Spielst du auf Sieg oder nur um nicht zu verlieren?

JobGenius explores whether you play to win or just avoid losing. Many people sabotage themselves with limiting beliefs like "I can't" or "success makes me bad." He shares how over-delivering as a magazine editor, preparing extra stories in his spare time, made him indispensable and advanced his career.
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Ich glaube, die meisten Menschen wollen gar nicht Erfolg haben. Klingt jetzt provokant, aber ich glaube, viele betuppen die sich da auch ein Stück weit selbst. Deswegen vielleicht heute mal diese Sendung oder diese Frage, diese kritische Frage an dich, Wenn du jetzt gerade eingeschaltet Spielst du auf Sieg oder spielst du nur, um nicht zu verlieren? Die Frage ist ja gar nicht so abwegig. Ich glaube, dass viele Menschen die Grundweisheiten natürlich wissen Und wenn man Leute Willst du erfolgreich sein? Sagen die meisten auch ja. Die meisten wissen wer wagt, gewinnt. Und Risiken gehören zum Erfolg dazu. Das ist eine Binsenweisheit, das wissen alle. Aber die Frage ist wie weit wagst du dich wirklich aus dem Fenster? Wie weit bist du wirklich bereit, Risiken einzugehen, um das, was du dir vorgenommen hast, deine Ziele zu erreichen? Erfolg ist ja immer auch mit Opfern verbunden. Erfolg hat seinen Preis. Das muss nicht Geld sein. Es ist häufig Freizeit, die dabei draufgeht. Es kann aber auch sein, dass dabei Freundschaften zerbrechen oder vielleicht sogar die Partnerschaft darunter leidet, dass man weniger Erwartungen erfüllt, die andere an einen selber haben oder stellen. Vielleicht wird man auch weniger gemocht. Erfolg macht nicht unbedingt beliebter. Man sagt zwar immer Erfolg macht sexy, aber er macht ja nicht unbedingt beliebter, weil du wächst im Zweifelsfall deine Kritiker und deine Neider und nicht jeder gönnt ja auch den Erfolg. Vielleicht sogar nicht mal in der eigenen Familie. Also wenn du was wirklich willst, wenn du dir was vorgenommen hast, wenn du ein Ziel hast, spielst du dann auf Sieg oder auf Nichtniederlage? Ich glaube, viele betrügen sich an der Stelle selbst oder sie haben limitierende Glaubenssätze. Was meine ich mit limitierenden Glaubenssätzen? Naja, es gibt einerseits die Fraktion von Menschen, die Ich schaffe das sowieso nicht, Ich kann das nicht oder ich habe es bisher nicht geschafft. Das ist so ein klassisches Ding. Aber vielleicht gibt es auch solche bösen, geheimen Glaubenssätze im Sinne Der Erfolg macht mich zum schlechten Menschen. Sowas wie Geld verdirbt den Charakter. Wenn ich jetzt erfolgreich werde, dann bin ich kein guter Mensch mehr. Wenn ich auf einmal viel Geld verdiene, dann bin ich kein guter Mensch mehr. Auch das sind limitierende Glaubenssätze. Und ich glaube, dass solche Sätze viele Menschen davon abhalten, wirklich das zu erreichen, was sie sich vornehmen. Deswegen nochmal die Spielst du auf Sieg. Spielst du wirklich auf Sieg und wenn ja, und ich könnte mir vorstellen, der eine oder wird jetzt impulsiv, Na klar tue ich das auf jeden Fall. Aber bist du dann auch bereit, die extra Meile dafür zu gehen oder wie man es vielleicht heute im Garmisch so nennt, over zu delivern, also mehr zu machen, als eigentlich nötig ist. Denn das ist sehr häufig erforderlich, wenn man Erfolg haben will. Man muss mehr machen als die anderen. Das gilt im Übrigen als Angestellter genauso wie als Selbstständiger, da vielleicht sogar noch mehr. Weil wenn du nur machst, was deine Mitbegleiter, Marktbegleiter schon machen, dann braucht braucht es dein Angebot nicht wirklich auf dem Markt. Du musst schon besser sein oder günstiger sein oder etwas anderes anbieten, ein Problem lösen, besser, schneller, wie auch immer, damit dein Produkt überhaupt einen Sinn hat im Markt und überhaupt nachgefragt wird an der Stelle. Aber als Angestellter ist das nicht anders. Auch da musst du die Extrameile gehen, um überhaupt aufzufallen, um dich zu qualifizieren für die höhere Positionen, die du vielleicht anstrebst, für das höhere Gehalt, was du gerne hättest, aber um überhaupt auch anderen zu zeigen, was alles in dir steckt. Wenn du nur das machst, was im Arbeitsvertrag steht und was man von dir erwartet, dann kommt nicht allzu viel bei rum. Dann wirst du den Job zwar vielleicht behalten, vielleicht aber auch nicht auf lange Sicht, aber