Hast du einen Plan B fürs Alter

Two workers lost their jobs at 57 and 60, just before retirement. Age discrimination is part of it, but the real problem is that most people have no backup plan. You need more than savings: skills, training, and side income matter when the job market shifts.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von All mein Job. Heute geht es ein bisschen um Altersdiskriminierung, ein bisschen um Altersvorsorge und ganz viel um Verantwortung. Die heutige Folge ist vielleicht nicht für alle bequem, aber sie ist wichtig und es ist ein Weckruf, der vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken bringt. Also unbedingt dranbleiben.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation Jochen May. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Bevor wir in das Thema einsteigen, möchte ich eigentlich erstmal zwei Geschichten erzählen, die in der Vergangenheit zwei meiner sehr guten Freunde passiert sind. Der eine Freund ist schon länger bei ein und demselben Unternehmen, also über 30 Jahre in einem wirklich tollen Job, auch in der Führungsposition. Und trotzdem hat man ihm praktisch gerade eben offenbart, dass man nicht mehr mit ihm weiter zusammenarbeiten möchte und ihn am liebsten noch dieses Jahr loswerden wollte. Das Unternehmen baut gerade im großen Stil Stellen ab und mein Freund gehört leider dazu. Das ist jetzt natürlich eine sehr blöde Situation für ihn, denn der ist genauso alt wie ich, also 57 und in dem Alter hat man zwar eigentlich noch 10 Berufsjahre gut vor sich, aber es ist natürlich auch keine angenehme Phase, in der man mal so eben locker seinen Job wechseln kann. Er hatte sich natürlich auch überlegt, dass er vielleicht die nächsten zehn Jahre noch bei diesem Unternehmen arbeiten kann und da in Rente geht und jetzt muss er mehr oder weniger komplett umplanen, Neuplanen, durchrechnen, auch seine Rente, ob das denn alles so klappt mit dem Alter und wie dann die Finanzlage aussieht. Der zweite Freund, eine ähnliche Situation, andere Branche, Medienbranche, schon 60 geworden und der ist schon gekündigt, einfach so raus aus dem Unternehmen, so kurz praktisch vor der Rente, noch sieben Jahre to go, aber jetzt ohne Job und mit 60 ist er im Prinzip fast nicht mehr vermittelbar. Für ihn und seine Familie ist das auch gerade keine besonders angenehme Situation, zumal das Haus auch noch gar nicht abbezahlt ist. Das sind so Krisenfälle, die ich im Moment gerade höre von einigen und wenn ich dann im erweiterten Bekanntenkreis mich noch umhöre, dann geht das vielen meiner Freunde ähnlich oder sie kennen jemanden, der jemanden kennt, der auch davon betroffen wird. Und das ist so ein bisschen dieses Thema Altersdiskriminierung. Ja, das ärgert mich und das ist auch irgendwie unfair, dass man langgediente Mitarbeiter, die sich 30 40 Jahre vielleicht für das Unternehmen aufgeopfert haben, jetzt am Ende dann einfach vor die Tür setzt. Es mag hier und da Sozialauswahlen geben, aber die ziehen halt auch nicht immer. Und sind wir mal ehrlich, Unternehmen können da auch ganz ordentlich an der Stellschraube drehen und dann gehört man im Zweifelsfall trotzdem zu der Gruppe derer, die gehen. Das ist eine blöde Situation. Natürlich kenne ich auch den Reflex, den manche sofort haben, indem sie dann auf die bösen Arbeitgeber schimpfen und ich glaube, das ist auch ein Stück weit falsch. Natürlich gibt es so was wie Altersdiskriminierung. Das müssen wir auch gar nicht wegdiskutieren, aber das Thema kann auch eine Ausrede sein, eine die Verantwortung delegiert. Was