Zuckerschock oder Genuss Kinder & Süßigkeiten - Podcast 174

Uli Bott and Bernd from Gemeckerfrei discuss sugar in family life, explaining how it hides in over 600 ingredient names and why Germans consume about 40 kg per year. They offer practical tips like stretching muesli and making yogurt at home, and debate whether strict daily limits or occasional "candy days" work better for teaching kids awareness around sweets.
Chapters
In dem Moment, wo ich es selber ausprobiere, ohne dass mich jemand gut dabei begleitet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich süchtig werde, zu groß.
Wenn du einmal dran lutscht, dann denkst du: Uah, das ist zu süß! Und das ist ja nur eine Gewohnheitssache.
Also wenn du den Süßgeier hast und dir den verbietest, werden es deine Kinder für dich ausleben. Hallo und herzlich willkommen hier beim Gemeckerfrei-Podcast, dem Podcast für liebevolle Beziehungen in der Familie, als Paar und mit dir selbst.
Vielen Dank, dass du hier zuhörst und zuschaust.
Schön, dass du da bist. Wir freuen uns voll.
Ja, wir sind Uli und Bernd, wir sind die Gründer von Gemeckerfrei. Wir sind Eltern von 4 Kindern und Großeltern von einem Enkel.
Genau, wir haben schon mehrere Spiegel-Bestseller geschrieben und begleiten seit seit vielen Jahren Eltern dabei, ihren liebevollen, gemeckerfreien Familienalltag zu erschaffen, und freuen uns total, dass schon viele, viele, viele tausend Eltern mit unserer Unterstützung einfach ein leichteres, schöneres Familienleben erschaffen konnten. Und freuen uns, wenn du uns hier zuhörst und dir das mit unserer Unterstützung eben auch besser gelingt, weil ich glaube, wir müssen einfach ganz, ganz, ganz viel viele werden, für die das total normal ist, dass Elternsein bedeutet, Beziehung zu leben, und dass Beziehung leben zwar mit unterschiedlichen Meinungen, aber nicht mit lautstarken Konflikten einhergehen muss. Und ja, lasst uns das zusammen in die Welt tragen.
Und heute, heute geht's um den Zuckerschock. Genau, also Zuckerschock oder Genuss, ne, Kinder und Süßigkeiten.
Ja, genau.
Und ja, dem Thema wollen wir uns heute mal annehmen, weil das ja, wie wir von unseren Teilnehmern wissen und wie du vielleicht auch von dir zu Hause weißt, bei den allermeisten einfach immer wieder hochkommt. Wie viel Süßigkeiten sollen die Kinder essen?
Wie geht das? Wie reguliert man das gut? Wie setzt man, muss man Grenzen setzen? Was muss man für Grenzen setzen? Ja, genau. Und wir wollen einfach mal auf dieses Thema gucken. Wir wollen erst mal ein bisschen drauf gucken, was steckt eigentlich dahinter? Von wegen Zuckerschock. Also wie ungesund, gesund ist Zucker denn tatsächlich? Weil es gab ja Zeiten, haben wir uns letztens erst drüber unterhalten, so in den 1960er Jahren, wo man eben zum Beispiel auch gesagt hat, so ein Bier, mittags ist voll gesund oder ein Glas Wein. Und genauso gab es Zeiten, da hat man den Kindern ja, also ich bin noch aufgewachsen mit Zuckerwasser, ich habe noch Zuckerwasser zu trinken gekriegt, damit ich noch länger still bleibe morgens.
Ja, oder, oder der Traubenzucker ist ja auch so was, was ich, der Kakao in der Früh, der gesüßte, oder halt auch der Traubenzucker für in der Schule, wenn du mal Konzentrationsdurchhänger hast.
Also Da gibt es, gibt es und gab es und oder gab es und gibt es immer noch, so kann man vielleicht sagen, auch viele Mythen rund um das Thema Zucker. Und da wollen wir einfach ein bisschen drüber sprechen und dann eben dir was an die Hand geben, wie du eigentlich den Alltag so gestalten kannst, dass deine Kinder maßvollen Umgang mit diesem Genussmittel erlernen. Und wenn du uns schon ein bisschen länger kennst, Spoiler, geht es nicht darum, eine feste Regel einzuführen, wie viel Stücke Zucker oder wie viel Stücke Schokolade oder wie viel Gummibärchen es jeden Tag gibt, sondern da muss es einen besseren Weg geben und den teilen wir mit dir.
