Wieviel Bildung braucht ein Kind?

Uli and Bernd Bott argue that kids learn best when given freedom and a rich environment, not when adults pre-digest information for them. They criticize media and parents for assuming children lack the time or competence to judge for themselves, and share examples like baby-led weaning and letting kids learn to walk naturally rather than forcing development.
Chapters
Ich finde das so spannend, weil jetzt eigentlich eine Diskussion oder eine Debatte, die eigentlich ins Bildungssystem gehört oder die da vielleicht zum Teil auch schon angestoßen ist, weil die jetzt sozusagen in die Gesellschaft schwappt bzw. in die Gesellschaft oder in die öffentliche Wahrnehmung. Oder ich weiß gar nicht, wie genau man das eigentlich wie man es eigentlich am besten benennt.
Na ja, es ist ja eigentlich ein Menschenbild, das sich zeigt, oder es ist eigentlich eine Diskussion auch über ein Bild vom Menschen. Wenn wir halt darüber nachdenken, dann geht es halt noch mal speziell auch. Ach okay, was haben wir eigentlich für ein Bild von unseren Kindern? Was haben wir für eine Sicht auf unsere Kinder und wie glauben wir, dass sie sich entwickeln sollten oder sollen?
Wobei für mich ist eigentlich das Spannende, dass ich finde, dass eben so ein Menschenbild, das in mich, in der modernen Pädagogik sozusagen eigentlich schon lange besteht, sozusagen, dass ich da jetzt das Gefühl habe, das schwappt jetzt eigentlich so in eine gesellschaftliche, noch mal anders in eine gesellschaftliche Diskussion. So ist eigentlich meine Wahrnehmung dazu. Wenn man also das einfach so betrachtet oder verfolgt, auch so ein bisschen bei YouTube oder mittlerweile ja mainstreamig in den Medien sozusagen. Wie wird Journalismus ausgelegt? Was bedeutet Meinungsfreiheit und was ist eigentlich so der Auftrag von Journalisten? Da wird eigentlich auch an den unterschiedlichen Sichtweisen bricht sich eigentlich die Idee am, was ist, was haben wir für einen Bildungsauftrag? Also zum einen und zwar durchgehend eben nicht nur, was der eine Aspekt ist, was haben wir für einen Bildungsauftrag den Kindern gegenüber, aber was haben wir auch gesellschaftlich. Also wenn jetzt Journalisten sich als meinungsbildend, wenn die sich da einen Bildungsauftrag zuschreiben sozusagen, dass sie den Menschen helfen, eine Meinung zu bilden, dann haben die ja auch einen Bildungsauftrag. Und jetzt eben zu sehen, was gibt es da eigentlich für unterschiedliche Herangehensweisen und was hat es mit unserer Sicht aufs Kind zu tun? Ja, also wie, was bedeutet das dafür, wie wir mit unseren Kindern umgehen und was wir glauben, was wir denen beibringen müssen. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Wir sind Uli und Bernd Bott, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei, Eltern von 4 Kindern.
Ja, und wir haben heute einen Mittelsitzer mitgebracht. Das sieht man, wie sitzelustig das ist.
Das Kissen vor der Backsteinwand.
Und wir sind mehrfache Spiegel-Bestseller-Autoren und begleiten seit vielen Jahren viele Zehntausend Eltern dabei, ihr liebevolles und glückliches Familienleben zu erschaffen. Und ich freue mich, dass du hier bist, weil am Ende des Tages bist du derjenige, diejenige, weshalb wir tun können, was wir tun. Und ich glaube, wir haben einfach einen Riesenauftrag. Wie Bildung neu zu definieren. Und da wollen wir jetzt einfach mal eine Runde drüber sprechen.
Genau.
Vielleicht hast du das mitbekommen. Es gab verschiedene Interviews in YouTube-Formaten, Podcasts, wo es eben um Meinungsfreiheit ging. Und dann gab es einen Folge-Podcast sozusagen, wo eine gestandene Journalistin dann mit diesem Podcaster diskutiert hat, was Journalismus für einen Auftrag hat.
Genau, ich glaube, wir verlinken die Podcastfolge einfach mal. Wir können es ja einfach sagen, es geht um den Ben Ungeskriptet Podcast. Und genau, ich weiß jetzt gar nicht, wie die Journalistin heißt, aber wir finden das.
Ja, das war Melanie Amann. Also der Auslöser war quasi das Interview, das Ben Ungeskriptet mit dem Björn Höcke geführt hat.
