#8 Anschreiben: Darum ist es immer noch wichtig!

A JobGenius podcast episode arguing that the traditional cover letter (Anschreiben) remains important despite trends to drop it. The host criticizes employers who remove the cover letter as employer-branding moves and explains that cover letters let applicants (especially career starters, career changers, people with gaps or layoffs) show motivation, personality and explain irregularities in the CV. The episode lists multiple concrete situations where a cover letter adds value and endorses alternatives like short application videos but ultimately urges applicants to use every chance to demonstrate fit.
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Ist das Anschreiben überhaupt noch zeitgemäß oder nicht längst ein Relikt aus Arno Dünnemals Viel zu kompliziert, zu abschreckend und so nützlich wie eine Wärmflasche aus Schokolade. Das sagen viele und ich finde, sie liegen falsch. Das Bewerbungsschreiben ist zwar nicht beliebt, zugegeben, manchmal sogar unfreiwillig komisch, aber gerade Berufsanfänger, Quereinsteiger oder Menschen mit Lücken, Brüchen oder Arbeitslosigkeit im Lebenslauf bietet das Anschreiben enorme Chancen. Warum es viele gute Gründe für das Anschreiben gibt, darüber spreche ich mit dir heute im Podcast. Und ja, es wird ein bisschen leidenschaftlicher.
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Bewerbung mit oder ohne Anschreiben? Daran scheiden sich gerade zahlreiche Geister. Viele Unternehmen und Arbeitgeber verkünden gerade stolz, sie hätten das Bewerbungsschreiben abgeschafft. Für die Sparbewerbung reicht dann nur noch der Lebenslauf. Das klingt modern, zeitgemäß, aber auch ein bisschen verdächtig nach Employer Branding. Denn worüber niemand führt das Streichkonzert wirklich zu bestimmen besseren Bewerbern und Mitarbeitern. Und hatte das Anschreiben nicht eigentlich mal einen tieferen Sinn? Ich sage es ganz Das Bewerbungsschreiben ist vielleicht nicht beliebt, aber es bietet Menschen auch heute noch enorme Chancen bei der Bewerbung. Ja, Recruiting Prozesse müssen heute moderner werden. Demografie und Fachkräftemangel sind in vielen Unternehmen angekommen und der Verzicht auf das Anschreiben soll manche Bewerbungshürde senken und zu mehr Bewerbern führen. Verstehe ich. Bewerber mochten das Anschreiben ohnehin irgendwie nie so richtig, Personaler auch nicht. Als Grund nennen dann viele die fehlende Aussagekraft Steht nichts drin, bietet keinen Mehrwert, enthält nur Floskeln oder Standardsätze aus drittklassigen Ratgebern oder schlimmer von ChatGPT stimmt alles. Wo nur Phrasen gedroschen werden, bis noch wortspreu übrig bleibt, Da versprüht das Anschreiben allenfalls den matten Glanz einer alten Zinkkanne. Wer wegen zahlloser Irrschriften gleich das Anschreiben abschaffen will, der kann auch Facebook gehört abgeschafft wegen zahlreicher Deppen und Hasskommentare oder am besten gleich das ganze Internet. Nicht das Anschreiben als Instrument ist das Problem, sondern der oder die Verfasser. Es gibt Studien, wonach Bewerber das Verfassen eines Anschreibens ungefähr so amüsant finden wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Ein echter Dinosaurier sei das. Deshalb schaffen es ja auch einige Arbeitgeber ab. Aber machen wir uns hier an der Stelle nichts vor. Das ist nichts anderes als Employer Branding. Oder laut Watzler, wie könnte man Man kann nicht nicht kommunizieren und mir sagen, ehrlich gesagt, solche Parolen und Streichkonzerte, dass da ein Arbeitgeber echte Not hat, passende Mitarbeiter zu finden. Und das liegt bestimmt nicht am Anschreiben und dieser Hürde, sondern daran, dass die Jobs nicht attraktiv sind, dass die Bezahlung vielleicht gar nicht so üppig ausfällt und der Standort auch nicht unbedingt so sexy ist, dass er zahlreiche Talente anlockt. Wer dann das Anschreiben abschafft, bekommt vielleicht mehr Bewerbungen. Aber sind das auch die besseren Kandidaten? Ich bin ehrlich gesagt überzeugt, die Schlussfolgerung ist hier eine komplett falsche. Erstens, Hürden bei der Bewerbung zu senken, macht Jobs nicht besser. Entweder die Kandidaten merken das schon vorher oder spätestens in der Probezeit und dann verlagert man das Problem nur noch hinten und schafft sich im Zweifelsfall viel höhere Kosten, weil man wieder neu rekrutieren muss. Und überhaupt hat eigentlich schon mal jemand von