Innere Kündigung - was tun?

When you're checked out at work, don't wait for things to improve. Set a six-month deadline, list your grievances and what you can actually change, then have conversations with your manager or look for internal transfers. If nothing shifts, start job hunting from a position of strength rather than desperation.
Chapters
Von Karrierebibel TV. Ich möchte heute über ein Thema sprechen, was neulich in einem Clubhouse Talk aufgekommen ist und was ich glaube ich für ein sehr wichtiges und aber auch dramatisches Thema finde und was wahrscheinlich jetzt so auch zum Jahresende hin wieder sehr, sehr viel an Aktualität gewinnen wird, ist das Thema innere Kündigung. Laut Gallup Index, der an dieser Stelle immer wieder zitiert wird, betrifft das Thema ziemlich viele Beschäftigte in Deutschland, allen voran roundabout zwei Drittel. Ich glaube, dass diese Zahl nicht wirklich stimmt. Ich glaube, dass der Gallup Index an der Stelle nicht wirklich eine verlässliche Quelle ist, weil ich den ja jetzt wirklich schon seit über 15, 20 Jahren beobachte und diese Zahl verändert sich eigentlich nie. Also hier und da vielleicht mal Prozentpünktchen, aber irgendwie kommt in dieser Gallup Studie immer wieder raus, zwei Drittel der Beschäftigten sind im Zustand innerer Kündigung. Ich glaube das nach so vielen Jahren nicht mehr wirklich, dass diese Zeit verlässlich ist, weil es ist ja schon komisch. Einerseits spricht es zwar für die passive Haltung der innerlich Gekündigten, andererseits wissen wir aber auf dem Arbeitsmarkt, dass immer wieder auch Phasen der Bewegung waren in der Vergangenheit, Menschen den Job gewechselt haben und es will mir nicht so recht in den Kopf, dass diese Menschen kategorisch von einer inneren Kündigung in die nächste wechseln und von einem miesen Job in den nächsten. Deswegen glaube ich die Zahlen nicht. Was ich aber sehr wohl glaube, das ist tatsächlich die, wie soll ich sagen, der grundsätzliche Fakt, dass viele Menschen sehr unglücklich in ihrem Job sind oder mit der Zeit unglücklich werden und dass viele Menschen von diesem Zustand der inneren Kündigung betroffen sind. Deswegen halte ich das für ein sich wichtiges Thema, über das wir heute vielleicht mal kurz sprechen sollten. Ich habe dazu unseren Artikel auf der Karrierebibel, ich blende ihn mal gerade ein, den habe ich heute auch noch mal aktualisiert, also den könnt ihr gerne noch mal intensiv nachlesen. Da steht sehr, sehr viel drin über die Symptome, die Ursachen und natürlich auch über mögliche Lösungen. Ich glaube, darin enthalten übrigens auch ein Kleiner Selbsttest mit 30 Fragen, den ihr gerne absolvieren könnt, um einfach mal zu schauen, wie frustriert seid ihr eigentlich gerade und ist das schon chronisch, also geht das schon in Richtung Dienst nach Vorschrift oder ist es vielleicht nur eine akute Frustphase. Tatsächlich gibt es so mehrere Symptome, die man halt auch in diesen Artikeln nachlesen kann, die immer wieder vorkommen, laut Studien auch regelmäßig genannt werden. Das beginnt halt meistens mit so einem schleichenden Proze, denn die innere Kündigung ist ja kein Zustand, wo du am Donnerstagmorgen aufwachst und oh, hoppla, heute bin ich aber innerlich gekündigt. Sondern das ist so ein Prozess, der meist darauf zurückzuführen ist, dass es in der Vergangenheit anhaltend und immer wieder negative Erlebnisse oder schlechte Erfahrungen gab, anhaltende Konflikte mit Chef und Kollegen und vor allen Dingen eben auch so Sachen zurückzuführen ist, wie fehlende Wertschätzung, ungleiche oder unfaire Behandlung auch beim Gehalt, fehlende Perspektiven und mangelnde Entwicklungschancen im Job, die sogenannte gläserne Decke und dass du vielleicht aber auch irgendwie die Bedeutung deiner eigenen Arbeit in diesem Laden, in der Organisation überhaupt nicht mehr erkennst. Also das Gefühl, ein eigentlich unnützes Rädchen im Getriebe zu sein, das sind so Ohnmachtsgefühle, die damit auch verbunden