieser Brille, wo wir oft kritisierend sind, könnte man jetzt sagen, ja, das hättest du ja mal, also das hättest du ja mal wissen können, Ja, hätte ich wissen können, und es ist mir trotzdem passiert. War mir in dem Moment bewusst, dass das doof war? Ja klar. Habe ich mich in dem Moment gut gefühlt? Nein, überhaupt nicht. Was für eine Reaktion vom Bernd oder vom Umfeld brauche ich an der Stelle, dass jemand kommt und sagt: Ja doch, kann passieren. Scheiß drauf. Ja, ist wurscht. Und das ist das, was dein Kind von dir braucht, wenn ihm, egal ob ihm eine Tasse umfällt, egal ob es sich einem Freund gegenüber blöd verhält, egal ob es was geklaut hat, ob es gelogen hat, ob es aus Versehen nicht rechtzeitig zur Toilette gekommen ist, ob es einen übern Durst getrunken hat und sich jetzt hundeelend fühlt, also ganz egal, was passiert ist, es braucht dich als verständnisvollen Begleiter an seiner Seite und nicht dich als jemand, der noch extra draufhaut. Na, weil dein Kind, und das ist nämlich, das ist so wichtig, dass wir das hier auch noch sagen, dein Kind ist ja kein unmoralischer, keine unmoralische Person. Also dein Kind ist ja nicht irgendwie auf den Kopf gefallen und hat das nicht und checkt das nicht, dass diese Dinge jetzt irgendwie doof sind.
Es übernimmt ja von Haus aus deine Werte und so.
Eben, du bist ja nicht auf den Kopf gefallen.
Führter bist du hin, oder Profikiller, dann ist dein Kind ja schon in einem ganz normalen moralischen Kompass aufgewachsen oder wächst darin auf. Und dann musst du eigentlich dich nicht drum kümmern. Du kannst natürlich gerade bei Jugendlichen irgendwann später dann mal ganz vorsichtig und diplomatisch das Gespräch suchen, um so zu gucken und vielleicht mal drüber zu reden, was machst du jetzt mit der Erfahrung, ne?
Wie, ja, aber wirklich vorsichtig. Und es geht auch nicht mit jedem Kind, nicht mit jeder Situation.
Was weiß ich jetzt gerade, weil du das mit Alkohol gesprochen hast, hat so richtig getrunken, hat vielleicht auch irgendwie mal ordentlich sich übergeben oder sowas. Und dann kannst du mal so vorsichtig danach fühlen und mal gucken, entwickelt sich da vielleicht ein Gespräch, teilt das Kind vielleicht mit dir, dass es sagt, ja, das war das letzte Mal, dass ich irgend so einen Fusel angefasst habe oder so. Oder dass du da, dann da kannst du, und dann kannst du da ein bisschen sowas mit reingeben, vielleicht mit einer Geschichte von dir von früher und so weiter.
Absolut.
Das geht schon, aber später.
Ja, genau. Na, wir wollten gerne hier noch mal eine Geschichte teilen, die haben wir in der allerersten Podcast-Folge schon mal erzählt, und die ist aber so großartig, dass wir die hier gerne noch mal mit reinnehmen wollen. Und falls du jetzt also zu den treuen Hörern gehörst, die schon seit Folge 0 hier zuhören, dann freue dich auf eine Wiederholung, und für alle anderen ist es sowieso neu, weil Ich habe damals, als wir eben mit dem Podcast gestartet sind, hatte ich kurz davor einen Bericht über ein Interview gelesen von einer Frau, die zusammen mit ihrer kleinen Tochter Zeit bei den Inuit verbracht hat. Also bei den, ja, bei den Inuit. Und ein Ball, und da ging es eben darum, wie machen die das mit ihren Kindern, warum schreien die ihre Kinder nicht an? Weil das ist, was es bei den Inuit gibt, kein lautes Wort. Und eben rauszufinden, okay, woran liegt es eigentlich und wie sozialisieren die Kinder sich, wie werden die zu kooperativen Mitgliedern einer Gemeinschaft? Weil das ist ja das, wo es am Ende darum geht, dass unsere Kinder in der Lage sind, in unserer menschlichen Gemeinschaft nicht nur zu überleben, sondern sich da einzubringen und miteinander Gemeinschaft und Leben zu erschaffen, Alltag zu leben.
Ja, und das Spannende ist an der Geschichte, dass es eben zeigt, dass sie eine andere Perspektive haben.
Ja, genau.
Dass die ganz, also dass auch schon die Erwachsenen oder die ganze Gesellschaft hat eine ganz spezielle Perspektive auf Missgeschicke, Fehler, Erfahrungen.
