Follow your flow: Wie du deine Produktivität 5fach steigerst!

Transkript eines deutschen YouTube-Interviews (Karrierebibel TV / JobGenius) mit Dr. Frederik Hümmecke über sein Buch "Follow your flow". Gesprächsinhalt: Definition und Neurobiologie von Flow, die Methode "Bio Timeboxing" zur Planung persönlicher Flow-Phasen, typische Flow-Breaker, Dauer und Frequenz von Flow-Phasen, Umgang mit Stress/Krisen sowie ein größeres Kapitel im Buch zum Thema Zielsetzung und -erreichung. Enthält Live-Zuschauerfragen und praktische Anekdoten des Autors.
Chapters
So ihr Lieben, ich hoffe ihr habt alle eingeschaltet. Wieso sagt ihr jetzt hier Interview Mute? Jetzt bin ich schon wieder total verirrittiert. Ich hoffe ihr könnt mich hören. Dann gebt mir mal ein Signal. Es hat ja gerade so ein Signal gekriegt, das Mikro sei aus, Kann aber eigentlich nicht sein. Also herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Karrierebibel TV. Heute mit einem ganz spannenden Gast, im Moment noch nur in Retorte, nämlich auf diesem Buch. Wir sprechen über dieses Buch Follow your flow. Es geht um den Flow. Was das genau ist, darüber spreche ich gleich mit Dr. Frederik Hümicke, einem guten Freund von mir und Bekannten und außerdem ein fantastischer Buchautor. Und der hat ein ganz tolles Buch geschrieben. Was es genau damit auf sich hat, darüber reden wir gleich. So, ich hoffe das Mikro ist an. Er sagt mir immer noch Interview Audio muted. Ich verstehe es nicht warum. Wir gucken mal, was da läuft. Vielleicht gibt mir einer, der eingeschaltet hat, ein Signal. Toll wäre es auf jeden Fall. Ansonsten nehmen wir es ja auf und laden es noch mal neu hoch. Also kein Problem. Bei mir ist Dr. Frederik Hümmecke Buchautor und ein guter Freund von mir zugeschaltet live aus Holland. Da ist er auch schon. Hallo Frederik.
Hallo Jochen.
So, wir hören uns auf jeden Fall irgendwie gerade sagt das Mikrofon sei aus, aber es kann eigentlich sein. Wir hören uns ja erstmal ganz gut. Von daher gehen wir davon aus, dass es klappt. Wir sprechen heute über dein neues Buch, jetzt schon Spiegel Bestseller. Follow your flow. Das Thema Flow ist ja eigentlich jetzt nicht so neu. Ich habe selber schon vor Jahren darüber geschrieben. Populär gemacht hat Michael Michali, ganz schwieriger Name, du kennst ihn. Ich habe vor Jahren mal für die Wirtschaftswoche ein Interview mit ihm gegeben, war Professor an der Uni Chicago, hat diesen Begriff bekannt gemacht. Vor ihm gab es schon Pädagogen Anfang der 1900 Wann war das? Irgendwie so 1920 rum? Kurt Hahn hat darüber gesprochen, der nannte das noch die schöpferische Leidenschaft. Später dann, wie gesagt, Flow von Schicksal. Jetzt hast du dir ein Buch dazu vorgenommen. Wie kamst du da drauf?
Im Wesentlichen Gejammer und zwar konstruktives und produktives Gejammer und vor allen Dingen von meinem Team. Ich habe immer wieder erlebt, dass mein Team zu mir kam und Frederik, wie machst du das? Als ich damals mein letztes Buch geschrieben habe. Jetzt hast du ein Buch geschrieben, Jetzt hast du die drei Projekte gemacht, jetzt hast du noch eine Firma gekauft, jetzt hast du noch das gemacht. Wie schaffst du das, dass du so produktiv bist? Und dann kam so ein Gerede rein nach dem Motto Ja, du bist doch, du bist doch einfach so brillant und das sind wir nicht. Und da war immer meine nö, überhaupt gar nicht. Denn die Erklärung, warum ich mehr geschaffen habe als andere, war nicht irgendwie eine Eigenschaft, die ich habe, sondern in ganz, ganz vielen Punkten. Vor allen Dingen die Art, wie ich meine Arbeit gemacht habe. Das habe ich den Leuten immer wieder erklärt Und irgendwann haben sie mich da mal genötigt zu Bring uns das bei. Und dann habe ich okay, ich mache mal eine Keynote dazu, habe eine ein, zwei Stunden Keynote gemacht, wo ich mein Produktivitätssystem präsentiert habe. Diese Keynote wurde dann rumgegeben und irgendwann habe ich okay, das ist so interessant für die Leute, Das muss ein Buch werden. Und jetzt gibt es ein Buch und.
Jetzt gibt es ein Buch. Wenn wir über den Flow reden, vielleicht müssen wir mal den einen oder anderen noch abholen, was Flow genau ist. Also einfache Definition, die ich mal gelernt habe, Du hast bestimmt eine bessere, ist, dass der Idealzustand, wo es einfach läuft, wenn du arbeitest, es flutscht so richtig. Du strengst dich oder hast nicht das Gefühl, dich anzustrengen, alles läuft. Du bist, wie man so schön sagt, im Flow. Klasse. Mihai hat damals gesagt, es ist der ideale Zustand zwischen Unterforderung und Überforderung mit einem leichten Kick zur Überforderung, damit man noch irgendwie was Spannendes spürt. Wie definierst du Flow?
Vollkommen richtig. Und ich baue mal jetzt darauf auf, weil es gibt dazu noch eine weitere Ebene, auf die ich mal schauen möchte. Denn dass es Flow gibt, super, dass alle Leute Flow gerne hätten. Einverstanden? Also wer möchte es nicht, dass er sich zur Arbeit hinsetzt und plötzlich und zwei, drei Stunden sind vorbei, die sich überhaupt gar nicht schwerfällig anfühlen und man hat irgendwie das geschafft, was man in der Woche nicht schafft. Wer will das nicht? Die wichtigste Frage dahinter ist aber die eine Frage mit den drei Buchstaben wie Und es zeigt sich Flow hat eine ganz gewisse neurobiologische Konfiguration und und das zu nehmen in diesem Buch, diese neurobiologische Kompetenz herauszufinden aus der Forschung und zu Was braucht es denn damit jeder verlässlich systematisch in den Flow auch wirklich kommt. Das ist dann Fokus in dem Buch. Also wir beschäftigen uns damit, wie können wir Neurotransmitter so hinkriegen, dass wir wirklich in den Flow kommen.
