Die 7 Bewerbungstrends 2024

Seven application trends for 2024: CVs need simple designs for ATS systems and a single strategic color, cover letters still matter to explain gaps, passive job search via LinkedIn gains importance, virtual interviews continue, AI can help with drafts but not replace your voice, and soft skills matter more than ever.
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Was sind die Bewerbungstrends 2024 genau darüber will. Ich mit dir in der heutigen Folge von Karrierebibel TV sprechen. Was sind die Bewerbungstrends im neuen Jahr? Es hat sich ein bisschen was auf dem Arbeitsmarkt getan. Darüber möchte ich mit dir gerne sprechen. Diese Veränderungen und Entwicklungen haben durchaus auch Einfluss auf deinen Bewerbungserfolg und deine Bewerbungschancen. Insgesamt sieben Trends habe ich identifiziert, von denen sicherlich einige ein bisschen auch von 2023 noch ins neue Jahr erreichen. Andere sind definitiv neu dazugekommen. Aber lass uns einfach im Detail darüber sprechen. Ich fange mal an mit dem ersten Trend. Der Lebenslauf gewinnt an Bedeutung. Warum? Ganz einfach, weil auch das hast du mitbekommen im vergangenen Jahr, auch in den Jahren davor schon, hat es angefangen, dass einige Unternehmen auf das Anschreiben verzichten und Anschreiben brauchen wir nicht mehr, wollen wir nicht mehr. Wir machen eine digitale, eine schnelle One Click Bewerbung. Alles, was wir dazu brauchen, ist vor allen Dingen der Lebenslauf. Und klar, je weniger Dokument du einreichen musst für eine Bewerbung, desto bedeutet und relevanter werden die wenigen Verbleibenden. Und das ist natürlich der Lebenslauf, der bleibt, war und ist das Herzstück jeder Bewerbung, aber er wird eben wichtiger und im kommenden Jahr oder in diesem Jahr muss er vor allem eines aussagekräftiger, übersichtlicher und persönliche. Ein perfekter Lebenslauf ist immer individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber und die jeweilige Stelle, auf die du dich bewirbst, zugeschnitten und keine Massenware. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass du im Zweifelsfall für jede einzelne Bewerbung die jeweiligen Schlüsselqualifikationen und entscheidenden relevanten Kompetenzen für diese Stelle rausarbeiten musst und anderes dafür streichen musst. Weiß jetzt nicht, für wie viele Jobs du dich gerade bewirbst und wie unterschiedlich diese sind, aber für jede Stelle mach es noch mal individuell. Mach dir genau Gedanken dazu und schneide den Lebenslauf darauf zu. Bedeutet auch Relevantes betonen, weniger Relevantes streichen. Ja, der Lebenslauf muss auch 2024 lückenlos sein. Aber das heißt ja nicht, dass jede Station in deinem Werdegang gleich lang sein muss. Im Gegenteil, es bedeutet, dass du diese Stationen, die tatsächlich wichtige Erfahrungen, Erfolge, Erkenntnisse beinhalten, die für die neue Stelle wichtig sind. Die machst du länger, alle anderen machst du kürzer und kürz. Sie im Zweifelsfall nur auf ein, zwei Zeilen. Mehr wollen Personaler auch nicht dazu lesen, denn es ist ja per Definition irrelevant. Bedeutet aber auch für den Lebenslauf. Und jetzt kommt etwas, was bisschen neu dazugekommen ist, auch im vergangenen Jahr schon angefangen hat, aber dieses Jahr noch wichtiger wird, ein schlichtes Design. Optische Opulenz mag schön sein. Ich selber bin auch ein großer Freund von Ästhetik, hat aber in modernen Lebensläufen nicht mehr viel Platz. Warum? Weil immer mehr Unternehmen sogenannte KI bzw. ATS, Applicant Tracking System heißt es einsetzen, Resume Parsing, CV Parsing sind die anderen Fachbegriffe. Bedeutet, wenn du eine Bewerbung einschickst, insbesondere einen Lebenslauf, wird das ganz häufig, zumindest bei den großen Unternehmen und Konzernen, zunächst mal durch eine KI oder Software gefiltert, ob du überhaupt in Frage kommst. Und diese Maschinen, man sagt zwar immer künstliche