Mit Fehlern besser umgehen

Jochen Mai explores how mistakes drive personal growth and resilience. The episode examines why errors are essential to learning and how to build a healthier relationship with failure instead of fearing it.
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Fehler. Für viele Menschen sind Fehler der Inbegriff für peinliche Pannen, ein Zeichen für Schwäche und Versagen. Völliger Blödsinn. Aus Fehlern lernen wir oft mehr als aus unseren Erfolgen. Fehler sind das Treibmittel für persönliches Wachstum. Ja sicher, ein Fehler zu machen ist erstmal unangenehm und kann sogar auch mal richtig teuer werden. Trotzdem sollten wir unser Verhältnis zu Fehlern überdenken und ganz dringend auch verändern. Lass uns deshalb heute in der Folge von oh my Job über die guten Seiten unserer schlechten Fehler reden.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation. Jochen Mai. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Fehler gehören zum Leben dazu. Da sind wir uns, glaube ich, einig. Egal ob beruflich oder privat. Jeder greift im Laufe des Lebens viele Male daneben oder ins Klo. Das ist einfach unvermeidlich. Shit happens, sagen die Amerikaner oder Nobody is perfect. Nur wir Deutsche. Oh nein. Oder wir sagen gar nichts und kehren den Shit unter den Teppich in der Hoffnung, dass niemand etwas davon mitbekommt. Was soll das? Frage ich mich. Eine Null Fehler Toleranz können sich maximal Götter leisten. Menschen dagegen machen ihre Fehler doch nur noch menschlicher, ja sogar sympathischer. Hand aufs Herz Wie nett findest du jemanden, der angeblich perfekt ist und nie Fehler macht? Und wie glaubwürdig ist so jemand? Ich traue solchen Menschen nicht und du vermutlich auch nicht. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass wir Menschen, die über ihre Fehler reden, sofort viel sympathischer finden. Umgekehrt mag niemand Perfektionisten so richtig wirklich. Zugegeben, in manchen Jobs ist Perfektionismus zwingend erforderlich, zum Beispiel bei einem Herz oder Hirnchirurgen oder bei Piloten, Fluglotsen und Flugzeugingenieuren. Natürlich setzt sich niemand in eine Maschine, die irgend so ein Halodri zusammengeschustert hat. Und von irgend so einem Quacksalber will sich auch niemand operieren lassen. Da gehen wir alle lieber zum Spezialisten mit Reputation und Erfahrung. Klar. Aber auch diese Menschen sind nicht perfekt und machen Fehler. Natürlich hoffentlich nicht, wenn wir gerade an Bord sind oder unterm Messer liegen. Aber mit dem Risiko leben wir ehrlicherweise alle Deshalb ist es bereits der erste Fehler, keine Fehler machen zu wollen. Wer so denkt und handelt, wird zwangsläufig übervorsichtig und risikoscheu. Der Effekt ist Diese Menschen wagen am Ende weniger, probieren kaum noch Neues aus und erreichen deshalb auch deutlich weniger im Leben. Kurz Sie bleiben unter ihren Möglichkeiten. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und du kannst am Umgang mit Schwächen, Defiziten und Fehlern den persönlichen Reifegrad eines Menschen erkennen und ablesen. Die meisten Menschen reagieren auf berechtigte Kritik, nämlich zuerst mit Abwehr, mit Leugnen und Abstreiten, Ausreden, Schönreden, Kleinreden, Schuldige finden oder sie gehen sogar in die Vorwärtsverteidigung, also suchen ebenfalls Fehler bei dir. So nach dem Du bist aber auch nicht perfekt. Du machst auch solche Fehler. Charakterlich reife Menschen dagegen hören erst einmal zu, analysieren nebenan, was richtig ist und übernehmen vor allem Verantwortung für ihre Fehler. So gehen sie sichtbar souverän mit den eigenen Fehlern um und machen das Beste aus dem Mist oder finden danach eine bessere Lösung. Das ist konstruktiv und eben nicht kindisch. Dabei könnten wir auch das von Kindern lernen. Das Aufstehen lernt der Mensch schließlich auch von Fall zu Fall. Wir lernen das Gehen als Kleinkinder, indem wir viele, viele Male hinfallen und uns wieder aufrappeln, weil