Jetzt hast du ja spannenderweise eine Methodik entwickelt in deinem Buch, wie man schneller und besser in seinen persönlichen Flow kommt, Denn das ist ja auch dein Titel, Follower, follow your flow. Und bevor wir jetzt auf diese Frage eingehen und ein ganz neues Wort, was ich im Buch gelesen habe, sage ich schon mal an der Stelle, das hier unten ist nicht zufällig das Bild, was ich gewählt habe. Wenn ihr eingeschaltet habt, könnt ihr jederzeit Kommentare schreiben auf Facebook, auf LinkedIn, auf YouTube, wo auch immer ihr eingeschaltet habt. Ich sehe die dann, blende die ein und wenn Zeit ist, gehen wir natürlich auch auf eure Fragen ein. Also gerne Fragen stellen. Jetzt aber zu der Frage, die ich dir gerne stellen würde. Du hast eine Methode entwickelt und nennst die Bio Timeboxing wieder so ein Anglizismus, ganz spannend, besteht aus mehreren verschiedenen Sachen. Kannst du das mal gerade erklären? Wie kann ich denn in meinen Flow mit Bio Timeboxing kommen?
Wenn wir von der Prämisse ausgehen, dass ein Flow dann entsteht, wenn in unserem Gehirn eine richtige Zusammenarbeit der richtigen Gehirnregion mit einer Zusammenarbeit der richtigen Gehirntransmitter zusammenkommt und dann erst ein Flow entstehen kann, dann müssen wir uns zwei Fragen stellen. Die erste Wann ist denn der ideale Zeitpunkt, damit ich in den Flow komme? Und wie komme ich in diesen Flow rein? Der Körper hat nicht den ganzen Tag über 24 Stunden die gleiche Konzentration. Cortisol hat nicht den ganzen Tag die gleiche Konzentration. Acetylcholin hat nicht die gleiche Konzentration, Dopamin hat nicht die gleiche Konzentration. Adrenalin und auch ob wir essen oder nicht, macht einen Unterschied. Wer kennt das Futterkoma nicht? Da ist nicht viel mit Flow direkt danach. Das heißt, von der Welchen Zeitpunkt haben wir im Tag? Und das hängt von der eigenen Biologie ab? Hängt ab, wann ich einen Flow haben könnte und von der Wann bewege ich mich, wann mache ich Sport, wann esse ich? Hängt der ideale Zeitpunkt ab. Und typischerweise sind für die meisten Leute nach ihrem Chronotyp, also der Frage, wann sollten sie idealerweise schlafen, gibt es drei Zeitpunkte, zu denen man idealerweise in den Flow kommt. Direkt nach dem Aufstehen Das ist irgendwann so im frühen Nachmittag und einmal abends, wenn man die jetzt weiß und auf seine Biologie getunt hat, auf sein persönliches your Flow, dein Bio Time Boxing und dann auch weiß, wie man Flow reinkommt zur richtigen Zeit, dann kriegt man verlässlich einen Flow immer wieder produziert.
Jetzt schließt sich direkt die Frage an, wie finde ich das denn raus? Also du sagst ja, jeder Mensch ist da anders. Ja, wir sind ja im Bereich der Chronobiologie und Biorhythmus, Leistungskurven und so weiter und so fort. Aber wie finde ich das denn raus?
Also Erma gibt im Buch die Beschreibung, wie du verstehen kannst, wie die Logik ist und wer es dann genau wissen möchte, der kann einfach den im Buch enthaltenen kostenlosen, wissenschaftlich fundierten Fragebogen ausfüllen und nach 10 Minuten Fragen beantworten, spuckt dir einen Computer aus, was deine ideale Ins Bett Gehzeit ist, was deine ideale Aufstehzeit ist, was deine ideale Schlafdauer ist und auch wie du jetzt aufbauen kannst, dein persönliches Bio Timeboxing. Und da gibt es ein Buch, die ich glaube, sind neun Punkte Schritt für Schritt Anleitung, wie du dann mit einer Vorlage, die du dir kostenlos runterladen kannst, einfach dein Bio Timeboxing aufbaust und dass es einfach funktioniert. Merken wir, dass uns dutzende Leute jede Woche ihr Biotime Boxing Guckt mal, guckt mal, wie geil, wie geil das funktioniert. Es ist Fragebogen ausfüllen, 9 Schritte machen und man hat für seine eigene Neurobiologie den optimalen Bio Time Boxing Plan auf dem Tisch legen und dann gibt es dort drei Zeiten pro Tag, die du nehmen kannst für den Flow. Und wie du in den Flow kommst, das ist das Thema der Flow Induktion, ist dann im zweiten Teil des Buches beschrieben.
Jetzt hast du eine ziemlich steile these aufgestellt im Buch, über die bin ich gestolpert, die fand ich sehr, sehr steil, dass du gesagt hast, wenn du deinen Flow findest, kannst du fünf Mal produktiver werden. Ich finde fünfmal ist ein stolzes Versprechen. Hast du dafür Belege?