Intelligenz, sind gar nicht immer so schlau, wie sie vorgeben. Heiß Bestimmte Sachen können die nicht interpretieren. Und je komplizierter dein Lebenslauf ist, dein Layout, dein Design, desto größer die Gefahr, dass die Maschine das Ganze nicht versteht. Und im Zweifelsfall sagt sie, diese Qualifikation finde ich nicht, also nicht vorhanden, war sie relevant, fliegst du raus. Unnötig, unnütz, braucht kein Mensch. Schlichtes Design gewinnt gerade wenn du ahnst oder weißt, dass dein Zielunternehmen sehr wahrscheinlich ein solches System, ATS, CD Parsing, whatever einsetzen wird. Schlichte Designs sind wieder auf dem Vormarsch. Ja, natürlich kann man immer noch ein bisschen gestalten, aber bitte nicht zu viel Schnickschnack. Kreative Bewerbungen, so schön sie auch sind, funktionieren auf Papier vielleicht noch ganz gut, digital ganz oft leider nicht, bis die Maschinen vielleicht dann doch noch mal ein bisschen schlauer werden, aber aktuell eher nicht. Zum Lebenslauf habe ich noch zwei Tipps, die ich ganz gerne meinen Coaches, aber auch unseren Leserinnen und Lesern der Karrierebibel regelmäßig nenne. Im Lebenslauf immer die angestrebte Position, idealerweise unter den persönlichen Daten. Eine Zeile reicht. Einfach nochmal den Jobtitel aus der Stellenanzeige wiederholen und davor schreiben. Angebote. Angestrebte Position. Warum? Weil du damit A noch mal unterstreichst, wie entschlossen du bist. Du willst diesen Job haben, und nennst ihn extra. Das ist die Position, die du gerne haben möchtest. Zweiter Den Lebenslauf kannst du nicht mehr woanders verwenden, denn da heißt der Job vielleicht ganz anders. Heißt also für den Personaler keine Massenbewerbung, sondern individuell zugeschnitten. Für diese Stelle finden Personaler Mut. Zweiter Tipp Nutze Farben strategisch. Was meine ich damit? Greif jetzt nicht in den Regenbogen und hole die Buntstiftkiste raus und mach das Ding bunt. Das ist tendenziell auch infantil und unseriös. Nutze Farben besser nur eine Schmuckfarbe. Strategisch sinnvoll. Und da geben wir immer wieder den Nutze zum Beispiel eine Farbe des Unternehmens, bei dem du dich bewirbst. Also klassisches Du bewirbst dich bei der Deutschen Bahn. Welche Farbe hat das Logo? Genau? Rot. Also würde ich bei einer Bewerbung bei der Deutschen Bahn tendenziell irgendwo Zierlinien oder kleine Icons, whatever du dann einmal nutzt, in rot einfärben. Einfach damit dem Personaler das Gefühl auch wieder subtil entsteht. Da ist jemand, der identifiziert sich schon mit unserem Unternehmen und so ein bisschen im Subtext schwingt schon Eigentlich gehöre ich schon dazu. Ich bin schon so rot wie ihr. Also nutze Farben strategisch und vor allen Dingen verwende die angestrebte Position. Zweiter Trend und das ist jetzt polarisierend. Das weiß ich. Ich sage es trotzdem. Das Anschreiben bleibt. Ich habe gerade eben noch gesagt, einige Unternehmen nutzen es nicht mehr. Stimmt, machen einige Unternehmen. Ich finde es aber auch gerade in 2024 extrem wichtig und es wird auch bleiben. Ich weiß, viele haben im vergangenen Jahr, ich habe das auch gelesen in diversen Plattformen und in Blogs geschrieben, das Anschreiben ist nicht mehr zeitgemäß, hat ausgedient, braucht kein Mensch. Und dabei kippt man so ein bisschen das Kind mit dem Bade aus, denn das Anschreiben ist ja ein Medium. Nur weil viele Bewerber da nicht so richtig gutes Zeug drin schreiben oder manche Personaler deswegen das dann auch nicht lesen wollen, heißt es ja nicht, dass das Anschreiben unnütz ist. Im Gegenteil, du brauchst es weiterhin. Und ich sage dir auch, an welchen Stellen und warum. Der Lebenslauf schaut ausschließlich nach hinten. Der Was hast du bisher gemacht? Was hast du gelernt? Was kannst du? Wo warst du schon überall? Das sagt aber überhaupt nichts. Darüber aus, was du in Zukunft machen willst, wie groß deine Motivation ist, wer bist du