Wir haben es verkackt - (Nachrichten, Meinungen & Co.) - Podcast 011

In dieser Podcast‑Folge von "Gemeckerfrei" reflektieren die Eltern Uli und Bernd Bott darüber, dass sie während der Corona‑Pandemie das zentrale Gesprächsthema nicht konsequent mit ihren Teenager‑ und jüngeren Kindern besprochen haben. Sie erkennen, dass sie dadurch die "Meinungsbildungshoheit" – die elterliche Kontrolle über die Meinungsentwicklung ihrer Kinder – abgegeben haben. Die beiden diskutieren, wie Kinder Meinungen von Lehrkräften, Freundinnen, sozialen Medien und anderen Erwachsenen übernehmen, und wie unterschiedliche Standpunkte (z. B. zu Masken‑ und Impf‑Regeln) zu Verwirrung führen können. Sie schildern, dass Eltern heute kaum Einfluss mehr auf die Mediennutzung ihrer Kinder haben, weil Smartphones und Online‑News allgegenwärtig sind. Die Folge betont die Notwendigkeit, als Familie aktiv Medienkompetenz zu fördern, offene Dialoge über verschiedene Sichtweisen zu führen und emotionale Ansteckung (z. B. Angst) bewusst zu adressieren. Abschließend geben die Bott‑s einen Appell, das Gespräch über aktuelle Themen wieder aufzunehmen, kritisches Denken zu stärken und gemeinsam zu lernen, ohne einen einzigen "richtigen" Standpunkt zu propagieren.
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Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch. Wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen.
Hallo und herzlich willkommen. Hi, schön, dass du da bist und an den Kopfhörern oder Lautsprechern uns zuhörst. Genau, und heute Ja, heute geben wir es zu. Wir haben es verkackt.
Wir haben es echt verkackt. Ja, ich muss jetzt kurz nachdenken. Aber ja, wir haben es verkackt.
Ja, wir haben es verkackt. Also, und wir teilen mit dir, was wir verkackt haben, nämlich wir haben verkackt, das Pandemiethema regelmäßig mit unseren Teenager-Kids zu thematisieren.
Ja, aus dem Ding raus, dass du, und das kennst du ja auch, es ist ja so das Gesprächsthema Nummer 1 überall. Ja, und das ist natürlich nicht so, dass man das dann auch noch immer am Esstisch und abends und miteinander und so noch mal breittreten will.
Falls du uns schon ein bisschen kennst, weißt du ja auch, dass wir eigentlich immer versuchen, also nicht nur eigentlich, sondern wir versuchen einfach ja Nachrichten nicht so sehr in unseren Alltag reinzuholen bzw. wir haben schon, kann man an der Stelle vielleicht auch mal erzählen, also wir haben noch nie einen Fernseher besessen, seit wir zusammen sind sozusagen.
Einmal für 3 Wochen oder so.
Aber das wäre dann noch mal ein anderes Thema. Aber also wir konsumieren keinen Nachrichten. Also vor der Pandemie haben wir jahrelang überhaupt keine Nachrichten konsumiert. Und jetzt natürlich ist man immer mal wieder gezwungen, sich so ein bisschen zu informieren. Aber weil wir eigentlich ja unseren Fokus darauf richten wollen, wie wir unser Leben kreieren wollen und wie wir es haben wollen, anstatt uns in Negativität zu schulen. Ja, genau so.
Oder uns davon beeinflussen zu lassen.
Genau, haben wir es halt auch, haben wir dieses Corona-Thema am Esstisch oder auch so zu Hause relativ wenig thematisiert. Also wir haben so wenig wie möglich, also ich glaube, dass es gar, dass jemand gar nicht drüber spricht, also das kann ich mir gerade nicht vorstellen.
Aber das war auch bei uns nicht so.
Also es war auch bei uns nicht so, aber wir haben halt immer nur, also erstmal haben wir nur unsere Meinung da reingegeben. Also wir haben Die Kids darin bestärkt, dass sie sich vorstellen, dass sie gesund sind, dass sie keine Angst davor haben. Wie kann man andere Menschen unterstützen? Wir haben so am Anfang, wie ja ganz viele auch, so Nachbarschaftshilfe angeboten und Unterstützung angeboten und so weiter. Also so haben wir es schon thematisiert. Wir haben auch immer mal thematisiert, wie fühlt sich das an mit Maske in die Schule? Wollt ihr das? Wollt ihr lieber zu Hause bleiben? Könnt ihr damit umgehen? Also das schon. Aber wir haben wenig die verschiedenen Standpunkte thematisiert, die es zu dem Thema gibt. Ja, wir haben so unseren Standpunkt zum Thema, zum Thema Impfen zum Beispiel, das haben wir mit den Kids auch besprochen. Ja, aber wir haben nicht alle anderen Standpunkte mit reingeholt. Und an der Stelle ist uns letztens aufgefallen, dass wir echt Ja, dass wir es verkackt haben, weil wir haben die Meinungsbildungshoheit abgegeben.
