Wo beginnt Gewalt? - Podcast 032

Uli and Bernd Bott explore where violence in parenting begins, moving beyond physical punishment to verbal, emotional, and psychological harm. They name concrete examples to avoid: slaps, forced kisses, phone bans, speaking about the child in front of them. They offer alternatives like voluntary cooperation, clear communication, and choice.
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Hallo hier bei Gemeckerfrei, dem Eltern-Podcast für dein liebevolles, entspanntes und glückliches Familienleben. Setz dich mit uns an den Tisch, wir, Uli und Bernd Bott, heißen dich herzlich willkommen. Hallo, heute haben wir was ganz Besonderes für dich in der Podcast-Folge, und zwar haben haben wir den Mitschnitt, die Tonspur eines Livestreams aus unserer Community für dich zum Thema: Wo beginnt Gewalt? Was ist alles Gewalt? Und ich wünsche dir damit natürlich viel Freude. Nur dass du weißt, dass das jetzt eben für ein Live-Publikum war. Das wirst du an manchen Stellen merken, dass es sich ein bisschen anders anfühlt vielleicht als die normale Podcastfolge. Hab viel Freude damit, lass dich davon ergreifen, und alles Liebe.
Was uns einfach total wichtig ist, ist, dass wir dir wirklich unsere Hochachtung und unseren Respekt zollen wollen, dass ihr hier seid. Ja, wir wollen euch dafür feiern, und wir würden uns wünschen, dass du dich auch dafür feierst, dass du hier bist und dich auf dieses Thema einlässt.
Weil das ist nicht so angenehm. Angenehm, ja.
Schön. Also das haben wir ja auch schon geschrieben, dass als mir das bewusst wurde, für alle, die das noch nicht mitbekommen haben, ne, ich sollte, als ich noch Kita-Fortbildungen gegeben habe, sollte ich eine Fortbildung halten zum Thema Kindeswohlgefährdung. Und ich meine, es war ja so, dass ich Also ich habe bedürfnisorientiertes Arbeiten in der Kita unterrichtet, sozusagen. Ich habe Kitas dabei begleitet, frei und offen Kinder aus dem Herzen zu begleiten. Und für mich war vollkommen klar, also ich mache das gewaltfrei, also das ist ja überhaupt keine Frage. Ups. Und für mich waren viele Sachen total klar, dass das Gewalt ist. Also sowas wie, da greife ich jetzt quasi schon ein bisschen vor, aber so Sachen wie, dass man dem Kind nicht sagt: Gib der Oma mal ein Küsschen. Oder: Jetzt geh aber mal, jetzt ess mal, komm, den Brokkoli, den einen oder den Teller kannst du jetzt noch leer essen. So, also da war mir auch so: Der wird jetzt gegessen. Ja, genau. Aber selbst zu sagen, jetzt komm, den einen Brokkoli isst jetzt mal noch, da hätte ich auch schon gesagt, das grenzt schon an Gewalt. Also das war mir schon klar. Also ich will damit sagen, ich habe mich eigentlich in dem Moment als sehr liebevolle Mama empfunden und auch habe gedacht, boah, ich kann das, also Gewalt, da kann ich gut was dazu sagen. Kindeswohlgefährdung, da kann ich gut was dazu sagen, weil Das ist nicht mein Thema.
Ja.
Ups. Und dann habe ich da so eine Broschüre gekriegt. Das war so eine Darreichung von irgendeinem Kita-Dachverband. Und weil das eine Kita aus diesem Dachverband war, sollte ich halt diese Darreichung als Grundlage für die Fortbildung benutzen. Und da stand halt drin: Kindeswohlgefährdung beginnt in dem Moment, in dem du in Kauf nimmst, dass dein Verhalten in dem Kind negative Gefühle auslöst. Und er hat gesessen. Kindeswohlgefährdung beginnt in dem Moment, in dem du mit deinem Verhalten in Kauf nimmst, dass das in dem Kind negative Gefühle auslöst.
Also ja, nicht mal, das unterstellt ja noch nicht mal die Absicht. Also nur wenn du es in Kauf nimmst. Also nur wenn potenziell die Gefahr besteht.
Ja, also weil mit der Absicht, da sind wir ja relativ, also wir hier in der Gruppe, wir sind ja, also ich würde jetzt mal sagen, und da würde ich auch gerne noch mal kurz in den Chat reingucken können. Und wer hier ist dabei, der sagen würde, körperliche Gewalt ist keine absichtlich genutzte, wie sagt man, Technik, Methode, Erziehungsform.
Also zu sagen, benutzen wir mal das Wort Erziehung, auch wenn wir das gar nicht benutzen wollen, aber oder ist nichts, was du als Methode in der Begleitung von Kindern anwendest.
Also so der Klaps auf die Finger, das muss halt mal sein, oder mal der Klaps auf den Po, oder da muss das Kind halt mal eins mitkriegen, damit es kapiert, wo der Hase langläuft. Also da würde ich vermuten, dass die meisten, die jetzt sich die Zeit nehmen, hier zuzugucken, an der Stelle sagen: Ja, ist klar, das ist für uns außer Frage.
Also das ist ein No-Go. Gib uns mal kurzes Feedback dazu.
Du wolltest ja extra reingucken. Und wer würde sagen: Ja, das stimmt, das ist absolut für mich No-Go! Und wer sagt: Na, war es bisher noch nicht, ist auch okay! Dann bist du ja hier, um es anders machen zu wollen! Wir warten mal noch kurz—
definitiv No-Go, No-Go, No-Go!
Ja, ich glaube, und wenn nicht— also ich will ja auch keinen bloßstellen, um Gottes Willen, aber du entscheidest ja auch, was du da antwortest oder nicht, aber das— also da Da sind wir uns ja relativ schnell sehr einig. Aber diese vielen anderen Formen von Gewalt, einfach sich damit auseinanderzusetzen, das hat, wie gesagt, also uns hat es echt wehgetan. Uns hat es echt geschmerzt. Wie hast du letztens noch gesagt, als wir uns noch mal drüber unterhalten haben?
Ich habe so kurz gedacht, ich lass das jetzt mit dieser Familie und Kindern und so. Also nicht weil ich das nicht, sondern einfach nur weil ich mir gar nicht vorstellen konnte, diesem Anspruch gerecht zu werden. Oder das nicht mehr zu tun.