eigentlich? Und das genau ist die Sternstunde des Anschreibens. Und ich finde, beide Informationen sind extrem wichtig in einer Bewerbung. Für mich als Chef heute, aber natürlich auch für jeden Personaler, um überhaupt entscheiden zu können, ob das ein geeigneter Kandidat ist. Natürlich kann man das weglassen, aber da verlagert man das Problem nur weiter ins Vorstellungsgespräch und will es dann da wissen. Warum denn nicht gleich diese Chance nutzen als Kandidat, als Bewerberin und Bewerber. Im Anschreiben zeigst du deine Motivation. Da blitzt deine Persönlichkeit zwischen den Zeilen durch, wenn du keine Floskeln verwendest. Da zeigst du, welche Top Stärken du hast und wie du sie im neuen Job einsetzen kannst und willst. Und das ist etwas, was Personaler definitiv überzeugt. Die Differenzierung, die da möglich ist, hebt dich von der Maße der anderen Bewerber ab und täuscht dich mal nicht. Ich habe Umfragen gelesen, danach nutzen immer noch 60 Prozent aller Bewerber ein Anschreiben bei der Bewerbung. 60 Prozent. Das heißt, wenn du es weglassen würdest, hättest du vielleicht einen Nachteil, den andere aber längst nutzen. Ich sag dir ganz ehrlich, ich würde diese Chance nicht an mir vorbeigehen lassen, nur weil es weniger Mühe macht, wenn ich es einfach weglasse. Die Mühe Es geht immerhin um deine Zukunft, deine berufliche, deinen Traumjob. Da würde ich mir zumindest mal diese paar Zeilen Mühe machen, damit es sich wirklich lohnt. Und gehen wir mal jetzt von einer bestimmten Zielgruppe aus. Berufseinsteiger, die haben in der Regel noch keinen großen, aufregenden Lebenslauf. Was soll denn da drinstehen? Wie willst du dich denn mit einem relativ dünnen Lebenslauf von anderen Berufseinsteigern, die auch nur eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, differenzieren? Schwer möglich. Da hilft das Anschreiben einfach, den kleinen Tacken mitzugeben und zu Ich bin eben doch der oder die beste Kandidatin für diesen Job. Aus den und den Gründen auch Erklärungen kann das Anschreiben schaffen. Was ist mit Quereinsteigern? Und ich weiß, viele Menschen würden gerne aktuell den Job wechseln und mal was ganz anderes machen. Quereinstieg, Branchenwechsler, viele Jobhopper, aber vielleicht auch Menschen, die gerade arbeitslos sind oder sich aus der Selbstständigkeit zurück in ein Angestelltenverhältnis bewerben wollen. Für all diese Menschen eigentlich passt der Lebenslauf so gar nicht zu dem neuen Job. Bei Kündigung, längere Arbeitslosigkeit, Lücken ist er sogar noch erklärungsbedürftig. Für den Lebenslauf hast du da echt ein Problem. Und wie willst du die Lücke erklären? Wo denn im Lebenslauf? Dafür ist kein Platz im Anschreiben. Schon das Anschreiben kann genau diese Lücke schließen und einen Bezug schaffen zwischen der Stellenanzeige und einem vermeintlich nicht passenden Lebenslauf. Und das ist wieder ein weiterer Vorteil des Anschreibens. Und nicht zuletzt kannst du dich natürlich mit dem Anschreiben deutlich profilieren, von anderen Bewerbern noch mal abheben und ganz deutlich eben deine Persönlichkeit noch mal ein bisschen rauszeigen. Ich glaube, dass Leidenschaft, Begeisterung für eine Stelle, so es denn keine Floskeln sind, tatsächlich zwischen den Zeilen stecken kann und das geübte Personal hat die hunderte von Bewerbungen gelesen haben, so etwas erkennen können. Ich behaupte das einfach mal frech für mich. Ich kann sowas erkennen. Ich habe mit vielen Texten zu tun, tagtäglich seit über 30 Jahren. Ich kann auch zwischen den Zeilen lesen und kann sowas erkennen. So für alle die, die sagen, ich habe aber keinen Bock zu schreiben, ich kann es auch nicht und ich will es auch nicht lernen. Das Anschreiben, hatte ich gerade gesagt, ist nur ein Medium. Ich bin ja nicht unbedingt sklavisch daran gebunden. Es gibt auch Alternativen zum Anschreiben. Für alle, die schreiben ist nicht meine Welt, was mache