LIVE: Diskriminierung in der Bewerbung: Was tun?

Recorded live by JobGenius on the topic of discrimination in job applications, the discussion (host Jochen/JobGenius with guest Stefan Gerd) reviews who is commonly affected (50+ applicants, single parents, people with migration background, people with disabilities, LGBTQ), notes that Germany's AGG (since 2006) exists but discrimination persists, and distinguishes active vs. unconscious (passive) bias. They discuss risks from biased AI, and offer concrete applicant-focused strategies: optimize and individualize application documents, use references/recommendations, state relevant data proactively (or omit sensitive fields), consider application videos, target diverse/international employers, consider anonymous applications selectively, and seek professional coaching. The session includes audience comments and practical examples; speakers emphasize sensitization of HR as more effective than laws alone and note no guarantees against discrimination.
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So mit einiger Verspätung. Es tut mir wahnsinnig leid. Wir haben gerade eben aufgezeichnet und waren nicht live. Jetzt sind wir aber live mit einem super spannenden Thema, nämlich mit dem Thema Diskriminierung bei der Bewerbung. Es ist leider ein unschönes Thema, was häufig totgeschwiegen wird. Und der Stefan Gerd ist auch schon live dabei. Wir haben schon ein bisschen warm gequatscht offline. Jetzt machen wir es live. Wir sprechen tatsächlich über dieses Thema. Und ja, es werden immer noch zahlreiche Bewerber offen oder weniger offen diskriminiert. Oft kriegt man es ja gar nicht mit, weil die Gründe nicht mehr genannt werden. Und da gibt es dann natürlich Bewerber Gruppen, die regelmäßig davon betroffen sind. Das sind natürlich ältere Bewerber ab 50 plus, über die haben wir hier schon mal in der Sendung gesprochen. Es sind alleinerziehende Frauen hier mehr als Männer, junge Frauen mit Partner, aber noch ohne Kind und spricht dann gerne von gebärfähigen Alter, wo man Ach, die gehen bestimmt bald in Elternzeit, die stellen wir gar nicht erst ein. Dann natürlich Bewerber mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung und diverse Menschen aus dem LGBTQ Bereich. Welche Erfahrungen hast du schon damit gemacht? Stefan? Also du nicht persönlich, sondern wahrscheinlich dann deine Kunden und Klienten bei dem Thema Diskriminierung bei der Bewerbung?
Ja, du hast zwei Kundengruppen, die bei uns stark vertreten sind. Schon genannt ist einmal natürlich die Bewerberinnen und Bewerber älteren Semesters. Und auf der anderen Seite haben wir schon einige Kunden auch, die in irgendeiner Form Migrationshintergrund haben, die zu uns kommen, weil sie sich auch sprachlich vielleicht dann unsicher sind, ob das ausreichend ist, wie sie das machen, weil sie vielleicht auch nicht wissen, wie es in Deutschland funktioniert. Genau das Thema habe ich heute intern auch noch mal diskutiert in so einem kleinen Team mit den Leuten im Büro. Und was da auch als Feedback kam, war direkt wir bekommen auch von Kundinnen und Kunden immer mehr Lebensläufe, wo wirklich ein Geburtsdatum auch einfach mal weggelassen wird, weil man Angst hat, irgendwie deswegen halt aussortiert zu werden. Und ja, das ist so eine Sache, die bei uns sehr aufgefallen ist tatsächlich.
In den letzten Monaten. Wobei ich immer sage Geburtsdatum weglassen bringt es wirklich viel, weil ich sag mal, wenn du deinen Schulabschluss im Lebenslauf stehen hast plus diverse Berufserfahrungen, dann zähle ich die Jahre zusammen, sage also je Nachdem was es ein Abitur macht, im Schnitt mit 18 und 19, dann rechne ich noch die Berufserfahrung drauf, dann bin ich so bei ein, zwei Jahren plus minus nicht wahrscheinlich im richtigen Bereich. Wie alt du tatsächlich bist und ob du es dann weglässt oder nicht, macht dann wahrscheinlich nicht großartigen Unterschied. Außerdem sagt ja manchmal, wenn man jetzt noch eine Bewerbungsquote dazu schickt, das Bild dann auch schon mehr als 1000 Worte, dann weiß auch schon Bescheid. Aber es wird gemacht. Ich glaube, wir müssen an der Stelle einfach sagen, Diskriminierung gibt es, sie kommt vor, wir können sie und wollen sie heute auch überhaupt nicht totschweigen. Es wird gemacht und wer diskriminieren will, der diskriminiert. Da hilft wahrscheinlich auch gar nicht so sehr viel dagegen. Seit 2006 gibt es ja in Deutschland das AGG, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz oder salopper Antidiskriminierungsgesetz. Danach darf man ja wegen Alter, Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe und ethnische Herkunft, sexueller Orientierung, blablabla nicht diskriminiert werden. Es passiert aber trotzdem und ich weiß jetzt nicht, wie du das siehst, aber ich glaube, viel gebracht hat es nicht. Das Ding ist jetzt seit 2006, also 19 Jahre alt und Diskriminierung findet im Bewerbungsprozess auch heute noch weiterhin statt.
