#38 Produktiver Smalltalk

Jochen May and JobGenius break down small talk as a skill for building trust and filling silence. They share concrete openers like "Was hat Sie hierher geführt?" and "Wie fanden Sie den Vortrag?" plus the Rose-Dorn-Knospe method: ask about a highlight, a difficulty, and an emerging idea.
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Hand aufs Wie gut kannst du Smalltalk, Die kleine Rede und das lockere Parlieren zum Beispiel auf Events oder Messen oder Abendveranstaltungen fällt vielen schwer. Irgendwie weiß man ja nie so recht, was man sagen soll oder worüber man sich jetzt mit dem Fremden da unterhalten soll. Und heraus kommen dann manchmal so sinnvolle Gesprächsthemen. Schönes Wetter heute Oder sind Sie öfters hier? Smalltalk ist zwar eine Kunst, aber gar nicht so schwer zu lernen, wie es klingt. Lass uns also heute einfach mal ganz locker über die Kunst der Sprezatura, wie Smalltalk früher hieß, plaudern. Auch wenn das bei einem Podcast irgendwie immer auf einen Monolog hinausläuft. Egal, wir reden trotzdem heiter bis locker über den Smalltalk. Versprochen. Bis gleich.
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Was Smalltalk ist, muss ich vielleicht nicht mehr erklären, dafür aber dessen Bedeutung vielleicht nochmal erwähnen. Smalltalk ist eine Schlüsselkompetenz im Berufs und Privatleben. Jede und jeder sollte das können, Denn laut Psychologie hat Smalltalk vor allem zwei Er schafft Vertrauen und eine angenehme Atmosphäre, indem er soziale Verbindungen zwischen Gesprächspartnern herstellt. Und er vermeidet peinliches Schweigen. Nicht wenige Menschen denken, beim Smalltalk ginge es um wahnsinnig intelligentes Reden, mitreißende Eloquenz oder geschliffene Rhetorik. Und beides ist falsch. Das Gegenteil ist richtig Guter Smalltalk ist immer uneingeschränkt und amüsant. Er versprüht vielleicht etwas Charme und Charisma, Witz und Esprit, aber er ist völlig zweckfrei von König Charles II. Also nicht dem aktuellen Charles III. Und aktuellen König von England, sondern dem aus dem 17. Jahrhundert stammt. Das Schöne Die Kunst einer guten Konversation besteht darin, den Unsicheren Sicherheit zu geben. Genau darum geht es beim Smalltalk. Wir sind doch alle unsicher und mal mehr oder weniger schüchtern, wenn wir auf fremde Menschen oder vielleicht sogar Prominente treffen. Deswegen halten dann viele einfach mal die Klappe und sind eingeschüchtert. Smalltalk aber überwindet genau diese Barriere. Und wenn du es schaffst, anderen Menschen ihre Unsicherheit zu nehmen oder den ersten Schritt wagst, werden sie dich dafür lieben, mit Sympathie und einem guten Gespräch belohnen. Wie das geht? Ganz einfach den Auftakt machen, nicht etwa besonders clevere Anmachsprüche. Du willst ja kein Aufreißer sein. Viel einfacher und effektiver sind Fragen. Offene Fragen. Vor allem Fragen, die man nicht einfach nur mit Ja oder Nein beantworten kann. Das sind die perfekten Eisbrecher. Studien an der Harvard Business School sagen gute Fragen lassen den Fragensteller sofort intelligenter aussehen. Hinzu der Narzissmus, der in uns allen steckt. So belegen andere Studien, dass wir Menschen Gespräche leider dann als besonders gut oder wertvoll betrachten, wenn wir die meiste Zeit selbst geredet haben. Das ist zwar ganz schön eitel und auch ein bisschen bekloppt, aber wir sind ja alle ein bisschen blumer. Deswegen schenk deinem Gegenüber einfach mal mehr Redezeit und Airtime und bring ihn oder sie mit Fragen zum Plaudern. Hier ein paar Beispiele, die ich selbst gerne nutze. Je nach Anlass kommen die auch ziemlich gut an. Weil es ja hierbei um Einstiege und Gespräche mit Fremden geht, sind die Fragen alle in Sie Form gestellt. Wenn du dein Gegenüber natürlich schon besser kennst und oder im Kreis ein generelles Du herrscht, dann kannst du die natürlich auch