#37 Deshalb hast du noch keinen Erfolg

German podcast episode (#37 of "oh my Job") in which JobGenius and host Jochen May warn that greed (Gier) and vanity/pride (Eitelkeit/Stolz) repeatedly undermine peoples' careers and lives. The episode defines greed, lists causes, outlines four progressive phases that deepen greedy behaviour (from rationalization to treating honesty as weakness) and gives anecdotes (e.g., office theft, a US manager earning ~70 million USD who lost job over small expense claims). It then contrasts healthy pride with narcissistic/vanity-driven pride, describes psychological and social harms, and closes with advice to cultivate modesty, gratitude and self-awareness.
Chapters
Es sind zwei Eigenschaften, mit denen sich Menschen immer wieder selbst ein beIN stellen. Schon so oft habe ich Bekannte oder Prominente in den Medien daran scheitern sehen. Das Tragische daran Es ist völlig unnötig. Niemand müsste daran oder über sich selbst stolpern. Im Grunde wissen wir es sogar besser. Und trotzdem verfallen die Menschen regelmäßig diesen beiden Erfolgskillern Gier und Eitelkeit. Deshalb lass uns heute allein schon prophylaktisch über diese beiden Eigenarten sprechen.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation Jochen May. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Ich steige gleich mal mit der Gier ein. Gier, das ist ein auf Genuss und Befriedigung fokussiertes Verhalten und maßloses Verlangen, das Menschen dazu bringt, moralische Grenzen oder Gesetze zu übergehen und teils sogar buchstäblich über Leichen zu gehen, so zumindest die offizielle Definition. Es ist ein ungezügeltes und ungehemmtes Wünschen oder Verlangen nach mehr. Mehr Geld, mehr Profit, mehr Besitz, mehr Status, mehr Macht, mehr Lust. Natürlich verurteilen die meisten Menschen ein solches Verhalten ganz leicht bei anderen und übersehen dabei, wie leicht sie selbst gierig werden. Die Gier kann jeden von uns verführen. Es ist ein schleichender Prozess, der viele Ursachen haben kann, Zum Beispiel der Wunsch nach Anerkennung und Bewunderung durch viel Geld, durch tolle Urlaube, ein Luxusleben, was man Instagram rumzeigen kann und entsprechende Statussymbole. Auch kann das Gefühl der Benachteiligung Gier auslösen. Wer immerzu glaubt, ungerecht behandelt zu werden oder nicht zu bekommen, was einem eigentlich zusteht, der nimmt es sich irgendwann und zwar mit aller Kraft und Gewalt und will dann immer mehr, teils auch aus Rache, um den anderen und einstigen Unterdrückern und Ausbeutern zu so Ich krieg's trotzdem. Und nicht zuletzt macht Gelegenheit nicht nur Diebe, sondern auch gierig. Wer die Chance sieht, mit seiner Gier ungestraft davonzukommen, der neigt häufiger dazu und ist auch bereit, gegen seine eigenen Werte und Interessen anderer den eigenen Vorteil zu suchen. Der Münchner Soziologe Dieter Frey hat das Thema vor ein paar Jahren mal erforscht und dabei vier Phasen entdeckt, die ich super spannend fände, die besonders gierige Menschen durchmachen und dabei ihrer Gier immer mehr zum Opfer fallen. Du kannst dir diese Phasen zugleich als eine Art Selbsttest anhören, denkst du vielleicht schon genauso. Phase 1 das tut doch jeder. Ob es wirklich jeder tut, weiß natürlich niemand, aber es klingt schon mal nach einer ziemlich guten Rechtfertigung. Gleichzeitig fragt aber auch niemand danach, ob es denn wirklich jeder tut. Denn tief im Inneren nagt das schlechte Gewissen, dass es eben doch nicht korrekt ist und eben auch nicht längst jeder macht. Phase 2 Es steht mir zu. Da steckt natürlich schon die erste Bitterkeit in dem Gedanken und dahinter auch der Wunsch nach ausgleichender Gerechtigkeit. Wer jeden Tag zum Beispiel 120 Prozent gibt, Überstunden macht und sich zugleich unterbezahlt fühlt, der greift eben irgendwann mal zum Kopierpapier oder Toilettenpapier und nimmt es sich vom Bür mit nach Hause. Ein guter Freund von mir hat mir das erzählt. Während Corona Zeiten, wo nicht so viele Leute im Büro waren, ist der Toilettenverbrauch im Büro oder in dem Unternehmen deutlich angestiegen, obwohl weniger Leute da waren. Was bedeutet das, dass die alle Durchfall hatten? Bestimmt