Ja, das beweist auch die Studienlage. Es gibt ja unterschiedlichste Studien aus den letzten Jahren, die verschiedenste Fälle sich angeguckt haben, Herkunft, auch Alter, Bewerber, Bewerberinnen und so weiter. Und ja, es wird diskret. Man muss sagen, das Gesetz hat in dem Sinne vielleicht ein bisschen geholfen, dass es mal so eine Grundlage überhaupt gibt, dass ein Kandidat da auch was machen kann. Und es gab ja auch ein paar Gerichtsurteile dazu, aber da hat man dann tatsächlich, muss man ehrlicherweise sagen, da hat man so ein bisschen als Bewerber auch Futter gehabt oder die Kandidaten hatten da Futter, weil da irgendwas auch fehlerhaft in der Stellenausschreibung schon war. Also da war schon so ein bisschen dieses Thema dann auch mit Alter, glaube ich, gab es ein Urteil, da stand dann sowas drin, wir suchen jungen, dynamischen Menschen und dann, ja gut, dann bis im Gespräch oder wirst aussortiert, bin nicht im Gespräch, klagst dagegen, weil und sagst halt, ich bin zu alt, wurde deswegen aussortiert. Genau, da hat man Chancen, aber so doof ist ja auch tatsächlich keiner mehr im HR Bereich. Und deswegen muss man ehrlicherweise sagen, in der Praxis hat man nicht so viel Handhabe tatsächlich. Es ist gut sicherlich, dass es das Gesetz gibt, dass man dafür sensibilisiert ist. Auch in der Praxis ist es so, dass es sicherlich zwei Arten von Diskriminierung gibt. Es gibt einmal die, die du angesprochen hast, die das so wollen und machen einfach die aktive Diskriminierung. Genau, die aktive Diskriminierung. Es gibt aber auch tatsächlich und laut Studienlage das tatsächlich sogar ein bisschen das größere Problem, diese Pass. Das heißt, die Menschen sind in dem Moment, also die Personalverantwortlichen sind in dem Moment gar nicht unbedingt schlechte Menschen, nur die haben vielleicht so Vorurteile im Kopf und da passieren Dinge im Gehirn, wenn die halt. Ich habe im Vorgespräch mit dir auch gesagt, ich hab bin da selber mittlerweile relativ sensibilisiert, weil ich glaube auch selber kann man sich nicht ganz davon freisprechen.
Wenn wir jemanden suchen.
Ja genau, wenn wir jemanden suchen, gerade bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, der muss perfekt Deutsch können, dann kommt eine Bewerberin mit irgendwie ausländisch klingendem Namen. Natürlich macht das was mit einem Ich bin dafür sensibilisiert, ich weiß, ich gucke mir erst komplett den Lebenslauf an, aber es liegt auch daran natürlich, dass ich für das Thema sensibilisiert bin und ich weiß nicht, ob das jeder so im Personalbereich ist. Und wenn man dann 100 Bewerbungen hat und schnell sein muss, dann kann ich mir vorstellen, passiert da ganz schön viel, was nicht gut ist und auch nicht richtig ist. Aber die Menschen sind in dem Moment, machen sie es vielleicht auch gar nicht bewusst. Das muss man auch ganz klar sagen.
Da fällt mir sogar noch das Thema KI in dem Zusammenhang ein. Wir haben ja auch schon das letzte Mal über KI gesprochen und bei KI hat man ganz, ganz häufig, dass Stereotype, weil sie häufig vorkommen im Internet, verstärkt werden durch die KI. Also wenn du fragst, wer ist der perfekte Bewerber, dann spuckt die KI in der Regel einen Mann raus, weil es mehrheitlich halt immer noch von Männern gesprochen wird. Und wenn du jetzt, also ich weiß nicht, was für eine KI Software dann vielleicht sogar die Erstauswahl beim Arbeitgeber übernimmt, auch so eine Prägung hat oder beispielsweise auf die Belegschaft rekurriert. Also sie werden natürlich nicht irgendwas von rausnehmen Aber wir werden sagen, wer war denn bei uns die erfolgreichsten Bewerber? Wer waren denn bei uns diejenigen, die am längsten geblieben sind, die besonders gut performt haben. Und wenn man dann aus der Historie kommt und vielleicht deswegen eine nicht diverse Belegschaft hatte, sondern überwiegend männlich geprägt, dann wird dieses Stereotyp sozusagen auch noch in der Zukunft fortgesetzt, was natürlich total irre ist. Aber an der Stelle ist die KI kein Helfer, sondern eher noch einer, der die oder eine Maschine, die die Diskriminierung weiter fördert. Also wir sind auf dem Stand oder sind uns, glaube ich, einig, wer diskriminieren will, diskriminiert. Dagegen helfen auch Gesetze relativ wenig. Aber wir wollen ja heute, und deswegen sind wir auch angetreten heute über Tipps und Tricks sprechen, Strategien, wie man zumindest seine Chancen verbessern kann. Also wir können keine Garantie abgeben und man kann es nicht ganz verhindern. Also selbst mit diesen Tipps und Tricks, wenn du auf einen Personaler triffst, der mit Verlaub ein Arschloch ist und Menschen diskriminiert, da kannst du nichts machen. Also der sagt halt dann hinterher irgendwie andere Kandidaten waren besser, haben besser zu uns gepasst. Das ist ein offizieller, legitimer Grund und in Wahrheit war es Diskriminierung, keine Handhabe.
Punkt.
Aber wir sprechen heute über Tipps. Und bevor wir loslegen, hier nochmal der Wenn ihr eingeschaltet habt auf Facebook, LinkedIn, Facebook, YouTube und so weiter und so fort und Fragen habt, Anmerkungen habt, schreibt gerne einen Kommentar, der wird hier bei mir eingeblendet. Ich sehe ihn und kann ihn dann hier unten auch freischalten. Wer anonym bleiben möchte, was wir bei diesem Thema durchaus verstehen, der schreibt bitte noch kurz davor anonym, dann blende ich den Kommentar nicht ein, sondern lese ihn nur vor, ist ja auch legitim. Und dann können wir auf jeden Fall eure Fragen beantworten, euch weiterhelfen und wie gesagt, ohne dass ihr großartig in Erscheinung tretet oder de anonymisiert werdet. So, jetzt aber zu den ersten Tipps. Was ist dein ultimativer Tipp? Was kann man machen? Du fängst mal an, Stefan.