Ja, weil das ist das, was passiert, wenn du, wenn du es zu Hause, wenn es zu Hause nicht Thema ist, wenn man es nicht miteinander bespricht, dann bekommst du als Eltern nicht mit, wo deine Kinder, und das ist altersunabhängig, also ich sage jetzt mal alles, was schon aus dem Haus geht in Kita oder Schule. Dann bekommst du eben nicht so mit, was schnappen die so für Meinungen auf. Und als Kind, da kann ich mich auch noch an mich selber erinnern, ist man ganz schnell dabei, dass man so eine, dass man einfach so was, wenn es jemand überzeugt sagt, sei das ein Lehrer, sei das aber auch Eltern von Freunden oder whatever, Fußballtrainer, keine Ahnung, dass man das dann, dass das so ein Kind ganz schnell übernimmt. Weil es einfach sagt: Okay, das ist dann so. Oder das gar nicht bewusst macht. Aber und die älteren Kinder, die diskutieren das natürlich auch mit ihren Freunden oder mit Lehrern und so weiter. Und dadurch entsteht bei ihnen eine Meinung. Und das ist halt, wie du jetzt gesagt hast, die Meinungshoheit. Ich würde es die Meinungsbildungshoheit nennen. Ja, genau. Ach so, ja, genau. Die Meinungsbildungshoheit. Die haben wir quasi abgegeben. Das war der Fehler, den wir da gemacht haben.
Der ist uns aus der Hand gerutscht, weil wir gedacht haben, wenn wir die Kids mit, also wenn wir mit den Kids unseren Standpunkt teilen bzw. darüber sprechen und aus unserer Perspektive darüber sprechen, dass das ausreichen würde. Aber die Kids sind ja mit so unterschiedlichen Meinungen dazu konfrontiert. Also und das ist ja sowohl im persönlichen Kontakt, ja, da ist die eine Pädagoge, der läuft immt immer mit FFP2-Maske rum, auch wenn eigentlich gar keine Maskenpflicht mehr in der Schule ist. Und der nächste Pädagoge hat die Maske immer unter der Nase hängen. Der eine, in der, bei dem einen Lehrer dürfen die Kids die Masken ausziehen, weil der sich jedes Schlupfloch sucht, wo man ohne Maske irgendwie Unterricht machen kann. Und der andere, bei dem anderen müssen die Kids die Masken sogar noch auflassen, wenn es eigentlich gar keine gesetzliche Regelung mehr gibt. Dass man Masken tragen muss. Und da steckt ja nicht nur dieses Verhalten dahinter, sondern da steckt ja eine persönliche Meinung, ein persönlicher Standpunkt dahinter. Und je nachdem, für wie, also wie die Beziehung des Kindes zu diesem Pädagogen zum Beispiel ist, nimmt er das, was der Pädagoge sagt oder tut, für wahr und als für bare Münze und gibt diesem Menschen und der Meinung dieses Menschen Gewicht, auch wenn die, also selbst wenn ich den Lehrer halt als Lehrer mag, weil der mir Mathe immer so gut erklärt oder weil der mit uns in der Pause Basketball spielt, ja, dann mag ich den und dann glaube ich als Jugendlicher oder als Kind auch, was der zum Beispiel zum Thema Maske, Impfen, Corona, whatever sagt. Weil ich den Menschen mag.
Ja, und da gerade bei Jugendlichen, die suchen sich da durchaus für alle Themen, ja, nicht nur für das eine, aber für die sind es oft eben andere Vorbilder. Das sind es nicht immer zwingend wir Eltern. Und deswegen ist es so wichtig, oder das haben wir jetzt daran gemerkt, ja, was halt passieren kann, wenn man da nicht im Kontakt bleibt, im Gespräch dazu.