Genau, das ist sehr wahrscheinlich.
Genau, und das hat Wellen geschlagen und Melanie Amann hat kritisch darauf reagiert und daraufhin hat der Ben sie in seinen Podcast eingeladen und um dieses, das Gespräch ist quasi jetzt der Aufhänger für diese Podcast-Folge.
Also es hat uns dazu inspiriert, darüber nachzudenken. Zusagen, okay, was haben, also in dem Interview geht es ja auch darum, was haben Journalisten für ein Bild von den Menschen, von ihren Lesern quasi, oder Lesern, Zuhörern, Konsumenten, ihrem Publikum.
Ja genau, und was haben, was glauben Journalisten, wie sie ihren Bildungsauftrag erfüllen können, müssen, sollen.
Das ist ja gerade so, die Diskussion ist ja gerade Also kurz zusammengefasst, sag mal, also geht es darum, einfach alles zu sagen, alles den Menschen einfach die Information zu geben und der Mensch selbst aus den verschiedenen Perspektiven, aus den verschiedenen Quellen, ungefiltert in dem Sinne. Und dann, und weil die Menschen für wach, intelligent, eigenverantwortlich genug gehalten werden, dass sie sich dann daraus eine ihre Meinung, oder ich mag das Wort Meinung ja so ungern, weil eine Meinung ist ja schon wieder so ein Kampfthema irgendwie, oder sich die Sicht auf ihre Welt bilden können. Ja, oder geht es eigentlich darum, dass man das schon lenkt, lenkt und filtert, was überhaupt an die Menschen rausgeht? Ja, genau, habe ich das so?
Ja, genau. Also bin ich, halte ich den Menschen für so mündig, wenn ich es noch mal kurz zusammenfasse, halte ich den Menschen für so mündig, menschlich, dass er in der Lage ist, sich selbst eine Meinung zu bilden? Und kann ich dafür andere Menschen einfach ihren Standpunkt darlegen lassen? Und wenn ich Menschen, mit Menschen spreche, die verschiedene Sichtweisen haben, kann ich dann davon ausgehen, Mensch ist in der Lage, sich eigenständig dazu eine Meinung zu bilden? Oder muss ich schon filtern, mit wem ich überhaupt spreche? Muss ich schon filtern? Muss ich das einordnen, was derjenige sagt? Muss ich also, wie kritisch muss ich das hinterfragen? Also, und da steckt eben in unserer, steckt ja in unserer Sichtweise oder aus unserer Perspektive steckt da ja drin, dass ich glaube, dass Mensch nicht clever genug ist, das zu schaffen. Sondern dass ich quasi als Journalist auch, also, und ich will gar nichts verurteilen, ich will es nur darlegen, gehe ich als Journalist davon aus, dass der gemeine Mensch also so nicht die Zeit hat, sich entsprechend zu informieren, nicht den Zugang zu den entsprechenden Informationen hat, und deshalb muss ich das für den vorfiltern.
Und jetzt wollen wir das ja darauf übertragen. Was haben wir gesellschaftlich für einen Blick auf Kinder? Ja, was haben wir als Eltern, also in der Mini-Gesellschaft Familie quasi, was haben wir da für einen Bildungsauftrag, für einen Blick auf die Kinder? Also wie ist das im Moment und was ist eigentlich der Auftrag, der Bildungsauftrag dahinter? Und jetzt geht es uns gar nicht so sehr um das Schulsystem. Also da kommen wir sicher auch ein bisschen dazu. Aber spannend ist ja, Gemeinschaftsthemen sind immer die Perspektive. Was habe ich für eine Perspektive und wie kann ich die eventuell verändern? Oder wo ist es auch nötig, sie zu verändern, weil sie vielleicht gar nicht so cool ist im Moment?
