#12 So bekommst du mehr Geld im Job

This is a JobGenius YouTube podcast episode (#12, Jun 7, 2024) about increasing your salary. The hosts argue you receive what you negotiate, not what you inherently deserve, and give a three-step approach: (1) research your realistic market value using salary tables, job ads, and peers (including a heuristic to double your minimal acceptable salary); (2) collect strong performance-based arguments—contractual vs extra tasks, paid/unpaid upskilling, written praise, and planned future contributions; (3) enter negotiations assertively, expect initial resistance, and use rhetorical preparation. The episode emphasizes proactive asking, market research, and documenting achievements.
Chapters
Die heutige Podcast Folge beginne ich mit der schlechten Nachricht. Du bekommst nicht das Geld, das du verdienst, oder auch nicht das Gehalt, das du wert bist. Du bekommst das, was du verhandelst. Praktisch alle Menschen wünschen sich mehr Geld. Ich auch. Ist ja auch nichts Schlechtes dran, sich mehr leisten zu können, den Euro nicht mehr umdrehen zu müssen. Geld allein macht zwar nicht glücklich, aber es erleichtert doch ungemein und es schenkt uns Freiheit. Aber mehr Geld gibt es eben nicht umsonst. Wenn du endlich mehr und fair verdienen willst, dann ist das heute deine Podcast Folge. Heute gibt es ein paar handfeste Tipps, wie du dein Gehalt und dein Einkommen steigern kannst. Aber ich sage du musst auch ein bisschen was dafür tun.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Endlich mehr Gehalt, endlich verdienen, was du verdienst, was du wert bist. Wer will das nicht? Dann ist aber der erste Schritt herauszufinden, was dein realistischer Marktwert ist. Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen einem Wunschgehalt und dem Marktwert. Viele verwechseln das und das kann auch ganz schön ernüchternd sein, wenn man zum Beispiel Meine Kompetenzen und meine Erfahrungen werden da, wo ich arbeite, überhaupt nicht richtig erkannt. Du kennst vielleicht diese schöne Geschichte von dem Vater und seiner Tochter zum 18. Geburtstag. Der Vater schenkt seiner Tochter ein Auto, aber bevor er das tut, bittet er sie noch den Wert des Wagens zu ermittel. Also geht die Tochter zuerst zu einem Gebrauchtwagenhändler und der sagt ihr, der Wagen sei schon sehr alt und in die Jahre gekommen, Den will kaum noch jemand fahren. Maximal 1000 Euro könne er ihr dafür geben. Enttäuscht kehrt die Tochter zum Vater zurück. Doch der rät ihr, noch eine zweite Meinung einzuholen und bei einem Automobilclub mal nachzufragen. Die Leute da sind komplett begeistert von dem Oldtimer. Ein Sammlerstück sei das und mindestens Euro wert. Ganz beseelt kehrt die Tochter zu ihrem Vater zurück, um ihm von dem tollen Preis zu erzählen. Und der freut sich ebenfalls. Und nicht nur das Auto gehört dir jetzt. Du hast heute auch eine wichtige Lektion gelernt. Wenn du am falschen Ort bist, wird man deinen wahren Wert nicht erkennen. An einem solchen Ort solltest du weder sein, noch deine Ideen und deine Arbeitskraft verkaufen. Gehe stets dorthin, wo man dein Potenzial erkennt und deinen wahren Wert zu schätzen weiß. Ich weiß, diese Geschichte begeistert viele Menschen, weil sie natürlich zuerst denken, ich muss ja nur den Job wechseln, dann gibt es automatisch mehr Geld. Das stimmt auch ganz oft, aber die Geschichte sagt eben auch noch etwas anderes. Nicht nur deine Meinung zählt, was das Auto wert ist oder was du selber wert bist. Das, was du glaubst, was du wert bist, das kann komplett davon abweichen, was den tatsächlichen Marktwert ausmacht. Und deswegen solltest du auch immer eine zweite oder dritte Meinung einholen, um herauszufinden, was du wirklich aktuell auf dem Arbeitsmarkt wert bist. Und diese zweite Meinung ist leider etwas mühsam, denn das heiß Marktrecherche. Du musst ein bisschen recherchieren. Dazu solltest du zuerst im Internet ein paar Gehaltstabellen und Gehaltsvergleiche nutzen. Konkret was können Menschen mit deiner Profession, in deiner Branche, in deinem Beruf und deiner Position im Durchschnitt verdienen? Dazu kannst du den kostenlosen Gehaltscheck auf der Karrierebibel machen. Solche Tabellen gibt es aber auch bei Gehalt DE oder Jobbörsen wie Stepstone und natürlich auch auf der Karrierebibel. Apropos Jobbörsen. Sieh dich auch mal nach den aktuellen Stellenanzeigen um. Wenn dort