Ja, und ich glaube auch, dass es, du hast jetzt gerade gesagt, bei den Jugendlichen oder älteren Kindern, die sich andere Vorbilder suchen und die ja auch mal gerne eine Gegenmeinung zu den Eltern, zu uns Eltern haben, was ja auch ganz wichtig ist, ist halt beim Thema Pandemie halt vielleicht irgendwie bisschen blödes Thema, um da dagegen zu sein, sage ich jetzt mal, weil es eh schon so emotional aufgeladen ist. Aber ich finde jetzt auch bei jüngeren Kindern, ja, es ist total, die werden halt mit so inkongruenten Botschaften auch versorgt. Das ist halt, also weißt du, das ist wie wenn die, wenn du als Mama das Gefühl hast, das Kind ist in der Kita nicht so gut aufgehoben, weil die das da nicht so machen, wie du es gerne hättest, dann kann das Kind sich in der Kita bei den Erziehern, obwohl es sich da vielleicht wohlfühlt, das gar nicht so fallen lassen, weil es deine Meinung fühlt. Also da für die kleineren Kinder entsteht da mehr so ein empfundener Zwiespalt, wenn zu Hause andere Meinungen geteilt werden als jetzt zum Beispiel in der Kita oder in der Grundschule. Also auch an der Stelle unabhängig, wie der Bernd schon gesagt hat, sobald das Kind das Haus verlässt, sozusagen, ist es eben mit anderen Ansichten, Meinungen, Ängsten, Sorgen, Bewertungen konfrontiert. Und das dürfen wir uns gerade zum Thema Corona und Pandemie halt wieder bewusst machen, um auch zu Hause mal alle Sichtweisen zu thematisieren, zum Beispiel. Oder was, wenn es um die kleineren Kinder geht, halt in engeren Kontakt und Austausch mit den Pädagogen zu gehen, um zu sagen, wie Wie kommen wir denn hier zu einer gemeinsamen Meinung, dass es für die Kids nicht verunsichernd ist, sondern haltgebend ist?
Ja, gerade auch, was ich auch bei unseren Kindern zwischenzeitlich gemerkt habe, wie sie natürlich auch auf Angst reagieren von Menschen, die ihnen wichtig sind. Und das sind ja, also wenn die Kinder gerne auch in die Schule gehen oder in die Kita gehen, dann sind es ja Bezugspersonen, die sind ihnen ja wichtig. Jetzt haben wir keine Angst vor einer Krankheit.
Also wir als Eltern.
Wir jetzt als Eltern zum Beispiel. Nur wenn halt irgendwie an 6 Stunden am Tag das Kind bei jemandem ist, der halt Angst hat, dann tankt das Kind Angst. Dann tankt das Kind Angst. Und auch das muss, sage ich ganz bewusst, muss ich dann als Eltern habe ich halt mitbekommen und um halt zu gucken, wie fange ich das wieder auf?
Ja, und auch das wieder zu handeln. Oder auch, wir waren eine Zeit lang so total überrascht, dass wir nicht verstanden haben, warum unsere Kids so, so, also auch draußen, also wir waren im Sommerurlaub draußen, Buffet, und da sind die mit Maske rumgelaufen. Ich so, ihr könnt die Maske ausziehen. Ja, aber die waren so auf dieses, auf dieses sich an Regeln halten. Aus, das waren da so drauf trainiert sozusagen, dass ihnen das an der Stelle wichtig war, dass das so ihre Meinung, ihr Meinungsbild an der Stelle war. Und da einfach zu sehen, okay, dass die Anzeichen zu erkennen und ins Gespräch zu gehen, ja, ins Gespräch bei den älteren Kindern mit den Kids ins Gespräch zu gehen. Also ältere Kinder, da würde ich jetzt so sagen ab 8, 9 ungefähr, Dafür, ja. Und bei den jüngeren Kindern mit den Pädagogen ins Gespräch zu gehen, zu sagen, okay, wie können wir hier einen Raum schaffen, wo alle Meinungen sein dürfen, wo ja, wo möglichst wertfrei, weil das ist ja logisch, wenn da 25 Kinder sind, sind es 25 Elternmeinungen und Elternstandpunkte, die mit einem oder zwei Pädagogenstandpunkten zusammenprallen. Und dass es da Also dass das herausfordernd ist, ist ja mal gar keine Frage. Aber da eben zu gucken, wie können wir denn da einen Rahmen schaffen, damit alle Kinder sicher begleitet von zu Hause und der Kita, Schule, wie auch immer, werden.
Und du hast ja vorher schon gesagt, das eine ist der persönliche Kontakt und das andere ist auch was, Warum ich heutzutage auch zwiegespalten bin bei diesem Konzept in der Persönlichkeitsentwicklung. Ich höre überhaupt keine Nachrichten und lese überhaupt keine Nachrichten, weil du heute ja Kinder hast, also Kinder ab 10, 12, manche ab 6, die haben ein Smartphone und die haben alle Nachrichten da zur Verfügung. Also ja, du kannst Jugendschutz machen, wir auch. Das ist natürlich jetzt nicht unbedingt, aber die haben Du kannst die vor dieser Information nicht so fernhalten.