Ich finde, ich würde das jetzt gerne noch mal vom Journalismus erst noch mal loslösen. Also dieses Für wie mündig halten wir uns Menschen insgesamt? Also das finde ich, ist so ein, so eine wichtige Frage. Also traue ich anderen Menschen zu, selbstständig für sich clevere Entscheidungen zu treffen und ihr Leben selbst zu gestalten, und ich glaube, dass das so ein total wesentlicher Aspekt ist, den ich einfach noch mal highlighten möchte, zu sagen, ja, wenn ich auch so an uns als zum Beispiel in unsere Workshops denke, wo Menschen dann sagen, mitunter manchmal kritische Stimmen sagen, wir würden sie manipulieren. Also das ist ja, das zeugt ja einfach nur von einem empfundenen Also von zumindest einer empfundenen Unmündigkeit. Also das Gefühl, ich—
auch ein Blick auf sich selbst, hast jetzt ja gerade gesagt, sehe ich von Menschen generell. Die Frage, halte ich mich selbst eigentlich für mündig und für auch für stark genug, um zu sagen, ja, ne, ich bin ja eigentlich mal— also halte ich mich für manipulierbar oder nicht? Das ist ja ein wichtiger, das ist mal ganz wichtiger Punkt.
Und halte ich mich für mündig? Also bin ich— also jetzt gerade, wenn ich in diesen Mikrokosmos Workshop bei uns einfach gehe. Wenn ich ja sage, ich schaue mir da so einen Workshop an, dann bedeutet mündig zu sein, dass ich in dem Moment, wo da was gesagt wird, womit ich wirklich nicht, wo ich nicht mitgehen will. Und ist es egal, ob das inhaltlich ist oder ob ich dann, wenn wir was verkaufen, das dann ist. Also ich habe doch die volle Freiheit, auszuschalten. Ich muss ja nicht da sein.
Ja, oder auch zu, also auch für mich selber zu filtern und zu sagen, also was nehme ich denn, was nehme ich denn nicht? Also jetzt egal, ob das bei uns ist oder woanders. Ich, wenn ich mir jetzt irgendwie den Inhalt, also irgendwas, ist es ein Workshop oder ein Interview oder sonst was, von irgendeiner Person angucke, weil die vielleicht sehr sportlich ist, Und ich das toll finde und ich sage, okay, da kann ich Inspiration mitnehmen für meinen Sport, für mein Krafttraining, was auch immer. Wenn ich jetzt dem zuhöre und der sagt was über Kinder oder über Partnerschaft, dann sage ich jetzt zum Beispiel, okay, da labert der jetzt Unsinn. Das ist ja so ein Filter, dann sage ich, okay, also aus meiner Sicht, natürlich sage ich nicht, der redet Blödsinn.
Ich verurteile ihn nie als Mensch, aber ich sage, okay, da habe ich mehr Ahnung als du.
Da habe ich eine höhere Ahnung, oder ich habe halt, oder ich glaube das halt zumindest, und da habe ich halt eine andere Meinung, eine andere Ansicht drauf, und dann ist gut. Ja, und genauso ja zu sagen, ach okay, ich bin jetzt in einem Workshop, jetzt will mir jemand was verkaufen. Klar, wenn er das gut kann, dann packt er mich vielleicht auch kurz emotional. Aber mir gleichzeitig halt so das zuzugestehen, zu sagen, okay, ich habe ja die Entscheidung. Ich kann dem jetzt weiter zuhören. Ich kann ja sagen, ich will nichts kaufen. Ich kann dem trotzdem weiter zuhören. Oder ich kann halt sagen, okay, jetzt fängt er an zu verkaufen. Jetzt habe ich keine Lust mehr. Ich bin raus. Ist ja egal.
Oder ich sage, ich will es kaufen. Dann buche ich mir halt vielleicht ein Gespräch. Dann lass es so bleiben. Dann gehe ich warm raus. Also diese Mündigkeit, selbst eine Entscheidung zu treffen. Also viele Menschen, glaube ich, haben das Gefühl, Gefühl, dass sie das nicht können. Und ich glaube, das hängt mit damit zusammen, dass wir uns gegenseitig so behandeln. Also dass eben, dass es Journalisten gibt, die glauben, sie müssten dir alles vorkauen und müssten dir sagen, in die Richtung musst du denken, weil alles andere ist verkehrt, sozusagen.
Genau. Ja, und weil du auch, weil es ja auch, also wir gehen ja miteinander so um, weil wir halt auch immer wieder denken, es gibt ein, also Da gehört ja auch dieses Konzept von richtig und falsch dazu, weil das, wenn du, wenn das Konzept, dass es ein Richtig und Falsch gibt, extrem sich in so eine Gesellschaft zum Beispiel reinsetzt, dann, dann glauben wir einfach ganz schnell, wenn man sagt, das stimmt nicht oder so, ist es falsch. Das ist eine falsche Meinung. Das ist ein falscher Weg, was auch immer. Dann glauben wir das. Und das ist ja genau dann der Punkt, dass wir dadurch selbst uns manipulierbar fühlen und ja auch wieder andere dann manipulieren ständig, weil wir auch sagen, nee, das ist nicht richtig. Ja, genau.