großartig verändern wirst du dich nicht. Das ist so ein bisschen Prinzip Hoffnung. Ich hoffe darauf, dass andere das Genie in mir erkennen und mich dann fördern. Nein, das glaube ich nicht. Ich bin davon überzeugt. Erfolg wird gemacht und zwar in erster Linie von uns selbst. Sicher mag hier und da auch Glück dazugehören und das ein oder andere Quäntchen, was man so Vitamin B nennt, also auch die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt treffen, keine Frage, aber in erster Linie wird Erfolg gemacht. Man kann es ja auch provozieren, die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zu treffen, indem man sich überlegt, wo muss ich sein, was muss ich von mir preisgeben, wie sichtbar muss ich sein, Nicht nur in Social Media, sondern überhaupt auch im Unternehmen oder eben als Selbstständiger als Unternehmer. Wo treffe ich meine Kunden, meine Zielgruppe? Und das gilt, wie gesagt, im Unternehmen nicht viel anders. Ich will mal ein kleines Beispiel erzählen, wie das bei mir früher selber war. Und ich weiß, das ist immer so ein bisschen blöd, wenn man sich selbst zum Beispiel macht, weil es so latent arrogant klingt. So ist es aber nicht gemeint, sondern es ist einfach gemeint. Es ist ein Beispiel, was ich selber am besten kenne, deswegen auch am besten beurteilen kann und davon überzeugt bin, dass es damals einen ganz wichtigen, ausschlaggebenden Grund hatte. Ich habe ja vor etlichen Jahren als Redakteur bei einem namhaften Magazin angefangen und bin dann nach sehr, sehr kurzer Zeit Ressortleiter geworden. Und ich glaube, das hat nicht nur was damit zu tun gehabt, dass ich vielleicht ein Talent dafür hatte, sondern es hat auch was damit zu tun gehabt, dass ich die Extrameile gegangen bin. Und das war ein, ich sag's mal, nicht unbedingt bewusster Trick, aber auch ein durchaus bewusstes Verhalten von mir, um zu zeigen, auf mich könnt ihr euch verlassen, ich kann das, ich kann den Job. Und zwar bin ich hingegangen und habe ziemlich direkt, nachdem ich mich so eingearbeitet hatte, einfach eine Titelgeschichte für mich selbst recherchiert und auch geschrieben. Und zwar in der Freizeit, nicht auf der Arbeit, da hatte ich genug zu tun, sondern nachher in der Freizeit am Wochenende oder nach Feierabend, um eine Geschichte fertig zu haben. Und zwar eine Titelgeschichte. Titelgeschichte, heiß, entsprechender Umfang von, naja, das waren dann vielleicht 6, 7, 8 Seiten gedruckte Seiten nachher im Magazin, die ich einfach vorbereitet hatte, mit allem drum und dran, natürlich klugerweise zu einem möglichst zeitlosen Thema, also etwas, was nicht gleich in den nächsten drei, vier Wochen schon wieder oll ist. Das ist ja das Problem beim Journalismus. Und diese Geschichte habe ich mir auf Seite und auf Halde gelegt und irgendwann passierte das, was in jeder guten Redaktion passieren kann. Eine geplante Geschichte von jemand anderem brach weg und zwar in derselben Woche, wo sie hätte produziert und gedruckt werden sollen. Das kann schon mal passieren. Der Chefredakteur mag die Geschichte nicht oder sie löst sich in Luft auf, weil die Daten, Fakten einfach andere sind und dann funktioniert die Geschichte nicht mehr. Und dann ist man in so einem Ressort. Das ist eine Erfahrung, die ich dann später als Ressortleiter auch machen durfte, höchst alert, weil das Problem ist, du hast halt deine Strecke, die musst du füllen mit einer Geschichte und jetzt nicht in dem Luxus vielleicht von ein, zwei Wochen entspannt, wo man sowas plant. Es gibt ja mehrere Redakteure, die sind immer zeitversetzt sozusagen mit ihren Geschichten da und dran und planen die auch schon voraus, sondern jetzt ist die Geschichte weggeplatzt. Jetzt müssen alle ganz schnell ran und müssen diese Strecke füllen und zwar möglichst mit einer cleveren, richtig guten Geschichte. Und das war immer meine Sternstunde. In dem Moment war die große Panik in der Redaktionskonferenz oder in der Ressortkonferenz, wo es dann hieß, oh Gott, oh Gott, uns ist gerade die Geschichte weggebrochen. Was machen wir denn jetzt? Hoppala, falscher Knopf, was machen wir denn jetzt an der Stelle? Wie können wir denn in irgendeiner Form diese Strecke füllen? Hat einer eine Idee? Und ich habe mich dann in der Regel erst mal zurückgehalten, weil vielleicht gab es ja noch eine bessere Idee. Aber wenn so gar keine