Hallo, ganz kurz zwischenrein. Wir haben festgestellt, bei diesem Podcast sind die meisten unserer Zuhörer und Zuseher, ganz genau gesagt sind es 74% der Zuschauer und Zuhörer sind nicht Abonnenten unseres Kanals oder des Podcasts. Und deswegen will ich dich jetzt bitten, wir würden diese Zahl gern auf unter 50% senken und dafür brauchen wir deine Hilfe. Also geh jetzt kurz, wenn du auf YouTube bist, musst du einfach nur unter dem Video auf Abonnieren klicken. Ansonsten in der Podcast-Plattform, wo du gerade bist, sei so nett und lass uns ein Abo da. Wenn du nach der Folge begeistert bist und sogar noch Zeit hast, freuen wir uns auch noch über eine Bewertung, am besten natürlich mit 5 Sternen. Damit hilfst du uns, dass wir diesen Podcast weitermachen können, dass wir euch weiter hier coole Themen bringen können, und unterstützt damit die Gemeckerfrei-Mission, die Welt für Kinder schöner zu machen. Vielen herzlichen Dank, und jetzt viel Spaß weiterhin mit dieser Folge. Genau, von dem her, sei gespannt.
Genau, und was, was ich noch kurz vorneweg sagen möchte, ist, dass das Zucker natürlich so ein Riesenthema ist, dass es gut sein kann, dass wir jetzt Dinge erzählen, die du schon kennst, dass wir Dinge erzählen, die du noch nie gehört hast, und dass jeder, weil jeder von uns steht an einer anderen Stelle und hat einen anderen Wissensstand, und das ist in so einem Podcast schlicht unmöglich, da wirklich für alle den richtigen Startpunkt sozusagen zu finden.
Und gleichzeitig wollen wir jetzt hier keine Ernährungsfolge draus machen, weil da gibt's jetzt auch wieder ganz viele verschiedene Meinungen, Richtungen, ich will schon fast sagen Ideologien dazu. Da wollen wir uns mal raushalten. Es geht jetzt wirklich definitiv um Süßigkeiten, um Zucker und darum, wie viel oder wie wenig ist da eigentlich sinnvoll oder gesund.
Ja, genau.
Und wie vor allen Dingen geht geht es ja darum, wie findest du deinen Weg für dich in deiner Familie mit deinen Kindern? Was willst du denen mitgeben und wie möchtest du, dass die dann später auch als Erwachsene irgendwann auf das Thema Zucker und damit natürlich auch aufs Thema Ernährung schauen?
Ja, genau. Also lass uns mal starten. Ich glaube, wir wissen alle auf jeden Fall, dass Zucker ungesund ist. Man kann sich mal bewusst machen, dass Zucker, das, was wir als Kinder als Allererstes gelernt haben, ist, dass der Zucker Karies erzeugt, die Zähne kaputt macht. Nur jetzt mal ganz kurz gesprochen, wenn Zucker das härteste Material im Körper, was unsere Zähne sind, kaputt machen kann, was kann dieser Zucker dann noch alles zerstören?
Hm, ja, alles andere im Körper ist an sich weicher und lang nicht so gut, so gut geschützt.
Ja, und diese, das ist ja jetzt nicht so, dass man sagen kann, der Zucker trifft nur auf den Zähnen auf, sondern es ist ja die Säure, die durch den Zucker entsteht, der eben die Zähne angreift. Und der greift eben auch alle anderen Organe und alle anderen Stellen an, wo dieser Zucker hinkommt. So, das einfach nur mal so vorneweg. Und das ist auch ein Grund, warum es heute so, einer der Gründe, warum man heutzutage ja auch sagt, dass Zucker ein Gift ist.
Ja, weil Gift, als Gift gilt ja per Definition ein Stoff, der den Körper schädigt. Genau, oder Teile zerstört und so weiter. Und das tut Zucker einfach an den ganz verschiedensten Stellen.
Ja, ja, nicht nur Nervenzellen.
Genau, zerstört Nervenzellen. Er ist schlecht für den Darmtrakt, zerstört da Bakterien und was auch immer, was er da noch alles zerstört.
Führt zu einem Mineralstoff- und Vitaminmangel und Ballaststoffmangel. Und also jetzt, ohne wie der Bernd gesagt hat, wir wollen keine Ernährungsfolge machen, wir sind auch keine Ernährungswissenschaftler. Einfach mal so ein kurzer Sneak View da drauf. Warum ist Zucker ungesund? Und eben nicht nur Zucker, Zucker, sondern alle. Ich glaube, es gibt 600 verschiedene Bezeichnungen für Zucker.
