#9 Was tun bei beruflichem Stillstand?

JobGenius hosts explain career stagnation: when your tasks don't change, colleagues get promoted instead of you, and your manager blocks growth. They recommend setting goals, updating your LinkedIn, networking internally, and if nothing shifts, quietly preparing to leave.
Chapters
Auf einer Skala von 1 bis 10 wie zufrieden bist. Du mit deinem aktuellen Job? Und selbst wenn alles passt, wann hast du dich zuletzt weiterentwickelt? Tatsächlich erleben viele Menschen im Laufe ihrer Karriere Phasen des Stillstands und der Stagnation. Es geht im Job einfach nicht weiter, schon seit Monaten nicht mehr oder seit Jahren und das frustriert. Natürlich verstehe ich. Im Fachjargon gibt es dafür unterschiedliche Karrieresackgasse, Karrierestillstand oder auch Karrierekandidat. Genau darüber spreche ich in der heutigen Folge, woran du eine solche Phase erkennst, welche Warnzeichen und Gründe es dafür gibt und natürlich, was du dagegen tun kannst. Also bleib unbedingt dran.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf Hund Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation. Jochen May, Viel Spaß bei der heutigen Folge.
In eine solche Karriere Sackgasse gerät man schneller als einem lieb ist. Anfangs läuft alles noch gut, es läuft bei dir. Ja und dann herrscht plötzlich Stillstand, Weiterentwicklung, Fehlanzeige. Du stößt von unten an die sprichwörtliche gläserne Decke. Der Job ist längst Routine. Du beherrschst ihn aus dem FF. Du bist eigentlich unterfordert, langweilst dich und sehnst dich eigentlich nach neuen Herausforderungen, mehr Verantwortung oder anderen Aufgaben, vielleicht auch nach einer Beförderung und mehr Gehalt. Aber alle Versuche in diese Richtung werden entweder abgeblockt oder sie scheitern an fehlenden Möglichkeiten und Perspektiven. Ich verstehe dich da total gut und habe das auch selber schon erlebt. Solche Phasen erlebt jeder und jede und sie kommen im Schnitt alle drei bis vier Jahre, spätestens aber nach sieben bis zehn Jahren im selben Job und dann meist besonders heftig. Die Gründe dafür sind natürlich komplett unterschiedlich. Das kann zum Beispiel am Unternehmen selbst liegen. Je weiter du aufsteigst, desto weniger Optionen und Positionen bleiben übrig. An der Spitze gibt es logischerweise immer weniger Jobs. Dasselbe gilt aber genauso für Fachkräfte, die irgendwann alles erreicht haben, was sie in ihrem Laden überhaupt machen können. Zwar können sie sich fortbilden, aber dadurch entstehen trotzdem keine neuen Jobs oder Einsatzmöglichkeiten für sie, weil es die schlicht nicht gibt. Vielleicht steckt ein Arbeitgeber aber auch in einer anhaltenden Krise. Auch die verhindert ja die berufliche Entwicklung für viele Positionen gibt es dann einen Budget oder Förderstopp, Teils wird sogar Personal abgebaut und Mitarbeiter werden entlassen. In solchen Fällen kannst du dich anstrengen, wie du willst. Es wird trotzdem kein Vorankommen geben, jedenfalls nicht intern. Und manchmal ist es im Job wie in einer Beziehung und Ehe Beide entwickeln sich zwar weiter, aber in unterschiedlichem Tempo oder in unterschiedliche Richtungen. Dann passt es irgendwann einfach nicht mehr. Ihr habt euch auseinanderentwickelt, du und dein Job oder Arbeitgeber. Spätestens dann wird es Zeit für eine beherzte Trennung und einen externen Jobwechsel. Es gibt aber noch zwei weitere Gründe für einen Karrierestillstand und die sind vielen gar nicht bewusst, dafür aber besonders gefährlich. Ich nenne sie den Fluch der Fleißigen. Lass mich das mal erklären. Grundsätzlich ist natürlich jeder Mitarbeiter auf jeder Position ersetzbar, klar, aber nicht alle gleich gut und gleich schnell, vor allem nicht die sogenannten Leistungsträger. Sie bilden für jeden Chef das Rückgrat der Abteilung und liefern ebenso zuverlässig wie regelmäßig gute Ergebnisse. Ganz Wenn du der Chef wärst, würdest du solche Mitarbeiter ziehen lassen. Eben wie heißt es so schön? Never change a winning team. Wenn es richtig gut läuft, lässt du deine besten Kräfte nicht einfach gehen, sondern findest Wege, sie irgendwie im Job und auf der Stelle zu behalten. Das ist dann zwar gut für das Team, aber das ist natürlich wahnsinnig egoistisch und vor allem ist es schlecht für dich. Menschlich nachvollziehbar, aber ein echtes Handicap. So wird deine aktuelle