Ja, absolut. Also das war so, also ich habe wirklich, glaube ich, habe 2 Wochen mit Schweißausbrüchen geschlafen. Weil das so, weil mich das so umgetrieben hat. Und gleichzeitig habe ich aber gesagt, okay, ich will doch die Welt für Kinder schöner machen. Also auch wenn ich im Moment noch nicht im Ansatz eine Idee habe, wie das gehen könnte, hatte ich den Anspruch, den Wunsch und die Motivation, das hinzubekommen. Weil es nicht zu tun war, keine Option. Und du kannst ja immer noch sagen, solange du es nicht wusstest, hast du dein Bestes gegeben. Und dann war das eben, na, dann war das eben so, dass ich auch mal zu den Kindern gesagt habe, Ja, auch aus Hilflosigkeit oder so, dass ich so Sachen gesagt habe wie— muss ich gerade ein Beispiel überlegen— also ich zähle jetzt auf 3 und wenn bis dahin nicht die Schultasche aus dem Flur weggeräumt ist, dann aber blablabla. Wenn du den Fernseher oder den Laptop jetzt nicht ausmachst— Fernseher hatten ja keine— aber wenn du jetzt nicht den Laptop ausmachst und aufhörst, Film zu gucken, dann gibt's für 5 Tage kein Fernsehen mehr. Ja, so aus der absoluten Hilflosigkeit entstehen solche Dinge, ja, weil wir irgendwie mit, ne, weil das ist ja das, was du auch erlebst, garantiert, dass du mit lieb und nett nicht dahin kommst, dass die Kinder das tun, was du gerne hättest, dass sie tun. Und dann glauben wir, dann kommt so ein Troll in uns auf die Bühne, der gefüttert worden ist von unseren Eltern und Großeltern und der gesellschaftlichen Meinung darüber, wie man mit Kindern umgeht. Und dann kommt dieser Troll auf die Bühne und meint: Ja, jetzt muss man hart durchgreifen, jetzt muss man dem Kind zeigen, wo es lang geht. Und nein. Weil was dann passiert, und jetzt sage ich was, was super piekst, was dann passiert, ist, dass du auf der einen Seite sagst, du würdest dein Kind lieben, aber auf der anderen Seite nicht so handelst. Weil ganz ehrlich, jemanden, den du liebst, machst du doch nicht zur Schnecke. Du sagst doch jemanden, den du liebst, also du würdest jetzt, also Ich habe mal in einer Weiterbildung einen coolen Satz gelernt, der hieß, der ging so, dass wir oft zu unseren Kindern ekliger sind als zu unseren besten Freunden. Also wir würden mit unseren Freunden oder auch mit fremden Menschen nie so eklig sein wie zu unseren eigenen Kindern. Und deshalb feiern wir dich, dass du hier bist. Und dass du dich mit dem Thema konfrontierst und es aushältst und im besten Fall heute Abend die für dich kommittete Entscheidung triffst, dass du dich auf diesen Weg machst oder weitergehst, dass das einfach, dass du das lernst, wie das geht, weil das geht, ja, wir leben heute so, dass das nicht mehr passiert. Also wir sind jetzt das ganze Jahr, während wir jetzt mit unseren Kids hier unterwegs sind, da gibt es kein böses Wort zwischen uns nicht, zu den Kindern nicht, die bedanken sich im Quadrat die ganze Zeit und feiern und freuen sich und Ja, mal sind sie müde, klar, dann sind sie halt mal müde oder mal angestrengt, weil irgendwas nicht so funktioniert, wie sie das gerne hätten. Und wenn dann mal wieder die Wäsche im Zimmer nur auf dem Boden liegt, dann sagt halt einer von uns: Na ja, die sind halt 13 und 17. Und dann komme ich am nächsten Tag ins Zimmer und sage: Wie wäre das, könntet ihr hier mal aufräumen? Und sagen die zu mir: Was meinst du denn, sollen wir aufräumen? Dann sage ich: Na ja, also schau mal da, also wir machen das so, dass wir die Kleider, die wir schon mal an hatten, aber jetzt nicht die nicht anziehen wollen, die hängen wir halt trotzdem in den Schrank. Und dann komme ich 3 Minuten später ins Zimmer, und dann sind die halt dabei, ihre Klamotten in den Schrank zu räumen. Und jetzt bin ich vorher noch mal ins Zimmer gegangen, dann war der ganze Schreibtisch und so, war halt abgeräumt. Cool, danke, dass ihr das gemacht habt! Aber da habe ich weder gesagt: Können wir jetzt mal endlich aufräumen? Wie oft soll ich noch sagen, dass ihr aufräumt? Ich habe gesagt: Was haltet ihr davon? Wäre doch mal cool, hier würde jemand ein bisschen aufräumen.
Und das hat natürlich immer, und das funktioniert, also wenn ich das kurz dazu, das ist wichtig dazu zu erklären, es funktioniert nur deswegen, weil tatsächlich auch die Möglichkeit besteht zu sagen: Nein. Also für die Kids zu sagen: Nee, der Schreibtisch, den, das will ich so, dass der so bleibt. Ja, weil das ist das Entscheidende dran. An dieser, auch an dem, wie du es sagst, ist die Haltung dahinter, dass es, dass der Empfänger der Botschaft die Möglichkeit hat zu sagen A oder B.
Ja, vollkommene Freiwilligkeit. Und was braucht es dafür, dass ich halt entspannt damit bin? Oder jetzt wir. Also jetzt war es ja ich. Also dass du als Mama halt entspannt damit bist. Und wenn die Dinge halt nicht gemacht werden, dann werden sie halt nicht gemacht. Fertig. Ja, und das ist das, was ich aushalten darf als Mama, als Papa, dass ich sehr gut zu unterscheiden lerne, wo sind die Dinge, die ich, wo ich zwar Wünsche äußern kann, aber in die Verantwortung der Kinder übergebe, und wo sind die Dinge, wo ich die Verantwortung den Kindern nicht übertragen kann, weil sie vielleicht noch nicht alt genug dazu sind, weil sie es noch nicht können können. Und dann muss ich sie mit liebevoller Klarheit dahin begleiten, dass sie die Dinge freiwillig und gerne tun. Aber du kannst sie nicht, wenn du gewaltfrei begleiten willst, kannst du sie nicht zwingen, Dinge zu tun.