ich hier gerade? Ich nehme ein Video auf und das kannst du auch. Die Alternative zum Anschreiben ist ein sogenanntes Bewerbungsvideo. Und ich hatte hier schon an anderen Stellen gesagt, auf meinem Bewerbungsvideos halte ich für eine wunderbare Alternative zum Anschreiben. Vielleicht sogar für einen echten Gamechanger bei der Bewerbung der Zukunft, wo wir dann nur noch ein Lebenslauf und ein Video brauchen. Weil in so einem Video kannst du in 3 Minuten wunderbar erzählen genau das, was im Anschreiben steckt. Warum willst du diesen Job? Was begeistert dich an dem Unternehmen, an der Stelle, an der Position? Wie willst du deine Stärken einsetzen? Was willst du machen? Und und und. Da kann man sagt ja so schön ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Da kann in so einem Bewegtbild mit Stimme, Video, Körpersprache viel mehr drinstecken als in einem Anschreiben. Also meine Empfehlung gerade für die Bewerbung 2024 Wenn du kein Anschreiben nutzen willst, dann nutze wenigstens ein Bewerbungsvideo. Tipps dazu findest du auch auf der Karrierebibel. Dritter Die passive Bewerbung wird wichtig. Ich habe auch schon an anderen Stellen gesagt, der Name passive Bewerbung oder passive Jobsuche ist ein bisschen irreführend. Warum? Naja, weil man natürlich bei Passiv immer denkt, ich muss nichts tun. Stimmt natürlich nicht. Worum geht es bei der passiven Bewerbung? Deswegen heißt es so, es geht darum gefunden zu werden. Also nicht du suchst den Job, sondern Job kommt zu dir. Personaler, Recruiter, Headhunter finden dich und das macht man Heute überwiegend in Social Media, vornehmlich auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing, indem man da Profile anlegt und diese pflegt, aktiv gestaltet, durch Post, durch Kommentare, durch Gastbeiträge und und und. Also man ist da ein bisschen quirliger unterwegs, setzt vor allen Dingen in seinem Profil GEZ Keywords ein, Schlüsselbegriffe, sodass Recruiter, die auf diesen Plattformen unterwegs sind, dich auch als Expertin oder Experte finden können. Das ist die passive Bewerbung. Ergänzen kann man das Ganze natürlich noch, übrigens auch eine Empfehlung von mir mit einem eigenen Blog oder einer eigenen Bewerbungs Homepage. Da gibt es heute auch ganz viele Gratis Seiten, wo man das machen kann. Die werden dann auch in Suchmaschinen gefunden, kann man zur Not auch bewerben. Aber der Vorteil ist, du kannst dort wunderbar auch wieder persönliche Daten von dir, meinetwegen auch Passwortgeschäft geschützt hinterlegen und so für Personaler noch ein viel größeres Profil von dir zugänglich machen. Du kannst da natürlich auch Beiträge schreiben, posten und damit noch mal mehr deine Expertise und deine Spezialität und Fachkenntnis unterstreichen. Das hilft. Und diese passive Bewerbung wird deswegen umso wichtiger, weil es gibt den Fachkräftemangel nicht überall, aber in einigen Branchen und Berufen. Und der hat auch schon in der Vergangenheit viele Personaler dazu gezwungen, Talente, Nachwuchskräfte gezielt selber zu suchen. In der Fachsprache heißt es Active Sourcing. Und dieses Active Sourcing, also die aktive Suche nach Mitarbeitern, die findet vor allem im Internet statt, da findet man sie natürlich besonders einfach. Recruiter sind da sehr unterwegs, eben namentlich auf diesen Plattformen Xing, LinkedIn, das sind nun mal Berufsnetzwerke und deswegen solltest du da vorhanden sein. Das wird zunehmen und hilft dir natürlich auch ein Berufsleben lang. Also jetzt nicht nur aktuell, wenn du gerade jetzt auf Jobsuche bist, sondern vielleicht auch in einem halben Jahr oder in einem Jahr oder zwei Jahren, wenn du sagst, naja, ich leg da erstmal ein Profil an, mache mich auffindbar, vielleicht kommt irgendwann mal ein Angebot, das mir dann richtig gut gefällt und dann kann ich ganz locker wechseln, musste nicht mal eine Bewerbung schreiben. Also passive Bewerbung