Ja, genau. Weil da war das dann so, dass die kleine Tochter dieser Frau, die war damals 3 oder 4 Jahre alt, hat eine Tasse umgestoßen und Die Frau, von der ich eben dieses Interview gelesen habe, war selber erschrocken aus diesem: Oh Gott, jetzt schmeißt meine Tochter hier was um und so. Und war dann total überrascht über die Reaktion der Inuit, weil da gab es keine Kritik, da gab es kein Geschrei. Das war total ruhig. Die Situation war total ruhig. Die Inuit-Frau ist aufgestanden, hat einen Lappen geholt und oder zwei Lappen geholt und hat dann Dann haben sie zusammen das aufgewischt und den Satz, den die Inuitfrau dazu noch gesagt hat, ist: Die Tasse stand aber auch an einer blöden Stelle.
Also überhaupt nicht. Sogar dem Kind damit ja noch geholfen zu sagen, die Tasse stand da einfach blöd. Ein bisschen so, wie wenn man so, wenn sich ein Kind irgendwo anhaut oder fällt auf den Boden und dann sagt man: Oh, der blöde Boden, dass der auch gerade da so hart sein muss, wo du jetzt hinfällst.
Genau, ja, weil man pointet sofort das Missgeschick oder das, was da gerade passiert, nach außen. Abgesehen davon, dass ja natürlich, wenn ich mit einer, wenn ich da an die Tasse drankommen kann, die steht am Tisch, ich kann als Kind da drankommen und die fällt um, dann kann ich doch auch schon die Vorannahme haben, dass ich als Erwachsener die Tasse dann an eine blöde Stelle gestellt habe.
Ja, also Was halt aber wichtig ist ja, dass es auf die Tasse gepointet wird. Also die Frau hat ja auch nicht gesagt, oh, da habe ich aber die Tasse an eine dumme Stelle gestellt. Es geht überhaupt nicht darum, weil die Kinder sollen ja auch nicht lernen, die Verantwortung oder Schuld wieder an jemand anderen zu übergeben, sondern dahin zu kommen, dass es das gar nicht gibt.
Ja, weil das ist die unterschiedliche kulturelle Perspektive, ist einfach, dass die Inuit den Dingen eine andere Bedeutung geben. Sie weisen da keine Schuld zu, die üben keine Kritik, die nehmen es einfach, als es ist, fertig. Und jetzt muss ich halt gucken, ja, okay, wenn ich jetzt einen Holzfußboden habe oder einen Teppichboden oder was auch immer, es ist vielleicht nicht so schick, wenn jetzt der Kaffee auf dem Boden liegen bleibt als Pfütze. Okay, dann nehme ich halt einen Lappen, weil damit weiß ich aus Erfahrung, kann ich so was wieder aufwischen. Und in dem Moment, in dem ich nicht laut werde, in dem ich nicht selber erschrecke, indem ich dem Kind keine Angst Angst mache. Weil ja schon allein, wenn wir als Erwachsene erschrecken, erschrecken die Kinder mit. Oder wenn wir nur so eine harsche Reaktion zeigen, schon wieder, oder irgend so was, dann erschrecken die Kinder ja. Und wir wissen alle, dass Angst einfach dazu führt, also in Angst kann man nicht lernen, weil dann das Gehirn blockiert. Das bedeutet, wenn ich mein Kind kritisiere, wenn ihm ein Missgeschick passiert, dann erzeuge ich in dem Kind Angst oder Stress und Und das ist eine Situation, in der das Gehirn in Überlebensmodus geht und du kannst nichts Neues mehr lernen. Also das ist einfach total kontraproduktiv. Ja, und jetzt einfach zu sagen, okay, es geht also nicht darum, das Kind irgendwie zu kritisieren oder ihm zu sagen, dass er da was falsch gemacht hat, sondern ich pointe einfach Missgeschicke nach außen und sage, ja, die Tasse stand ja auch an einer blöden Stelle. Anstatt eben zu sagen, warum hast du die Tasse umgeworfen oder konntest nicht aufpassen, sondern die Tasse stand halt an einer blöden Stelle. Jetzt kann man in dem Beispiel mit dem Alkohol zu so einem Teenager auch sagen: Ja, der Fusel macht aber auch ganz schön Kopfweh. Auch ein Jugendlicher, der eine Erfahrung macht und eben zum Beispiel mal einen übern Durst trinkt, der muss ja auch lernen: Was bedeutet ein übern Durst trinken? Wann? Was ist denn mein Maß? Wie geht denn des? Und wenn ich es dann nach außen pointe und sage: Na, der Fusel macht aber auch Kopfschmerzen, dann braucht sich der Jugendliche an der Stelle nicht mehr schlecht zu fühlen und sagt okay, und gleichzeitig wird der Lernprozess ja angestoßen, sagen okay, ich muss vielleicht gucken, was von dem Zeug vertrage ich denn eigentlich so? Ja, also wir wollen jetzt noch mal kurz darauf gucken, warum dieses Kritisieren und Schuldzuweisungen geben, warum das so problematisch ist.