Ja, also wir müssen drei Produktivitätszustände unterscheiden. Der erste ist der typische Produktivitätszustand, den du am normalen Tag im Büro hast. Mal ehrlich, wie viel konzentrierte Arbeit machen die allermeisten, wenn man sich die Studien anguckt? Das ist erschreckend wenig. Wir reden über so zwei, drei Stunden die Woche, wenn überhaupt. Der zweite Zustand ist die Konzentration. Das heißt, du sitzt dort und bist fokussiert konzentriert auf ein Thema, aber hast jetzt typischerweise viele Probleme, wie zum Beispiel den bekannten Sägezahn Effekt, die Ablenkung, die immer wieder da reinpacken und die mit einer Störung dafür sorgen, dass du wieder 20 30 Minuten brauchst, um wieder in die Konzentration zu kommen. Das heißt, pro eine Stunde hast du plötzlich eine halbe Stunde Produktivitätsverlust, wenn du gestört wirst. Und dann gibt es die Produktivität im Flow. Und im Flow passiert was ganz Wichtiges. Im Flow beginnt jetzt eine Kombination von zweier Gehirnregionen zu arbeiten, nämlich einmal, wo implizite Kompetenzen drin liegen, die dann zusammenarbeitet mit dem frontalen System, wo erkennen, Verstehen, Bewerten, also alle logischen Funktionen drin sind. Es gibt mehrere wissenschaftliche Indikatoren, über die ich im Buch schreibe, die verschiedene Thesen aufstellen. Fünffache Produktivität, achtfache Produktivität. Es gibt verschiedene Arten von Untersuchungen, die man unterschiedlich ernst nehmen muss. Die größten und wichtigsten Untersuchungen sind Self Reports, wo man die Leute fragt nach ihrem Flow. Vergleich das mal mit der letzten Woche, wo du ein ähnliches Thema bearbeitet hast. Wie viel mehr hast du geschafft, wenn du Menschen fragst, die im Flow waren, sagen locker war ich fünf bis zehnmal produktiver. Und wir wissen auch mittlerweile, was die Logik dahinter ist, warum wir so viel produktiver sind. Am Ende geht es mir gar nicht um die 5 mal produktiver, ehrlich gesagt, schon zweimal produktiver ist ein geiler Scheiß für die meisten Leute und wirklich erstrebenswert. Die Erfahrung zeigt aber, wenn du dir alle High Performer anguckst und sie mit Nicht High Performern vergleichst, siehst du in der Regel, dass sie auch dutzendfach produktiver sind als die Nicht High Performer. Und das sind Effekte, die du nicht an dem Persönlichkeitsprofil, also einen üblichen Verdächtigen, Gewissenhaftigkeit etc. Festmachen kannst. Das sind auch Themen, die du nicht am IQ festmachen kannst. Wenn es keinen Faktor in der Persönlichkeitspsychologie gibt, der das irgendwie erklärt, diesen Unterschied, dann kann es nur das Produktivitätssystem sein, Flow und dann dazu aber auch der richtige Umgang mit der Arbeitsorganisation.
Jetzt hält so ein Flow aber auch nicht ewig. Also dieser Zustand, den du sagst, es gibt drei große Phasen über den Tag verteilt. Daraus kann man ja schließen, hält jetzt auch nicht durchgehend. Also es geht nicht los, dass du sagst, ich komme in meinen flow morgens um 8 Uhr rein und dann hält das Ding durch bis 17 Uhr und dann gehe ich nach Hause und wow, es war ein super Tag. Sondern es gibt eben Phasen. Wie lange hält denn so ein Flow? Durchschnittlich gibt es dafür Zahlen.
Es ist eine Übungsphase und es ist eine Phase, wie lange überhaupt die Neurochemie im Gehirn da ist und so lange trägt. Grundsätzlich, wenn wir die Neurochemie aktiv nutzen und sie auch geübt nutzen, dann kriegen wir eine längere Spanne hin. Die allermeisten Leute werden einen Flow von 2 bis 3 Stunden relativ intuitiv hinkriegen. Danach wird es sich abnutzen. Wer trainiert ist, wird erleben, dass es auch mal bis vier, fünf Stunden hochgeht. Allerdings ist unsere Empfehlung, das niemals zu nutzen, außer es gibt einen besonderen Grund. Also wenn du sagst, komm, das mache ich jetzt noch eben fertig, ich rock das bis zum Ende und ich vergesse die Produktivität der nächsten zwei Tage fein. Rock ist durch und mach deine fünf Stunden Flow. Aber ein Flow so nach zwei bis drei Stunden mit einer Arbeit, mit einer Aufgabe zu beenden, wo du weißt, wie du am nächsten Flow anknüpfen könntest, das ist der produktivste Zustand. Bist du noch in deinem Neurotransmitter, die du brauchst, kannst du super abrunden und gefährdet auch nicht die Phase, die danach kommt, die ja auch wieder eine Funktion hat.
Ich hätte sogar intuitiv gesagt, zwei Stunden reichen eigentlich aus. Bei einem durchschnittlichen Acht Stunden Tag sind das drei mal zwei Stunden, also sechs Stunden in Summe. Wenn du dann nach Pausen, die du ja auch zwischendurch mal brauchst, einfach mal Gedanken ablenken und sowas dann noch abziehst, vielleicht mal Mittagspause oder sowas, dann sind das zwei Stunden sozusagen abgezogen. Aber sechs Stunden maximale Produktivität im Flow, hätte ich jetzt sogar gesagt, reicht vollkommen aus als drei Stunden. Also drei mal drei finde ich schon extrem. Das wäre neun Stunden plus Pause. Hast ja am Ende einen Zwölf Stunden Tag oder sowas. Ja, schon heftig.