wird wichtiger in diesem Jahr, weil das Active Sourcing auch zunimmt. Vierter Trend, virtuelle Interviews nehmen zu. Klingt ein bisschen kryptisch, meint aber im Grunde genommen nur, dass wir aus der Corona Pandemie einiges mitgenommen haben, nämlich die Tendenz zu Videokonferenzen oder Telefonkonferenzen. Das mussten wir ja zwangsweise durch die Corona Pandemie. Das haben natürlich viele Personaler auch gemerkt, die stehen latent immer unter Kostendruck und haben gemerkt, hey, das funktioniert ja genauso. Spart obendrein Zeit, Kosten, Reisekosten vor allem. Und deswegen werden heute viele, viele Erstgespräche nach der schriftlichen Bewerbung virtuell geführt. Also als Telefoninterview oder Videointerview heißt für dich als Bewerber, das ist der Trend und darauf solltest du vorbereitet sein. Bedeutet konkret, mach dir auf jeden Fall Gedanken, beispielsweise bei einem Video Interview, wie sieht es denn bei dir zu Hause aus? Hast du ein gutes Licht, eine gute Kamera? Ist der Ton okay? Ist der Hintergrund gut? Neutral? Was würdest du anziehen, wenn du zu so einem Vorstellungsgespräch hingehst? Die heimische Atmosphäre verführt den ein oder die andere auch mal ganz gerne dazu, etwas salopper unterwegs zu sein oder vielleicht auch einen Hintergrund zu wählen, der so nach Omas Kammer aussieht. Nicht unbedingt das, was man als Leistungsträger im Subtext irgendwie mitschwingen lassen möchte. Deswegen mach dir dazu Gedanken. Bereite dich aber auf so ein Telefon oder Video Interview genauso gründlich vor wie auf ein Vorstellungsgespräch vis à vis. Also im realen Leben die richtige Kleidung dafür anziehen. Auf jeden Fall einen professionellen Eindruck hinterlassen. Beim Telefoninterview sieht es natürlich keiner. Wobei man ja immer sagt, dass die Klamotte auch etwas mit dir selber macht. Also wenn du zu leger gekleidet, ist es anders von deinem ganzen Habitus, von deiner Sprache, als wenn du von vornherein Schuhe anziehst, richtige Straßenschuhe und irgendwie Businesskleidung. Ich glaube daran ein bisschen und denke auch, das hat eine, vielleicht keine allzu große, aber doch immerhin eine gewisse psychologische Wirkung. Ich würde mich also auch für ein Telefoninterview professionell anziehen und ganz wichtig, ich würde natürlich meine Bewerbungsunterlagen parat haben, genauso die Stellenanzeige und eine Selbstpräsentation schon mal vorbereiten. Nichts schlimmer, als wenn du in so einem Interview sitzt, auch wenn es nur virtuell ist und fängst an zu stottern und dann sagt ja was, erzählen Sie doch mal was ein bisschen über sich und dann kommt da nur was, was dir gerade so in den Kopf kommt und shit, das hätte ich mal besser machen können. Rechne damit, aber nimm das genauso ernst wie richtige Interviews. Ich gehe aber davon aus, 2024 werden sie zunehmen. So, fünfter Trend und jetzt kommt wieder was so ein Knaller, der polarisiert. Gibt es wahrscheinlich viele böse Kommentare, aber ich sage es noch mal in einer Deutlichkeit und ich ste auch es gibt keinen Bewerbermarkt. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder davon gelesen, dass manche davon schreiben, es gibt diesen Arbeitnehmermarkt und jetzt kein Arbeitgebermarkt mehr und so weiter und so fort. Das schmeichelt vielen Bewerbern und manche werden davon auch richtig überheblich und machttrunken, regelrecht besoffen davon, dass sie jetzt die Könige sind und jeder müsste den roten Teppich ausrollen. Ja, das stimmt. In ganz wenigen Branchen und Berufen, da ist der Fachkräftemangel so groß, dass Programmierer zum Beispiel, bestimmte Maschinenbauer oder Ingenieure. Ja, da ist das so. Da werden Leute händeringend gesucht. Aber, und das muss man mal ganz deutlich sagen, du bist nicht im Bewerbermarkt, wenn du dich noch bewerben musst. Solange deine Jobsuche so aussieht, dass du online oder wo auch immer nach Stellenanzeigen suchst und dich