Auch im Lebensmittelrecht ist es ganz wichtig, da von Saccharose und Weißder-Kuckuck-Glucose und alles.
Also gibt 600 verschiedene Bezeichnungen, kannst du googeln, und keine davon ist besser.
Also das ist, das muss man dazu sagen. Man hat ja früher gesagt, der Fruchtzucker, der Traubenzucker, Es ist, nein, es ist nicht besser, wird nicht besser.
Und wichtig ist, wenn man sich das bewusst macht. Jetzt ist es natürlich so, dass Zucker, dass wir Zucker aus unserer Gesellschaft erst mal, also solange du in der Gesellschaft lebst, wirst du Zucker und seinen Derivaten nicht auskommen oder zumindest nur sehr, sehr, sehr schwer. Und da sind wir dann schon wieder gar nicht mehr so große Fans davon, weil wir wollen ja auch keine Kinder in die Welt irgendwann später entlassen, die nicht gelernt haben, mit diesem Suchtmittel umzugehen.
Ja, genau, das ist, das ist ja entscheidend, ne. Das ist nicht, weil wenn du es nämlich, wenn du es nämlich total verbannst, dann lernen die Kinder den Umgang nicht. Genau. Und dann irgendwann, und es geht schneller als du denkst, weil so ab 10, 12 sagt man, dass die, die Eltern immer mehr an Einfluss verlieren und die Peergroup, also die, die Freunde, den gleichen Einfluss haben. Und dann hast du, bist du auch nicht mehr immer mit deinem Kind zusammen, und dann kannst selber irgendwo einkaufen, und dann geht's los. Ja, dann, dann, dann kommt schon früher, wenn die Kinder bei Freunden sind, ne?
Wir haben das, wie oft kriegen wir das erzählt, dass die Kinder dann bei Freunden die ganze Süßigkeitenschublade leer futtern und so.
Also das, ich glaube, es dauert gar nicht so lange, dauert gar nicht so lange, und dann gerät es immer wieder außerhalb deiner Kontrolle, und dann, dann gerät außer Kontrolle, weil das Kind dann irgendwie total in diesem Rausch ist quasi.
Ja, und das nämlich noch ein wichtiger Aspekt, weil du gerade noch mal Rausch sagst, weil Zucker ist ein Suchtmittel. Ich habe das nicht, ein Genussmittel, sondern es ist ein Suchtmittel. Es ist nachgewiesen, dass Zucker im Gehirn dieselbe Wirkung erzeugt wie Kokain. Ja, und deshalb ist es, deshalb ist das ist mit ein Grund, warum dieser achtsame Umgang damit so wichtig ist, zu lernen, weil in dem Moment, wo ich selber ausprobiere, ohne dass mich jemand gut dabei begleitet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich süchtig werde und dann eben es nicht händeln kann, zu groß, unserer Meinung nach. Ja, okay, genau so, und Was bedeutet es jetzt? Auf der einen Seite geht es darum, wie viel mehr Zucker und Zuckerderivate, na, ich meine immer alle Zuckerarten, wenn ich jetzt von Zucker spreche, wie viel mehr Zucker kannst du aus deinem Alltag, könnt ihr aus eurem Alltag verbannen?
Ja, und da geht es jetzt, also wenn ihr natürlich am Tag 2 Tafeln Schokolade esst, dann ist es schon mal der erste Ansatz, dann könnt ihr das schon mal auf 2 Stück reduzieren, dann habt ihr natürlich gleich einen Rieseneffekt. Aber ich glaube, das sind die wenigsten. Und es geht an sich darum, auch mal jetzt ganz scharf damit zu werden, also ganz aufmerksam zu werden. Wo ist überall versteckter Zucker drin? Also alle Dinge, die eine Zutatenliste haben, darfst du mal die Zutatenliste lesen. Und bei allem, was du nicht verstehst, nimmst du daneben dein Smartphone und googlest mal, was es ist. Das Weiß ich noch, dass wir das irgendwann angefangen haben und unsere Kinder dann natürlich auch das so mitbekommen haben, weil wir das natürlich, und das ist auch eine Empfehlung, macht es dann auch mal am Tisch. Nimm die Müslipackung mal, lest es mal vor, sprecht da mal drüber, und du wirst irgendwann Kinder haben wie unsere, die werden im Supermarkt sind, und gerade wenn wir in einem neuen Land sind, da muss man immer auch gut aufpassen, andere Länder, andere Sitten, dann wird von allem, was die nehmen, auch wenn sich die eine Tüte Chips kaufen, die nehmen die erstmal in die Hand und schauen, was drin ist. Die kaufen es dann manchmal trotzdem. Also in den USA haben sie auch manchmal Zeug gekauft, wo es mich immer getötet hat. Da musste ich schon aufpassen.