Ich beziehe mich dann so vielleicht auch auf so ein Erlebnis, was ich hatte. Ich hab letztens einige so CB-Checks oder Bewerbungschecks gemacht. Auf dem Karrieretag und davor auch beim Absolventenkongress in Köln und da waren sehr, sehr viele junge Bewerberinnen mit Migrationshintergrund tatsächlich Und was ich aber gemerkt hab, weil die natürlich, muss man ehrlicherweise sagen, einfach es schwierig haben, gerade auf dem Arbeitsmarkt. Das muss man mal ganz klar sagen und das hat die Praxis dann auch wieder bewiesen, wie viele dann tatsächlich mit Migrationshintergrund dann wirklich da waren. Und was mir aber aufgefallen ist, das muss ich ehrlicherweise auch sagen, naja, wenn dann, wenn die alle mit dem Europas Lebenslauf kommen und dann aber dieses komische amerikanische, wo die ganze Breite ausgenutzt wird, alle wollen auf eine Seite quetschen, alles zusammen, kein Anschreiben, man merkt schon, ist so ein Standardding, was sie überall raus senden. Naja gut, dann brauche ich mich nicht wundern, da ist auch egal, ob ich Migrationshintergrund habe oder nicht. Also grundsätzlich ist da mein erster Tipp, die Bewerbung muss einfach auch herausragend sein. Der erste Eindruck der Bewerbung muss so gut sein, dass ich das gar nicht zum Thema irgendwie mache. Ich muss direkt überzeugen und das ist glaube ich auch der stärkste Tipp. Das ist natürlich sehr schwierig, weil da muss man viel Arbeit reinstecken. Das ist keine low hanging fruit jetzt, aber genau, ich muss einfach direkt überzeugen und genau, und ich mein, wir beide kennen das, optisch meine ich das direkt, erster Eindruck inhaltlich dann natürlich auch im weiteren Verlauf. Es sollte ein vernünftiges Anschreiben dabei sein. Es sollte, sollte, also der Leser sollte merken einfach, dass die Bewerbung wirklich individuell für das Unternehmen, für die Stelle ist natürlich auch fehlerfrei. Und wenn wir diese Punkte so im Groben haben, dann hat man glaube ich erstmal auch sehr gute Chancen. Wie siehst du das?
Ja, also ich sehe das ganz genauso, zumal du dich in so einem Fall komplett von vielen, vielen anderen Bewerbern mit oder ohne Hintergrund abhebst. Also eine gute Bewerbung ist einfach heute tatsächlich sehr, sehr selten. Wir hatten das ja glaube ich in der letzten Sendung schon, wo wir darüber gesprochen haben, dass ich manchmal selber auch schon Bewerbung bekomme. Drei von drei verschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten, die sahen gleich aus und der Grund war, weil die halt alle diese Lebenslaufvorlagen von Lebenslauf DE, Lebenslauf Com und so weiter benutzt haben. Und wenn du die alle schon mal gesehen hast, dann ist alles klar, ich kenne die Quelle, das ist einfach nur so runtergerödelt und überhaupt nicht individuell großartig zugeschnitten. So ein Standardlebenslauf, den die halt immer dazu packen. Anschreiben und Lebenslauf passt noch überhaupt nicht zusammen von den Farben, von der Gestaltung. Da weiß Das eine kommt aus der Schreibmaschine, hätte ich beinahe gesagt, und das andere kommt aus dem Internet. Das ist einfach lieblos. Und in der Tat ist es schon der erste Minuspunkt. Ja, also ich blende mir hier gerade einen Kommentar ein, der kommt gerade hier von dem Steffen Wollschläger, der sagt, hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Das ist jetzt sozusagen nur ein Kommentar. Keine Frage, hat er mit Sicherheit recht. Was sich aber auch geändert hat, definitiv ist, und das ist zum Beispiel mein Tipp, den ich in dem Zusammenhang gebe, nutze Referenzen und Empfehlungen. Das kann jetzt auch nicht jeder, auch das ist keine low hanging fruit, Aber es hilft definitiv, wenn du Fürsprecher hast. Denn in der Tat, in der Diskriminierung stecken ja, wenn man tiefer eindringt, meistens Zweifel. Also Zweifel an deiner Eignung, Zweifel an deiner Qualifikation, an deiner Kompetenz. Kannst du den Job überhaupt oder gibt es Risiken? Und wenn Dritte sagen, diese Risiken bestehen nicht in irgendeiner Form, dann hast du schon mal eine Hürde genommen an der Stelle. Und ein gutes Empfehlungsschreiben, eine gute Referenz von bisherigen Arbeitgebern, was nicht ein Arbeitszeugnis ist, sondern tatsächlich ein persönliches Schreiben von einer bisherigen Führungskraft. Das wirkt noch mal viel Überzeugendes, auch wieder etwas, was sich aus der Maße herausragen lässt und etwas, was womöglich ganz gezielt solche Zweifel ausräumen kann. Weil du gerade eben selber Sprachkenntnisse angesprochen hast, fällt mir noch ein, Gerade bei Bewerberinnen und Bewerbern mit Migranten, finde ich, kann man ja die Sprachkenntnisse auch sozusagen Also pack den Stier bei den Hörnern, mach daraus ein Asset. Viele Unternehmen sind ja heute international unterwegs und wenn du Hey, ich bringe nicht nur Deutsch als Muttersprache mit, sondern auch noch Türkisch, Arabisch oder sonst irgendwas und ich kann ja auch noch dies, jenes im Ausland mich mit den Leuten unterhalten, dann kann das für internationale Unternehmen ein echter Pluspunkt sein. Und da muss man nicht immer nur an Englisch denken, was natürlich heute meistens vorausgesetzt wird. Dann stell dir vor, du sprichst drei Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, was auch immer, vielleicht noch Russisch Chinesisch toll. Also das kann man ja definitiv nochmal als Asset ausführen und sozusagen aus dem möglichen Defizit einen positiven Pluspunkt machen.