Und das ist das jetzt, finde ich, ist der Punkt, wo ich gerne auf die Kinder gucken würde, ja, weil wir halt was Glauben wir, wo glauben wir als Eltern, dass wir es besser wissen? Wo glauben wir als Eltern, dass wir die Entwicklung unseres Kindes in eine bestimmte Bahn lenken müssten? So wie das, so wie die alte Journalistensicht war. Und wie sehr kann ich einfach darauf vertrauen, wenn ich eine stimulierende Umgebung zur Verfügung stelle? Und natürlich ist das Arbeiten eine stimulierende Umgebung zur Verfügung zu stellen. Aber wenn ich die zur Verfügung stelle, kann ich dann darauf Vertrauen, dass das Kind alles, was für das Kind selbst relevant ist, auch lernt, auch entwickelt, auch in sich findet.
Interesse dafür entwickelt. Ja, weil das ist ja, kann ja dann immer noch fragen. So zum Beispiel.
Es geht ja nicht drum, dass man das Kind sich selbst überlässt. Entschuldigung.
Nein, nein, genau, genau. Das ist ja wichtig dabei. Ich wollte das nur gleich schon, weil das ja immer wieder so das Gegenargument dann ist. Ja, dann habe ich so einen 12-Jährigen, der interessiert sich ja für nichts, oder einen 15-Jährigen oder so.
Die würden dann verlottern. Also ich meine, das ist doch einfach nur die Folge dadurch, dass wir gesellschaftlich so miteinander umgehen, dass wir glauben, wir sind, also dass wir am Ende des Tages uns nicht für mündig halten. Du wirst in der Schule nicht für mündig gehalten, du wirst im Job nicht für mündig gehalten, du wirst von den Journalisten in den Medien nicht für mündig gehalten und in der Folge fühlst du dich nicht mündig, verhältst dich so, hast dann das Gefühl, du müsstest dich irgendwie beschweren oder aufregen, wenn jemand, wenn du dich in deiner Mündigkeit verletzt fühlst, sozusagen, obwohl du dir die selber nicht zusprichst. So, also wenn ich noch mal auf unser Workshop-Konzept gehe, also keiner kettet jemanden fest und sagt, du musst dir das jetzt 3 Stunden anhören. Also wenn ich nur das Ding nehme, dass Menschen sagen, wenn wir einen 3-stündigen Workshop machen oder wenn ein Workshop bei uns mal 3 Stunden dauert, was mal vorkommen kann, ja, dass dann Menschen sagen, das ist total blöd, weil das dauert so lange. Und sie müssen ins Bett, wo du sagst, es hat dich ja keiner festgekettet.
Nur als Kontext, es geht um kostenlose Workshops.
Ja, kostenlose Online-Workshops. Du wählst dich ein oder du klickst auf Verlassen. Deine Wahl. Ja, genau. Und keiner kettet dich fest und sagt, du musst 3 Stunden bleiben. Aber Menschen haben das Gefühl, sie müssten bleiben oder sie müssten sich dann aufregen, weil es zu lange dauert. Also das ist ja absolutes, also da spielt ja diese Unmündigkeit mit sich selbst gefühlt Pingpong. Genau. Also total abstrus irgendwie. Also und es ist kein Angriff, sondern ich will nur zeigen, was wir da gesellschaftlich erlernt haben. Was das für Muster sind. Und die geben wir halt an unsere Kinder weiter, dass wir denken, wir müssten denen, also das fängt ja schon beim Babybrei an sozusagen. Und ich Ich will auf das Wort vorkauen, weil, na, dass wir halt alles, dass wir denken, wir müssten den Kindern alles vorkauen und so lenken, was die lernen. Also das ist, gibt ja mittlerweile genug Konzepte, was breifrei und so weiter angeht. Also wenn ich an unsere Kinder zurückdenke, dann haben die nach dem Stillen einfach angefangen, am Tisch mitzuessen, indem wir denen halt weich gekochtes Gemüse hingelegt haben, Stück Brokkoli, Stück Möhre, was auch immer, Stück Zucchini, auf dem die erst mal so rumgelutscht haben. Und irgendwann haben die halt angefangen, das klein zu kriegen und zu essen. Fertig. Also kein, nicht, wir haben denen nicht Brei serviert im Sinne von vorgekauter Nahrung. Ja, so, und ich weiß, das ist jetzt Brei, ist nicht vorgekaut, nicht dass ihr euch daran jetzt aufzieht, sondern nur zu sagen, wie Wo, wie, für wie mündig und für wie kompetent halten wir schon kleine Menschen?