Ja, aber das wollten sie halt dann mal einmal probieren.
Aber sie haben es in dem vollen Bewusstsein gemacht, was da alles für Junk und Schrott drin ist. Okay, das tue ich nicht. Wenn man das einmal macht, ist ja nicht schlimm. Der Körper hält ja auch viel aus. Die Zähne gehen auch nicht kaputt davon, dass du ab und zu mal was Süßes isst. Nur das, also erst mal selber das zu lernen, da zu gucken und darauf zu achten und herauszufinden, wo steckt da überall noch Zucker drin und wo kann ich es eigentlich durch ein Produkt ersetzen, in dem kein zugesetzter Zucker drin ist?
Na, wie ist das mit Fruchtjoghurt? Kannst du selber Obst in den Joghurt schnippeln? Kannst du? Also wie ist das mit Müsli? Ja, also da ist ebenso wichtig bei den ganzen Fertigprodukten. Und ich meine jetzt auch schon eine Müslimischung als Fertigprodukt. Da wirklich drauf zu achten, dass Zucker eben nicht nur als Zucker auf der Inhaltsliste steht, sondern da stehen eben dann noch die ganzen anderen Begriffe für Zucker. Und wenn du das dann mal zusammenrechnest, dann hast du nämlich gleich die Hauptzutat irgendwas wie Zucker. Nur weil die das halt in 17 verschiedene Zuckerderivate unterteilen, kommen die später als zum Beispiel die Haferflocken.
Genau, eigentlich ist die Zutatenliste ja nach Anteilen, Also das, was am meisten drin ist, kommt als Erstes.
Ja, genau.
Aber dadurch, dass sie den Zucker auf 5, 6 verschiedene Begriffe aufteilen, kommt der natürlich später.
Genau. Und dann einfach zu sagen, okay, was davon können wir ersetzen, wie du gerade gesagt hast? Oder wir haben dann eine Zeit lang zum Beispiel, unsere Kinder haben so ein Bio-Schokomüsli gerne gegessen früher, und da war zwar, da war kein Zucker zugesetzt, aber da waren so kleine Schokotrops drin, in denen war Zucker. Und dann haben wir halt angefangen, immer stärker dieses Müsli mit Haferflocken zu strecken.
Und dann natürlich in ein Glas gefüllt. Also das am Anfang jetzt nicht so erzählt.
Wir haben gar nicht drüber geredet und haben einfach nur den, also irgendwann haben die dann schon gesagt, sind immer weniger Schokostückchen da drin und so. Wieso? Hm, ja, kann sein. Und haben das halt gestreckt, um einfach die Menge an Zucker, die die da mit einer Portion zu sich nehmen, zu reduzieren und genauso eben zu sagen, okay, kann ich aus, kann ich Joghurt kaufen und selber eine Banane reindrücken oder von mir aus dann auch mal noch. Also ich finde schon dann besser noch zum Beispiel irgendwie ein Honig oder ein Ahornsirup oder ein Agavendicksaft.
Als ob es immer noch Zusatzstoffe hat, tendenziell bisschen mehr Ballaststoffe dabei sind als jetzt beim, beim reinen Industrie- Zucker. Ja, es ist auch natürlich, ist, ist irgendein brauner Öko-Vollrohrzucker ein bisschen besser wie jetzt der, der ganz billige gebleichte Zucker. Aber es ist nicht so, dass der gesund ist. Auch dieser, auch der Kokosblütenzucker oder so, das ist halt auch einfach Zucker. Da ist noch ein bisschen mehr drumrum. Ja, ja, aber es ist deswegen, es ist nicht der, kann man es nicht einfach als Ersatz benutzen und sagen, jetzt ist alles gut.