Da hast du was ganz Wichtiges angesprochen tatsächlich Jochen, weil was viele vergessen, ich rede hier von dem Tipp, bewusst Daten anzugeben und zwar vergessen manche, weil es für sie selbstverständlich ist, Deutsch als Muttersprache sogar anzugeben. Man denkt so bei Sprachkenntnisse gibt man dann oft irgendwie Englisch, Türkisch, Muttersprache, dies, das und Deutsch dazu steht dann gar nichts. Das habe ich wirklich ganz, ganz oft gesehen und habe dann gefragt, wir sprechen doch jetzt gerade Deutsch und du sprichst doch gut Deutsch, warum steht das da? Ja, ist auch meine Muttersprache. Ja, warum steht das dann nicht? Also genau, das ist wirklich so total banal, aber halt so bewusst das einfach anzugeben. Das kann man so ein bisschen auch auf andere Dinge transferieren. Zum Beispiel, du hast gerade irgendwie Geschlechterdiskriminierung, also gerade irgendwie Frauen in einem vielleicht Alter, wo man dann so ein bisschen dann die diskriminiert werden. Packen wir den Hirsch bei den Hörnern, das gerade gesagt, weil vermutet wird, die könnten ja irgendwie bald in Elternzeit, weil sie irgendwie Kinder gewerbe ich, hast du gesagt so Genau, da könnte man natürlich auch offensiv mit umgehen und sagen, ich hab Kinder, also man muss Kinder ja nicht angeben im Lebenslauf, aber Man kann ja zum Beispiel auch sagen, ich habe Kinder 4 und 7, Betreuung ist gesichert oder von mir aus auch kein Kinderwunsch mehr vorhanden im Leben könnte man auch geplant.
Genau, genau.
Also da kann man auch ganz aktiv Informationen vielleicht auch mal streuen, um diesen Vorwand oder Vorwurf oder Vorurteil aus dem Weg zu räumen, direkt abzuräumen.
Absolut. Also in dem Zusammenhang fällt mir ein, sozusagen meine ultimative Waffe bei der Bewerbung, die ich immer sehr, sehr, sehr, sehr stark empfehle, ist das Bewerbungsvideo. Ich weiß, das ist über die Diskussion, Anschreiben ja oder nein? Das ist ja so ein bisschen verhasst bei Bewerbern. Du hast gerade im Plädoyer dafür gehalten. Ich halte gerne auch ein Plädoyer dafür. Ich finde es wichtig und auch richtig, dass man nach wie vor ein Anschreiben zur Bewerbung packt, weil der Lebenslauf guckt nach hinten, was bisher geschehen ist, das Anschreiben gucken nach vorne, was ich in Zukunft bei dir lieber Arbeitgeber, erreichen, machen werde. Aber wer keinen Bock hat auf Anschreiben oder das Anschreiben modern ergänzen will, der macht ein Bewerbungsvideo gerade bei Menschen, die fürchten, dass sie diskriminiert werden. Ältere Mitarbeiter, Menschen mit Migrationshintergrund in irgendeiner Form, die können mit einem Bewerbungsvideo extrem punkten Und mein Lieblingsbeispiel ist an dir Stell dir vor, du bist jemand mit einer dunklen Hautfarbe, arabischen oder afrikanischen Hintergrund, ein genauso klingender Name und du bewirbst dich mit einem Bewerbungsvideo, was ich bei BMW in München und fängst mit dem Bewerbungsvideo an. Ja, hätte halt gerne einen Job bei euch, das wäre schon super. Freilich so in dem Moment sind doch man verzeiht mir mein schlechtes Bayerisch, aber in dem Moment sind doch alle Ressentiments, die da sind, alle Vorbehalte komplett erstmal vom Tisch, weil du denkst, der Typ, der könnte ja aus dem tiefsten Bayern stammen, der sieht nur so aus Und tatsächlich, du hast es gerade gesagt, du reflektierst als Personaler womöglich deine eigenen Vorbehalte Das Interessanter Typ, interessanter Kandidat, Kandidatin würde ich gerne kennenlernen. So und genau das ist der Punkt, wo ich ja so ein Bewerbungsvideo zündet genauso bei älteren Arbeiten, wenn du da frisch dynamisch rüberkommst und voll motiviert und Begeisterung und Leidenschaft in dem Video zeigst, sagt sich doch ein Guck, der ist vielleicht ü, aber der steckt noch manchen jungen Mitarbeiter und Kollegen oder Kolleginnen hier bei uns in den Sack irgendwie den will ich kennenlernen oder die will ich kennenlernen. Also von daher Bewerbungsvideo ist echter Tipp, gerade wenn du das Gefühl hast, ich könnte diskriminiert werden. Also ich würde es gerade diesen beiden speziellen Gruppen nicht an gesprochen haben dringend aufs Herz legen.