nicht, sondern weil keiner da war, hat es keiner gesehen. Und die Leute haben tatsächlich Toilettenpapier geklaut aus dem Büro und mit nach Hause genommen. Wie irre ist das? Ist ja im Grunde bezahlt, Denken Sie sich außerdem arbeite ich ja auch im Homeoffice, also kann ich es mir mitnehmen. Stimmt irgendwie die Rechnung. Aber wenn es denn wirklich korrekt wäre, warum dann nicht gleich den Chef fragen, ob er ein bisschen Klopapier haben kann oder Kopierpapier, wenn es denn so OK ist. Macht natürlich keiner aus Gründen. Phase 3 die wissen gar nicht, was sie an mir haben. Jetzt wird es moralisch. Denn wer so denkt, der leidet bereits an Selbstüberschätzung und einer Verzerrung der eigenen Wahrnehmung. Gute Arbeit rechtfertigt keine Regelverstöße oder Gesetzesbrüche. Arbeitszeit, Betrug oder Diebstahl im Büro sind keine Kavaliersdelikte, egal wie sehr die eigene Wertigkeit auch unterschätzt wird von anderen. Und schließlich die Phase 4 der ehrliche ist der Dumme. Den Spruch hast du garantiert schon mal gehört. Im Endstadium denken viele im Leben wird dir nichts geschenkt. Muss man es sich nehmen. Wenn der Ehrliche der Dumme ist, dann muss man eben selbst für Ausgleich sorgen. Das ist eine ziemlich virtuose Erklärung für moralisch zweifelhafte Bereicherungen. Und da fehlt eigentlich auch schon jedes Unrecht, Bewusstsein, ein sicherer Weg in den eigenen Abgrund oder je nachdem wie groß das ist, das Ausmaß der Bereicherung, sogar ein Weg in den Knast. Ich erinnere mich noch dunkel an eine Geschichte, es ist vor Jahren passiert, bestimmt schon 15 20 Jahre her, von einem US Topmanager. Name fällt mir gerade nicht mehr ein. Der verdiente im Jahr über 70 Millionen Dollar. 70 Millionen im Jahr, also nicht gerade Kleingeld. Und für einen Urlaub nutzte er dann den Firmenchat und rechnete die Kosten dafür auch noch und das waren gerade mal Dollar, als Spesen ab. Zuerst flog das auf und dann flog der Manager im hohen Bogen aus der Firma. Job und Reputation war er damit los für Dollar und das bei einem Gehalt von 70 Millionen. Das hätte er locker aus der Portokasse zahlen können, hat er aber nicht. Warum machen die Menschen so was Dummes, haben wir uns damals gefragt in der Wirtschaftswoche, wo ich noch gearbeitet habe. Und die Antwort darauf war einfach, weil sie irgendwann gierig und überheblich werden und meinen, sie könnten sich alles leisten. Regeln gelten eben höchstens für das einfache Volk. Gier essen Seele auf Es ist ein schleichendes und gefährliches Gift, das schon viele Menschen Kopf und Karriere gekostet hat, nicht nur Topmanager. Die besten Gegenmittel dazu sind Genügsamkeit, Bescheidenheit und Dankbarkeit. Immer mehr, mehr, mehr ist ein Wettlauf, den man nie gewinnen kann. So wirkt Gier auch noch wie eine Droge, bei der die Dosis immer mehr gesteigert werden muss, bis man daran zugrunde geht. Tödlich. Ähnliches gilt für Stolz und Eitelkeit. Der zweite Erfolgskiller, Stolz in gesundem Maß fördert unseren Ehrgeiz, stärkt unser Selbstbewusstsein und führt zu persönlichem Erfolg. Ich bin überhaupt kein Gegner von Sto Wer dabei jedoch nicht aufpasst, dem wächst er über den Kopf. Aus einem aufgeblähten Ego erwächst nur selten etwas Gutes, dafür aber eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Dann sorgt übermäßiger Stolz dafür, dass wir daran glauben, der Erfolg sei unser Alleingut, unsere Alleinherrschaft oder wir seien der Master of the Universe. Je größer der Ruhm und je länger der Applaus, desto mehr wird aus Stolz auf Erreichtes eine gefährliche Attitüde und ein krankhafter Charakterzug. Denn wo die Eitelkeit beginnt, da hört der Verstand auf, wobei in der Psychologie zwei Arten von Stolz. Unterschieden werden. Das eine ist der gesunde Stolz. Den mag ich, den finde ich auch gut und der ist, wie gesagt gesund. Das ist auch authentischer Stolz. Und der basiert immer auf Geleistetem, verbunden mit der Gewissheit, dass dies auch wirklich etwas Besonderes und Anerkennenswertes ist. Dem Stolz vorausgehen in diesem Fall meist große Anstrengungen, teils sogar Entbehrungen, Opfer, die wir gebracht haben und am Ende haben sie dann zum angestrebten Ziel geführt. In der Folge sind