Idee kam, dann war ich so nett und habe damals meiner Ressortleiterin Ich habe da eine Idee, ich könnte folgende Geschichte vielleicht bis Ende der Woche stemmen. Und das war natürlich meine heimlich recherchierte, gut vorbereitete Geschichte. Die war sogar als Titelgeschichte tauglich und weil sie groß genug war, konnte sie die gesamte Strecke füllen. Und die hat die natürlich mit Kusshand genommen. Alle anderen waren auch schwer begeistert, weil die waren jetzt natürlich raus aus der Pflicht und mussten nicht mehr abliefern in kürzerer Zeit, was ja hochgradig unspannend ist oder unentspannt ist. Also bekam ich immer das Prä Ja, okay, Jochen, mach das. Und was ich gemacht habe, ich habe natürlich schon ein bisschen geschauspielert an der Stelle, habe mich jetzt zurückgezogen in mein Büro und habe jetzt die nächste heimliche Titelgeschichte recherchiert. Mit der musste ich nicht unbedingt bis zur bis zum Wochenende fertig werden, aber an der habe ich jetzt gearbeitet und habe die andere Geschichte einfach erstmal soweit liegen lassen. Immer wenn jemand gefragt wird Mensch, wie geht's dir denn? Hast du gerade viel? Ja, ich sag boah, echt Stress und so weiter und so fort. Den hatte ich aber nicht wirklich, weil die Geschichte war eigentlich fertig. Und dann zum Ende der Woche, aber ein bisschen vorher als geplant, habe ich dann meine Geschichte aus dem Köcher gezogen und dann war sie da, war fertig, sie war ausrecherchiert und alle waren schwer begeistert. Manchmal ist es sogar dann eine Titelgeschichte geworden, weil sie tatsächlich gut war oder in die Zeit passte oder sonst irgendwie. Aber auf jeden Fall war ich so der Retter des Ressorts und natürlich auch der Retter meiner Ressortleiterin und alle anderen hatten das Gefühl, auf den kannst du dich immer verlassen. Und dann habe ich halt noch mal in der Freizeit die andere zweite Geschichte fertig gemacht. Ich hatte also immer ein Nüsschen vergraben irgendwo und das konnte ich rausziehen, wenn Not am Mann ist in irgendeiner Form. Wie gesagt, es ist keine Geschichte, die ich erzähle, um zu sagen, hier, guck mal da, wie toll ich bin. Aber es ist eine Taktik. Es ist die Taktik der Extrameile. Es ist die Taktik des Over Deliver. Einfach mehr zu machen, als erfordert oder gefordert war, als erforderlich ist und mehr zu machen und die anderen hinterher positiv zu überraschen. Das ist eine Taktik, mit der kannst du, wenn du selbstständig bist, Kunden überraschen und begeistern. Wenn du angestellt bist, kannst du aber auch deine Vorgesetzten, deine Chefs und deine Kollegen positiv überraschen. Und als es irgendwann mal natürlich dann auch um die Frage, wer wird denn meine Chefin ist da gegangen, wer wird denn Nachfolger, wer wird sozusagen der nächste Ressortleiter, gab es verschiedene Anwärter, aber es hieß dann natürlich relativ schnell, auch auf den Mai kannst du dich verlassen. A ist der unheimlich schnell, B hat er immer noch eine tolle Idee für eine gute Geschichte und C der liefert auch noch rechtzeitig, dass ich dabei vorbereitet war. Das ist sozusagen mein Produktionsgeheimnis. Und jetzt Jahre später kann ich es lüften hier öffentlich in diesem Raum. Aber es ist eine Taktik, die du gehen solltest. Und ich glaube, dass es eine der erfolgreichsten Taktiken ist, überhaupt diese Extra Meile zu gehen und frag dich mal, spielst du wirklich auf Sieg? Was willst du? Das ist natürlich die Voraussetzung. Was ist dein Ziel für deine Laufbahn, für deine Karriere? Wo willst du hin? Und wenn du weißt, was du willst, dann geh auch die Extrameile investiere. Jeder gute Unternehmer würde das eine Investition nennen. Und das ist es auch. Eine Investition in die eigene Zukunft, die kostet dich jetzt in der Gegenwart Freizeit, Geld, Lifestyle, Gemütlichkeit, vielleicht auch ein bisschen ausgehen mit Freunden, Party, whatever. Sie kostet dich was in der Gegenwart, aber sie zahlt sich aus in der Zukunft. Was hast du zu verlieren, wenn du es tust, außer besagter Zeit, die du investierst, außer vielleicht dem Geld, was Du investierst, aber es ist ja nicht einfach blind investiert, sondern mit einem Plan. Und die Frage, die sich keiner stellt, die aber, glaube ich, viel, viel wichtiger. Was hast du zu verlieren, wenn du es nicht tust? Spielst du auf Sieg oder spielst du nur darauf, nicht zu verlieren?