Ja, du bist ja ein großer Fan des Bewerbungsvideos und tatsächlich, ich meine wir machen das nicht, aber ich finde das auch gerade für solche Fälle ist es noch mal stärker wirklich ein gutes Mittel tatsächlich muss man sagen. Und genau jetzt hatten wir so diesen Themenbereich auch mit dem Bewerbungsvideo kann man ja also genauso wie du es gerade beschrieben hast, einfach bewusst Daten streuen, also wirklich prominent platzieren und damit Ressentiments wirklich ausräumen und deswegen gutes Mittel.
Nächster Tipp, den ich noch geben würde, der mir auch immer wieder einfällt, ist bewirb dich gezielt oder bewusst bei internationalen Unternehmen oder Unternehmen, die Diversity bei sich, vielleicht sogar auf die Webseite streiten. Man weiß, dank Trump sind es in letzter Zeit ein paar wenige geworden, als er gesagt hat, Diversity ist totaler Mist, ich will das nicht mehr. Sind diverse Firmen, was ich sehr bedauert habe, haben sich vor Trump verbeugt und haben gesagt, dann nehmen wir es halt von der Webseite runter und sind jetzt nicht mehr divers. Das finde ich eher pervers, dass man da vor so einem Typen kriecht, zu Kreuze kriecht, nur damit man nicht auf die Mütze kriegt. Also naja gut, müssen sie selber wissen. Aber es gibt nach wie vor, es gab auch ein paar, die sagen, nö, das lassen wir uns nicht vorschreiben, wir sind divers, wir stehen auf Vielfalt in der Belegschaft und schreiben das erweiternd auf unsere Webseite, dass wir genau solche Mitarbeiter suchen. Und das wäre für mich dann auch ein starkes Argument. Und umgekehrt, Voting bei Fiat kannst du ja als Bewerberin, als Bewerber auch ein Zeichen setzen, wenn du sagst, okay, ich bewerbe mich gezielt mit meinen Talenten, meinen Stärken bei solchen Unternehmen, die es auch explizit nach draußen kundtun. Denn das sind meistens gute Arbeitgeber, die achten auf sowas, die sind für dieses Thema sensibilisiert und all die anderen vielleicht eher nicht. Also man kann sich ja heute auch übrigens mit KI genau solche Arbeitgeber raussuchen lassen oder eben auch bei den Stellenanzeigen nochmal einen Check auf der Unternehmenswebseite machen, was man immer machen sollte und dann gucken, sind die für sowas offen, sind die offen für Initiativbewerbungen, sind die offen für Quereinsteiger, sind die offen für LGBTQ oder sonst irgendwie, Schreiben die das bei sich irgendwie raus? Kann man das vielleicht sehen bei Fotos? Oft gibt es ja auch Teamfotos, da siehst du es ja dann schon und dann bist du da einfach im Vorteil. Definitiv. Also ich würde auch gezielt solche Unternehmen raussuchen.
Es gibt natürlich dann auch Fälle, zum Beispiel Menschen mit Behinderung, die können zum Beispiel im öffentlichen Dienst ein ganz klarer Einstellungsvorteil sein. Das muss man auch mal ganz klar sagen, weil da halt gewisse Quoten auch erfüllt werden müssen. Und da sagen wir unseren Kundinnen und Kunden immer, ja, also in so einem Fall reinschreiben, aktiv damit rausgehen. Ja, oft ist da aber auch für normale Unternehmen, muss man ehrlicherweise sagen, gibt es so Fälle, wenn jetzt jemand in der Arbeitslosigkeit ist und eine Behinderung hat, ihn jetzt auf der Arbeit überhaupt nicht einschränkt. Also das ist so als Unternehmen eigentlich so mal jemanden einzustellen, ist relativ attraktiv, muss man ehrlicherweise sogar sagen, weil es da auch durchaus finanzielle Förderung geben kann. Also das muss man dann gerade bei die Gruppe jetzt hier, muss man sagen, das sollte man ganz genau einmal prüfen für den jeweiligen Anwendungsfall und wo man sich bewirbt, ob das nicht sogar ein eigenes Verkaufsargument tatsächlich ist.
Absolut, genau. Ansonsten, du hast es indirekt angesprochen, was natürlich immer hilft, was man machen kann, dass tatsächlich sich ein professioneller Bewerbungscoach oder ein Bewerbungsschreiber, da bist du jetzt vom Fach zu suchen, der halt auch noch mal die Unterlagen durchgeht und etwaige Hindernisse rausnimmt. Du hast einige davon eingangs schon genannt oder sowas, das ist immer gut. Wovon wir in unserem Vorgespräch gesprochen haben, uns glaube ich nicht so ganz einig sind, aber auch noch mal zur Sprache kommen sollten, ist die anonyme Bewerbung. Die gibt es ja auch noch weiterhin. Die ist schon vor einigen Jahren, ich weiß jetzt nicht genau seit wie vielen Jahren es die gibt, eingeführt worden. So richtig durchgesetzt hat sie sich nie. Ich persönlich bin kein Fan davon, glaube auch nicht, dass sie wirklich viel bringt. Du siehst es aber ein bisschen anders. Deswegen lass uns gerne mal ganz kurz über die anonyme Bewerbung sprechen.