in Du Form umformulieren, aber jetzt mal ganz neutral in Sie Form. Was hat sie hierher geführt? Offenbar gibt es schon eine erste Gemeinsamkeit. Ihr beide seid auf derselben Veranstaltung, aber womöglich aus unterschiedlichen Gründen. Vielleicht war die Einladung von einem gemeinsamen Bekannten oder es gab Interesse am Inhalt der Veranstaltung oder von Vorträgen oder an den Rednern. Finde es einfach heraus. Daraus ergeben sich dann ganz viele leichte Anschlussfragen. Zum Frage 2 Wie fanden Sie den Vortrag? Das ist zum Beispiel eine solche Anschlussfrage, die sich perfekt für Kongresse oder Rednernächte eignet. Wichtig ist dabei nur, dass die Antwort immer positiv ist, sonst verbreitet man gleich schlechte Stimmung. Vielleicht ist dir ein Satz oder Zitat besonders hängengeblieben aus einem der vielen Vorträge. Darüber kannst du dann mit deinem Gegenüber philosophieren und zum Beispiel Gedanken oder andere Lehren aus deinem Leben erzählen. Geschichten teilen in irgendeiner Form. Auch das ist ein schönes, lockeres Plaudern. Und der Anlass war dann irgendeine Rede und ein Vortrag oder ein Zitat. Wodurch lassen sie sich inspirieren? Auch so ein schlauer Opener Der ist natürlich ein bisschen mehr hardcore und geht gleich richtig deep rein, aber er bringt deinen Gesprächspartner oder deine Partnerin dazu, über sich und die aktuellen Gedanken zu reflektieren. Die Frage ist also ein schon sehr anspruchsvoller Gesprächseinstieg, aber ihr inspiriert euch beide und damit geht es dann auch meistens sehr tief weiter. Ähnliche Welches Buch lesen Sie gerade? Ich persönlich finde Bücher ja immer noch toll. Sie sind ein wunderbarer Inspirationsquell und bieten jede Menge Gesprächsstoff. Und manchmal muss es dabei überhaupt gar nicht um wahnsinnig intelligente Sachbücher oder Biografien gehen. Auch Bücher zu deinen Hobbys oder anderen privaten Interessen können super spannend sein. Vor allen Dingen, wenn es wieder eine Gemeinsamkeit zwischen euch beiden gibt, die ihr dabei entdeckt im Gespräch. Dann fühlen sich die Menschen sofort wieder wohl in einem solchen Gespräch. Dich ausgesprochen sympathisch. Jetzt kommt ein Was machen Sie beruflich? Okay, wie gesagt, ein Klassiker, latent abgedroschen. Auch ein bisschen langweilig, gebe ich zu. Aber die Frage ist eben auch völlig unverfänglich neutral und sie erlaubt viele Anschlussfragen, zum Beispiel nach der Branche, nach dem Arbeitgeber oder was man so für seinen Lebensunterhalt noch so macht. Auf jeden Fall rund um den Beruf gibt es ganz viele spannende Anschlussfragen, die du stellen kannst. Eine weitere Wissen Sie schon, wo es in den nächsten Urlaub geht? Gerade in der Sommerzeit und rund um die Ferien kannst du diese Frage natürlich immer wieder stellen. Urlaub ist zu 99 Prozent ein positiv besetztes Thema. Jeder freut sich drauf und vielleicht warst du ja auch schon an dem jeweiligen Urlaubsziel und kannst Tipps geben und dich mit deinem Gesprächspartner, deiner Partnerin darüber austauschen, wo du denn schon warst bzw. Er oder sie noch hin will. Genauso kannst du nachfragen, wohin denn der letzte Urlaub ging. Auch das kann spannend sein. Und auch hier können dann beide gemeinsame Erfahrungen austauschen, vor allem, wenn sie wieder positiv besetzt sind. Und dann kannst du vielleicht wieder andere noch begeistern und inspirieren, wo man denn noch überall hin fahren oder fliegen könnte. Jetzt kommt eine Frage für Fortgeschrittene. Das sieht aber lecker aus. Wo haben Sie das denn hier? Diese Frage ist eher sowas, wie gesagt, für Extrovertierte und auf Partys mit Buffett. Dafür kommt sie extrem gut an, denn in diesem humorvollen Kleid steckt ein ganz großes Hey, du hast Geschmack. Und zwar denselben wie ich. Das hätte ich auch ganz gerne noch so eine Gemeinsamkeit. Und worüber lässt sich bitteschön leichter plaudern als über ein leckeres