Definitiv. Und das ist auch eines der wichtigen Punkte. Ich bin kein Extremismus Verfechter, wo ich sage, du musst jetzt immer alle Flows nutzen, die du kriegen kannst. Ich teile Arbeiten in drei Arbeiten ein, je nachdem wie viel wir und was wir im Gehirn brauchen. Level 1 ist die Arbeit. Ich sortiere meinen Schreibtisch, ich sortiere E Mails in die verschiedenen Ordner, mache aber nichts mit denen. Level 2 Tätigkeit braucht ein bisschen mehr frontales System erkennen, verstehen, bewerten. Und das sind solche Sachen wie Termine koordinieren, mal eine Meinung zu einem Thema bilden, über ein Problem nachdenken. Und Dann gibt es Level 3 Tätigkeiten. Wir brauchen maximale frontale Systemarbeit, kreatives Denken, Lösungsfindung, vernetztes Denken, interaktives kreatives Denken, laterales und fokussiertes Denken gleichzeitig. Und das sind die Arbeiten, diese Level 3 Arbeiten, in die ich einen Flow setzen würde und die Erfahrung zeigt, so mache ich das auch. 2, 3, 4 Flows die Woche reichen vollkommen aus. Was ich sehr gerne mache, ist, ich nehme am Montag zwei Flows, ich nehme am Dienstag einen Flow mit drei Flows zu zwei Stunden, sechs Stunden mal fünffache Produktivität habe ich schon einen Gegenwert von viel mehr von dem, was alle anderen typischerweise in ihrem Arbeitsalltag in der Woche schaffen. Das heißt, ich bin schon voraus, ich nehme dann die Level 2 Arbeiten und zwischendrin, wenn ich keinen Bock habe oder Futterkoma von der doppelten Currywurst habe, dann haue ich mir halt die Level 1 arbeiten rein. Ich bin Freund davon, zu einer dosierten Arbeitsethik zu kommen. Ich muss nicht immer nur Vollgas geben, sondern ich brauche auch ein, zwei Recovery Tage, wo ich einfach easy durch die Tage surfe, damit mein Gehirn wieder Kraft aufbauen kann für die nächsten Flowphasen.
Genau, immer nur funktionieren, funktioniert halt nicht. Nochmal der Hinweis an alle, die gerade eingeschaltet haben. Ihr könnt gerne Kommentare schreiben auf Facebook, auf YouTube, auf LinkedIn, wo auch immer ihr gerade zugeschaltet seid. Wir blenden die hier unten ein und werden sie auch beantworten, wenn es Fragen sind. Ansonsten herzlich willkommen. Schaut einfach weiterhin zu oder schreibt eben Kommentare. Wir freuen uns auf jeden Fall drüber. Jetzt hast du diese drei Phasen an Flow. Klassischerweise finden ja morgens, und ich weiß das noch aus eigener Erfahrung, ganz viele Meetings statt. Und ich weiß, dass bei mir früher in der Redaktion, morgens waren immer die Konferenz und eigentlich war das bei mir meine Zeit, ich sag mal so um 10 Uhr, wo ich eigentlich so richtig, richtig gut drauf war und dann kam so ein Meeting und das war nicht immer spannend. Also es gab natürlich auch manchmal tolle Meetings, die kreativ waren, aber ganz häufig ist es einfach nur so eine Laberrunde nach dem Motto ist schon alles gesagt, aber noch nicht von allen. Und das ist ja eine totale Vergeudung von Flow Kapazität, oder?
Da sind wir in meinem eigentlichen Job. Also mein Hauptjob ist, mit Unternehmern und Führungskräften zu arbeiten, Organisationen wirksamer zu machen. Vom schnellst wachsenden Unternehmen Europas, denen wir helfen zu wachsen, bis hin zur Change, zur Nachfolge Transformation. Immer wieder geht es um Wirksamkeit in der Führung. Gerade aus dem Kontext habe ich auch das Buch geschrieben, um den Führungskräften zu helfen, selber wirksam zu werden und dann einen Guide zu haben, ihre Mitarbeiter wirksamer zu kriegen. Hier sind wir an einem wirklich systemischen, auch technisch gesehen akuten gesellschaftlichen Problemen für alle, die es nachempfinden wollen. Auf Seite 114 habe ich mal so ein Biotime Boxing eingemalt, für die das Buch schon haben und habe die Arbeitszeiten, die wir typischerweise haben, da reingemalt. Und wenn wir jetzt mal einen typischen frühen Typen nehmen, also frühe Bio Timeboxing und wir gucken mal, wann wäre der denn produktiv? Dann wäre der in seiner idealen Konzentrationsphase bei irgendwie bis Was macht er da? Aufstehen, Kinder fertig machen, Kinder zur Kita bringen, kannst in die Tonne kloppen, die Phase und der Rest fährt vielleicht zur Arbeit. Dann hat er eine Phase, wo er erstmal abarbeitet, wo nicht viel läuft. Dann gibt es eine weitere Flow Phase, die ist von bis Was macht der da? In der Kantine sitzen und sich die Zeit mit dem Futterkoma von den Currywürstchen die Zeit rumschlagen und dann nochmal aufs Kopieren gehen oder was weiß ich nicht was, damit man bloß nicht was Richtiges tun muss. Danach kommt direkt eine Abarbeitungsphase und etwa 15, 16 Uhr wird der Mensch nervös und denkt, scheiße, ich habe heute noch nichts Richtiges geschafft, ich müsste ja eigentlich, komm, mache ich morgen. Dann geht er nach Hause, hat noch eine Aktivitätsphase, geht spazieren, geht einkaufen etc. Und abends könnte noch eine Konzentrationsphase kommen. Aber weil man so frustriert ist, nur weil man auch so viel Schlafmangel hat, hat man nicht mehr genug Energie, um in Flow zu kommen, hat auch gar keinen Flow und dann bleibt man vor der Glotze sehen, verschwendet da seine Zeit und geht ins Bett. Andromed goes Das erklärt es auch, warum so viele Leute zwei, drei Stunden, vier Stunden konzentrierte Arbeit pro Woche hinkriegen. Und dann sitzen alle Unternehmer, Führungskräfte und ich weiß gar nicht, warum wir so wenig leisten. Und Wir gucken mal High Performance Teams an. Da leisten plötzlich drei, vier Leute das, was an anderer Stelle 30 Leute leisten. Und das ist der Grund, weil wir nicht richtig miteinander umgehen. Deswegen ermahne ich alle Führungskräfte, Unternehmer, Räume zu schaffen für Homeoffice, in denen Biotime Boxing gemacht werden kann. Meetings aus den Fokusarbeitszeiten rausnehmen. Wir haben bei uns in der Unternehmensgruppe einen Tag, an dem Meetings stattfinden und selbst dieser Tag ist so gestaltet, dass die Leute mindestens noch zwei Bio Time Boxings für Focus abkriegen können und deinen Flow kommen könnten, weil wir es richtig getimt haben. Das heißt, mit ein bisschen Kompetenz geht es und zwar auch so, dass es für alle Profile geht. Aber wir Führungskräfte müssen uns einmal damit beschäftigen, einmal verstehen, dass es nötig ist und es dann zum Schluss umsetzen und wirklich machen, dass unsere Führungskräfte, dass unsere Mitarbeiter das auch dürfen.