Ja, also grundsätzlich ist ja erstmal, also die Vorstufe der anonymen Bewerbung ist ja eigentlich dann auch bewusst Daten wegzulassen, wodurch ich diskriminiert werden könnte. Das ist natürlich vielleicht jetzt ja noch kurz davor vor dieser Diskussion gesagt, auch ein probates Mittel, muss man ehrlicherweise sagen. Du kannst zum Beispiel, wenn du irgendwie jetzt typisch, ja, Kinderwunsch vielleicht auch irgendwie hast, da vielleicht, vielleicht lässt du den Familienstand dann auch vielleicht auch mal weg, dass du verheiratet bist oder so. Unsere Kundinnen, Kunden haben wir selber gesehen, Geburtsdatum weglassen. Ja, wer nachrechnen kann, natürlich gebe ich dir vollkommen recht, natürlich kann man das Alter immer aus dem Lebenslauf erkennen, aber gerade bei der Gruppe, die vielleicht so ein bisschen diese Passiven sind, die dann nicht direkt dieses Geburtsdatum so in your face bekommen. Also ich finde schon, dass man das machen kann. Ich finde das ist schon legitim und ich verrate dir mal einen Fall aus meinem Bekanntenkreis. Ich würde da nicht zu raten und wir sind ja auch unter uns. Genau meine Mutter tatsächlich Mutter, ich glaube du guckst nicht zu von daher kein Problem. Die hat tatsächlich sich sogar mal 10 Jahre jünger gemacht. Bei einer Bewerbung. Genau und wurde dann tatsächlich irgendwie also so ein bisschen bewusst und dann hat sie tatsächlich eine Zusage bekommen und dann hat sie dann war das irgendwie Thema, weil die musste ja auch ihre Unterlagen einreichen und da hat sie oh, das war ein Fehler so das war dann überhaupt gar kein Thema war nicht schlimm aber und sie wäre auch so genommen. Ne also das das war wirklich nicht der Grund. Deswegen würde ich niemals sagen dass das sollte man machen. Sie hat nämlich Blut und Wasser geschwitzt. Ja weil sie so Angst dann davor hatte Oh nein jetzt bekomme ich den Job man und jetzt sehen die ja mein richtiges Geburts. Also sowas sollte man nicht machen. Das wollte ich noch mal dazu sagen so genau aber wegzulassen oder so finde ich OK So aber jetzt zu deinem Thema.
Ja also man kann wie gesagt auch das Bewerbungsfoto weglassen und so weiter und so fort Ich glaube halt nur die anonyme Bewerbung weckt also erstes Argument von meiner Seite dagegen sie weckt schlafen Runde, wenn eine anonyme Bewerbung es sei denn es ist so von vornherein im System eingegeben schicken sie nur eine anonyme Bewerbung alles andere nehmen wir gar nicht ich erst an. Okay. Ansonsten wenn du das machst und sich deine Bewerbung dadurch unterscheidet dass sie halt anonymisiert ist wechselschlafen. Also ich würde immer sagen watzlawick man kann ich nicht kommunizieren in dem Moment wo ich sowas sehe denke ich mir hier soll was verschleiert werden offensichtlich besteht da irgendwo ein Mangel den ich nicht gleich erkennen soll. Gehe ich ins Risiko la die Kandidatin den Kandidaten trotzdem ein oder sage ich direkt boah habe ich keinen Bock drauf, es gibt genug andere Bewerber ich nenne lieber die anderen gleich Absage. Schwierig. Zweites Argument ich sag mal spätestens im Vorstellungsgespräch musst die Hosen runterlassen. Also dann kommt es raus, dann sehe ich dich. Ich sehe wie du wirkst, also ich sag mal Behinderung, Migrationshintergrund, Alter, okay, deine Familienplanung darf ich nicht ansprechen, das ist per Gesetz verboten, Aber ich sag mal so ü Das sehe ich so irgendwie. Also das ist mir dann klar und wie du wirkst und spätestens da ist es dann halt so, wenn du sagst Enttäuschung als Personaler ist nicht das, was wir uns ausgesucht hätten, was wir gerne wollen da draußen noch die Idealkandidaten, dann sage ich sie haben nicht gepasst, andere waren besser, bin ich fein raus und in Wahrheit war es war es zu alt, zu jung, zu ausländisch, was auch immer. Also wer diskriminieren will, der diskriminiert wieder. Also die ja, die anonyme Bewerbung kann eine Tür öffnen, aber sie macht sie nicht richtig weit.