anschließend darauf bewirbst, fragst du etwas nach, was ein anderer anbietet. Und das ist kein Arbeitnehmermarkt und auch kein Bewerbermarkt. Das ist immer noch ein Arbeitgebermarkt. Arbeitnehmermarkt wäre, wenn bei dir das Telefon Sturm klingelt und jede Minute ein anderer Headhunter bei dir anruft. Wenn du 50 Mails am Tag kriegst von irgendwelchen Recruitern, die sagen Bitte komm zu uns, wir wollen dich unbedingt einstellen und du kannst es dir einfach aussuchen und musst nichts mehr schreiben. Kein Anschreiben, kein Bewerbungsvideo, nichts. Dann ist Arbeitnehmermarkt sonst nicht. Aber Achtung, ein paar versöhnliche Worte. Das heißt natürlich nicht, dass du jetzt zum Bittsteller wieder werden wirst. Nein, auch 2024 jeder Arbeitnehmer ist kein Bittsteller. Du hast ja etwas anzubieten. Deine Arbeitskraft, deine Erfahrung, dein Know how, dein Engagement, deine Leistung, deiner Leidenschaft. All das ist nicht nix und ordentlich was wert heißt im Du kannst ein faires und angemessenes Gehalt verlangen und du kannst auch erwarten, dass dein Arbeitgeber ein Umfeld schafft und ermöglicht, das dich fördert und indem du dich weiterentwickeln kannst. Ja, aber bewerben musst du dich nach wie vor, es sei denn, du bist tatsächlich einer von diesen ganz, ganz raren Spezies. Das sind vielleicht 20 Prozent im Arbeitsmarkt und das wahrscheinlich noch sehr großzügig geschätzt. Alle anderen bewerben sich auch weiterhin. Das ist nichts Schlimmes. Aber es bedeutet eben auch auf diese eine tolle Stelle, diesen Traumjob. Für dich gibt es wahrscheinlich auch noch andere Mitbewerber und umso deutlicher solltest du die anderen Bewerbungstrends berücksichtigen und dich positionieren und immer noch argumentieren, warum du der oder die beste Kandidatin bist. Aber es ist kein Bewerbermarkt, auch wenn das viele versuchen herbeizuschreiben. Ich sehe das anders und überhaupt nicht so. Dafür gibt es einen anderen großen Trend. Und jetzt gehen wir ein bisschen ins Technische rein. Bisher waren das ja eher inhaltliche Trends. Der sechste Trend ist ein technischer, nämlich KI im Bewerbungsprozess, Allen voran natürlich ChatGPT. Nutzen inzwischen einige. Gibt es auch ganz viele Beiträge schon von meinen lieben Kollegen, Coaches oder anderen Portalen, die darüber schon geschrieben haben. Experimente. Experimente gemacht haben, haben wir auch. Natürlich kann man mit ChatGPT theoretisch schnell, einfach und kostengünstig sich ein Anschreiben oder eine komplette Bewerbung mit Lebenslauf und allem drum und dran erstellen lassen, teilweise sogar mit fertigem Design, ist ja fast heute schon nichts, was nicht damit geht. Aber die Ergebnisse sind, finde ich, nach wie vor höchst unbefriedigend und nicht gut. Was haben wir da zum Beispiel gesehen? Also fast alle Anschreiben, die auch wir getestet haben, kranken an diversen echten Killerfehlern, die da drin waren. Jetzt kann man immer dazu sagen, ja, die Qualität dessen, was du von diesen KI Tools bekommst, liegt maßgeblich daran, welche Prompts, also Befehle du einsetzt, um der KI zu sagen, was in der Mitte schön machen soll. Stimmt. Aber selbst mit gelernten, immer weiter verbesserten Prompts war das Ergebnis unterdurchschnittlich. Das geht schon los. Dass die Anschreiben, die wir da beispielsweise bekommen haben, mit sehr geehrte Damen und Herren losgehen, obwohl wir prompt bzw. Der KI gesagt Gucke mal, da gibt es auch einen Ansprechpartner, hier ist die Stellenanzeige und so weiter, da waren Namen drin, kann die KI nicht. Dabei ist ganz, ganz wichtig, dass ein Anschreiben möglichst persönlich adressiert wird, also einen Ansprechpartner nennt und wenn du ihn nicht kennst, versuche ihn wenigstens zu recherchieren telefonisch. Das zweite die meisten Anschreiben. Und das liegt einfach daran, dass die KI wahrscheinlich den Durchschnitt nimmt von allem, was sie finden kann. Und der