ein Job wie deiner angeboten wird, steht manchmal nicht immer, aber manchmal auch ein Jahresgehalt dabei. Auch auch das ist übrigens ein guter Ansatzpunkt dafür, was auf dem Markt gerade für dich bezahlt wird oder angeboten wird. Ebenso solltest du dich im Bekanntenkreis, bei Freunden, Kollegen oder auf Social Media umhören. Ich gebe ja zu, in Deutschland spricht kaum einer über Geld oder sein Gehalt. Aber wenn man die Menschen nach einer ungefähren Gehaltsspanne fragt, werden manche auskunftsfreudiger. Versuchen solltest du es in jedem Fall. Und dann gibt es noch einen anderen Trick. Nimm dein absolutes Minimalgehalt, den Minimallohn, also den Betrag, für den du gerade eben noch bereit wärst zu arbeiten. Und den verdoppelst du jetzt einfach mal. Okay, Was dabei herauskommt, ist natürlich nur ein Nährungswert. In der Praxis aber führt diese Methode oft zu erstaunlich realistischen und auch durchsetzbaren Werten für dein Gehalt. Probier es doch einfach mal aus. Es ist ja nur ein weiterer Baustein, um zu deinem Marktwert zu kommen. Aus all diesen Zahlen, die du recherchiert hast, die du ausprobiert hast, kannst du jetzt eine Art Mittelwert berechnen und auch noch ein bisschen was draufschlagen. Natürlich, schließlich willst du ja keine kleinen Brötchen backen, aber am Ende sollte da eine ganz konkrete Zahl stehen auf deinem Zettel, was dir auch andere Arbeitgeber für deine Arbeit auf dem Arbeitsmarkt aktuell bezahlen würden. Das ist dann dein realistischer und recherchierter Marktwert. Und idealerweise liegt er natürlich über deinem aktuellen Gehalt. Andernfalls hast du ein Problem und solltest deinen Marktwert in irgendeiner Form noch mal steigern. Aber das ist vielleicht Stoff für eine andere Podcast Folge. Wir sehen uns jetzt erstmal um, wie es weitergeht. Wenn du deinen realistischen Spielraum nach oben kennst, was tust du dann als nächstes? Im zweiten Schritt sammelst du starke Argumente für eine Gehaltssteigerung. Und ich meine wirklich starke Argumente. Gestiegene Lebenshaltungskosten oder die Inflation sind keine solchen Argumente. Ich höre das zwar immer wieder, aber ich muss da einen Dämpfer geben. Der Arbeitgeber bezahlt dich nicht für de Lebensstil, sondern für deine Arbeit. Wie du dein Geld am Ende ausgibst und ob deine Kosten gestiegen sind, wie viel Luxus du dir gönnst, das ist deine Sache allein. Starke Argumente hängen immer nur mit deinen Leistungen, deinen Aufgaben und auch deinen Erfolgen zusammen. Fangen wir mal mit den Aufgaben an. Lies dir doch noch mal deinen Arbeitsvertrag durch und schreib dir auf einem Papier links alles auf, was zu deinen vertraglichen Aufgaben gehört. Das musst du machen, denn dafür wirst du schon jetzt bezahlt. Auf die rechte Seite schreibst du dann alle Aufgaben und Arbeiten, die du inzwischen ebenfalls übernimmst und erledigst, die aber darüber hinausgehen. Das ist der Mehrwert, den du schon heute schaffst, aber noch nicht dafür bezahlt wirst du. Achtung, das sollten aber keine Überstunden sein. Ich finde, Überstunden können immer auch zum Bumerang werden, denn sie sagen im Subtext, dass du deine Arbeit nicht in der geplanten Zeit schaffst, also vielleicht langsamer bist als all die anderen Kollegen oder weniger produktiv. Klar, wenn man die Arbeit grundsätzlich nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen kann, einfach weil sie zu viel ist oder zu knapp bemessen wurde, dann ist es natürlich unfair und dann ist es auch wieder ein starkes und gutes Argument, aber nicht für mehr Gehalt, sondern für eine andere Aufgabenverteilung viel schwerer wiegt, wenn du wirklich Aufgaben und Verantwortung übernimmst für Dinge, die eigentlich gar nicht zu deinen Aufgaben oder zu deinem Job gehören. Auch Weiterbildungen, Webinare oder Workshops, die du freiwillig besuchst und vielleicht sogar aus eigener Tasche bezahlst, sind starke Argumente für ein höheres Gehalt. Vielleicht erinnerst du dich noch an unsere Podcast Folge über das T Shape Profil. Alles, was dein Einsatzspektrum erweitert oder dein Spezialwissen vertieft, das steigert deinen Marktwert. Und ich persönlich finde, wenn jemand bereit ist, von seinem eigenen Geld in seiner Freizeit in sich selbst zu investieren, dann ist das auch noch eine starke Aussage über deinen Ehrgeiz und deinen Einsatzwillen. Da will sich jemand weiterentwickeln aktiv und lässt sich auch nicht durch irgendetwas