Nein, im schlimmsten Fall tust du sie halt.
Ja, eben.
Wenn du jetzt willst, dass der Schreibtisch abgeräumt ist, weil jetzt hier die Dame vom Housekeeping dann da mal drüberwischt, was halt ganz cool ist, ja, dann sagst du einfach: Passt auf, dann räume ich die, also jetzt bei uns ja nicht mehr, weil dann sagen wir, bevor du das jetzt alles aufräumst, dann finde ich ja nichts mehr. Aber bei kleineren Kindern wäre das keine Frage. Dann sagst du: Okay, ich räume das jetzt halt weg. Leg das alles in die Schublade und wenn die weg ist, könnt ihr wieder rausholen. Oder du machst es halt dann selbst als Eltern. Aber das gehört dazu. Das ist natürlich, diese Bereitschaft gehört dazu. Und ich habe noch einen für die Männer, die vielleicht zuschauen, auch wenn es nicht so viele sind, weil ich meine, wir wissen ja sowieso immer alles, wie es richtig geht. Das weiß ich schon. Das geht mir auch so. Und eben trotzdem das zu lernen, das ist Ja, das kann mal ein Schritt sein, der ein bisschen dauert. Aber das zu lernen, zu sagen, wenn ich so was sage, dann ist es die Entscheidung des anderen. Entweder er macht, ob er es macht, ob er es so macht, wie ich es vorgeschlagen habe etc. pp. Gilt gegenüber, gilt natürlich in der Partnerschaft genauso. Ist eine lustige Fliege immer wieder vorgekommen. Die sieht für euch viel größer aus als sie in Wahrheit ist. Aber genau, also das ist Aber es ist total schön, sich darauf einzulassen, weil es nämlich auch sehr entlastend ist, wenn man gar nicht der ist, der immer alles besser weiß.
Und wissen muss.
Und wissen muss, genau. Weil das ist ja eigentlich das.
Genau. Also, jetzt, danke, dass du dich einlässt. Danke, dass du es aushältst. Mega. Das Zweite haben wir ja schon gesagt, für die meisten von uns ist völlig klar, wo körperliche Gewalt anfängt.
Fängt aber schon, darf man auch noch mal. Das ist jetzt nicht nur eine Ohrfeige oder nicht auch nicht so auf die Finger. Auch schon, wenn du so eine Hand wegziehen würdest, also wenn du die Hand schüttelst.
Ja, oder wenn du dem Kind was wegnimmst.
Genau, dem Kind was wegnimmst, das Kind festhältst. Jetzt ja, im Straßenverkehr.
Darüber reden wir nicht.
Darüber reden wir nicht. Das ist ein Notfall. Aber jetzt so Ja, warum auch immer, das Kind festhältst, schiebst, schubst. Ja, alles was an sich zum Zähneputzen auf den Boden drückst, zum Beispiel.
Ja, genau, das sind die Dinge, wo es leicht passiert. Ja, das ist körperliche Gewalt. Und wir sind immer wieder, und da diskutieren wir miteinander und auch im Team immer wieder, weil natürlich, wenn du schon weißt, dass das für dich ein No-Go ist. Und eine hat es ja auch schon jetzt im Chat geschrieben, dass es ihr aber schon mal passiert ist oder so. Und wir diskutieren im Team da immer wieder auch drüber zu sagen, okay, das eine ist, wir wollen ja niemanden verurteilen dafür, dass er ist, wie er ist. Weil wenn wir jemanden kritisieren, dann sinkt der Selbstwert noch weiter, dann fühlt sich die Person noch schlechter, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es gewalt- oder gemeckerfrei mit seinen Kindern hinbekommt, noch geringer. Also ist da überhaupt nichts gewonnen, wenn wir sagen, also wenn dir mal die Hand ausrutscht, dann bist du eine schlechte Mama, ein schlechter Papa, und dann bist du meilenweit von Gemeckerfrei entfernt und kannst es nie werden. Das würde überhaupt nichts helfen. Gleichzeitig wollen wir aber natürlich auch nicht sagen, na ja, wenn es dir halt mal passiert, ist ja nicht so schlimm, wir sind ja alle nur Menschen, weil wir von Gemeckerfrei uns auch als Anwalt der Kinder verstehen. Zu sagen, okay, auch das eine Mal kann halt womöglich Spuren hinterlassen. Wir wissen es einfach nicht. Da einfach eine Balance zu finden, zu sagen, ja, ich verurteile niemanden dafür, dass es ihm passiert ist, weil wie ich ja auch gerade schon gesagt habe, weiß ich ja, wie sich das anfühlt, wenn man sich dann verurteilt, weil das ist ja genau das, was mir passiert ist, als ich diese vielen verschiedenen Formen von Gewalt kennengelernt habe. Ja, also verurteilen wir niemanden dafür, Und gleichzeitig sprechen wir aber auch niemandem Absolution zu.
Ja, genau.
Muss man vielleicht so sagen.
Ja, und es ist natürlich, es ist ja ein Riesenunterschied, ob ich sage: Verdammt, manchmal passiert mir das noch, dass ich verbal, emotional, körperlich, was auch immer, dazu kommen wir noch genauer dann, Gewalt ausübe. Ich bin aber auf dem Weg und will es nicht mehr. Wenn ich es erkenne, weiß ich dann schon, okay, in der Situation, das passiert mir nicht mehr. Und ich Ich mache weiter, ich lese, ich entwickle mich selbst weiter, ich trainiere, dass es mir nicht mehr passiert. Weil das ist das Entscheidende. Wir sind alle auf einem Weg. Als wir das dann da gesehen haben, haben wir auch vieles erst mal reflektiert, wie Uli ja gesagt hat. Und ich habe gesagt, weißt du was, ich halte mich einfach raus. Du schaffst das, aber ich nicht. Schmeiße ich hier mein Mikrofon durch die Gegend. Genau.