Unentbehrlichkeit zum Fluch oder zur Karrierekante. Der zweite Grund ist mit dem ersten eng verwandt, hängt aber noch mehr mit dem Ego des Chefs zusammen. Solange es Top Talente gibt, die im Schatten des Chefs bleiben und ihm wichtige Arbeit abnehmen, kann dieser glänzen nach innen und nach oben und nach außen. Und handelt es sich bei dem Chef dann auch noch um eine latent narzisstische Persönlichkeit oder jemand mit einer echten Profilneurose, dann will dieser ganz bestimmt nicht von seinem ehemaligen Zögling überholt oder gar ersetzt werden. Am Ende wird aus dem einstigen Weggefährten sogar noch ein Konkurrent um höhere Positionen. Ja bloß nicht. Und weil solche Chefs natürlich das Potenzial ihrer Leistungsträger, ihrer besten Mitarbeiter genau kennen und einschätzen können, verhindern sie dann deren Aufstieg manchmal sogar ziemlich aktiv, indem sie diese regelrecht sabotieren, anschwärzen oder eben klein halten. Der Effekt ist aber in beiden Fällen derselbe Du kommst nicht weiter, egal wie sehr du dich auch bemühst. Dieses Dilemma der Karrieresackgasse erleben meiner Erfahrung nach vor allem ganz viele Mittelmanager, Team und Projektleiter, die zugleich richtig viel für die Firma leisten. Obwohl sie alles richtig machen, geht es für sie nicht weiter voran. Endstation Karrierestagnation. Hast du dich gerade hier und da wiedererkannt, fühlt sich das für dich gerade genau so an. Es gibt natürlich auch ein paar bedenkliche Warnzeichen, die entweder eine drohende Karrieresackkasse ankündigen oder auch bedeuten. Du steckst schon mittendrin, Deine Aufgaben verändern sich überhaupt nicht mehr und das schon seit Monaten oder Jahren. Das kann natürlich auch an dir liegen, weil du zum Beispiel schon lange kein Engagement mehr zeigst oder es dir in deiner Komfortzone allzu kuschelig gemacht hast. Es kann aber eben auch so sein, dass es für dich keine neuen Aufgaben mehr gibt oder geben soll, selbst wenn du eine Weiterbildung absolvieren würdest. Das zweite Du fühlst dich permanent unterfordert. Klar, wenn du seit Jahren immer dasselbe machst, beherrschst du den Job im Schlaf. Herausforderung geht definitiv anders. Das könnte aber auch daran liegen, dass man dein wahres Potenzial überhaupt nicht kennt und da deine Fähigkeiten unterschätzt. Hierin steckt bereits ein erster Schritt zur Lösung. Wie sieht es denn eigentlich mit deinem Selbstmarketing im Job aus? Tust du auch aktiv etwas dafür, dass man auf dich zurückkommt, dass man dich auf dem Radar hat, deine Stärken und Talente kennt? Du darfst nicht erwarten, dass Chefs medial veranlagt sind und immer alle Mitarbeiter so gut kennen, dass sie diese optimal fördern und entwickeln. Berufliche Veränderung ist keine Bringschuld des Chefs allein, sondern es ist ebenso deine Holschuld. Du musst schon auch aktiv werden, etwas dafür tun, dich zum Beispiel in Meetings mehr einbringen oder regelmäßig reporten, woran du gerade arbeitest. Außerdem kannst du auch selbst neue Projekte anstoßen, wenn du dich langweilst oder unterfordert fühlst. Zeit wäre ja genug zur Verfügung. Wie gesagt, wenn du dich zu Höherem berufen fühlst und findest, in dir steckt deutlich mehr, dann suche das Gespräch mit dem Chef und mach konkrete Vorschläge. Auf dem Silbertablett wird dir das niemand servieren. Das dritte Warnzeichen Beförderungen gehen an alle anderen Kollegen. Alle entwickeln sich weiter, nur du nicht. Okay, das ist ein ziemlich starkes Warnzeichen und hier musst du dich auch ernsthaft hinterfragen, woran das liegt. Ist der Grund dafür dein fehlendes Engagement, dein schlechtes Image? Oder sind es deine noch unbekannten Fähigkeiten? Das kann man alles relativ schnell ändern. Oder aber hast du es hier schon mit einem krassen Fall von subtilem Mobbing zu tun und man will dir durch die Blume Es wäre auch nicht schlimm, wenn du freiwillig gehen würdest. In jedem Fall würde ich in einer solchen Situation das Vier Augen Gespräch mit meinem Vorgesetzten suchen und bitte vorwurfsfrei deine Beobachtungen schildern, immer aus der Ich Perspektive mit sogenannten Ich Botschaften. Ich bin mit meiner aktuellen Entwicklung gerade nicht zufrieden. Ich habe das Gefühl, andere werden gefördert, nur ich nicht. Das kann natürlich auch an mir liegen, aber ich würde gerne ihre Einschätzung dazu erfahren. Was könnte ich ändern? Welche Lösungen