diesen Hürdensenkern über die Fluktuationsrate gesprochen? Mich würde das ehrlich gesagt interessieren und ich glaube, die sinkt nicht unbedingt durch das Abschaffen des Anschreibens. Und nicht zuletzt muss man Was sagt das eigentlich auch über die Bewerber aus? Die Also wenn schon die Bewerbung so viel Mühe macht, dann bewerbe ich mich lieber gar nicht bei dem Unternehmen. Sind das wirklich die Talente, die ich als Chef einstellen wollen würde, die motiviert sind für den Job und das Unternehmen? Haben Sie wirklich die Leidenschaft und den Biss für Ihren Beruf? Oder sind es am Ende nur Söldner, die den Weg des geringsten Widerstands gehen, womöglich auch später im Job? Lass uns mal einen Schritt zurückgehen und nochmal bewusst machen, warum es eine klassische Bewerbung mit zwei Teilen dem Anschreiben. Und dem Lebenslauf. Der Lebenslauf bildet bis heute das Herzstück jeder Bewerbung Daran ändert sich erstmal nichts. Er wird in der Regel auch zuerst gelesen und zeigt Personalern übersichtlich, ob ein Kandidat alle erforderlichen Muss und kann Qualifikation für den Job mitbringt also die Hard Skills, auf die es ja zunächst mal ankommt. Also könntest du den Job überhaupt können aufgrund deiner Kompetenzen und Qualifikationen. Doch dieser Lebenslauf hat einen Er blickt ausschließlich nach hinten. Er zeigt nur, was bisher war, was du bisher gemacht hast, aber nicht, warum du glaubst auch den künftigen Job machen zu können, was deine Motivation ist oder warum du dich ausgerechnet hier bewirbst. Und genau das ist die Aufgabe des Anschreibens. Es schaut nach vorne in die Zukunft und spiegelt vor allem deine Motivation und und deine Persönlichkeit. Und das ist heute ein immer wichtigeres Unterscheidungsmerkmal. Damit kann man sich tatsächlich von der Maße abheben und positionieren. Erst recht, wenn sich Lebensläufe irgendwann angleichen und nicht mehr großartig unterscheiden. Tatsächlich bietet das Bewerbungsschreiben vielen Kandidatinnen und Kandidaten zahlreiche Chancen und Vorteile. Ich nenne nur mal ein paar davon. Berufseinsteiger, Schüler oder Uni Absolventen haben ja kaum Berufspraxis. Die Lebensläufe sind noch relativ dünn und besitzen wenig Aussagekraft und auch kaum Unterscheidungsmerkmale. Hier wird das Anschreiben zum echten Alleinstellungsmerkmal und wertet die Bewerbung nochmal richtig auf. Beispiel. Bei Branchenwechslern oder Quereinsteigern passt der berufliche Werdegang Definition überhaupt nicht zum neuen Job. Deswegen heißt es ja quer. Die Bewerbung wird also erklärungsbedürftig und der Platz dafür, das ist das Anschreiben. Beispiel Downshifting. Es gibt immer mehr Menschen, die Abschied nehmen vom Aufstieg. Das nennt man Downshifting, also die ein paar Gänge zurückschalten wollen im Beruf. Oft aber nährt das ja Zweifel an ihrer Belastbarkeit oder vielleicht an anderen Gründen, die in Wahrheit dahinter stecken. Entkräften lassen sich die aber nicht im LE Lebenslauf. Vorbehalte und Vorurteile kann man am besten abbauen. Du ahnst es mit dem Anschreiben. Jobhopping. Gerade junge Jobeinsteiger probieren sich ja oft noch ein bisschen aus, wechseln häufiger mal den Job. Aber zu viele Jobwechsel in kurzer Zeit, womöglich noch in der Probezeit, wirken irgendwann entweder nach Jobhopping oder nach einem anderen Problem. Auch das wird wieder erklärungsbedürftig. Wo sollte man das anders erklären als genau im Anschreiben? Beispiel Kündigung. Egal ob nach der Probezeit oder nach ein paar Jahren im Job. Wer gefeuert wird und sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewerben muss, der hat vielleicht nur Pech gehabt. Aber unterstellt wird häufig ein handfester Grund. Der Lebenslauf kann darüber aber keinerlei Aufschluss geben, sondern wieder nur das Anschreiben. Diese Liste, die lässt sich jetzt noch beliebig erweitern. Auf Bewerber, die aus der Selbstständigkeit zum Beispiel zurück ins Angestelltenverhältnis wechseln wollen, auf Bewerber mit 50 oder Kandidaten, die 20 Jahre lang bei ein und demselben Arbeitgeber waren und nun plötzlich eine komplette berufliche Neuorientierung anstreben. Immer wieder erzählt der Lebenslauf nichts über die Hintergründe oder die Beweggründe, das Anschreiben aber schon und genau darin liegt seine Chance. Das Anschreiben erklärt einen dünnen Lebenslauf genauso, wie es die vielen Brüche darin erklären kann. Im Anschreiben können Kandidaten nicht