wir wissen, wir sind nicht zum Liegenbleiben gemacht. Das ist wie beim Trial and Error, dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Du irrst und stolperst und stehst wieder auf und versuchst es erneut, nur anders und besser. Du kennst bestimmt das berühmte Zitat von Thomas Alva Edison, dem Erfinder der Glühlampe. Er hat unzählige Kohlefäden verbrannt und Glaskolben zum Explodieren gebracht, bis er endlich das Rezept gefunden hat. Angesprochen auf diese vielen gescheiterten Versuche soll er damals geantwortet haben Ich habe nicht versagt. Ich habe nur Wege gefunden, wie es nicht funktioniert. Wenn etwas schiefgeht, dann sind wir Deutsche immer ganz schnell darin zu Wer hat Schuld? Das belegen sogar internationale Studien. Amerikaner dagegen fragen mehrheitlich Was haben wir daraus gelernt? Es sind praktisch immer unsere Fehler, aus denen wir am meisten lernen. Sie geben uns die Chance zur Entwicklung. Ja, das ist jetzt hart, aber ich finde das extrem wichtig und das ist kein Kalenderspruch. Fehler geben uns Chancen zur Entwicklung. Wer dagegen immer alles richtig macht, wird sich niemals hinterfragen, ja warum denn auch? Und so aber auch nie ungeahnte Potenziale an sich entdecken oder über sich hinauswachsen, weil seine Schwächen ewig seine Schwächen bleiben. Mehr Fehler sind Minikrisen, die wir überwinden können und sollten. Indem wir lernen, damit souveräner und konstruktiver umzugehen, stärken wir unsere Resilienz, also die seelische Widerstandskraft. Und wer gelernt hat, damit im Kleinen bei kleinen Krisen richtig umzugehen, der kann das später auch bei größeren Herausforderungen im Leben, bei echten und schweren Krisen. Kleine Fehler funktionieren da wie eine Übungsfläche. Und diese Fehler machen uns stark. Werden wir sie denn richtig nutzen und überwinden sie festigen und formen unsere Persönlichkeit. Schönwetter Kapitän kann doch jeder Erst in der Krise erkennst du die wahre mentale Stärke eines Menschen, so wie man auch seine wahren Freunde erst in schweren Zeiten erkennt. Dann, wenn es eng wird. Wenn du Freunde brauchst, die echten bleiben, die falschen tauchen ab. Ich sehe im Internet leider immer wieder Kommentare von Menschen, die sich wie so eine Schildkröte auf den Rücken werfen und strampeln und sich verkriechen, Wenn ihnen der eisige Gegenwind um die Nase bläst, dann schimpfen und jammern diese Menschen. Aber ganz ehrlich, so ein Meckerkommentar, der wird doch dein Leben nicht ändern oder verbessern. Das ist reine Zeitverschwendung. Manchmal fühlt man sich vielleicht danach besser, okay, aber dieselbe Zeit und Energie eingesetzt nicht für irgendeinen nutzlosen Kommentar auf Facebook, TikTok, Instagram, wo auch immer, sondern eingesetzt, um deine Lage zu verbessern, wirklich etwas zu verändern. Das würde das tatsächlich verändern und verbessern. So viel Zeit und Energie wird im Social Web mit Kommentaren vergeudet, die niemand irgendetwas bringen und von den meisten Menschen auch am Ende doch nur ignoriert werden. Viele meiner Unternehmerfreunde siehst du auch im Netz und wie alle machen auch die Fehler, aber die sprechen eher über die Learnings und die Lektionen daraus im Internet, nicht über ihre miese Laune. Und das macht einen Unterschied, ob du anderen Mut machst oder einfach nur Frust ventilierst. Fehler selbst können ja sogar dafür sorgen, dass wir in Zukunft weniger Angst vor Fehlern haben. Je häufiger wir diese Erfahrung machen und lernen, damit konstruktiv umzugehen, desto weniger müssen wir Missgeschicke fürchten, weil wir wissen und gelernt Ich kann das überwinden. Ich kann aus allem etwas machen. Und das wiederum stärkt diese wichtige Charaktereigenschaft der sogenannten Selbstwirksamkeit. Wenn du mehr über dieses Thema Selbstwirksamkeit erfahren willst, dann hör dir gerne noch mal die Folge 44 aus dem Jahr 2024 an. Da spreche ich dann ganz ausführlich über Selbstwirksamkeit und was es damit auf sich hat. Und