Jetzt haben wir im Prinzip schon darüber gesprochen, über sogenannte, du hast ein Buch beschrieben, Flow Breaker, also Sachen, die Störfaktoren sind. Was sind denn sozusagen außer falschen Zeiten Meetings und vielleicht auch bimmelnde E Mails oder sowas, klassische Flowbreaker, die mich regelmäßig rausreißen, auf die ich achten sollte, könnte, müsste.
Also alle möglichen Störungen von auss Die Tür geht auf, das Telefon klingelt, die Push Notification kommt rein, die E Mail macht Bling. Also alles das, was meine Aufmerksamkeit auf einen Reiz lenkt, wo wir oh, es könnte wichtig sein. Es geht weiter los mit Bequemlichkeiten. Ich habe mal versucht, da bin ich in Urlaub gefahren, dachte, da arbeite ich mal ein bisschen was ab, da schreibe ich mal ein bisschen was und saß dann in einem Café auf so einer Holzbank. Und nach 13 Minuten tat mir der Arsch weh auf dieser kack Holzbank. Da war der Flo auch im Arsch. Er hat sich gleich dazu gesellt. Sprichwörtlich Aktuell ist bei uns hier die Heizung kaputt. Wenn ich nicht den Heizlüfter aufstelle, dann ist es zu kalt. Wenn ich den Heizlüfter aufstelle, ist es mir zu warm und dann eier ich alle 20 Minuten rum und stelle die Wärme ein. Alle diese Dinge im Äußeren sind ein Thema, aber auch die Dinge im Inneren. Bist du gerade verliebt? Hast du gerade Liebeskummer? Geht gerade eine Freundschaft in die Brüche? Hast du das Gefühl, der Chef hasst dich und schmeißt dich morgen raus? Alle diese Dinge sind interne Stressoren. Da gibt es eine Region, Angela Jairus sitzt hier hinten im Gehirn, die spielt das immer wieder hoch und du musst aktiv dagegen kämpfen, in die Konzentration zu kommen. Und bei jedem kleinen Gedanken, so nach dem Motto, ah, so eine Aufgabe hat mir mein Chef immer delegiert und der Chef könnte mir jetzt rausschmeißen wollen, vielleicht bin ich nicht mehr sicher und vielleicht bin ich in Gefahr, kommt gleich wieder ein Gedanke, der Stress hochzieht und mit dem Stress macht er den Flow kaputt. Also auch die inneren Flowbreaker sind welche, die wir dringend auf dem Schirm haben müssen und dort mit Stressbearbeitung wirklich aktiv rangehen müssen.
Gibt es einen Trick von dir, den du persönlich nutzt, um wieder zurückzukommen? Denn ich kann mir zum Beispiel vorstellen, im sind ganz viele Leute in einem Krisenmodus. Also wir haben im Moment das große Problem natürlich überall Entlassungen, die Wirtschaft in der Rezession, also ganz, ganz schlimm. Das heißt, du hast diese Sorgen, vielleicht sogar Existenzängste. Das im Hinterkopf hält dich ja davon ab. Und jetzt reden wir beide akademisch von Flow. Was nutzt du selber für einen Trick oder kennst du einen? Oder was empfiehlst du anderen Menschen, um in so einer Situation diesen Krisenmodus abzuschalten?
Es ist eine schwierige Grundsituation. Es ist eine Menge Übungen dabei, ein paar grundsätzlich allgemeine Themen nenne ich jetzt mal, aber macht Sinn, dass wir da nicht eingehen. Eins ist zum Beispiel das Thema Achtsamkeitsübungen. Achtsamkeitsübungen können wirklich helfen, den Stress zu reduzieren. Eine andere Übung ist die Frage nach dem Geschichtsbuch. Also schreib mal in einem Satz auf, mit welchem Satz diese Situation im Geschichtsbuch in 20 30 Jahren erwähnt werden wird. Und du wirst merken, so wichtig ist es vielleicht gerade nicht. Und ich würde jetzt mal auf ein anderes Beispiel gehen, auf eine andere Methode. Im Gehirn gibt es einen Widersacher von Stress und das ist die Belohnung. Beide Regionen, die im Gehirn sind. Die Stressregion Amygdala und Co. Ist gegengeschaltet zu der Region, die Belohnung macht. Das heißt, wenn wir belohnt sind, sind wir nicht gestresst. Wenn wir gestresst sind, sind wir nicht belohnt. Und die müssen immer so wie auf einer Wippe hin und her schalten. In dem Moment, wo wir jetzt in die Belohnung reingehen, können wir aus dem Stress rausgehen. Stress ist definiert als gefühlter Kontrollverlust. Einen Plan zu entwickeln, wie wir etwas Geiles erreichen, was uns wichtig ist und das Gefühl zu haben, einen relevanten Fortschritt bei diesem sinnvollen Ziel zu erreichen. Das ist das, was uns rausbringt. Das heißt, wenn jetzt irgendjemand, der zuhört, ach, mich stören da so ein paar Dinge, dann schreib dir auf, was dich stört. Schreib dir auf, was dein Gehirn dir damit sagen möchte, was du zu lösen hast. Diese Lösung schreibst du um in ein Ziel. Also zum Beispiel, du sagst, ich habe Angst, dass meine Freundschaft da gefährdet ist, Ich habe Angst, dass mein Job gefährdet ist. Jetzt schreibst du ein Ziel daraus, jobgefährdet. Mein Ziel wäre, ich bin so unverzichtbar, dass mein Boss mich nicht rauswerfen kann. Und wenn doch, kriege ich sofort einen neuen Job. In der Freundschaft wäre, ich verbringe Qualitätszeit, die mein Freund daran erinnert, dass das gut ist oder sowas. Und zu diesem Ziel definierst du jetzt über einen Zeitraum von 3 Monaten ganz konkrete Handlungen. Was kannst du so tagesmässig tun? Montag das, Donnerstag das. Und diese Handlung nimmst du dir vor und arbeitest du ab und du wirst sehen, nach dem zweiten, dritten Mal was tun und merken, ach, da kommt Fortschritt, geht der Stressor weg und die Belohnung nimmt überhand.