nur einen Bezug zu zwischen ihrem Lebenslauf und dem Job herstellen, ihre Soft Skills betonen, den Lernwillen oder echtes Interesse am Arbeitgeber bekunden. Hier blitzt idealerweise noch etwas auf, was immer wichtiger wird und den entscheidenden Ausschlag gibt bei der Bewerbung, nämlich Individualität und Persönlichkeit. Manche sprechen auch vom Cultural Fit. Passt diese Person überhaupt zu uns ins Team? Wer braucht das Anschreiben? Tatsächlich? Es macht Mühe, keine Frage, das gebe ich auch zu. Es kostet Zeit und ganz häufig auch Hirnschmalz, weil man ja seine Motivation in 20 Zeilen Text verdichten. Muss und seine Gedanken strukturieren muss, Argumente priorisieren und auf den Punkt bringen muss. Wer da dann nur stumpf Vorlagen kopiert oder lieblose Sätze nachplappert, der bekommt sicherlich keine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Der natürliche Abwehrreflexion ist aber eben kein Beweis dafür, dass das Anschreiben heute überflüssig oder nicht mehr zeitgemäß wäre. Im Gegenteil, der Gedanke ist aus meiner Sicht viel zu kurzsichtig. Das Resultat ist doch am Ende, wenn wir den Lebenslauf nur noch nehmen, dass wir rückwärtsgewandte Bewerbungen bekommen, dass das Recruiting sich allein auf Noten, auf Stationen, Zertifikate, die Hard Skills stützt. Und wollen wir das wirklich? Willst du am Ende sogar von einer Maschine oder künstlichen Intelligenz abgelehnt werden, nur weil deine Zahlen, Daten und Fakten im Lebenslauf nicht zum Algorithmus passen. Ich würde das nicht wollen. Natürlich gebe ich zu, dass der Nutzen des Anschreibens sinkt, je weiter die Karriere voranschreitet. Auch Referenzen können die Eignung für den Job unterstreichen, klar. Aber die hat eben auch nicht jeder oder jede. Und selbst hierbei kann das professionelle Anschreiben die ganzen Stationen im Lebenslauf nochmal erweitern oder auf wichtige Soft Skills eingehen, die, die für die neue Position ganz dringend erwartet werden. Die größte Wirkung aber entfaltet das Anschreiben bei Berufseinsteigern und Quereinsteigern. Hier liefert es ein ganz, ganz wichtiges und veritables Unterscheidungsmerkmal und kann, wenn es gut gemacht ist, einen Bewerber positiv aus der Maße herausheben. Und das wollen wir ja letztendlich alle, sonst müsste man sich ja gar nicht erst bewerben. Keine Am Ende ist so ein Anschreiben auch nur Gebrauchsprosa mit Verfallsdatum. Es geht um den Job, um einen Fuß in der Tür. Das ist die Hauptsache. Verglichen mit dem Lebenslauf spielt das Anschreiben auch weiterhin eher noch eine untergeordnete Rolle. Darauf zu verzichten, macht die Bewerbung vielleicht kurzfristig ein bisschen einfacher. Aber das Schreiben selbst ist ja auch noch mal ein Reflexionsprozess. Wer seine Argumente und Motivation erstmal auf den Punkt bringen muss, der ist ja später auch im Bewerbungsgespräch in der Lage, das zu argumentieren. Also genau zu Warum bewerbe ich mich hier bei euch? Warum will ich diesen Job? Warum finde ich euch als Unternehmen so spannend? Außerdem hänge ich auch gar nicht am schriftlichen Anschreiben. Es gibt durchaus moderne Alternativen. Das Bewerbungsvideo zum Beispiel finde ich großartig Schon. Ein Bild sagt ja sprichwörtlich mehr als 1000 Worte. Wie viel mehr sagen dann bewegte Bilder in zwei bis drei Minuten? Und wovon reden wir hier eigentlich überhaupt? Allein dieser podcast hat bestimmt 10 oder 20 mal mehr Worte als ein einfaches Anschreiben mit 4, 5 kurzen Absätzen. Jeder Schulaufsatz hat mehr Text. Das sollte nun wirklich jeder irgendwie hinkriegen. Im Job schreiben wir später auch mal Memos, E-Mails oder halten eine Präsentation. Das Anschreiben ist und bleibt aus meiner Sicht für beide ein echter Mehrwert. Für Bewerber genauso wie für Personaler. Es ist ein Differenzierungsmerkmal und man kann vieles daraus lesen. Und wenn du nicht schreiben willst, dann mach ein Video daraus. Aber die Aussagen nach vorne zu schauen in die Zukunft sind aus meiner Sicht genauso wichtig wie der Blick nach hinten im Lebenslauf. Ich bin stark dafür, dass jeder Kandidat, jede Kandidatin bei der Bewerbung jede Chance nutzt, die sich ihr bietet. Schließlich geht es um nicht weniger als deinen möglichen Traumjob. Also nutze auch die Chance, die das Anschreiben bietet. Und was Sind da schon 20 Zeilen Text? Viel weniger als in diesem Podcast.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.