sind. Und ich glaube, dass die viele Menschen extrem frustrieren können, vor allen Dingen, wenn sie über einen längeren Zeitraum anhalten. So, dann gibt es verschiedene Symptome. Wie gesagt, kann man im Artikel alles nochmal ausführlich nachlesen, seht ihr jetzt auch hier gerade eingeblendet, muss das jetzt nicht unbedingt vorlesen, aber ich sag mal so wachsende Lustlosigkeit, Passivität, beginnende Gleichgültigkeit, sinkende Produktivität. Man zieht sich selber auch ein Stück weit zurück. Das sind so die ersten Schritte. In der zweiten Stufe, da könnt ihr euch auch selber mal beobachten oder vielleicht auch Kollegen, wenn die Leute irgendwann, ich formuliere das mal knapp, bitter werden, so ein bisschen verbissener, man hört sie also häufiger jammern, klagen, aber auch schimpfen über den eigenen Job, nicht nur im Privatleben, da würde man es vielleicht als Kollege gar nicht mitkriegen, aber auch im Umfeld, also sagen, wieder blödsinnige Entscheidungen, die der Chef da getroffen hat oder die Konzernleitung oder was auch immer, alles scheiße hier und so weiter und so fort. Also die Leute werden so ein bisschen motzig, meckriger und bei allem vielleicht auch sarkastischer, bitterer. Und dann merkt man, da driftet einer langsam in so eine Negativspirale rein, die immer weiter nach unten geht und das mündet schließlich irgendwann in so regelmäßigen, angespannten Beziehungen zu Kollegen und Chefs, vielleicht aber auch daran, dass man sich kaum noch beteiligt, vielleicht sogar zurückzieht, zu spät kommt, krank schreibt, also nichts gegen Krankheit, wenn einer krank ist, ist er krank. Aber es gibt natürlich so Momente, wo du sagst, ach, das ist vielleicht auch ganz guter Anlass, mal wieder nicht auf die Arbeit zu müssen und den Arzt mit einem Attest vorzuschicken und wegen dem Zipperlein einfach dann den Job auszusetzen. Das kommt halt bei diesen Menschen immer häufiger vor. Und irgendwann mündet es natürlich dann in konkreter Arbeitsverweigerung, wobei man sagen muss, sollte das zu diesem Fall kommen, also Arbeitsverweigerung ist definitiv der Moment, wo jemand nicht nur an der inneren Kündigung leidet, sondern im Grunde genommen auch an der äußeren Kündigung schon arbeitet, der darauf hinzielt, vielleicht weil er selber die Entscheidung nicht treffen kann oder will rausgeworfen zu werden, vielleicht noch, weil er hofft, dann eine Abfindung zu bekommen oder sowas. Ist aber ein sehr, sehr, sehr gefährlicher Weg, also kann ich auf keinen Fall empfehlen, wenn ihr diese STR wählt, Denkt immer daran, dass wer so handelt, auf sehr, sehr dünnem Eis schreitet, weil ja im Anschluss, wenn man sich einen neuen Job sucht und man sich wieder neu bewerben muss, muss im Zweifelsfall die Kündigung erklären oder vielleicht sogar steht dann auch was Negatives versteckt im Arbeitszeugnis drin wegen Minderleistung und so weiter und so fort. Vielleicht gibt es auch eine verhaltensbedingte Kündigung, das ist dann ganz schlecht. Damit grabt ihr euch eigentlich ein eigenes Grab oder stellt euch selber ein beIN bei der nächsten Bewerbung und bei der Jobsuche. Außerdem ist es so aus der Haltung, aus der Opferhaltung heraus, das finde ich persönlich nie besonders gut, pardon, und auch nicht erstrebenswert. Ein anderer Weg ist wesentlich sinnvoller. Und jetzt komme ich zu dem Punkt, der mir persönlich an der Stelle am Herzen liegt und den ich auch in diesem Clubhouse Talk so angenehm fand. Das war eine ganz tolle Idee von der Susanne Westphal, deswegen sei sie hier auch noch mal erwähnt. Ehre, wem Ehre gebührt, die ja unter anderem das Institut für Arbeitslust ins Leben gerufen hat und einen ganz tollen Gedanken hatte und den möchte ich hier an der Stelle mal weitergeben solltest du. Sollten sie unter innerer Kündigung leiden oder sich dabei jetzt wiedererkannt fühlen und denken, das ist eigentlich auch mein Thema, dann ist der ultimative Tipp, sich eine Deadline zu setzen. Setz dir eine Deadline idealerweise