Du hast ein fantastisches Buch über Flow geschrieben und das Ding hat ja fast 300 Seiten. Ich habe es durchgeschmökert, aber bei Seite 211 bin ich gestolpert und du weißt vielleicht auch Warum. Denn bei 211 war der Flow vorbei und auf einmal kam fast noch mal 100 Seiten zum Thema Ziele erreichen. Wie kann ich meine Ziele erreichen? Was hat er da gemacht? Hat er da noch ein Buch in das Buch reingeschrieben? Ist das das zweite Buch, was ich praktisch mitgekauft habe? Warum hast du dich dazu entschieden, sozusagen nochmal fast 100 Seiten zum wie erreiche ich meine Ziele in dieses Buch hineinzupacken?
Ja, in der Tat, Das ist ein zweites Buch im Buch und das hat einen gewissen Grund. Ich habe in meiner Vergangenheit vor der Uni Zeit, als ich Unternehmer wurde, ich habe ja mit 17 die erste Firma, habe ich mir Ziele gesetzt, so im Coaching Millionär werde und alles, diese ganze Kategorie und Auto und so weiter. Irgendwann hatte ich eine sehr nette Unternehmensgruppe. Wir hatten über 120, glaube ich, Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen, hatten Filialen im ganzen Ruhrgebiet mit einer Tochtergesellschaft, waren in einem Bereich sogar deutscher Marktführer. Ich stand da und dachte mir, na gut, aber glücklich bist du nicht. Das heißt, ich hatte mir Ziele gesetzt, von denen ich dachte, dass ich sie erreichen will und nicht Ziele, die mir wirklich wichtig waren. Weißt du, was nützt die Produktivität, wenn du sie auf ein falsches Ziel lenkst, wenn du unglaublich gut lernst, wie du die Leiter hochkletterst, dir eine Leiter besorgst, die ganze Zeit hochkletterst und dann merkst du, sie lehnte am falschen Haus, ist es ziemlich scheiße. Ich durfte das selber erleben und das war eine ziemlich große Krise, in die mich das gestürzt hat, wo ich dann auch die gesamte Firmengruppe filetiert verkauft hatte, mit zwei Mitarbeitern neu angefangen habe und mir zwei Jahre gegönnt habe, um überhaupt zu sortieren, was habe ich hier gemacht und zu verstehen, was Sache ist. Und dieser Umbau, dieser radikale Cut war das Beste, die beste Entscheidung meines Lebens. Aber es war auch eine der härtesten und anstrengendsten Phasen. Und ich wünsche jedem, nicht durch so eine Phase durchzumüssen, sondern direkt die Leiter ans richtige Haus zu lehnen und die richtigen Sprossen richtig hochzuklettern, damit man da ankommt, wo man wirklich ist. Wir neigen dazu, sozial erwünschte Ziele uns zu nehmen und das sind manchmal gar nicht unsere. Ich habe festgestellt, ganz, ganz viele Sachen, von denen ich dachte, dass ich sie wollte, wollte ich dann gar nicht mehr. Ich habe da Sachen auf meinem Vision Board, Dann stand ich davor, hatte die Kohle, sie mir zu kaufen, dachte, ne, und jetzt brauche ich doch gar nicht. Und ich merke, das waren gar nicht meine Ziele. Das waren Ziele, von denen ich dachte, dass man sie halt haben muss, wenn man erfolgreich werden wird, um vielleicht andere.
Leute zu beeindrucken oder sowas oder irgendwie Sozialstatus darzustellen, so die üblichen Statussymbole und so. Genau was man gar nicht braucht.
Umso wichtiger war es für mich auch, das mit reinzupacken und mal meinen Weg aufzuzeigen. Es ist ja gleichzeitig auch ein Anwendungsbeispiel. Ich beschreibe auch in dem hinteren Teil, wie aus meinem Ziel, eine Doktorarbeit zu schreiben, dann ein Weg geworden ist unter Nutzung der Methode. Das heißt auch noch ein großes Beispiel für die Anwendung der Methode da reingemogelt. Aber so gibt es eine gute Struktur, wie man weiß, dass man die Ziele, die man erreichen möchte, wirklich erreichen kann, wie man weiß, dass die Ziele die Ziele sind, die man auch haben sollte und wie man dann die Methode wirklich systematisch darauf anwenden könnte, inklusive dem Beweis, dass viele meiner Leistungen, die ich erbracht habe, ob das Doktorarbeit schreiben ist, ob das der erste Bestseller ist, Handling Shit, dass der zweite Bestseller ist, ob das die Firmengruppe ist, ob das Coaching Ausbildung bauen ist. Ich erwähne dort, wie ganz, ganz viele dieser Erfolge darauf basieren, dass ich in kondensierten Flow Phasen einfach hardcore schnell Sachen abarbeiten kann. Also ein Teil, die letzten 200 Seiten des Buchs habe ich in anderthalb Wochen geschrieben. Ich habe mir einfach jeden Tag alle Flow Phasen reingeballert und habe am Ende 140 Seiten produziert in dieser Zeit. Und das geht halt mit Flow. Und das wollte ich auch ein bisschen darstellen, wie das geht und wie dann jeder das in seinem praktischen Leben anwenden kann, auch wenn da Familie und Kinder da sind, auch wenn zwei Flow Phasen pro Tag immer zerstört werden.
Es gibt Wege darum.
Ich habe ja auch zwei Kinder. Das geht nur man muss wissen, dass es geht und wie es geht. Und dafür ist das Buch geschrieben.