Genau. Also grundsätzlich hast du beim ersten Punkt ja so du hast das Wort Mangel, was natürlich nicht ganz richtig ist, weil hier geht es ja um Daten, die man anonymisiert, die ja in dem Sinne kein Mangel sind und für die Bewerbung keine ausschlaggebenden per Gesetz auch kein ausschlaggebender Grund sein sollten. Genau. Ich weiß aber natürlich genau, wie du das meinst. Und genau, also grundsätzlich, ja, ich kann diesen, diesen, man ist überrascht. Also ich habe auch lieber natürlich hat jeder lieber ein Foto damit, ja, weil Menschen, wir sind ja alle nur Menschen, so wir machen uns ein Bild von einem Kandidaten, ja und wenn man dann irgendwie so überrascht ist, ja, dann ist das irgendwie so vielleicht auch ein komischer Moment vielleicht auch für den für den Kandidaten, der sitzt, weil man das merkt beim Gegenüber oder so. Also da gebe ich dir schon recht. Andererseits denke ich so, naja, gerade bei denen, die wirklich eben nicht diese Arschlöcher sind, ja, die aber vielleicht jetzt einen dann doch dann erstmal nicht einladen, weil er dann doch schon 57 ist und die dann jetzt mal jemand eingeladen, weil sie vielleicht ist ihnen gar nicht aufgefallen, dass das Geburtsdatum, also gut, sie werden es im Lebenslauf dann schon gemerkt haben, dass die Person älter sein muss aufgrund der Berufserfahrung, aber jetzt da irgendwie jetzt nicht so genau sich darüber Gedanken gemacht haben, dann merken sie im Gespräch irgendwie hat Ersteindruck erstmal, oh, der ist ja doch schon ein bisschen älter, habe ich jetzt gar nicht irgendwie mit gerechnet, aber dann kann wäre diese Person vielleicht aussortiert worden geworden und jetzt im Gespräch aber überzeugt diese Person total, weißt du, Also es kann auch dieser andere Fall sein, dass das halt zum Guten führt, dass ich ihn vielleicht, also nehmen wir auch mal mich, ne? So unser Team ist auch der Älteste, ist irgendwie, keine Kahnung, er ist 44 oder so, ne? Und wir hatten aber auch schon mal einen, der dann noch wirklich noch mal deutlich nälter war, irgendwie zehn Jahre älter. Aber wenn er mich dann so überzeugt im Gespräch, dann ist das vielleicht auch so ein positiver Moment und führt zum positiven Ergebnis. Also ja, ich finde es schwierig. Ich glaube, die anonyme Bewerbung hat sehr, sehr viele Vorteile tatsächlich. Hat natürlich aber auch irgendwie so Nachteil. Es gab dazu auch tatsächlich eine Zeit lang, das war hier von einem Ministerium auch in Deutschland, ich glaube man kann Studien nennen und mit mehreren Unternehmen und habe ich heute noch mal nachgelesen. Im Endeffekt war es so, dass man schon gesagt hat, die Vorteile der anonymen Bewerbung überwiegen und trotzdem wollten die Unternehmen es danach aber wieder nicht weitermachen und sind dann in ihrer alten Musik verfallen.
Also sag mal so in England oder im angelsächsischen Raum, England und Amerika, ganz besonders in England sind ja alle Angaben bei der Bewerbung verboten, die zu einer Diskriminierung führen könnten. Also da ist grundsätzlich die Bewerbung fotofrei, geburtsdatumsfrei und keine Angaben zu Familienstand und so weiter. Also gibst du wirklich nur Name, Adresse, Telefonnummer, E Mail oder sowas an und dann dein Werdegang. Punkt. Man muss sagen, auch aus England kenne ich Studien, die sagen, hier gibt es so was wie eine Diskriminierung. Also auch die Briten sind nicht völlig frei von Diskriminierung, obwohl sie im Prinzip eine anonyme Bewerbung schon seit Jahren machen. Also auch die kennen das und spätestens im Bewerbungsgespräch oder sowas kommt das raus. Das heißt gerade in Großbritannien natürlich durch den Common hast du auch viele Leute mit vielen, vielen Nationalitäten und Hintergründen und tatsächlich kennen auch die Diskriminierung bei der Bewerbung im Job und so weiter. Also von daher, ich sage immer so, Gesetz hilft nicht wirklich. Was wirklich hilft, und da finde ich wieder den Kommentar von dem Steffen gerade sehr, sehr schön, eigentlich hilft nur Sensibilisierung, Aufklärung, also das, was du vorhin eingangs genannt hast, die passive Diskriminierung, dass ich unbewusste Vorbehalte habe, die mir gar nicht bewusst sind, deswegen lehne ich bestimmte Kandidatinnen oder Kandidaten ab. Obwohl ich offiziell wahrscheinlich gar nicht sagen würde, ich diskriminiere, tue ich es aber doch insgeheim. Und indem man für diese Themen sensibilisiert und das kann man über Medien machen an verschiedenen Stellen oder eben auch wir jetzt hier mit dieser mit dieser Sendung, kann man dafür sorgen, dass Personaler auf dieses Thema aufmerksam werden und sich selber hinterfragen und dann vielleicht eben auch gleichberechtigter im Bewerbungsverfahren verfahren und diversen Leuten ein Stein geben. Und ich finde hier den Nachsatz von dem Steffen sehr, sehr wichtig. Dahinter steckt eben auch eine eigene, also hinter Diskriminierung steckt eben häufig auch eine enttäuschte eigene hohe Erwartung. Vielleicht muss man auch manchmal seine Erwartungen einfach runterschrauben, sagen, das können Mitarbeiter überhaupt leisten, was ist überhaupt möglich an der Stelle? Und ja, also ich glaube, wenn man Personaler sensibilisiert auf der einen Seite kann man wesentlich mehr erreichen als über Gesetze. Gleichzeitig finde ich es wichtig, auch das vielleicht noch ein vorletzter Kommentar von mir, dass man Absagen nie persönlich nimmt. Also selbst wenn dahinter eine Diskriminierung stecken sollte, also ich habe natürlich auch schon diverse Kommentare von unseren Leser und Leserin bekommen, so nach wie schrecklich das ist und so weiter, nehmen das immer wahnsinnig persönlich und ärgern sich einerseits zu Recht. Natürlich ist das scheiße, also ich will das überhaupt nicht gutheißen, aber gleichzeitig darfst du es halt nicht persönlich nehmen, weil das bringt dich überhaupt nicht weiter. Im Gegenteil, es blockiert dich und man muss einfach sagen, dann hat es nicht sollen sein und im Zweifelsfall ist es der Verlust des Arbeitgebers und nicht mein Verlust. Ich finde schon einen und einen besseren und dann gehöre ich auch nicht in dieses Unternehmen. Warte mal, der Steffen schreibt noch gerade hier einen Kommentar. Also er hat es mit der anonymen Bewerbung versucht und ist tatsächlich weitergekommen. Ja.