von sechs Monaten und dann setz dich hin und schließe dich mal kurz ein, vielleicht am nächsten Wochenende. Mach dir eine DIN A Seite, falte die in der Mitte und dann schreibst du dir links alles auf, was dich alles aktuell an deinem Job stört. Was ist so das auslösende Momentum? Warum hast du überhaupt diesen Frust? Warum bist du irgendwann in die innere Kündigung gegangen und machst nur noch Dienst nach Vorschrift? Was sind die Gründe, die Ursachen, deine persönliche, die schreibst du in die linke Spalte auf dem DIN A Blatt und auf der rechten Spalte Jetzt wird es knifflig. Da schreibst du alles das hin, was du vielleicht ändern könntest daran, also was du selber unternehmen kannst, um es besser zu machen. Ziel ist natürlich, aus dieser passiven Opferhaltung herauszukommen, das Lenkrad wieder in die Hand zu nehmen, zu okay, was kann ich hier selber dran ändern? Das Erste, was man häufig machen kann, ist sich einen Plan zu Wie könnte ich vielleicht Konflikte lösen, aktiv ansprechen, vielleicht sogar auch das Gespräch, das Vier Augen Gespräch mit dem Chef zu suchen und ihm einfach mal zu sagen, sie haben es vielleicht selber gemerkt, in letzter Zeit bin ich nicht mehr so motiviert. Aber das und das waren die Momente. Ich würde dafür gerne eine Lösung finden, eine gemeinsame Lösung, wie wir da zusammen zu einem Modus finden, wo wir gemeinsam voll motiviert wieder durchsteigen können. Vielleicht gibt es auch die Option, ein eigenes Projekt zu bekommen, ein neues Projekt oder sogar einen internen Jobwechsel zu machen. All das sind ja Alternativen, die du dir auf der rechten Seite Seite aufschreiben kannst. Und jetzt kommt's. Deswegen ist dieser Trick mit der Deadline so sechs Monate nimmst du dir Zeit, um wirklich daran zu arbeiten. Also ergreife die Schritte wirklich nicht nur aufschreiben und dann hoffen, dass sich was ändert von alleine, der wird es nicht, Dann kannst du auch gleich kündigen, sondern wirklich versuchen, aktiv zu werden, an dieser Situation etwas zu Nändern. Wenn die sechs Wochen um sind, dann schau dir mal an, was sich verändert hat, wenn es gut geworden ist und wenn sich einiges zum Positiven gedreht hat, dann kannst du dir immer noch überlegen ob du in dem Job bleibst und weiter daran arbeitest, auf das es noch besser wird. Vielleicht gab es ja auch Gründe, warum du damals diesen Job und diesen Arbeitgeber gewählt hast und da hat sich so viel vielleicht auch gar nicht dran geändert. Manche können den Job auch nicht so ohne weiteres ändern, weil sie vielleicht finanziell oder örtlich gebunden sind. Auch dann ist das ein wichtiger Weg, um zu sehen, was geht, was kann ich verändern und was verändert sich nach einem halben Jahr. Ein halbes Jahr ist auch nicht allzu lang, aber eben auch nicht zu kurz, um wirklich was zu verändern. So, und wenn die 6 Monate rum sind und so partout gar nichts besser wird, vielleicht wird es sogar auch noch schlechter, Dann hast du dir überhaupt nichts vorzuwerfen. Du hast alles versucht, du hast dein Bestes gegeben und trotzdem hat es nicht geklappt, nicht deine Schuld. Dann liegt es vielleicht wirklich am Laden, an den Umständen, in die Richtung, in die sich das Unternehmen entwickelt, an den Werten, an dem Klima, was auch immer. Aber du hast alles versucht, du hast eben nichts vorzu werfen. Und jetzt kannst du wirklich auch guten Gewissens Hier hat es keinen Sinn mehr, jetzt suche ich mir einen anderen Job. Das ist immer die Ultima Ratio, wenn man in der inneren Kündigung ist, dass man dann irgendwann auch die äußere Kündigung irgendwann mal wählt, ganz gezielt, selber und aktiv. Das ist natürlich immer angenehmer, wenn man aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis sich heraus bewirbt, weil man dann immer aus einer Position der Stärke kommt, auch beim neuen Arbeitgeber. Du musst ja den nächsten Job nicht sofort annehmen. Du kannst also tatsächlich stark verhandeln, wenn die Bedingungen da nicht stimmen. Aber