meine ich damit? Karrieren, das weißt du, haben sich in der Vergangenheit ganz massiv verändert. Jetzt kann man natürlich wieder über den Begriff Karriere definieren, aber sagen wir einfach mal, die berufliche Laufbahn, die hat sich verändert. Es sind viele Freiheiten dazugekommen, mehr Flexibilität. Menschen wechseln heute viel häufiger den Jobschatten, Statistiken. Alle drei bis fünf Jahre können Menschen den Job wechseln und sie wechseln vor allem zwischen verschiedenen Berufen und Professionen. Wir hatten das ja auch hier in dem Podcast schon einige Male. Der Arbeitsmarkt ist für Quereinsteiger viel offener geworden und ich kenne auch viele Menschen, die tatsächlich auch irgendwann so in den er Jahren ach, jetzt will ich noch mal was ganz anderes machen. Die schulen dann um, machen eine Ausbildung, studieren noch mal oder machen etwas völlig anderes, machen sich selbstständig oder kehren auch aus der Selbstständigkeit wieder zurück in eine Festanstellung. All das geht aber und das ist der punkt so ab 55 und das habe ich selber im Bekanntenkreis immer wieder erlebt. Die Zahl 55 ist natürlich jetzt so eine ganz grobe Zahl, aber ab 55 denken dann ab jetzt möge es doch bitte stabil bleiben. Ab jetzt möchte ich eigentlich ganz langsam, gut gemütlich in den Ruhestand segeln, möchte bei der Firma, bei der ich jetzt bin, weiterarbeiten. Da geben die auch Gas. Es sind keine faulen Menschen, die sind engagiert und fleißig und hängen sich auch noch mal richtig rein. Aber der große Wechsel der soll es jetzt nicht mehr sein, vor allem nicht der Umzug teilweise natürlich auch, weil Immobilien dazugekommen sind. Man wohnt vielleicht im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung, die noch nicht abbezahlt ist. Und es gibt ja dieses schöne Sprichwort, Immobilien machen Immobil und dann möchte man einfach nicht mehr den Wohnort wechseln und den Job sowieso nicht. Aber, und jetzt komme ich auf das Thema Verantwortung zurück, das ist natürlich, wenn wir mal ganz ehrlich und selbstkritisch sind, ein bisschen rosinenpicken. Wir nehmen die Vorteile, die uns die neue Arbeitswelt bietet, nur allzu gerne mit, die Flexibilität am Anfang und sagen, hier komm, Bewerbermarkt, ich kann es mir noch raussuchen und und und und wechseln häufig, was ja auch toll ist. Aber die Nachteile, die damit verbunden sind, die ignorieren wir. Und wenn wir dann im höheren Alter angekommen sind, dann rufen wir im Zweifelsfall nach dem Staat oder schimpfen auf die bösen Unternehmen und müssen dann sozusagen in Kauf nehmen, dass da irgendwas schief gelaufen ist bei uns in der Laufbahn oder dass wir unsere eigene Vorsorge in der Vergangenheit ein bisschen aus den Augen verloren haben. Und das ist zum Beispiel ein Thema, mit dem ich ganz häufig mit meinem Sohn, der noch jünger ist und noch keine Dreiig, immer wieder mal drüber spreche und denk dran, dass du jetzt schon an später denkst. Das ist natürlich eine blöde Phase. Und ich weiß, das ist auch immer ein Thema, was er nicht so gerne hört, aber er sieht natürlich auch das, was da in unserem Freundeskreis passiert und kommt da ins Grübeln. Ich weiß natürlich nicht, an welcher Stelle in deiner beruflichen Laufbahn du gerade stehst. Vielleicht stehst du noch am Karriereanfang, vielleicht bist du sozusagen in der Mid Career Phase, also irgendwo zwischen 35 und 45 und hast schon einiges auch erreicht. Vielleicht bist du aber auch schon in meinem alter, also über 50 und siehst am Horizont langsam den Ruhestand, vielleicht sogar einen Vorruhestand vor Augen und planst schon mal in diese