Ja, du hast auch, du, das ist auch, also selbst wenn du jetzt ganz rigoros das Handy entsprechend einstellst, einrichtest, ja, dann kommt trotzdem ein Newsticker, der durchläuft, oder es kommen, es werden News in WhatsApps geteilt oder whatever. Also die Kinder sind mit einer, also wir als Eltern heute haben sehr viel weniger Einfluss darauf, mit welchen Inhalten unsere Kinder konfrontiert werden, als es vielleicht noch früher bei unseren Eltern war.
Genau. Und deswegen ist es so ein bisschen mein Appell, auch wenn du jetzt so aus der Persönlichkeitsentwicklung kommst oder dich damit auch schon beschäftigt hast. Mit Kindern, ich weiß es, als unsere jetzt schon sehr erwachsenen Kinder so jugendlich wurden, wo ich so gemerkt habe, okay, das funktioniert nicht mehr, weil diese Themen sind da. Egal ob das jetzt damals war es noch keine Pandemie, da waren es halt mal politische Themen oder was, die sind da. Und wenn du da gar nichts weißt dazu, schießt du dich ins Off und vergibst eben diesen gemeinsamen Meinungsbildungsprozess und vor allen Dingen so bisschen auch den Einfluss dann drauf, den du vielleicht gern haben möchtest.
Weil das ja auch jetzt, also du weißt ja vielleicht gar nicht, wenn gerade wenn du einen Teenager hast, du weißt nicht, welche Medien, welche Nachrichten konsumiert dein Kind jetzt. Wir bleiben mal beim Thema Corona. Zum Thema Corona ist das liest das irgendwelche Querdenker-Postillen, liest das in klassischen Medien, schaut sich das irgendwelche YouTube-Sachen an, ist es nur auf Social Media unterwegs, liest da irgendwas, was irgendwer irgendwie schreibt. Also du kriegst eigentlich erst mal gar nicht mit, was ungefiltert in den Kopf von so einem Teenager rein sickert sozusagen. Und dadurch hast du auch keinen Einfluss darauf, was bildet sich das Kind eigentlich für eine Meinung. Und vor allen Dingen hast du wenig Einfluss darauf oder kriegst es erst mal nicht mit, ob das Kind in der Lage ist, auch mal Dinge kritisch zu hinterfragen, oder ob es anfängt, bestimmte Dinge für gegeben zu halten. Also ich denke da mal an so Sachen, das ist jetzt bisschen off-topic, aber wenn Kids früher, was weiß ich, auf der Wii Bowling gespielt haben und dann das erste Mal beim echten Bowlen waren und sich gewundert haben, dass das nicht so leicht geht wie an der Wii. Also dieses Meinungsbilden auch sozusagen. Okay, ich lese jetzt Nachrichten, dann haben es vor allem unsere Kinder festgestellt, das hat dann so ein Newsticker gelesen, das war dann unterm Strich irgendwie auch irgend so eine, was weiß ich, RTL oder irgend so eine, also jetzt ist nicht unbedingt die seriöseste, das seriöseste Nachrichtenmagazin oder so was. Und selbst da muss man ja, also da ist es schon für uns, der Bernd und ich, wir hatten beide Sozialkunde, Geschichte, Leistungskurs. Also wir haben sehr, sehr viel uns auch mit kritischem Denken beschäftigt und haben so gemerkt, krass, wenn wir da das aus der Hand geben und die Kids einfach machen lassen, dann lernen die nicht sich kritisch mit Informationen auseinanderzusetzen.
Ja, und du musst ja heutzutage, also es gibt ja überhaupt nicht mehr diese Hoheit. Also weder gibt es die Monatszeitung, die irgendwie recht hat und die, die recht hat, ist auch egal. Rechts, links, alternativ, progressiv, liberal. Das ist alles. Diese ganzen Grenzen existieren in Wirklichkeit nicht mehr. Und du musst dich an sich ausgewogen aus allen Ecken informieren, weil jeder schreibt, erzählt, was aus seiner persönlichen Meinung eingefärbt, weil er damit beeinflussen will. Und heutzutage sich medienkompetent da zu informieren, ist ein wahnsinniger Aufwand.