Aber Also das, was du sagen willst, ist quasi ein Riesenunterschied, ob du der Meinung bist, das gehört dazu, oder ob du sagst, ich weiß, das ist ein No-Go, aber es passiert mir mal. Und was ich davor ja noch gesagt habe, ist, selbst wenn du weißt, dass es No-Go ist und passiert dir mal, möchte ich einfach dich sensibilisieren auf der einen Seite, dass du dich nicht verurteilst, aber dass du auf der anderen Seite dir eben auch keine Absolution erteilst im Sinne von kann ja mal passieren. Passieren, weil wir eben nicht wissen, was es doch für eine Wirkung hat. Genau, so viel zu körperlicher Gewalt. Und dann haben wir ja gesagt, wir erzählen euch hier noch mehr über die verschiedenen Formen von Gewalt. Wo fängt es eigentlich an und so, ne? Und dann gibt es natürlich Gewalt, die einfach, wir haben das kurz schon vorher angesprochen, wenn du zum Beispiel eben dem Kind über den Kopf streichst obwohl das Kind es nicht will. Wenn du dem Kind einen Kuss gibst, obwohl das Kind es nicht will. Wenn du dem Kind, wenn das Kind die Oma küssen soll oder jemandem die Hand geben soll, wenn es das nicht will.
Wenn es noch total schüchtern ist und Danke sagen soll, bloß weil es ein Stück Fleisch, Fleischwurst, gibt es überhaupt noch? Ja, gibt es schon noch. Oder eine Semmel oder was auch immer geschenkt bekommt und es will halt nicht Danke sagen, weil es sich nicht traut, Und dann dazu zu zwingen oder zu überreden ist ja auch oft eine Art Zwang.
Genau, das ist ja dann schon wieder verbale Gewalt. Und weil wir ja, das ist so, man kommt da so leicht von einem ins andere. Und bei diesem noch ein bisschen Körperlicheren, da sind auch so Sachen wie, und das war für mich zum Beispiel total schwer auszuhalten, Haare, den Kindern die Haare zu kämmen, wenn die Kinder nicht wollen. Und unsere Tochter ist wie oft mit zerzausten Haaren in der Kita aufgeschlagen. Also die war echt, keine Ahnung, was die über uns gedacht haben. Interessiert mich auch nicht mehr. Aber also wenn die Anja, wenn ich die nachmittags geschminkt habe als Fee mit so, mit dieser wasserfarbenen Kinderschminke, kennt ihr ja alle wahrscheinlich. Und dann habe ich die nachmittags als Fee geschminkt und dann wollte die das abends nicht abwaschen. Dann ist sie damit halt ins Bett gegangen. Und dann war es halt morgens noch so ein bisschen da. Und dann ist sie damit halt auch wieder in die Kita gegangen, wenn sie es nicht abwaschen wollte. Das ist jetzt zum Beispiel, da ist so ein Punkt, wo du halt sagst, da kannst du halt fühlen, wo sind Grenzen. Wäre das jetzt so ein Essensrest im Mund gewesen, dann hätte ich halt, dann wäre ich gefordert gewesen, sie davon zu überzeugen, dass sie sich den Mund jetzt wäscht. Aber ich meine, bei der, ob sie die Schminke jetzt nur von morgens bis abends oder von abends bis morgens oder wie, ja, im schlimmsten Fall, weil irgendwelche Bio-Öko-Wasserfarben-Schminke.
Kannst du einen Zettel mitgeben in die Kita.
Genau.
Also in dem Fall, wenn du sagst, du würdest es gerne erklären, würdest sagen, sie will halt, weil das Kind merkt ja nicht, also für das Kind ist sie immer noch als Fee geschminkt. Dann ist es ja, so könntest du das argumentieren, weil wir ja oft Das ist ja so, zu Hause würdest du sagen: Ja mein Gott, dann läuft sie jetzt halt noch einen Tag mit einem verschmiert bunten Gesicht rum. Ist ja total cool. Und dann kommt ja so dieses: Wie wirke ich da? Und was denken die? Und so.
Ja, und was halt auch so krass ist, finde ich, dass uns oft, und da entsteht halt ganz viel Gewalt, dass uns oft die Meinung der anderen wichtiger ist als das Wohlbefinden unserer Kinder.
Und das passiert dir so unbewusst. Deswegen sagen wir es dir jetzt. Weil du dann eigentlich sagen kannst: Ja stimmt, da gebe ich einen Zettel mit in die Kita. Sag: Anja wollte die Schminke nicht abwaschen.
Ja, und beim Haarekämmen sind wir natürlich dann schon irgendwann an dem Punkt zu sagen: Okay, wie finden wir jetzt einen Weg, dass wir mal die Haare kämmen? Weil sonst sind sie halt total verfilzt.
Und dann ist es halt ganz anders.
Aber da halt eben da eben rauszufinden, wo sind die Grenzen. Und was halt nicht geht, ist zu sagen: Und ich kämm dir jetzt die Haare, weil das muss jetzt sein. Das wäre Gewalt. Dann musst du halt einen anderen Weg finden, wie das spielerisch funktionieren kann. Und da ist halt schnell abzuwägen, was sind die Dinge, die sind nur dir wichtig, aber fürs Kind eigentlich nicht relevant? Und wo sind die Dinge, die sind auch fürs Kind relevant oder vielleicht sogar gefährdend? Und da musst du natürlich eingreifen. Also Da schenken wir dir noch eine unserer Lieblingsfragen: Was könnte schlimmstenfalls passieren? Und wenn du dich fragst, wenn du dem Kind das jetzt ermöglichst, was könnte schlimmstenfalls passieren? Die Erzieherin sagt: Was weiß ich? Dann fragst du dich: Ist da was dabei, was körperlich gefährlich wird? Könnte das Kind verletzt werden? Könnten andere sich verletzen? Dann, wenn du die Fragen— und da könnten Dinge mutwillig beschädigt werden— wenn du eine dieser drei Fragen mit ja beantwortest, dann musst du einen anderen Weg suchen. Und wenn du bei allen Sachen sagst, nee, eigentlich ist da nichts Schlimmes, was passieren könnte, dann wünsche ich dir den Mut, dass du dich traust, Nein zu anderen und zu gesellschaftlichen Konventionen zu sagen und dabei Ja zu deinem Kind zu Und es werden deine Kinder dir, also abgesehen davon, dass es natürlich extrem positiv für ihre Entwicklung ist, sie werden es dir später sogar einfach nur positiv feedbacken und sagen: Boah, das war ja total großartig! Dass ich das durfte.
Dass ich das durfte. Weil das stärkt ihren Selbstwert extrem. Weil du damit auch Selbstbewusstsein zeigst. Also so im Sinne auch von Stärke zu sagen: Okay, mein Kind geht halt auch mal im Schlafanzug in die Kita. Weil es das will.