so paradox es auch Fehler steigern die Erfolgschancen tatsächlich. Mit jedem Fehler nähern wir uns dem Erfolg weiter an und schließen falsche Alternativen, die nicht funktionieren, einfach aus. Fehler tragen so nicht nur zur Selbstreflexion bei, sie schärfen auch den Blick für das Machbare und bringen uns zugleich und ganz häufig auf neue Ideen. Ich selbst habe zum Beispiel im vergangenen Jahr über ausgegeben für den Relaunch der Karrierebibel den Launch dieses neuen Podcasts, den du gerade hörst und für unsere neue KI den KI Coach jobgenius, falls du den noch nicht kennst, unbedingt ausprobieren. Wir haben die KI mit unserem kompletten Wissen aus unserer Datenbank gefüttert. Also wirklich alle Artikel, alle Bücher der Karrierebibel, ja sogar alle Videos und Podcast Folgen kommen regelmäßig da rein. Checklisten, Vorlagen, alles drin. Und jetzt kannst du Job Genius rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche immer wieder Fragen zu deiner Bewerbung, zu deinem Job, zu deiner Karriere und bekommst rund rund um die Uhr permanent Antworten, die gefüttert werden, natürlich aus unserem vorhandenen Wissen und das völlig kostenlos. Trotzdem und deswegen erwähne ich das hat nicht alles davon so funktioniert, wie ich mir das anfangs gedacht habe. Manche Sachen sind auch noch im Beta Modus, wenn man so will. Den Podcast zum Beispiel schaffe ich nicht mehr wöchentlich, angefangen 2024 mit einer Folge pro Woche, schaffe ich aber leider zeitlich nicht mehr in diesem Jahr, deswegen nur noch zwei Wochen. Und ein Co Host, wie ich mir das gewünscht hatte, habe ich leider auch noch nicht gefunden. Der Relaunch der Karrierebibel, der war zwar dringend nötig und den finde ich auch weiterhin sehr, sehr gut, aber an einigen Stellen hat er nicht so funktioniert, wie ich mir das erhofft habe. War das ein Fehler? Man könnte das so sehen. Ich sehe das aber eben anders und denke auch anders darüber. Ich habe daraus einiges gelernt, was ich in Zukunft anders machen werde. Und ich habe darüber auch neue Ideen gewonnen, was ich denn in Zukunft neu und anders machen werde. Und das ist eben auch eine Frage des Selbstvertrauens oder des Selbstverständnisses von Fehlern. Und natürlich auch eine Frage des Durchhaltevermögens, es immer wieder und anders neu zu versuchen, so wie Thomas Edison. Und wenn du zum Beispiel das nächste Mal einen Fehler machst, dann frag dich doch zum Beispiel einfach was genau war jetzt der Fehler? Wie konnte dieser Fehler überhaupt passieren? Kann ein ähnlicher Fehler erneut vorkommen? Oder was lerne ich daraus? Und wie lässt sich der Fehler künftig vermeiden? Indem du dir solche Fragen stellst, bleibst du zu 100 Prozent nicht stehen, sondern entwickelst dich immer weiter und findest Schritte, die nötig sind, um es in Zukunft noch besser zu machen. Ich gehe mal davon aus, dass du auch diesen Spruch Fehler sind Helfer. Allein wenn man die Buchstaben umstellt, probier das gerne mal aus. Es stimmt, Aus dem Wort Fehler kann man genauso das Wort Helfer machen, indem man einfach die Buchstaben umstellt. Und das ist eine sehr schöne Weisheit. Die Wahrheit ist nä Fehler interessieren sich überhaupt nicht dafür, ob du die wahnsinnig peinlich findest, ob du dich dabei schämst oder egal überhaupt wie du dich dabei fühlst. Sie machen auch keine Zugeständnisse, keine Entschuldigung. Sie lassen dir nur eine einzige aufgeben oder aufstehen und weitermachen. Also keine Angst vor Fehlern. Fail forward, würde der Angelsachse wieder sagen. Wenn du fällst, dann bitte möglichst vorwärts. You never fail. Zu gut, sagt ein Anderer. Gelernt ist gelernt. Und das Wissen aus deinen Fehlern, das kann dir niemand mehr nehmen, das erstmal zu verdauen. Und wir hören uns dann in zwei Wochen wieder. Ich freue mich.
Dein Jochen, das war oh my job, Dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deine Freunde. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.










