Job kündigen? Sofort hinschmeißen hat große Gefahren!

This YouTube monologue by JobGenius argues that while the labor market has become more fluid and quitting is less stigmatized—especially for young people—this ease brings risks when people quit too quickly or too often. The speaker notes surveys showing widespread dissatisfaction and common behaviors (quiet quitting, searching for new jobs rather than negotiating), then warns that frequent short-term jobs can produce "jobhopper" CVs, limited skill depth, reduced negotiating power and lower market value. He distinguishes legitimate reasons to leave (toxic or health-harming workplaces) from complaints that are "Jammern auf hohem Niveau," and emphasizes the value of learning to endure, resolve conflicts and grow through challenges rather than habitually quitting.
Chapters
Vor einigen Jahren war es noch Wer seinen Job oder seinen Chef nicht mochte, der musste trotzdem ein paar Jahre im Job verharren oder mit dem miesen Boss oder Gehalt irgendwie auskommen. Zum einen, weil der Arbeitsmarkt einfach damals noch nicht so durchlässig war und zum anderen, weil schnelle Jobwechsel in Folge pures Gift waren für den eigenen Lebenslauf. Nach dem zweiten oder dritten Jobwechsel in Folge galt man schon als Jobhopper bestenfalls als ziellos, orientierungslos und unstet, schlimmstenfalls aber auch als illoyal und unführbar. Heute ist es zum Glück anders. Es ist kein Stigma mehr, insbesondere für Berufseinsteiger und junge Menschen, wenn sie anfangs relativ rasch wieder kündigen und die Jobs wechseln. Der Arbeitsmarkt ist durchlässiger geworden, die Arbeitgeber können auch aufgrund des Fachkräftemangels gar nicht mehr so wählerisch sein. Und wir wissen letztendlich alle, dass sich manche Arbeitgeber heute im Internet auch einfach besser verkaufen, als sie tatsächlich sind. Aber und hier taucht ein modernes Problem Weil die Kündigung so einfach geworden ist, so folgenlos wird sie auch häufiger genutzt und meine Beobachtung zu häufig und vor allem zu schnell und zu voreilig. Aktuelle Umfragen zeigen die Deutschen sind mehrheitlich unglücklich mit ihrem Job. Rund jeder Zweite würde am liebsten den Job wechseln. Andere Studien sagen, zwei von drei haben bereits innerlich gekündigt und bis zum tatsächlichen Jobwechsel und zur Kündigung ist es dann nicht mehr allzu weit. Aber was machen junge Menschen oder Berufseinsteiger heute, wenn sie unzufrieden sind? Und das beobachte ich leider sehr oft. Statt das Gespräch mit dem Chef zu suchen, betreiben sie Quiet Quitting. Statt nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, suchen sie sich heimlich einen anderen Job oder motzen lauthals im Internet. Was allerdings eine andere Geschichte ist. Statt aktiv ihre Situation positiv zu verändern, kündigen sie oder sie kündigen schon, weil ihnen die Unternehmenskultur nicht gefällt oder weil sie gerade Beef mit den Kollegen oder ihrem Vorgesetzten haben. Bitte nicht falsch verstehen. Das ist kein Plädoyer für das Aushalten und Ausharren, möglichst noch in einem toxischen Umfeld. Wenn der Job die Arbeitsbedingungen und das Umfeld massiv schaden, vielleicht sogar gesundheitlich schädlich sind, dann sollte jeder, wirklich jeder, sofort die Reißleine ziehen und kündigen. Kein Job, kein Gehalt der Welt sind es wert, dass ich mich, du dich dafür kaputt machst. Aber sind wir bitte auch hier wieder solche super toxischen Stellen sind die Ausnahme von der Regel. Die Mehrheit der Arbeitsstellen sind vielleicht nicht immer perfekt, die Kollegen haben Macken oder Mundgeruch, aber das Jammern darüber ist Jammern auf hohem Niveau und kein substanzieller Grund, sofort das