Ja, noch dazu, wo es ja auch so schnell passiert, dass man überhaupt nicht mehr mitbekommt. Ist das jetzt irgendwie, wie ist denn das eigentlich recherchiert? Lese ich jetzt hier gerade eigentlich ist das nur ein Beitrag von jemand, der das einfach sich von der Seele schreibt sozusagen? Ist das irgendwie recherchiert? Also da verschwimmt es ja schon für uns Erwachsene. Und für die Kids, die das ja noch, also die ja diesen Bildungsprozess noch nicht durchlaufen haben, für die, die diese Medienbildung ja noch gar nicht abgeschlossen haben sozusagen, für die sind es halt einfach, die Kids sagen ja, das habe ich bei YouTube gesehen. Ach ja, klar, das hast du bei YouTube gesehen. Und jetzt, wie viel Fake war das jetzt? Ja, keiner war ja bei YouTube. Ja, so, also das ist so, wie es früher Kinder gab, die der Meinung waren, weil da der, wie hieß der beim Fliegenden Klassenzimmer, der mit dem Regenschirm aus dem Fenster gesprungen ist, ja, haben die Kids gemeint, man könnte mit dem Regenschirm fliegen. Und heute glauben sie halt, dass wenn da XY bei YouTube das und das tut, dann kann man das nachmachen, weil das ist ja—
Oder nachplappern.
Nachplappern, weil das ist ja legitim. Also ist ja, mir fehlt jetzt das Wort gerade, also recherchiert oder irgendwie.
Und gleichzeitig ist es ja, du kannst aber auch in der Tagesschau oder so nicht mehr diese Kompetenz, da weiß man auch schon, dass die haben auch schon Mist erzählt. Also das ist ja da. Das ist tatsächlich die Herausforderung heutzutage.
Medienkompetenz zu erwerben ist mit eine der größten Herausforderungen dieser Zeit. Also so empfinden wir das zumindest. Und wir wollen dich einfach mit dieser Folge einladen, da mal kritisch hinzugucken. Wie hast du es bisher gemacht? Wie haben deine Kinder ihre Meinung zum Thema Pandemie und Corona gebildet? Wie viel Bewertung findet bei euch zu? Zu Hause statt? Wie viel, also wie sehr seid ihr der Meinung, es gibt den einen richtigen Standpunkt? Wie sehr nehmt ihr alle verschiedenen Standpunkte mit rein und diskutiert die zu Hause? Inwieweit öffnet ihr euch für verschiedene Meinungen? Und inwieweit nehmt ihr dieses ganze Thema als zum Anlass, eure Kinder gut darin zu begleiten, medial kompetent zu werden?
Und da sich immer selber auch die Offenheit oder die Freiheit zu geben. Also dazu möchte ich dich dabei eben auch einladen, dass wir als Erwachsene da auch immer noch jeden Tag dazulernen. Und das ist eigentlich, dass Medienkompetenz und digitale Kompetenz ist ein Familienlearning die ganze Zeit, weil da lernt ja jeder von jedem. Und das ist auch ein großes Geschenk an dem ganzen Thema.
Voll, absolut. Also ich finde, es sind zwei Geschenke, die da so drinstecken. Erstens einfach zu sehen, okay, es gibt nicht den richtigen und den falschen Standpunkt. Also das würde ich einfach gerne mit reingeben. Ja, weil also ich stehe immer wieder da und sage, ich bin verwirrt. Habe manchmal das Gefühl, ich will eigentlich gar nichts mehr drüber wissen, weil ich bin einfach nur verwirrt. Und es fällt mir, es gab noch kein Thema, bei dem es mir persönlich so schwergefallen ist, wirklich eine straighte Meinung zu entwickeln. Gleichzeitig feiere ich das total, weil gemeckerfrei sein eben ja auch bedeutet, leben und leben lassen, und jede Meinung darf da sein. Und Also das ist das eine wichtige Learning, eben zu sagen, wo bin ich denn vielleicht am Küchentisch auch noch bewertend und schimpfe über den, weil der sich so verhält, oder der andere, der sich so verhält, ja, anstatt einfach zu sagen, jeder macht es auf seine beste, nach seiner besten Option. Und gleichzeitig eben zu sagen, okay, wie können wir unsere Kinder dabei begleiten, dass sie Medienkompetenz entwickeln und dass sie auch die Fähigkeit zum kritischen Denken denken erlernen und dass sie in der Lage sind, verschiedene Informationsquellen auf sich wirken zu lassen und eine eigene Meinung sich daraus zu bilden.
Ja, das hast du sehr schön gesagt.
Ja, es hat Spaß gemacht. Ich hoffe dir auch.
Ja.
Und es regt dich an zum Nachdenken. Und ja, wir freuen uns auf nächste Woche.
Alles Liebe für dich.
Alles Liebe. Tschüss.
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