Genau, und das Schwierige ist nämlich dabei, und du merkst schon, wir fallen uns ein bisschen gegenseitig ins Wort, weil wir halt über das Thema auch, weil das uns wirklich auch am Herzen liegt und wir viel drüber reden können. Das Problem auch an den anderen süß schmeckenden Dingen, und da fängt es bei der gematschten Banane an und geht weiter eben über Vollrohrzucker, über Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup und was es da noch so alles gibt. Das führt alles dazu, dass das die Geschmacksnerven aufs süß gepolt werden, dass die Geschmacksnerven auf süß trainiert werden. Und es ist total spannend, weil Familien, in denen schon, in denen nichts Süßes gegessen wird, da sind die Kids, also da sind die Kinder zum Beispiel eher mal scharf auf Chips. Da ist zwar auch Zucker drin, aber die sind nicht so auf Süßigkeiten getrimmt, wie ich zum Beispiel auf süß getrimmt bin. Also wenn du mich fragen würdest, ob ich Chips will oder Schokolade, da brauche ich nicht, also das brauchst du mich nicht fragen, weil ich esse keine Chips, finde ich vollkommen, interessiert mich nicht. Und andere Menschen gibt es eben, die interessiert die Schokolade nicht. Und wenn es jetzt eben um Zucker geht, hast du in Schokolade halt mehr Zucker als in Chips. Von dem her geht jetzt auch nicht darum, dass du deine Kinder auf Chips trainieren sollst, sondern ich will, wir wollen nur das mit reingeben. Je weniger süß in eurer Alltagsnahrung steckt, in dem, was ihr die ganze Zeit esst, umso weniger wird der Geschmackssinn deines Kindes auf süß trainiert.
Es geht hin bis dahin, wie du Salatsauce machst, ne? Also mach auch das nicht, lass da mal den Zucker weg, dann lieber bisschen weniger essen. Klar, kleine Kinder, also Kinder sind ja sowieso, kleine Kinder haben tendenziell natürlich, essen lieber Süßes oder zumindest sehr Mildes, ja. Bei uns der Spruch immer, am liebsten Käse, auch der nicht nach Käse schmeckt, So zum Beispiel, ja, also gib dem ruhig Raum, dass es so mild sein darf, aber versuch es nicht durch Zucker noch stärker, noch attraktiver zu machen, sondern hab eher so die Tendenz, okay, will sie eigentlich zu einem relativ unsüßen normalen Essen bringen, weil dann ist es auch so, dass so was, so eine konventionelle Süßigkeit dann ganz schnell zu süß ist. Das kennst du ja vielleicht von dir selber auch. Von manchen Sachen, wo sie wieder sagen, oh, wie lecker, so dieses billige Karnevalssüßigkeiten oder so, wo unser eins sagt, das kannst du gar nicht, wenn du einmal dran lutscht, ja, das ist zu süß.
Und das ist ja nur eine Gewohnheitssache, weil vielleicht hast du schon mal gefastet, und wenn du nach so einer Woche Fasten den ersten Apfel isst, dann kommt dir der sowas von süß vor. Und wenn du dann direkt da drauf Schokolade essen würdest, oder wenn du auch schon mal Zucker weggelassen hast und dann hast du doch wieder irgend so ein Zuckerzeug gegessen, essen, aus welchem Grund auch immer. Das ist ja schon richtig unangenehm süß. Also es gibt Menschen, denen tut es dann schon an den Zähnen weh und so, also wenn sie sich halt erstmal abgewöhnt hatten, und dann finden sie es viel zu viel zu süß. Und von dem her, je weniger du deine Kinder im Alltag auf den süßen Geschmack trainierst, umso weniger leicht werden sie abhängig von Süßkram, in welcher Form auch immer. Dass Zucker natürlich auch na, immer auch wenn es eben nur in der Salatsauce, in der Tomatensoße, im Tomatenketchup, im Mais aus dem Glas, in wo auch immer drin ist, das führt immer dazu, dass der Blutzuckerspiegel überproportional steigt, dass der Körper vermehrt Insulin produziert, dass er da aus dem Tritt gerät. Wahrscheinlich kennen mittlerweile alle auch diesen Zusammenhang, dass Hyperaktivität bei Kindern oft mit Zuckerkonsum, das ist eine Korrelation, gibt. Also da einfach klar zu haben, na, unser Alltag darf so zuckerentleert wie irgendwie möglich sein. Und dann ist nämlich das gar nicht so ein großes Problem, wenn deine Kinder immer mal irgendwelche tatsächlichen Süßigkeiten essen.
Und es ist dann sogar nicht mal so ein großes Problem, wenn sie dann mal viel essen, wenn am Samstag die Oma zu Besuch kommt und bringt 2 Tafeln Schokolade mit und deine Kinder futtern die zu zweit oder zu dritt auf einmal auf. Ist eigentlich viel besser, als wenn sie den ganzen, über die ganze Woche jeden Tag 2, 3 Stückchen bekommen.