Handtuch zu werfen. Und darum geht es mir. An der Stelle habe ich nämlich eine große Sorge für die Zukunft und spulen wir mal die Zeit einfach nach vorne. Was passiert eigentlich mit jungen Menschen oder generell mit Berufseinsteigern, die nie gelernt haben, Dinge selbst zu verändern, also Konflikte auszuhalten, daran zu wachsen, den Stier bei den Hörnern zu packen, wie man so schön sagt, und stattdessen sofort wieder die Flinte ins Korn werfen oder einfach wegrennen? Ich denke da zum Beispiel an Menschen, die in ihrem Lebenslauf vielleicht neun Jobs in vier Jahren stehen haben. Ich verstehe voll, dass man sich am Anfang noch ausprobiert, orientiert und abwägt, aber so ein Lebenslauf erzählt eben auch immer eine Geschichte von jemandem, der nie wirklich gekämpft oder durchgehalten hat. Und ich kann eben auch auf der anderen Seite jeden Arbeitgeber verstehen, der auf solchen CVs schaut und dann das Risiko, dass der oder die Kandidatin auch bei uns nach vier Wochen wieder kündigt und die Flint ins Korn werft, ist mir einfach zu groß. Da sage ich lieber gleich ab oder das könnte ein wunderbarer, ein toller Kandidat und Mitarbeiter sein, aber ich kann es mir einfach nicht leisten, in drei Monaten die Stelle erneut besetzen zu müssen. Und auch der Punkt ist nicht minder relevant. Wer in so kurzer Zeit so viele verschiedene Jobs und Arbeitgeber gewechselt hat, der konnte wahrscheinlich auch kein solides Skillset entwickeln und echte fachliche Tiefe oder Expertise erreichen. Dafür reichen diese Kurzzeitengagements einfach nicht aus. Mehr so jemand hat nie wirklich in einem Sturm ausgehalten und navigiert, sondern ist eben schon vorher ausgestiegen. Es sind Schönwetterkapitäne im Wortsinn natürlich auch Kapitäninnen. Und das Ergebnis ist, dass diese Kandidatinnen und Kandidaten zwar vielleicht fünf Jahre Erfahrungen in Jobs haben, aber eben keine fünf Jahre Berufserfahrung. Sie haben, um beim Beispiel zu bleiben, vielleicht 10 mal 6 Monate Berufserfahrung. Aber das ist eben auch genau ein Riesenunterschied. Und der macht sich später nicht nur bei den Bewerbungschancen bemerkbar, sondern auch beim Gehalt und beim Marktwert. Wenn solche Menschen danach, sagen wir, drei Jahren im Job zu ihrem Chef gehen und eine Gehaltserhöhung verhandeln, weil sie denselben Job machen wie ihre Kollegen, vielleicht sogar genauso gut oder ein bisschen besser, dann haben sie trotzdem ein Problem und es fehlt ihnen ein wichtiges Argument, denn Denn das Unternehmen bezahlt dich ja nicht nur für deine Arbeit, heute schon gar nicht, wenn es um mehr Geld in der Zukunft geht. Es bezahlt dich auch dafür, dass du grundsätzlich Probleme lösen und durch schwere Zeiten manövrieren kannst. Und genau diese wichtige und wertvolle Erfahrung, erst recht in diesen aktuell schweren Zeiten und turbulenten Zeiten, können diese Mitarbeiter dann eben nicht nachweisen. Mehr Die wirklich erfahrenen Troubleshooter können für andere Kollegen in schweren Zeiten eine hilfreiche und mentale Stütze sein oder sie sogar anleiten, wie man durch schwere Zeiten kommt. Und das macht sie zu echten Leistungsträgern und natürlich auch zu stabilen Säulen im Unternehmen, die man gerne hält und denen man dann auch mehr bezahlt. Ganz Ich finde die Durchlässigkeit des heutigen Arbeitsmarktes wunderbar. Sie eröffnet allen großartige Chancen zur Selbstfindung und zur Selbstverwirklichung. Aber solche Freiheiten bergen eben immer auch Gefahren und verführen den einen oder anderen zur Leichtfertigkeit. Niemand muss sich im Job quälen. Aber es gibt eben einen feinen und doch entscheidenden Unterschied zwischen Abbrechen und Aufgeben bzw. Hinschmeißen.