Oder in die Schule.
Oder in die Schule.
Oder wie auch immer. Also, du hast gerade gesagt, das stärkt das Selbstbewusstsein. Und gleichzeitig, was auch drin steckt, ist, dass du Macht abgibst. An deine Kinder, dass du aufhörst zu glauben, dass du, nur weil du die größere Person mit der Stärke oder mit der höheren Lebenserfahrung bist, dass du es deshalb besser wüsstest. Also diese, aber wir waren jetzt Formen von Gewalt, ich wiederhole es noch mal, all diese körperlichen Dinge, zum Kuss überreden, auch zum Beispiel, wenn ihr so ein Kitzelspiel spielt und das Kind schreit schon dreimal: Hör auf, hör auf, hör auf, hör auf!
Total wichtig. Die körperlichen Grenzen, also die ausgesprochenen, einfach auch dann wirklich sofort akzeptiert werden. Lieber ein bisschen zu früh.
Ja, und dann kann das Kind ja sagen: Mach doch lieber weiter. Und dann sagst du: Ja, was jetzt? Willst du, soll ich weitermachen oder soll ich aufhören? Was hättest du denn jetzt gerne? Dann sagst du: Weitermachen.
Ins Kommunikationstraining. Weil das Kind auch lernt, dass okay, wenn ich Nein sage, ist es vorbei. Okay, dann sage ich halt nicht mehr Nein. Dann sage ich halt dann Nein, wenn es halt wirklich so weit ist. Weil klar, das kennt man schon bei so einem Spiel, das Kind schreit natürlich sofort Nein und dann hörst du auf. Und dann: Weitermachen, weitermachen. Das ist ja keine Frage. Nur wir sagen sogar, es ist total wichtig, dass du bei dem Nein stoppst.
Ja, genau. Lieber deshalb, also vereinbaren ja viele irgend so ein Codewort, so ein Stopp-Codewort, damit man nein, nein, nein weiter brüllen kann, weil es so kitzelt. Aber dann heißt halt zum Beispiel Stopp, wenn sie Stopp rufen, dann ist halt wirklich die Grenze erreicht. Und dann können wir aber schon weitermachen zu sagen, okay, wo respektierst du eigentlich das Nein deiner Kinder und wo respektierst du es nicht? Und wenn wir jetzt zum Beispiel über Essen Essen nachdenken und das Kind sagt: Nein, ich will den Brokkoli nicht probieren. Nein, ich will keine Gurke. Nein, ich will auch keine Möhre. Und nein, ich will dies nicht und das nicht. Ich habe mich total entspannt bei diesem Thema, als ich mir bewusst gemacht habe, wie viel mehr Jahre das Kind auf diesem Planeten leben wird, wo ich nicht verantwortlich bin, was es isst. Und ich hatte mal eine Freundin und deren Schwester hat sich ihre komplette Kindheit mit Haferflocken und Kaba, von Haferflocken und Kaba, lecker, aber wirklich, die war viele Jahre jünger als meine Freundin und die Freundin hat es sehr bewusst mitgekriegt und wir hatten Kinder im gleichen Alter und haben uns da öfter drüber unterhalten und die hat wirklich jahrelang nur Haferflocken und Kaba zu sich genommen. Und die war dann auch ganz erwachsen und gesund und alles gut. Und das einfach zu sagen: Okay, klar, ich kann mit dem Kind sprechen. Wir haben zum Beispiel irgendwann dann gesagt, also du musst, weil der Johannes zum Beispiel, der fand sehr lange Zeit gekochtes Gemüse einfach schleimig. Und dann haben wir halt gesagt: Okay, was für Gemüse würdest du denn essen? Und dann sind wir mit dem an den Kühlschrank gegangen und dann hat er sich Rohkost was ausgesucht. Das haben wir aufgeschnitten und das hat er dann gerne gegessen. Aber ein Nein ist ein Nein. Egal ob das die Oma ist, die das Kind auf den Schoß nehmen will und das Kind will nicht. Ob das das Essen ist, ob das was auch immer ist.
Ja, und dann immer wenn du halt dann, sieh jetzt wie das Beispiel mit dem Gemüse, immer wenn so was halt passiert, dann darfst du halt kreativ werden. Und häufig Du musst das nicht in der Situation, wenn das Kind montags sagt, ich mag kein Gemüse und es isst halt nicht und dann isst es halt nur die Nudeln oder das Brot oder die Haferflocken oder whatever. Das kannst du Montag, Dienstag, Mittwoch machen. Daran ist noch kein Kind gestorben. Das ging die ganze Kindheit gut mit den Haferflocken und dem Kaba. Und bis Donnerstag hast du vielleicht schon ein paar Ideen und dann probierst du die halt aus. Nicht alle auf einmal. Und du musst auch nicht gleich irgendwelche Gesichter legen mit Gemüse oder sowas, weil es geht manchmal ganz easy. Und dann isst das Kind halt mal 2 Wochen lang Gurken, weil es die halt gerade so gerne mag.
Ja, und was auch so wichtig ist, du darfst auch immer wieder fragen. Wir haben jetzt hier neulich ein Kind erlebt, da ist die Mama hinter dem Kind: Ja, aber gestern, aber du hast doch gesagt, du magst Brokkoli. Und wir so: Na ja, aber nur gestern. Heute halt nicht mehr.
Heute halt Kräuter, kein Brokkoli.
Und das kennen wir doch von uns auch. Und was, wenn das total wichtig ist, dass die Kinder dieses Gefühl behalten dürfen, was ihnen gerade gut tut. Also Nein akzeptieren. Dann, was auch natürlich Formen von Gewalt sind, aber das ist dir wahrscheinlich auch vollkommen klar, ist Hausarrest, Dinge wegnehmen, Handyverbot.
Ja, aber das ist zum Beispiel schon total wichtig. Also Handyverbot, das ist ja auch wie eine Art Hausarrest. Also wir haben das ja dann erlebt. Ich weiß auch, dann waren so von unseren Kindern Freunde, dann durften die das Handy nicht haben. Die konnten sich ja nicht mal mehr verabreden.
Die konnten ja nicht mal mehr sagen: Du, ich habe jetzt mein Handy eine Woche lang nicht.
Die waren einfach verschwunden. Festnetznummern gab es in den Köpfen der Kinder schon gar nicht mehr. Die hatten die nicht. Wenn du das dann als Eltern erfunden hast, gab es keine Connection.