Also jedes Mal, wenn du auch nur eine ganz versteckte Kritik äußerst, Auch, ich meine, du machst das nicht immer absichtlich. Das muss man ja auch sagen. Wir wollen auch dir da keine Schuld zuschieben. Du hast halt bisher nicht anders gelernt. Unsere Einladung ist einfach, den Impuls zu nehmen und zu sagen, ich achte mal drauf und kann das vielleicht verändern. Aber jedes Mal, wenn du irgendwas machst, kritisierst oder natürlich anschreist, anmeckerst, irgendwas in der Form, destabilisierst du das Kind emotional. Das ist das, was passiert, weil es einfach verunsichert wird, weil es Angst bekommt. Weil es sich schlecht fühlt.
Genau.
Und da ist natürlich wichtig, dass du mal den Shift machst und sagst: Lernen funktioniert nicht über Schmerz. Dressur, und da bin ich immer ganz radikal, Dressur von Tieren, und wir gehen ja extra nicht mehr in Zirkus oder so, wo Tiere sind, also die meisten, weil man sagt, das ist Tierquälerei. Aber das ist Dressur. Also auch wenn Lernen über Kritik, über Schimpfen, über Angst funktioniert, das ist nichts anderes, wie ein Tier damit zu dressieren, indem es geschlagen wird. Ja, sorry, das ist voll richtig.
Und stattdessen einfach zu sagen, ich übernehme die Verantwortung für meine eigenen Emotionen, weil wir haben am Anfang gesagt, ne, du meckerst ja nicht, wenn es dir gut geht, du meckerst, wenn irgendeine negative Emotion in dir aufsteigt. Und da einfach dich dafür zu sensibilisieren, dass deine Kinder nichts dafür können, wie du dich fühlst. Weil es kann niemand eine Emotion in dich reintun. Du kannst nur Gefühle fühlen, die schon in dir gespeichert sind. Du kannst keine Gefühle fühlen, weil dein Kind sich jetzt, weil ein Kind eine Tasse umgeworfen hat. Ja, du kannst, niemand kann eine Emotion oder ein Gefühl in dich reintun. Das ist immer schon in dir da, und das Kind mit seinem Verhalten hilft dir nur zu erkennen, dass du diese Emotion in dir gespeichert hast. Und das ist ein radikal neuer Ansatz, weil es einfach sich von allem, was wir sonst da draußen so in der Welt kennen, unterscheidet. Und es ist aber in unserer Welt ein total wichtiger Schritt, die Verantwortung wirklich zu sich zu nehmen und aufzuhören, andere Menschen für unsere Emotionen, dafür wie es uns geht, verantwortlich zu machen. Weil da kommen wir immer an den Punkt, dass wir Schuld zuweisen müssen, dass kritisieren müssen, dass wir begründen müssen, warum das jetzt so ist, dass ich mich schlecht fühle, weil du mein Bedürfnis nach XY missachtet hast, ist nichts anderes in Grün, ne. Und aber zu sagen, okay, ich bin ärgerlich, ich fühle Ärger in mir, das ist meine Baustelle, da habe ich mit zu arbeiten. Und solange ich den Ärger in mir fühle, tue ich tunlichst, sage ich tunlichst kein Wort zu meinem Kind, sondern versuche auch so wenig wie möglich davon zu zeigen.
Ich sag extra so wenig wie möglich, weil es ist auch nicht schlimm, wenn es dir nicht immer dann Weil wir gesagt haben, auch schon jede Reaktion, die du zeigst. So, aber die Haltung dahinter ist auch sehr entscheidend. Also wenn du sagst, ich erschrecke und mein Gegenerschrecken, wenn jetzt was mit lautem Poltern runterfällt und man sieht es gerade nicht. Gegen das Erschrecken kannst du nichts tun. Da sagst du natürlich: Oh, jetzt bin ich aber erschrocken. Bist du auch erschrocken? Um das sofort so ein bisschen in so eine Gemeinschaftsebene wieder zu nehmen. Aber versuch halt so wenig wie möglich dieses negative Gefühl, das in dir steckt, so wenig wie möglich zu zeigen in dem Moment. Und das hat nichts mit Authentizität zu tun, sondern einfach nur damit, dass du sagst, okay, das ist ja mein Gefühl, ich übernehme selber die Verantwortung dafür und lass es bei mir.
Und dann lässt du Kritik los, betrachtest Situationen neutral ohne Schuld und Vorwürfe, siehst Fehler als normale menschliche Erfahrung. Und dann würden wir empfehlen, eine Fehlerfeierkultur zu entwickeln. Und damit schaffst du die Grundlage dafür, dass sich dein Kind bedingungslos geliebt fühlen kann.
In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuschauen, Zuhören hier bei dieser Podcastfolge. Wir freuen uns natürlich, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.
Und alles Liebe für dich, bis dahin, tschüss!
Danke fürs Zusehen. Was ist deine Meinung zu dem Thema? Was willst du uns vielleicht dazu fragen? Was willst du uns dazu sagen? Schreib's hier in die Kommentare, wir freuen uns drauf, mit dir in Interaktion zutreten. Und wenn dir das Video gefallen hat und du ab sofort nichts mehr verpassen willst von uns, dann klick jetzt auf Abonnieren, hier oder hier, je nachdem, wo du es gerade anguckst. Vielen Dank und alles Liebe bis zum nächsten Mal.
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