wir stolz darauf, was wir geleistet geschaffen haben, auf die Arbeit, auf uns selbst. Wir haben etwas geschafft und erreicht, was wir uns selbst vorgenommen haben und sind dabei über uns hinausgewachsen. Es ist also völlig gesund und auch OK darauf stolz zu sein. Der ungesunde oder auch anmaßende und falsche Stolz ist wiederum verwandt mit Hochmut und Überheblichkeit. Der basiert oft auf Selbstüberschätzung, Selbsterhöhung und Größenwahn. Und wird dieser Stolz verletzt, dann neigen Betroffene zu großer Empörung, zu Trotzreaktion oder sogar zu aggressiver Gewalt und Rache. Wer den anmaßenden Stolz verletzt und am Selbstbild dieser Betroffenen kratzt, der muss mit heftigen Reaktionen und Gegenwehr rechnen, denn dahinter steckt meist eine neurotische Persönlichkeit und eine veritable Profilneurose. Manche Betroffene sind sogar stolz auf etwas, das sie gar nicht selber verdient haben. Oder sie sind stolz auf besonders destruktive Leistungen, wie zum Beispiel bei Trollen und Hatern im Internet oder bei Trickbetrügern, die sich für mega clever halten und ihre Opfer auch noch für ihre Dummheit verhöhnen. Und das macht die Eitelkeit letztendlich auch so gefährlich. Da geht es dann meistens um diesen destruktiven Stolz. Wer eitel ist, will in der Regel besser dastehen, als er oder sie in Wahrheit ist. Damit hat der oder die Eitle viel mit Narzissten gemeinsam. Bei beiden ist mehr Schein als Sein ein Hauptantrieb und beide neigen zu übertriebener Selbstbehauptung und Selbstdarstellung. Beide wollen bewundert werden für Talente, Eigenschaften oder Erfolge, die sie gerne bei sich sähen, aber eben nicht wirklich besitzen. Beauty Filter auf Instagram, Statussymbole oder geklaute Texte oder Bilder aus dem Internet, mit denen sich manche Coaches tatsächlich schmücken, habe ich leider selber schon oft erlebt. Verraten genau diese Unges Eitelkeit. Jede und jeder weiß, was er oder sie da tut und dass sie sich mit fremden Federn schmücken. Doch überwiegt der Wunsch nach Geltung, nach Ruhm und Anerkennung das schlechte Gewissen und führt schließlich zum Verrat der eigenen Werte. Oder Eitelkeit ist die Fähigkeit, sich noch wichtiger zu nehmen, als man sich fühlt. Warum Eitelkeit neben Gier ein solcher Erfolgskiller ist. Nicht umsonst gilt die Charaktereigenschaft in der Bibel als eine der 7 Todsünden. Neurotischer Stolz bringt nicht nur Engel zu Fall und entfernt uns von Gott, sondern auch von uns selbst. Hochmut kommt vor dem Fall, sagt ein Sprichwort, und es stimmt. Bläht sich das Ego auf, suchen Betroffene nur noch Fans und Follower, aber keine echten Freunde mehr. Es geht mehr um Ruhmsucht, um Aufmerksamkeit und Anerkennung als um die Substanz dahinter. Viele verfallen dabei dann in lächerliche Prahlerei und Konkurrenzdenken. Jeder, der ebenfalls in der Sonne steht, dimmt dabei dann das Eigenlicht und alle anderen sind dann nur noch Wettbewerber, gegen die es sich durchzusetzen gilt und die man irgendwie niederringen muss. Jede Debatte, jedes Unternehmen, jede Verhandlung mutiert dann zu einer Kampfarena. Falscher Stolz tötet in extremen Fällen sogar andere, aber in erster Linie uns selbst auch. Darüber stolpern so viele Menschen, die sich künstlich aufblähen und alle Energie auf ihre Außenwirkung investieren. Dabei machen sie sich nur abhängiger von anderen von deren Applaus und Meinung. Glücklich wird man so ganz bestimmt nicht. Ich weiß, das war heute schwere Kost, aber hoffentlich vielleicht mit heilsamer Wirkung. Bewusstsein schärft die Sinne und macht immuner gegen all diese negativen Persönlichkeitsentwicklungen. Ganz frei machen können wir uns natürlich nie davon, etwas gierig zu werden oder eitel zu werden. Menschen sind und bleiben Menschen. Das ist ja auch nur ein zutiefst menschliches Verhalten. Aber es hilft oft schon, sich zumindest daran zu erinnern, dass Gier und Eitelkeit Erfolgskiller sind und dass wir uns selbst dabei beobachten. Ob wir diesen Killern bereits erlegen sind, musst du mir nicht sagen. Ich freue mich, wenn du drüber nachdenkst. Wir hören uns nächste Woche wieder.
Dein Jochen, Das war oh my job, Dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.