Genau, weil dann immer der Blutzucker hoch, hoch, wieder runter, hoch, wieder runter.
Gleichzeitig machst du es nicht als Regelmäßigkeit in den Alltag, sondern es ist dann eine Besonderheit, das sind Ausnahmen. Ja, wenn du sonntags mal spazieren gehst und sagst, jetzt essen wir mal ein Eis, ist es cool. Wenn du immer eins daheim hast und es gibt jeden Tag nach dem Mittagessen Eis, dann ist es einfach sowieso schon viel zu viel Zucker. Und es ist halt wieder eine Gewohnheit.
Ja, 40 Kilogramm Zucker isst der Durchschnittsdeutsche im Jahr. Das darf man sich einfach bewusst machen. Und das sind die wenigen. Und jetzt klar, gibt es da Leute, die essen viel mehr und es gibt Leute, die essen viel weniger. Nur jetzt mal im Durchschnitt. Und weil du ja nicht jeden Tag, also du 40 Kilo, das sind quasi eineinhalb Kilo oder 1,3 Kilo im Monat, richtig? 1, 1,3 Kilo Zucker im Monat. Und jetzt ist ja auch so eine Tafel Schokolade nicht purer Zucker, aber dann, das sind quasi 13 Tafeln Schokolade im Monat. Das ist quasi an 3, alle 3 Tage.
Das ist viel mehr im Monat. Warte mal, 40 durch 12 ist 3,3 Kilo.
Ach ja, stimmt. 3,3 Kilo.
Das sind über 100 Gramm am Tag.
Ja, genau. Das ist quasi mehr. Und das isst du ja noch nicht, wenn du eine Tafel Schokolade am Tag isst.
Über 100, das heißt an 10 Tagen isst du so ein Kilopäckchen Zucker. Ja, genau, an 10 Tagen. Das heißt dann 100 g, das sind wahrscheinlich so 10 Esslöffel oder so, keine Ahnung.
Also ja, ist ja, na, also ihr habt 40 kg im Jahr, das ist die Zahl, mit der wir jetzt gerade rechnen. Selber dürft besser sein in Mathe als wir. Aber zu sagen, okay, das ist Das kommt nicht damit zusammen, dass jeder von uns die ganze Zeit so viel Süßigkeiten isst, sondern der Großteil entsteht durch den versteckten Zucker, sei es in Getränken, sei es eben in Fertigprodukten, worüber wir jetzt schon gesprochen haben. Will ich nicht noch mal anfangen. Aber halt zu sagen, wenn du das weglässt, kannst du mit viel besserem Gewissen deine Kinder immer mal was Süßes essen lassen. Und jetzt Lass uns da mal noch drauf gehen. Du hast es gerade schon mal kurz gesagt, ne, lieber Uli Bott. Unsere Empfehlung wäre: Lass dein Kind immer wieder einfach Süßigkeiten eskalieren.
Ein bisschen so, wie wir das in der letzten Folge zur Handysucht auch gesagt haben. Also lass es ruhig mal unkontrolliert, in Anführungsstrichen, damit experimentieren.
Ja, lass es sein Taschengeld nehmen und einfach davon Süßigkeiten kaufen, so viel es will. Oder sag, was weiß ich, so und so viel Euro von deinem Taschengeld kannst du, oder ich gebe dir hier, hast du 5 Euro, 10 Euro, keine Ahnung, und kauf dich durch Süßigkeitenregal. Es wäre mein Traum gewesen als Kind, wirklich, wenn ich einfach mal da hätte auswählen können, was ich gerne gehabt hätte. Ja, das hätte ich so toll gefunden. Und weil zum Beispiel bei mir war das ja so, wenn ihr uns schon länger kennt, habt ihr es wahrscheinlich schon mal irgendwo gehört, bei uns war es ja sehr, wir waren da sehr knapp gehalten. Es gab dann einfach mal so nach dem Mittagessen ein Gummibärchen oder zwei Smarties oder dann mal so ein Stückchen Schokolade. Und das hat halt einfach so eine Gier in mir zum Beispiel erzeugt, dass ich angefangen habe Ich habe, wie der Bernd es vorher beschrieben hat, die erstbesten Möglichkeiten genutzt, um da selber Berge an Süßigkeiten zu kaufen.
Ja, weil wenn du jetzt das Beispiel mit dem Kokain nimmst, dann würdest du quasi jemandem immer so ein bisschen was von dieser Droge geben, aber halt nur so ein bisschen was. Der kriegt noch nicht mal den vollen Kick, sondern der merkt nur so, oh, oh, oh.