Aus die Maus. Manchmal nach so 2 Wochen oder 4 Wochen, je nachdem wie lange es gedauert hat, ist der dann wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Ich bin müde. Also Handyverbot, Hausarrest, Laptop wegnehmen. Jetzt auch so für die pubertierenden Eltern von pubertierenden Kindern. Also ist auch eine Form von Gewalt. Kontrollieren. Also es ist natürlich, musst du in gewisser Form auch kontrollieren. Jetzt was? Oder darfst du schon ein bisschen im Blick haben, was die Kiddies so alles im Internet tun? Aber im Detail kontrollieren ist auch eine Form von Gewalt.
Also jetzt Messenger? Unterhaltungen ständig mitlesen oder so. Ja, da ist es wie beim Straßenverkehr mit einem Kleinkind. Natürlich halte ich das fest, wenn es irgendwie auf die Autobahn rennen will oder auf eine vielbefahrene Straße. Natürlich gehe ich da, weil der größere Schaden ist ja, was könnte schlimmstenfalls passieren? Es kann überfahren werden. Also halte ich es halt fest. Selbst wenn es nicht mein Kind ist, halte ich ein dreijähriges Kind, das wie wild auf der Straße rennt, einfach fest. Bei einem Kind, wo du merkst, da läuft irgendwas, da ist irgendwas schief. Ja, da kann es schon sein, dass du sagen musst, okay, Jetzt muss ich dem sagen, er muss mir das mal entsperren. Ich muss da mal reinschauen, was geht da ab?
Wenn sich das Kind verändert, wenn Gefahr besteht.
Aber einfach so geht halt nicht.
Jetzt kommen wir zu einer Form von Gewalt, die wird euch auch nicht schmecken. Weil jede Form von Belohnungen und Bestrafungen stellen auch eine Form von Gewalt dar. Ich sage das jetzt Bestrafungen, weil ja oft Handy wegnehmen oder so was ist ja oft eine Form von Strafe. Immer wenn du strafst, aber auch wenn du belohnst, stellt es eine Form von Gewalt dar, weil du entscheidest, was richtig ist.
Und damit deine Macht ausspielst. Und Macht und Gewalt sind halt Hand in Hand. Best Buddies.
Und das mit den Belohnungen ist für viele Eltern echt eine harte Nuss. Bestrafungen und Konsequenzen, also auch Konsequenzen sind Strafen, nur dass wir das mal ganz klar definiert haben. Weil die meisten Konsequenzen, die wir, ich habe das mal gelernt, ich habe mal so Elterntrainer-Weiterbildungen gemacht, da hieß es dann, nee, nee, man darf die Kinder nicht bestrafen, man muss logische Konsequenzen aussprechen.
Aber die erfindet man ja auch.
Und der Einzige, der das logisch fand, war derjenige, der es sich ausgedacht hat. Für die Kinder war es komplett irrelevant. Also völlig aus der Luft gegriffen. Ich habe zu lange Fernsehen geguckt, jetzt ist der Fernseher eine Woche aus.
Hä?
Was ist jetzt die Logik?
Ist ja auch nicht bloß, wenn du dir den Zeh am Bettpfosten andrängst, kommt ja auch nicht der Bettpfosten weg. Vor allem, du schläfst dann im schiefen Bett.
Das, also da muss man einfach mal ganz klar sagen, Belohnungen und Bestrafungen kommen aus derselben Tüte sozusagen. Und das sind beides Formen von Gewalt. Dann sind so Sachen, wenn du die Kinder für deine eigenen Gefühle verantwortlich machst, das ist auch eine Form von Gewalt.
Also ich kann mich da an so einen Spruch erinnern, immer wieder mal morgens: Oh, ich habe so schlecht geschlafen. Also von meiner Mutter habe ich das gehört. Ich habe so schlecht geschlafen. Du schreibst doch heute Latein. Heute schreibe ich garantiert wieder eine 5. Das war klar. Das konnte man bestimmen. Hat auch keiner mehr eine Wette darauf abgeschlossen. Aber so, das ist zum Beispiel.
Ja, und dann hat sie gesagt, das muss man jetzt noch dazu erzählen, weil das hast du gerade noch offen gelassen eigentlich. Sie hat ja schlecht geschlafen, weil sie sich so Sorgen um dich gemacht hat, dass du in Latein irgendwie verkackst.
Genau, deswegen mein Leben, seht ihr, was da draus wird.
Ja, however, also da, aber, oder auch irgendwie, das macht die Mama traurig, wenn du jetzt die Legosteine nicht wegräumst. Ich habe es gemacht, dass ich gesagt habe, boah, ich finde es echt total respektlos, wenn ihr immer die Wäsche nicht aus den Schüsseln räumt. Wollte ich nie. Ist mir zweimal passiert.
Furchtbar. Ja, total doof.
Ja, also die Kinder für die eigenen Gefühle verantwortlich zu machen, das ist ungefähr so, wie wenn du— Es ist Erpressung.
Es ist einfach Erpressung.
Ja, und es ist einfach auch total abstrus, weil ich meine, du entscheidest, wie du dich fühlst. Da hat kein anderer was damit zu tun.
Ja, eben. Noch dazu keine Wäsche.
Und keine Kinder. Die Kinder sowieso nicht. Aber da sind wir schon beim nächsten Punkt. Erpressen ist natürlich auch: Wenn du das jetzt nicht machst, dann passiert das und das. Ist natürlich auch eine Form von Gewalt. Lächerlich machen. Oh ja, das machen oft Väter. Lächerlich machen. Naja, weißt du, fällt dir was ein? Also auch bei Sportsachen machen die. Also bei Fußball oder so. Weil jetzt stell dich doch nicht so an! Was bist denn du für eine Kröte?
Das ist ja kein lächerlich machen. Aber was wäre denn—
ich habe gerade an Fußballplatz gedacht, was man da alles hört. Das ist ja auch alles Gewalt. Aber lächerlich machen: Da bist du ja eh noch nicht stark genug dafür. Das kriegst du ja eh nicht hin. Solche Sachen.
Oder auch Gerade das ist auch total gefährlich. Ironie.
Ja, genau.
Also, es gibt ja Menschen, die sagen, kein Mensch versteht in Wahrheit Ironie, weil das Unterbewusstsein keine Ironie versteht.