Durchschnitt ist leider Mist. Die fingen immer an mit Hiermit bewerbe ich mich als der schlechteste Einstiegssatz ever. Klar bewirbst du dich. Das ist eine Bewerbung. Das ist ein Anschreiben für eine Bewerbung. Klar bewirbst du dich hiermit. Ein blöder Satz. Und genauso mit großem Interesse habe ich ihre Stellenanzeige sowieso mit großem Interesse. Ja, was denn sonst? Das Gegenteil wäre. Die Nachricht, die Stellenanzeige von E. Fand ich total uninteressant. Ich bewerbe mich aber trotzdem. Wer schräg Aber wäre wenigstens eine News. Aber mit großem Interesse ist klar, dass du das mit großem Interesse liest. Du bewirbst dich ja gerade. Also auch das ein denkbar schlechter Einstiegssatz. Langweilig, floskelhaft. Aber so gehen fast alle diese ChatGPT Dinger los. Und dann der Schlusssatz immer wieder konjunktiv Ich würde mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen und all die anderen Varianten. Der Konjunktiv haben wir schon so oft geschrieben, ist der Tod des Anschreibens. Gerade eben warst du noch eine begeisterte Nachwuchskraft, ein Top Talent. Und dann der Konjunktiv ich würde mich freuen. Also leichte Zweifel, ob ich denn doch sie überzeugt habe. Nein, du bist selbstbewusst, du bist ein Top Kandidat, du bist ein Bewerber. Also sagst Ich freue mich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ohne Konjunktiv. Das ist ein richtig guter Schlusssatz. Ohne Konjunktiv kann die KI aber nicht fast immer Konjunktiv. Und so gab es viele viele andere Fehler, manchmal auch kleine Komma Fehler, Grammatikfehler. Also es waren Sachen drin, wo ich sage, ne, in der Summe nicht gut. Heißt für mich, bin aber auch kein Technikfeind. KI kann man bei der Bewerbung nutzen, aber bitte, bitte nicht, um sich eine vollständige Bewerbung schreiben zu lassen. Die Personaler, mit denen ich im Vorfeld gesprochen habe, sagen mir immer noch zu 90 Prozent erkenne ich eine KI Bewerbung, gerade das Anschreiben, und ich finde sie sterbenslangweilig. Ich finde sie sogar noch schlechter als eine richtige Bewerbung oder eine schlechte Bewerbung von einem Menschen, weil darin im Subtext wieder etwas steckt, was mich abtörnt, nämlich die Aussage, ich war es mir noch nicht mal oder du warst mir noch nicht mal die Mühe wert, selbst was zu formulieren. Ich habe es einfach in der KI machen lassen. Das ist null Eigeninitiative, kein Bock, Faulheit. Und wenn es so schon losgeht, dann weiß ja gar nicht, ob ich denjenigen überhaupt einstellen will. Der ist ja sowas von unmotiviert und das ist gefährlich. Also KI gerne nutzen, aber anders zum Beispiel dann, wenn du eine akute Schreibblockade hast oder ein erstes Gerüst für ein Anschreiben haben möchtest, weil du so gar nicht weißt, was du schreiben sollst. Bei der Karrierebibel gibt es zahlreiche Vorlagen, Musterschreiben, die kann man sich schon mal durchlesen. Wenn du das nicht willst, nutz gerne die KI, aber bitte nur als Gerüst, als Erst Inspirationsquelle, aber nicht eins zu eins übernehmen. Und dann fängst du an, was richtig Eigenes zu formulieren und zu schreiben, was wirklich zu dir passt. Man kann KI auch noch anderweitig nutzen, zum Beispiel zur Recherche, wenn du zum Beispiel im Vorfeld oder auch zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch herausfinden mö Was hat dieses Unternehmen für eine Geschichte, Tradition, Historie? Was sind die ganzen Produkte, die Märkte, auf denen das Unternehmen ist? All das kann eine KI für dich wunderbar aus dem Internet zusammentragen. Recherchieren sollte man vielleicht hier und da mal verifizieren, aber die erste Mühe kann die KI machen. Die kann dir zum Beispiel auch recherchieren, was andere über diesen Arbeitgeber sagen. Dann musst du nicht auf irgendwelchen Arbeitgeber Portalen oder Arbeitgeber Bewertungsportalen rum suchen. Das macht dann die KI für dich. Du kannst dir aber auch Informationen zu der Position bzw. Job