Hört sich gut an und dann war's schon wieder zu Ende.
Keine Ahnung, ich habe das ja noch nie ausprobiert mit Kokain, deswegen kann ich jetzt Es ist nur so Pseudonachspielen, aber es kann sich ja jeder denken, okay, das ist ja, das ist ja, du fütterst damit eigentlich noch mehr an die Lust dann, oder das Verlangen danach.
Ja, genau. Und weil wenn du mal, wenn du mal selber zu viel Süßigkeiten gegessen hast, dann weißt du, wie schlecht es dir damit geht. Du weißt, wie der Körper auf zu viel an Zucker reagiert. Und dieses Erlebnis müssen Kinder haben, damit sie lernen können, dass das nicht gesund ist. So wie viele Eltern früher, bei dir war das auch so, glaube ich, oder bei mir auch, wo die gesagt haben, so, oder hatte ich eine Lehrerin, die in der 5. Klasse gesagt hat, raucht mal eine Zigarette und zieht mal an der Zigarette, damit ihr das so ekelhaft findet, dass ihr das nie wieder tun wollt. Bei mir hat das ganz gut funktioniert, beim Bert jetzt nicht, aber halt zu sagen, okay, Die Kids müssen erleben, wie ätzend sich das anfühlt, wenn man so einen Zuckerschock hat, weil sie nur darüber eine Entscheidung treffen können, dass sie es anders machen wollen. Und das kann sein, dass das länger dauert, bis dein Kind sagt, jetzt habe ich aber genug, als du vielleicht gut aushalten kannst. Und das ist die Challenge, vor der wir als Eltern stehen, zu sagen, okay, was weiß ich, immer ein Samstag im Monat oder alle zwei Samstage oder wie auch immer kannst du so viel Süßigkeiten essen, wie du möchtest, und den Rest der Zeit haben wir halt einfach schon mal gar nichts zu Hause, gibt es auch nichts, spielt das einfach keine Rolle. Und wenn die dann an diesen Tagen eskalieren, dann freue dich, dass sie eskalieren, weil du weißt, Irgendwann wird ihnen übel werden und dann hören sie damit auf. Ist viel besser, als wenn du eben jeden Tag, wenn du so eine Regel einführst im Sinne von jeden Tag gibt's so und so viel, weil selbst wenn es nicht so viel zu wenig ist, wie das jetzt bei mir war, trainierst du die Kinder dann darauf, sich an eine Regel zu halten, anstatt darauf zu achten, ob sie eigentlich gerade wollen oder nicht.
Genau, sie machen es dann, weil es gibt halt am Tag 3 Stückchen Schokolade oder was auch immer. Also will ich das halt haben, weil es das gibt. Das haben wir auch hier parallel. Will ich noch mal kurz auf die Folge zur Handysucht verweisen. Es ist parallel wie mit den Medien, ne. Wenn du sowas so einführst, dann wird das Kind das machen, ob es es gerade mag oder nicht, ne. Wenn das Kind aber genau weiß, dass Süßigkeiten, das halt das nur manchmal gibt, ne, dann ist es auch so. Weil wann kommt es denn oft, dieser starke Süßhunger? Der kommt ja oft Also entweder aus Frust oder Langeweile, aber ganz oft ja auch aus so einem, wenn der Hunger zu stark ist, dann denkt der Körper immer, naja, wenn ich jetzt Zucker esse, komme ich am schnellsten wieder in die Energie. Wissen wir alle, dass es nicht stimmt. Da ist ein Stück Gurke oder eine Karotte oder so was eigentlich immer noch besser oder ein Stück Brot. Nur dem willst du in dem Moment einfach entgegenhalten auch. Entgegenhalten können, dass du sagen kannst, okay, nee, da gibt's halt nichts Süßes untertags einfach, oder unter der Woche, wie auch immer, als Hungerstiller.