Absolut. So, jetzt haben wir schon ersten Kommentar, den blende ich auch gleich ein. Ich habe aber noch eine Frage, bevor wir dann auf die Fragerunde gehen. Ich kann dir aber schon mal einblenden, dann kannst du auch schon mal lesen. Moment, ich muss hier gucken, wo muss ich klicken, damit die eingeblendet werden. Da ist sie schon. So, die Isabell hat eine Frage gestellt. Du kannst schon mal lesen, aber nichts. Also ihr anderen könnt gerne, die haben noch eingeschaltet, können auch gerne Fragen stellen. Möchte aber noch einen Satz aufgreifen aus deinem Buch, nämlich du hattest Better than perfect, aber du hast es anders geschrieben, als man es eigentlich kennt. Normalerweise würde man es wenn mit A schreiben, also better dann besser getan als perfekt. Und du hast aber wenn mit E geschrieben, draus gemacht und das finde ich war ein schönes Zitat. Vielleicht kannst du es noch mal ganz kurz erklären, was du dir dabei gedacht hast.
Ja, fand ich so wichtig. Ich habe sogar auf Stifte gedruckt und teile es an viele Kunden aus. Wir Menschen neigen dazu, dass wir uns sehr schwer damit tun, neue Dinge zu kreieren. Wir sind aber so unglaublich gut im Meckern und weißt du, wenn wir gut sind im Meckern, wissen wir auch, was da noch fehlt. Und wenn wir wissen, was fehlt, wissen wir, was wir tun müssen. Das heißt, mein Tipp auch bei ganz vielen jungen Mitarbeitern, die da vor dem Konzept stehen und ich weiß, wie ich das Konzept schreiben soll, dann sage ich, nimm dir eine Viertelstunde und nutzt halt ChatGPT schreibt das beschissenste Konzept, was du in der Viertelstunde schreiben kannst, dann hast du es better done, dann hast du besser mal begonnen und dann, wenn, dann setzt du dich hin und machst es Stück für Stück perfekt. Das erste Manuskript hierfür für dieses Buch scheiße. Und dann habe ich überarbeitet die zweite Version scheiße, weniger scheiße, aber scheiße. Dann habe ich es überarbeitet und und dann sind vier, fünf Revisionsstufen rein und dann war es am Ende gut und dann habe ich noch mal drei gemacht und dann war es richtig geil. Und so gehe ich mittlerweile jede Sache an. Bei allen Sachen, wo ich mir denke, zu groß, zu schwierig, boah, weiß ich nicht. Ich setze mich hin und ich schreibe irgendeinen Rotz runter, der mir einfällt. Ich habe gar keinen Anspruch an mich, Aber wenn ich den Rotz versehen habe, merke ich, das ist aber rotz. Und dann sage ich, warum? Ja, weil ein Thema fehlt. Welches Thema fehlt denn? Ach, das Thema. Und dann schreibe ich es runter. Und so hast du einen Evolutionsprozess im Ergebnis der Aufgabe. Und das macht sehr viel einfacher. Das heißt, weniger Zeit aufs Kreieren, mehr Zeit aufs Optimieren.
Schöne Lektion, die habe ich leider auch schon früh lernen müssen. Meine journalistischen Spuren habe ich damals im Lokaljournalismus begonnen und wir hatten einen holländischen Layouter damals in der Lokalzeitung und deswegen kann ich so ein bisschen holländisch knippen, placken irgendwie, also für ausschneiden und einfügen und so und und die Software, die funktionierte nicht stabil und regelmäßig sind uns die Maschinen so mitten im Flow und im Schreiben abgestürzt und dann war Die komplette Sammlung 3, 4, 5 Lokalzeitungen einfach weg. Und dann mussten wir, wir haben dann immer unsere Notizzettel, die haben wir schon weggeschmissen. Zwischendurch kamen dann auch irgendwie so Schmiere von dem Döner, den wir uns reingefiffen haben drauf. Dann haben wir es alles aus dem Müll einmal wieder rausgeholt, ein bisschen sauber gewischt und dann haben wir den Artikel neu geschrieben. Dann hieß es immer jeder Artikel wird besser, wenn man ihn jetzt zweimal schreibt. Und so war es dann auch. Manchmal ist es besser, einfach anfangen, dann wusste schon, wohin geht die Story und dann hast du es einfach noch mal geschrieben und dann wurde es besser. So, jetzt ist aber die Isabel dran. Isabel, vielen herzlichen Dank. Alle anderen, die noch eingeschaltet haben, ihr dürft gerne auch Kommentar schreiben, Facebook, YouTube, LinkedIn, whatever schreibt sie. Wir sehen sie, wir blenden sie ein, wir beantworten sie. Und sie hat die Frage gestellt, was hat dir in deiner Umbruchzeit Kraft gegeben? Du hast glaube ich gerade eben ja so ein bisschen von deiner Umbruchphase erzählt und darauf zielt die Frage. Vielleicht kannst du darauf noch mal eingehen. Danke Isabel übrigens für deine Frage.