Ich verstehe sie auch nicht.
Das ist jetzt nicht mein Thema hier. Aber Kinder verstehen keine Ironie. Erst recht nicht von den Eltern. Also, da wirklich einfach nicht machen.
Witze ja, aber keine Ironie.
Ja, mach keine Witze über deine Kinder. Mach das einfach nicht. Mach die halt über dich lächerlich.
Lächerlich machen. Ja, genau. Das hast du dann immer gemacht. Das ist großartig.
Das ist großartig, weil dann nimmst du dich auch von dem hohen— du bist ja sowieso, das ist ja die Schwierigkeit, ist ja, dass du eh in der Machtposition bist. Das wäre wieder anders.
Ich komme immer wieder an.
Du bist ja per se in der Machtposition. Und die Kinder sehen dich ja sogar darin. Logischerweise mich so auch nicht. Und dann ist es halt total heilsam, wenn du dich halt über dich selber lustig machst, aber nicht über die Kinder.
Genau. Was auch eine Form von Gewalt ist, ist im Beisein der Kinder über die Kinder zu sprechen. Mit der Freundin beim Kaffee, die Kinder spielen im Wohnzimmer und selbst wenn es eineinhalbjährige sind. Ja, gerade die. Bei uns galt die Faustregel: Es wird im Beisein der Kinder nicht über Kinder gesprochen. Never ever. Nächste Form von Gewalt ist, die Meinung des Kindes immer wieder wegzuargumentieren. Also das Kind sagt, ich habe keine Lust. Wenn jetzt der Johannes geht hier Tennis spielen, der Jakob hat da keine Lust drauf. Wenn der Jakob jetzt sagen würde, ich sag zum Jakob, hast du Lust, Tennis zu spielen? Er so, nee, ich glaube, ich habe keine Lust. Und wenn ich dann sage, ja, aber wieso hast du denn keine Lust darauf? Ja, keine Ahnung, ich habe halt keine Lust. Ich sage, ja, aber wie wäre es denn, wenn du mal, also Das ist jetzt nur gespielt.
Aber du findest es doch total toll. Wie wär's denn, wenn du einfach mal hingehst?
Und es einfach mal ausprobierst. Ja, ich will nicht. Ja, aber komm jetzt, stell dich doch nicht so an. Einmal kannst du es doch wenigstens ausprobieren. Eigentlich weißt du doch auch erst hinterher, ob du es magst oder nicht.
Ja, wenn du das lange genug machen würdest, würde sogar der Jakob im Sitzen wahrscheinlich irgendwann mal dahin.
Dann gehe ich da halt jetzt mal hin.
Einfach nur vielleicht, um seine Ruhe zu haben.
Das ist aber vollkommen egal, weil in dem Moment ist es einfach auch schon wieder Genau, und wenn das Kind zum Beispiel sagt, es will nicht zur Oma, oder es will mit einem Freund nicht mehr spielen, oder es will nicht auf den Geburtstag, oder es will irgendwas anderes nicht tun, dann darfst du dich darin trainieren, die Meinung des Kindes zu respektieren. Und selbst wenn es so wäre, dass du sagst, ja, ich weiß, das Kind hat jetzt Schiss, und wenn es dann dort ist, findet es total toll, und Immer wenn ich es bisher überredet habe, war es anschließend für das Kind auch toll. Schwierig.
Da ist halt wichtig, ist halt immer die Frage, wie viel Zeit noch ist. Weil dann kannst du noch mal in ein vorsichtiges Gespräch gehen. Und da ist halt wichtig, dieses Gespräch ist nur dann gewaltfrei, wenn du wieder in der totalen Offenheit bist. Wie das Ergebnis ist. Und das habe ich dann eine Zeit lang immer das erste Mal so gedacht habe, okay, ich muss jetzt erst mal, muss mir klar sein, wenn es also nicht hingehen will, dann rufe ich halt an und sag XY kommt nicht zum Kindergeburtstag, weil er nicht möchte. Ich weiß nicht warum oder was auch immer. Wir Erwachsenen wollen ja immer gegenüber dem anderen auch irgendwas begründen. Da fällt einem dann schon was ein. Nur einfach so zu sagen, okay, diese Freiheit muss ich erstmal haben. Das muss ich mir selber erstmal überlegen, dass ich erstmal so weit bin, und dann kann ich mit dem Kind noch mal sprechen.
Und wenn du für dich, das ist das, was wir wiederum auch erlebt haben, wenn du für dich in diese Gelassenheit und in das Vertrauen gehst, dann sind die Kinder eigentlich relativ, also dann passiert es ganz häufig, dass das dann rauskommt, dass es eigentlich nur eine Angst vor irgendwas ist und dass das Kind sich dann doch traut. Und es doch macht. Aber da ist einfach wichtig, darfst einfach verstehen, dass das Wichtigste ist immer die Beziehung zwischen dir und dem Kind. Und das Vertrauen, das ist das Fundament. Also das Vertrauen des Kindes in dich ist das Fundament eurer Beziehung. Und das würde ich einfach nicht aufs Spiel setzen wollen.
Und ich will zudem, das ist mir jetzt gerade so wichtig, das noch mal zu sagen, wenn Wenn so was ist, wo du sagst, ja, danach geht es dem Kind immer gut. Ich musste mal Handball spielen als Kind und weil einfach, da wurde eine Handballmannschaft gegründet und mein Vater war noch Ehrenvorsitzender vom Sportverein und es wollte eigentlich niemand Handball spielen, weil alle Fußball spielen wollten. Aber gut, ich musste halt da auch mitspielen und das war halt, also ich war halt kein Mannschaftssportler. Das ist auch heute noch nicht, das kannst du halt vergessen. Das ist halt nicht mein Ding. Ist ja auch egal. So, und das hat mich halt total genervt, weil alle waren schneller, alle waren besser. Ich bin auch noch blöd Geburtstag, sodass ich vom Jahrgang da immer blöd reingefallen bin. War immer einer von den Kleinsten, den Angst hatten. Und es war einfach total scheiße. Die Trainerin war echt krass. Also heute würde ich sagen, die war sadistisch. Das war echt übel. Und ich wollte halt nie hingehen. Und dann haben mich meine Eltern immer: Ja doch, komm, da gehst du hin, weil danach geht es dir immer gut. Klar ging es mir danach gut. Da waren diese Scheiß eineinhalb Stunden rum und ich wusste, es ist erst wieder in einer Woche Natürlich ging es mir danach blendend. Ich hatte es überlebt. Aber daraus kam nur die Argumentation: Ja, nach dem Training geht es dir immer gut. Deswegen, das ist kein Indikator an der Stelle.