Richtung. Ich glaube, dass es heute nicht nur wichtig ist, finanziell für diese Zeit vorzusorgen, also ein bisschen in Aktien investieren, vielleicht ein bisschen in Gold investieren, wenn es geht. Wenn man sich das leisten kann in Immobilien und vielleicht noch zusätzlich in steuerliche oder staatlich geförderte Rentenprodukte. Jetzt ist das hier natürlich kein Finanz Podcast und ich will auch keine Finanzberatung machen, das machen andere viel besser. Aber ich möchte vor allen Dingen das Thema Verantwortung ansprechen und Altersvorsorge im Sinne von Karrierevorsorge. Eben weil sich Laufbahnen verändern und mit ihnen die Arbeitsmärkte, muss man heute schon daran denken, nicht nur finanziell vorzusorgen, sondern muss eben auch daran denken, dass man später Vielleicht mal mit 55 plus nicht mehr beim selben Arbeitgeber in Rente gehen kann. Unternehmen verändern sich, Märkte verändern sich. Wir merken das ja gerade, wir haben in Deutschland eine Wirtschaftskrise und so richtig aus dem Quark kommen wir hier noch nicht. Und viele Unternehmen bauen Stellen ab. Ich glaube, das haben viele Arbeitnehmer ganz anders geplant. Aber sowas kann immer wieder passieren. Und die Frage, die sich dir jetzt an der Stelle stellt, der Weckruf, der damit vielleicht verbunden ist, wie planst du deine berufliche Laufbahn? Und hast du vielleicht auch schon jetzt einen Plan B für genau solche Jobkrisen, die natürlich immer zu Unzeiten kommen? Bildest du dich permanent weiter? Tust du was für deine Employability, also für deine Arbeitsmarktfähigkeit? Oder baust du dir vielleicht schon mal nebenbei etwas auf, was sich dann in solchen schwierigen Phasen durchtragen kann oder eben vielleicht auch im Alter durchtragen kann, wenn du mal ein, zwei Jahre überbrücken musst, bis du dich beruflich neu orientiert hast? Ich weiß, das ist keine bequeme Botschaft, aber eine Erinnerung daran, dass zunehmende Freiheit auch zunehmende Verantwortung bedeutet und zwar vor allem für sich selbst. Das ist vielleicht kein angenehmes Thema, aber meine Freunde haben mich daran erinnert, dass wir Verantwortung nicht einfach so delegieren können. Natürlich ist es schäbig von manchen Unternehmen, wie sie langgediente Mitarbeiter behandeln. Wie gesagt, bei Freund 1 finde ich das alles andere als fair und korrekt, was da gerade passiert. Aber Unternehmen sind eben auch nicht die Wohlfahrt. Ich kann von hier aus nicht entscheiden, ob das am falschen Management lag, ob da grundsätzlich falsche Entscheidungen getroffen worden sind in der Vergangenheit. Aber selbst als Arbeitnehmer kann man sich und darf man sich darauf nicht verlassen, dass die anderen das schon für einen machen. Sondern ich glaube, dass wir in dieser Phase, in dieser Arbeitswelt, in der wir heute leben, viele tolle Möglichkeiten und Chancen haben und zahlreiche Vorteile nutzen können. Aber jede Münze, jede Medaille hat zwei Seiten und die Nachteile dürfen wir einfach nicht vergessen. Deswegen noch mal die Du hast auch ein gutes Stück Verantwortung für deine eigene berufliche Entwicklung. Und da geht es eben immer nicht immer bergauf, sondern gerade auch im Alter, da wo man es eigentlich nicht haben will, da kann es passieren, dass es dich kalt erwischt und aus der Bahn wirft. Und dafür sollte man eben nicht nur finanziell vorsorgen, sondern auch beruflich schon mal einen Plan B in der Tasche haben. Und genau das ist mein Wunsch und meine Empfehlung mit der heutigen Folge. Ich freue mich, wenn wir uns das nächste Mal wieder hören.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.