können wir zusammen gemeinsam finden? Oft ergeben sich durch diese Gespräche dann doch noch neue und gute Perspektiven und deine interne Entwicklung bekommt einen neuen Kick und Impuls. Und damit sind wir eigentlich auch schon mitten in den Möglichkeiten, was du tun kannst, wenn du das Gefühl hast, mitten in einer solchen Karrieresackkasse zu stecken. Zunächst einmal solltest du dir selbst klare Ziele setzen. Was ist dir wirklich wichtig? Wohin möchtest du dich überhaupt entwickeln? Was willst du unbedingt noch erreichen? Die Fragen klingen trivial, sind es aber nicht. Denn dabei muss es gar nicht nur um mehr Verantwortung oder mehr Gehalt gehen. Vielleicht möchtest du auch einfach nur mehr Entscheidungsfreiheiten, mehr Raum für deine Selbstverwirklichung, weniger Arbeitszeit, mehr Zeit für die Familie und mehr Lebensbalance. Stagnation solltest du bitte nie mit Aktionismus bekämpfen. Wenn du schon etwas dagegen unternimmst, dann muss natürlich die Richtung stimmen und und du solltest von deinem Ziel überzeugt sein, auch langfristig erst. So kannst du überhaupt erst herausfinden, welche Schritte dafür die richtigen sind. Das erste ist also immer deine beruflichen und langfristigen Ziele für dich selbst zu definieren. Der zweite Schritt ist dann die Profilierung. Damit meine ich, dass du dein Profil als Fachkraft oder Führungskraft schärfst, nach innen wie nach außen. Wofür stehst du? Was sind deine größten Stärken? Und Talente. Was macht dich besonders und attraktiv für andere? Ich würde also zum Beispiel meine Online Profile auf LinkedIn oder Xing ganz stark überarbeiten und optimieren. Vielleicht auch mal schauen, ob du irgendwo einen Fachbeitrag publizieren kannst, um in der Außendarstellung sichtbarer zu werden. Das erhöht die Chance, dass du anderen Recruitern oder Headhuntern positiv auffällst und sie auf dich zu kommen mit einer neuen Perspektive oder eben auch einem neuen Job. Gleichzeitig solltest du deine Kontakte aktivieren und dein Netzwerk erweitern, auch intern. Falls es wirklich so ist, dass dich dein Chef ungerne gehen lässt oder dich bewusst in seinem Schatten hält, solltest du natürlich diskret dagegen arbeiten. Klar, das darf nicht nach Illoyalität riechen, sonst sorgt das für atmosphärische Störungen. Aber du kannst dich ja zum Beispiel auch mal mit anderen Abteilungsleitern zum Mittagessen verabreden, dich in Fach und abteilungsübergreifenden Projekten engagieren oder in Meetings einfach mal öfter aktiv einbringen. Es geht darum, mehr angenehm aufzufallen und deinen Wert für die Firma deutlich zu steigern. Im Zweifel wird man dir dann nämlich immer einen anderen, besseren Job anbieten, nur um dich zu halten. Aber das passiert eben auch nur, wenn alle wissen, was sie an dir Tolles haben. Und sollte das alles keinerlei Erfolg haben oder solltest du schon jetzt in dem Laden für dich keinerlei Zukunft mehr sehen, dann bleibt dir immer die Ultima Ratio. Der letzte Ausweg, der Jobwechsel, den kannst du auch jetzt schon heimlich vorbereiten, nur eben ganz ohne Druck. Noch hast du ja ein paar Eisen im Feuer. Aber du kannst dich zum Beispiel schon heute in Online Jobs mal nach alternativen Jobangeboten umsehen, um zu wissen, was da draußen überhaupt so geht und angeboten wird. Genauso kannst du schon mal deine Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand bringen und optimieren. Mir hat mal ein guter Headhunter Freund Es ist immer gut, einen gepackten Fallschirm in der Schublade zu haben. Es macht auch immer einen guten Eindruck, wenn man von einem Personalberater oder Headhunter angerufen wird, oder? Und man hat gleich einen aktuellen und perfekten Lebenslauf zur Hand. Schaden kann es jedenfalls nicht. Eine Stagnation in der Karriere ist kein Drama und auch noch kein Karriereknick. Vorausgesetzt du sitzt die Krise nicht einfach nur passiv aus und hoffst, dass irgendwann mal das Ganze wieder weggeht. Komm raus aus dieser Warteposition. Setz die richtigen Signale, zeige mehr Initiative und beteilige dich mehr. Solche Phasen können eine enorme Chance sein für eine zweite Karriere oder um deinem eigenen Leben eine ganz neue Richtung zu geben. Die einen brauchen dazu nur ein Schulterklopfen, bei anderen ist es eher ein Tritt weiter unten in den verlängerten Rücken.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.