Ja, und gleichzeitig trainierst du das sonst auch an, weil wenn du sagst, gibt immer, ne, es gibt ja auch so die Idee, das Ding, dass man süß dann zum Nachtisch isst, weil dann ist schon was anderes im Magen, und dann ist es, dann kann man anschließend Zähneputzen, dann ist es für die Zähne nicht so schlimm, und weiß der Kuckuck. Nur das Problem ist, du trainierst dann halt dein Kind darauf, dass es immer was Süßes zum Nachtisch gibt. Und dann ist Mittagessen zum Beispiel erst zu Ende, wenn es noch was Süßes gegeben hat. Das ist halt auch eine total blöde Gewohnheit, die man sich dann später irgendwie mühsam wieder abtrainieren muss. Und wenn du halt einfach sagst, jeden zweiten Samstag im Monat oder einmal im Samstag, ein Samstag im Monat, oder noch besser gemischt, einfach wenn du gerade das Gefühl hast, heute wäre ein guter Tag dafür. Das ist einfach ein Süßigkeiten- Genusstag, und an dem Tag kann jeder so viel Zuckerzeug essen, wie er möchte, dann gibt— wird es halt keine Gewohnheit, bleibt halt eine Ausnahme. Und das halten wir für erfolgreicher als alle anderen Konzepte und haben wir auch selber gute Erfahrungen damit gemacht. Und wenn du diesen Weg gehst, dann führt es dazu, dass deine Kinder so wie unsere Kids eben auch voll achtsam sind, wie der Bernd vorher schon gesagt hat, was wo drin ist, das immer sehr genau vergleichen und ganz bewusst zu manchen Zeiten einfach sagen, heute esse ich mal Nachtisch, oder heute hätte ich gern mal ein Eis, oder heute mal was Süßes, aber eben bewusst und mit der, ne, und, und ab und zu, und damit ist ja Wenn der Rest der Ernährung halt sehr zuckerfrei ist, ja, passiert damit nicht so viel und ist es nicht so schlimm.
Und du sorgst gleichzeitig dafür, deswegen sind wir immer dafür, sowas auch macht es auch am Esstisch, redet darüber, macht diese Information zum Thema, weckt auch das Interesse der Kinder dafür, weil das ist eine Bildung, die du ihnen mitgibst, also ein Wissen, dass sie dann später auch brauchen, selbst wenn sie mit 16 bis 18, oder wenn sie dann das erste Mal ausgezogen sind, dann irgendwie immer noch viel Schrott essen, weil sie endlich mal diese ganzen Fertigprodukte und so ausprobieren wollen, wissen sie in Wahrheit doch. Und so ab 25, schätze ich mal, kommen sie dann wieder dahin zurück, wissen sie dann doch, wie es eigentlich besser ist.
Wobei das ja jetzt gerade, muss ich ja sagen, ist nicht eine Erfahrung, die wir gemacht haben, dass die Kids dann, als sie ausgezogen waren, so damit eskaliert sind, also unsere jetzt nicht.
Nee, nee, unsere nicht. Und die nicht eskaliert, sie haben schon so paar Sachen auch ausprobiert, vielleicht, ja, mal, aber nicht jetzt über Jahre oder über Monate. Nein, nein, überhaupt nicht.
Also ich glaube nicht, dass das passieren muss.
Nee, nee, das musst du auch nicht erwarten, dass das passiert, sondern nur bei manchen Sachen merke ich das schon, dass das, dass sie es halt machen, ja. Und jetzt zum Beispiel auch Medien oder so eine Zeit lang dann mal wieder mehr benutzen. Aber sie haben immer dieses, das normal ist es nicht. Sie wissen, dass das nicht normal ist, weil du setzt die Grundlage, du setzt das normal in deinem Leben und als dein Vorbild, wie ihr es zu Hause macht.
Genau das ist das Wichtige noch, weil das können wir dir nicht ersparen, dass du auch dahingucken musst. Was bist du ernährungstechnisch für ein Vorbild? Und wenn du selber ein emotionaler Esser bist, wenn du selber zu jedem Kaffee irgendwas Süßes brauchst, wenn du selber ständigen Süßgeier hast sozusagen, ja, dann ist es nachvollziehbar, dass es den Kindern auch so geht. Und übrigens auch, wenn du es dir verbietest, also wenn du den Süßgeier hast und dir den verbietest, werden es deine Kinder für dich ausleben. Von dem her, nimm es als Anreiz, auch dein Verhältnis zu Essen zu überprüfen, deine Sucht nach Zucker zu überwinden. Und damit tust du dir selber gut und tust deinen Kindern gut. Und dann lässt sich auch dieses Thema unserer Meinung nach ganz easy jonglieren und führt nicht mehr zu Streit oder Stress.
Ganz im Gegenteil, zu einem Benefit für euch alle. Genau, für dich und für die Kids.
Wir wünschen dir alles Liebe, freuen uns auf dein Feedback zu dieser Folge und hab Wunderbar, bis bald.
Alles Liebe, tschüss.
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