Description holen. Also wenn du nicht weißt, was macht eigentlich ein Key Account Manager? Ich finde den Job zwar ganz reizvoll, aber so genau weiß ich es eigentlich nicht. Dann kannst du die fragen, ob sie dir einfach mal ein komplettes Dossier zusammenstellt. Was macht eigentlich ein Key Account Manager? Bei dem Job wäre es vielleicht noch relativ naheliegend, wissen sehr, sehr viele, aber es gibt ja vielleicht andere Berufe, wo du es nicht so genau weißt. Dann lass die KI für dich ein bisschen recherchieren und dir ein schönes Berufsprofil zusammenstellen. Das ist eine sehr gute und auch nützliche Vorbereitung. Die Zeit spart, aber ansonsten bitte nicht ein vollständiger Ersatz, denn am Ende, und das ist ein wichtiger Satz, bewirbt sich nicht die Maschine, sondern du. Damit kommen wir auch schon zum siebten und letzten Soft Skills gewinnen an Bedeutung. Und du solltest sie unbedingt betonen. Es gibt diesen einen schönen Hire for attitude, train for skills Ü Stell die Leute ein für ihre Attitüde, für ihre Einstellung, Arbeitsweise und trainiere später die Skills. Und dieser Satz, der verfängt sich immer mehr in den Köpfen vieler Personaler und ich finde, das ist ein sehr guter Trend und ein wertvolles Signal. Denn es sagt eigentlich die harten Qualifikationen, auf die die Deutschen auch früher immer so lange gestanden haben, Zertifikate, Zeugnisse, Abschlusszeugnisse und so weiter und so fort. Hard Skill verlieren damit an Bedeutung, weil man merkt, die sagen nicht wirklich viel darüber aus, was einer später kann und wie er im Job auch am Ende performen wird. Natürlich gibt es Berufe. Ein Arzt muss natürlich eine medizinische Ausbildung haben, Medizin studiert haben. In denen ist das eine Basisvoraussetzung, keine Frage. Aber für den Erfolg hinterher, dafür, ob jemand wirklich hinterher in dem Unternehmen seinen Platz findet, mit den anderen gut zusammenarbeiten kann da sagen Soft Skills viel, viel mehr. Dahinter steckt noch eine andere Kenntnis, ein anderer Trend, den wir schon in der Vergangenheit beobachtet Die Vielfalt in Unternehmen. Diversity nimmt zu. Wir haben zunehmend Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichsten Hintergründen, kulturellen Hintergründen, aber auch unterschiedlichen Arbeitsweisen, Denkweisen, Ausbildungen, Projektarbeit nimmt zu. Das heißt, die Teams innerhalb der jeweiligen Projekte wechseln auch häufiger. Also du wirst in deinem Berufsleben bei einem Unternehmen häufiger mit verschiedenen Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenarbeiten und das kann immer wieder auch mal wechseln. Im Umkehrschluss bedeutet du musst dich darauf einstellen können. Was ist dafür wichtig? Empathie, Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, all das sind soziale Kompetenzen oder als Anglizismus Soft Skills. Und die nehmen an Bedeutung deutlich zu und sind für Personaler ein wichtiges Einstellungskriterium. Die zeigst du ganz stark im Vorstellungsgespräch, da will man die auch ein bisschen abklopfen. Aber du kannst sie auch schon in der Bewerbung 2024 zeigen. Zum Beispiel, indem du im Lebenslauf dein soziales Engagement betonst, erwähnst, Ehrenämter, die Teamfähigkeit in einem Sportverein unter Beweis stellst oder das Ganze auch noch mal wieder im Anschreiben irgendwie nochmal mit einem kleinen Absatz herausstreichst. Dringende ganz starker Trend in der Bewerbung. Betone Soft Skills in der Bewerbung, denn sie sind sehr häufig ausschlaggebend. Mach dir dazu Gedanken und trainiere sie auch. Soft Skills helfen dir ein Leben lang, nicht nur bei der Bewerbung, sondern natürlich auch im Privatleben. Deswegen ist das keine vertane Liebesmüh. Soft Skills auf jeden Fall ganz, ganz stark im Fokus bei der Bewerbung 2024. Das waren sie, die sieben großen Bewerbungstrends im neuen Jahr. Ich wünsche dir jetzt viel Erfolg bei deiner Bewerbung.