oder den Arbeitgeber, der das nicht bezahlt, aufhalten. So jemand geht im Zweifel auch in andere Unternehmen, wenn er oder sie nicht das bezahlt bekommt, was er oder sie wert ist. Dein Engagement wird dann zu einem subtilen Druckmittel und verleiht dir und deiner Forderung nach mehr Gehalt nochmal deutlich mehr Nachdruck. Zusätzlich solltest du all das Lob sammeln, das du von Kollegen, von Kunden oder auch vom Chef für deine bisherige Arbeit bekommst. Am besten schriftlich, also zum Beispiel per Mail. Hier rate ich regelmäßig ausdrucken und abheften. Dann hast du immer schwarz auf weiß, dass du bereits einen guten Job machst. Und zum Schluss als viertes großes Argumentationspaket überlege dir, was du zukünftig für deinen Arbeitgeber machen und leisten kannst. Neue Projekte, weitere Aufgaben, potenzielle Leistungsziele, sowas halt. All das steigert ebenfalls deinen Marktwert in der Zukunft. Und das könnte auch schon jetzt in dein aktuelles Gehalt einfließen. Und dann kommt der Schritt, der letztlich alles entscheidet. Du musst in die Gehaltsverhandlung gehen. Du erinnerst dich, du bekommst nicht das, was du verdienst, sondern das, was du verhandelst. Und jetzt musst du dein Zielgehalt einfordern. Das ist der größte Fehler beim Gehalt überhaupt, nicht nach mehr Gehalt zu fragen. Wenn du mehr bekommen und vor allem das verdienen willst, was du verdienst, dann musst du danach aktiv fragen. Viele meinen, der Chef müsste doch bitte sehen, was sie alles leisten und diese Leistung dann auch freiwillig honorieren. Denkste. Im Geschäftsleben ist es vielmehr so, dass die Lautesten, die Forderer und die Selbstmarketer zuerst bedient werden und bekommen, was sie verlangen. Vielleicht findest du das ungerecht, aber jammern wird dein Gehalt nicht steigern. Ich muss das ganz deutlich sagen. Ich habe neulich eine erschreckende Studie gelesen, wonach 25 Prozent, also jeder vierte Angestellte, noch nie sein Gehalt verhandelt hat. Gehaltserhöhungen kommen aber nicht von selbst. Du musst sie einfordern heute Morgen auf jeden Fall. Aber selbst wer nichts fordert, bekommt auch nichts und wird auch noch regelmäßig unterschätzt. Mehr Indem du regelmäßig ein höheres Gehalt aushandelst, dokumentierst du doch zugleich deinen Selbstwert. Du bist ein Leistungsträger, eine Leistungsträgerin und ein wertvolles Talent für die Firma. Das ist dir bewusst und deshalb forderst du auch nur deinen fairen Anteil am Kuchen ein. Ein hohes Gehalt signalisiert aber nicht nur deinen Selbstwert, sondern auch den Wert, den du für die Firma darstellst. Es ist ja der Gegenwert deiner Leistung, deiner Arbeit. Hab also bitte keine Angst vor Zurückweisung. Aus Angst, zu weit zu gehen, gehen viele oft nicht weit genug und bleiben unter ihren Möglichkeiten. Wer für sein Gehalt und den Gegenwert seiner Leistungen ansteht, beweist buchstäblich Selbstwert und gewinnt neben Geld auch noch Respekt. Das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe. Denn ein hohes Gehalt signalisiert eben auch psychologisch eine hochwertige Leistung. Niedriglöhne dagegen symbolisieren auch latente Minderwertigkeit. Und rechne bitte immer damit, dass die erste Reaktion deines Chefs ein Nein sein wird. Mir hat mal jemand gesagt, jede Verhandlung beginnt mit einem Nein. Würde sie sofort mit Ja beginnen, wäre es ja auch keine Verhandlung. Also rechne mit Widerstand, mit Gegenargumenten und den typischen Killer Phrasen. Das alles gehört zum Spiel dazu und ist überhaupt nichts, was du persönlich nehmen solltest. Du aber hast deine Hausaufgaben schon gemacht, du kennst deinen Marktwert, hast wirklich handfeste und solide Argumente für dein neues Gehalt, teils sogar schwarz auf weiß. All das lässt sich nicht einfach wegwischen oder wegdiskutieren. Und wenn du dich jetzt noch auf die Gehaltsverhandlung vorbereitest mit all den psychologischen und rhetorischen Tipps und Tricks, die du alle auf der Karrierebibel nachlesen kannst, dann steht deiner Gehaltserhöhung nichts mehr im Weg. Aus meinem erfolgreichen Gehaltscoaching weiß ich, dass unsere Strategien wirklich funktionieren. Informationen findest du dazu auch noch mal hier in den Shownotes. Aber das Wichtigste, kenne deinen Wert und gehe dorthin. Und wo man dich und deinen Wert genauso wertschätzt. Ich freue mich auf unser Wiederhören.
Dein Jochen Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.










