INGA Prinzip: Souverän + höflich Grenzen setzen

Kurzvideo (Monolog) von JobGenius über das INGA‑Prinzip zum souveränen, höflichen Grenzen setzen. Es erklärt vier Schritte: Interesse zeigen (zuhören, Rückfragen), klar Nein sagen (ohne Abschwächungen), kurz den Grund nennen (kurze Erklärung, keine Rechtfertigung) und eine Alternative anbieten (Hilfsangebot zu anderem Zeitpunkt oder Tipp). Ziel ist selbstfürsorgliches Ablehnen, sodass das Nein verstanden wird und das eigene Ja später mehr Wert hat.
Chapters
Wir müssen weniger müssen. Ich weiß, dass Nein sagen fällt vielen Menschen enorm schwer. Doch Ja Sager leben gefährlich und zahlen dafür oft einen hohen Preis. Sie werden ausgenutzt, sie sind häufig überlastet und das systematisch. Sie können sich kaum durchsetzen und kassieren dafür am Ende auch noch weniger Respekt. Denn was leicht zu haben ist, hat in den Augen der meisten Menschen automatisch weniger Wert. Darum ist es enorm wichtig, dass wir alle das Neinsagen lernen und gesunde Grenzen setzen, und zwar ohne ein schlechtes Gewissen oder Angst vor Ablehnung. Eine ebenso einfache wie einprägsame Methode, Anfragen souverän abzulehnen, ist das sogenannte Inga Prinzip. Denn damit dein Gegenüber dein Nein akzeptiert, kommt es darauf an, dass er oder sie die Absage versteht und sich dadurch weder gekränkt noch zurückgesetzt fühlt. Mit dem Inga Prinzip formulierst du eine Absage freundlich, aber bestimmt höflich und zugleich selbstbewusst und nachvollziehbar. Wie aber gelingt jetzt so ein richtiges Nein? Du ahnst es natürlich längst. Inga steht nicht für eine Person oder einen Namen, sondern es handelt sich hierbei um ein sogenanntes Akronym, also insgesamt vier Bausteine und Elemente, deren Anfangsbuchstaben das Wort Inga ergeben. Aber sehen wir uns das wie immer etwas genauer an. Das i steht für Interesse zeigen. Wenn also zum Beispiel jemand mit einer Bitte oder Frage auf dich zukommt oder Und sei sie noch so unverblümt oder unverschämt, höre erst einmal genau zu und zeige Interesse bzw. Verständnis für das Anliegen. Hierbei helfen zum Beispiel Rückfragen zu dem Hintergrund des Anliegens. Ich verstehe, dass dir der Termin heute Abend wichtig ist, aber warum hast du erst so spät davon erfahren? Zudem kannst du über das Zuhören und Nachhaken erfahren, wie wichtig deinem Gesprächspartner sein Anliegen ist und warum. Zweitens, N steht für Nein sagen, und zwar klar und deutlich. Und das ist jetzt ein wichtiger Punkt. An dieser Stelle sind nämlich Abschwächungen vom Typ Bitte nicht böse sein, aber Oder eigentlich wollte ich oder möglicherweise könnte ich Absolutes Tabu Rede Klartext. Wer Nein meint, sollte auch Nein sagen. Beschwichtigungen entstehen oft nur aus dem Wunsch heraus, andere nicht zu verletzen. Sie untergraben aber deinen Entschluss und lassen dich sogar weniger souverän wirken. Du kennst die Hintergründe der Bitte jetzt aus Schritt 1 aber du hast oder willst dem Wunsch einfach nicht nahkochen. Und das ist völlig legitim. Also lautet deine Entscheidung ganz Nein klipp und klar ohne Beschwichtigung oder Einschränkungen. Sonst weckst du am Ende nur falsche Hoffnungen und die sorgen für neue Enttäuschungen. Was du aber tun Drücke möglichst gleichzeitig dein Bedauern über dein Nein aus. Das nimmt der Aussage ihre Schärfe und Härte Etwa wenn du Nein, aber es tut mir leid, ich hätte dich gerne unterstützt. Und wenn du dir noch nicht sicher bist, dann bitte zumindest um Bedenkzeit. Aber deine Antwort lautet am Ende bitte ja oder Nein. G steht für Grundnennen. Im dritten Schritt des Inga Prinzips begründest du deine Entscheidung aber unbedingt kurz. Es soll ja nicht nach Rechtfertigung klingen. Begründen bedeutet nicht, dass du dich vor deinem Bittsteller rechtfertigen müsstest. Aber eine Kurzerklärung hilft natürlich deinem Gegenüber die Ablehnung zu verstehen. Ohne Begründung entsteht nämlich leicht ein Vakuum und das wird dann mit Spekulationen gefü Mag sie mich noch? Ist er sauer auf mich? Warum reagiert er oder sie jetzt so? Eine einfache Erklärung stattdessen reicht völlig zum Ich fühle mich geschmeichelt, aber die Wochenenden gehören grundsätzlich meiner Familie. Gerade gegenüber Vorgesetzten kann es zudem hilfreich sein, mögliche Folgen zu verdeutlichen. Also zum Beispiel sowas Danke, dass Sie mir so viel Vertrauen entgegenbringen, aber ich habe bereits mehrere Projekte, um die ich mich gerade kümmern muss. Wenn ich diese Aufgabe zusätzlich übernehmen soll, dann wird sich der Abgabetermin für Projekt X leider deutlich nach hinten verschieben. Und A Das steht für Alternative anbieten, um das Gespräch abschließend eine positive Richtung zu lenken. Um zusätzliches Verständnis zu zeigen, kannst du laut Inga Prinzip jetzt noch eine oder zwei Alternativen aufzeigen. Das kann zum Beispiel ein Tipp sein, wo er oder sie doch noch Hilfe bekommt, oder ein Vorschlag, wie dein Gegenüber seine Aufgabe alleine lösen kann. Oder du sagst so etwas Leider schaffe ich das heute unmöglich, aber wenn mein Projekt abgeschlossen ist, dann könnte ich dir im Anschluss helfen. Entscheidend ist aber immer, dass abschließend der Eindruck entsteht, dass du grundsätzlich hilfsbereit bist und auch gerne geholfen hättest. Nur diesmal geht es eben leider nicht. Sorry, schade, aber nein. Merke. Das Inga Prinzip ist ein wichtiger Teil deiner Selbstfürsorge und Je besser du lernst, Nein zu sagen, desto mehr wird dein Ja geschätzt werden.