diese Reflexionsübung vorne mit dem DIN A Blatt, die hilft dir natürlich auch, weil du dabei für dich selber ermitteln Wie sieht eigentlich mein eigener persönlicher Traumjob in der Zukunft aus? Entweder du schaffst es, diesen Traumjob in dem aktuellen Beschäftigungsverhältnis herzustellen, aufgrund der Maßnahmen, die du ergreifst, Oder aber wenn du Hier würde definitiv nichts mehr, Dann kannst du den nächsten Job viel besser auswählen. Denn jetzt weißt du zumindest darauf musst du achten. Beim nächsten Mal, Das nächste Mal, wenn du einen Job suchst, einen neuen Arbeitgeber, dann achte auf jeden Fall auf Punkt 1, 2, 3, weil die sind dir wichtig und die haben dafür gesorgt, dass du im letzten Job im jetzt noch aktuellen innerlich gekündigt hast und irgendwann frustriert warst, so kommst du nicht vom Regen in die Traufe, sondern findest definitiv Stück für Stück den besseren und vielleicht sogar den absoluten Traumjob. Aber ich finde diese Deadline, die ist wichtig. Man gibt sich selber und dem Unternehmen eine Chance. Man setzt aber auch einen Fixpunkt, wo man sagt bis hierhin und ich warte das jetzt nicht einfach ab. Ich sitze das nicht aus. Kein Prinzip. Hoffnung wird schon werden und irgendwann vielleicht macht es ein anderer für mich. Nein, du nimmst die Zügel selber in die Hand. Du gehst all in diesen sechs Monaten, sodass du dir nichts vorzuwerfen hast, aber danach hast du alle Gründe, dir einen neuen Job zu suchen und das reinen Gewissens, guten Herzens und frohen Mutes, weil du jetzt weiß ich habe alles gegeben, hat aber nicht geklappt. Die wollen nicht oder es geht nicht, was auch immer. Manchmal ist es ja auch nicht eine persönliche Schuld von einem Chef oder Vorgesetzten, manchmal aber schon. Und dann weißt du aber wirklich nach sechs Monaten, ich gehe diese Frist, ob das jetzt sechs Monate sind oder fünf Monate oder vier, das entscheidest du. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, sich selbst eine Deadline zu setzen, weil man innerhalb dieser Frist wirklich aktiver wird. Und wir wissen ja aus anderen diversen psychologischen Studien, dass je näher man seinem Finale kommt, also der Deadline, der Frist, dem Fristende, desto mehr hängt man sich rein und entwickelt tatsächlich unglaubliche Kräfte und Motivation. Und das ist ja gut, dass das passiert, denn in dem Moment bist du auch wieder neu motiviert. Entweder schaffst du es den Durchbruch oder du bist zumindest motiviert zu Ich habe alles gegeben, jetzt suche ich mir einen neuen Job. Und auch diese Motivation wird sich in deiner gesamten Bewerbung spiegeln. Innere Kündigung. Es ist ein Anlass. Nimm das wahr. Ich finde das okay. Wenn man das wahrnimmt und die Tatsache, dass du vielleicht dieses Video jetzt bis zum Ende anschaust, ist ja ein gutes Signal. Dann ist es vielleicht ein Thema für dich. Nimm dir das zu Herzen. Aber werde aktiv. Aussitzen ist keine Strategie. Abwarten und hoffen ist keine Strategie und führt in der Regel auch zu nichts. Werde selber aktiv. Nimm die Zügel in die Hand oder das Lenkrad von deinem eigenen Leben. Sei dein eigener Chef und betrachte das wie ein Projekt. Mit einer fixen Deadline und dann wird das auch klappen und dann kommt man auch aus dieser inneren Kündigung und dieser Haltung heraus. Bitterkeit dagegen ist ein echter Bewerbungskiller. Das spüren auch die nächsten Personaler. Kann ich definitiv von abraten. Habe ich schon oftmals erlebt. Menschen kennengelernt, das wirkt unsympathisch und dahin solltest du erst gar nicht gelangen. Deswegen werde aktiv. Das war es auch schon an der Stelle. Vielen Dank fürs Zuschauen, Vielen Dank fürs Mitmachen. Wenn ihr Fragen habt zu diesem Thema, zu anderen Themen, dann schaut gerne noch mal rein, schreibt einen Kommentar dazu. Ich freue mich auf jeden Fall und es gibt hier mit Sicherheit demnächst wieder viele, viele weitere Livesendungen mit mir, aber auch mit Gästen und Interviewpartnern. Ich freue mich bis dahin.