Essen, was man gerade irgendwo abstauben kann. So, und dann kommt noch die letzte Möchten Sie etwas trinken? Das ist ein wunderbarer Einstieg für Menschen, die noch einsam irgendwo an einem Tisch stehen. Kannst du auch ein bisschen anders betonen. Möchten auch Sie etwas trinken? Dann beweist du mit dem Smalltalk, dass du nicht nur gute Manieren hast, sondern vor allem auch Empathie besitzt. Du schaffst ein sogenanntes Reziprozitätsverhältnis. Du tust dem anderen einen Gefallen, du sprichst die Person an, bringst ihr auch noch ein Getränk mit, bist also höflich und kümmerst dich darum und wirst damit mit Sicherheit belohnt mit einem schönen Gespräch. Vorausgesetzt ist natürlich, dass es jetzt keine allzu aufdringliche Flirtattacke ist, aber noch genialer ist dann an der Stelle die Gentleman Variante, indem du zuerst die Getränkevorlieben deines Gegenübers vorsichtig und unauffällig ausspähst, den Kellner vielleicht danach fragst und dann mit dem Lieblingsgetränk in der Hand gleich an den Tisch kommst. Ich habe mir gedacht, das könnte sie gefallen. Sie standen hier noch einsam. Ich bringe Ihnen mal ein Getränk mit. Wieder an der Stelle alles ohne Hintergedanken. Wir sind hier nicht bei Anmachsprüche, sondern wir sprechen über Smalltalk. Es geht also nicht darum, jemanden mit einem Getränk zu irgendwas zu verführen, sondern du willst Smalltalk machen und du siehst, da ist ein Mensch einsam und alleine irgendwo am Tisch. Du guckst ein bisschen, was hat die Person vorher getrunken? Oder wenn auch nicht, dann fragst du einfach nach einem Getränk und schon ergibt sich ein ganz tolles Gespräch, weil du sehr höflich warst, sehr viel Einfühlungsvermögen bewiesen hast und einfach nett warst. Und wenn du dir all diese Fragen jetzt auf Anhieb nicht merken kannst, überhaupt kein Problem. So ein Podcast kann man sich auch zwei oder dreimal anhören. Es gibt aber noch eine ganz tolle Faustregel und die Formel, die möchte ich dir zum Abschluss noch mitgeben. Vielleicht kennst du die auch schon. Ansonsten Rose, Dorn, Knospe. Ja, was hat das jetzt mit Smalltalk zu tun? Denkste, Aber dahinter stecken drei einfache Fragen, die man als lockeren Einstieg für den Smalltalk nutzen kann, weil man sich vielleicht die Fragen nicht gleich merkt. Merkst du dir einfach. Rose, Dorn, Knospe. Die Rose, das steht für die Blüte. Die Frage Was war ihr persönliches Highlight heute oder diese Woche? Schöne Frage. Da blühten die Menschen so richtig auf und denken an schöne Dinge erinnern, positives Gespräch. Super. Dorn, das steht für eine Lektion. Die Frage Was lief heute weniger gut Oder was haben sie daraus gelernt? Oder was haben sie heute gelernt? Dornig, aber immer noch eine gute Frage. Die dritte, die Knospe, die steht für das, was in uns keimt. Welche Idee begeistert sie derzeit am meisten? Da kannst du aber auch wieder auf den Vortrag, auf das Event eingehen. Welche Idee aus den Vorträgen begeistert sie am meisten oder hat sie heute am meisten begeistert? Da geht es also auch wieder um etwas, das aufblüht. Rose, Dornenknospe kann man sich wunderbar merken und alle drei Fragen sind völlig unverfänglich, schmeicheln ein bisschen dem Gegenüber und geben ihm oder ihr zugleich die Gelegenheit, ganz viel über sich zu erzählen. Das ist allemal sinnvoller und auch wesentlich deeper, als über das Wetter zu plaudern oder nur Visitenkarten auszutauschen. Und der Rest ist beim Smalltalk. Üben, üben, üben. Schreib mir gerne dazu, was deine besten Smalltalk Einstiege oder Erfahrungen sind, wenn du magst. Und wer weiß, vielleicht treffen wir uns bald zu Gaben mal persönlich, würde mich freuen und dann können wir das direkt in der Tat und in der Praxis ausprobieren. Bis dahin und bis nächste Woche. Ich freue mich auf Wiederhören.
Dein Jochen, das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.