Und für wie lernfähig vor allen Dingen ja auch, weil das ist ja auch, dem Kind das zuzugestehen, du lernst damit deine eigene Nahrungsaufnahme. Du lernst damit, dass das quasi auch ein bisschen Arbeit ist, bis man dann so was, ah, das schmeckt gut, okay, wie kriege ich das jetzt runter? Ich muss auch meine Zähne benutzen. Das ist ja alles, also die paar Zähne, die man schon hat, oder die, die was auch immer, egal, etc. pp. Ja, also jetzt nur so, du gibst so einem Kleinkind ja auch kein Exoskelett, dass es laufen lernt, quasi, ne?
Sondern du sagst ja, also ich meine, es hat man mal versucht mit diesen Lauflernwägen, das hat sich ja schon sehr, also das Aber jetzt bei den Lauflernwägen, also ich hoffe, dass es niemand mehr benutzt in dieser Welt, weil das hat sich ja schon, das war ja schon vor 30 Jahren klar, dass das für die, für das Skelett und so total ungesund ist, weil das, weil Kinder müssen einfach die, ne, genauso wie man ja, ich bringe noch ein Beispiel mit rein, wie man ja irgendwann festgestellt hat, dass das keinen Sinn macht, Kinder hinzusetzen, bevor die sich von selber hinsetzen. Können, weil solange die Muskulatur nicht entwickelt ist, gehen halt die Knochen und die Wirbelsäule und alles geht halt kaputt, wenn du ein Kind zu früh hinsetzt. So, also das sind ja lauter Punkte, wo wir schon verstanden haben, das muss das Kind von selber lernen. Kein Kind, du kannst keinem Kind Laufen beibringen. Geht einfach nicht. Das Kind muss das selber lernen. Na klar, kannst ihm die Hand geben, kannst ihm helfen. Aber nicht, also wenn ein Kind nicht laufen will, Dann kannst du es noch so viel auf die Beine stellen, kannst noch so viel untern Armen halten, kannst noch so viel vor ihm herlaufen, es wird nicht laufen, wenn es noch nicht an dem Punkt ist zu laufen. Fertig.
Setzt sich hin und krabbelt.
Oder halt auch noch nicht mal das. Noch nicht mal, weil ohne die intrinsische Motivation und die innere Bereitschaft, jetzt diesen Lernschritt zu tun, wird kein Kind laufen lernen. Und da, und genauso beim Sprechen, jetzt weiß man schon, beim Sprechen weiß man schon, dass eine anregungsreiche Umgebung. Also wenn du viel mit dem Kind sprichst, logisch, das meine ich aber eben mit, du schaffst eine stimulierende Lernumgebung.
Ja, wenn das Kind niemanden sehen würde, der läuft, würde es auch nicht laufen. Das ist jetzt keine Frage. Aber das muss man ja nicht schaffen.
So, also, aber das Kind lernt nicht besser reden, wenn du immer mal sagst Ball, Ball, Ball, wie heißt das? Ball. Davon lernt ein Kind nicht reden. So, also das ist auch schon wissenschaftlich erwiesen. Also, und irgendwie weiter sind wir aber noch nicht gekommen, gesellschaftlich gesehen, ne? Also, sondern da glauben wir noch, wir müssten Kinder formen, wir müssten Kindern Dinge beibringen, wir müssten Informationen zum entsprechenden Zeitpunkt auf entsprechende Art und Weise darbieten, weil nur dann, und dem Kind das sozusagen beibringen. Und das glauben wir halt nicht.
Also wir glauben sogar fast das Gegenteil davon.
Ja, absolut. Und warum das super entscheidend ist und warum wir eigentlich als Eltern uns eingestehen müssen, dass wir keine fucking No fucking idea, was unsere Kinder heutzutage eigentlich lernen müssen und wie sie eigentlich gut präpariert sind für ihre Zukunft. Und darüber sprechen wir nächste Woche.
In diesem Sinne, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
More from Uli

Wieso du machmal dein Kind an die Wand klatschen könntest (obwohl du es liebst)