Trotz vieler Hinweise, Erkenntnisse selbst. Okay, ja, ah ja. Genau. Also wie gesagt, ich bin grundsätzlich, denke ich so und da sind wir uns ja sowieso einig, dass halt bei der Bewerbung erstmal nur die Qualifikation und die beruflichen Erfahrungen so eine Rolle spielen sollten und nicht irgendwelche sonstigen Dinge wie Alter oder Geschlecht oder Herkunft. Und das macht ja auch für einen Arbeitgeber total Sinn. Warum sollte man irgendwie bessere Kandidatinnen und Kandidaten aussortieren. Das macht ja für ein Unternehmen auch total überhaupt gar keinen Sinn. Trotzdem passiert das. Es ist nachgewiesen, dass ältere Bewerber, Bewerberinnen schlechtere Chancen haben. Auch Geschlechterdiskriminierung ist immer noch ein Thema in Deutschland. Das ist total schade. Ja, aber du hast natürlich recht. Wichtig ist, dass man darüber redet. Genau. Und einfach sensibilisiert, die Personalabteilung sensibilisiert und so ein paar, ich sag mal, Ideen, wie man selber umgehen kann, damit auch wirklich auf der einen Seite verschleiern, auf der anderen Seite aber auch mit Informationen aktiv rausgehen können. Vielleicht auch dem einen oder anderen hoffe ich, heute helfen, um da wirklich vorwärts zu kommen. Einfach darum geht es ja.
Lass uns jetzt mal Genau der Steffen hat sich noch mal eben jetzt hier und heute geoutet, was ich sehr, sehr gut finde. Chapeau auf jeden Fall. Vielen Dank für deine ehrlichen Worte, deine ehrlichen Kommentare. Das hilft auf jeden Fall. Und ich denke, es hilft auch anderen dazu zu stehen und sich das bewusst zu machen, überhaupt selbstbewusster im wahrsten Sinne des Wortes oder in der doppelten Wortbedeutung zu werden. Ich fasse noch mal zusammen. Ganz, ganz wichtig. Also als Tipp, um die Chancen zu steigern, dein erster Tipp ganz klar die Bewerbungsunterlagen definitiv optimieren, aktualisieren und entweder Daten ergänzen, proaktiv packe den Stier bei den Hörnern oder wegzulassen, wenn man das will. Beides kann sinnvoll und hilfreich sein. Ich habe gesagt, ein Bewerbungsvideo hilft auf jeden Fall. Zusätzlich zum Anschreiben kann hier nochmal ganz, ganz deutlich helfen. Genauso wie das zielgerichtete Bewerben bei diversen Unternehmen, also Unternehmen, die tatsächlich auch offensichtlich auf ihrer Webseite oder an anderen Stellen zeigen und dokumentieren, dass sie Vielfalt leben und pflegen und wollen und suchen. Das hilft auch. Dann hilft es definitiv über Referenzen und Empfehlungsschreiben sich zusätzliche Vorteile zu verschaffen, weil du einfach neutrale Dritte hast, die sagen, du kannst diesen Job und damit gehst du über alle Vorbehalte definitiv hinweg. Und natürlich hilft es am Ende immer noch zu Ich suche mir einen Bewerbungscoach und, und und. Vielleicht hilft es eben auch mit der anonymen Bewerbung. Man kommt zumindest an der einen oder anderen Stelle einen ganz guten Fuß in die Tür und kann dann im Vorstellungsgespräch überzeugen. Andererseits, wie gesagt, auch da müssen wir immer dazu sagen, das sind Tipps. Eine Garantie können wir nicht geben, die gibt es auch nicht, Denn leider ist es so, wer Diskriminierung will, der diskriminiert halt auch weiterhin. Wir finden es nicht gut, wir finden das auch nicht okay, aber es passiert halt leider an der Stelle. So, von daher, jetzt kommt noch ein Kommentar rein. Warte mal, den blende ich noch mal gerade ein bzw. Lese mal gerade. Der ist sehr lang. Ich gucke mal, ob wir den eingeblendet kriegen. Das geht noch. Gerade eben, ich hatte mal eine Bewerbung gemacht, nach fünf Minuten kam gerne günstiger, durchsichtig. Ich hatte dann Headhunter diskutiert, er hat nur mein Alter gesehen, Absa gemacht. Also das ist der klassische Fall von Altersdiskriminierung. Dankeschön, Andras wahrscheinlich auch dafür. Es findet statt, aber man kann natürlich versuchen, was dagegen zu tun. Und gerade bei Altersdiskriskrimierung habe ich aus dem eigenen Umfeld, Bekanntenkreis und auch aus den letzten Coachings einige Erfahrungen gemacht. Es geht, man kommt auch mit gehobenem Alter zu einem neuen Job, wenn man es richtig an und strategisch eingeht. Es geht, es ist schwierig. Ja, es dauert manchmal länger, aber es geht. Darüber haben wir schon in einer der letzten Sendungen gesprochen. Also einfach noch mal zurückschalten und auf YouTube sind die alle archiviert und bei euch auch. Von daher alles gut. Wir danken fürs Einschalten, fürs Zusenden, Zuschauen und freuen uns, wenn ihr in zwei Wochen, ne gar nicht, war doch in zwei Wochen wieder da seid, dann auch direkt live und nicht mit Verzögerung. Ich bin echt so ein Dusel, ich.
Habe neulich, Alles gut.
Das ist ja ein System, zwei Knöpfe, kommt man schon mal durcheinander. Ich danke aber trotzdem fürs Einschalten und freue mich, wenn ihr nächstes Mal wieder da seid. Danke auch an den Stefan, der hier fleißig.
Danke dir, Jochen.
Bis dann, schönen Abend noch.