Vielen Dank für die Frage. Und es ist eine wichtige Frage. Sie hat zwei Perspektiven. Auf der einen Seite, ich hatte das Glück, als ich die Entscheidung getroffen hatte und dann sehr flott sie umgesetzt habe. Also ich habe mir nicht viel Zeit gegeben. Ich habe filetiert direkt aus Geschäftsführung, aus einer Beteiligung raus, Amt abgegeben und der andere gesagt hat es relativ flott übernommen und bei vielen Sachen schnell rausgekommen. Ich habe gemerkt, da fallen so viele Themen, die mich nerven, so schnell weg und mit dem weniger zu tun, kommt eine Ruhe rein, eine Autonomie, eine vermisste Freiheit und auch eine vermisste Reflexion, die habe ich sehr schnell genießen können. Das heißt, eine Sache, die mir da sehr geholfen hat, war direkt ein positive Konsequenzen von dieser Veränderung spüren. Und gleichsam, wenn man mal ehrlich drauf guckt, muss man auch das ist leider nicht für alle so einfach. Also ich denke gerade an einige Coaches, die wir haben. Ich habe zum Beispiel einen Coach, den begleiten wir gerade komplett kostenlos und pro bono. Der war Logistikchef, dann schwerer unverschuldeter Autounfall, von da in die Depression, abgedriftet von der Depression in die Suizidale Depression wegen nicht mehr arbeiten können, privat Schulden aufgelaufen, Miete nicht mehr zahlen können, mittlerweile fast Schulden an der Hacke, eine Psychotherapeutin, mit der er nicht weiterkommt und dann steht er da. Und wenn man schon einer suizidalen Depression ist und wenn man eh schon an Punkt in seinem Leben ist, wo man ganz ganz unten ist, wo man ganz viel Drama hat, das ist eine große Scheiße. Und ehrlich gesagt, das große Drama ist, da kannst du glücklich sein, wenn dir noch irgendwas die Fantasie einer möglichen Kraft vermittelt. Da musst du Hoffnung haben, dass du vielleicht noch Kinder hast, für die es sich lohnt, dass du vielleicht noch einen Partner hast, für den es sich lohnt oder vielleicht eine Mission hast, für die es sich lohnt. Aber die meisten, ehrlich gesagt, verlieren sie. Der Appell, den ich nur an alle machen kann, gerade wenn sie mal ganz ganz unten im Leben Fang nicht an und such nach einer Kraft, sondern hör einfach nicht auf den nächsten Schritt zu gehen und geh kleine Schritte. Und wenn sie nur mini kleine Schritte sind, jeder kleine Schritt bringt dich ein bisschen weiter. Und wenn du jeden Monat ein Prozent Schritt machst, dann hast du im Jahr ein bisschen über 12 Prozent mit Zinseszins und dann hast du Zinseszinseffekt der Entwicklung. Irgendwann hast du für dich und dann geh einfach Stück für Stück für Stück jeden Tag ein Stück mehr, bis du irgendwann den Sinn findest. Das Paradoxe, das sehen wir in den ganzen Hardcore Coachings ist, wenn es richtig scheiße wird, geht der Sinn flöten und es wird extra scheiße. Warte bitte nicht darauf, dass du den Sinn findest. Warte nicht darauf, dass du die Kraft findest, sondern hol dir einen Profi, der dich dadurch begleitet. Und es gibt viele Coaches und wir machen ganz viele Prozesse pro bono für die, die es sich nicht anders leisten können, weil wir helfen wollen. Es gibt viele Leute, die helfen. Such dir Leute, die helfen. Frag die Was siehst du als nächsten Schritt für mich? Und dann Hirn Schritt machen, nicht drüber nachdenken. Und am Ende ist man sehr überrascht, wie schnell man dann rauskommen kann. Also für den Coach Gerade ging es 3 Jahre nur bergab. Innerhalb eines halben Jahres war seine psychische Gesundheit wieder fit. Innerhalb jetzt wahrscheinlich eines weiteren Jahres hat er eine Idee, wie er seine Schulden vergleichen kann. Und jetzt gerade fängt er an, einen Job zu finden und gib ihm noch ein, zwei Jahre, dann ist er durch, da ist er wieder stabil und da wird er drei, vier Jahre brauchen nachzuholen, aber es dauert dann nicht so lange, wie man so denkt. Das heißt, auch wenn es mal scheiße wird, bitte Leute, gebt nicht auf, zieht durch.
Mir fällt da natürlich nicht dieses andere Thema ein, nämlich nicht Sinn suchen, sondern Sinn geben. Also dass man viele Leute suchen nach dem Sinn der Situation. Ich kenne das selber, bin auch schon durch Krisen durchgegangen und ein Tipp von mir an der Stelle ist dann, versuch nicht den Sinn in allen zu suchen, nämlich die Frage nach dem Warum, die führt in der Regel nur nach hinten, sondern frag letztendlich wozu, was lerne ich daraus, was kann ich daraus machen, was sind jetzt die nächsten Schritte und dann gebe ich dem Ganzen einen Sinn und mache daraus eine Lektion. So, und das klingt jetzt natürlich viel trivialer, wenn man es so erzählen kann, wenn man es umsetzen muss, ist deutlich schwieriger, klar, wie immer so Wissensriesen Umsetzungszwerge, aber es ist, glaube ich, auf jeden Fall ein Weg an der Stelle. Isabel, vielen Dank für deine Frage. Ich gucke gerade auf die Uhr, wir haben uns vorgenommen, eine halbe Stunde zu reden, Wir sind jetzt schon fast bei 40 Minuten angelangt. Wenn jetzt keine weitere Frage kommt, ich gebe jetzt noch eine Chance für diejenigen, die neu eingeschaltet haben, eine schnelle Frage reinzutippern auf LinkedIn, auf Facebook, auf YouTube, wo auch immer ihr gerade zuschaut, dann schnell rein damit, dann beantworten wir sie noch. Ansonsten, lieber Frederik, ich halte es noch mal rein. Dein tolles Buch, super Leseempfehlung auf jeden Fall. Lesebefehl haben wir früher bei Bloggen immer geschrieben, Lesebefehl lesen, also tolles Buch, lohnt sich auf jeden Fall, hat Spaß gemacht, das Ding durchzuschmökern. Und wie gesagt, eigentlich bekommst du bei einem Buch zwei Bücher, nämlich locker mal eben 200 Seiten zum Thema Flow und dann nochmal 100 Seiten zum Thema wie finde ich meine Ziele. Isabel hat geantwortet, bedankt sich, das zeige ich jetzt auch noch mal gerade eben. Danke auch auf jeden Fall. Wir danken dir, liebe Isabel, fürs Einschalten, allen anderen natürlich auch, die zugeguckt haben. Und ich danke dir ganz besonders, lieber Frederik, dass du dir die Zeit genommen hast. Und jetzt entlasse ich dich in den wohlverdienten Feierabend. Oder in deinen nächsten halbabendlichen Flow.
Super Jochen, danke. Hat mir unglaublich Spaß gemacht. Wenn noch weitere Fragen kommen, können wir in den Kommentaren beantworten.
Schaue ich auf jeden Fall durch.
Dir vielen Dank und ich mache heute mal Feierabend. Es waren zu viele Flows die Woche reicht.
Manchmal reicht es auch. Genau. In diesem Sinne, ich wünsche euch einen schönen Abend. Bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao. Thank. You.