Genau, und dann sind wir damit eigentlich auch schon am Ende. Also kommt die letzte Form von Gewalt sozusagen. Das ist verbale Gewalt. Das ist eben alles, weshalb, was unter gemeckerfrei fällt. Warum wir Nicht wie der Bernd letztens auch schon irgendwo gesagt oder geschrieben hat, warum gemeckerfrei gemeckerfrei heißt und nicht schimpffrei heißt. Weil es geht eben um diese ganzen inneren und äußeren Stimmen, mit denen wir meckern, anschreien, belohnen, bestrafen, hatten wir schon, schimpfen, beleidigen. Also all das, was wir halt mit Sprache tun, wenn wir in Kauf nehmen, dass das, was wir da reden, in dem anderen negative Gefühle auslöst. Wenn wir auf 3 zählen, wenn wir Wenn-dann-Sätze benutzen, wenn wir die Stimme erheben, wenn wir das Kind einschüchtern. Das ist auch verbale Gewalt. Und das fängt halt, und das ist das, was uns bei Gemeckerfrei so wichtig ist, das fängt halt an, also wenn du das deinem Kind gegenüber auch laut machst, dann ist davor, das ist nur deine innere Stimme auf Außenlautsprecher. Davor ist diese Mecker-Motz-Stimme, dieser innere Kritiker, der ist in dir und der macht dir selber die ganze Zeit, mehr oder weniger die ganze Zeit, bewusst oder unbewusst, halt das Leben zur Hölle. Und das, was wir bei Gemeckerfrei, was für uns der wichtigste Indikator ist, ist das gute Gefühl. Weil anhand dessen, wie du dich fühlst, kannst du erkennen, ob du gerade quasi deinem Lebenssinn folgst merkst, ob du gerade auf deiner Spur durchs Leben unterwegs bist oder eben nicht. Wenn du dich gut fühlst, bist du auf deiner Spur durchs Leben unterwegs. Wenn du dich schlecht fühlst, hast du den Rückwärtsgang eingelegt und fährst in die entgegengesetzte Richtung. Und das, in unserer, also aus unserer heutigen Sicht, ist das Wichtigste, was wir unseren Kindern mitgeben können, neben bedingungsloser Liebe, dass sie diesen Indikator für ihr Leben behalten. Dass sie für sich erkennen können, wenn ich mich so oder so fühle, also wenn ich mich positiv fühle, dann bin ich auf einem guten Weg, let's go. Wenn ich mich schlecht fühle, dann mache ich gerade irgendwas, was mir nicht entspricht, was mir nicht gut tut, was sich verändern sollte. Und diesen Indikator, den trainieren wir im Women's Circle, im VIP, in unseren Coaching-Programmen wochenlang mit den Menschen, weil sie verlernt haben. Und wenn man alles aus der Neurobiologie, aus der Lernforschung zusammenfasst, dann ist einfach völlig klar, dass Lernen und Weiterentwicklung nur funktioniert, wenn Menschen sich gut fühlen, wenn sie begeistert sind, weil nur dann die entsprechenden Botenstoffe, Hormone und so weiter im Gehirn ausgeschüttet werden, die machen, dass du dir was merken kannst. Und deshalb ist es einfach das Wesentlichste, Argument oder der wesentlichste Aspekt ist, darauf zu achten, dass deine Kinder und du, dass ihr euch gut fühlt, dass ihr euren Alltag so gestaltet, dass es euch gut geht, dass du diesen inneren Motzer, diesen inneren Kritiker halt in— wir sagen immer, dass du den inneren Kritiker zum inneren Cheerleader machst, ja. Und da halt auf die Reise gehst oder weitergehst. Und klar, der kommt auch bei uns immer wieder vorbei, aber wir wissen halt mittlerweile, wie wir damit umgehen. Und wir machen dann nicht andere dafür verantwortlich oder lassen es nicht an anderen aus, weil das ist das, was ja sonst oft und oft und oft passiert. Mein Approach heute an euch, an dich, wäre einfach Triff eine Entscheidung, ja. Nimm den heutigen Tag, ich glaube, wir haben den 4. Mai, streich dir den rot im Kalender an als der Tag, an dem du entschieden hast, dass du lernen wirst, gewalt- und gemeckerfrei zu sein. Und das ist, dass du dich auf den Weg machst und jeden Tag 1% mehr das sein wirst. Und ob du das in unserer Academy startest, mit einer Toolbox startest, ins Family Love Coaching kommst, in den Women Circle, ins VIP, whatever. Nur mitlesen und Zaungast sein wird dich da nicht hinbringen, sondern einfach— und das ist auch eine Form von Klarheit, weil viele Menschen Du kommst ja auch nicht auf die Idee zu sagen: Wenn ich beim Marathon zugucke, werde ich sportlich. Sondern dann einfach zu sagen: Ich fange halt an. Und wenn du dich gerade sehr unsportlich fühlst, machst du es halt in sehr kleinen Schritten. Ist ja voll okay. Aber ich gehe halt den Weg. Genau. Und dann habe ich noch ein abschließendes. Zitat eigentlich, oder das kam mir vorher so, wo ich gerne noch kurz drüber sprechen würde. Also, bald du verstehst, dass du jeden Aspekt deines Lebens nach deinen Idealen gestalten kannst, verschwindet jeder, jede Form von Gewalt von selbst.
Vielen Dank fürs Zuhören, und wenn du weitergehen willst, findest du in den Shownotes einen Link zum Family Love Coaching, das startet bald, oder auf unserer Webseite gemeckerfrei.de findest du alles, wie du mit uns arbeiten kannst. Und falls du auch mal so ein Live dann live miterleben willst und noch nicht in unserer Gruppe bist, dann komm in die Gemeckerfrei-Community, findest du bei Facebook einfach über den Link gemeckerfrei.de/gruppe, oder du gehst einfach bei Facebook auf die Suche, suchst nach Gemeckerfrei, da findest du uns auch direkt. In diesem Sinne, alles Liebe für dich und bis nächste Woche.
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